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Joachim Fuchsberger wurde am 11. März 1927 als Sohn eines
gelernten Maschinensetzers bzw. Vertreters, der für eine Mergenthaler Setzmaschinenfabrik
in Berlin tätig war, in Zuffenhausen bei Stuttgart geboren.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Heidelberg, besuchte die
dortige Oberschule bis zur 7. Klasse und wurde dann während des 2. Weltkrieges zum
Reichsarbeitsdienst eingezogen. Noch gegen
Kriegsende kam er nach Wittstock und wurde an der dortigen Schule
zum Fallschirmspringer ausgebildet, flog anschließend verschiedene
Einsätze an der Ostfront. Bei einer dieser Kampfhandlungen geriet
Fuchsberger in britische Kriegsgefangenschaft.
Nach Kriegsende bzw. seiner Entlassung versuchte sich der junge
Fuchsberger zunächst in verschiedenen Berufen seinen Jugendtraum, Pilot
zu werden, hatte er inzwischen aufgegeben. Zu einer seiner Tätigkeiten
zählte auch die Arbeit als Bergmann in einer Zeche in Recklinghausen, was
ihm schon früh den Spitznamen "Blacky" einbrachte. Eine
Arbeit als Monteur von Setz- und Druckmaschinen in der chemiegraphischen Abteilung eines Düsseldorfer
Verlagshauses schloss sich an, 1949 wurde er Werbeleiter
bei der Deutschen Bauausstellung in Nürnberg.
Das Foto (auch Hintergrund) wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
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1950 begann er seine Laufbahn als
"Medien-Mann" beim Bayerischen Rundfunk, zunächst als
Radiosprecher damit fiel der Startschuss zu einer ungeahnten Karriere, die Fuchsberger in
den folgenden Jahrzehnten zum Publikumsliebling bei Film und Fernsehen
werden ließ. Seine ersten Erfahrungen vor der Kamera sammelte der
angehende Schauspieler mit der kleinen Nebenrolle eines Musikstudenten in Anton Kutters
Streifen "Wenn ich einmal der Herrgott wär" (1954),
wenig später holte ihn Paul May für seine
"08/15"-Trilogie, die er nach den gleichnamigen Bestsellern von Hans Hellmut Kirst in
Szene gesetzt hatte, vor die Kamera. Gleich mit dem 1. Teil (1954) hatte
Fuchsberger in diesem Anti-Kriegsfilm als revoltierender "Gefreiter
Asch" seinen Durchbruch auf der Leinwand, 1955 folgten "08/15 im Krieg"
und "08/15 in der Heimat". Obwohl noch einige Kriegsstreifen wie "Die grünen Teufel von Monte
Casino" (1958), "U 47Kapitänleutnant Prien" (1958) oder
"Die Letzte Fahrt von U 153" (1963) folgen sollten, wurde
Fuchsberger in den Anfängen seiner Filmkarriere fast ausschließlich auf
den jugendlichen Liebhaber festgelegt. An der Seite attraktiver
Partnerinnen ließ der nicht minder attraktive Fuchberger in leichten
Unterhaltungsstreifen die Frauenherzen höher schlagen. Mit Germaine Damar
beispielsweise drehte er "Symphonie in Gold" (1956), mit Chariklia Baxevanos
die Komödie "Eva küsst nur Direktoren" (1957), mit Isa und Jutta Günther
"Die Zwillinge vom Zillertal" (1957) oder mit Marianne Hold
"Mein Schatz ist aus Tirol" (1958).
Doch dann verließ der Schauspieler dieses Genre und erreichte mit Harald Reinls überaus
erfolgreichen Wallace-Verfilmungen eine neue, ganz anders
geartete Popularität. Fuchsberger trat 1959 in dem Krimi "Der
Frosch mit der Maske"1) auf, dem ersten
Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit, welcher einen wahren Boom dieser
schwarz-weißen Streifen auslöste. Als Richard Gordon bzw. Neffe von Scotland Yard-Chef Sir Archibald
(Ernst Fritz Fürbringer) löste er gemeinsam mit Inspektor Elk (Siegfried Lowitz)
seinen ersten spannenden Fall. Weitere Verfilmungen mit Fuchsberger als Pfeife rauchender Inspektor
von Scotland Yard, einer modernen Variante der Sherlock Holmes-Figur,
schlossen sich in rascher Folge an,
so "Die Bande des
Schreckens"1) (1960),
"Die toten Augen von
London"2) (1961),
"Die seltsame Gräfin"1) (1961),
"Das Geheimnis der gelben
Narzissen"1) (1961),
"Der Fluch der gelben
Schlange"1) (1962),
"Das Gasthaus an der
Themse"1) (1962, siehe auch prisma-online.de),
"Der schwarze
Abt"1) (1963, siehe auch prisma-online.de),
"Zimmer 13"1) (1963),
"Der
Hexer"1) (1964),
"Der Mönch mit der
Peitsche"1) (1967),
"Im Banne des
Unheimlichen"1) (1968)
sowie "Das Geheimnis der grünen
Stecknadel"1) (1971), dem 37. und vorletzten
Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit.
Auch in anderen, nicht minder
spannenden Krimis agierte Fuchsberger in gewohnter Manier, so
beispielsweise in "Der
Teppich des Grauens" (1962), "Die
weiße Spinne" (1963)
oder "Hotel der toten Gäste" (1965)
und war auch in einigen internationalen Produktionen mit von der
Partie. An der Seite von Christopher Lee mimte er den Karl Janssen in Don Sharps
Horrorstreifen "The Face of Fu Manchu" (1965, Ich, Dr. Fu Man Chu),
für José Luis Madrid stand er gemeinsam mit Lex Baker für den Western
"Wer kennt Jonny R.?" (1966) vor der Kamera, mit Lee Van Cleef
sah man ihn in dem Kriegsdrama "Himmelfahrtskommando El Alamein" (1968).
In Harald Reinls "Der
Letzte Mohikaner"1) (1965), nach dem Bestseller von James Fenimore Cooper,
gab er den Captain Bill Hayward, als eher besinnlicher Typ trat er 1973 in
der von Werner Jacobs gedrehten Kästner-Verfilmung "Das
fliegende Klassenzimmer"1) als Dr. Johannes Bökh,
von den Schülern liebevoll Justus genannt, auf. Danach erschien Fuchsberger,
der auf der Leinwand bis Anfang der 70er Jahre in insgesamt 85 Spielfilmen meist
Hauptrollen verkörpert hatte und dessen Wallace-Filme inzwischen Kult geworden
sind, nur noch einmal in Michael Verhoevens Spielfilm
"Gefundenes Fressen" (1977).
Im Fernsehen übernahm er als Schauspieler immer wieder mal sporadisch
interessante Aufgaben, war unter anderem 1967 mit der Hauptrolle des Edward Morrison in Wolfgang Beckers dreiteiligem
Fernsehkrimi "Der Tod läuft
hinterher" zu sehen, 1970 war er, ebenfalls unter der Regie
Beckers, der Protagonist Thomas Wassem in dem dreiteiligen Thriller "11 Uh 20"
und in Günter Gräwerts exotischen Abenteuer "Heißer Sand" (1971)
mimte er den "Wüstenfuchs" Jeff Barlow, der in einem Sandsturm
in der Sahara verschwindet.
Den wenigsten ist bekannt, dass das Allround-Genie Fuchsberger in seinen
frühen Jahren ein durchaus erfolgreicher Songtexter war. So verfasste er
beispielsweise den Udo-Jürgens-Hit
"Was ich Dir sagen will" (1967), schrieb Texte unter anderem
für Adamo, Juliette Gréco und Harald Juhnke. Für seine erste Frau Gitta Lind, mit der er
ab 1951 nur zwei Jahre lang verheiratet war, textete er
den Song "Blumen für die Dame".
Mit dem Niedergang des deutschen Unterhaltungsfilm hatte der Schauspieler
inzwischen eine zweite, nicht minder erfolgreiche Karriere als Talk-
und Quizmaster aufgebaut. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte er in der ARD als Quizmaster
die Sendung "Nur nicht nervös werden"
moderiert, nach einem kurzen Intermezzo als Chefsprecher bei den Olympischen Spielen
1972 in München trat er fortan nur noch als Moderator auf.
Zwischen 1973 und 1976 folgte beim Südwestfunk "Der heiße
Draht" sowie "Spiel mit mir" (ab 1975). Zur großen
Samstagabend-Show geriet ab 1977 die
Unterhaltungssendung "Auf los geht's
los"1) mit zahlreichen Prominenten und originellen
Spieleinlagen wenn eine verlorene Wette es erforderte, moderierte
Fuchsberger auch im Nachthemd, machte auch in diesem ungewöhnlichen Outfit eine
glänzende Figur. In den ersten Jahren entsprach diese Form der Unterhaltung
ganz dem Geschmack des Publikums, doch mit der Zeit ließ daqs Interesse nach, die Quoten sanken. 1986 wurde die Live-Rate-Show
aufgrund mangelnden Zuschauerinteresses eingestellt. Dem Ende ging eine Reihe überzogener Kritiken an die Adresse Fuchsbergers
wie "arrogant", "eitel" oder "anmaßend" voraus,
empörte Reaktionen musste der Fernsehliebling beispielweise hinnehmen, als er ein
junges Mädchen, das zu steppen versuchte, mit den Worten verabschiedete
"Das war die erste Stunde Elefanten-Tanzschule!". Der Star
zog sich verbittert von der Sendung zurück, nicht ohne vorher in einer
Pressekonferenz einiges richtig zu stellen und seine Auffassung zu den
Querelen zu artikulieren.
Am 2. Dezember 1980 hatte Fuchsberger mit der
Talk-Show "Heut abend" Premiere im Bayerischen Fernsehen gehabt
und erreicht mit diesem erfolgreichen Talk-Format nicht zuletzt wegen
seines lockeren, unkomplizierten Plaudertons ein Millionenpublikum; "Blackys"
erster Gast war Harry Belafonte. Am 22. Dezember 1983 wechselte die Promi-Talkshow in die ARD,
sein letzter Gast war am 2. Januar 1991 nach insgesamt 300 Sendungen
Helmut Lohner. Zwischen 1990 und 1994 moderierte er in der ARD 50 Mal
die Sendung "Ja oder Nein", eine Art Nachfolgeformat von
Robert Lembkes legendären "Was bin ich"-Reihe, in der vier prominente
Ratefüchse die Geheimnisse der Gäste erraten mussten.
Zum damaligen Rateteam gehörten Sepp Maier, Vera Russwurm,
Thomas Hegemann und Alice Schwarzer. Die Chefredakteurin der Frauenzeitschrift
"Emma" sagte einmal in einem Interview über ihre Zusammenarbeit mit Fuchsberger: "Ich habe ihn schon
lange vorher als wirklich aufgeschlossenen und neugierigen Menschen kennen gelernt eine
immer rarer werdende Qualität in den
Medien."
Danach verabschiedete sich Fuchsberger endgültig als Showmaster von
seinem Publikum.
Bereits Ende der 1980er Jahre hatte Fuchsberger sich vorübergehend
nach Australien zurückgezogen, wo er seit 1983 seinen zweiten Wohnsitz
auf der Insel Tasmanien hat. Wenige Jahre später begann seine
dritte Karriere als erfolgreicher Dokumentarfilmer. In unregelmäßigen
Abständen drehte er für den Bayerischen Rundfunk Filme im Rahmen der auf ihn zugeschnittenen Reportagereihe
"Terra Australis", in denen er liebevoll und voll Sachkenntnis Menschen und Landschaften seiner Wahlheimat porträtierte.
Als "TV-Reiseleiter" von "Down Under" berichtete er
seit 1988 für die ARD siebzehn Mal
in dieser erfolgreichen, interessanten Reihe. Von 1997 bis Mitte März 2000 drehte Fuchsberger
seinen 17. "Terra Australis"-Film und
verfolgte mit der Kamera die Verwandlung Sydneys zur Olympiastadt, Titel:
"Sydney 2000 Die Stadt der fünf Ringe Joachim Fuchsberger
porträtiert die australische Millionenmetropole im
Olympiafieber". Die Dokumentation, die Fuchsberger nach einer im Frühjahr 2000
durchzumachenden schweren Herzoperation dennoch fertig stellen konnte, wurde am 1. Juni 2000 in der ARD ausgestrahlt.
Neben all dieser intensiven Arbeit für Film und Fernsehen fand
Fuchsberger noch die Zeit, sich für soziale Belange einzusetzen. 1984 erkor man ihn zum
ersten Deutschen Botschafter für das Kinderhilfswerk der
Vereinten Nationen "UNICEF".
1995 wurde Fuchsberger nach 22 Jahren Pause "rückfällig"
als Schauspieler: Für den deutsch-italienischen Fernseh-Dreiteiler
"Flammen der Liebe" stand er als Graf Alessio Capilupi vor der
Kamera, 1996 spielte er in "Die heiligen vier Könige" den
König Balthasar. 1998 übernahm er in dem TV-Zweiteiler "Tristan und Isolde" die Rolle des
König Marke, Ralf Bauer spielte den Tristan. Das war
"der Beginn einer wunderbaren Freundschaft" zwischen Joachim Fuchsberger und
Teenyliebling Bauer.
Im Jahr 2001 waren beide unterwegs auf großer Theatertournee, mit dem Zweipersonenstück
von Bill C. Davis "Der Priestermacher". 45.000 Besucher haben
Fuchsberger und Bauer in dem Stück, das Glenn Jordan 1983 mit Jack Lemmon
und Zeljko Ivanek unter dem Titel
"Mass Appeal" ("Die Auseinandersetzung") verfilmte, mittlerweile
gesehen; die insgesamt 75 Vorstellungen waren in ganz Deutschland schon vor Beginn
der ersten Tournee, die am 2. Oktober 2001 zu Ende ging, total ausverkauft. Im Herbst 2002
gingen Fuchsberger und Bauer noch einmal mit dem "Priestermacher" auf große Städtetournee,
u.a. mit Auftritten in Frankfurt, Hamburg, Dresden, Düsseldorf und Essen.
Die erste Aufführung für diese Tournee ging am 4. September 2002 in München, in der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof,
über die Bühne, in Folge wurde Fuchsberger von der Kritik und dem Publikum frenetisch gefeiert. 2004 spielte
der Schauspieler das Stück rund 60 Mal mit Pascal Breuer in München
erneut in der Komödie im Bayerischen Hof.
Warum sich der damals 74-Jährige die Strapazen einer Mammut-Tournee
zumutete, war er oft gefragt worden und antwortete:
"Weil das für mich besser ist als jede Medizin
Ich hatte zwar vor längerer Zeit
geschworen, nie mehr auf Tournee zu gehen. Aber als ich dieses Stück "Der
Priestermacher" in die Hand bekam, musste
ich diesen Schwur brechen. Zum einen, weil es für mich das Stück ist und zum anderen,
weil es meine Pflicht ist, mich von meinem Publikum, das mir all die Jahrzehnte
die Treue gehalten hat, persönlich zu verabschieden. Denn diese wird die
letzte Theatertournee in meinem Leben
sein."
Joachim Fuchsberger bekam im Laufe seiner langen, erfolgreichen Karriere zahlreiche Auszeichnungen:
- 1961 den Goldenen Bildschirm,
- 1969 den Goldenen Bambi sowie die Goldene Schallplatte als Texter (für den Udo Jürgens-Hit
"Was ich Dir sagen will"),
- 1970 in Italien das "Internationale Filmband",
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1971 wurde Fuchsberger zum "Kommissar ehrenhalber" durch Münchens damaligen Polizeipräsidenten Manfred Schreiber ernannt und bekam den
"Goldenen Otto",
- 1979 wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.
- 1981 folgte die "Goldene Kamera",
- 1982 ein weiterer "Goldener Bambi",
- 1983 das Bundesverdienstkreuz,
- 1983 wurde er zum "Pfeifenraucher des Jahres" gekürt,
- 1985 folgte der "Der liebe Augustin" (Österreich),
- 1986 die "Goldene Europa" und
- 1994 das Große Bundesverdienstkreuz,
- 2005 der "Bayerischer Fernsehpreis" für sein Lebenswerk,
- 2006 die "Bayerische Staatsmedaille für Soziale Dienste",
- 2007 "Brisant Brillant" für sein Lebenswerk,
- 2007 "DVD Champion" in der Kategorie "Lifetime Achievement Award" für sein Lebenswerk,
- 2008 "Platin Kurier Romy" für das Lebenswerk (12.04.2008),
- 2009 der Sächsischer Dankesorden in der Sparte
"Kultur" (16.01.2009),
- 2010 "Goldene Kamera" für sein Lebenswerk (30.01.2010).
In Australien kam Fuchsberger zu Ruhm als "Honorary Ambassador of
Tourism", als Botschafter für die Faszination des Landes in aller Welt.
Im Juli 1999 bekam er dafür von Tasmaniens Ministerpräsident Jim Bacon die Dank-Urkunde für
"außerordentlichen Einsatz und Verdienste um den Staat". Seit
"Blacky" mit seiner Frau in Tasmaniens Hauptstadt Hobart wohne, siedle man das
Eiland, das so groß ist wie Bayern,
"nicht mehr irgendwo in Afrika oder Transsylvanien an", merkte Bacon
bei der feierlichen Verleihung in München süffisant an.
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Seit 1954 ist Fuchsberger
in zweiter Ehe mit der ehemaligen Schauspielerin Gundula Korte
verheiratet, die er beim Bayerischen Rundfunk
kennen und lieben gelernt hatte; bis heute führt das Paar eine überaus
glückliche Ehe. Mit seiner "Gundel" hat Fuchsberger Sohn Thomas,
der am 8. August 1957 das Licht der Welt erblickte und heute als
erfolgreicher Filmkomponist, Sänger, Bandleader und Reisefotograf arbeitet; unter
anderem schrieb er für seinen Vater die Musik zu allen "Terra
Australis"-Dokumentationen.
Joachim Fuchsberger, der wechselweise mit seiner Frau in München und
Australien lebt, erfreut sich trotz mehrfacher Herzoperationen bester
Gesundheit und konnte am 11. März 2007 im Kreise seiner Familie und
zahlreichen Freunden seinen 80. Geburtstag feiern. Als Hommage an den
vielseitigen Künstler sendete die ARD vier Tage später zur Primetime die Geburtstagsshow "Ein Leben wie im Flug".
Mit zahlreichen Weggefährten und Filmausschnitten geriet die Sendung zum
Wiedersehen mit legendären, liebgewordenen Szenen aus dem Schaffen
Fuchsbergers eine Erinnerung der besonderen Art, gefilmt wurde in einer alten JU 52,
was den ehemaligen Hobbyflieger und Fallschirmjäger wohl besonders gefreut
haben mag.
Vorausgegangen war die Premiere des Filmes "Neues vom Wixxer"1), in dem
Fuchsberger nach langer Zeit wieder mal eine Kinorolle übernommen hatte und als britischer
Lord David Dickham zu sehen ist. Der Streifen, welcher wieder kompetent und pointiert die
Edgar-Wallace-Filmreihe der 60er parodiert, läuft seit 15. März 2007 in den Kinos. Bereits für den ersten
Teil "Der Wixxer" hatten sich die Macher Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka
und Oliver Welke vier Jahre zuvor um eine Teilnahme Fuchsbergers bemüht, der
jedoch wohl aufgrund des Titels dankend abgelehnt hatte ein Fehler, wie er
später, nachdem er die Wallace-Persiflage gesehen hatte, eingestehen
musste. "Ja, ich kannte das Drehbuch nicht, nur den Titel, und dachte,
die sind wohl mit dem Klammerbeutel gepudert."
sagte er kürzlich in einem Interview mit dem "Stern". "Schließlich waren
vorher schon einige Versuche fehlgeschlagen, den Wallace-Kult wiederzubeleben.
Später haben mir Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka eine DVD vom
"Wixxer" nach Australien geschickt, und ich war begeistert.
Olli fragte mich, ob ich im nächsten Film mitspielen würde, und ich sagte,
wenn Ihr eine gute Rolle habt, ja nachdem ich mich für meine Voreingenommenheit entschuldigt hatte.
Oliver Kalkofe
erinnerte sich an den Moment, als er von Fuchsbergers Zusage erfuhr:
"Wir konnten unser Glück nicht fassen, es war für uns alle fantastisch zu erleben,
mit welcher Freude, Energie und Herzlichkeit er dabei war. Man wird so oft nach Idolen und Vorbildern
gefragt ich würde mir wünschen, mit 80 so zu sein".
Auch im vorgerückten Alter zieht es Fuchsberger hin und wieder als
Schauspieler vor die Kamera, in dem von ProSieben produzierten, prominent
besetzten Abenteuer-Zweiteiler "Der
Bibelcode"1) (EA: 1./2.09.2008) gab er den (fiktiven)
Papst Innozenz V. Am 3. Februar 2010 wurde in der ARD die
Tragikomödie
"Live
Is Life Die Spätzünder"2)) ausgestrahlt, in dem
Fuchsberger neben Hauptdarsteller Jan Josef Liefers als erfolglosem Musiker
"Rocco" einen schlitzohrigen Altenheimbewohner mimte, der gemeinsam
mit Rocco und ein paar anderen Heimbewohnern eine Senioren-Band gründet
(mehr bei kundendienst.orf.at).
Seine Autobiografie "Denn erstens kommt es anders" veröffentlicht
der Künstler rechtzeitig zu seinem 80. Geburtstag im Verlag Lübbe. Im Klappentext zu der
im Juni 007 erschienen Audio-CD steht unter anderem: "Wohl niemand
hat die deutsche Film- und Fernsehgeschichte so geprägt wie Joachim Fuchsberger.
Journalist, Schauspieler, Moderator ein Multitalent mit einer
Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Geprägt durch seine Erlebnisse während
des Nationalsozialismus, seiner Erfahrungen im Krieg und vieler dramatischer
Schicksalsschläge ist er ein sehr politischer und aufmerksamer Mensch. Im
Gegensatz zu vielen Stars und Sternchen der Gegenwart hat Joachim Fuchsberger
immer etwas zu erzählen. Autobiografie oder Memoiren? Hier sind die
Autobimoiren eines kreativen Ausnahmetalents, der immer auch politisch
Position bezogen hat und daran glaubt, Dinge verändern zu können. Bis
hierher und noch heiter oder: Das Leben besteht aus lauter Kehrtwendungen.
Auch mit achtzig."
Ein weiteres Buch aus der Feder Fuchsbergers ist "Guten Morgen, Australien. Meine Begegnung mit dem Fünften Kontinent",
das 1990 auf den Markt kam. Gemeinsam mit Sohn Thomas entstand 1998 der
Reisebericht "In 47 Tagen rund um Australien. Das Abenteuer Highway 1".
Der Klappentext weist unter anderem aus: "Joachim Fuchsbergers Tagebuch seiner
sicherlich abenteuerlichsten Reise ist auch eine Verführung zum Träumen.
Es entführt uns in die malerische Landschaft der Ostküste Australiens und zum Whale Watching
in die Hervey Bay. Es eröffnet uns den tropischen Norden des Kontinents
ebenso wie die gefahrvolle Einsamkeit Westaustraliens. (
) Thomas Fuchsberger hat
Landschaften und Menschen auf über 100 Fotos festgehalten. Sie ergänzen
das persönliche Reisejournal seines Vaters."
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