Wirken am Theater (Auszug) / Filmografie
Paula (Anna Maria) Wessely wurde am 20. Januar 1907 als zweitälteste Tochter des Fleischhauers Carl Alfons Thaddäus Wessely und dessen Ehefrau Anna (geb. Orth) in der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Die Schwester ihres Vaters war die Burgschauspielerin Josephine Wessely1) (1860 – 1887), die mit nur 27 Jahren überraschend an den Folgen einer Krebserkrankung verstarb.
Ermutigt durch ihre Deutsch- und Geschichtelehrerin Madeleine Gutwenger begann die junge Paula mit 14 Jahren an der "Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst"1) eine Ausbildung zur Schauspielerin und erhielt im Wintersemester 1922/1923 ihren ersten Unterricht. Nach einem zweijährigen Besuch (1924–1926) des "Max-Reinhardt-Seminars"1) startete die Wienerin eine außergewöhnliche Theaterkarriere. Bereits 1924 hatte Paula Wessely am Wiener "Volkstheater"1) als Zofe in dem Lustspiel "Cyprienne" von Victorien Sardou1) an der Seite von Leopoldine Konstantin ihr Bühnendebüt gegeben, trat dort, aber auch am "Raimundtheater"1), bis 1926 vor allem in leichten Unterhaltungsstücken in Erscheinung. Nach einer Spielzeit (1926/27) am "Deutschen Theater"1) in Prag kehrte sie 1927 an das "Volkstheater" zurück, wechselte dann 1929 an das von Max Reinhardt1) (1873 – 1943) geleitete "Theater in der Josefstadt"1), das bis Anfang der 1950er Jahre ihre künstlerische Heimat bleiben sollte
Bereits ihre Antrittsrolle als "Kiki" in dem gleichnamigen Stück von André Picard bezeichnete die Reichspost als "die Sensation des Abends". (…) Bald darauf stand sie in Felix Saltens1) Schauspiel "Der Gemeine" neben Hans Moser, Adrienne Gessner und Attila Hörbiger wieder in einer Hauptrolle auf der Bühne. 1930 konnte sie erstmals bei den "Salzburger Festspielen"1) in einer prestigeträchtigen "Reinhardt"-Inszenierung auftreten. Sie spielte als Nachfolgerin von Helene Thimig die Luise in "Kabale und Liebe"1).2)

Paula Wessely, fotografiert von Franz Xaver Setzer1) (1886 – 1939)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier

Paula Wessely, fotografiert von Franz Xaver Setzer (1886 – 1939); Quelle: www.cyranos.ch
Paula Wessely 1930; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora (1881–1963) / Arthur Benda (1885–1969); Copyright ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205.030-D); Datierung: 03.04.1930 Ab 1932 spielte sie auch am ebenfalls zu den Reinhardt-Bühnen gehörenden "Deutschen Theater"1) Berlin.
Am 17. September 1932 feierte sie dort unter der Regie von Karlheinz Martin
1) als "Rose Bernd"1) von Gerhart Hauptmann1) ihren endgültigen Durchbruch. Die Begeisterung bei Publikum und Kritik war einhellig. Alfred Kerr1) schrieb im "Berliner Tagblatt" über sie: "Nur das Wort wunderbar ist möglich" und Werner Krauß sprach vom "größten schauspielerischen Eindruck, den ich je empfangen habe". Sie nahm, als das Publikum bereits während der Pause nach dem dritten Akt durchapplaudierte, zunächst allein und dann an der Seite von Gerhart Hauptmann, aus Anlass von dessen 70. Geburtstag das Schauspiel aufgeführt worden war, die Ovationen des Publikums entgegen. Weitere Rollen folgten. Großen Erfolg hatte sie ebenfalls Ende 1932 am "Theater an de Wien"1) mit der Titelrolle in der Operette "Sissy"1) von Fritz Kreisler1) als Elisabeth von Österreich-Ungarn an der Seite von Hans Jaray1) als Kaiser Franz Joseph1). Während sie für ihre Rolle in "Rose Bernd" intensiv die schlesische Mundart geübt hatte, unterzog sie sich zur Vorbereitung auf die völlig anders geartete Operette einem eigenen Gesangsstudium.
Am 20. Februar 1933 war sie als Christine unter der Regie von Paul Kalbeck
1) Hauptdarstellerin in der Premiere des Stücks "Liebelei"1) am "Theater in der Josefstadt". (…) Am 17. August 1933 stand sie bei den "Salzburger Festspielen" erstmals als Gretchen in "Faust"1) an der Seite von Ewald Balser vor dem Publikum und spielte diese Rolle fünf Sommer lang.2)

Paula Wessely 1930
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora1) (1881–1963) / Arthur Benda1) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205.030-D); Datierung: 03.04.1930

Nachdem Paula Wessely am "Deutschen Theater" seit der Premiere am 5. Oktober 1934 in der Inszenierung von Heinz Hilpert1) mit der Titelrolle der Jeanne d'Arc in dem Shaw-Drama "Die heilige Johanna"1) brilliert hatte, feierte sie zur Spielzeit 1938/39 einen noch größeren Triumph: Sie gestaltete, erneut unter der Regie von Heinz Hilpert, die tragische Titelheldin Dorothea Angermann in dem gleichnamigen Schauspiel1) von Gerhart Hauptmann1) (Premiere: 14.02.1939). "Paula Wessely bemitleidete sich nicht selbst und verlangte auch kein Mitleid vom Zuschauer. Sie, die Wienerin, ging hart durch eine verhärtete Welt. Kein Schrei entrang sich ihr. Kein Schmerz trat nach außen. (…) Sie nahm ihr Gefühl nach innen. Auch wenn sie sprach, enthüllte sie sich nicht. Sie schien neben sich herzugehen und sich selbst mit Schweigen zu strafen. Paula Wessely erreichte diesen Eindruck durch eine letzte Einfachheit. Ihre reichen Mittel, die Vielfalt ihrer Töne, die Kraft ihrer Gebärden, die sinnliche Fülle ihres Ausdrucks hielt sie zurück und spielte mit der stillen Größe der klassischen Tragödin. Oder besser: Sie spielte den Naturalismus in klassischer Zusammenfassung. Sie verleugnete nicht ihr volkstümliches Temperament, nicht die realistisch gesunde Grundlage ihrer Kunst. Aber sie führte den Naturalismus der Jahrhundertwende weiter, sie löste ihn aus dem Milieu, sie gab ihm Sparsamkeit und wenige andeutende Linien."
(Quelle: Herbert Ihering1): "Von Josef Kainz bis Paula Wessely. Schauspieler von gestern und heute"
(Heidelberg; Berlin; Leipzig: Hüthig, 1942;  S. 239 f.)

Paula Wessely 1930
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora1) (1881–1963) / Arthur Benda1) (1885–1969)
© ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205212-C); Datierung: 03.04.1930

Paula Wessely 1930: Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber: Atelier D'Ora-Benda (Madame d'Ora (1881–1963) / Arthur Benda (1885–1969); Copyright ÖNB/Wien, Bildarchiv (Inventarnummer 205212-C); Datierung: 03.04.1930
Portrait Paula Wessely um 1955; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1955; © ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4494:D (10) Nach Ende des 2. Weltkrieges gehörte Paula Wessely seit 1953 fest zum Ensemble des Wiener "Burgtheaters"1). Im Laufe ihrer gesamten Bühnenkarriere stand die Schauspielerin, die gerne als die "österreichische Duse" bezeichnet wurde, in etlichen großen Frauenrollen auf der Bühne, etwa als Gretchen in Goethes "Faust"1), als Lessings "Minna von Barnhelm"1), als Jagos Frau Emilia in Shakespeares "Othello"1) (1964/65, Regie: Fritz Kortner) oder als Schiller'sche "Maria Stuart"1). Sie brillierte gleichermaßen in Stücken von Tennessee Williams1) (u. a. Amanda Wingfield in "Die Glasmenagerie"1)), Henrik Ibsen1) (u. a. Ellida in "Die Frau vom Meer"1) und Ella Rentheim in "John Gabriel Borkman"1)) oder Hugo von Hofmannsthal1) – in ihrer rund 60-jährigen Schauspielerinnenkarriere gab Paula Wessely fast das gesamte klassische Repertoire, oft neben ihrem Mann Attila Hörbiger. An seiner Seite überzeugte sie seit Ende der 1950er Jahre sowohl am "Burgtheater" als auch im Rahmen umjubelter Tourneen als geduldige Gattin Nora Melody in dem Familiendrama "Fast ein Poet" von Eugene O'Neill1) (Attila Hörbiger als heruntergekommener, tyrannischer Major a. D. bzw. Kneipenwirt Cornelius Melody) oder als ungetreue Gattin Genia Hofreiter in der Tragikomödie "Das weite Land"1) von Arthur Schnitzler1) (Attila Hörbiger als Friedrich Hofreiter).


Portrait Paula Wessely um 1955
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1955
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer Pf 4494:D (10)
Zu Paula Wesselys letzten Auftritten am "Burgtheater" zählte die Figur der Baronin in dem Lustspiel "Der Unbestechliche"1) von Hugo von Hofmannsthal, unter anderem mit Karlheinz Hackl als Jaromir, Sohn der Baronin, und Josef Meinrad als dessen Diener Theodor (Regie: Rudolf Steinboeck1); Premiere: 17.04.1983) sowie "die Hoffnung" in der Zauberposse "Der Diamant des Geisterkönigs"1) von Ferdinand Raimund1) (Regie: Hans Hollmann1); Premiere: 13.10.1984), einmal mehr gemeinsam mit Ehemann Attila Hörbiger, der "den Winter" darstellte. Mit dem Tod ihres Mannes (27. April 1987) beendete Paula Wessely ihre Bühnenlaufbahn.
Die letzte Schauspielpremiere ihres Lebens war "Der Diamant des Geisterkönigs" von Ferdinand Raimund. Es folgten eine Reihe umjubelter Leseabende. Mit einer Lesung anlässlich ihres 80. Geburtstages im Januar 1987 verabschiedete sich die Wessely im Wiener "Akademietheater"1) von ihrem Publikum. Im April starb Attila Hörbiger. Im selben Jahr erhielt sie den Titel der "Burgtheater-Doyenne"
1), welcher der dienstältesten Schauspielerin des Theaters zusteht. Am 5. November 1987 war ihr letzter Auftritt, als sie Texte von Goethe, Brecht, Nestroy, Hilde Spiel1) und Jeannie Ebner1) vortrug.2) → Übersicht Wirken am Theater (Auszug)
Für den Film wurde die Schauspielerin Anfang der 1030er Jahre "entdeckt" und war erstmals als Fräulein Leopoldine Dur bzw. der weiblichen Hauptrolle in Willi Forsts hochgelobtem Klassiker "Maskerade"1) (1934) als Partnerin von Adolf Wohlbrück auf der Leinwand zu sehen. Schnell avancierte sie zu einer beliebten Volksschauspielerin, die mit frischem, ungekünsteltem Wiener Charme und warmem, natürlichem Spiel bestach und in gefühlvollen Melodramen zu sehen war. Sie spielte fortan im Nazi-Propagandafilm in der "gehobenen Spielklasse" eine zentrale Rolle und wurde zur höchstbezahlten Diva des "Dritten Reiches". Ihre Filmauftritte blieben aufgrund ihrer intensiven Theaterarbeit überschaubar, aber um so wirkungsvoller. Ihre Partner hießen Gustaf Gründgens, Willy Birgel, Rudolf Forster und Attila Hörbiger, den sie am 23. November 1935 auch ehelichte und mit dem sie ein beliebtes Bühnen- und Film-Paar bildete; ein Angebot aus Hollywood schlug sie aus.
Eine volksdeutsche "Edelgermanin" bzw. eine von Polen verfolgte Deutsche emimte die Österreicherin 1941 in Ucickys Streifen "Heimkehr"1), einem anti-polnischen Hetz- und Propagandafilm der Nazis. Für diese "Entgleisung" erhielt sie 1945 durch die Amerikaner in Wien Auftrittsverbot, aber im Gegensatz zu vielen der durch das "Dritte Reich" kompromittierten Künstler besaß die Wessely später die Größe ohne Ausreden einzugestehen, dass sie sich dafür schäme, nicht genügend Mut aufgebracht zu haben, den Missbrauch ihrer Person zu verhindern. 

Portrait Paula Wessely um 1940
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1940
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 1599/2)

Portrait Paula Wessely um 1940; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt: um 1940; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 1599/2
Bereits 1948 war sie als Henriette Stein wieder in der Literaturadaption "Der Engel mit der Posaune"1) auf der Leinwand präsent und übernahm im Nachkriegskino vor allem Rollen in heiter-volkstümlichen Unterhaltungsfilmen, so unter anderem 1955 als Maria Lindner bzw. Fürstin Pia Maria in der Verwechslungskomödie von Theo Lingen (Regie) "Die Wirtin zur Goldenen Krone"1). Mitunter zeigte sie sich aber auch in sozialkritischen Produktionen wie als verwitwete Sozialarbeiterin Luise Gottschalk, die sich in in "Unter Achtzehn"1) (1957) um Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen kümmert, oder als Mutter Christa Teichmann in "Anders als du und ich (§ 175)"1) (1957) mit dem Regisseur Veit Harlan die diskriminierend Homosexualität thematisierte. Ab den 1960er Jahren zog sich Paula Wessely, die verschiedentlich auch als Produzentin fungierte, vom Filmgeschäft zurück, letztmalig sah man sie 1961 in zwei Filmfassungen der Salzburger Festspielaufführungen im Kino, als "die Zufriedenheit" in "Der Bauer als Millionär"1) sowie als "der Glaube" in "Jedermann"1) mit Walther Reyer in der Titelrolle. Paula Wessely trat auch noch gelegentlich im Fernsehen auf, konzentrierte sich jedoch vordringlich auf ihre Theaterarbeit → Übersicht Filmografie.
Paula Wessely um 1940; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt: Datierung: um 1940; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 1599/1) Verschiedenste Auszeichnungen und Ehrungen belegen die herausragende Stellung der Kammerschauspielerin Paula Wessly, die vor allem am Theater mit ihrem unverwechselbaren Stil prägende Spuren hinterließ. 1949 konnte sie den 1930 von der "Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger"1) (GDBA) gestifteten "Max-Reinhardt-Ring" entgegen nehmen, 1960 die "Kainz-Medaille"1) und 1978 als erste Trägerin den "Alma-Seidler-Ring"1), das weibliche Pendant zu dem berühmten "Iffland-Ring"1). 1963 würdigte die Republik Österreich ihre Leistungen mit dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse"1), 1967 folgte die "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien1) in Gold", 1982 der "Ehrenring der Stadt Wien"1). Als Leinwanddarstellerin erhielt sie bereits 1935 anlässlich der "Filmfestspiele von Venedig"1) den "Coppa Volpi"1) als "Beste Schauspielerin" für ihre Darstellung der verarmten Wiener Kunstgewerbeschülerin Valerie Gärtner in dem von Walter Reisch1) realisierten Meisterwerk "Episode"1), auch der begehrte Medienpreis "Bambi"1) zählte seit 1962 zu ihren Trophäen. Zuletzt überreichte man ihr 1984 das "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im Deutschen Film" → Auszeichnungen bei Wikipedia.
 

Paula Wessely um 1940
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: um 1940
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 1599/1)

Die große Charaktermimin Paula Wessely, welche die letzten Jahre zunehmend geplagt von Altersdepressionen zurückgezogen in ihrem Haus in Grinzing1) am Stadtrand von Wien zusammen mit ihrer Tochter Maresa und deren Sohn lebte, starb am 11. Mai 2000 im Alter von 93 Jahren in ihrer Geburtsstadt Wien – im April 2000 war sie aufgrund einer schweren Bronchitis in das "Hartmannspital"1) eingeliefert worden. Die Beisetzung erfolgte am 22. Mai auf dem Grinzinger Friedhof1) (Gruppe 6, Reihe 3, Nummer 3) in einem ihr ehrenhalber gewidmeten Grab an der Seite ihres Mannes Attila Hörbiger. In ihrer letztwilligen Verfügung hatte Paula Wessely festgehalten, dass sie von einer für Ehrenmitglieder vorgesehenen Verabschiedung auf der "Feststiege" des "Burgtheaters" Abstand zu nehmen wünsche. An der schlichten Messe in der Pfarrkirche Grinzing1) nahmen nur ihre Familie und wenige Freunde und Kollegen teil.2) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de.
DER SPIEGEL notierte anlässlich des Todes unter anderem: "Selbst in Momenten größter Tragik hat sie ihren Figuren Poesie und Würde verliehen: Paula Wessely wurde mit ihrem eindringlichen Spiel und ihrer unvergleichlichen Sprachkunst schon zu Lebzeiten zu einer Legende auf allen Bühnen." Und Dr. Sibylle Fritsch schrieb bei welt.de in dem Nachruf "Eine Erforscherin der letzten Seelenwinkel": "Die Wessely galt als eine "Schwierige" – vor allem deshalb, weil sie eine harte Arbeiterin war, sich in Selbstkritik quälte und in ebendiesem Maß von den Kollegen Genauigkeit und Disziplin verlangte. "Keine Sentenz kommt über die Lippen, die nicht tief durchdacht und erfasst ist, kein Wort bekommt Klang, ehe die Melodie gefunden ist, die den Sinn verdeutlicht", beschrieb Werner Hinz, ihr Filmpartner in "Das Herz muß schweigen"1), ihre Arbeitsweise."

Paula Wessely 1967 an ihrem 60. Geburtstag
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Ungenannt: Datierung: 18.01.1967
© ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer FO400357/01)

Paula Wessely 1967 an ihrem 60. Geburtstag; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Ungenannt: Datierung: 18.01.1967; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer FO400357/01)
Ihre drei Töchter aus der Verbindung mit Attila Hörbiger, Elisabeth Orth (geb. 1936), Christiane Hörbiger (geb. 1938) und Maresa Hörbiger1) (geb. 1945) sind ebenfalls anerkannte und erfolgreiche Schauspielerinnen. Die Schauspielertradition führen Elisabeth Orths 1969 geborener Sohn Cornelius Obonya1) sowie Enkel Manuel Witting1), der 1977 geborene Sohn von Maresa Hörbiger, fort und entschieden sich für eine Theater- bzw. Filmkarriere → Stammbaum der Schauspieler-Dynastie Hörbiger bei Wikipedia
Paula Wessely um 1985; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1985; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 120/6) Den schriftlichen Nachlass von Paula Wessely übergaben ihre Töchter 2005 dem "Österreichischen Theatermuseum"1), wo dieser in Vorbereitung einer Sonderausstellung zum 100. Geburtstag am 20. Januar 2007 wissenschaftlich aufgearbeitet wurde. Die Ausstellung "Die Rollen der Paula Wessely – Spiegel ihrer selbst" fand vom 1. März bis 2. September 2007 statt und dokumentierte das gesamte Schaffen dieser für das 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum wohl einzigartigen Schauspielerin. Ein "Paula-Wessely-Archiv" mit einer Sammlung unter anderem von Kritiken, Rollen-, Szenenfotos und Rollenbüchern zu Theateraufführungen in Berlin und Wien befindet sich zudem in der Berliner "Akademie der Künste"1), deren Mitglied sie seit 1961 in der Sektion "Darstellende Kunst" war. 2002 wurde im Wiener Gemeindebezirk Döbling1) bzw. im Stadtteil Grinzing der "Paula-Wessely-Weg" nach ihr benannt.

Paula Wessely um 1985
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak → Bildarchiv Austria; Datierung: um 1985
© Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 120/6)

Von Dr. Kurt Ifkovits, Mitarbeiter des "Theatermuseums", erschien im März 2007 das Buch "Die Rollen der Paula Wessely. Spiegel ihrer selbst", in dem der Autor erstmals nicht nur die Rollen der Paula Wessely in Theater und Film beleuchtet, sondern auch die verschiedenen Rollen, die sie in der Öffentlichkeit einnahm. Bereits 1975 hatte Wessely-Tochter Elisabeth Orth die Biografie "Märchen ihres Lebens. Meine Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger" veröffentlicht, von Edda Fuhrich stammt das 1985 erschienene Werk "Paula Wessely, Attila Hörbiger. Ihr Leben – ihr Spiel. Eine Dokumentation". Ein weiteres Buch, dass sich mit dem Leben der Theater- und Filmlegende Paula Wessely beschäftigt ist unter anderem "Paula Wessely. Die verdrängten Jahre" (1996) von Maria Steiner.
Textbausteine des Kurzportraits aus:
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 388/389)
Siehe auch Wikipedia, cyranos.ch, filmportal.de, geschichtewiki.wien.gv.at sowie
das Interview aus dem Jahre 1971 bei elfriedejelinek.com
Fotos bei www.virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) filmporal.de
Quelle: 2) Wikipedia (abgerufen 03.12.2011 bzw. 20.07.2019)
Lizenz Foto Paula Wessely (Urheber: Franz Xaver Setzer): Der Urheber dieses Werks ist 1939 gestorben; es ist daher
gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle (unter anderem): "Henschel Theaterlexikon",
 Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010,S. 933/934) sowie
Archive "Theater in der Josefstadt", "Salzburger Festspiele",
Berliner "Akademie der Künste" → Paula-Wessely-Archiv
(Fremde Links: Wikipedia, whoswho.de, lagis-hessen.de; 
R = Regie, UA = Uraufführung, DSE = deutschsprachige Erstaufführung)
Wiener "Volkstheater" "Deutsches Theater", Berlin, zur Spielzeit … Wiener "Theater in der Josefstadt", zur Spielzeit …
(Info zur Besetzung bei josefstadt.org)
Wiener "Burgtheater" / "Akademietheater", zur Spielzeit … "Bad Hersfelder Festspiele" Hamburger "Thalia Theater" (Gastspiele), zur Spielzeit … "Salzburger Festspiele"
   
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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