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Seit ihrer Rolle der Pfarrerstochter Helene in der stummen Filmversion der Sudermann-Adaption "Der Katzensteg"2) (1915) war Käthe Haack dann aber vor allem beim noch jungen Medium Film beschäftigt. Sie spielte regelmäßig in stummen Dramen mit, wie in "Der Skandal" (1916), "Das Spiel vom Tode" (1917), "Sein bester Freund" (1917), "Die Ratte" (1918), "Die Spieler" (1919) oder "Algol"1) (1920). In den 1920er Jahren war sie dann auch wieder vermehrt auf der Bühne zu sehen und gehörte zum Ensemble des Preußischen Staatstheaters. Durch ihre vielfältige Rollenwahl bewahrte sie sich die Möglichkeit, in den unterschiedlichsten Spielfilmen mitzuwirken. In den 1920er Jahren wirkte sie in so erfolgreichen Produktionen wie "Der tote Gast" (1921), "Jugend" (1922), "Wilhelm Tell"2) (1923), "Hedda Gabler" (1924), "Irrwege der Liebe" (1927) und "Der alte Fritz" (1928) mit. Der Einstieg in den Tonfilm und der Wechsel des jungen Mädchens zur gereiften Frau gelang reibungslos und sie agierte in einer ganzen Reihe von Kinohits, die sie zu einer beliebten Darstellerin avancieren ließen. Die Künstlerin, deren kultivierte Verhaltenheit immer wieder bezauberte und eine herzliche Wärme ausstrahlte, ohne je ins Sentimentale abzugleiten, gehörte jahrzehntelang zur Standardbesetzung des deutschen Tonfilms. Man sah sie unter anderem 1930 als Käte Brandt in Georg Wilhelm Pabst's Komödie "Skandal um Eva"1), 1931 als Schwester Paula in der ersten Verfilmung des Romans von Alfred Döblin "Berlin Alexanderplatz" neben Heinrich George als Franz Biberkopf. Im gleichen Jahr mimte sie Emils Mutter in Gerhard Lamprechts Kästner-Adaption "Emil und die Detektive"1) (1931) sowie die Bürgermeistersfrau Mathilde Obermüller in Richard Oswalds Leinwandadaption von "Der Hauptmann von Köpenick". Sie zeigte sich unter anderem als Frau Koch in Robert Siodmaks Film "Quick"2) (1932) neben Hans Albers in der Titelrolle des Clowns Quick, als Mutter Schimek in E. W. Emos Komödie "Familie Schimek"2) (1935), als Kaiserin Maria Theresia in dem Historienstreifen "Der alte Fritz"2) (1936) oder in Veit Harlans Hauptmann-Adaption "Der Herrscher"1) (1938) als Ottilie Klamroth, Filmtochter von Emil Jannings. Eine nachhaltige Figur blieb auch ihre Darstellung der Mutter von Effi Briest in Gustaf Gründgens Fontane-Verfilmung "Der Schritt vom Wege"2) (1939), an der Seite von Marianne Hoppe (Effi Briest), Karl Ludwig Diehl (Baron von Instetten) und Paul Hartmann (von Crampas). Während der Kriegsjahre agierte die Schauspielerin in etlichen Groß-Produktionen, etwa als Johanna in Karl Ritters turbulenten Romanze "Bal Paré"2) (1940), als die Johanna von Bismarck1) in Wolfgang Liebeneiners propagandistischem Biopic "Bismarck"1) (1940) mit Paul Hartmann als erstem Reichskanzler Otto von Bismarck1), oder als Ehefrau des Lügenbarons (Hans Albers) in Josef von Bákys Monumentalfilm "Münchhausen"1) (1943). Bis Kriegsende folgten Auftritte in Filmen wie in der von Heinz Rühmann inszenierten Komödie "Sophienlund"2) (1943) oder Paul Verhoevens heiteren Geschichte "Das Konzert"2) (1944), Werner Klingers Melodram "Dr. phil. Doederlein"2) (1945) mit Heinrich George in der Titelrolle und Käthe Haack als dessen Filmehefrau blieb unvollendet.
Auf der Leinwand konnte Käthe Haack im deutschen Nachkriegsfilm nahtlos an ihre früheren Erfolge anknüpfen, spielte etwa prägnante Rollen als Regina von Wehrhahn in Erich Engels Hauptmann-Verfilmung "Biberpelz" (1949), als Oberin von Heiliggeist in Harald Brauns Literaturadaption "Nachtwache" (1949) oder als Tante Agathe in Géza von Cziffras "Paulchen unter Banditen " (1949, auch: Gefährliche Gäste). Im Unterhaltungskino der 1950er Jahre war die Schauspielerin eine nicht zu ersetzende Charakterdarstellerin profilierter Nebenrollen. Sie wuchs in die Rolle der "Grand Dame", die sie besonders beeindruckend in den Produktionen "Der Fußgänger" (1973; Regie: Maximilian Schell), "Der Lord von Barmbeck" (1973) oder "Grete Minde Der Wald ist voller Wölfe" (1977) darstellte. Ihre vielseitigen schauspielerischen Leistungen wurden 1973 mit dem "Filmband in Gold" für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" gewürdigt. Käthe Haack, die auch noch im hohen Alter vor die Fernsehkameras trat, gehörte zu den meistbeschäftigten Schauspielerinnen, die auf eine beinahe 70-jährige Filmkarriere zurückblicken konnte. In dieser Zeit spielte sie in beinahe 230 Film- und Fernsehproduktionen mit, zeigte sich auf dem Bildschirm in TV-Versionen von Boulevardstücken wie unter der Regie von Wolfgang Spier mit Agnes Windeck in "Zwei ahnungslose Engel" (1969), einer von von Erich Ebermayer geschriebenen Komödie, in der die beiden Schauspielerinnen bereits 1968 im Berliner "Theater am Kurfürstendamm", später auch in München brilliert hatten. Als Großmutter Agatha Berry erfreute sie das Publikum zehn Folgen lang in der Krimi-Serie "Sergeant Berry" (1974/75) mit Klausjürgen Wussow in der Titelrolle (wurde später durch Harald Juhnke ersetzt), in dem spannenden Mehrteiler "Die Affäre Lerouge"3) (1976) tauchte sie als Marquise d'Arlange auf, zeigte sich beim "Tatort" in der Episode "Fluppys Masche" (1983); ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie in der Folge "Mohrle" (1985) aus der Familienserie "Ein Heim für Tiere". Die 1967 zur Berliner Staatsschauspielerin ernannte Käthe Haack starb am 5. Mai 1986 im Alter von 88 Jahren in Berlin in ihrem Haus am Lietzensee. Sie war seit 1915 mit dem Schauspieler Heinrich Schroth3) (1871 1945) verheiratet gewesen, der Ehe entstammte die Schauspielerin Hannelore Schroth4) (1922 1987), mit der sie oft zusammen auftrat. Der bekannte Schauspieler Carl Heinz Schroth3) (1902 1989) war ihr Stiefsohn und stammte aus Heinrich Schroths zweiten Ehe mit der österreichischen Schauspielerin Else Ruttersheim. 1971 hatte Käthe Haack ihre Erinnerungen unter dem Titel "In Berlin und anderswo" veröffentlicht.
Liebreizende Töchter mit Frohsinn verkörperte sie nur ganz am Anfang
ihrer Karriere, schon gleich darauf gab sie die soliden Kleinbürgerinnen,
Portierfrauen, Familientiere. Das Mütterliche in jeder Gestalt wird ihr
Fach. Heiter, verständnisvoll und resolut ist sie auch mal als gediegene
Dame der Salons, kehrt jedoch immer wieder mit herzhaftem Humor, der
auch mal angesäuert und pikiert werden kann, zu ältlichen Frauen mit
liebenswürdiger Natürlichkeit zurück.5)
Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch;
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