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Attila Hörbiger wurde am 21. April 1896 als Sohn des Ingenieurs Hanns Hörbiger1)
(1860 1931),
dem Begründer der umstrittenen "Weisheitslehre", im ungarischen Budapest
geboren; die Familie stammte aus der "Hörbig" in Tirol, der
Urgroßvater war ein bekannter Orgelbauer gewesen. Attila war der ältere Bruder des ebenfalls berühmten
Paul Hörbiger2)
(1894 1981),
mit dem er jahrelang verfeindet war und sich erst im hohen Alter
aussöhnte.
Auf der Bühne hatte Hörbiger als vitaler Naturbursche und jugendlicher Liebhaber begonnen, erst relativ spät konnte er sich als sensibler und differenzierter Charakterdarsteller beweisen. Lange stand er im Schatten seines Bruders Paul Hörbiger, war schließlich jedoch ebenso populär wie dieser. Auf der Bühne sah man ihn oft an der Seite seiner Frau Paula Wessely, unter anderem mehr als vierzig Mal mit der Rolle des "Dunois" in Shaws "Die Heilige Johanna". Er brillierte als "Wilhelm Tell" oder "Egmont" ebenso wie als "Petrucchio" in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" oder als "Hassenreuther" in Hauptmanns "Die Ratten". Er glänzte unter anderem in Tolstois "Und das Licht scheint in der Finsternis", als "Rudolf von Habsburg"" in Grillparzers "König Ottokars Glück und Ende" oder später als der alte Galotti in Lessings "Emilia Galotti". Zu Hörbigers weiterem herausragenden Rollenrepertoire zählen beispielsweise der "Miller" in Schillers "Kabale und Liebe", der "Rudolf" in Grillparzers "Bruderzwist", der Pianist Heink in Bahrs "Konzert", einem Stück, mit dem er 1966 mit seiner Tochter Christiane als Gegenspielerin auf Tournee ging. Eine Glanzrolle war auch der "Melody" in O'Neills "Fast ein Poet", für den er bereits im November 1959 mit der Wiener " Josef-Kainz-Medaille" ausgezeichnet wurde. Bei den Salzburger Festspielen trat er viele Jahre als "Jedermann" auf, seine letzte Rolle war 1985 die "Allegorie des Winters" in Raimunds Zauberspiel "Der Diamant des Geisterkönigs". Beim Film begann Attila Hörbiger 1922 zunächst als Statist in "Sodom und Gomorra", weitere kleinere Rollen folgten, in denen er in den 20er Jahren oft den Bösewicht, Kraftmenschen und herrischen Herrn verkörperte. Seine erste Hauptrolle spielte er 1931 als Franz in dem Preminger-Film "Die Große Liebe", wo er einen späten Kriegsheimkehrers mimte, der von einer alten Frau als Sohn "adoptiert" wird. Zwar hatte der Schauspieler 1936 in "Mädchenpensionat" eine sympathische Rolle, doch sein Image war fest mit dem "Kraft- und Saft-Lackel", wie es Willi Forst einmal formulierte, verbunden. Einen besonderen Filmerfolg hatte Hörbiger 1937 als Partner seiner Frau in dem Film "Die Julika", bis Ende der 40er Jahre folgten Kinoerfolge wie "Frau am Strom" (1939), "Grenzfeuer" (1939), "Donauschiffer" (1940), "Im Schatten des Berges" (1940), "Späte Liebe" (1943), "Die kluge Marianne" (1943), "Das unsterbliche Antlitz" (1948), "Der Angeklagte hat das Wort" (1948), "Der Engel mit der Posaune" (1948) oder "Vagabunden der Liebe" (1949). Viele Jahre später wurde Hörbiger noch zum Vorwurf gemacht, er habe in der Nazizeit zur Spitzengruppe regimekonformer Filmschauspieler gehört und unter anderem in Propagandafilmen wie "Heimkehr" (1943) mitgewirkt. Auf der anderen Seite wurde darauf verwiesen, dass das politisch eher naive Ehepaar Hörbiger auch in der Nazizeit verfolgten Kollegen die Treue gehalten habe. Mit männlicher Entschlossenheit gab Hörbiger Landwirte und Rittmeister, wie 1936 den Karl von Tamassy in "Ernte"; er stellte Soldaten, Zirkusartisten, Gebirgsbauern, Abenteurer oder Bergsteiger dar aber mit zunehmendem Alter auch immer häufiger skurrile Typen oder versoffene Domestiken. Wo er als in sich gekehrter Mann nicht brutal sein musste, fand er Nuancen, wie die souveräne, wegwerfende Geste. Den Höhepunkt seiner dramatischer Spannkraft erreichte Hörbiger 1950 als Schalanter in "Das vierte Gebot" nach dem gleichnamigen Volksstück von Ludwig Anzengruber; mit naturalistischen Ausdrucksmitteln veranschaulichte der Schauspieler hier den Abstieg eines bürgerlichen Handwerkers zum Asozialen und Alkoholiker und zum gescheiterten Vater. Wieder in einer Adaption eines Volksstücks von Anzengruber war er dann 1956 als aufrechter und menschlich anständiger Zöllner in "Der Meineidbauer" auf der Leinwand zu sehen. Mit "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", einer filmischen Aufzeichnung einer Burgtheaterinszenierung von Rudolf Steinboeck, bewies Hörbiger 1965 welch grandioser Nestroy-und Raimund-Interpret er war. 1977 war er dann als liebenswerter alter Mann in Jasny's "Rückkehr" (Episode: "Die Rückkehr des alten Herrn") auf der Leinwand zu sehen und hatte damit einen letzten großen Kinoerfolg.Attila Hörbiger, der seit 1950 österreichischer Kammerschauspieler war, starb am 27. April 1987 wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag in seinem Heim in Wien-Grinzing. Seine letzte Ruhestätte fand er in Wien auf dem Grinzinger Friedhof in einem ihm ehrenhalber gewidmeten Grab, auch seine Frau Paula Wessely wurde dort beigesetzt. Hörbiger hat alle Auszeichnungen erhalten, die ein Schauspieler in
Österreich erhalten kann: Unter anderem wurde er 1950 zum
Kammerschauspieler ernannt,
1954 erhielt er das Bundesverdienstkreuz der BRD, 1961 den Ehrenring der
Stadt Wien; seit 1963 trug er anlässlich des Burgtheater-Jubiläums den
Professoren-Titel, 1966 überreichte man ihm den
"Grillparzer-Ring". 1971 verlieh ihm sein Heimatland das Österreichische
Ehrenkreuz 1. Klasse für Wissenschaft und Kunst, im gleichen Jahr
wurde er Ehrenmitglied des Burgtheaters und 1977 verlieh man ihm das
"Große Goldene Ehrenzeichen" für Verdienste um die Republik
Österreich; 1985 wurde Hörbiger mit dem "Raimund-Ring" ausgezeichnet, außerdem war er Träger der
"Kainz-Medaille"
sowie des "Nestroy-Ringes". |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser Webpräsenz | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Textpassagen der Biografie aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz |
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Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
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