Christiane Hörbiger 01; Copyright Virginia Shue Christiane Hörbiger wurde am 13. Oktober 1938 als Tochter des Schauspielerehepaares Attila Hörbiger (1896 – 1987) und Paula Wessely (1907 – 2000) in Wien geboren. Nach dem Besuch einer Klosterschule sowie anschließendem Realgymnasium, absolvierte sie eine Handelsschule in ihrer Geburtsstadt und verließ diese mit Diplom. Danach machte sie gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter eine Schauspielausbildung am Wiener "Max-Reinhardt-Seminar"1) und nahm anschließend Tanz- und Gesangsunterricht; wichtige Mentoren ihrer Bühnenkarriere waren Alma Seidler1) und Leopold Lindtberg1). 1957 gab Christiane Hörbiger am Wiener "Burgtheater" ihr Bühnendebüt – wenn auch zunächst noch nicht so recht erfolgreich – als Recha in Lessings "Nathan der Weise"1). Das Debüt der 18-Jährigen kommentierte der damalige Wiener Theaterkritiker Paul Blaha1) mit der vernichtenden Bemerkung "Die unbegabte Tochter der Paula Wessely", was sich jedoch als Fehleinschätzung erweisen sollte. Bis 1966 gehörte Christiane Hörbiger zum Ensemble des berühmten Theaters, von 1967 bis 1985 war sie Mitglied des Ensembles des "Zürcher Schauspielhauses".
 
  
Das Foto, welches 1985 bei den Dreharbeiten zu "Die Guldenburgs" entstand,
 wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Dazwischen lagen Engagements an so bedeutenden deutschsprachigen Bühnen wie Heidelberg, München oder bei den "Salzburger Festspielen". In Heidelberg beispielsweise brillierte sie als Klärchen in Goethes "Egmont"1), in Goldonis "Mirandolina"1) oder in Nestroys "Einen Jux will er sich machen"1), bei den "Salzburger Festspielen" stand sie erstmals 1961 als Lottchen gemeinsam mit ihrer Mutter Paula Wessely in Ferdinand Raimunds "Der Bauer als Millionär"1) auf der Bühne. Dann kam sie wieder an das "Burgtheater" zurück und spielte dort noch einmal die schwierige Rolle der Recha – diesmal mit überwältigendem Erfolg. Zwischen 1969 und 1971 beeindruckte sie bei bei den "Salzburger Festspielen" als Buhlschaft in "Jedermann"1) von Hugo von Hofmannsthal. Zu den weiteren großen Bühnenerfolgen zählen unter anderem die Rolle der Kathy in Nestroys "Der Zerrissene"1), die Luise in "Kabale und Liebe"1), die Elisabeth1) in "Maria Stuart"1) – beide von Schiller – oder die Candide nach dem Roman "Candide oder der Optimismus"1) von Voltaire.
In dem Musical "Kiss me Kate"1) begeisterte Christiane Hörbiger Ende der 1960er Jahre am "Zürcher Schauspielhaus" mit der Titelrolle das Publikum. Hier feierte sie auch Erfolge unter anderem als Arkadina in Tschechows "Die Möwe"1), als Yse in Paul Claudels1) "Mittagswende" oder als Alte in Ionescos "Die Stühle"1). Nachhaltigen Eindruck hinterließ sie darüber hinaus als Genia Hofreiter in Schnitzlers Tragikomödie "Das weite Land"1), die sie 1988 in einer Inszenierung von Hans Hollmann1) gestaltete; bereits 1980 hatte sie diese Figur bei den "Salzburger Festspielen" unter der Regie von Maximilian Schell verkörpert. 
 
Ihr Leinwanddebüt gab Christiane Hörbiger Mitte der 1950er Jahre als Marie in Eduard von Borsodys "Der Major und die Stiere", man sah sie beispielsweise 1956 als Baroness Mary Vetsera1) in "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe"1) neben Rudolf Prack oder 1961 in der Filmversion von "Der Bauer als Millionär". Ihren größten Kinoerfolg hatte Christiane Hörbiger erst recht spät mit ihrer Rolle der bornierten Göring-Nichte Freya von Hepp in Helmut Dietls Skandalgeschichte um die Hitler-Tagebücher "Schtonk!"1) (1992), für die sie für einen Oscar nominiert wurde. Ein Jahr später sah man die Schauspielerin als Karoline Gschwantner neben Otto Schenk in "Tafelspitz"1), einem Film der bereits 1949 mit Paul Hörbiger und Hans Moser in die Kinos gekommen war. 1994 agierte sie neben Harald Juhnke als dessen Ehefrau Lore Kuballa in der Screwball-Comedy "Alles auf Anfang" auf der Leinwand und wurde für ihre Leistung mit dem "Deutschen Filmpreis" geehrt. 2000 übernahm sie die Rolle der Trixi Jancik in Paul Harathers bitterbösen Komödie "Die Gottesanbeterin"2), einer makabren Geschichte über eine geplagte Hausfrau, die von Männern schlecht behandelt wird und diese nach und nach mit einem giftigen Medikamenten-Cocktail ins Jenseits befördert. Mehr zufällig als gewollt erfährt der "Todesengel" durch seine Morde einen gesellschaftlichen Aufstieg. 
Nach längerer Leinwandabstinenz sah man Christiane Hörbiger in den letzten Jahren auch wieder im Kino, allerdings diesmal mit einer ganz anders gearteten Rolle: Im März 2006 kam ein Remake der unterhaltsamen Geschichte um den "Räuber Hotzenplotz"1) nach den legendären Erfolgsbüchern der Hotzenplotz-Trilogie von Otfried Preußler in die Kinos. Gernot Roll hatte das Märchen mit Armin Rohde als "Räuber Hotzenplotz" in Szene gesetzt, der sich als würdiger Nachfolger von Gert Fröbe erwies, welcher diese Rolle bereits 1974 unter der Regie von Gustav Ehmck verkörperte. Auch Christiane Hörbiger stand ihrer Vorgängerin Lina Carstens als etwas kurzsichtige, gutmütige Großmutter, deren geliebte Kaffeemühle von dem zotteligen Räuber gestohlen worden ist, in nichts nach.
Auf dem Bildschirm sahen die Zuschauer die sympathische Schauspielerin seit Anfang der 1960er Jahre; so spielte sie beispielsweise 1964 die Titelrolle in "Katharina Knie", 1976 agierte sie in "Hund im Hirn", 1982 war sie die Mrs. Matthews in "Mrs. Harris – Ein Kleid von Dior" neben Inge Meysel als "Mrs. Harris". Einen ungeheuren Publikumserfolg brachte ihr ab 1986 die Figur der Christine von Guldenburg in der beliebten TV-Serie "Das Erbe der Guldenburgs"1) ein, der ab 1997 mit der Hauptrolle der Dr. Julia Laubach in "Julia – Eine ungewöhnliche Frau"1) noch überboten wurde und mit der sie endgültig zur "Grande Dame" des Fernsehens avancierte. Neben Peter Bongartz als ihrem Film-Ehemann gab sie die Bezirksrichterin Dr. Julia Laubach als starke, humorvolle Frau mit Würde und Contenance, die selbst ihrem Zorn keinen unüberlegten Lauf lässt.

Das Foto, welches 1985 bei den Dreharbeiten zu "Die Guldenburgs" entstand,
 wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Christiane Hörbiger 02; Copyright Virginia Shue
In jüngerer Zeit erlebten die Fernsehzuschauer die attraktive und beliebte Schauspielerin beispielsweise 2001 in dem Liebesfilm "Klaras Hochzeit"2), in Götz George scheint Christiane Hörbiger einen "Traumpartner" gefunden zu haben, für viele gelten beide als das neue Fernseh-Liebespaar: Bereits in "Schtonk" hatten beide 1992 als schräges Liebespaar brilliert, in Matthias Glasners Krimi "Schimanski muss leiden"2) hatte sie 2000 eine Film-Affäre mit dem charismatischen Schauspieler und erhielt ein Jahr später einen "Adolf-Grimme-Spezialpreis" für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen. Die "Grimme"-Jury schrieb in ihrer Begründung: "Leidenschaft bot sie auch: ihre Krimi-Affäre mit Götz George als Schimanski – ihr mal unsicheres, dann auftrumpfendes Auftreten und diese poröse und gleichzeitig massive Affäre fesselten die Zuschauer: die Hörbiger und der George wurden so zum Fernseh-Liebespaar des Jahres. Aber dafür gibt es ja leider noch keinen Adolf Grimme Preis…".
   
In Hajo Gies' romantischen Komödie "Alpenglühen"2), einer turbulenten Geschichte um Intrigen, Geld und Liebe, stand sie 2003 als naive Almbäuerin Rosa erneut mit Götz George vor der Kamera, der hinreißend den Hamburger Fischhändler Hannes Seeger mimte, der sich in sie verliebt; mit "Liebe versetzt Berge - Alpenglühen 2"2)  wurde der turbulente Reigen um Liebe, Eifersucht und Leidenschaft von Hajo Gies Anfang 2005 erfolgreich fortgesetzt. Im Frühjahr 2004 begeisterten beide in der Krimi-Komödie "Blatt & Blüte – Die Erbschaft"2) als Ex-Ehepaar, das von der verstorbenen Wahltante mit einem rätselhaften Erbe bedacht wird. Im Oktober 2004 spielte sie dann in dem TV-Zweiteiler "Das Familiengeheimnis", welcher nach Motiven des Utta-Danella-Bestsellers "Jakobs Frauen" entstanden war, die Mutter des Titelhelden alias Hardy Krüger jr., die ihr Leben lang unter einer alte Familientragödie gelitten hat und schließlich ihr Geheimnis offenbart → Teil 1 und Teil 2 bei prisma.de.
Eine schöne, einmal ganz anders geartete Rolle war im April 2005 die der Nele Ungureit in der Komödie "Neue Freunde, neues Glück"2) nach einem Roman von Leonie Ossowski. Hier mimte Christiane Hörbiger eine patente Frau, die nach 35 Jahren von ihrem Mann wegen einer Jüngeren verlassen wird und sich plötzlich mit dem Single-Dasein abfinden muss. Gemeinsam mit dem Architekten Ulrich Windeck (Martin Lüttge), der leicht verwirrten und tüddeligen Gerda Griese (Heidelinde Weis) und dem charmanten Ex-Banker Rupert Neumann (Ernst Jacobi) gründet sie in einer Stadtvilla, die sie überraschend geerbt hat, eine Senioren-WG. Turbulenzen mit Behörden, vor allem aber mit Neles Sohn Hannes, der mit der Villa andere Pläne hat, sind da vorprogrammiert…
Szenenfoto "Hengstparade" Für hohe Einschaltquoten sorgte dann im Herbst 2005 das TV-Spiel "Hengstparade"2), das Michael Kreindl nach dem gleichnamigen Bestseller von Erfolgsautorin Gaby Hauptmann gedreht hatte. Christiane Hörbiger mimte hier (charmant wie immer) die weltgewandte und scharfsinnige Gerichtsreporterin Hella Fischer, die für ihre Tochter Karin (Eva Herzig) inkognito auf einem eleganten Reiterhof herausfinden soll, ob deren neuer Freund Harry (Michael Roll) in seinen Reitferien auch treu bleibt. In der spannenden Liebeskomödie mit turbulenten Verfolgungsjagden und einem mysteriösen Mord darf natürlich auch eine Romanze nicht fehlen: Diesmal landet Christiane Hörbiger in den Armen des sympathischen "Naturburschen" Kurt Schleyer, gespielt von Michael Mendl.

Szenenfoto "Hengstparade" mit Michael Mendl
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Michael Mendl war auch ihr Partner in dem Ende April 2006 von der ARD gezeigten vielbeachteten Fernsehspiel "Mathilde liebt"2), das sich – von Regisseur Wolfram Paulus in Szene gesetzt – mit dem Thema "Sex im Alter" beschäftigt. Christiane Hörbiger spielte eine Rolle, in der sie so noch nie im TV zu sehen war: Sie verkörpert eine 65-jährige Frau und Mutter dreier erwachsener Kinder, deren Mann grade verstorben ist. Nach einem für Mathilde ungewohnt leidenschaftlichen "One-Night-Stand" mit dem gleichaltrigen ehemaligen Entwicklungshelfer Carlo Sturm (Michael Mendl) verliebt diese sich in den charmanten Mann, der jedoch erst einmal von der Bildfläche verschwindet. Enttäuscht versucht Mathilde die Affäre zu vergessen und tut sich mit dem fröhlichen Rentner Hannes (Elmar Wepper) zusammen. Dann aber taucht unversehens Carlo wieder auf und plötzlich steht Mathilde zwischen zwei Männern … Christiane Hörbiger selbst sagte in einer Talk-Show unter anderem zu dieser Rolle: "Ich bin noch nie so weit gegangen wie in diesem Film. Es war eine immense Herausforderung für mich". Diese "Herausforderung" hat die "Grande Dame des deutschsprachigen Fernsehens" wie immer grandios gemeistert.
Wenn Christiane Hörbiger und Michael Mendl zusammen auf dem Bildschirm erscheinen ist Fernsehkost mit Tiefgang, aber auch hohem Unterhaltungswert angesagt, so auch in der Ende Dezember 2007 ausgestrahlten ARD-Komödie "Niete zieht Hauptgewinn"2). Die Hörbiger als resolute Caféhausbesitzerin Marie Gruber, die sich mit viel Herz und Wiener Charme gegen einen Immobilienspekulanten – gespielt von Michael Mendl – zur Wehr setzen muss, überzeugte mit dieser Rolle einmal mehr als willensstarke Frau, die auch im vorangeschrittenen Alter Männerherzen zu erobern weiß.
Die Schauspielerin gerät zum Dauergast auf der Mattscheibe, am 19. Mai 2006 überraschte sie uns als "Die Frau im roten Kleid"2), einem unterhaltsamen, kriminalistisch angehauchten Melodram, dass Thomas Jacob nach einem Roman von Rose Miriam Reich gedreht hatte: In dem Familiendrama über ein gestörtes Mutter-Tochter-Verhältnis hat die zickig-egozentrische Diva und ehemals berühmte Schauspielerin Ines Kupfer ihre Tochter Nathalie (Katja Studt) fest im Griff, bereitet eine mondäne Hochzeitsfeier für Tochter und Schwiegersohn in spe (Bernhard Schir) vor. Aufregungen und Zwischenfälle lassen nicht lange auf sich warten, die Feierlichkeiten verlaufen anders als geplant …
Um ein gestörtes Mutter-Tochter-Verhältnis, wenn auch ganz anderer Art, ging es in der im Oktober 2006 gezeigten Familienkomödie "Heute fängt mein Leben an", für die Regisseurin Christine Kabisch verantwortlich zeichnete. Christiane Hörbiger war hier die geschiedene Hedi Ohlsen, die nach drei Jahrzehnten im Dienst der Familie endlich ihr eigenes Leben beginnen will. Doch dann steht ihre chaotische und verwöhnte Tochter Leonie (Denise Zich) vor ihrer Türe – mittellos und schwanger …

Szenenfoto "Die Frau im roten Kleid"
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Szenenfoto "Die Frau im roten Kleid"
In die Rolle der engagierten Ärztin Anna Louise Albrecht schlüpfte Christiane Hörbiger in dem unterhaltsamen TV-Film "Zwei Ärzte sind einer zu viel"2), der im Rahmen des ZDF-Sonntagsfilms Mitte November 2006 ausgestrahlt wurde. Hier waren Elmar Wepper als versnobter Mediziner Stefan Wolf und Walter Kreye als einfühlsamer örtlicher Polizeikommissar ihre Partner. Auch diesmal spielte die Schauspielerin eine Frauenfigur, die im Herbst ihres Lebens noch einmal von vorne beginnen will: Anna Louise Albrecht hat es mit Mitte Fünfzig geschafft. Die frisch gebackene Ärztin soll im schönen Auberg am See die Praxis des scheidenden Landarztes übernehmen. Was Anna nicht ahnt: Unter der Hand wurde das malerische Grundstück bereits an den Internisten Stefan Wolf vergeben, der plant, dort seinen Traum von einer modernen Wellnessklinik zu verwirklichen. Zwischen den ungleichen Kollegen entbrennt sogleich ein gnadenloser Wettstreit, da Anna nicht gewillt scheint, die Packelei hinzunehmen.3)
Aufgrund der positiven Zuschauerresonanz – laut Medienberichten begeisterten sich mehr als sieben Millionen Zuschauer an dem Duell der konkurrierende Ärzte vor der idyllischen Kulisse des schönen Tegernsees – wurden drei weitere Episoden gedreht. Am 30. Januar 2008 flimmerte die Folge "Kampf bis aufs Skalpell" über den Bildschirm, schon der Titel ließ nichts Gutes für die patente Ärztin Anna Louise Albrecht ahnen. Wepper als intriganter, schlitzohriger Mediziner Dr. Wolf zog wieder alle Register, um die ungeliebte Rivalin bzw. deren Dorfpraxis los zu werden. Eine weitere komödiantisch-melodramatische Geschichte "Wer im Glashaus sitzt …" wurde Mitte März 2008 ausgestrahlt, der Sendetermin für die vierte "Weißkittelkomödie vor Alpenpanorama" mit dem vielversprechenden Titel "Der Schatz im Silbersee" war dann der 27. Mai 2009. Unter der Regie von Karsten Wichniarz agieren neben Christiane Hörbiger und Elmar Wepper unter anderem so prominente Kollegen wie Wolfgang Fierek, Dietrich Mattausch und Enzi Fuchs, das Drehbuch schrieb erneut Michael Baier.  Der am 28. Oktober 2009 gezeigte fünfte Teil "Reif für die Insel" spielte dann ausnahmsweise auf Mallorca.
  
Mit Krimikomödien ŕ la "Miss Marple" haben schon einige beliebte TV-Stars Lorbeeren im deutschen Fernsehen geerntet. Man denke nur an Marie-Luise Marjan in "Immer wenn sie Krimis liest" (1994), die Hobbydetektivin Agathe Heiland alias Ruth Drexel in mehreren Folgen der humorvollen Reihe "Agathe kann's nicht lassen" (2005 – 2007) oder auch an Evelyn Hamann in dem Dauerbrenner "Adelheid und ihre Mörder". Nun hatte sich auch Christiane Hörbiger auf dieses Terrain begeben und zeigte Anfang Mai 2007 in René Heisigs "Alma ermittelt – Tango und Tod"2), dass auch sie durchaus dieser Aufgabe gewachsen war. Als tatkräftige, einfallsreiche Pensionärin und Krimi-Liebhaberin Alma Mitterteich brachte die Hörbiger eine neue Facette ihrer Schauspielkunst auf den Bildschirm. Die gewiefte Alma wird zufällig Zeugin eines Mordes an einer jungen Frau, ermittelt auf eigene Faust, anfangs sehr zum Leidwesen von Kommissarin Laura Erdmann (Katharina Böhm), die es zunächst gar nicht schätzt, dass sich jemand in ihre Arbeit einmischt. Doch eigentlich lebt dieser gemächliche Krimi weniger von der Geschichte als von den Figuren und deren Mimik. Besonders gut: Michael Gwisdek als Almas Lebensgefährte, der im Auto zum Verbal-Rowdy mutiert, und natürlich die exzellent aufgelegte Christiane Hörbiger, mit deren Spiel dieser Krimi steht und fällt.3) Bleibt zu hoffen, dass dies nicht ein einmaliger Auftritt war und der querköpfigen Alma eine erneute Chance geboten wird, ihrer Hobby-Schnüffelei auf dem Bildschirm nachzugehen.
Zu ihrem 70. Geburtstages am 13. Oktober 2008 konnte die "Grande Dame" des deutschen Fernsehens zahllose Glückwünsche entgegennehmen, die ARD ehrte die berühmte Ausnahmeschauspielerin mit der Titelrolle in der Neuverfilmung von Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der Besuch der alten Dame" und zeigte den Klassiker am Festtag der Hörbiger. In einer werkgetreuen Neubearbeitung hat das renommierte Autorenduo Susanne Beck und Thomas Eifler den Klassiker behutsam modernisiert. Christiane Hörbiger zieht in der Titelrolle der rachsüchtigen Milliardärin alle Register ihres Könnens; neben ihr überzeugt Michael Mendl. Auch die weiteren Rollen der ehrenwerten Güllener Bürger sind hochkarätig besetzt mit Muriel Baumeister, Lisa Kreuzer, Rolf Hoppe, Dietrich Mattausch, Helmut Berger und Dietrich Hollinderbäumer. Nikolaus Leytner inszenierte vor der imposanten Naturkulisse der Steiermark. (Quelle: www.presseportal.de)

Szenenfoto "Der Besuch der alten Dame"
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Szenenfoto "Der Besuch der alten Dame"; Christiane Hörbiger und Michael Mendl; Copyright Ziegler Film GmbH & Co. KG
Dürrenmatts Geschichte von 1955 zählt zu den meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücken und wurde mehrfach verfilmt, unter anderem mit Ingrid Bergmann und Anthony Quinn (1963, "Der Besuch"). Die Hörbiger brillierte als Ölmilliardärin Claire Zachanassian, die nach über 40 Jahren erstmals in ihre Heimatstadt Güllen zurückkehrt um Rache an ihrem einstigen Geliebten Alfred Ill (Michael Mendl) zu nehmen, der sie einst schwanger im Stich ließ und als Hure denunzierte. Sie macht den Bürgern der bankrotten Provinzstadt Güllen ein unmoralisches, zutiefst verwerfliches Angebot, bietet eine horrende Geldsumme – falls Alfred "stirbt". "Die Hörbiger ist eine fabelhafte Claire Zachanassian, funkelnd und hart wie schwarzer Diamant" schrieb unter anderem "WELT ONLINE". So kühl wie keine andere – gleichzeitig voller Noblesse – Christiane Hörbiger spielt den "Besuch der alten Dame", als sei sie nie jemand anderes gewesen. "Es ist eine Traumrolle", sagt sie, "weil es so viele große Schauspieler gespielt haben. Und das ist glaube ich auch ein Anreiz: oh fein, diese Rolle wartet noch auf dich." Sie ist die Milliardärin, die in die Provinz zurück kehrt, um sich am ehemaligen Liebhaber zu rächen – mit einem unglaublichen Angebot an die Bürger der verarmten Kleinstadt. Sie lebt diese Rolle. Spielt die Rächerin mit einer Erhabenheit, die sie sich erst jetzt, mit fast 70, zutraut: "Ich dachte, vielleicht kann ich das eines Tages spielen, wenn ich alt oder älter bin. Und auf einmal war ich alt und älter." (…) In den Dürrenmatt Klassiker packt sie jetzt all ihr Können hinein. Eine Frau wie aus Holz geschnitzt – die sich aber in kurzen Momenten in die Seele schauen lässt … (Quelle: www.daserste.de; siehe auch www.prisma.de und www.dieterwunderlich.de)
 
Christiane Hörbiger ist im Fernsehen auf starke, couragierte Frauen abboniert, eine solche Figur und somit typische Hörbiger-Rolle spielte sie am 2. Januar 2009 in der auch nachdenklich stimmenden ARD-Komödie "Annas zweite Chance"2): Anna Klahsen, gefeierte Kunstmäzenin der Hamburger High Society, steht nach einem Millionenbetrug ihres Mannes vor den Scherben ihrer Existenz. Während ihr Göttergatte sich mit erschwindeltem Geld und einer jüngeren Frau ins Ausland absetzt, wird Anna für den entstandenen Schaden mitverantwortlich gemacht. Sie verliert alles und muss bei null anfangen. Doch Anna bekommt eine zweite Chance in ihrer alten Heimatstadt: als Besitzerin eines Gemüsestandes am Wiener Naschmarkt. Vom Marktleben hat sie zwar keine Ahnung, doch mit Geduld, Entschlossenheit und der Hilfe des charmanten Schlitzohrs Bernhard Jeschke (Friedrich von Thun) baut sie sich eine bescheidene neue Existenz auf. Als ein zwielichtiger Spekulant an ihrem Stand Feuer legt, scheinen Annas Träume in Rauch aufzugehen … (Quelle: prisma.de)
Frank Rauscher (teleschau – der mediendienst) schrieb unter anderem: Was sich ein bisschen anhört wie aus einem Märchen für die Ü-60-Generation, ist die Geschichte von "Annas zweite Chance", einem zwar etwas übertriebenen, aber in seiner Grundaussage doch realitätsnahen Komödchen über die Offerten, die das Leben im Alter zu bieten hat. (…) Ein charmanter Film, etwas kitschig ausstaffiert vielleicht, aber doch glaubwürdig gespielt und ans Herz greifend. Kein Wunder: Das Drehbuch schrieb Christiane Hörbigers Sohn Sascha Bigler der berühmten Mama auf den Leib.
Bereits im April 2007 lief im österreichischen Fernsehen das Justizdrama "Die Geschworene"2) nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Zara – das Pseudonym einer Wiener Rechtsanwältin. Am 8. Juli 2009 wurde die Koproduktion von NDR und ORF nun auch in der ARD gezeigt, die spannende Geschichte greift einen realen Fall aus den achtziger Jahren auf und erzählt von der (fiktiven) Hausfrau Hanni Winter, die als Geschworene in einem Mordprozess ein Urteil zu fällen hat. Als ihr Zweifel an der Verurteilung des Angeklagten Hary Prinz (Laszlo Varga) kommen, rollt die gewissenhafte Frau den Fall neu auf und stößt auf zahlreiche Ungereimtheiten in der Beweisführung. Nikolaus Leytner inszenierte den komplexen Stoff, der sich lose am Fall "Tibor Foco"1) orientiert, mit Christiane Hörbiger und Erwin Steinhauer1) in den Hauptrollen – letzterer unterstützt tatkräftig als Geschworenen-Obmann Hanni Winters Recherchen – sensibel und ohne spektakuläre Finessen, "präzise und mit einem starken Gefühl für Rhythmus, Spannung und leise Töne" schreibt www.kino.de.
Christiane Hörbiger als biedere Hausfrau, die sich zur mutigen Kämpferin für Gerechtigkeit entwickelt und es mit der Staatsgewalt aufnimmt, kann auch hier wieder all ihr schauspielerisches Können einbringen. Fast ungeschminkt, ohne glamouröse Kostüme, verkörpert sie mehr als überzeugend eine anfangs schüchterne Frau, die über sich hinauswächst.

Christiane Hörbiger anlässlich der Gala
zur Verleihung des Fernsehpreises "Romy"1)
in der Wiener "Hofburg" am 25. April 2009
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Christiane Hörbiger anlässlich der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises "Romy" in der Wiener "Hofburg" am 25. April 2009; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui; Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Mit dem dramatisch-vielschichtigen Familienfilm "Luises Versprechen"2) (EA: 06.04.2010) wurde die Geschichte einer begüterten Witwe erzählt, "die mit einer tödlichen Diagnose konfrontiert wird, während sich parallel dazu eine moderne Liebesgeschichte entwickelt. Dabei wechseln emotional-dramatische Elemente mit humorvollen Situationen." schreibt die ARD unter anderem in seiner Pressemappe. Neben einer wie immer brillant aufspielenden Christiane Hörbiger in der Hauptrolle konnten aber auch die anderen Darsteller wie Caroline Peters, Tim Bergmann, Margarita Broich und Ulrike Bliefert überzeugen. Die Hörbiger spielt sensibel und und ohne kitschiges Pathos eine Frau, die zum Schluss ruhig und gefasst dem Tod entgegenblickt, ihren Angehörigen damit Mut macht. Ein schweres Sujet, eine neue, ungewöhnliche Facette im breiten Rollenspektrum der Schauspielerin.
 
Anlässlich des Hamburger Filmfestes 2010 (30.09. – 09.10.2010) wurde das von Florian Baxmeyer inszenierte bewegende Drama "Wie ein Licht in der Nacht"2) mit Christiane Hörbiger als erfolgsgewöhnter Immobilienmaklerin Carla Binder vorgestellt. Einfühlsam spielt die Hörbiger hier eine Frau, welche nach Eintritt in den Ruhestand ihre Einsamkeit und Angst mit Alkohol zu betäuben versucht; Sendetermin in der ARD war der 26. April 2011. Michael Hanfeld bemerkt in seinem Artikel "Der Entzug der alten Dame" bei www.faz.net unter anderem "Christiane Hörbiger spielt den Verfall (und den Entzug) dieser Frau nach einem Buch von Thorsten Näter und unter der Regie von Florian Baxmeyer denkbar leise, scheinbar ohne jede Anstrengung und deshalb großartig. Der Film (bei dem allein die mitunter aufdringlich eingesetzte Musik störend auffällt) konzentriert sich auf sie, und darin liegt seine Stärke. Er erzählt eine ganz normale, alltägliche Geschichte, eine, die nichts Aufgesetztes oder Statuarisches hat, die vom Schicksal einer vereinsamten Frau handelt, die alkoholkrank wird und sich erst helfen lässt, als es fast zu spät ist. Doch sie erkennt schließlich, was zu tun ist."
Abgedreht ist auch das berührend melancholische Drama "Glücksbringer"2) (EA: 07.01.2011), mit dem die Liebe bis über den Tod hinaus thematisiert wird. Christiane Hörbiger war hier als krebskranke Agnes Wieland zu sehen sein, die vor ihrem Tod noch eine neue Frau für ihren 13 Jahre jüngeren Mann Leo (Filip Peeters) finden will. Freuen durfte man sich am 11. März 2011 auf einen vergnüglichen Fernsehabend mit zwei starken Frauen: Christiane Hörbiger und Heidelinde Weis als die Schulfreundinnen Edith und Hermine, die in "Das Glück ist ein Kaktus" trotz fortgeschrittenen Alters mit der Eröffnung eines Restaurants auf Mallorca einen ungewöhnlichen Neubeginn wagen wollen.
Erneut ganz auf Christiane Hörbiger zugeschnitten war der ZDF-Film "Therese geht fremd"2) (EA: 13.11.2011), in der sie als Philosophie-Professorin Therese Engel ihr Herz an einen Jüngeren (Thomas Sarbacher) verliert. Eigentlich wollte Therese mit ihrem Ehemann Heinz (Ulrich Pleitgen) einen ruhigen Lebensabend ohne beruflichen Stress verbringen, doch der erfolgreiche Orthopäde denkt nicht daran, aufzuhören. Statt sich wie geplant die gemeinsamen Lebensträume zu erfüllen, fährt Therese allein ins geliebte Tessin. Dort lernt sie unerwartet den viel jüngeren Stephan (Thomas Sarbacher) kennen, der sich als ihr ehemaliger Student ausgibt. Therese verliebt sich Hals über Kopf und verliert dabei nicht nur ihr Herz, sondern auch den Verstand. Stephans Aufmerksamkeit, seine Neugierde und Abenteuerlust, das Gefühl, lebendig zu sein, verleiten Therese zu einem Seitensprung, der ihr Leben und das ihrer Familie kräftig durcheinanderwirbelt. (Quelle: www.presseportal.de)
 
Ein Fernseherlebnis der besonderen Art erwies sich das von Nikolaus Leytner in Szene gesetzte Drama "Die lange Welle hinterm Kiel"1) (EA: 04.01.2012) nach dem gleichnamigen, parabelhaften Roman von Pavel Kohout, kamen doch mit Christiane Hörbiger und Mario Adorf zwei hochkarätige Schauspieler zusammen. Der Film handelt von einer schicksalhaften Begegnung zweier älterer Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff im Jahr 1990. Die todkranke Sudetendeutsche Margarete Kämmerer (Christiane Hörbiger) begegnet dem Tschechen Professor Burian (Mario Adorf). Dieser hatte in der Zeit der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei Männer eines Dorfes hinrichten lassen, darunter Margaretes Ehemann. Sie will Rache, ihr Neffe (Christoph Letkowski) soll ihr dabei helfen. Es stellt sich heraus, dass Margarete zuvor den Bruder von Burian umbringen hatte lassen. Der Neffe freundet sich mit Burians Schwiegertochter (Veronica Ferres) an und verbringt eine Nacht mir ihr. Nach einer Aussprache zwischen Burian und Margarete sind sich beide einig, dass sie heute niemand mehr versteht, und springen gemeinsam über Bord.4) → prisma.de
Für den 2. März 2012 war in der ARD die ORF/ARD-Komödie "Oma wider Willen"1) (Regie: Sigi Rothemund) angekündigt, in der man den österreichischen Star als reiche, verbitterte Karrierefrau und Seniorchefin eines Elektrounternehmens erlebte, die plötzlich mit einer Enkeltochter (Luna Schaller) konfrontiert wird. Das Leben der Henriette Dietrichstein wird durcheinandergewirbelt, hilfreich zur Seite steht ihr der Firmenanwalt Richard (Peter Weck) → kundendienst.orf.at. Erstmals gemeinsam mit Schwester Maresa Hörbiger stand Christiane Hörbiger für das ORF/ARD-Krimidrama "Meine Schwester" vor der Kamera, Regisseur und Co-Drehbuchautor war Hörbiger-Sohn Sascha Biegler, zum "Familien"-Ensemble gehörte auch Cornelius Obonya als Polizeibeamter Thomas Velocek, Sohn der Hörbiger-Schwester Elisabeth Orth. Die ORF-Zuschauer kamen bereits am 19. Oktober 2011 in den Genuss dieses TV-Films, bei dem "topbesetzte Krimispannung garantiert ist: Ein Mord, ein Wiedersehen mit der totgeglaubten Schwester und Liebesgefühle –, in Szene gesetzt von einem hochkarätigen Ensemble vor und hinter der Kamera." notiert programm.orf.at, Sendetermin in der ARD war der 21.02.2013. Wieder einmal bewies die Hörbiger als schrullig-verhuschte Souvernir-Händlerin Katharina Wallner, was für eine großartige Charaktermimin sie ist und entführte die Zuschauer nicht nur in verstaubte Requisieten → tittelbach.tv.
Abgedreht war der von Gernot Roll inszenierte ORF/ZDF-Familienfilm "Die kleine Lady"1) (EA: 16.12.2012) mit der Hörbiger als strenger Aristokratin Gräfin von Liebenfels und Veronica Ferres als kämpferische Frauenrechtlerin Frau Hobbs. In Anlehnung an den Klassiker "Der kleine Lord"1) von Frances Hodgson Burnett steht die neunjährige Emily Ernest (Philippa Schöne) aus einfachen Verhältnissen im Zentrum der im späten 19. Jahrhundert angesiedelten Story, die auf dem Schloss ihrer Großmutter zur Aristokratin erzogen werden soll; mehr bei www.presseportal.de und kundendienst.orf.at. Prisma.de (→ "Die kleine Lady") notiert unter anderem: "Frances Hodgson Burnetts Klassiker "Der kleine Lord" wurde bereits vielfach verfilmt, man denke nur an Jack Golds Variante mit dem unvergessenen Alec Guinness und Rick Schroder. (…) Der "Kleine Lord" mutiert also zur jungen Gräfin, die Handlung wurde kurzerhand von England nach Österreich verlegt. Als mürrische wie hartherzige Gräfin, die schließlich doch noch ihr Herz entdeckt, zeigt Christiane Hörbiger (…) vor der beeindruckenden Kulisse des niederösterreichischen Schloss Grafenegg einmal mehr ihre schauspielerische Bandbreite, die junge Philippa Schöne gibt in ihrer ersten Filmrolle überhaupt die kleine Emily. Für Freunde des Romans von Frances Hodgson Burnett ist das Ganze sicher recht gewöhnungsbedürftig, zumal Rolls Version als reichlich kitschiges Märchen daher kommt, doch hat sich der Zuschauer mit dem Geschlechterwechsel erst einmal abgefunden, kann er sich "Die kleine Lady" getrost anschauen.
  
Eine weitere Arbeit für das Fernsehen ist die Tragikomödie "Zurück ins Leben"2) (Regie: Nikolaus Leytner), in der Christiane Hörbiger einmal mehr als Partnerin von Michael Mendl aufspielt. In der emotionalen Geschichte verkörpern sie zwei Bewohner einer Seniorenresidenz. Maria Niemann (Christiane Hörbiger ist eine recht aktive ältere Dame, die zum Ärger der Heimleitung schon mal für Turbulenzen sorgt, Mitbewohner Jakob (Michael Mendl) dagegen ein mehr in sich gekehrter Typ, der in Erinnerungen an seine ostpreußische Heimat und den Jugendfreund Paul (Hans-Michael Rehberg) schwelgt. Gemeinsam begibt sich das ungleiche Paar auf eine Reise in die Vergangenheit bzw. bricht nach Danzig auf, um den verschollenen Freund Paul zu suchen → www.presseportal.de sowie www.tittelbach.tv. "Unkitschige Hommage an das Leben, an die Träume und an Christiane Hörbiger" konnte man als Programmhinweis anlässlich der Erstausstrahlung am 18. Oktober 2013 in der TV-Zeitschrift HÖRZU lesen, fünf Tage zuvor hatte die Schauspielerin am 13. Oktober ihren 75. Geburtstag feiern können. Als Geburtstagspräsent strahlte die ARD in der gleichen Woche das von Florian Baxmeyer inszenierte Drama "Stiller Abschied"2) (EA: 14.10.2013) aus, mit dem Drehbuchautor Thorsten Näter die Alzheimer-Erkrankung nachdenklich und zurückhaltend thematisiert. Christiane Hörbiger gestaltete eindrucksvoll die weibliche Hauptrolle einer Alzheimer-Patientin, ihre Kinder, die sich um die immer vergesslicher werdende Mutter sorgen, wurden von Oliver Mommsen und Jeanette Hain dargestellt →  www.presseportal.de sowie www.tittelbach.tv. Es waren "zwei Filme, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten. Für die Schauspielerin Gelegenheit, mit der an Demenz erkrankten Geschäftsfrau Charlotte und der lebensfrohen Maria eine hübsche Bandbreite ihres Spiels zu zeigen." schrieb unter anderem die "Frankfurter Allgemeine".
Als findige Hobby-Detektivin Henriette präsentierte sich die Hörbiger am 19. Dezember 2013 in der ARD in "Schon wieder Henriette"1) (Regie: Nikolaus Leytner); anlässlich des bevorstehenden 75. Geburtstags der Hauptdarstellerin war der TV-Film bereits erstmals am 9. Oktober 2013 auf ORF 2 ausgestrahlt worden. Die ganz auf seine Protagonistin zugeschnittene Krimikomödie "wurde eine generationenübergreifend vergnügliche Produktion." schrieb Joachim Hirzel im "Focus". Erzählt wird die Geschichte der renommierten Kunstrestauratorin und Witwe eines ehemaligen Oberkommissars der Wiener Mordkommission Henriette Fey, die in Krems unvermittelt in einen Mordfall verwickelt wird und ŕ la Miss Marple der Polizei bei den Ermittlungen bzw. der Spurensuche immer um eine Nasenlänge voraus ist → www.tittelbach.tv.
Einmal mehr einen einprägenden Auftritt hatte Christiane Hörbiger als verwitwete und verarmte einstige Musikerin Maria Nikolai in "Bis zum Ende der Welt" (EA: 17.11.2014), von Matthias Tiefenbacher nach einem Drehbuch von Thorsten Näter zum Auftakt zur ARD-Programmwoche "Toleranz" in Szene gesetzt. "Ein starkes Drama zeigt die ARD in ihrer Toleranz-Themenwoche. Es zeigt Christiane Hörbiger als einsame, alte Frau in einem sozialen Brennpunkt, die plötzlich Interesse für die Welt der Roma zeigt – und umgekehrt. "Bis zum Ende der Welt" heißt das Glanzstück des ARD-Projektes. (…) Christiane Hörbiger spielt sie ganz wunderbar, die alte Frau Nikolai, sehr streng und sehr zurückgenommen, allein die Mundwinkel signalisieren die Turbulenzen in ihrem Herzen. Samy Abdel-Fattah ist ein großartiger Bero, der zarte Musiker. Die Roma-Gemeinde von Hamburg-Wilhelmsburg wird beim Wohnen, Malochen, Essen, Leben gezeigt, oft nicht einmal synchronisiert und auch deshalb so glaubhaft." schreibt Ulrich Schilling-Strack in der WAZ → www.derwesten.de; siehe auch www.tittelbach.tv sowie den Artikel bei www.faz.net.
War die filmische Arbeit der Schauspielerin in früheren Jahren vornehmlich von eher leichter Unterhaltungskost geprägt, konzentriert sie sich in letzter Zeit auf gesellschaftlich brisante Themen, sei es als Alkoholikerin in "Wie ein Licht in der Nacht", als Alzheimer-Patientin in "Stiller Abschied" oder als Protagonistin in dem den Fremdenhass aufgreifenden Film "Bis zum Ende der Welt". Mit der Rolle einer Frau, die von einem vermeintlich behüteten Leben nach dem plötzlichen Herztod ihres Mannes Walter (Günter Junghans) mit finanzieller Not konfrontiert wird und in Altersarmut bzw. die Obdachlosigkeit abrutscht, bewies Christiane Hörbiger mit dem Drama "Auf der Straße"1) (EA: 12.10.2015) erneut, welch grandiose Charakterdarstellerin sie ist. Authentisch, uneitel und ohne sentimentalen Pathos gestaltete sie eindringlich in dem von Florian Baxmeyer inszenierten Film diese Hanna Berger, die zu stolz ist, die Hilfe ihrer Tochter Elke (Margarita Broich) anzunehmen. "Christiane Hörbiger spielt die Obdachlose mit einer fast besessen Inbrunst. Stellenweise glaubt man ein verwahrlostes Weib aus Gorkis Nachtasyl oder eine unverträgliche Hexe aus einem Shakespeare-Stück vor sich zu haben." schrieb unter anderem www.sueddeutsche.de; siehe auch tittelbach.tv.
Der sehenswerte und hervorragend gespielte Film "Die letzte Reise" (EA: 02.10.2017) von Regisseur Florian Baxmeyer1) und Drehbuchautor Thorsten Näter1) beschäftigt sich mit dem kontrovers diskutierten bzw. umstrittenen Thema des selbstbestimmten Sterbens. Christiane Hörbiger ist hier (einmal mehr brillant) die pensionierte Lehrerin und leidenschaftliche Malerin Katharina Krohn, welche zunehmend unter Krankheiten und körperlichen Gebrechen leidet und bald zum Pflegefall werden wird. So plant sie, mit Unterstützung eines Schweizer Sterbehilfevereins sich selbst zu töten, was ihre Töchter Maren (Nina Kronjäger) und Heike (Suzanne von Borsody) unbedingt verhindern wollen → www.tittelbach.tv.
Seit Mai 2017 entstand in Wien und Umgebung der Thriller mit dem Arbeitstitel "Die Muse des Mörders". Unter der Regie ihres Sohnes Sascha Bigler spielt Christiane Hörbiger die Schriftstellerin Madeleine Montana, deren Kriminalromane einem echten Mörder offenbar als Vorlage dienen. Kommissar Bäumer (Fritz Karl) und seine Assistentin Flo (Cornelia Ivancan) befürchten, dass weitere bestialische Morde geschehen könnten; ein Sendetermin ist noch offen → presseportal.zdf.de.
Christiane Hörbiger 03; Copyright Virginia Shue Christiane Hörbiger zählt zu den gefragtesten Stars der österreichischen und deutschen Film- und TV-Unterhaltungsbranche und im Februar 1996 präsentierte das ZDF in der Reihe "Das ist ihr Leben" Stationen aus dem Werdegang der Schauspielerin. Nach erster, 1967 geschiedener Ehe mit dem Regisseur Wolfgang Glück1) heiratete Christiane Hörbiger den renommierten Schweizer Publizisten Dr. Rolf R. Bigler1), der am 6. September 1978 plötzlich verstarb und dessen früher Tod Christiane Hörbiger in eine tiefe Krise stürzte; aus dieser Verbindung stammt Sohn Sascha Bigler1). Einen neuen "Mann an ihrer Seite" fand die Schauspielerin in dem Wiener Intendant, Regisseur und Schriftsteller Gerhard Tötschinger1), der 1994 eine Biographie über die Künstlerin mit dem Titel "Christiane Hörbiger – Die Biographie aus der Nähe" veröffentlichte. Mit Gesprächen, Eindrücken, Erlebnissen und zahlreichen eigenen Texten von Christiane Hörbiger wird charmant und humorvoll das Leben der großen Charakterschauspielerin dokumentiert.
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Rechtzeitig zum 70. Geburtstag erschienen beim Verlag LangenMueller die Lebenserinnerungen der Künstlerin unter dem Titel "Ich bin der weiße Clown". In der "Autobiografie mit Zwischenrufen von Gerhard Tötschinger" sowie über Hundert zum großen Teil bisher unveröffentlichten Fotos gewährt der Star dem Leser mehr als nur Einblicke in die Stationen ihrer erfolgreichen Karriere. Sie eröffnet vielmehr eine sehr persönliche Sicht auf die emotionalen Momente ihres Lebens und zeigt sich von bislang unbekannter Seite. Im Klappentext heißt es unter anderem "Begleitet von Zwischenrufen des Mannes an ihrer Seite, Gerhard Tötschinger, ist so ein Kaleidoskop ihres Lebens entstanden, eine sehr persönliche Bilanz mit Blick auf die großen und kleinen Momente voller Freuden und Sorgen, Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer Kindheit; Erinnerungen an ihre Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger sowie den Onkel Paul Hörbiger; den bewegenden Abschied von ihrer Mutter; die Trauer nach dem plötzlichen Tod ihres geliebten Mannes und die Sorge um ihren kleinen Sohn Sascha, der heute im internationalen Filmgeschäft tätig ist; die immer unter Ängsten errungenen Erfolge auf der Bühne und die Freude über Film- und Fernsehpreise, Ehrungen und Auszeichnungen; das Glück mit ihrem Enkel Luca und damit verbundene Reisen nach Amerika."
Bereits den 69. Geburtstag von Christiane Hörbiger hatte die Österreichische Post zum Anlass genommen, um die die wohl beliebteste und erfolgreichste Schauspielerin im deutschen Sprachraum mit einer eigenen Sondermarke zu ehren. Seit dem 13. Oktober 2007 war die von Renate Gruber entworfene "Jubiläums"-Briefmarke mit einem Nennwert von 55 Cent in den Post-Filialen erhältlich.

Sonderpostmarke "Christiane Hörbiger" der
Österreichischen Post AG; Erscheinungsdatum: 13.10 2007
Entwurf: Renate Gruber
Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
© Renate Gruber, Österreichische Post AG; Internet: www.post.at

Sonderpostmarke "Christiane Hörbiger" der Österreichischen Post AG; Erscheinungsdatum: 13.10 2007;  Entwurf: Renate Gruber; Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG
Für ihre darstellerischen Leistungen erhielt Christiane Hörbiger unter anderem 2001 die "Goldene Kamera"1), den erwähnten "Adolf-Grimme-Preis"1) sowie den "Bayrischen Fernsehpreis"1). Bereits 1998 hatte der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil die Schauspielerin mit dem "Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse" geehrt und auch in Deutschland erhielt sie eine der höchsten Auszeichnungen: 2001 verlieh ihr Bundespräsident Johannes Rau das "Bundesverdienstkreuz" und im März 2004 wurde sie in Wien zur "Kammerschauspielerin" ernannt. Anlässlich des 50-jährigen Berufsjubiläums widmete die ARD der großen Schauspielerin am 26. Mai 2005 eine Hommage unter dem Titel "Die Christiane Hörbiger Gala", die Anfang April im Ballsaal des Curio-Hauses in Hamburg aufgezeichnet worden war. Gastgeber Reinhold Beckmann begrüßte neben Sohn Sascha Bigler und Lebensgefährten Gerhard Tötschinger zahlreiche Weggefährten der einzigartigen Künstlerin, die das bisherige Lebenswerk der Hörbiger würdigten und ihr zu dem Jubiläum gratulierten; viele Höhepunkte ihres Filmschaffens unterstrichen das facettenreiche Spiel der Charakterdarstellerin.
Preisverleihungen ist Christiane Hörbiger inzwischen gewohnt, nach dem "Lesewerk"-Preis ("Der Deutsche Vorlesepreis"1)) für Ihre Verdienste als Hörbuch-Sprecherin im Jahre 2008 folgte am 25. April 2009 in der Wiener Hofburg der österreichische Fernsehpreis "Platin Romy"1) für das Lebenswerk; damit hat die Schauspielerin nun insgesamt sieben dieser begehrten Trophäe. Nur wenige Wochen später konnte sie dann den "Bayerischen Fernsehpreis" – ebenfalls für ihr Lebenswerk – aus der Hand des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer entgegennehmen. Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) würdigte die Hörbiger als "eine der größten Schauspielerpersönlichkeiten des deutschen Films und Fernsehens". Sie sei eine "wahrhafte Diva", die "auf einzigartige Weise wienerischen Charme, europäische Grandezza und hohe Schauspielkunst" miteinander verbinde.5) Die Bayerischen Fernsehpreise, der "blaue Panther"  wurden am 15. Mai 2009 im Rahmen eines Festaktes im Münchner Prinzregententheater zum 21. Mal verliehen. Ministerpräsident Seehofer würdigte die Hörbiger als die "unbestrittene First Lady der Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum". Unbestrittener Star des Abends ist freilich Christiane Hörbiger, die den Ehrenpreis erhält. Laudator und Charmeur Horst Seehofer lässt nichts aus: Man kenne "die Garbo", sagt er, "die Dietrich" und natürlich auch "die Hörbiger". Da staunt selbst die Preisträgerin ein bisschen, aber Übertreibung macht bekanntlich anschaulich, und obendrein belegt der Ministerpräsident seine Würdigung mit einem Zitat aus der SZ aus dem Jahre 1993. (Quelle: www.sueddeutsche.de)
Nach der "Ehrenmedaille in Gold"1) der Stadt Wien, verliehen am 18. November 2009, ging es auch 2010 mit den Auszeichnungen weiter. Am 26. Januar 2010 fand in München zum 20. Mal die "DIVA-Award Gala" statt, mit ihrem Einzug in die "DIVA – Hall of Fame" gehörte auch Christiane Hörbiger zu den gefeierten Stars im Hotel "Bayerischer Hof". Am 17. März 2012 überreichte man ihr in der Bochumer Jahrhunderthalle den "Steiger-Award"1) in der Kategorie "Lebenswerk", am 17. Dezember 2014 wurde sie im Rahmen einer Feierstunde vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in der Münchner Residenz mit dem "Bayerischen Verdienstorden"1) ausgezeichnet → Übersicht der Ehrungen und Auszeichnungen bei Wikipedia.

Christiane Hörbiger lebte lange abwechselnd in Wien und Zürich und besitzt die österreichische und die Schweizer Staatsbürgerschaft. Mittlerweile hat sie sich im altehrwürdigen Kurort Baden bei Wien niedergelassen, außerdem hat sie ein Domizil in der Wiener Innenstadt. In der ehemaligen elterlichen Villa in der Grinzinger Himmelstraße wohnt ihre 1945 geborene jüngere Schwester, die Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger1), die dort den "Kultursalon Hörbiger" etabliert hat. Auch die ältere Schwester Elisabeth Orth (geb. 1936) hat sich als Kammerschauspielerin und Ensemblemitglied des Wiener "Burgtheaters" einen Namen gemacht und ist in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern getreten.
Seit 1984 war der österreichische Schauspieler, Intendant und Schriftsteller Gerhard Tötschinger1) an Christiane Hörbigers Seite, der am 9. August 2016 während eines gemeinsamen Urlaubs in Sankt Gilgen überraschend an einer Lungenembolie starb. Noch am 26. Juni hatte der geschiedene Vater einer Tochter mit Freunden und Wegbegleitern in Schönbrunn und im Wiener Arsenal seinen 70. Geburtstag feiern können, ebenfalls im Juni hatte das Paar bekannt gegeben, nach 32 Jahren "wilder Ehe" am 15. August 2016 heiraten zu wollen → siehe auch www.wien.gv.at.
Nach dem schweren Verlust zeigte sich Christiane Hörbiger erst wieder im September in der Öffentlichkeit, um das zusammen mit Tötschinger geschriebene Buch "Der Mops ist aller Damen Freude… Unser Leben mit Vicco & Loriot" vorzustellen. Zusammen mit ihrem Neffen Cornelius Obonya1) las sie am 19. September 2016 im Wiener Theater "Die neue Tribüne" aus diesem witzigen und sehr persönlichen Werk, die beiden brachten die Anekdoten über das Leben mit den Möpsen Vicco und Loriot zum Besten – ganz nach dem vielzitierten Loriot-Motto "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos". 
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.cineastentreff.de, filmportal.de
sowie den Artikel zum 70. Geburtstag bei www.welt.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  www.prisma.de
Quelle: 3)  www.prisma-online.de, 4) Wikipedia (abgerufen 10.01.2012), 5) www.derwesten.de
Stand Oktober 2017
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Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage, 
fernsehserien.de, prisma.de, tittelbach.tv)
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