Die Tänzerin und Filmschauspielerin Maria Litto wurde am 10. September 1919 als Tochter des Kellners Ludwig Litto und dessen Ehefrau Wilhelmine in Ovenhausen1), einem heutigen Stadtteil von Höxter1) geboren; ihre Kindheit verbrachte sie mit der jüngeren Schwester Tilde in Essen1), Bruder Hans war kurz nach der Geburt verstorben. 1927 zog die Familie wieder nach Höxter, wo der Vater eine Gaststätte betrieb. Die kleine Maria besuchte die dortige die Volksschule, anschließend schickte ihre Eltern sie auf die "Oberschule für Mädchen" in Holzminden1). Dort ging sie 16-jährig in eine Ballettschule und rasch erkannte man ihre enorme tänzerische Begabung. Zwei Jahre später folgte ein Tanzstudium an der "Folkwangschule"1) in Essen, nach ihrem Abschluss erhielt Maria Litto ein erstes Engagement am "Stadttheater Wuppertaler"1), dessen Ballettensemble sie zwei Jahre lang angehörte. 1941 wechselte sie nach Berlin, ließ sich zur Solotänzerin ausbilden und stand erstmals 1944 am "Opernhaus"1) als Primaballerina auf der Bühne.
Etwa zur gleichen Zeit debütierte Maria Litto auch vor der Filmkamera, wenn auch nur in kleinen Nebenrollen. Sie trat erstmals in der Tragikomödie "Der Seniorchef"2) (1942) neben Otto Wernicke auf, es folgten Aufgaben in Filmen wie "
Ein Walzer mit dir"3) (1943), "Moselfahrt mit Monika"3) (1944) oder in der legendären Adaption "Die Feuerzangenbowle"1) (1944) nach dem gleichnamigen Roman1) von Heinrich Spoerl1) mit Heinz Rühmann, wo sie die winzige Rolle einer Schülerin mimte.
Im bundesdeutschen Nachkriegsfilm avancierte die attraktive Maria Litto dann mit einigen Produktionen als Tänzerin zum Leinwandstar. Doch zunächst konnte sie in einigen Kinofilmen lediglich ihr tänzerisches Talent mit kleineren Parts unter Beweis stellen, Hans Schweikart1) besetzte sie als Lill aus der "Colombo-Bar" in dem Melodram "Melodie des Schicksals"1) (1950), mit Johannes Heesters stand sie für die Komödie "Professor Nachtfalter"1) (1951) vor der Kamera. Der Durchbruch zum Leinwandstar gelang ihr mit der Hauptrolle des Tanzstars Maya in Géza von Cziffras1) musikalischen Komödie "Die verschleierte Maja"1) (1951), für die Michael Jary1) die Songs "Die Beine von Dolores", "Maja-Mambo" und "Fahr'n Sie nicht zum Nordpol" komponiert hatte. In rascher Folge drehte Maria Litto leichte Unterhaltungsfilme wie "Sensation in San Remo"1) (1951, mit Marika Rökk), "
Königin der Arena"1) (1952) oder "Blume von Hawaii"1) (1953) nach Motiven der gleichnamigen Operette1) von Paul Abraham1).
  
Trotz eines schweren Autounfalls Ende November 1951 schaffte es Maria Litto, ihre Karriere als Tänzerin fortzuführen, 1954 erhielt sie ein Engagement an der "Hamburgischen Staatsoper"1), schränkte ihre Tätigkeit für den Film zugunsten der Bühne ein und stand nur noch sporadisch für Filme wie "Dunja"1) (1955) oder "
Drei Birken auf der Heide"1) (1956) vor der Kamera. In den 1960er Jahren wirkte sie in den der beliebten Wallace-Krimis "Der Rächer"1)  (1960),  "Der Gorilla von Soho"1)  (1968) und "Der Mann mit dem Glasauge"1)  (1969) mit, konzentrierte sich aber vornehmlich auf ihre Bühnenarbeit.
Mit ihrem Partner, dem Solotänzer Mirko (Heinz Schmiedel1)), der im richtigen Leben ihre große Liebe wurde und den sie Ende Juni 1958 heiratete, begeisterte sie das Publikum nicht nur in Deutschland, unvergessen bleibt 1955 ihre Verkörperung der Schlange in der Uraufführung der Oper "Irische Legende" von Werner Egk1) nach dem Schauspiel "The Countess Cathleen" ("Cathleen ni Houlihan") von William Butler Yeats1) in einer Inszenierung von Oscar Fritz Schuh1) bei den "Salzburger Festspielen"1) → salzburgerfestspiele.at. Noch im gleichen Jahr tanzte die Litto in der von Herbert von Karajan1) dirigierten Oper "Salome"1) von Richard Strauss1) während eines Gastspiels an der "Mailänder Scala"1). Weitere Bühnenauftritte hatte sie unter anderem "in dem Ballett "Der wunderbare Mandarin"1) und im September 1956 in "Der Engel von Montparnasse" in der "Kleinen Komödie" in Hamburg. Nach dem Ballet "Formender Willie" folgte das Musical "Fanny"1) im "Thalia Theater"1) in Hamburg." notiert Wikipedia. Ende der 1960er Jahre trat sie beispielsweise mit Partner Helmut Ketels1), der unter anderem auch in dem Marika Rökk-Streifen "Bühne frei für Marika"1) (1958) zu sehen war, an der "Metropolitan Opera"1) in New York auf und wurde auch dort umjubelt.
  
Doch nicht nur als begnadete Tänzerin feierte Maria Litto Triumphe, auch als Choreografin machte sie sich einen Namen, so 1959 mit der Operette "Die Blume von Hawaii"1), mit der sie sich bereits 1953 als Prinzessin Laya auf der Leinwand in die Herzen der Zuschauer getanzt hatte. Im Fernsehen erlebte man sie gemeinsam mit ihrem Ehemann als Tanzpartner in Sendungen wie "Evergreens – Aus alt mach neu" (1960).
Ihre letzte große Aufgabe im Film fand der Tanzstar 1970 als Tänzerin und Choreographin in der sechsteiligen TV-Serie "Tournee"1) mit dem Untertitel "Ein Ballett tanzt um die Welt" mit dem "Hamburger Fernsehballett" und Schauspielern/-innen wie unter anderem Gerhart Lippert, Edith Schulze-Westrup und Harry Wüstenhagen. Die Serie erzählte heitere und spannende Erlebnisse während einer Ballett-Tournee um die ganze Welt. Weitere Gastauftritte hatte das Paar Litto/Schmiedel in den 1970ern beispielsweise in den großen Shows von Peter Alexander ("Treffpunkt Herz"1), 1975), bei Heinz Schenk im "Blauen Bock" oder in der populären Sendereihe "Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre"1) mit Gastgeberin  Anneliese Rothenberger und zeichneten auch für die Choreographie verantwortlich. Verantwortlich waren beide beispielsweise auch Sylvester 1973 für die Abendshow "Von uns für Sie – Ein ganzes Jahr Musik", präsentiert von Vivi Bach und Michael Schanze1).

Maria Littos erste, 1945 geschlossene Ehe mit dem Schweizer Heinz Erzinger war nach sechs Jahren in die Brüche gegangen, mit Ehemann Heinz Schmiedel1) war sie seit 30. Juni 1958 bis zu dessen plötzlichen Tod zwanzig Jahre lang verheiratet; Schmiedel starb am 3. Dezember 1978 an den Folgen eines Herzschlags. Maria Litto verwand den Tod ihres Mannes nie, wenig später zog sie sich von der Bühne zurück, übernahm lediglich noch einige Aufgaben als Choreografie-Assistentin und trat nur noch selten in der Öffentlichkeit in Erscheinung.
Viel Zeit verbrachte sie auf der Insel Sylt, litt in ihren letzten Lebensjahren zunehmend an Altersdemenz und musste in einer Hamburger Seniorenresidenz gepflegt werden. Maria Litto starb am 25. Oktober 1996 – wenige Wochen nach ihrem 77. Geburtstag in Hamburg. Die letzte Ruhe fand sie in Höxter in einem Familiengrab an der Seite ihre Gatten Heinz Schmiedel auf dem "Friedhof am Wall" → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Kurzportrait nach www.hvv-hoexter.de, (PDF-Dokument)
Siehe auch Wikipedia
Fotos bei der virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) filmportal.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de

(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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