Joachim Fuchsberger; Copyright Edmond Frederik Joachim Fuchsberger wurde am 11. März 1927 als Sohn eines gelernten Maschinensetzers bzw. Vertreters, der für eine Mergenthaler Setzmaschinenfabrik in Berlin tätig war, in Zuffenhausen bei Stuttgart geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Heidelberg, besuchte die dortige Oberschule bis zur 7. Klasse und wurde dann während des 2. Weltkrieges zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Noch gegen Kriegsende kam er nach Wittstock und wurde an der dortigen Schule zum Fallschirmspringer ausgebildet, flog anschließend verschiedene Einsätze an der Ostfront. Bei einer dieser Kampfhandlungen geriet Fuchsberger in britische Kriegsgefangenschaft.
Nach Kriegsende bzw. seiner Entlassung versuchte sich der junge Fuchsberger zunächst in verschiedenen Berufen – seinen Jugendtraum, Pilot zu werden, hatte er inzwischen aufgegeben. Zu einer seiner Tätigkeiten zählte auch die Arbeit als Bergmann in einer Zeche in Recklinghausen, was ihm schon früh den Spitznamen "Blacky" einbrachte. Eine Arbeit als Monteur von Setz- und Druckmaschinen in der chemiegraphischen Abteilung eines Düsseldorfer Verlagshauses schloss sich an, 1949 wurde er Werbeleiter bei der Deutschen Bauausstellung in Nürnberg.
 
 
Das Foto (auch Hintergrund) wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
1950 begann er seine Laufbahn als "Medien-Mann" beim Bayerischen Rundfunk, zunächst als Radiosprecher – damit fiel der Startschuss zu einer ungeahnten Karriere, die Fuchsberger in den folgenden Jahrzehnten zum Publikumsliebling bei Film und Fernsehen werden ließ. Seine ersten Erfahrungen vor der Kamera sammelte der angehende Schauspieler mit der kleinen Nebenrolle eines Musikstudenten in Anton Kutters Streifen "Wenn ich einmal der Herrgott wär" (1954), wenig später holte ihn Paul May für seine "08/15"-Trilogie, die er nach den gleichnamigen Bestsellern von Hans Hellmut Kirst in Szene gesetzt hatte, vor die Kamera. Gleich mit dem 1. Teil "08/15"1) (1954) hatte Fuchsberger in diesem Anti-Kriegsfilm als revoltierender "Gefreiter Asch" seinen Durchbruch auf der Leinwand, 1955 folgten "08/15 – Im Krieg"1) und "08/15 – Im Krieg"1). Obwohl noch einige Kriegsstreifen wie "Die grünen Teufel von Monte Casino" (1958), "U 47–Kapitänleutnant Prien" (1958) oder "Die Letzte Fahrt von U 153" (1963) folgen sollten, wurde Fuchsberger in den Anfängen seiner Filmkarriere fast ausschließlich auf den jugendlichen Liebhaber festgelegt. An der Seite attraktiver Partnerinnen ließ der nicht minder attraktive Fuchberger in leichten Unterhaltungsstreifen die Frauenherzen höher schlagen. Mit Germaine Damar beispielsweise drehte er "Symphonie in Gold" (1956), mit Chariklia Baxevanos die Komödie "Eva küsst nur Direktoren" (1957), mit Isa und Jutta Günther "Die Zwillinge vom Zillertal" (1957) oder mit Marianne Hold "Mein Schatz ist aus Tirol"1) (1958).
Doch dann verließ der Schauspieler dieses Genre und erreichte mit Harald Reinls überaus erfolgreichen Wallace-Verfilmungen eine neue, ganz anders geartete Popularität. Fuchsberger trat  1959 in dem Krimi "Der Frosch mit der Maske"1) auf, dem ersten Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit, welcher einen wahren Boom dieser schwarz-weißen Streifen auslöste. Als Richard Gordon bzw. Neffe von Scotland Yard-Chef Sir Archibald (Ernst Fritz Fürbringer) löste er gemeinsam mit Inspektor Elk (Siegfried Lowitz) seinen ersten spannenden Fall. Weitere Verfilmungen mit Fuchsberger als Pfeife rauchender Inspektor von Scotland Yard, einer modernen Variante der Sherlock Holmes-Figur, schlossen sich in rascher Folge an, so "Die Bande des Schreckens"1)  (1960), "Die toten Augen von London"2) (1961), "Die seltsame Gräfin"1) (1961), "Das Geheimnis der gelben Narzissen"1)  (1961), "Der Fluch der gelben Schlange"1) (1962), "Das Gasthaus an der Themse"1) (1962, siehe auch prisma-online.de), "Der schwarze Abt"1)  (1963, siehe auch prisma-online.de), "Zimmer 13"1) (1963), "Der Hexer"1)  (1964), "Der Mönch mit der Peitsche"1) (1967), "Im Banne des Unheimlichen"1) (1968) sowie "Das Geheimnis der grünen Stecknadel"1) (1971), dem 37. und vorletzten Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit.  
  
Der Hexer; Copyright Einhorn-Film

Fotos mit freundlicher Genehmigung
von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH

Im Banne des Unheimlichen; Copyright Einhorn-Film Der Mönch mit der Peitsche; Copyright Einhorn-Film

Auch in anderen, nicht minder spannenden Krimis agierte Fuchsberger in gewohnter Manier, so beispielsweise in "Der Teppich des Grauens" (1962), "Die weiße Spinne" (1963) oder "Hotel der toten Gäste" (1965) und war auch in einigen internationalen Produktionen mit von der Partie. An der Seite von Christopher Lee mimte er den Karl Janssen in Don Sharps Horrorstreifen "The Face of Fu Manchu"1) (1965, Ich, Dr. Fu Man Chu), für José Luis Madrid stand er gemeinsam mit Lex Baker für den Western "Wer kennt Jonny R.?" (1966) vor der Kamera, mit Lee Van Cleef sah man ihn in dem Kriegsdrama "Himmelfahrtskommando El Alamein" (1968). In Harald Reinls "Der Letzte Mohikaner"1) (1965), nach dem Bestseller von James Fenimore Cooper, gab er den Captain Bill Hayward, als eher besinnlicher Typ trat er 1973 in der von Werner Jacobs gedrehten Kästner-Verfilmung "Das fliegende Klassenzimmer"1) als Dr. Johannes Bökh, von den Schülern liebevoll Justus genannt, auf. Danach erschien Fuchsberger, der auf der Leinwand bis Anfang der 70er Jahre in insgesamt 85 Spielfilmen meist Hauptrollen verkörpert hatte und dessen Wallace-Filme inzwischen Kult geworden sind, nur noch einmal in Michael Verhoevens Spielfilm "Gefundenes Fressen"1) (1977).
 
Im Fernsehen übernahm er als Schauspieler immer wieder mal sporadisch interessante Aufgaben, war unter anderem 1967 mit der Hauptrolle des Edward Morrison in Wolfgang Beckers dreiteiligem Fernsehkrimi "Der Tod läuft hinterher"2) zu sehen, 1970 war er, ebenfalls unter der Regie Beckers, der Protagonist Thomas Wassem in dem dreiteiligen Thriller "11 Uhr 20"2) und in Günter Gräwerts exotischen Abenteuer "Heißer Sand" (1971) mimte er den "Wüstenfuchs" Jeff Barlow, der in einem Sandsturm in der Sahara verschwindet.
Den wenigsten ist bekannt, dass das Allround-Genie Fuchsberger in seinen frühen Jahren ein durchaus erfolgreicher Songtexter war. So verfasste er beispielsweise den Udo-Jürgens-Hit "Was ich Dir sagen will" (1967), schrieb Texte unter anderem für Adamo, Juliette Gréco und Harald Juhnke. Für seine erste Frau Gitta Lind2), mit der er ab 1951 nur zwei Jahre lang verheiratet war, textete er den Song "Blumen für die Dame".
  
Mit dem Niedergang des deutschen Unterhaltungsfilm hatte der Schauspieler inzwischen eine zweite, nicht minder erfolgreiche Karriere als Talk- und Quizmaster aufgebaut. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte er in der ARD als Quizmaster die Sendung "Nur nicht nervös werden" moderiert, nach einem kurzen Intermezzo als Chefsprecher bei den Olympischen Spielen 1972 in München trat er fortan nur noch als Moderator auf. Zwischen 1973 und 1976 folgte beim Südwestfunk "Der heiße Draht" sowie "Spiel mit mir" (ab 1975). Zur großen Samstagabend-Show geriet ab 1977 die Unterhaltungssendung "Auf los geht's los"1) mit zahlreichen Prominenten und originellen Spieleinlagen – wenn eine verlorene Wette es erforderte, moderierte Fuchsberger auch im Nachthemd, machte auch in diesem ungewöhnlichen Outfit eine glänzende Figur. In den ersten Jahren entsprach diese Form der Unterhaltung ganz dem Geschmack des Publikums, doch mit der Zeit ließ das Interesse nach, die Quoten sanken. 1986 wurde die Live-Rate-Show aufgrund mangelnden Zuschauerinteresses eingestellt. Dem Ende ging eine Reihe überzogener Kritiken an die Adresse Fuchsbergers wie "arrogant", "eitel" oder "anmaßend" voraus, empörte Reaktionen musste der Fernsehliebling beispielweise hinnehmen, als er ein junges Mädchen, das zu steppen versuchte, mit den Worten verabschiedete "Das war die erste Stunde Elefanten-Tanzschule!". Der Star zog sich verbittert von der Sendung zurück, nicht ohne vorher in einer Pressekonferenz einiges richtig zu stellen und seine Auffassung zu den Querelen zu artikulieren.
   
Am 2. Dezember 1980 hatte Fuchsberger mit der Talk-Show "Heut abend" Premiere im Bayerischen Fernsehen gehabt und erreicht mit diesem erfolgreichen Talk-Format nicht zuletzt wegen seines lockeren, unkomplizierten Plaudertons ein Millionenpublikum; "Blackys" erster Gast war Harry Belafonte. Am 22. Dezember 1983 wechselte die Promi-Talkshow in die ARD, sein letzter Gast war am 2. Januar 1991 nach insgesamt 300 Sendungen Helmut Lohner. Zwischen 1990 und 1994 moderierte er in der ARD 50 Mal die Sendung "Ja oder Nein", eine Art Nachfolgeformat von Robert Lembkes legendären "Was bin ich"-Reihe, in der vier prominente Ratefüchse die Geheimnisse der Gäste erraten mussten. Zum damaligen Rateteam gehörten Sepp Maier, Vera Russwurm, Thomas Hegemann und Alice Schwarzer. Die Chefredakteurin der Frauenzeitschrift "Emma" sagte einmal in einem Interview über ihre Zusammenarbeit mit Fuchsberger: "Ich habe ihn schon lange vorher als wirklich aufgeschlossenen und neugierigen Menschen kennen gelernt – eine immer rarer werdende Qualität in den Medien."
Danach verabschiedete sich Fuchsberger endgültig als Showmaster von seinem Publikum.
  
Bereits Ende der 1980er Jahre hatte Fuchsberger sich vorübergehend nach Australien zurückgezogen, wo er seit 1983 seinen zweiten Wohnsitz auf der Insel Tasmanien hat. Wenige Jahre später begann seine dritte Karriere als erfolgreicher Dokumentarfilmer. In unregelmäßigen Abständen drehte er für den Bayerischen Rundfunk Filme im Rahmen der auf ihn zugeschnittenen Reportagereihe "Terra Australis", in denen er liebevoll und voll Sachkenntnis Menschen und Landschaften seiner Wahlheimat porträtierte. Als "TV-Reiseleiter" von "Down Under" berichtete er seit 1988 für die ARD siebzehn Mal in dieser erfolgreichen, interessanten Reihe. Von 1997 bis Mitte März 2000 drehte Fuchsberger seinen 17. "Terra Australis"-Film und verfolgte mit der Kamera die Verwandlung Sydneys zur Olympiastadt, Titel: "Sydney 2000 – Die Stadt der fünf Ringe – Joachim Fuchsberger porträtiert die australische Millionenmetropole im Olympiafieber". Die Dokumentation, die Fuchsberger nach einer im Frühjahr 2000 durchzumachenden schweren Herzoperation dennoch fertig stellen konnte, wurde am 1. Juni 2000 in der ARD ausgestrahlt.
Neben all dieser intensiven Arbeit für Film und Fernsehen fand Fuchsberger noch die Zeit, sich für soziale Belange einzusetzen. 1984 erkor man ihn zum ersten Deutschen Botschafter für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen "UNICEF".
  
1995 wurde Fuchsberger – nach 22 Jahren Pause – "rückfällig" als Schauspieler: Für den deutsch-italienischen Fernseh-Dreiteiler "Flammen der Liebe" stand er als Graf Alessio Capilupi vor der Kamera, 1996 spielte er in "Die heiligen vier Könige" den König Balthasar. 1998 übernahm er in dem TV-Zweiteiler "Tristan und Isolde" die Rolle des König Marke, Ralf Bauer spielte den Tristan. Das war "der Beginn einer wunderbaren Freundschaft" zwischen Joachim Fuchsberger und Teenyliebling Bauer. Im Jahr 2001 waren beide unterwegs auf großer Theatertournee, mit dem Zweipersonenstück von Bill C. Davis "Der Priestermacher". 45.000 Besucher haben Fuchsberger und Bauer in dem Stück, das Glenn Jordan 1983 mit Jack Lemmon und Zeljko Ivanek unter dem Titel "Mass Appeal" ("Die Auseinandersetzung") verfilmte, mittlerweile gesehen; die insgesamt 75 Vorstellungen waren in ganz Deutschland schon vor Beginn der ersten Tournee, die am 2. Oktober 2001 zu Ende ging, total ausverkauft. Im Herbst 2002 gingen Fuchsberger und Bauer noch einmal mit dem "Priestermacher" auf große Städtetournee, u.a. mit Auftritten in Frankfurt, Hamburg, Dresden, Düsseldorf und Essen. Die erste Aufführung für diese Tournee ging am 4. September 2002 in München, in der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof, über die Bühne, in Folge wurde Fuchsberger von der Kritik und dem Publikum frenetisch gefeiert. 2004 spielte der Schauspieler das Stück rund 60 Mal mit Pascal Breuer in München erneut in der Komödie im Bayerischen Hof.
Warum sich der damals 74-Jährige die Strapazen einer Mammut-Tournee zumutete, war er oft gefragt worden und antwortete: "Weil das für mich besser ist als jede Medizin… Ich hatte zwar vor längerer Zeit geschworen, nie mehr auf Tournee zu gehen. Aber als ich dieses Stück – "Der Priestermacher" – in die Hand bekam, musste ich diesen Schwur brechen. Zum einen, weil es für mich das Stück ist und zum anderen, weil es meine Pflicht ist, mich von meinem Publikum, das mir all die Jahrzehnte die Treue gehalten hat, persönlich zu verabschieden. Denn diese wird die letzte Theatertournee in meinem Leben sein."
  

Joachim Fuchsberger erhielt im Laufe seiner langen, erfolgreichen Karriere zahlreiche Auszeichnungen:
  • 1961 den "Goldenen Bildschirm" und den "Bravo Otto",
  • 1969 den "Goldenen Bambi "sowie die "Goldene Schallplatte" als Texter (für den Udo Jürgens-Hit "Was ich Dir sagen will"),
  • 1970 in Italien das "Internationale Filmband",
  • 1971 wurde Fuchsberger zum "Kommissar ehrenhalber" durch Münchens damaligen Polizeipräsidenten Manfred Schreiber ernannt und bekam den "Goldenen Otto",
  • 1979 wurde er mit dem "Bayerischen Verdienstorden" ausgezeichnet.
  • 1981 folgte die "Goldene Kamera",
  • 1982 ein weiterer "Goldener Bambi",
  • 1983 das "Bundesverdienstkreuz",
  • 1983 wurde er zum "Pfeifenraucher des Jahres" gekürt, 
  • 1985 folgte der "Der liebe Augustin" (Österreich),
  • 1986 die "Goldene Europa" und 
  • 1994 das "Große Bundesverdienstkreuz",
  • 2005 der "Bayerischer Fernsehpreis" für sein Lebenswerk, 
  • 2006 die "Bayerische Staatsmedaille für Soziale Dienste",
  • 2007 der "Brisant Brillant" für sein Lebenswerk,
  • 2007 der "DVD Champion" in der Kategorie "Lifetime Achievement Award" für sein Lebenswerk,
  • 2008 die "Platin Kurier Romy" für sein Lebenswerk (12.04.2008),
  • 2009 der "Sächsische Dankesorden" in der Sparte "Kultur" (16.01.2009),
  • 2010 die "Goldene Kamera" für sein Lebenswerk (30.01.2010),
  • 2011 der "Deutsche Fernsehpreis" für sein Lebenswerk (02.10.2011)
  • 2011 den "Ehrenpreis" anlässlich der Verleihung des "Deutschen Nachhaltigkeitspreises" (04.11.2011)

In Australien kam Fuchsberger zu Ruhm als "Honorary Ambassador of Tourism", als Botschafter für die Faszination des Landes in aller Welt.
Im Juli 1999 bekam er dafür von Tasmaniens Ministerpräsident Jim Bacon die Dank-Urkunde für "außerordentlichen Einsatz und Verdienste um den Staat". Seit "Blacky" mit seiner Frau in Tasmaniens Hauptstadt Hobart wohne, siedle man das Eiland, das so groß ist wie Bayern, "nicht mehr irgendwo in Afrika oder Transsylvanien an", merkte Bacon bei der feierlichen Verleihung in München süffisant an.


Joachim Fuchsberger war und ist bis heute Publikumsliebling bei Alt und Jung, kann als Schauspieler auf rund 90 Filme zurückblicken, erfreute als charismatischer Moderator und Showmaster in über 500 Fernsehsendungen immer wieder sein Publikum.
"Blacky" sprang immer glatt und unkompliziert, ohne grüblerische Tiefe durch seine frühen Filme als jugendlicher Liebhaber, Soldat, Inspektor. Später wurde er der Pfundskerl mit dem gepflegten Äußeren, der charmante früh ergraute Pfeifenraucher und Gentleman der Nation, der seine Weltanschauung wie ein teures Parfüm zur Schau stellt. (Quelle: Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz)

  
Joachim Fuchsberger, der zeitweise mit seiner Frau in München und Australien lebte, erfreut sich trotz mehrfacher Herzoperationen bester Gesundheit und konnte am 11. März 2007 im Kreise seiner Familie und zahlreichen Freunden seinen 80. Geburtstag feiern. Als Hommage an den vielseitigen Künstler sendete die ARD vier Tage später zur Primetime die Geburtstagsshow "Ein Leben wie im Flug". Mit zahlreichen Weggefährten und Filmausschnitten geriet die Sendung zum Wiedersehen mit legendären, liebgewordenen Szenen aus dem Schaffen Fuchsbergers – eine Erinnerung der besonderen Art, gefilmt wurde in einer alten JU 52, was den ehemaligen Hobbyflieger und Fallschirmjäger wohl besonders gefreut haben mag.
Vorausgegangen war die Premiere des Filmes "Neues vom Wixxer"1), in dem Fuchsberger nach langer Zeit wieder mal eine Kinorolle übernommen hatte und als britischer Lord David Dickham zu sehen ist. Der Streifen, welcher wieder kompetent und pointiert die Edgar-Wallace-Filmreihe der 1960er parodiert, lief seit 15. März 2007 in den Kinos. Bereits für den ersten Teil "Der Wixxer" hatten sich die Macher Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke vier Jahre zuvor um eine Teilnahme Fuchsbergers bemüht, der jedoch wohl aufgrund des Titels dankend abgelehnt hatte – ein Fehler, wie er später, nachdem er die Wallace-Persiflage gesehen hatte, eingestehen musste. "Ja, ich kannte das Drehbuch nicht, nur den Titel, und dachte, die sind wohl mit dem Klammerbeutel gepudert." sagte er kürzlich in einem Interview mit dem "Stern". "Schließlich waren vorher schon einige Versuche fehlgeschlagen, den Wallace-Kult wiederzubeleben. Später haben mir Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka eine DVD vom "Wixxer" nach Australien geschickt, und ich war begeistert. Olli fragte mich, ob ich im nächsten Film mitspielen würde, und ich sagte, wenn Ihr eine gute Rolle habt, ja – nachdem ich mich für meine Voreingenommenheit entschuldigt hatte. Oliver Kalkofe erinnerte sich an den Moment, als er von Fuchsbergers Zusage erfuhr: "Wir konnten unser Glück nicht fassen, es war für uns alle fantastisch zu erleben, mit welcher Freude, Energie und Herzlichkeit er dabei war. Man wird so oft nach Idolen und Vorbildern gefragt – ich würde mir wünschen, mit 80 so zu sein".
 
Auch im vorgerückten Alter zieht es Fuchsberger hin und wieder als Schauspieler vor die Kamera, in dem von ProSieben produzierten, prominent besetzten Abenteuer-Zweiteiler "Der Bibelcode"1) (EA: 1./2.09.2008) gab er den (fiktiven) Papst Innozenz V. Am 3. Februar 2010 wurde in der ARD die Tragikomödie "Live Is Life – Die Spätzünder"1)) ausgestrahlt, in dem Fuchsberger neben Hauptdarsteller Jan Josef Liefers als erfolglosem Musiker "Rocco" einen schlitzohrigen Altenheimbewohner mimte, der gemeinsam mit Rocco und ein paar anderen Heimbewohnern eine Senioren-Band gründet (mehr bei kundendienst.orf.at).
Seine Autobiografie "Denn erstens kommt es anders" veröffentlicht der Künstler rechtzeitig zu seinem 80. Geburtstag im Verlag Lübbe. Im Klappentext zu der im Juni 2007 erschienen Audio-CD steht unter anderem: "Wohl niemand hat die deutsche Film- und Fernsehgeschichte so geprägt wie Joachim Fuchsberger. Journalist, Schauspieler, Moderator – ein Multitalent mit einer Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Geprägt durch seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus, seiner Erfahrungen im Krieg und vieler dramatischer Schicksalsschläge ist er ein sehr politischer und aufmerksamer Mensch. Im Gegensatz zu vielen Stars und Sternchen der Gegenwart hat Joachim Fuchsberger immer etwas zu erzählen. Autobiografie oder Memoiren? Hier sind die Autobimoiren eines kreativen Ausnahmetalents, der immer auch politisch Position bezogen hat und daran glaubt, Dinge verändern zu können. Bis hierher und noch heiter oder: Das Leben besteht aus lauter Kehrtwendungen. Auch mit achtzig."
 
  
 
Foto: Der Schauspieler und Entertainer Joachim Fuchsberger am 12.04.2008 anlässlich seiner Auszeichnung mit der "Platin-Romy für sein Lebenswerk" bei der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises "Romy 2008"1) in der Wiener Hofburg.
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber:
Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
Der Schauspieler und Entertainer Joachim Fuchsberger am 12.04.2008 anlässlich seiner Auszeichnung mit der "Platin-Romy für sein Lebenswerk" bei der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises "Romy 2008"1) in der Wiener Hofburg. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Aktuell brachte die Showlegende im Januar 2011 im "Gütersloher Verlag" das Buch "Altwerden ist nichts für Feiglinge" auf den Markt und setzt sich darin humorvoll, aber auch nachdenklich mit den Folgen des Alterns auseinander. "Launig und charmant, nachdenklich, aber nie weinerlich, plaudert der große alte Mann des deutschen Unterhaltungsfilms über die Blüte seines Lebens und darüber, wie es sich anfühlt, wenn sie langsam dahinwelkt. Fuchsberger nimmt kein Blatt vor den Mund und empfiehlt, sich den Lebensabend nicht durch demographische Schwarzmalerei verderben zu lassen." heißt es unter anderem beim Gütersloher Verlagshaus.
Ein weiteres Buch aus der Feder Fuchsbergers ist "Guten Morgen, Australien. Meine Begegnung mit dem Fünften Kontinent", das 1990 auf den Markt kam. Gemeinsam mit Sohn Thomas entstand 1998 der Reisebericht "In 47 Tagen rund um Australien. Das Abenteuer Highway 1". Der Klappentext weist unter anderem aus: "Joachim Fuchsbergers Tagebuch seiner sicherlich abenteuerlichsten Reise ist auch eine Verführung zum Träumen. Es entführt uns in die malerische Landschaft der Ostküste Australiens und zum Whale Watching in die Hervey Bay. Es eröffnet uns den tropischen Norden des Kontinents ebenso wie die gefahrvolle Einsamkeit Westaustraliens. (…) Thomas Fuchsberger hat Landschaften und Menschen auf über 100 Fotos festgehalten. Sie ergänzen das persönliche Reisejournal seines Vaters."
 
Seit 1954 ist Fuchsberger in zweiter Ehe mit der ehemaligen Schauspielerin Gundula Korte verheiratet, die er beim Bayerischen Rundfunk kennen und lieben gelernt hatte; bis heute führt das Paar eine überaus glückliche Ehe. Mit seiner "Gundel" hat Fuchsberger Sohn Thomas, der am 8. August 1957 das Licht der Welt erblickte und bis zuletzt als erfolgreicher Filmkomponist, Sänger, Bandleader, Autor und Reisefotograf arbeitete; unter anderem schrieb er für seinen Vater die Musik zu allen "Terra Australis"-Dokumentationen.
Thomas Fuchsberger1) starb am 14. Oktober 2010, der 53-Jährige wurde tot aus dem Mühlbach in Kulmbach geborgen; die Polizei ging von einem Unfall aus.
  
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. zur Beschreibung innerhalb dieser HP Stand: November 2011
Lizenz Foto Joachim Fuchsberger (Urheber: Manfred Werner – Tsui): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
  
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de;
siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
(Link: Wikipedia)
1954: Wenn ich einmal der Herrgott 1954: 08/15
1955: 08/15 – Im Krieg 1955: 08/15 – In der Heimat
1955: Das Lied der Hohen Tauern 1955: Der Letzte Mann
1956: Lumpazivagabundus 1956: Wenn Poldi ins Manöver zieht
1956: Symphonie in Gold 1957: Die Zwillinge vom Zillertal
1957: Eva küsst nur Direktoren 1957: Kleiner Mann – ganz groß
1957: Hafenmelodie 1957: Vater macht Karriere
1958: Das Lied von Neapel 1958: Liebe kann wie Gift sein
1958: Das Mädchen mit den Katzenaugen 1958: Mein Schatz ist aus Tirol
1958: Die Grünen Teufel von Monte Cassino 1958: U47 – Kapitänleutnant Prien
1959: Der Frosch mit der Maske 1959: Mein Schatz, komm mit ans blaue Meer
1959: Die Feuerrote Baronesse 1960: Die Bande des Schreckens
1960: Die Zornigen jungen Männer 1960: Endstation Rote Laterne
1961: Auf Wiedersehen 1961: Die Seltsame Gräfin
1961: Das Geheimnis der gelben Narzissen 1961: Die Toten Augen von London
1962: Das Gasthaus an der Themse 1962: Der Teppich des Grauens
1963: Barras heute 1963: Die Letzte Fahrt von U 153 (Mystery Submarine)
1963: Der Fluch der gelben Schlange 1963: Die Weiße Spinne
1963: Der Schwarze Abt 1964: Der Hexer
1964: Zimmer 13 1965: Der Letzte Mohikaner
1965: Hotel der toten Gäste 1965: Ich, Dr. Fu Man Chu (The Face of Fu Manchu)
1965: Ich habe sie gut gekannt (Io la conoscevo bene) 1966: Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy?
1966: Lange Beine – lange Finger 1966: Wer kennt Jonny R.?
1966: Siebzehn Jahr, blondes Haar (La Battaglia dei mods) 1967: Der Mönch mit der Peitsche
1967: Feuer frei auf Frankie 1967: Mister Dynamit – morgen küsst Euch der Tod
1968: Himmelfahrtskommando El Alamein (Commandos) 1968: Im Banne des Unheimlichen
1969: Schreie in der Nacht 1969: Sieben Tage Frist
1972: Das Geheimnis der grünen Stecknadel (Cosa avete fatto a Solange?) 1973: Das Fliegende Klassenzimmer
1973: Das Mädchen von Hongkong 1977: Gefundenes Fressen
1982: Der Fan 2007: Neues vom Wixxer
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