Filmografie
Hans Moser wurde am 6. August 1880 als Johann Julier und drittes Kind des französischstämmigen Ungarn bzw. Bildhauers Franz Julier (1838 – 1898) in Wien geboren; die Mutter Serafina (1852 – 1912) betrieb ein Milchgeschäft am Wiener Naschmarkt1). Aufgewachsen Wiener Gemeindebezirk Margareten1), träumte er bereits als Kind von der Bühne, die Eltern waren jedoch gegen eine Schauspielkarriere. Ihrem Wunsch entsprechend begann Sohn Johann zunächst eine Buchhalterlehre in einem Lederwarengeschäft. Doch der Drang auf "die Bretter, die die Welt bedeuten" war stärker, er nahm Sprechunterricht bei dem Burgschauspieler Josef Moser (1864 – 1936), aus aus Verehrung zu seinen Lehrer nahm er dessen Familiennamen als Künstlernamen an.
Hans Moser im Jahre 1902; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Erste Erfahrungen als Darsteller sammelte der junge Moser bei Wanderbühnen, 17-jährig verdingte er sich bei einem "Schmierentheater" im heute tschechischen Frýdek-Místek1). Er trat in mährischen und ungarischen Provinztheatern, in Varietes, im Zirkus und im Wurstelprater1) auf, schlug sich mehr schlecht als recht durch, wurde schon mal als Statist und Kulissenschieber eingesetzt oder trug Theaterzettel aus. 1897 erhielt er ein erstes festes Engagement am "Stadttheater Reichenberg"1) in Böhmen. Als er 1903 von Direktor Josef Jarno1) an das renommierte "Theater in der Josefstadt"1) verpflichtet wurde, schien der Durchbruch geschafft, doch aufgrund seiner Körpergröße – Moser war nur 1,57 groß – hatte er es schwer, als Charakterschauspieler Fuß zu fassen. Man hielt ihn für Liebhaber-Rollen, die seinem Alter entsprochen hätten, ungeeignet. Moser zog daher ab 1907 erneut mit Wanderbühnen durch die Regionen der Doppelmonarchie Österreich-Ungarns. Ab 1910 erhielt er kleinere Engagements an Wiener Revuetheatern und Kabaretts, erste Erfolge konnte Moser als Komiker 1913 an der Wiener Kellerbühne "Max & Moritz" im Wiener m St. Annahof1) verzeichnen. Während des 1. Weltkrieges wurde seine beginnende Karriere unterbrochen, da er zwischen 1915 und 1918 als Ersatz-Reserve-Infanterist in Italien, Polen und Russland Dienst tun musste.
Nach Kriegsende trat Moser zunächst wieder an Kleinkunstbühnen bzw. Kabaretts auf, unter anderem am "Budapester Orpheum"1), an der "Hölle"1), an dem von Hermann Leopoldi1) zusammen mit dem Conférencier Fritz Wiesenthal (1883/84 – 1936) gegründeten "Leopoldi-Wiesenthal" oder an Heinrich Eisenbachs1) "Intimem Theater" und schon bald machte er sich einen Namen als Charakterkomiker.  
 
Foto: Hans Moser im Jahre 1902
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
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1923 wurde Robert Stolz1) auf ihn aufmerksam und engagierte Moser für eine Revue im "Ronachertheater"1). Zwei Jahre später holte ihn Max Reinhardt1) (1873 – 1943) 1925 zurück an das "Theater in der Josefstadt", betraute ihn im gleichen Jahr bei den "Salzburger Festspielen"1) mit dem Part des "Vorwitz" in dem lyrischem Drama "Das Salzburger große Welttheater" von Hugo von Hofmannsthal1) an der Seite so bekannter Künstler wie Louis Rainer1) (der Tod), Friedrich Kühne (Widersacher), Wilhelm Dieterle (König), Lil Dagover (Schönheit), Helene Thimig (Weisheit), Oskar Homolka (Reicher), Josef Meth2) (Bauer) und Eugen Klöpfer (Bettler).
Das Salzburger Festspielpublikum erlebte Moser in weiteren Reinhardt-Inszenierungen, als ersten Aufwärter in dem Lustspiel "Der Diener zweier Herren"1) (1926) von Carlo Goldoni u. a. mit Hugo Thimig1) (Pantalone), Hans Thimig (Florindo), Hermann Thimig (Truffaldino) und Sybille Binder1) (Beatrice), als chinesischen Großkanzler Tartaglia in dem Märchenspiel "Turandot"1) (1926) von Carlo Gozzi1) mit Helene Thimig in der Titelrolle und als Zettel in der Shakespeare-Komödie "Ein Sommernachtstraum"1) (1927) mit u. a. Paul Hartmann (Theseus), Rosamond Pinchot (Hippolyta), Christa Tordy (Helena), Hans Thimig (Lysander) und Heinz Rühmann (Flaut). Im Rahmen einer nachfolgenden Gastspielreise in den USA gestaltete Moser 1927/28  ebenfalls diese Figur, so auch am New Yorker "Broadway"1), bei einer Tournee eroberte er zudem das kritische Berliner Publikum. Als 1927 in Salzburg die Strauss-Operette "Die Fledermaus"1) aufgeführt wurde – Bruno Walter1) stand am Dirigentenpult, Josef Hietz führte Regie – begeisterte Moser mit der Figur des Gerichtsdieners Frosch, Karl Ziegler1) bzw. Richard Tauber gaben den Gabriel von Eisenstein, Wanda Achsel1) die Rosalinde, Hans Duhan1) den Gefängnisdirektor Frank, Rosette Anday1) den Prinz Orlofsky, Fritzi Massary bzw. Paula Beck die Adele.
In Berlin und Wien glänzte Moser unter anderem in Stücken von Johann Nestroy1), Arthur Schnitzler1) und Ödon von Horváth1), seit Mitte der 1930er Jahre zeigte er sich nur noch selten als Theaterschauspieler – so zur Spielzeit 1938/39 am "Theater in der Josefstadt als Fortunatus Wurzel in dem Zaubermärchen "Der Bauer als Millionär"1) (Premiere: 24.01.1939) mit der Musik von Ferdinand Raimund1) oder 1939 in Salzburg als Titelheld Monsieur Jourdain in der von Heinz Hilpert1) in Szene gesetzten Moličre-Komödie "Der Bürger als Edelmann"1), danach stand er ausschließlich vor der Filmkamera.  

Hans Moser 1939 als Fortunatus Wurzel in "Der Bauer als Millionär"
am "Theater in der Josefstadt" in der Inszenierung von Heinz Hilpert1) → josefstadt.org
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Lothar Rübelt1); Datierung: 01.02.1939; © Lothar Rübelt / ÖNB Wien;
Bildarchiv Austria: Inventarnummer 003_39_029_01_072_B_1A_33

Hans Moser 1939 als Fortunatus Wurzel in "Der Bauer als Millionär" am "Theater in der Josefstadt" in der Inszenierung von Heinz Hilpert; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Lothar Rübelt; Datierung: 01.02.1939; Copyright Lothar Rübelt / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer 003_39_029_01_072_B_1A_33
Hans Moser als Polizeikonzipient in "Liliom" 1963 am "Burgtheater"; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 1963; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer FO600095/14 Nach Ende des 2. Weltkrieges übernahm er wieder zunehmend Bühnenrollen, so am "Salzburger Landestheater"1), seit 1947 wirkte er auch wieder am Wiener "Burgtheater"1), wo er besonders für seine überzeugende Verkörperung des liebevollen Vaters bzw. Violinspielers am Josefstädter Theater Hans Weiring in Arthur Schnitzlers "Liebelei"1) von Kritik und Publikum gleichermaßen positive Resonanz erfuhr. In Salzburg verkörperte er 1961 und 1962 "das hohe Alter" in Raimunds "Der Bauer als Millionär" (Regie: Rudolf Steinboeck1)) u. a. mit Josef Meinrad (Fortunatus Wurzel) und Käthe Gold (Fee Lacrimosa). Zudem entstand mit "Der Bauer als Millionär" (1961) eine Aufzeichnung bzw. Filmfassung der Salzburger Festspielaufführung. In der Posse mit Gesang "Höllenangst"1) von Johann Nestroy spielte er am "Theater in der Josefstadt" seit der Premiere (14.06.1961) den weinseligen Flickschuster Pfrim unter der Regie von Axel von Ambesser → josefstadt.org. Als himmlischer Polizeikonzipist in Molnárs "Liliom"1) stand der über 80-Jährige in einer Inszenierung von Kurt Meisel am 12. November 1963 im "Burgtheater" letztmalig auf der Bühne und erntete furiose Kritiken, ebenso wie Josef Meinrad in der Titelrolle.
  
Hans Moser als der Polizeikonzipient in "Liliom" 1963 am "Burgtheater"
Regie: Kurt Meisel (auch TV; 
→ weitere Besetzung IMDb)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 1963; 
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer FO600095/14
Moser wurde zum vielbeschäftigten Schauspieler und Komiker an den Wiener Bühnen, wo er nuschelnd, polternd, raunzend (österreichische Eigenart des Lästerns und Jammerns) und mit kreisenden Bewegungen kauzige Typen, meistens Diener oder andere Kleinbürger wie Greißler, Schneider und Hausknechte, aber auch Zirkusfiguren, verkörperte.1)
Seit Ende der 1910er Jahre war Moser mit kleinen Nebenrollen für den Stummfilm tätig, sein Leinwanddebüt hatte er 1918 als griesgrämiger Onkel Hans in dem stummen Steifen "Das Baby" gegeben. Trotz weiterer Rollen wie beispielweise als Notar in der Gottfried Keller-Adaption "Kleider machen Leute"1) (1921) oder als rabiater Antisemit  in "Die Stadt ohne Juden"1) (1924) nach dem Roman von Hugo Bettauer1) gelang ihm der Durchbruch zum populären Filmdarsteller zu dieser Zeit jedoch noch nicht. Erst mit dem Tonfilm konnte der nuschelnde Moser sein gesamtes komödiantisches Repertoire voll entfalten und startete knapp 50-jährig eine fulminante Filmkarriere. Nach der Rolle des Faktotums Kratochvil in dem Künstlermelodram "Liebling der Götter" (1930) erhielt er von Georg Jacobi in der musikalischen Komödie "Geld auf der Straße"3) (1930) erstmals eine größere Aufgabe, der ihm dann als Stadtrat Adolar Gabelmann in dem Lustspiel "Der verjüngte Adolar" (1931) endlich eine ersehnte Hauptrolle anvertraute. Mit dem Part des verarmten Onkels aus Amerika in dem Rühmann-Lustspiel "Man braucht kein Geld"1) (1932), der Figur des Pfandleihers Passenter in Willi Forsts Schubert-Film "Leise flehen meine Lieder"1) (1933) oder dem Gärtner Zacharias in dem Forst-Melodram "Maskerade"1) (1934) festigte Moser seinen Ruf als Leinwanddarsteller, avancierte rasch zum Publikumsliebling und drehte in den folgenden Jahren in rascher Folge zahlreiche Streifen, die ganz auf ihn zugeschnitten waren.
In zahlreichen Kinoproduktionen verkörperte er kleine Beamte, Diener, Pförtner oder sonstige kleinbürgerliche Existenzen, wie beispielsweise in "… nur ein Komödiant"1) (1935), "Burgtheater"1) (1936) oder "Konfetti"1) (1936). In E. W. Emos Komödie "Dreizehn Stühle"1) (1936) lief Moser als Trödler Alois Hofbauer an der Seite von Heinz Rühmann als Friseur Felix Rabe zur Hochform auf. "Man muss sehend und lachend erleben, welch einen hanebüchenen und eulenspiegelhaften Unfug die Zwei treiben, wie sie unerschöpflich an köstlichen und verrückten Einfällen sind, wie einer den anderen hetzt, so dass sie kurz vor dem überraschenden und glücklichen Ende mit vollem Recht in einer Irrenanstalt landen", notierte 1938 die "Filmwelt". Moser liebte es dabei besonders, Personen darzustellen, die im Laufe des Filmes eine starke Wandlung vollziehen. So spielt er in "Das Gäßchen zum Paradies"1) (1936) einen Hundefänger, der zum Hundefreund wird, in "Anton, der Letzte"1) (1939) einen grenzenlosen Bewunderer des Adels, der zum Anwalt des kleinen Mannes mutiert, in "Das Ferienkind"1) (1943) einen vergrämten Pensionisten, der einst seine eigene Tochter wegen der Wahl ihres Ehemannes verstoßen hatte und durch seinen Enkel zum liebevollen Großvater wird, und in "Der Herr Kanzleirat"1) (1948) einen alten Weiberfeind, der auf seine späten Tage einer jungen Frau verfällt. Die Kombination aus einzigartiger Mimik, Gestik und Sprache machte ihn zum unsterblichen Original, welches selbst das übelste Drehbuch noch in einen gern gesehenen Film verwandeln konnte.1)
Hans Moser 1942 (Schloss Güterfelde1)) anlässlich der Truppenbetreuung; Urheber: Willy Pragher; Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg; Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons

Bis Ende des Krieges tauchte Moser, mal als Protagonist, mal mit prägnanten Nebenrollen, in Streifen wie ""Menschen vom Varieté"1) (1939), "Rosen in Tirol"1) (1940), "Liebe ist zollfrei"1) (1941) und "Der Millionär"1) (1944) auf, in Paul Hörbiger (1894 – 1981) fand einen kongenialen Partner – Moser war der missmutige Grantler, Hörbiger der gemütliche Sympathieträger. Das Gespann spielte unter anderem gemeinsam in "Wir bitten zum Tanz"1) (1941), "Schrammeln"1) (1944), "Der Hofrat Geiger"1) (1947) und in "Ober zahlen"1) (1957). Vor allem mit Franz Antels Verwechslungskomödie "Hallo Dienstmann"1) (1952), gedreht nach einer Idee Hörbigers, zu dem Rudolf Österreicher1) das Drehbuch verfasst Hörbiger das Titellied geschrieben hatte, ist das Duo Moser/Hörbiger, dass auch privat eine enge Freundschaft verband, in nachhaltiger Erinnerung geblieben.
Während des Nazi-Regimes musste Moser sich von seiner jüdischen Frau Blanca Hirschler (1890 – 1974), die er am 5. August 1911 geheiratet hatte, trennen – sie wurde 1939 nach Budapest ausgewiesen; Moser hatte sich jedoch stets geweigert, sich scheiden zu lassen. Dass sie von den Nazi-Schergen verschont blieb, war der Beliebtheit des Volkskomikers zu verdanken, der neben Stars wie Hans Albers zu den Spitzenverdienern des deutschen Tonfilms zählte und sich nur selten wie mit Veit Harlans Persiflage auf die parlamentarische Demokratie "Mein Sohn der Herr Minister"1) (1937) in die NS-Propagandamaschinerie einspannen ließ. Nach dem Krieg lebte das Paar vorübergehend wieder zusammen, aus der Ehe stammte die 1913 geborene Tochter Margarete, genannt Grete. Nur mit einer Sondergenehmigungen konnte Moser während des Krieges seinem Schauspielerberuf nachgehen, Ende 1944 durfte Mosers Frau als "Ehren-Arierin" nach Wien zurückkehren. 
 
Hans Moser 1942 (Schloss Güterfelde1)) anlässlich der Truppenbetreuung
Urheber: Willy Pragher1); Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons

Mosers Beliebtheit blieb im Nachkriegsfilm ungebrochen, viele der rund sechzig Filme dieser Ära mit Rollen cholerischer Nörgler oder biestiger Faktotums waren ihm auf den Leib geschrieben worden. Ein anderer kongenialer Gegenpart neben Paul Hörbiger war Theo Lingen, mit dem Moser unter anderem in E. W. Emos Komödien "Der Theodor im Fußballtor"1) (1950) und "Jetzt schlägt's 13"1) (1950) auftrat. Bereits früher atte sich das "Traumpaar" Moser/Lingen mit Unterhaltungsstreifen wie "Die unruhigen Mädchen" (1937), "Es leuchten die Sterne"1) (1938), "Opernball"1) (1939) und "Wiener Blut"1) (1942) in die Herzen des Publikums gespielt.
Moser gehörte in den 1950er Jahren in Produktionen mit seichtem "Wiener Schmäh" wie "Kaisermanöver"1) (1954), "Die Deutschmeister"1) (1955) und "Kaiserball"1) (1956), oder Heimatschnulzen wie "Ja, Ja, die Liebe in Tirol"1) (1955), "Vier Mädels aus der Wachau"1) (1957) und "Die Lindenwirtin vom Donaustrand"1) (1957) zu den vielbeschäftigten Leinwanddarstellern, auch wenn einige Filme eher unbedeutend sind. In den Nestroy-Adaptionen "Einmal keine Sorgen haben"1) (1953) und "Lumpazivagabundus"1) (1956) oder den Remakes ehemaliger Filmerfolge "Die Drei von der Tankstelle"1) (1955) und "Der Kongreß tanzt"1) (1956) war er ebenso mit von der Partie wie in einigen typischen Klamauk-Streifen der 1950er Jahre, etwa "Meine Tante – deine Tante"1) (1956) oder "Ooh … diese Ferien"1) (1958). Mit seinen Altersrollen wandelten sich Mosers Figuren zunehmend ins tragikomische, beispielsweise in "Herrn Josefs letzte Liebe"1) (1959), als Kreithofer-Großvater machte er in "Der verkaufte Großvater"1) (1962) in der von Hans Albin verfilmten Volkskomödie von Anton Hamik Furore. Moser trat in unterhaltsame Produktionen wie "Die schöne Lügnerin"1) (1959) mit Romy Schneider in Erscheinung, war ein herrlich streitlustiger Bahnhofsvorsteher Ferdinand Schöberl in "Der Sündenbock von Spatzenhausen"1) (1959), spielte in "Mariandl"1) (1961) und "Mariandls Heimkehr"1) (1962) gemeinsam mit Cornelia Froboess und Rudolf Prack. In Géza von Cziffras Filmversion der Strauß-Operette "Die Fledermaus"1) gab er 1962 einmal mehr einen brillanten Gerichtsdiener Frosch – zugleich seine letzte Rolle in einer Kinoproduktion → Übersicht Kinofilme.

Hans Moser 1964
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Photo Simonus; Datierung: 1964
© Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer SIM 204

Hans Moser 1964; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Photo Simonus; Datierung: 1964; Copyright Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer SIM 204
Hans Moser 1964; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Photo Simonus; Datierung: um 1964; Copyright Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer SIM 208 Vereinzelt war Moser in seinen letzten Lebensjahren auch im Fernsehen präsent und bewies vor allem in Theateradaptionen, dass er mehr zu bieten hatte, als leichte Unterhaltungskost oder nur der grantige "Nuschler vom Dienst" zu sein. So erlebte man ihn unter anderem als den Zauberkönig in der von Erich Neuberg1) für den ORF inszenierten TV-Fassung von Ödön von Horváths Theaterstück "Geschichten aus dem Wienerwald"1) (EA: 01.04.1961), eine Figur, die Moser bereits bei der Uraufführung am 2. November 1931 am Berliner "Deutschen Theater"1) unter der Regie von Heinz Hilpert1) erfolgreich interpretiert hatte. Zur Berliner Besetzung gehörten damals Carola Neher (Marianne), Peter Lorre (Alfred), Paul Hörbiger (Rittmeister), Lucie Höflich (Valerie), Frida Richard (Großmutter), Lina Woiwode1) (Mutter), Heinrich Heilinger1) (Oskar), Felicitas Kobylanska (Ida), Josef Danegger1) (Havlitschek), Paul Dahlke (Erich), Elisabeth Neumann1) (Gnädige Frau), Hermann Wlach (Beichtvater) und Willy Trenk-Trebitsch1) (Hierlinger Ferdinand). Die erwähnte legendäre Aufführung von Nestroys Posse mit Gesang "Höllenangst"1) (Regie: Axel von Ambesser) am "Theater in der Josefstadt" mit Moser als trinkseligem Flickschuster Pfrim wurde 1961 aufgezeichnet, noch im gleichen Jahr ausgestrahlt und ist inzwischen auf DVD erhältlich. In "Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter" (EA: 21.02.1962) nach dem gleichnamigen Theaterstück1) von Fritz von Herzmanovsky-Orlando1) in der Bearbeitung Friedrich Torberg1) stellte Moser den Bahnwärter Franz Zwölfaxinger dar, Hans Holt erschien als Kaiser Joseph II. in der Maske eines schlichten, doch vornehmen Reisenden. 
    
Hans Moser um 1964
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Photo Simonus; Datierung: um 1964
© Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer SIM 208
John Olden1) verfilmte Arthur Schnitzlers Novelle "Leutnant Gustl"1) (EA: 26.03.1963) in der Dramatisierung von Ernst Lothar1), hier glänzte Moser als einfacher Bäckermeister Johann Habetswallner an der Seite von Peter Weck (Leutnant Gustav Wilfert), in weiteren Rollen waren unter anderem Christiane Hörbiger (Anna Riedl), Ewald Balser (Oberst Brunnthaler) und Ernst Stankowski (Oberleutnant Doschensky) zu sehen. Die genannte Aufführung von Franz Molnárs berühmter Vorstadtlegende "Liliom" (Regie: Kurt Meisel) aus dem Jahre 1963 am Wiener "Burgtheater" konnten die Fernsehzuschauer als Aufzeichnung (EA: 14.02.1963) ebenfalls erleben → Übersicht TV-Auftritte.
Auch als Sänger war Hans Moser erfolgreich, das Lied "Hallo Dienstmann" aus dem gleichnamigen Film1) wurde zum Hit. Viele bekannte alte Wiener Lieder mit dem Interpreten Hans Moser sind heute auf CD erhältlich, beispielsweise "I marschier mit meinem duli dulieh", "I kann mein Schlüsselloch net finden" oder der berühmte Song "Die Reblaus", erschienen ebenfalls auf der gleichnamigen Doppel-CD.
 
Der von Statur kleine Hans Moser war einer der ganz Großen, ein begnadeter Schauspieler, der in zahlreichen Rollen förmlich über sich hinaus wuchs. Zu seinem Markenzeichen wurde seine charakteristische, nuschelnde Sprache, die der Erzkomödiant publikumswirksam einzusetzen wusste. Wer der Mann hinter den Filmfiguren war, versuchte das rund einstündige filmische Porträt "Der ewige Dienstmann"4) zu beleuchten, welches Regisseur und Autor Wolfgang Liemberger1) für den "Österreichischen Rundfunk" (ORF) gedreht hatte und am 26. Oktober 2010 auch bei "3sat" gezeigt wurde. In zentraler Rolle führt die damals 84-jährige Nichte Hans Mosers, Lotte Michner, durch die einzelnen Lebensstationen des Ausnahmekünstlers, Weggefährten bzw. Bewunderer wie Waltraud Haas, Peter Weck, Christoph Waltz1), Senta Berger, Otto Schenk und Elfriede Ott1) kamen  zu Wort.
Der Kleinbürger als närrischer Misanthrop, der gern Schelm wäre, aber die Welt zu schlecht findet, das waren die Paraderollen von Hans Moser. Wenn er gallig über die Ordnungen "moserte", geriet er in "eine heftige, stolpernde, atemlose Art zu reden, in die Leute verfallen, die dem Sinn der Rede nicht nachkommen können", so Friedrich Luft1). Die Wörter des missmutig in die Welt blinzelnden Wiener Kauzes kamen schnell zu Fall oder wuchsen über den kleinen Mann hinaus. Er ließ Dampf ab, oft auch stumm, mit wegwerfenden, resignierten Gesten; wer ihn nicht verstand, sollte ihm die Stationsvorsteher-Uniform runterrutschen. Uniformiert trat der raunzige Querulant mit den schalkhaften Augen meist auf, seine Rollen als Fiaker, Kofferträger, Amtmann, Kammerdiener und Kellner waren auf seinen widerspenstig-beflissenen Leib geschrieben.5)
Hans Moser erlag am 19. Juni 1964 – wenige Wochen vor seinem 84. Geburtstag – im Wiener "Hanusch-Krankenhaus"1) den Folgen seiner Lungenkrebs-Erkrankung. Die Anteilnahme am Tode des beliebten Schauspielers war riesig, rund 5.000 Menschen folgten dem Sarg, der auf dem Wiener Zentralfriedhof1) in einem ein Ehrengrab beigesetzt wurde. Moses Witwe Blanca überlebte ihren Mannn um knapp 10 Jahre, starb am 20. Mai 1974 ebenfalls in Wien und wurde neben ihrem Mann bestattet → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. In einem Nachlass zu ihrem Testament verfügte sie die Einrichtung der "Hans und Blanca Moser-Stiftung", welche bis heute jedes Jahr Projekte junger Herz- und Krebsforscher finanziert bzw. deren Ausbildung fördert. Nach dem Tod der Mutter zog Tochter Margarete, welche nach ihrer Heirat (1935) mit dem rumänischen Kaufmann Martin Hasdeu nach Argentinien emigriert war, gegen die 1971 ausgesprochene Enterbung – Mutter und Tochter waren heillos zerstritten – vor Gericht. Erst nach 15 Jahren Gerichtsverhandlungen erhielt sie den Pflichtanteil des väterlichen Erbes von 12 Millionen Schilling, starb jedoch wenig später 1989 in Argentinien. Den größten Teil des Vermögens vermachte nun auch Margarete der "Hans und Blanca Moser-Stiftung".1)   

Hans Moser um 1950
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1950
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer Pf 388 D7

Hans Moser um 1950; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1950; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria: Inventarnummer Pf 388 D7
Anlässlich Mosers 100. Geburtstag im Jahre 1980 veranstaltete die Stadt Wien ein Symposium, im Wiener Gemeindebezirk Hietzing1) wurde am 28. Mai 2003 eine von Josef Lehner geschaffene, auf einem Granitsockel stehende Bronzebüste Mosers im 1998 benannten "Hans-Moser-Park" enthüllt → Foto bei Wikimedia Commons. Auch eine Gedenkplatte vor der ehemaligen "Moser-Villa" (Auhofstraße 76–78) in Wien-Hietzing, erinnert an den grandiosen Volksschauspieler; gewidmet wurde die Platte von der Republik Aserbaidschan, deren Botschaft heute in der Villa beheimatet ist. Eine weitere Gedenktafel befindet sich seit 1965 am Haus Rechte Wienzeile1) 93–95, mit der Inschrift "Hier stand das Haus "Zum schwarzen Bären", in dem am 6. August 1880 Johann Julier geboren wurde, der als Volksschauspieler Hans Moser in die Unsterblichkeit der Kunst eiuging"  → Foto bei Wikimedia Commons.
Das "Deutsche Theatermuseum"1) eröffnete am 1. Juli 2005 in München die Ausstellung "Hans Moser", die dem Publikum bis Anfang September einen Überblick über Hans Mosers Schaffen bot. Der damalige bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Thomas Goppel1) bezeichnete Moser in seiner Eröffnungsrede als einen "Volksschauspieler im besten Sinne und grandiosen Menschendarsteller" und sagte unter anderem weiter "Moser war ein Meister des Unfertigen in Gestik und Sprache. Seine Paraderolle war die des grantigen, kauzigen und nuschelnden Kerls, aber immer mit einem gutmütigen und weichen Kern. Das machte ihn zu einem unverwechselbaren Original".
   
Während seiner langen Karriere – insgesamt wirkte er in rund 150 Filmproduktionen mit – erhielt Hans Moser zahlreiche Auszeichnungen, so 1950 den "Ehrenring der Stadt Wien"1), 1961 die "Josef Kainz-Medaille"1), die "Goldene Ehrenadel" des Österreichischen Filmbundes und die Ernennung zum "Kammerschauspieler"1). 1962 ehrte man den Vollblutkomiker mit dem "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken für den deutschen Film".
Verschiedene Autoren haben Mosers Leben und Wirken nachgezeichnet, so beispielsweise Fritz Koselka1) in dem Buch "Ein kleiner grosser Mann. Hans Moser. Der Lebensweg des Menschen und des Künstlers", welches bereits 1946 erschien. Von Karin Wichmann stammt die 1980 in der "Heyne-Filmbibliothek" erschienene Biografie "Hans Moser. Seine Filme – sein Leben". Dodo Kresse und Michael Horvath1) publizierten 1994 "Nur ein Komödiant? Hans Moser in den Jahren 1938 bis 1945", Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel (Hrsg.), Mitarbeiterin des Wiener "Theatermuseums"1), und Ulrike Dembski im Oktober 2004 die Monographie "Hans Moser 1880–1964: Ich nuschel nicht".
"Mosers Wirken beschäftigte auch nachfolgende Schauspielergenerationen: Am 5. Februar 2010 fand im "Theater der Josefstadt" die Uraufführung von "Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes" statt, ein Stück aus der Feder des österreichischen Dramatikers Franzobel1). In dem Stück, das schon vor der Aufführung die Emotionen hochschaukelt – in einer Szene wirft sich Blanca, die jüdische Frau Hans Mosers, schamlos an den Hals von Hitler – spielte Erwin Steinhauer1) den alten Hans Moser und Sandra Cervik1) seine Frau Blanca. Franzobel sah das Stück gewissermaßen als ein Gedankenexperiment, das er gewollt zuspitzte und mit dem er bewusst provozierte. Hans Moser selbst hat ihn bereits in seinen Jugendtagen begleitet." (Quelle: deutschlandfunkkultur.de) → josefstadt.org
Siehe auch Wikipedia, www.dhm.de, cyranos.ch, filmportal.de, theatermuseum.at, deutschlandfunkkultur.de
Fotos bei virtual-history.com, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links (bzw. Quelle): 1)  Wikipedia, 2) Salzburg Wiki, 3) filmportal.de, 4) fernsehserien.de
Quelle: 5) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S.  251)
Genehmigung
/Lizenz Foto Hans Moser: Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
 
Filme
Kinofilme: Stummfilme / Tonfilme bis 1945 / Nachkriegsproduktionen
Fernsehen (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, geschichtewiki.wien.gv.at, Die Krimihomepage)
Stummfilme (Auszug) Tonfilme Fernsehen (Auszug)
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