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Seine Rollen waren schon früh jene der gepflegt auftretenden Herren und Adelige,
anfangs noch in zwielichtem Licht gehalten, später zunehmend komödiantisch
ausgelegt bis zur eindimensionalen Karikatur. Obwohl Meyerinck
ein hervorragender Exponent expressionistischen
Sprech- und Spielstils war, besetzte man ihn neben gelegentlichen
Darstellungen skrupelloser Bonvivants, dämonischer Intriganten und
anderer negativer Protagonisten hauptsächlich im komischen Fach und so entwickelte er sich zum (meist kahlköpfigen)
"Original". "Hubsi", wie er auch von
den Kinogängern liebevoll und unverwechselbar genannt wurde,
stattete seine zwischen Dekadenz und forcierter Albernheit,
zwischen Exaltiertheit und preußischem Untertanengeist
angesiedelten Figuren aus dem Arsenal des deutschen
Unterhaltungsfilms mit spezifischen Manierismen aus.
Dazu gehörten sein tänzerisch-federnder Gang, der
oft in ein groteskes Hüpfen überging, sein schnoddriger Tonfall ,
sein sarkastisches Lächeln.
Während seiner gesamten Filmkarriere war er stets der Bühne treu geblieben, wirkte nach dem Krieg in München, Göttingen und Wuppertal. Seit 1966 gehörte von Meyerinck zum Ensemble des Hamburger "Thalia Theaters". Sein Privatleben schirmte der als Homosexuell geltende Schauspieler stets vor den Medien ab, 1967 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel "Meine berühmten Freundinnen. Erinnerungen", in denen er unter anderem über seine Begegnungen mit Leinwandlegenden wie Henny Porten, Grethe Weiser, Marlene Dietrich oder Adele Sandrock erzählt. Hubert von Meyerinck starb am 13. Mai 1971 mit 74 Jahren im Hamburger Bethanien-Krankenhaus nach einer plötzlich aufgetretenen Lungenentzündung an Herzversagen. Noch zwei Monate zuvor hatte er in Hamburg als Agamemnon in Peter Hacks' Neubearbeitung von "Die schöne Helena" auf der Bühne gestanden. DER SPIEGEL (21/1971) notierte unter anderem anlässlich des Todes: " es war die Film-Klamotte, die ihn berühmt machte. Er posierte in annähernd 300 Kinostücken als aalglatter Bösewicht mit Monokel und straffem Pomadenhaar, als arroganter Fatzke mit glatzköpfigem Kirgisenschädel und Menjou-Bärtchen, als wilhelminischer Trottel, als verkalkter Snob. Er war ein komischer Erich von Stroheim, der das Preußentum karikierte, der Lächerlichkeit preisgab. Jawohl, er hat jeden Quatsch mitgespielt, aber er spielte ihn gut." Und bei "Neue Deutsche Biografie" (Bayerischen Staatsbibliothek) kann man nachlesen: "Seine Gestaltungen verloren vor allem in den Filmen der 50er und 60er Jahre an überzeichnender Schärfe. An ihre Stelle trat eine manieristische Komik, die zuweilen die Grenze zur Albernheit streifte. Doch gerade diese Gestaltungen haben Meyerinck populär gemacht. Sein maliziöses Grinsen, seine schillernde Glatze und seine schnarrend-näselnde Überartikulation wurden zu Markenzeichen. Das Massenmedium machte sich popularisierend zu eigen, was der Kritiker Friedrich Luft als Wesenszug seiner Spielweise beschrieb: "Er turnte Ausdruck. Er strampelte Mitteilung mimisch, er konnte umwerfend komisch sein, aber eigentlich immer nur im Überdruck".5) Seine letzte Ruhestätte fand der legendäre Mime in einem Familiengrab auf dem Friedhof der Gemeinde Schladen bei Goslar. In Berlin Charlottenburg erinnert der "Meyerinckplatz" an einen Schauspieler, der mit seinem unverwechselbaren Spiel Filmgeschichte geschrieben hat. Das "Filmband in Gold" für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" konnte er 1968 entgegennehmen, ein "Bambi" (1967) belegt ebenfalls die Popularität des Schauspielers. |
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1) Link: Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP Quelle: 3) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 243) 5) Kasten, Jürgen, "Meyerinck, Hubert", in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 396 f. (Onlinefassung; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118581988.html) Lizenz Foto Hubert von Meyerinck: Die Schutzdauer für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Anmerkung: Das Atelier von Albert Zander und Siegmund Labisch war 1895 gegründet worden; die inaktive Firma wurde 1939 aus dem Handelsregister gelöscht. Externe Recherche ergab: Labisch wird ab 1938 nicht mehr in den amtlichen Einwohnerverzeichnissen aufgeführt, so dass sein Tod angenommen werden muss; Zander wiederum war laut Aktenlage ab 1899 nicht mehr aktiv am Atelier beteiligt und kommt somit nicht als Urheber dieses Fotos in Frage. |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.cyranos.ch,
www.welt-des-wissens.com
sowie "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 242/243); siehe auch Wikipedia Fotos bei film.virtual-history.com |
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