|
|||||||||||
|
|||||||||||
|
Dazwischen lagen Engagements an so bedeutenden deutschsprachigen
Bühnen wie Heidelberg, München oder bei den Salzburger Festspielen. In
Heidelberg beispielsweise brillierte sie als Klärchen in Goethes
"Egmont", in Goldonis "Mirandolina" oder in Nestroys
"Einen Jux will er sich machen", bei den Salzburger
Festspielen stand sie 1961 als Lottchen gemeinsam mit ihrer Mutter Paula Wessely in
Ferdinand Raimunds "Der Bauer als Millionär" auf der Bühne.
Dann kam sie wieder an das Burgtheater zurück und spielte dort
noch einmal die schwierige Rolle der Recha diesmal mit überwältigendem Erfolg.
Zwischen 1969 und 1971 beeindruckte sie bei bei den Salzburger
Festspielen als Buhlschaft in "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal.
Zu den weiteren großen Bühnenerfolgen zählen unter anderem die Rolle
der Kathy in Nestroys "Der Zerrissene", die Luise in
"Kabale und Liebe", die Elisabeth in "Maria
Stuart" beide von Schiller oder die Candida in Voltaires gleichnamigen Stück.
In dem Musical "Kiss me Kate" begeisterte Christiane Hörbiger Ende der 60er Jahre am Zürcher
Schauspielhaus mit der Titelrolle das Publikum. Hier feierte
sie auch Erfolge u. a. als Arkadina in Tschechows "Die Möwe", als Yse in Claudels
"Mittagswende" oder als Alte in Ionescos "Die Stühle". Nachhaltigen
Eindruck hinterließ sie darüber hinaus als Genia Hofreiter in Schnitzlers "Das weite Land", die sie 1988
unter der Regie von Hans Hollmann spielte; bereits 1980 hatte sie diese Rolle bei den Salzburger Festspielen
unter der Regie von Maximilian Schell verkörpert.
Ihr Leinwanddebüt gab Christiane Hörbiger Mitte der 50er Jahre als Marie in Eduard von Borsodys
"Der Major und die Stiere", man sah sie beispielsweise 1956 als
Baroness in "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe" neben Rudolf Prack oder 1961 in der
Filmversion von "Der Bauer als Millionär". Ihren
größten Kinoerfolg hatte Christiane Hörbiger erst recht spät mit ihrer
Rolle der bornierten Göring-Nichte Freya von Hepp in Helmut Dietls Skandalgeschichte um die Hitler-Tagebücher
"Schtonk!" (1992), für die sie für einen Oscar nominiert wurde.
Ein Jahr später sah man die Schauspielerin als Karoline Gschwantner
neben Otto Schenk in "Tafelspitz", einem Film der bereits 1949 mit Paul Hörbiger
und Hans Moser in die Kinos gekommen war. 1994 agierte sie neben Harald Juhnke
als dessen Ehefrau Lore Kuballa in der Screwball-Comedy "Alles auf Anfang" auf der
Leinwand und wurde für ihre Leistung mit dem Deutschen Filmpreis geehrt. 2000 übernahm sie die
Rolle der Trixi Jancik in Paul Harathers bitterbösen Komödie
"Die Gottesanbeterin"1), einer makabren Geschichte über eine geplagte Hausfrau,
die von Männern schlecht behandelt wird und diese nach und nach mit
einem giftigen Medikamenten-Cocktail ins Jenseits befördert. Mehr zufällig als gewollt erfährt der
"Todesengel" durch seine Morde einen gesellschaftlichen Aufstieg.
In Hajo Gies' romantischen Komödie "Alpenglühen", einer turbulenten Geschichte um Intrigen, Geld und Liebe, stand sie 2003 als naive Almbäuerin Rosa erneut mit Götz George vor der Kamera, der hinreißend den Hamburger Fischhändler Hannes Seeger mimte, der sich in sie verliebt; mit "Liebe versetzt Berge - Alpenglühen 2"1) wurde der turbulente Reigen um Liebe, Eifersucht und Leidenschaft von Hajo Gies Anfang 2005 erfolgreich fortgesetzt. Im Frühjahr 2004 begeisterten beide in der Krimi-Komödie "Blatt & Blüte Die Erbschaft"1) als Ex-Ehepaar, das von der verstorbenen Wahltante mit einem rätselhaften Erbe bedacht wird. Im Oktober 2004 spielte sie dann in dem TV-Zweiteiler "Das Familiengeheimnis", welcher nach Motiven des Utta-Danella-Bestsellers "Jakobs Frauen" entstanden war, die Mutter des Titelhelden alias Hardy Krüger jr., die ihr Leben lang unter einer alte Familientragödie gelitten hat und schließlich ihr Geheimnis offenbart. Eine schöne, einmal ganz anders geartete Rolle war im April 2005 die der Nele Ungureit in der Komödie "Neue Freunde, neues Glück"1) nach einem Roman von Leonie Ossowski. Hier mimte Christiane Hörbiger eine patente Frau, die nach 35 Jahren von ihrem Mann wegen einer Jüngeren verlassen wird und sich plötzlich mit dem Single-Dasein abfinden muss. Gemeinsam mit dem Architekten Ulrich Windeck (Martin Lüttge), der leicht verwirrten und tüddeligen Gerda Griese (Heidelinde Weis) und dem charmanten Ex-Banker Rupert Neumann (Ernst Jacobi) gründet sie in einer Stadtvilla, die sie überraschend geerbt hat, eine Senioren-WG. Turbulenzen mit Behörden, vor allem aber mit Neles Sohn Hannes, der mit der Villa andere Pläne hat, sind da vorprogrammiert
Wenn Christiane Hörbiger und Michael Mendl zusammen auf dem Bildschirm erscheinen ist Fernsehkost mit Tiefgang, aber auch hohem Unterhaltungswert angesagt, so auch in der Ende Dezember ausgestrahlten ARD-Komödie "Niete zieht Hauptgewinn"1). Die Hörbiger als resolute Caféhausbesitzerin Marie Gruber, die sich mit viel Herz und Wiener Charme gegen einen Immobilienspekulanten gespielt von Michael Mendl zur Wehr setzen muss, überzeugte mit dieser Rolle einmal mehr als willensstarke Frau, die auch im vorangeschrittenen Alter Männerherzen zu erobern weiß.
Aufgrund der positiven Zuschauerresonanz laut Medienberichten begeisterten sich mehr als sieben Millionen Zuschauer an dem Duell der konkurrierende Ärzte vor der idyllischen Kulisse des schönen Tegernsees wurden drei weitere Episoden gedreht. Am 30. Januar 2008 flimmerte die Folge "Kampf bis aufs Skalpell" über den Bildschirm, schon der Titel ließ nichts Gutes für die patente Ärztin Anna Louise Albrecht ahnen. Wepper als intriganter, schlitzohriger Mediziner Dr. Wolf zog wieder alle Register, um die ungeliebte Rivalin bzw. deren Dorfpraxis los zu werden. Eine weitere komödiantisch-melodramatische Geschichte "Wer im Glashaus sitzt " wurde Mitte März 2008 ausgestrahlt, der Sendetermin für die vierte "Weißkittelkomödie vor Alpenpanorama" mit dem vielversprechenden Titel "Der Schatz im Silbersee" war dann der 27. Mai 2009. Unter der Regie von Karsten Wichniarz agieren neben Christiane Hörbiger und Elmar Wepper unter anderem so prominente Kollegen wie Wolfgang Fierek, Dietrich Mattausch und Enzi Fuchs, das Drehbuch schrieb erneut Michael Baier. Der am 28. Oktober 2009 gezeigte fünfte Teil "Reif für die Insel" spielte dann ausnahmsweise auf Mallorca. Mit Krimikomödien à la "Miss Marple" haben schon einige beliebte TV-Stars Lorbeeren im deutschen Fernsehen geerntet. Man denke nur an Marie-Luise Marjan in "Immer wenn sie Krimis liest" (1994), die Hobbydetektivin Agathe Heiland alias Ruth Drexel in mehreren Folgen der humorvollen Reihe "Agathe kann's nicht lassen" (2005 2007) oder auch an Evelyn Hamann in dem Dauerbrenner "Adelheid und ihre Mörder". Nun hat sich auch Christiane Hörbiger auf dieses Terrain begeben und zeigte Anfang Mai 2007 in René Heisigs "Alma ermittelt Tango und Tod"1), dass auch sie durchaus dieser Aufgabe gewachsen ist. Als tatkräftige, einfallsreiche Pensionärin und Krimi-Liebhaberin Alma Mitterteich brachte die Hörbiger eine neue Facette ihrer Schauspielkunst auf den Bildschirm. Die gewiefte Alma wird zufällig Zeugin eines Mordes an einer jungen Frau, ermittelt auf eigene Faust, anfangs sehr zum Leidwesen von Kommissarin Laura Erdmann (Katharina Böhm), die es zunächst gar nicht schätzt, dass sich jemand in ihre Arbeit einmischt. Doch eigentlich lebt dieser gemächliche Krimi weniger von der Geschichte als von den Figuren und deren Mimik. Besonders gut: Michael Gwisdek als Almas Lebensgefährte, der im Auto zum Verbal-Rowdy mutiert, und natürlich die exzellent aufgelegte Christiane Hörbiger, mit deren Spiel dieser Krimi steht und fällt.2) Bleibt zu hoffen, dass dies nicht ein einmaliger Auftritt bleibt und der querköpfigen Alma eine erneute Chance geboten wird, ihrer Hobby-Schnüffelei auf dem Bildschirm nachzugehen. Für ihre darstellerischen Leistungen erhielt Christiane Hörbiger unter anderem 2001 die "Goldene Kamera", den erwähnten "Adolf-Grimme-Preis" sowie den "Bayrischen Fernsehpreis". Bereits 1998 hatte der österreichische Bundespräsident Thomas Klestil die Schauspielerin mit dem "Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse" geehrt und auch in Deutschland erhielt sie eine der höchsten Auszeichnungen: 2001 verlieh ihr Bundespräsident Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz und im März 2004 wurde sie in Wien zur Kammerschauspielerin ernannt. Anlässlich des 50-jährigen Berufsjubiläums widmete die ARD der großen Schauspielerin am 26. Mai 2005 eine Hommage unter dem Titel "Die Christiane Hörbiger Gala", die Anfang April im Ballsaal des Curio-Hauses in Hamburg aufgezeichnet worden war. Gastgeber Reinhold Beckmann begrüßte neben Sohn Sascha Bigler und Lebensgefährten Gerhard Tötschinger zahlreiche Weggefährten der einzigartigen Künstlerin, die das bisherige Lebenswerk der Hörbiger würdigten und ihr zu dem Jubiläum gratulierten; viele Höhepunkte ihres Filmschaffens unterstrichen das facettenreiche Spiel der Charakterdarstellerin. Auch zu ihrem 70. Geburtstages am 13. Oktober 2008 konnte die "Grande Dame" des deutschen Fernsehens erneut zahllose Glückwünsche entgegennehmen, die ARD ehrte die berühmte Ausnahmeschauspielerin mit der Titelrolle in der Neuverfilmung von Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der Besuch der alten Dame" und zeigte den Klassiker am Festtag der Hörbiger.
(Quelle: www.daserste.de; siehe auch www.prisma-online.de und www.dieterwunderlich.de) Christiane Hörbiger ist im Fernsehen auf starke, couragierte Frauen abboniert, eine solche Figur und somit typische Hörbiger-Rolle spielte sie am 2. Januar 2009 in der auch nachdenklich stimmenden ARD-Komödie "Annas zweite Chance": Anna Klahsen, gefeierte Kunstmäzenin der Hamburger High Society, steht nach einem Millionenbetrug ihres Mannes vor den Scherben ihrer Existenz. Während ihr Göttergatte sich mit erschwindeltem Geld und einer jüngeren Frau ins Ausland absetzt, wird Anna für den entstandenen Schaden mitverantwortlich gemacht. Sie verliert alles und muss bei null anfangen. Doch Anna bekommt eine zweite Chance in ihrer alten Heimatstadt: als Besitzerin eines Gemüsestandes am Wiener Naschmarkt. Vom Marktleben hat sie zwar keine Ahnung, doch mit Geduld, Entschlossenheit und der Hilfe des charmanten Schlitzohrs Bernhard Jeschke (Friedrich von Thun) baut sie sich eine bescheidene neue Existenz auf. Als ein zwielichtiger Spekulant an ihrem Stand Feuer legt, scheinen Annas Träume in Rauch aufzugehen (Quelle: prisma-online.de) Frank Rauscher (teleschau der mediendienst) schrieb unter anderem: Was sich ein bisschen anhört wie aus einem Märchen für die Ü-60-Generation, ist die Geschichte von "Annas zweite Chance", einem zwar etwas übertriebenen, aber in seiner Grundaussage doch realitätsnahen Komödchen über die Offerten, die das Leben im Alter zu bieten hat. ( ) Ein charmanter Film, etwas kitschig ausstaffiert vielleicht, aber doch glaubwürdig gespielt und ans Herz greifend. Kein Wunder: Das Drehbuch schrieb Christiane Hörbigers Sohn Sascha Bigler der berühmten Mama auf den Leib. Bereits im April 2007 lief im österreichischen Fernsehen das Justizdrama "Die Geschworene" nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Zara das Pseudonym einer Wiener Rechtsanwältin. Am 8. Juli 2009 wurde die Koproduktion von NDR und ORF nun auch in der ARD gezeigt, die spannende Geschichte greift einen realen Fall aus den achtziger Jahren auf und erzählt von der (fiktiven) Hausfrau Hanni Winter, die als Geschworene in einem Mordprozess ein Urteil zu fällen hat. Als ihr Zweifel an der Verurteilung des Angeklagten Hary Prinz (Laszlo Varga) kommen, rollt die gewissenhafte Frau den Fall neu auf und stößt auf zahlreiche Ungereimtheiten in der Beweisführung. Nikolaus Leytner inszenierte den komplexen Stoff, der sich lose am Fall "Tibor Foco"3) orientiert, mit Christiane Hörbiger und Erwin Steinhauer3) in den Hauptrollen letzterer unterstützt tatkräftig als Geschworenen-Obmann Hanni Winters Recherchen sensibel und ohne spektakuläre Finessen, "präzise und mit einem starken Gefühl für Rhythmus, Spannung und leise Töne" schreibt www.kino.de. Christiane Hörbiger als biedere Hausfrau, die sich zur mutigen Kämpferin für Gerechtigkeit entwickelt und es mit der Staatsgewalt aufnimmt, kann auch hier wieder all ihr schauspielerisches Können einbringen. Fast ungeschminkt, ohne glamouröse Kostüme, verkörpert sie mehr als überzeugend eine anfangs schüchterne Frau, die über sich hinauswächst.
|
|||||||||||
Rechtzeitig zum 70. Geburtstag erschienen beim Verlag LangenMueller die Lebenserinnerungen
der Künstlerin unter dem Titel "Ich bin der weiße Clown". In der
"Autobiografie mit Zwischenrufen von Gerhard Tötschinger" sowie
über Hundert zum großen Teil bisher unveröffentlichten Fotos gewährt der
Star dem Leser mehr als nur Einblicke in die Stationen ihrer erfolgreichen
Karriere. Sie eröffnet vielmehr eine sehr persönliche Sicht auf die
emotionalen Momente ihres Lebens und zeigt sich von bislang unbekannter Seite.
Im Klappentext heißt es unter anderem "Begleitet von Zwischenrufen des
Mannes an ihrer Seite, Gerhard Tötschinger, ist
so ein Kaleidoskop ihres Lebens entstanden, eine sehr persönliche Bilanz mit
Blick auf die großen und kleinen Momente voller Freuden und Sorgen,
Erlebnisse und Erfahrungen in ihrer Kindheit; Erinnerungen an ihre Eltern
Paula Wessely und Attila Hörbiger sowie den Onkel Paul Hörbiger; den
bewegenden Abschied von ihrer Mutter; die Trauer nach dem plötzlichen Tod
ihres geliebten Mannes und die Sorge um ihren kleinen Sohn Sascha, der heute
im internationalen Filmgeschäft tätig ist; die immer unter Ängsten
errungenen Erfolge auf der Bühne und die Freude über Film- und
Fernsehpreise, Ehrungen und Auszeichnungen; das Glück mit ihrem Enkel Luca
und damit verbundene Reisen nach Amerika."
Nach der "Ehrenmedaille in Gold" der Stadt Wien, verliehen am 18. November 2009, ging es auch 2010 mit den Auszeichnungen weiter. Am 26. Januar 2010 fand in München zum 20. Mal die "DIVA-Award Gala" statt, mit ihrem Einzug in die "DIVA Hall of Fame" gehörte auch Christiane Hörbiger zu den gefeierten Stars im Hotel "Bayerischer Hof". Christiane Hörbiger lebte lange abwechselnd in Wien und Zürich und besitzt die österreichische und die Schweizer Staatsbürgerschaft. Mittlerweile hat sie sich mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Tötschinger im altehrwürdigen Kurort Baden bei Wien niedergelassen, außerdem hat sie ein Domizil in der Wiener Innenstadt. In der ehemaligen elterlichen Villa in der Grinzinger Himmelstraße wohnt ihre 1945 geborene jüngere Schwester, die Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger3), die dort den "Kultursalon Hörbiger" etabliert hat. Auch die ältere Schwester Elisabeth Orth3) (geb. 1936) hat sich als Kammerschauspielerin und Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters einen Namen gemacht und ist in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern getreten. |
|||||||||||
|
1) Der Link führt zu www.prisma-online.de 2) Quelle:
www.prisma-online.de 3) Der Link führt zu Wikipedia 4) Quelle: www.derwesten.de |
Stand: Januar 2010 | ||||||||||
|
Textteile des Kurzportraits von
www.prisma-online.de Siehe auch Wikipedia, www.br-online.de, www.cineastentreff.de Filmografie bei der german.imdb.com |
|||||||||||
|
|
|||||||||||
|
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |