Gerhard (Anton) Riedmann wurde am 24. März 1925 in der österreichischen Hauptstadt Wien1) als Sohn eines Bahnbeamten geboren. Er wuchs in seiner Geburtsstadt auf, gehörte zu den "Wiener Sängerknaben"1) und schloss die Schule mit der Matura (Abitur) an einer Wiener Oberrealschule ab. Anschließend studierte er ein Jahr lang Violine an der "Akademie für Musik"1), bevor er zum Kriegsdienst einberufen wurde. 1945/46 besuchte Riedmann das "Max-Reinhard-Seminar"1), ließ sich dort in den die Fächern Regie und Schauspiel ausbilden.
Ein erstes Engagement erhielt Riedmann zur Spiekzeit 1946/47 am Wiener "Theater in der Josefstadt"1), das von Rudolf Steinboeck in Szene gesetzte Drama "Wir sind noch einmal davongekommen"1) von Thornton Wilder1) (Premiere: 17.03.1947) war eine der ersten Aufführungen, in denen sich Riedmann mit dem Part des Stuhlfahrers beweisen konnte. Es folgten zunächst kleinere Rolle, doch mit der Zeit wurden die Aufgaben größer und er konnte Erfolge als anerkannter Charakterdarsteller feiern.

Privatfoto zur Verfügung gestellt von
Eva Probst (1930 – 2018)
(erste Ehefrau von Gerhard Riedmann)
© Eva Probst

Gerhard Riedmann; Privatfoto zur Verfügung gestellt von Eva Probst (Riedmanns ersten Ehefrau); Copyright Eva Probst
So sah man ihn am "Theater in der Josefstadt" beispielsweise als
(Fremde Links: Wikipedia; P = Premiere, R = Regie), Quelle: josefstadt.org

Weitere Stationen von Riedmanns Theaterlaufbahn waren zwischen 1953 und 1955 die "Münchner Kammerspiele"1) und das "Residenztheater"1), er stand unter anderem in Zürich, Hamburg und an der "Kleinen Komödie"1) in München auf der Bühne. Seinen wohl größten schauspielerischen Erfolg verzeichnete er 1962 bei der von Robert Freitag, dessen Ehefrau Maria Becker und Will Quadflieg gegründeten "Schauspieltruppe Zürich"2) mit der Figur des griechischen Helden Achilles1) in dem Drama "Penthesilea"1) von Heinrich von Kleist1) an der Seite der großartigen Maria Becker als Amazonen-Königin Penthesilea1). Riedmans Domäne waren jedoch überwiegend Boulevardkomödien, Operetten und Musicals, er gab zahlreiche Gastspiele, ging auf Tournee – unter anderem mit der "Löwinger-Bühne"1); in den 1980er Jahren inszenierte und wirkte er auch bei den Mysterienspielen in Tirol mit.
 
Zum Film kam Riedmann Ende der 1940er Jahre und gab sein Leinwanddebüt mit einer ungenannten Nebenrolle in Rudolf Steinboecks Literaturadaption "Das andere Leben"3). Bis Anfang der 1950er Jahre folgten eine Reihe weiterer Produktionen, doch erst mit den Operettenverfilmungen "Der Vogelhändler"3) (1953) – als Vogelhändler Adam neben Ilse Werner (Fürstin Marie-Louise) und Eva Probst (Christel von der Post) – sowie "Der Vetter aus Dingsda"1) (1953) erreichter er ungeheure Popularität. Von nun an war der blendend aussehende Riedmann wie beispielsweise mit der Titelrolle in der Operetten-Adaption  "Der Graf von Luxemburg"3) (1957) ein vielbeschäftigter Darsteller, gab oft Naturburschen in Heimatfilmen wie in "Solange noch die Rosen blüh'n"1) (1956) oder in "Hoch droben auf dem Berg"1) (1957). Mehrmals zeigte er sich mit Marianne Hold, so in den Streifen "Die Fischerin vom Bodensee"1) (1956), "Die Prinzessin von St. Wolfgang"1) (1957), in "Bei der blonden Kathrein"1) (1959) sowie in "Waldrausch"1) (1962) nach dem Roman von Ludwig Ganghofer1) – beide avancierten dadurch zu einer Art "Nachfolger" von Sonja Ziemann und Rudolf Prack als Liebespaar des deutschen Heimatfilms. In den musikalisch umrahmten, teils rührseligen Geschichten aus Tirol, die in den 1950er Jahren das bundesdeutsche Kino eroberten, war Riedmann ein stets optimistisch voranschreitender Liebhaber von Frauen und Natur, der zwar alles erfolgreich anpackte, aber nichts auf die leichte Schulter nahm.4)

Riedmann drehte jedoch nicht nur in eher seichtere Unterhaltungsstreifen, sondern war auch in anspruchvolleren Filmen zu erleben, etwa als Hauptmann Angelis in dem historischem Krimi "Spionage"1) (1955) um den Spionagefall des k. u. k. Oberst Alfred Redl1) (Ewald Balser) oder als Bahnhofsvorsteher Hudetz in "… und führe uns nicht in Versuchung"3) (1957) nach dem Drama "Der jüngste Tag" von Ödön von Horvath1) an der Seite von Johanna Matz und Heidemarie Hatheyer. In dem Melodram "Die Heilige und ihr Narr"1) (1957), einem modernisierten Remake des (antiquierten) gleichnamigen Bestsellers1) von Agnes Günther1) übernahm er als Partner von Gudula Blau1) die Rolle des Malers Graf Harro von Thorstein, überzeugte ein Jahr später als Komponist Emmerich Kálmán1) (1882 – 1953) in dem Biopic "Der Czardas-König"1) (1958). Unter anderem drehte er mit Gerlinde Locker die Geschichte "Meine Tochter Patricia"3) (1959), in "Ruf der Wälder"1) (1965), einer modernisierten Verfilmung der Novelle "Krambambuli"1) von Marie von Ebner-Eschenbach1); trat er als Förster Mathias in Erscheinung. Zu einer seiner letzten Arbeiten für den Kinofilm zählten die Ganghofer-Adaptionen "Schloß Hubertus" (1973) und " Waldrausch" (1977) – insgesamt stand Riedmann seit Ende der 1940er Jahre für mehr als 50 Kino-Produktionen vor der Kamera → Übersicht Kinofilme.
  
Ab Mitte der 1960er Jahre zog sich der Schauspieler mehr und mehr von der Leinwand zurück, spielte meist am Theater oder übernahm vermehrt Rollen in TV-Produktionen. Auch auf dem Bildschirm glänzte er in etlichen Operettenverfilmungen, so beispielsweise 1960 mit seiner Paraderolle des Adam in "Der Vogelhändler"1) mit Gerlinde Locker als Christel von der Post. Mit Gerlinde Locker trat er auch in "Das Land des Lächelns"1) (1961) von Franz Lehár1) auf und spielte den Prinzen Sou-Chongo (gesungen von Fritz Wunderlich), in "Die Kaiserin" (1962) nach der Operette von Leo Fall gab Gerlinde Locker die österreichische Kaiserin Maria Theresia und Riedmann deren Gatte Franz von Lothringen. Hannelore Schroth war seine Partnerin in "Küß mich Kätchen" (1961) nach dem Musical "Kiss Me, Kate"1) von Cole Porter1), in "Gasparone"1) (1962) von Carl Millöcker1) eroberte er als reicher Gutsbesitzer Graf Erminio Saluzzo das Herz der Gräfin Carlotta (Waltaut Haas), in "Mamselle Nitouche" (1963) nach "Mam'zelle Nitouche"1) von Hervé1) machte er als Leutnant Vicomte Fernand von Champlatreux eine gute Figur und verliebte sich in die von Chariklia Baxevanos dargestellte Titelheldin. Man sah ihn als Ignaz Scheel in " Katharina Knie – Ein Seiltänzerstück" (1964) nach dem Volksstück von Carl Zuckmayer1) mit Christiane Hörbiger als Protagonistin Katharina bzw. Tochter des alten Karl Knie (Attila Hörbiger) oder als Emil Tavernier in "Ein Florentiner Hut" (1967) nach der Posse von Eugčne Labiche1), unter anderem mit Gerlinde Locker als Anaďs de Beauperthuis.
In den 1970er Jahren präsentierte sich Riedmann auf dem Bildschirm beispielsweise zusammen mit Hanne Wieder (Iduna Obolski), Paul Dahlke (Onkel Gustav), Karin Anselm (Anna Oberholzer ) und Beppo Brem (Onkel Fritz) als Alexander Oberholzer alias Zirkusdirektor Obolski, in der von Kurt Wilhelm1) in Szene gesetzten musikalischen Komödie "Das Feuerwerk" (1971) von Erik Charell1), Jürg Amstein und Robert Gilbert1) (Libretto), deren Neubearbeitung der gleichnamigen Komödie1) von Paul Burkhard1) (Musik) nach dem schweizerischen Mundart-Lustspiel "Der schwarze Hecht"1) von Emil Sautter1).
 
Nach Gastauftritten Ende der 1970er Jahre in den Krimiserien "Derrick" und "Der Anwalt" stand er als Holzschnitzer Hartmann Schönherr für "Kater Lampe" (1981) nach dem amüsanten gleichnamigen Volksstück1) von Emil Rosenow1) vor der Fernsehkamera oder mimte den Ulanen-Oberst Branicki in "Casanova" (1981) mit Bariton Walter Köninger als Giacomo Casanova1). Zu Riedmanns letzten TV-Auftritten zählte seit Anfang der 1990er Jahre die Rolle des zwielichtigen Bürgermeisters Alois Angerer in der Serie "Der Bergdoktor"1) (1992–1997) sowie die des Michael Gruber bzw. Vater des Protagonisten Valentin (Wolfgang Fierek1)) in der ebenfalls populären Serie "Ein Bayer auf Rügen"1) (1993–1997) → Übersicht TV-Produktionen.

Der beliebte Schauspieler und Vater von sechs Kindern starb am 9. Februar 2004 im Alter von 78 Jahren in der Gemeinde Kematen in Tirol1); dort lebte der Österreicher zuletzt mit seiner dritten Ehefrau Gertrud (Heirat Mitte Juli 1991) und einem gemeinsamen Kind. Die letzte Ruhe fand Gerhard Riedmann auf dem Friedhof von Kematen → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Riedmann war seit 15. Juli 1954  mit seiner Kollegin Eva Probst (1930 – 2018) verheiratet; aus der Verbindung stammt die 1955 geborene, heute in den USA lebende Tochter Eva Maria Alexander. Nach der Scheidung im Jahre 1960 heiratete er kurz darauf in die Swarovski-Glasdynastie1) ein und ehelichte seiner zweite Frau, die Industriellentochter Anita Swarovski, mit der er vier gemeinsame Kinder hatte. Zeitweise arbeitete Riedmann im Werk seines Schwiegervaters als Leiter einer Projektgruppe der Glas- und Optikindustrie mit.

Siehe auch Wikipedia, filmreporter.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tls.theaterwissenschaft.ch, 3) filmportal.de
Quelle: 4) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf   Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 301)
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimohomepage, fernsehserien.de)
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