Repertoire / Filmografie
|
 |
|
Der italienische Tenor Beniamino Gigli wurde am 20. März 1890
als Sohn eines nicht grade begüterten Schuhmachers in
Recanati1) in der Nähe von Ancona1) geboren.
Aufgewachsen mit fünf
älteren Geschwistern, sang er bereits mit sieben Jahren im örtlichen
Kirchenchor und seine Stimme erregte so großes Aufsehen, dass seine Eltern
ihm ersten Gesangunterricht von dem Komponisten/Musikpädagogen Quirino Lazzarini (1863 ?)
geben
ließen. Mit zwölf Jahren verließ Gigli die Schule und musste
als Ladengehilfe zum
Lebensunterhalt der Familie beitragen, 1907 ging er nach Rom, wo er ein
Stipendium an der "Accademia Nazionale di Santa Cecilia"1)
erhielt und von dem Bariton Antonio Cotogni1) (1831 1918) sowie
anschließend von Enrico Rosati1) (1874 1963), der später auch sein Manager wurde,
Unterricht erhielt; um seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können,
arbeitete Gigli als Aushilfe in verschiedensten Berufen. Nach sieben Jahren
beendete er seine Ausbildung mit Auszeichnung, gewann 1914 mit 24 Jahren
einen internationalen Gesangwettbewerb des Konservatoriums
von Parma1).
Am
15. Oktober 1914 debütierte er am "Teatro Sociale"1) in Rovigo1) mit der Partie des
Fürsten Enzo Grimaldo in der Oper "La Gioconda"1)
von Amilcare Ponchielli1).
Beniamino Gigli um 1922
Urheber: Unbekannt; Quelle: www.cyranos.ch
Die Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei,
weil ihre urheberrechtliche
Schutzfrist abgelaufen ist.
|
|
Der berühmte Dirigent Tullio Serafin1)
(1878 1968) erkannte das enorme Talent des jungen Tenors und
engagierte ihn kurze Zeit später an die Oper von Genua1), wo Gigli
am
"Teatro Carlo Felice"1) den Studenten
Chevalier Renato Des Grieux in dem Puccini1)-Werk "Manon Lescaut"1)
an der Seite der renommierten Sopranistin Rosina Storchio1)
(1876 1945) interpretierte. Zur Spielzeit 1915/16
brillierte Gigli am "Teatro Massimo"1) in
Palermo1), aber auch
am "Teatro Comunale"1) in Bologna1) unter anderem
als Maler Mario Cavaradossi in
Puccinis "Tosca"1),
der Komponist Pietro Mascagni1) selbst lud ihn ein,
am "Teatro di San Carlo"1) in Neapel1) den jungen
Bauern Turiddu in seiner Oper "Cavalleria
Rusticana"1) zu singen. Der
Durchbruch als international umjubelter Tenor gelang Gigli dann im selben Jahr
in Neapel mit der Partie des Faust in der Oper "Mefistofele"1)
von Arrigo Boito1). Über
Rom1)
(1916, "Teatro Costanzi di Roma"1))
kam er dann nach Mailand1) zunächst an das "Teatro Lirico",
wo er in der Aufführung der Oper "Lodoletta" (→ Wikipedia (englisch)
von Pietro Mascagni1)
begeisterte.
|
|
|
Am 19. November 1918 gab er dann, erneut in Boitos "Mefistofele",
sein Debüt am "Teatro alla Scala"1) mit Arturo Toscanini1)
(1867 1957) am Dirigentenpult spielte im selben Jahr schon seine ersten Schallplatten mit Arien aus
"Mefistofele" und "Tosca" ein. Im darauffolgenden Jahr
begeisterte er während einer fünfmonatigen Tournee durch Südamerika
auch in
Buenos Aires1) am "Teatro Colón"1), am 26. November 1920
trat Gigli erstmals an der New Yorker "Metropolitan Opera"1)
auf. Zunächst war die Fachwelt nicht so recht überzeugt von dem, wie es
damals hieß "unbegabten Sänger" gewesen, doch das Publikum feierte
ihn sofort als würdigen Nachfolger des legendären Enrico Caruso
(1873 1921), der am Weihnachtsabend 1920 seine letzte
Vorstellung an der "Met" gegeben hatte und kurze Zeit später am 2. August 1921
in Neapel verstarb.
Dennoch stand Gigli eine Zeit lang in Carusos Schatten,
doch es gelang ihm, seine eigene Sänger-Persönlichkeit zu demonstrieren und
sich mit seinem einzigartigen lyrischen Tenor als Opernstar zu etablieren.
Beniamino Gigli (ca. 19201925) als Krieger Mylio in der Oper
"Le
roi d’Ys"1) ("Der König von Ys")
von Édouard Lalo1)
Dieses Foto ist Bestandteil der "George
Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen Library of Congress1),
abrufbar unter
der digitalen ID ggbain.33677
in der Abteilung für Drucke und Fotografien.
Gemäß der Bibliothek gibt es keine
Copyright-Restriktionen → www.loc.gov
→ Rights
and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia
Commons
|
 |
Bis 1932
gehörte er zum Ensemble des berühmten Opernhauses, wirkte dort in 375 Aufführungen
bzw. in 29 Opern; seinen Abschied gab er dort im Frühjahr 1932 mit der
Partie des Rodolfo in Puccinis "La Bohème"1), verließ dann
die "Met", angeblich wegen finanzieller Differenzen bzw. Unstimmigkeiten über Gehaltskürzungen während der
Weltwirtschaftskrise1),
und kehrte nach Europa bzw. Italien zurück.
Bereits in den 1930er Jahren begeisterte Gigli in London
mit Gastauftritten das Publikum, seit 1933 gab er
beispielsweise in der "Royal Albert Hall"1) mit Ausnahme
der Zeit des 2. Weltkrieges mehr als zwanzig Jahre lang
Liederabende. "Dass Benito Mussolini1)
ihn als Sänger besonders schätzte, rief zwar Kritik hervor, fügte
seinem Ruhm jedoch keinen dauerhaften Schaden zu." vermerkt Wikipedia. Nach 1939 setzte Gigli seine Karriere vornehmlich in Italien und London
fort, trat jedoch 1955 im Rahmen einer weltweiten Tournee auch noch
einmal in den USA auf.
|
Als Verdi1)-Interpret glänzte er unter anderem als Alfredo Germont in
"La traviata"1),
als Graf Richard in "Ein
Maskenball"1) oder als ägyptischer
Feldherr Radames in "Aida"1).
Er sang die großen Puccini1)-Partien, wie erwähnt den Des Grieux in
"Manon Lescaut"1), den Rodolfo in "La Bohème"1),
den Maler Mario Cavaradoss in "Tosca"1)
oder den Marineleutnant Pinkerton in "Madame
Butterfly"1). Gigli glänzte als
Sergeant Don José in "Carmen"1)
von Georges Bizet1) ebenso wie als Canio/Bajazzo in "Pagliacci"1)
("Der Bajazzo") von Ruggero Leoncavallo1) oder mit der Titelpartie in "Andrea Chénier"1)
von Umberto Giordano1). Mit seinen
Liedern, Romanzen und auch konzertanten Darbietungen erreichte Gigli darüber
hinaus ein Millionenpublikum. Darunter natürlich, wie kann es für einen
Italiener anders sein, etliche populäre, neapolitanische Volkslieder
wie "Torna a Surriento"1),
"Santa Lucia"1), "Mamma"1),
"Funiculì,
Funiculà"1),
"La danza"1) oder " Non ti scordar di me"
("Vergiss mein nicht") so hieß dann übrigens auch der entsprechende deutsche
Spielfilm → Übersicht Repertoire.
Beniamino Gigli (Datum ungenannt)
Dieses Foto ist Bestandteil der "George
Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen Library of Congress1),
abrufbar unter
der digitalen ID ggbain.50486
in der Abteilung für Drucke und Fotografien.
Gemäß der Bibliothek gibt es keine
Copyright-Restriktionen → www.loc.gov
→ Rights
and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia
Commons
|
Unzählige Plattenaufnahmen zeugen noch heute von der enormen sängerischen
Dominanz, aber auch Popularität Giglis: Über 40 Jahre lang machte er
Aufnahmen mit Opernarien sowohl als Solist als auch im Duett mit namhaften
Partnerinnen seiner Zeit. Rund 350 Einzelplatten entstanden während
seiner Karriere als umjubelter Tenor und er verkaufte die Tonträger wie ein
heutiger Popstar. Von vielen Kritikern als "die vielleicht goldenste
Stimme des 20. Jahrhunderts" bezeichnet, spiegeln Giglis Platten,
klarer und unverstellter als die von Schipa1),
Pertile1),
Stabile (Mariano Stabile (18881968; → Wikipedia (englisch))),
dalla Rizza1)
oder Giannini1), den Wandel des musikalischen Geschmacks und der sängerischen
Technik, und nicht zuletzt sind sie ein Barometer des ästhetischen und
politischen Klimas, das aus dem endlich gefundenen Tenor den Sänger des
Volkes machte.2)
Neben seiner Arbeit für Oper, Konzerte und Schallplatte trat Gigli seit
Mitte der 1930er Gigli in zahlreichen, meist ganz auf ihn
zugeschnittenen Kinofilmen auf, was ihm von manchen Kritikern negativ ausgelegt wird.
Eine
blendende Stimme, so heißt es immer wieder, aber ein unerträglicher
Kitschier, der in zahlreichen Filmen der dreißiger und vierziger Jahre alles
mögliche sang, was mit Kategorien des guten Geschmacks nicht mehr zu
bezeichnen war, der mit Schluchzern und Drückern die Musik sentimental
auflud, der direkte Vorgänger von Mario Lanza.
Schlimmeres wirft ihm
Jürgen Kesting1)
vor, seinen Blick auf den Gigli der dreißiger und vierziger Jahre richtend:
Vulgarität und Unaufrichtigkeit, demagogischer Vortrag durch den Arien zu
wahren Volksreden werden, und manipulierte Anpassung an den Massengeschmack Kesting zielt damit sehr deutlich auf die unbestreitbare Tatsache, dass sich
Gigli willig vor den politischen Karren Mussolinis1)
spannen ließ (
)
und auch nichts dabei fand, seine Popularität im Hitler-Deutschland1)
voll auszukosten.3)
Zwischen 1935 und 1943 drehte Gigli allein
für die UFA1)
elf Filme, stand in den deutsch-italienischen Produktionen mit Leinwandstars
jener Ära wie Magda Schneider,
Käthe von Nagy, Kirsten Heiberg
und Marte Harell oder Kolleginnen wie
Maria Cebotari
und Erna Berger vor der
Kamera etliche der in diesen Streifen von ihm präsentierten Liedern
gerieten zu
Gassenhauern. In der von Augusto Genina1) gedrehten Geschichte "Vergiss mein nicht"4) (1935) spielte er an der
Seite von Magda Schneider die Rolle, die er am besten beherrschte einen
Tenor an der "Mailänder Scala"1).
"Rührseliges Melodram voller Kitsch und Klischees. Der erste Film mit dem berühmten Opernsänger Benjamino Gigli."
vermerkt filmdienst.de.
Die von Zoltan Korda1) in Szene gesetzte englischsprachige Version bzw. das
britische Remake hieß "Forget Me Not" (den Part von Magda Schneider übernahm
Joan Gardner (1914 1999) gelangte im Dezember 1936 in die
Lichtspielhäuser, wurde jedoch von der Kritik, trotz lobender Worte für
Gigli, eher mäßig aufgenommen (→ Wikipedia (englisch).
Ebenfalls 1936 trat er unter der Regie von
Johannes Riemann als der gefeierte, verwitwete Tenor Tino Dossi in
dem Streifen "Ave Maria"5) (1936) mit Käthe von Nagy als
Partnerin in Erscheinung sowie
mit Isa Miranda1)
die sentimentale Liebesgeschichte "Du bist mein Glück"5).
Es folgten die Produktionen "Stimme des Herzens"5) (1937;
Regie: Karlheinz :Martin1)) mit
Geraldine Katt
und unter anderem Ferdinand Marian,
"Mutterlied"5)
(1937, "Solo per te"; Regie: Carmine Gallone1))
mit Maria Cebotari sowie, ebenfalls unter Carmine Gallones Regie,
das heitere Liebesabenteuer "Dir
gehört mein Herz"5) (1938) mit Carla Rust;
die italienische Version dieser letztgenannten Komödie gelangte unter dem
Titel "Marionette" Ende Januar 1939 in die Kinos. In dem einmal
mehr von Gallone gedrehten Biopic"Drei Frauen um Verdi" (1938,
"Giuseppe Verdi") mit Fosco Giachetti1)
als Komponist Giuseppe Verdi1)
war er lediglich mit der Nebenrolle des italienischen Tenors Raffaele Mirate
(1815 1895; → Wikipedia (englisch))
vertreten → Wikipedia (englisch)).
Man erlebte Gigli zusammen mit Kirsten Heiberg in dem
Krimi "Der
singende Tor"1) (1939, "La casa
lontana") und mit Marte Harell in
dem Musikfilm "Traummusik"5)
(1940; Regie: Géza von Bolváry), von dem es mit "Ritorno" (1940) ebenfalls eine
italienische Version in überwiegend anderer Besetzung gab. Anfang der 1940er
folgten die von Guido Brignone1) gedrehten Rührstücke "Mutter"4) (1941,
"Mamma") mit Emma Gramatica1)
und (in der deutschsprachigen Fassung) mit Carola Höhn,
sowie "Tragödie einer Liebe"4) (1942, "Vertigine"),
in dem er sich erneut mit Emma Gramatica sowie Ruth Hellberg,
Herbert Wilkm und
Camilla Horn
zeigte. Unter anderem nach Motiven aus der Oper "I pagliacci"1) von
Ruggiero Leoncavallo1)
entstand das von Leopold Hainisch1) (Regie) realisierte
Drama "Lache Bajazzo"5) (1943)
mit Gigli als Tenor Morelli, Monika Burg
als Giulia Valmondi, Paul Hörbiger als deren Vater Canio,
Dagny Servaes als Giulias Mutter
Gräfin Valmondi, Heinz Moog
als Komponist Ruggero Leoncavallo und Karl Martell als Giulias
Verlobter Leutnant Graf Lanzoni. Auch hierzu gab es mit "I pagliacci" (1943;
Regie: Giuseppe Fatigati1)) eine italienische Fassung mit teils
anderer Besetzung, so gab Alida Valli1) die Giulia Valmondi
und Carlo Romano1) den Komponisten
Leoncavallo → Wikipedia (englisch).
Danach stand er für die Komödie "Achtung, Aufnahme"1) (1943,
"Silenzio, si gira!") (Regie: Carlo Campogalliani1)) vor der Kamera
und mimte in einer Doppelrolle den Tenor Massimo Giuliani sowie dessen Doppelgänger, den Taschendieb Antonio.
Erst nach Kriegsende beteiligte sich Gigli noch an drei Kinoproduktionen, einen
letzten großen Leinwandauftritt hatte er mit der Hauptrolle des "singenden Taxifahrers"
Nello Spadoni in dem musikalischen Streifen "Nachttaxi"6)
(1950, "Taxi di notte"), inszeniert
von Carmine Gallone1).
"Nette, anspruchslose musikalische Unterhaltung zwischen Rührung und Heiterkeit. Im Mittelpunkt
Benjamino Gigli und sein schmelzender Tenor."
urteilt filmdienst.de
→ Übersicht Kinofilme.
Die dadurch erreichte Popularität nutzte Gigli für Star-Konzerte,
schon 1932 sang er vor 12 000 Zuschauern im Berliner "Sportpalast"1) und entzündete eine Stimmung, wie man sie nur von okkulten
Begebenheiten an derselben Stelle in Erinnerung hat. Gigli hat in seiner
Autobiographie ein aufschlussreiches Bekenntnis abgelegt: "Am glücklichsten
war ich dann, wenn sich mein Konzert zu einer Art Familienfest entwickelt, bei
dem die Zuhörer aus sich herausgingen, in eine gelöste Hochstimmung gerieten
und unter Zurufen nach ihren Lieblingsstücken verlangten".2)
|
Nach Ende des 2. Weltkrieges gab Gigli bis Mitte der 1950er weiterhin weltweit
zahlreiche Konzerte in stets ausverkauften Häusern, trat auch mit seiner
Tochter Rina, die sich als erfolgreiche Sopranistin einen Namen gemacht hatte,
vor das Publikum.
Auch wenn seine Stimme inzwischen etwas nachgelassen und nicht mehr die Brillanz der frühen
Jahre erreichte, blieb sein Erfolg dennoch trotz Anfeindungen wegen seiner
politischen Unterstützung des faschistischen
Regimes1) von
Benito Mussolini1)
ungebrochen; 1955 zog er sich ganz zurück und schrieb seine Memoiren,
die er schlicht "Memorie" nannte, noch kurz vor seinem Tod
veröffentlicht wurden und unter dem deutschen Titel "Und es blitzten die Sterne. Die Geschichte meines Lebens"
erschienen.
Der
berühmte Tenor Beniamino Gigli starb am 3. November 1957 mit
nur 67 Jahren in seinem Domizil in Rom1)
an einem Herzstillstand infolge einer Lungenentzündung. Nach einer bewegenden Trauerfeier in der Kirche
"Santa Maria Addolorata"1), fand er unter größter Anteilnahme des italienischen Volkes
die letzte Ruhe in einer Familiengruft auf dem Friedhof seiner
Geburtsstadt Recanati1)
("Civico cimitero di Recanati").
Beniamino Gigli ca. 1950 bei
einem Liederabend in Wien
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen
Nationalbibliothek (ÖNB)1)
Urheber/Autor: Alfred Cermak
©ÖB/Wien / Alfred Cermak
Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 116/22)
|
Auf seinem Grabmal sind die Worte von seiner bevorzugten
Opern-Partie
des "Andrea Chénier"1) eingraviert: "Con la mia voce
ho cantato la patria" "Mit meiner Stimme sang ich für das
Vaterland" → findagrave.com,
Wikimeia Commons sowie Innenansicht.
Gigli hinterließ seine Geliebte Lucia Vigarani, mit der er seit Mitte
der 1930er Jahre 22 Jahre lang zusammengelebt und drei Kinder hatte,
Giovanni (* 1940), Gloria (* 1942) und Maria Pia (* 1944).
Aus der in jungen Jahren, am 15. Oktober 1915 geschlossenen Ehe mit Costanza Cerroni
stammten
die am 31. Januar 1916 in Neapel geborene Tochter Rina Gigli und der 1919 geborene Sohn Enzo Gigli. Rina Gigli,
die sich als Opernsängerin (Sopran) einen Namen machte, starb am 22. August 2000
84-jährig in der Nähe von Ancona → findagrave.com.
Sie war mit dem italienischen Opernsänger (Bass) Plinio Clabassi
(1919 1984) verheiratet → Wikipedia (englisch).
1986 veröffentlichte sie eine Biografie ihres Vaters unter dem Titel "Beniamino Gigli, mio padre".
Beniamino Gigli wurde mehrfach für seine künstlerischen Leistungen geehrt,
unter anderem verlieh man ihm am 30. Dezember 1952
den "Verdienstorden der Italienischen Republik"1) ("Ordine al merito della Repubblica Italiana OMRI")
in der Ordensklasse "Großoffizier"1) ("Grande ufficiale").
Er war Träger des französischen Verdienstordens ""L'ordre
national de la Légion d'Honneur"1)
("Ehrenlegion") im Range eines "Chevalier" ("Ritter"1)),
posthum würdigte man ihn 1958 in Deutschland mit dem "Großen Bundesverdienstkreuz"1).
 |
Seit 8. Februar 1960 ist Gigli mit einem "Stern" (Adr.:6901 Hollywood Blvd.)
auf dem "Hollywood Walk of Fame"1)
in der Kategorie "Musikaufnahmen"1)
("Recording") vertreten.
1993 wurde in Finnland vom "Beniamino-Gigli-Club" der "Beniamino-Gigli-Preis"1)
ins Leben gerufen, der an Künstler verliehen wird, die Forschungen und
musikalische Studien über Beniamino Gigli durchführen.
Das im "Teatro Persiani" untergebrachte "Museo Beniamino Gigli" befindet sich in seinem Geburtsort Recanati1),
gezeigt werden unter anderem auch Bühnenkostüme, Partituren und etliche
Auszeichnungen, außerdem gibt es einen audio-visuellen Bereich.
Zudem erinnert in Recanati eine auf einem Steinsockel angebrachte Büste an den international gefeierten
Sänger, der zu Lebzeiten für seine Stimme und sein Wirken als einer der größten Tenöre des 20. Jahrhunderts
gerühmt wurde → Foto bei Wikimedia Commons.
Beniamino Gigli (ca. 19151920) in Venedig
Dieses Foto ist Bestandteil der "George
Grantham Bain collection"
der US-amerikanischen Library of Congress1),
abrufbar unter
der digitalen ID ggbain.31270
in der Abteilung für Drucke und Fotografien.
Gemäß der Bibliothek gibt es keine
Copyright-Restriktionen → www.loc.gov
→ Rights
and Restrictions Information; Quelle: Wikimedia
Commons
|
|
|
Siehe auch Wikipedia
(deutsch), Wikipedia
(englisch)
Fotos bei virtual-history.com,
Wikimedia
Commons
|
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) filmdienst.de, 5) filmportal.de,
6) fernsehserien.de
Quelle:
2) Jürgen Kesting: "Die Großen Sänger des 20. Jahrhunderts"
(Sonderausgabe für "Cormoran Verlag" München, 1993, S. 185 ff)
3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer ( Verlag J. B. Metzeler,
Stuttgart 1993, S. 143 ff)
|
|
|
Repertoire (Auszug)
(Quelle u. a.: www.esdf-opera.de;
Fremde Links: Wikipedi, filmdienst.dea) |
Oper
- Pollione, der römische Prokonsul in Gallien, in "Norma" von
Vincenzo Bellini
- Gualtiero, einst Graf von Montalto und Parteigänger König
Manfredis, jetzt Anführer aragonesischer Piraten in
"Il
pirata" ("Der Pirat") von Vincenzo Bellini
- Elvino, reicher Grundbesitzer und Verlobter von Amina, in
"La
sonnambula" ("Die Nachtwandlerin") von Vincenzo
Bellini
- Sergeant Don José in "Carmen"
von Georges
Bizet
- Gelehrter Faust in "Mefistofele"
von Arrigo
Boito
- Jäger Giuseppe Hagenbach aus Sölden in "La
Wally" von Alfredo
Catalani, basierend auf dem Roman
"Die
Geier-Wally" von Wilhelmine
von Hillern
- Maurizio, Graf von Sachsen, in "Adriana
Lecouvreur" von Francesco
Cilea
- Federico, ältester Sohn der Gutsbesitzerin Rosa Mamai, in "L’Arlesiana" ("Das Mädchen aus Arles") von Francesco
Cilea
- Werke von Gaetano
Donizetti
- Pächter Lionel in "Martha
oder Der Markt zu Richmond" von Friedrich
von Flotow
- Poet Andrea (André) Chénier in "André Chénier"/"Andrea
Chénier" von Umberto
Giordano
- Graf Loris Ipanoff in "Fedora"
von Umberto Giordano
- Giannetto Malaspini in "La cena delle beffe" ("Das Mahl der Spötter")
von Umberto Giordano, basierend
auf der gleichnamigen dramatischen Dichtung von Sem
Benelli → Wikipedia (englisch)
- Pery, Häuptling der Guaraní-Indianer,
in "Il
Guarany" von Antônio
Carlos Gomes, basierend auf dem
Roman "Roman "O
Guarani" von José
de Alencar
- Faust in "Faust"
(auch "Margaret(h)e") von von Charles
Gounod, basierend auf Goethes
"Faust I
- Krieger Mylio in "Le roi d’Ys" ("Der König von Ys")
von Édouard
Lalo
- Canio, Anf ührer der Komödiantentruppe, in "I Pagliacci"
("Der Bajazzo") von Ruggero
Leoncavallo
- Sänger Milio Dufresne in "Zazà" von Ruggero
Leoncavallo
- Werke von Pietro Mascagni
- Chevalier Des Grieux in "Manon"
von Jules
Massenet, basierend auf dem Roman
"Histoire
du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" von Abbé
Prévost
- Marineoffizier/Seefahrer Vasco
da Gama in "L'Africaine"
("Die Afrikanerin") von Giacomo
Meyerbeer
- Avito, rechtmäßiger Prinz von Altura, in "L'amore dei tre re" von
Italo Montemezzi → Wikipedia (englisch)
- Titelpartie in "Don
Giovanni," von Wolfgang
Amadeus Mozart
- Giovanni Riada in "Maristella" ("Maristella von Zalamea")
von Giuseppe
Pietri
- Fürst Enzo Grimaldo, Giocondas Begleiter, in "La
Gioconda" von Amilcare
Ponchielli
(Bühnendebüt am 15. Oktober 1914 am "Teatro
Sociale" in Rovigo)
- Werke von Giacomo Puccini
- Stident Wilhelm (Guglielmo) Meister in "Mignon"
von Ambroise
Thomas
- Werke von Giuseppe Verdi
- Titelpartie in "Lohengrin"
von Richard
Wagner
- Paolo il Bello, der "Schöne", Sohn des Malatesta
da Verucchio, in "Francesca
da Rimini" von Riccardo
Zandonai
Konzertantes (Tenor-Partien)
Interpret von Liedern (Auszug)
|
|
|
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de; R = Regie) |
- 1935: Non ti scordar di me (R: Augusto Genina)
→ IMDb
- 1935: deutschsprachige Version: Vergiss mein nicht (R: Augusto Genina;
als der verwitwete Konzertsänger und
Vater des kleinen Benvenuto (Peter
Bosse), der seine Sekretärin Liselotte Heßfeld (Magda
Schneider) heiratet)
→ filmdienst.de,
filmportal.de (Besetzung)
- 1936: englischsprachige Version (Remake): Forget Me Not (R: Zoltan
Korda; als der Opernsänger Enzo Curti,
Joan Gardner (19141999) als Sekretärin Helen Carleton) → Wikipedia (englisch)
- 1936: Du bist mein Glück
(R: Karlheinz
Martin; als Startenor Mario Monti, einst Ehemann von Bianca (Isa
Miranda)
sowie Vater der gemeinsamen Tochter Mary (Isa Miranda)) → filmdienst.de,
IMDb
- 1936: Ave Maria
(R: Johannes
Riemann; als der gefeierte, verwitwete Tenor Tino Dossi, Käthe von Nagy als
die Chansonette Claudette) → Wikipedia (englisch), filmdienst.de
- 1937: Die Stimme des Herzens
(R: Karlheinz
Martin; als der berühmte Sänger Gino Mari, Geraldine Katt als'
Prinzessin Hélène Berenice, Ferdinand Marian als Prinz Konstantin)
- 1937: Mutterlied
/ Immer nur du / Solo per te (R: Carmine
Gallone; als Sänger Ettore Vanni. Ehemann
der jungen Opernsängerin Fiamma Appiani (Maria
Cebotari) sowie (Adoptiv)-Vaer des gemeinsamen
Sohnes Mario (Peter
Bosse))→ filmdienst.de,
Wikipedia (englisch)
- 1938: Drei Frauen um Verdi / Giuseppe Verdi (R: Carmine
Gallone; mit Fosco Giachetti als
Komponist Giuseppe
Verdi;
Nebenrolle als Tenor Raffaele Mirate (18151895 → Wikipedia (englisch)) → filmdienst.de,
Wikipedia
(englisch), IMDb
- 1938: Dir gehört mein Herz
(R: Carmine Gallone; als der berühmte Tenor Mario Rossi; Carla Rust als
die junge Engländerin Gloria Bakermann)
- 1939: Italienische Version: Marionette → Wikipedia (englisch)
- 1939: Der singende Tor
/ Casa lontana (R: Johannes
Meyer; als der bekannte Tenor Carlo Franchetti,
Ehemann der Tänzerin Maria (Kirsten
Heiberg), der den unbekannten Mann in Notwehr erschossen haben
will)
→ filmportal.de
- 1940: Traummusik
(R: Géza von
Bolváry; mit Marte
Harell als Opernsängerin Carla, Werner
Hinz
als Komponist Michele Donato alias "Mac Dynar"; als Opernsänger
Gigli; u. a. Axel von Ambesser
als Ronny Selva, Student /Posaunist am Konservatorium)
→ filmdienst.de
- 1941: Mutter (R: Guido
Brignone; als Tenor Mario Sarni, Sohn von Matilde Sarni (Emma
Gramatica)
sowie frisch angetrauter Ehemann von Donata (Carola Höhn)) → filmdienst.de,
filmportal.de
(Besetzung), IMDb
- 1942: Tragödie einer Liebe / Vertigine (R: Guido
Brignone; als Tenor Luciano Riccardi, Bruder von
Letizia (Emma
Gramatica) sowie Vater von Claudia (Ruth
Hellberg); Herbert Wilk als Alberto Vieri,
Camilla Horn als dessen Geliebte Corinna
Dellys) → filmdienst.de,
IMDb
- 1943: Lache Bajazzo / I pagliacci (mit unter anderem Motiven aus der Oper
"I
pagliacci" von Ruggiero Leoncavallo)
- 1943: Achtung, Aufnahme / Silenzio, si gira! (R: Carlo
Campogalliani; als Tenor Massimo Giuliani sowie
dessen Doppelgänger, der Taschendieb Antonio) → filmdienst.de,
IMDb,
it.wikipedia
- 1946: Voglio bene soltanto a te! (R: Giuseppe Fatigati;
als Tenor Enzo Curti, Greta Gonda
als Filstar Dody Lux) → IMDb
- 1948: Leckerbissen
(Kompilationsfilm;
R: Werner Malbran) → filmdienst.de
- 1949: Una voce nel tuo cuore (R: Alberto D'Aversa;
mit Vittorio Gassman als Journalist Paolo Baldini und
Fiorella Carmen Forti (1925?) als die junge Chansonette Elena
und Constance
Dowling als Paolos
Verlobte Dolly in den Hauptrollen;
als Tenor/Gesangslehrer Gino) → IMDb
- 1950: Nacht-Taxi / Taxi di notte (R: Carmine Gallone; als der
"singende Taxifahrer" Nello Spadoni)
→ filmdienst.de,
fernsehserien.de,
prisma.de,
IMDb
|
|
|
Um zur Seite der legendären Bühnen-Stars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen.
Home: www.steffi-line.de
|