| Paula Wessely | |||||||||||||||||||||||||||
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Paula Wessely wurde am 20. Januar 1907 in der österreichischen Hauptstadt
Wien als Tochter des Fleischhauers Carl Alfons Thaddäus Wessely geboren; sie war
die Nichte der Burgschauspielerin Josephine Wessely (1860 bis 1887).
Mit 14 Jahren begann sie an der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst ihre Schauspielausbildung
und nach dem Besuch des Max-Reinhardt-Seminars in Wien war Paula Wessely ab 1924
am Deutschen Volkstheater
Wien engagiert, von 1929 bis 1945 am Theater in der Josefstadt Wien und
gehörte nach dem Krieg seit 1953 zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Im Laufe ihrer
gesamten Bühnenkarriere stand
die Schauspielerin, die gerne als die "österreichische Duse"
bezeichnet wird, in allen großen Frauenrollen auf der Bühne, vom Gretchen
in "Faust", der Desdemona, Hero und Emilia bis hin zu " Maria Stuart"
und feierte u. a. in Stücken von Tennessee Williams, Henrik Ibsen
oder Hugo von Hofmannsthal
Triumphe sie gab in ihrer gut 60-jährigen Schauspielerinnenkarriere fast
das ganze klassische
Repertoire. Für den Film wurde die Schauspielerin 1934 entdeckt und war erstmals als Fräulein Leopoldine Dur in Willi Forst's Komödie "Maskerade" auf der Leinwand zu sehen. Schnell avancierte sie zu einer beliebten Volksschauspielerin, die mit frischem, ungekünsteltem Wiener Charme und warmem, natürlichem Spiel bestach und in gefühlvollen Melodramen zu sehen war. Sie spielte fortan im Nazifilm in der "gehobenen Spielklasse" eine zentrale Rolle und wurde zur höchstbezahlten Diva des Dritten Reiches. Ihre Filmauftritte blieben aufgrund ihrer intensiven Theaterarbeit überschaubar, aber um so wirkungsvoller; ihre Partner hießen Gustaf Gründgens, Willy Birgel, Rudolf Forster und Attila Hörbiger, den sie 1935 auch ehelichte und mit dem sie ein beliebtes Bühnen- und Film-Paar bildete; ein Angebot aus Hollywood schlug sie aus. Eine volksdeutsche Edelgermanin spielte Paula Wessely 1941 in Ucicky's "Heimkehr", einem antipolnischen Hetz- und Propagandafilm der Nazis. Für diese Entgleisung erhielt sie 1945 Berufsverbot, aber im Gegensatz zu vielen der durch das Dritte Reich kompromittierten Künstler besaß die Wessely später die Größe ohne Ausreden einzugestehen, dass sie sich dafür schäme, nicht genügend Mut aufgebracht zu haben, den Missbrauch ihrer Person zu verhindern. Bereits 1948 war sie als Henriette Stein wieder in "Der Engel mit der Posaune" auf der Leinwand zu sehen und übernahm im deutschen Nachkriegskino vor allem Rollen in heiter-volkstümlichen Unterhaltungsfilmen, so 1955 als Fürstin Pia Maria in "Die Wirtin zur Goldenen Krone". Teilweise agierte sie aber auch in sozialkritischen Filmen wie 1957 als Sozialarbeiterin, die sich um Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen kümmert, in "Noch minderjährig". Ab den 60er Jahren zog Paula Wessely sich vom Film zurück und letztmalig sah man sie 1961 in "Der Bauer als Millionär" sowie als "Glaube in der Filmversion von "Jedermann". Sie trat auch nur noch gelegentlich im Fernsehen auf und konzentrierte sich vordringlich auf ihre Theaterarbeit. Mit dem Tod ihres Mannes Attila Hörbiger beendete sie 1987 auch ihre Bühnenlaufbahn.
Die große Schauspielerin Paula Wessely, die 1949 mit dem Max-Reinhardt-Ring
ausgezeichnet worden war und 1984 das "Filmband in Gold für
langjähriges und hervorragendes Wirken im Deutschen Film" erhielt,
verstarb am 11. Mai 2000 mit 93 Jahren in ihrer Geburtsstadt Wien in einem
Krankenhaus; sie wurde am 22. Mai auf dem Grinzinger Friedhof unter großer
Anteilnahme der österreichischen Bevölkerung an der Seite ihres Mannes Attila Hörbiger
beigesetzt. Ihre drei Töchter aus der Verbindung mit Attila Hörbiger, Elisabeth Orth,
Maresa Hörbiger und Christiane Hörbiger sind ebenfalls
anerkannte und erfolgreiche Schauspielerinnen; auch Enkel Manuel Witting,
der Sohn von Maresa Hörbiger, hat sich für eine Theaterlaufbahn
entschieden. |
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Siehe auch wikipedia.org,
www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com Textpassagen der Biografie aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz |
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