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Fortan wurde Gebühr auf die Verkörperung Friedrichs II. in 16 Spielfilmen, von denen eine Reihe politisch umstritten sind, sowie zahlreichen Bühnenauftritten festgelegt. Gebühr war sowohl schauspielerisch als auch optisch derart überzeugend, dass er "der" Darsteller schlechthin für Friedrich II. und die preußische Zeit wurde. In den kommenden Jahren verkörperte er diese historische Figur beispielsweise zwischen 1920 und 1923 in dem von Arzén von Cserépy in Szene gesetzten stummen Vierteiler "Fridericus Rex" (1. Teil: Sturm und Drang, 2. Teil: Vater und Sohn, 3. Teil: Sanssouci, 4. Teil: Schicksalswende), dann 1926 in "Die Mühle von Sanssouci", 1928 in dem letzten "stummen" Film, Gerhard Lamprechts Zweiteiler "Der Alte Fritz"1). Zwei Jahre später folgte Gustav Ucickys "Das Flötenkonzert von Sanssouci"1), 1932 Friedrich Zelniks "Die Tänzerin von Sanssouci" an der Seite von Lil Dagover und Hans Stüwe.
Propagandaminister Goebbels ernannte Gebühr 1938 zum "Staatsschauspieler" und damit stand Gebühr auf dem Höhepunkt seiner Karriere, war neben Heinz Rühmann, Hans Albers und Heinrich George einer der bestverdienenden und berühmtesten deutschen Schauspielgrößen. In seinen zahllosen, weniger bekannten Filmen gab Otto Gebühr jedoch durchaus auch andere Gestalten, wie Kapitäne, Wucherer, kleine Schreiber oder sogar Komödianten. Bis zum Zusammenbruch des NS-Regimes trat er in leichten Unterhaltungsfilmen auf, wie beispielsweise 1943 in "Immensee" als Vater Jürgens oder in "Die goldene Spinne", Filme, die die Bevölkerung von den Schrecken des Krieges ablenken sollten. Der Film "Der Erbförster" erlebt seine Uraufführung kurz vor der deutschen Kapitulation noch im April 1945. Daneben waren es maritime Fahrensleute, die er wiederholt darstellte: in "Schiffe und Menschen" (1920) und "Neuland" (1923/24), "In Treue stark" (1926) und "Scapa Flow" (1929/30). Nur selten war es ihm gestattet, jenseits eindimensionierter Folien aus Historie und Seefahrts-Romantik Charaktere vorzuführen: etwa als "Gobseck" in der gleichnamigen Balzac-Adaption (1923) und in der Doppelrolle als Schneider und Fürst in Berthold Viertels "Die Perücke" (1924). Seine komödiantischen Fähigkeiten zu beweisen, gelang ihm im Tonfilm, in Nebenrollen als Prilop in "Casanova heiratet" (1939), als Dorfschullehrer in "Viel Lärm um Nixi" (1941). (Quelle: CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film) Nach Kriegsende wurde Gebühr von den Alliierten mit einem Auftrittsverbot belegt, ihm wurde nationalsozialistische Interessenpolitik vorgeworfen, einige seiner Filme wurden indiziert. Nach seiner Entnazifizierung kehrte Gebühr 1947 an der Seite Lil Dagovers in Anton Tschechows "Der Kirschgarten" an der "Berliner Komödie" auf die Bühne zurück. Ab Anfang der 50er Jahre unternahm er Gastspielreisen und bereicherte mit profilierten Chargenrollen den deutschen Film: Er gab kauzige Gesellen und heiter vergreiste Eigenbrötler in Heimatfilmen und letztmalig sah man ihn 1954 als alten Gärtner Jakob in "Rosen-Resli" neben der blutjungen Christine Kaufmann auf der Leinwand. Otto Gebühr starb am 13. März 1954 im Alter von 76 Jahren in Wiesbaden an einem Herzschlag. Er hinterließ Tochter Hilde Gebühr2) (geb. 1912) aus seiner 1910 geschlossenen Ehe mit Cornelia Bertha Julius, die ebenfalls den Schauspielerberuf ergriff. Sohn Michael (geb. 1942) stammt aus seiner zweiten Ehe mit der Schauspielerin Doris Krüger, mit der Gebühr zwischen 1942 und 1950 verheiratet gewesen war. Michael Gebühr stand in den 1950er Jahren für einige Kinoproduktionen vor der Kamera, machte sich jedoch später als Wissenschaftler und Archäologe, vor allem als "Moorleichen"-Experte einen Namen; bis 2007 war Professor Dr. Michael Gebühr2) an der Universität Hamburg als Privatdozent für Vor- und Frühgeschichte tätig, seit 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dezernent für die Eisenzeit am Archäologischen Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig; seit August 2007 ist Michael Gebühr im Ruhestand. |
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| Link: 1) Murnau-Stiftung, 2) Wikipedia | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Textbausteine des Kurzportraits stammen aus dem "Lexikon der deutschen Film- und
TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, sowie von der Seite des LeMO-Projekts (Deutsches Historisches Museum) Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
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