| Rudolf Klein-Rogge | ||||
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Rudolf Klein-Rogge wurde am 24. November 1885 als Friederich
Rudolf Klein und Sohn eines
Kriegsgerichtsrates in Köln geboren; einige Quellen geben auch 1888 als
Geburtsjahr an. Nach dem Tod der Mutter heiratete der Vater erneut und Rudolf
bekam eine Halbschwester; ein weiterer Halbruder stammt aus der Heirat seiner
Stiefmutter nach dem Tod von Rudolfs Vaters. Auf Wunsch des Vaters besuchte er als Heranwachsender ein preußisches Kadettenkorps, eine Militärakademie in Köln, da sein Vater eine militärische Laufbahn für seinen Sohn anstrebte. Doch Rudolf fand keinen Gefallen daran, kehrte nach drei Jahren auf das humanistische Gymnasium in Köln zurück und machte sein Abitur. Nach einem anfänglichen Studium der Kunstgeschichte und Literatur in Berlin and Bonn nahm er Schauspielunterricht in Berlin. Rasch fiel der talentierte junge Mann dem Wiener Burgschauspieler und Regisseur Hans Siebert auf, der ihn in seine Theaterklasse holte. Um Verwechslungen mit einem anderen Schüler zu vermeiden, der ebenfalls Rudolf Klein hieß, gab Rudolf sich den Nachnamen "Klein-Rogge". 1909 gab der knapp zwanzigjährige Rudolf Klein-Rogge sein Bühnendebüt als "Cassius" in Shakespeares "Julius Caesar" am Stadttheater Halberstadt. Bis 1914 blieb er in Halberstadt, zur Spielzeit 1914/15 folgten wechselnde Engagements in Aachen, Kiel und Düsseldorf. 1918 ging Klein-Rogge an das Nürnberger Stadttheater, wo er rasch zum "Star" avancierte und auch für einige Inszenierungen verantwortlich zeichnete. Dennoch entschied er sich 1918 zusammen mit seiner zweiten Frau, der Drehbuchautorin und Schriftstellerin Thea von Harbou1) (Heirat 1914), nach Berlin zu gehen, da er sich dort trotz seiner damals guten Gage in Nürnberg finanziell bessere Möglichkeiten erhoffte. Obwohl er am Berliner "Lessing-Theater" als Schauspieler tätig war und Stücke inszenierte, konnte Klein-Rogge in der Metropole zunächst nicht so recht Fuß fassen und seine Karriere stagnierte. Auch privat musste der Schauspieler Rückschläge hinnehmen, die Ehe mit seiner Frau wurde 1921 nach sieben Jahren geschieden.
Zunächst erhielt Klein-Rogge ab 1919 Nebenrollen im Stummfilm so wurde
er 1920 in Robert Wienes Klassiker "Das
Cabinet des Dr. Caligari"1)
eingesetzt und
spielte einigermaßen erfolgreich in diversen Serien mit. Doch erst durch
die Bekanntschaft mit dem legendären Regisseur Fritz Lang1) (1890 1976), der 1922
seine Ex-Frau Thea von Harbou geheiratet hatte, wurde Klein-Rogge zum
Leinwandstar; Lang schrieb übrigens gemeinsam mit von Habou die Drehbücher für
viele seiner Filme. Die erste Ehefrau von Rudolf Klein-Rogge war Gerda Melchior, ebenfalls Schauspielerin und eine Kusine des ersten deutschen Stummfilmstars Henny Porten. Aus Gerda Melchiors ersten Ehe mit dem Gefängnisdirektors Carl Finkelnburg stammt Ela Elborg (geb. Hilde Finkelnburg; 1899 2004), die unter anderem Mitarbeiterin des "Jud Süß"-Regisseurs Veit Harlan war und als Halbjüdin nur mit Hilfe ihres Stiefvaters Rudolf Klein-Rogge bzw. dessen zweiten Ehefrau Thea von Harbou (1888 1954) den Holocaust überlebte.5) Die 1914 geschlossene Ehe mit Thea von Harbou war 1921 geschieden worden, Klein-Rogge heiratete noch im gleichen Jahr die Schauspielerin Margarete Neff3) (1892 1984), die er bei den Dreharbeiten zu dem Film "Die Nächte des Cornelius Brouwer" kennengelernt hatte; doch auch diese Verbindung endete 1927 vor dem Scheidungsrichter6). 1932 wurde die schwedische Schauspielerin Mary Johnson3) (1896 1975) Klein-Rogges vierte Ehefrau; die gemeinsame Tochter Karin erblickte 1933 das Licht der Welt. Ob der 1943 verstorbene Sohn Egil (Egil Hartmut Johnson) aus Klein-Rogges Ehe mit Mary Johnson stammt, oder aus deren zweiten Ehe mit dem Schauspieler und Schriftsteller Karl-Gerhard Johnsson (1891 1964) ist nicht ganz eindeutig; in amtlichen Papieren wird Egil jedoch als Klein-Rogges Sohn bezeichnet.7) Der ehemalige Leinwandstar starb am 29. Mai 1955 nach einem Schlaganfall von den Medien fast unbeachtet und der Öffentlichkeit vergessen in der österreichischen Ortschaft Wetzelsdorf (Marktgemeinde Jagerberg, 40 km südöstlich von Graz). Seine letzten Lebensjahre verbrachte Klein-Roggeauf auf dem dortigen Landgut Wetzelsdorf, dass ihm 1943 von seinem Halbbruder überschrieben worden war. Im Jahr 2000, 45 Jahre nach seinem Tod, wurde sein Nachlass entdeckt. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass Klein-Rogges Frau Mary Johnson nach dessen Tode den Verstand verlor. So tauchte sie in den sechziger Jahren eines Nachts in Wetzelsdorf auf und wollte ins Schloss, ihrem vormaligen Wohnsitz. Ungeheuerlich, wenn man bedenkt, dass Mary Johnson zu diesem Zeitpunkt schon wieder in Schweden lebte. Klein-Rogge sagte auf dem Sterbebett zu seinem Arzt: "Ihr müsst Sie nach Schweden zurückbringen, wenn ich tot bin. Sie wird hilflos sein wie ein kleines Kind." Klein-Rogge behielt Recht. In einer Dokumentation8) über Klein-Rogges letzte Jahre in Wetzelsdorf berichten Zeitzeugen über die letzten 10 Jahre des Stummfilmschauspielers. In einem unterirdischen Bunker, der sich neben dem Schloss befand, welches in den 1980er Jahren abgerissen wurde, werden noch seltene Nachlassteile des Schauspielers entdeckt. Dazu seine komplette Bibliothek von ca. 2000 Büchern in jedes hatte er seinen Namen geschrieben. Fotoalben der letzten 10 Jahre enthüllen, dass es auch Klein-Rogges glücklichste Zeit war. Fotos von 1945 bis zu seinem letzten Foto auf dem Sterbebette, Kleidungstücke des Schauspielers, eigene Drehbuchentwürfe der Nachlass Klein-Rogges ist ein wahres Sammelsurium für Filmfans. Der Entdecker will diesen Nachlass nicht an ein Filmmuseum geben. Er wird demnächst im ersten privaten Filmmuseum (Eröffnung 2007 in Thüringen) zu sehen sein. (Quelle: Wikipedia, Stand 27. April 2007) |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau-Stiftung, 3) www.cyranos.ch 4) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 192 5) Siehe auch den Artikel bei www.welt.de 6) Die Ehe mit Margarethe Neff ist nicht genau belegt. 7) nach Jens Geutebrück, der Nachlass des Schauspielers besitzt. 8) "Rudolf Klein-Rogge Gestorben zu Pfingsten 1955 in Wetzelsdorf und nicht in Graz" (2000) von Jens Geutebrück; der Dokumentarfilmer Jens Geutebrück besitzt den gesamten Nachlass des Schauspielers. |
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Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch
sowie den englischsprachigen Artikel bei mabusescolony; weiterhin die Nachlass-Seite von Jens Geutebrück, u.a. mit vielen Fotos. Fotos auch bei film.virtual-history.com |
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