Emil Jannings wurde als Theodor Friedrich Emil Janez und Sohn des amerikanischen Kaufmanns Emil Janez und dessen deutscher Frau Margarethe (geb. Schwabe) am 23. Juli 1884 im schweizerischen Rorschach1) am Bodensee geboren, Seine frühe Kindheit verlebte er in Zürich, als er zehn Jahre alt war, zog die Familie ins sächsische Görlitz1).
Eigentlich sollte Jannings auf Wunsch seiner Eltern Ingenieur werden, doch er verließ vorzeitig die Schule, machte zunächst als Schiffsjunge mehrere Seereisen, auf denen er alle Illusionen über das Abenteuer christlicher Seefahrt verlor. Danach begann er 1901 eine Bühnenlaufbahn als Volontär am Görlitzer Stadttheater – allerdings soll ihm dort fehlendes Talent bescheinigt worden sein. Er schloss sich anschließend verschiedenen Wanderbühnen an und bereiste mit diesen zwischen 1901 und 1908 den gesamten deutschen Sprachraum. Ein erstes festes Engagement erhielt er am Stadttheater im niederschlesischen Glogau1), Verpflichtungen an verschiedenen Stadttheatern, unter anderem in Stettin (1907/08), Bonn (1908–1911) und Darmstadt (1913/14) schlossen sich an. Dann ging Jannings nach Berlin, wo er zunächst erfolgreich am "Künstlertheater"1) und am "Kleinen Theater" auftrat, auf Empfehlung von Werner Krauss kam er dann zur Spielzeit 1915/16 das von Max Reinhardt1) geführte "Deutsches Theater"1).
  

Foto: Emil Jannings als Gustav Bumke in dem Film
"Stürme der Leidenschaft"1) (1932)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Emil Jannings als Gustav Bumke in dem Film "Stürme der Leidenschaft" (1932)
Hier hatte er rasch Erfolg mit klassischen und modernen Rollen und machte sich rasch einen Namen als kraftvoller Charakterdarsteller. Als sein größter Bühnentriumph ist wohl die Interpretation des Dorfrichters Adam in dem Kleist-Lustspiel "Der zerbrochne Krug"1) zu nennen, mit dem er erstmals 1918 am "Königlichen Schauspielhaus" am Gendarmenmarkt brillierte (seit 1919 "Preußisches Staatstheater" → "Schauspielhaus Berlin"1)). Ende 1918 kehrte er an das "Deutsche Theater" zurück, dessen Ensemble er bis 1920 angehörte. Anfang der 1930er Jahre glänzte Jannings wiederholt in Stücken von Gerhart Hauptmann, so als Amtsvorsteher von Wehrhahn in "Der Biberpelz"1), mit der Titelrolle in "Fuhrmann Henschel"1) und als Geheimrat Clausen in "Vor Sonnenuntergang"1), eine Figur, der er auch auf der Leinwand (1937, "Der Herrscher"1)) eindrucksvoll Leben einhauchte. Im Mai 1934 wurde Jannings an das "Preußische Staatstheater" verpflichtet, wo er 1936 als Otto von Bismarck1) in "Der Ministerpräsident" von Wolfgang Goetz1) letztmalig auf der Bühne stand.
Emil Jannings als Wilhelm Rohrbach und Henny Porten als Luise in dem Stummfilm "Die Ehe der Luise Rohrbach" von Rudolf Biebrach; Produktion: Oskar Messter für "Messters Projektion GmbH" (Berlin), 1916/1917; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000896); Ross-Verlag, 1916/1917; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de Jannings Weltruhm gründet sich jedoch vorwiegend auf sein Filmschaffen, insgesamt trat er in über 70 Kinoproduktionen auf; eigenen Angaben zufolge soll ihn sein chronischer Geldmangel zu dem neuen Medium getrieben haben. Sein Leinwanddebüt gab Jannings 1914 mit einer kleinen Chargenrolle in dem Stummfilm "Im Schützengraben"1) (1914), bereits mit seinem zweiten Film "Arme Eva"1) (1916) erregte er das Interesse der bedeutenden Filmregisseure seiner Zeit. Jannings erhielt nun größere Aufgaben, spielte in rascher Folge Hauptrollen in stummen Melodramen wie "Nächte des Grauens" (1916), "Aus Mangel an Beweisen" (1916), "Die Bettlerin von St. Marien" (1916) oder "Die Ehe der Luise Rohrbach"1) (1917). Vor allem durch die Zusammenarbeit mit Ernst Lubitsch1) avancierte Jannings rasch zu den bedeutendsten Stummfilmstars, mit den von Friedrich Wilhelm Murnau1) in Szene gesetzten Werken "Der letzte Mann"1) (1924), "Tartüff"1) (1925) und "Faust – eine deutsche Volkssage"1) (1926) erreichte er internationale Anerkennung.
 

Emil Jannings als Wilhelm Rohrbach und Henny Porten als Luise
in dem Stummfilm "Die Ehe der Luise Rohrbach" von Rudolf Biebrach
Produktion: Oskar Messter für "Messters Projektion GmbH" (Berlin), 1916/1917
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000896)
"Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 20);
Ross-Verlag, 1916/1917
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Mit Lubitsch drehte er unter anderem den Kostümfilm "Madame Dubarry"1) (1919) als Partner von Pola Negri, die die Titelrolle spielte, "Kohlhiesels Töchter"1) (1920) und "Anna Boleyn"1) (1920) an der Seite von Henny Porten, oder "Das Weib des Pharao"1) (1922), wo er den Pharao Amenes mimte. Er war unter der Regie Dimitri Buchowetzkis1) der Protagonist in "Danton"1) (1921) nach dem Bühnenstück "Dantons Tod"1) von Georg Büchner oder der Shakespeare'sche "Othello"1) (1922). In Dimitri Buchowetzkis Historiendrama "Peter der Große"1) (1923) mimte er den russischen Zaren Peter I., der Große, in dem Horrorstreifen "Das Wachsfigurenkabinett" (1924) den Harun al-Raschid1) neben Conrad Veidt als "Iwan der Schreckliche"1). Es folgte die die Rolle des skrupellosen, wahnsinnigen Kaisers Nero1) in der international besetzten Produktion bzw. dem Monumentalfilm "Quo Vadis?"1) 1924) sowie an der Seite von Elisabeth Bergner die Figur des derben Ehemannes in Paul Czinners "NJU – Eine unverstandene Frau"1). Wie eine Sensation wirkte in Amerika F. W. Murnaus Kammerspiel "Der letzte Mann"1) (1924) mit Jannings als alternder, zermürbter Hotelportier. Murnau besetzte ihn als "Mephisto" in seiner legendären Stummfilmfassung von Goethes "Faust"1) (1926, Faust – eine deutsche Volkssage), im gleichen Jahr erhielt Jannings einen 3-Jahres Vertrag von der "Paramount"1) und ging bis 1929 mit Lubitsch nach Hollywood, wo er für eine Wochengage von 42.000 Mark der bestbezahlte deutsche Filmschauspieler war.

Henny Porten als Anna Boleyn1) und Emil Jannings als Heinrich VIII.1)
in dem Stummfilm "Anna Boleyn"1) von Ernst Lubitsch1)
(Projektions-AG Union (PAGU), Messter-Film GmbH, Berlin, 1920)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000895)
"Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus
(Berlin 1935, S. 20); Ross-Verlag, 1920
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Henny Porten als Anna Boleyn und Emil Jannings als Heinrich VIII. in dem Stummfilm "Anna Boleyn" von Ernst Lubitsch; (Projektions-AG Union (PAGU), Messter-Film GmbH, Berlin, 1920); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000895); "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus; (Berlin 1935, S. 51); Ross-Verlag, 1920; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de
Rückkehr Emil Jannings aus Amerika im Mai 1929; Historische Originalbeschreibung: Die Ankunft des grössten Filmschauspielers der Welt Emil Jannings aus Amerika in Berlin! Emil Jannings und seine Gattin, blumengeschmückt bei ihrer Ankunft, begrüssen vor Freude Berlin nach 2 1/2 jähriger Abwesenheit. Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 102-07770;  Fotograf: Unbekannt / Datierung: Mai 1929 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.

In den USA drehte er unter anderem mit Regisseur Victor Fleming1) das Melodram "Der Weg allen Fleisches"1) (1927, "The Way of All Flesh") und beeindruckte als angesehener Hotelportier, der als Alkoholiker in der Gosse endet. Für diese Darstellung sowie des General Dolgorucki bzw. des Großherzogs Sergius Alexander in Josef von Sternbergs Drama "Sein letzter Befehl"1) (1927, "The Last Command") wurde Jannings im Rahmen der "1st Annual Academy Awards" der "Oscar"1) als "Bester Hauptdarsteller" verliehen → Oscarverleihung 1929. Beachtung fand Jannings zudem  mit der Figur des russischen Zaren Paul I.1) in Ernst Lubitschs Biopic "Der Patriot"1) (1928, " The Patriot"). Die amerikanische "Akademie für Kunst und Wissenschaft"1) erklärte Jannings durch Überreichung eines Ehrenpreises im Frühjahr 1929 zum "Besten Schauspieler Amerikas". → Übersicht Stummfilme
Trotz der Erfolge und seines laufenden Kontraktes kehrte er im Mai des gleichen Jahres nach Deutschland zurück, da er sich mit Aufkommen des Tonfilms der englischen Sprache nicht mächtig genug fühlte. Zunächst ließ er sich am Wolfgangsee im Salzkammergut nieder und betätigte sich als Landwirt, bis es ihn wieder zu Theater und Film trieb. Er spielte im Ensemble des "Deutschen Theaters" und ab 1934 am "Staatlichen Schauspielhaus" in Berlin, bleibt aber vor allem als Darsteller in in großen Kinoerfolgen unvergesslich.

Foto: Rückkehr Emil Jannings aus Amerika im Mai 1929
Historische Originalbeschreibung: Die Ankunft des grössten Filmschauspielers der Welt
Emil Jannings aus Amerika in Berlin! Emil Jannings und seine Gattin, blumengeschmückt
bei ihrer Ankunft, begrüssen vor Freude Berlin  nach 2 1/2 jähriger Abwesenheit.
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 102-07770;
Fotograf: Unbekannt / Datierung: Mai 1929 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 102-07770 bzw. Wikimedia Commons

Mit seinem ersten Tonfilm in Deutschland gelang Jannings 1930 ein Comeback als Filmschauspieler in "Der blaue Engel"; an der Seite von Marlene Dietrich feierte er als Darsteller des Professor Unrat – nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann1) – große Erfolge, wurde einer der bestbezahlten deutschen Filmschauspieler und "der" männliche Schauspieler Deutschlands vor und nach 1933. Man sah ihn unter anderem als Tenor Albert Winkelmann in "Liebling der Götter"1) (1931), mit Titel- bzw. Hauptrollen in "Stürme der Leidenschaft"1) (1931), "Die Abenteuer des Königs Pausole"1) (1933), "Der schwarze Walfisch"1) (1934), "Der Alte und der junge König – Friedrichs des Grossen Jugend"1) (1935), "Traumulus"1) (1936) und "Der Herrscher"1) (1937). Eine grandiose Leistung gelang ihm noch einmal mit seiner Paraderolle des "Dorfrichter Adam" in Gustav Ucickys Kleist-Adaption "Der zerbrochene Krug"1)  (1937) sowie mit der Titelrolle des berühmten Dr. Robert Koch1) in dem Biopic "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes"1) (1939).
Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme hatte Jannings seine Kunst in den Dienst des NS-Regimes gestellt; obwohl er selbst nie Mitglied der "Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei" (NSDAP) wurde, bekannte er sich öffentlich zur NS-Ideologie. Als einer der Lieblingsschauspieler von Adolf Hitler verkörpert er in etlichen Streifen den von der NS-Propaganda idealisierten "Herrenmenschen". Zu Jannings Filmen bis Kriegende zählen die bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen"1) zählende Biografie "Ohm Krüger"1) (1941) über das Leben des südafrikanischen Politikers Paul Kruger1), Wolfgang Liebeneiners Bismarck-Film "Die Entlassung"1) (1942) über den Konflikt zwischen dem Reichskanzler Otto von Bismarck1) und dem jungen deutschen Kaiser Wilhelm II.1) (Werner Hinz), sowie die Komödie "Altes Herz wird wieder jung"1) (1943); die Produktion der Komödie "Wo ist Herr Belling?"1) (1945) blieb aufgrund einer Erkrankung des Stars Janning unvollendet → Übersicht Tonfilme

Foto: Emil Jannings vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de; Ross-Karte Nr. 1266/2;
Angaben zur Lizenz siehe hier

Emil Jannings vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888–1929); Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de; Ross-Karte Nr. 1266/2
Emil Jannings vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888–1929); Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de bzw. www.flickr.com; Ross-Karte Nr. 1556/1

Trotz des Vorwurfs, aus seiner Vorliebe für die "großen Kerls" seinen Namen der Propaganda des "Dritten Reichs" zur Verfügung gestellt zu haben, wird jedoch nicht verschwiegen, dass seine Autorität auch gefährdeten Branchenkollegen zugute gekommen ist. 1939 verhindert er so die Drucklegung seiner Autobiografie, weil der Verlag einige unzeitgemäße äußerungen und die Namen von jüdischen Künstlern verfälschte. Das Buch erschien schließlich in der ursprünglichen Fassung ein Jahr nach Jannings Tod.
Nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 verhängten die Alliierten ein lebenslanges Berufsverbot über Jannings aufgrund seiner schauspielerischen und unternehmerischen Tätigkeit während des Nationalsozialismus. Ohne Engagement und gemieden, zog der Schauspieler sich bald tief enttäuscht und krank vom Filmgeschäft zurück, setzte sich intensiv mit dem katholischen Glauben auseinander und konvertierte wenige Tage vor seinem Tod vom Protestantismus zum Katholizismus. 1948 erwarb er die österreichische Staatsbürgerschaft, Auswanderungspläne nach Argentinien hatten sich zerschlagen.
 
 
Foto: Emil Jannings vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: filmstarpostcards.blogspot.de bzw. www.flickr.com; Ross-Karte Nr. 1556/1
Angaben zur Lizenz siehe hier

Jannings spielte die Kraftnaturen der Weltgeschichte und -literatur, war Ludwig XV., Danton, Othello, Heinrich VIII., Götz von Berlichingen, Mephisto und Faust; nicht zuletzt durch komödiantisches Raffinement vermenschlichte er sie. Mit seiner natürlichen Schnauzigkeit, dem verschmitzten und raunzenden Kutschercharme verkörperte er auch starke Persönlichkeiten aus dem Alltag: Industrielle, Forscher, Haustyrannen in Hemdsärmeln, Spießer. Der Alchimist einer wirkungsvollen Mixtur aus Spiel und Ernst, Realismus und Illusion kam von Naturalismus und Expressionismus, konnte Figuren gestalten, die Otto Dix und Max Beckmann visionär entworfen hatten. Dabei blieb er stets volkstümlich, auch wo er Hochfahrende und Aufgestiegene interpretierte. Der Tonfilm gab ihm auch Leidensrollen, Sünder und Scheiternde, deren tragische Dimensionen sein Einfühlungsvermögen einzigartig erfasste.2)
Jannings größte Auszeichnung war wohl 1928 der "Oscar" und bis heute ist er der einzige deutsche männliche Schauspieler, der diese Ehrung erhalten hat → Liste deutscher Oscarpreisträger. An weiteren Ehrungen erhielt er 1936 die Ernennung zum "Staatsschauspieler", 1937 die Ernennung zum "Kultursenator", im gleichen Jahr überreichte man ihm (gemeinsam mit Regisseur Veit Harlan) den "Nationalen Filmpreis"1) sowie den "Coppa Volpi"1) für "Der Herrscher". 1939 erhielt er die "Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft"1) und 1941 den "Ehrenring des deutschen Films" für die Darstellung in "Ohm Krüger". Noch 1944 verfügte Propagandaminister Goebbels, Jannings als "unersetzbaren" Künstler in die so genannte "Gottbegnadeten-Liste"1) aufzunehmen.
Emil Jannings 1944; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Körperschaft: Weltbild; Copyright ÖNB/Wien; Datierung: 23.06.1944; Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 888/1) Der legendäre Schauspieler Emil Jannings starb am 2. Januar 1950 mit nur 65 Jahren an den Folgen einer Leberkrebs-Erkrankung im österreichischen Strobl1), einer Gemeinde im Salzburger Land. Nach der Rückkehr 1929 aus Amerika hatte Jannings in der dortigen Ortschaft Gschwendt1) ein Landhaus erworben,  wo er seit 1945 mit seiner letzten Frau bis zu seinem Tod dauerhaft bzw. zurückgezogen lebte; der "Janningshof" wurde 1958 abgerissen. Die letzte Ruhe fand der legendäre Künstler, der noch kurz vor seinem Ablen zum Katholizismus übergetreten war, auf dem Friedhof der nahe gelegenen Gemeinde Sankt Wolfgang1). Der Grabstein trägt die abgewandelten Zeilen eines Goethe-Gedichts "Alles geben die Götter, die Unendlichen, ihren Lieblingen ganz, alle Freude, die Unendlichen, alle Schmerzen, die Unendlichen, ganz." → Foto der Grabstelle bei knerger.de.

Jannings war in erster Ehe um 1920 herum kurz mit der Schauspielerin Hanna Ralph (1888 – 1978), in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Lucie Höflich (1883 – 1956) und in dritter Ehe seit 1923 mit der Diseuse und Schauspielerin Gussy Holl1) (1888 – 1966) verheiratet; aus seiner ersten, in Stettin geschlossenen Ehe stammte die 1920 geborene Tochter Ruth Maria, die in den 1950er Jahren Selbstmord beging.3)
Seine Erinnerungen veröffentlichte Jannings unter dem Titel "Theater, Film- das Leben und ich", welche, wie bereits erwähnt, erst nach seinem Tod in einer Bearbeitung von C. C. Bergius1) auf den Markt kamen und mit zahlreichen Bildern, die aus dem Privatbesitz des Witwe des verstorbenen Künstlers stammen, das Leben von Jannings dokumentieren. Alfred Richard Meyer1) alias "Munkepunke" hatte bereits 1930 die Biografie "1000% Jannings" publiziert. In jüngerer Zeit brachte Frank Noack das Buch "Jannings. Der erste deutsche Weltstar" (2012) mit zahlreiche Abbildungen und einer ausführlichen Filmografie auf den Markt.

    
Emil Jannings 1944
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB)1)
Körperschaft: Weltbild; © ÖNB/Wien; Datierung: 23.06.1944
Bildarchiv Austria (Inventarnummer P 888/1)
Die Gemeinde Strobl widmete ihrem "großen Sohn" bereits kurz nach dem Tod eine Bronzebüste, die sich auf dem kleinen "Emil-Jannings-Platz" befindet → marterl.at. In Potsdam-Babelsberg erinnert die "Emil-Jannings-Straße" an den unvergessenen Schauspieler. Jannings, der 1960 auf dem "Walk of Fame"1) in Hollywood verewigt wurde, hat seit dem 12. April 2011 auch einen "Stern" auf dem Berliner "Boulevard der Stars"1).
Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz*)
Siehe auch Wikipedia, cyranos.ch, dhm.de, prisma.de, filmportal.de, murnau-stiftung.de sowie
den Artikel bei spiegel.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quellen:
2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 176/77)
3) "Das Bürglgut: Von der Großbürgerlichkeit zur Restitution" von Christian Kloyber, Christian Wasmeier ( StudienVerlag, 2011, S. 287)
Lizenz Fotos Emil Jannings (Urheber: Alexander Binder): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
   
Der blaue Engel
Siehe auch prisma.de, Wikipedia, Murnau Stiftung, dieterwunderlich.de, filmportal.de
Filmplakat zu "Der blaue Engel";  Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Autor: Botjagin, ? (1950) / Körperschaft: August Scherl; Copyright ÖNB/Wien; Datierung 1930; Bildarchiv Austria (Inventarnummer PLA16302136) Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 1930
Uraufführung: 1. April 1930 im Berliner Gloria-Palast
Uraufführung der englischsprachigen Fassung "The Blue Angel": 4. Juli in London
Laufzeit Kino: 108 Minuten
Regie: Josef von Sternberg
Drehbuch: Carl Zuckmayer, Karl Gustav Vollmoeller, Robert Liebmann
nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann
Produktion: Erich Pommer
Musik: Friedrich Hollaender
Kamera (deutsche Fassung): Günther Rittau,
Kamera (englische Fassung: Hans Schneeberger

    

Abbildung mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB)1)
Autor: Botjagin, ? (1950) / Körperschaft: August Scherl1)
© ÖNB/Wien; Datierung 1930
Bildarchiv Austria (Inventarnummer PLA16302136)

Darsteller:
Emil Jannings: Professor Immanuel Rath, Marlene Dietrich: Lola Lola,
Kurt Gerron: Zauberkünstler Kiepert, Rosa Valetti: Guste Kiepert, seine Frau,
Hans Albers: Mazeppa, Reinhold Brent: Clown
Eduard von Winterstein: Schuldirektor, und andere 
(Fremde Links: Wikipedia)

Die vulgäre und äußerst attraktive Sängerin Lola-Lola ist die unbestrittene Attraktion des Nachtlokals "Der blaue Engel". Wie im Vorübergehen bricht sie das Herz des biederen Gymnasialprofessors Immanuel Rath. Der will die berüchtigte Spelunke eigentlich inspizieren, um seine Schüler vor dem Sündenpfuhl fernzuhalten, aber als er Lola auf der Bühne sieht, vergisst er seine Mission. Die Vorstadt-Sirene lässt sich auf den alten Mann ein und nutzt ihn aus. Als sein Verhältnis zu der Lebedame an die Öffentlichkeit dringt, verliert er Stellung und Ansehen.

"Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt!" singt Lola nur leicht bekleidet im "Blauen Engel". In dem Moment nimmt das Leben von Unrat eine jähe Wende!
 
Lexikon des Internationalen Films:
Erschütternde Charakterstudie von Emil Jannings und Ausgangspunkt für Marlene Dietrichs Weltkarriere als Vamp in Sternbergs kongenialer, wenn auch literarisch nicht exakter Verfilmung von Heinrich Manns Novelle "Professor Unrat".

   
Weitere Filme
Stummfilme / Tomfilme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links:  Wikipedia (deutsch/englisch), filmportal.de)
Stummfilme (Auszug) Tonfilme
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