Kurt Großkurth Kurt Großkurth (auch Grosskurth) wurde am 11. Mai 1909 als Sohn eines dichtenden und komponierenden Hoteliers im hessischen Langenselbold1) bei Hanau1) geboren. Als Kurt ein Jahr alt war, zog die Familie nach Betzdorf1), da sein Vater Karl dort ein neues Hotel übernommen hatte. Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte Kurt in Essen, London und Heidelberg eine Ausbildung im Hotelfach und arbeitete mehrere Jahre in internationalen Hotels. Doch er hatte andere Ambitionen, Anfang der 1930er Jahre entschied er sich Schauspieler zu werden, machte ab 1933 in München an der "Staatlichen Akademie der Tonkunst" (heute "Hochschule für Musik und Theater München"1)) eine dementsprechende Ausbildung und nahm auch Gesangsunterricht. Sein Bühnendebüt gab er 1936 am "Stadttheater Pforzheim"1) als lyrischer Tenor, anschließend stand er als Schauspieler und Tenor an verschiedensten Provinztheatern auf der Bühne, weitere Engagements führten ihn nach Hamburg und Berlin.
Zu seinem Repertoire zählten als Mozart-Interpret der Tamino in "Die Zauberflöte"1) und der Ferrando in "Cosě fan tutte"1) oder unter anderem der Jacquino in "Fidelio"1) von Ludwig van Beethoven1). Von 1944 bis 1945 war er in Berlin als Tenorbuffo1) am "Metropol"1) engagiert
Nach Ende des 2. Weltkrieges holte ihn Gustaf Gründgens nach Düsseldorf an die "Städtischen Bühnen"1), wo Großkurth bis 1952 als Buffo, Charakterkomiker und Operettenregisseur tätig war. Mit seiner rundlichen Gestalt und dem fröhlichen Gesichtsausdruck war er prädestiniert für das komische Fach, gab beispielsweise den Gerichtsdiener Frosch in "Die Fledermaus"1), den Onkel Gustav in "Das Feuerwerk"1), den Wald- und Wildmeister Baron Weps in "Der Vogelhändler"1) oder den Jupiter1) in "Orpheus in der Unterwelt"1). Von 1952 bis 1956 gehörte er als Operettenkomiker dem Ensemble des "Staatstheaters am Gärtnerplatz"1) in München, zeitweilig trat Großkurth auch beim Kölner "Millowitsch-Theater"1) auf.
Verschiedene seiner Bühnenrollen übernahm er ab den 1960er Jahren auch in Fernseh-Verfilmungen.
 
Das Foto stammt aus dem Privatarchiv der Familie Großkurth und wurde mir
freundlicherweise vom Enkel des Künstlers zur Verfügung gestellt.
Ab den 1950er Jahren arbeitete der Schauspieler auch für den Film, sein Leinwanddebüt gab er 1950 in dem Musikstreifen "Hochzeit mit Erika"1) nach der Operette von Eduard Künneke1). Im Verlaufe der Jahre folgten unzählige Unterhaltungsfilme, in denen Großkurth mit profilierten Nebenrollen schnell einem Millionenpublikum bekannt wurde. Seine Domäne waren auch hier Lustspiele und Operettenverfilmungen, der Name "Großkurth" stand für Fröhlichkeit und gute Laune und schnell avancierte er  "als komischer, zwischen Heiterkeit und Melancholie schwankender Dicker"2) zum "Spaßmacher vom Dienst".
Großkurth verkörperte bauernschlaue Gastwirte, quengelige Verwandte oder die rheinische Frohnatur schlechthin. Der "gemütliche Dicke" spielte neben vielen anderen beliebten Unterhaltungsstars jener Zeit, wie etwa Heinz Ehrhardt, Beppo Brem, Hubert von Meyerink, Gunther Philipp, Eddi Arent oder Willi Millowitsch, um nur einige wenige Namen zu nennen. Man sah ihn beispielsweise 1956 als Hotelkönig Mr. Groß in "Holiday am Wörthersee"1) mit Walter Müller und Wera Frydtberg, 1958 als unfreiwilligen Soldaten Otto Schummrich in dem Schwank "Mikosch, der Stolz der Kompanie"1) neben Titelheld Gunther Philipp sowie in der Fortsetzung "Mikosch im Geheimdienst"1) (1959).

"Mikosch, der Stolz der Kompanie": Abbildung DVD-Cover sowie
Szenenfoto mit Gunther Philipp (r.) als Ferdinand Mikosch
und Kurt Großkurth als Otto Schummrich
Mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche
die Produktion im April 2014 auf DVD herausbrachte

"Mikosch, der Stolz der Kompanie": Szenenfoto mit Gunther Philipp (r.) als Ferdinand Mikosch und Kurt Großkurth als Otto Schummrich; mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche die Produktion im April 2014 auf DVD herausbrachte "Mikosch, der Stolz der Kompanie": Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche die Produktion im April 2014 auf DVD herausbrachte
Als Fürst Dragomir tauchte er in "Gräfin Mariza"1) (1958) nach der gleichnamigen Operette1) von Emmerich Kálmán1) (Musik) neben Christine Görner1) in der Titelrolle auf oder als Dorfbürgermeister in der Mantel-und-Degen-Komödie "Der lustige Krieg des Hauptmann Pedro"1) (1959) mit Carlos Thompson als Hauptmann Pedro. Großkurth trat in den 1960er Jahren in unzähligen Schlager- und Klamaukfilmen in Erscheinung, zeigte sich beispielsweise 1965 in dem Western "Der letzte Mohikaner"1) nach dem gleichnamigen Roman1) von James – Fenimore Cooper1) neben Titelheld Daniel Martín1) als Koch der US-Kavallerie.  In den 1970er Jahren gingen auch die seichten Pseudosex-Streifen wie "Frau Wirtins tolle Töchterlein"1) (1973) nicht an dem Schauspieler vorbei. In internationalen Produktionen übernahm Großkurth verschiedentlich kleine Aufgaben, so als dicker Metzger Mr. Gloop in "Charlie und die Schokoladenfabrik"1) (1971, "Willy Wonka & the Chocolate Factory"), gedreht von Mel Stuart1) nach dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker1) von Roald Dahl1), als Freund des Barons Kurt von Sepper (Richard Burton) in dem Thriller "Blaubart"1) (1972, "Barbe Bleu" / "Barbablů") und als Finanzminister in dem von Luchino Visconti1) in Szene gesetzten Biopic "Ludwig II."1) (1972, "Ludwig") mit Helmut Berger als legendärem Bayernkönig Ludwig II.1) → Übersicht Kinofilme.
 
Im Fernsehen sah man Großkurth neben etlichen Operetten-Adaptionen in verschiedenen Komödien. So mimte er beispielsweise den Weinhändler Karl Groß in "Der Raub der Sabinerinnen"3) (1959) nach dem gleichnamigen Schwank1) von Franz und Paul von Schönthan1), den Wirt Eismayer in "Der fröhliche Weinberg"3) (1961) nach dem gleichnamigen Lustspiel1) von Carl Zuckmayer1) oder den Gerichtsschreiber Doppelklau (im Original Doublemain) in "Der tolle Tag"3) (1962) nach der gleichnamigen Komödie1) von Beaumarchais1). In der Krimikomödie "Stiftungsfest der "Fleißigen Biene"" (1963) war er der "ehrenwerte" 1. Vorsitzende eines Ganovenvereins, in dem Volkstück "Kein Grund zur Unruhe" (1964) als Adam Spichalski der Freund des entlassenen Nachwächters Karl Knappmann (Heinz Schacht). Zwischen 1964 und 1968 gehörte Großkurth zusammen mit Paul Henckels (bis 1967, als Vorsitzender), Arno Paulsen, Frank Barufski1) und Jupp Hussels zu den "Stammtischbrüdern" der Unterhaltungsshow "Die fröhliche Weinrunde". Als Bürgermeister Stahl sah man ihn in der Serie "Landarzt Dr. Brock" (1967-1969) mit Rudolf Prack, in dem Fünfteiler "Die Powenzbande" (1974) nach dem Roman von Ernst Penzoldt gehörte er als Bäckermeister Tuchler zur Besetzung. Letztmalig stand Großkurth für "Ein Fall für Sie!: Sonnenschein bis Mitternacht"3) (1975) mit dem Untertitel "Ein Kriminalspiel zum Mitmachen" vor der Kamera → Übersicht TV-Produktionen.
Selten stand Großkurth im Hörspielstudio, so sprach er beim "Nordwestdeutschen Rundfunk"1) (NWDR) unter der Regie von Wilhelm Semmelroth1) den Bauer Hannes in der rheinischen Bauernposse bzw. dem Mundarthörspiel "Das Krähenspiel"4) (EA: 08.08.1951) von Goswin Peter Gath1), beim "Westdeutschen Rundfunk"1) (WDR) den Bürgermeister Cornelius Fromholt in "Eselei in Grömelskirchen"4) (EA: 18.02.1958) nach der Komödie von Friedrich C. Baumgarten und Kurt Paul Arnold Goetz (1912 – ?), Regie führte der Schauspieler und Hörspielsprecher Hermann Pfeiffer1), mit dem Großkurth auch wiederholt bei Film- und Fernsehproduktionen zusammen arbeitete, beispielsweise bei "Der Raub der Sabinerinnen " (1959) und "Der fröhliche Weinberg" (1961). Von Josef Martin Bauer1) stammte die in Süddeutschland spielende Geschichte "Die Überstunden des Simon Parblinger"4) (EA: 28.04.1961) aus der Serie "Es geschah in …"1) mit Peter René Körner1) als von der Schwiegermutter genervtem Buchhalter Leonhard Finkle; in dieser WDR-Produktion (Regie: Heinz Dieter Köhler1)) sprach Großkurth den Seipel.
  
Kurt Großkurth starb am 29. Mai 1975, zwei Wochen nach seinem 66. Geburtstag, an den Folgen eines Verkehrsunfalls im oberbayerischen Bad Aibling1). Die letzte Ruhe fand der Schauspieler und Sänger auf dem Friedhof (Urnenwand) in Grünwald1) bei München → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons. Großkurth war mit der Sängerin und Schauspielerin Martel Zorn verheiratet und Vater von drei Töchtern. Mit Martel Zorn hatte er bei der Uraufführung (31.08.1949) der Operette "Hochzeit mit Erika" von Eduard Künneke unter der Regie von Fritz Wiek an den "Städtischen Bühnen Düsseldorf"1) ("Opernhaus") gemeinsam auf der Bühne gestanden, Trude Kortegast gab die Blumenverkäuferin Erika, Gottfried Lingens den attraktiven, reichen Bonvivant Fred, Martel Zorn dessen Schwester Elli und unter anderem Kurt Großkurth wie auch später im Film den Onkel Jakob → musicallexikon.eu.  
In dem Artikel des "Siegerland Kurier" (29.05.2011 konnte man lesen: "Nach dem Krieg wechselte Grosskurth ganz zum Film, da, wie seine Tochter Ute Vogel erzählt, seine Stimme nicht mehr kraftvoll genug war. (…) Ute Vogel sowie ein Enkel von Kurt Grosskurth leben bis heute in Betzdorf. Seine Tochter hat jahrelang das Hotel "Deutsches Haus" ihres Vaters weitergeführt, bis das Gebäude den Bauplänen der Stadt weichen musste."
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) Die Krimihomepage, 4) ARD Hörspieldatenbank
2) Quelle: Wikipedia 
 
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Link: Wikipedia, filmportal.de, krimilexikon.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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