Theater / Filmografie / Hörspiel
Autogrammkarte von Wolf Ackva; Urheber/Fotograf: O. Schäffler, 71 Heilbronn a. N.; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons bzw. Autogrammkarte der Witwe von Wolf Ackva, Frau Els Ackva, die dieses Bild im Wikipedia-Artikel eingestellt haben wollte. Wolf Ackva wurde am 30. Juli 1911 im lothringischen Montigny-lès-Metz1) geboren. Nach der Schulzeit begann er 1931 zunächst in Leipzig ein Medizinstudium, welches er jedoch abbrach, um in München bei dem berühmten Otto Falckenberg1) (1873 – 1947) Schauspielunterricht zu nehmen. Nach erfolgreichem Abschluss erhielt er Engagements in Düsseldorf, Königsberg und Berlin, doch seine Karriere als Schauspieler fand durch den 2. Weltkrieg vorerst ein Ende. Ackva wurde als Soldat eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 wieder heimkehren konnte.
Danach setzte er seine Schauspielerkarriere in München fort, einen ersten großen Erfolg konnte er 1950 in Herbert Weickers "Atelier-Theater" mit der Rolle des Fred in "Die ehrbare Dirne"1) von Jean Paul Sartre1) an der Seite von Mady Rahl verbuchen. Vor allem aber an den "Münchner Kammerspielen"1) sowie bei diversen Festspielen machte er sich einen Namen als herausragender Charakterdarsteller, die Zuschauer der "Kleinen Komödie"1) sahen den Schauspieler überwiegend in Boulevard- und Kriminalstücken. Daneben übernahm Ackva Gastrollen bei etlichen Tourneen, so gestaltete er beispielsweise den Konsul Werle in Ibsens "Die Wildente"1) (1974/75), den Sultan Saladin in Lessings "Nathan der Weise"1) (1977) oder den Sir Wilfried in "Zeugin der Anklage" (1985) von Agatha Christie1) → Auszug Wirken am Theater siehe hier.
 
 
Autogrammkarte von Wolf Ackva
Urheber/Fotograf: O. Schäffler, 71 Heilbronn a. N.; Lizenz: CC BY-SA 4.0 
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Autogrammkarte der Witwe von Wolf Ackva,
Frau Els Ackva, die dieses Bild im Wikipedia-Artikel eingestellt haben wollte.
Sein Leinwanddebüt gab Ackva bereits Mitte der 1930er Jahre mit einer noch ungenannten Nebenrolle in dem Streifen "Wenn die Musik nicht wär"2) (1935), sein Part des Sekretärs von Ölmagnat Mr. Jackson (Albert Florath) in der Komödie "Glückskinder"1) (1936) war dann an der Seite von Lilian Harvey und Willy Fritsch schon etwas größer. Auch im Nachkriegsfilm übernahm Ackva kleinere, aber durchaus profilierte Rollen: So war er beispielsweise der Inhaber der "Broadway-Bar" Klatte in Rudolf Jugerts Drama "Nachts auf den Straßen"1) (1952) mit Hans Albers und Hildegard Knef, der Engelhardt in Wolfgang Liebeneiners Russland-Drama "Taiga"1) (1958) mit Hannes Messemer und Ruth Leuwerik oder ein Jahr später der Major Smith in dem Spionagefilm "Rommel ruft Kairo"1) (1959) mit Paul Klinger als Generaloberst Erwin Rommel1), Adrian Hoven als Hauptmann Johannes Eppler1) und Peter van Eyck als Major Graf Almásy1). Letztmalig sahen ihn die Kinozuschauer in dem Drama über den von Helmut Berger gespielten bayerischen König Ludwig II.1) mit dem Titel "Ludwig 1881"1) als dessen Hofsekretär Ludwig von Bürkel1).
Einem breiteren Publikum bekannt wurde der Schauspieler ab Mitte der 1950er Jahre nicht zuletzt durch das noch junge Medium Fernsehen. Hier wirkte Ackva in zahlreichen Fernsehspielen und Serien mit, glänzte beispielsweise als Meisterdetektiv Sherlock Holmes1) in dem von Fritz Umgelter inszenierten Krimi "Der Hund von Baskerville"3) (1955), als Dr. Falke in Kurt Wilhelms TV-Version von "Die Fledermaus"1) (1959) oder als General Friedrich Olbricht1) in Rudolf Nussgrubers Doku-Drama "Claus Graf Stauffenberg" (1970) mit Horst Naumann in der Titelrolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg1). Die Liste von Ackvas TV-Filmografie ist lang, am populärsten wurde der Schauspieler zwischen 1965 und 1970 mit der Figur des Kriminaloberinspektors Steiner in der Krimiserie "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger", wo er den "tumben" Vorgesetzten von Wanninger alias Beppo Brem mimte. Auch in den Fortsetzungen "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger"4) (1978–1982) trat er in Erscheinung, diesmal als Kriminaldirektor Steiner → Übersicht Filmografie.
 
Neben der Arbeit für Theater, Film- und Fernsehen lieh Ackva auch vielen berühmten Kollegen seine Stimme, die sich besonders für so harte, entschlossene Charaktere wie Robert Ryan, Gregory Peck, Richard Widmark, Henry Fonda, Clark Gable, Ernest Borgnine, James Mason, Lex Barker oder William Holden eignete. In den "James Bond"-Filmen synchronisierte er die Stimme von "M"1) alias Bernard Lee1) bzw. Robert Brown1) und in der "Muppets-Show"1) war er die deutsche Stimme der wichtigtuerischen Muppet-Figur "Sam, der Adler"1) → mehr bei synchronkartei.de. Zudem stand der Schauspieler immer mal wieder im Hörspielstudio, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.
 
Wolf Ackva starb am 16. Januar 2000 im Alter von 88 Jahren im bayerischen Fahrenzhausen (Ortsteil Viehbach); die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Friedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de. Er war seit 1960 mit der Filmeditorin bzw. Kulturautorin Els Ackva verheiratet, die 2007 mit dem "Franz-von-Kobell-Preis" ausgezeichnet wurde, einem Kulturpreis des "Landesjagdverbandes Bayern" benannt nach dem Münchner Mineralogen und Schriftsteller Franz von Kobell1).
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) Die Krimihomepage, 4) fernsehserien.de
  
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle: Wikipedia (erstellt von Ehefrau Els Ackva anhand ihrer oder ihres Mannes Aufzeichnungen)
(Fremde Links: Wikipedia, www.vvb.de, tls.theaterwissenschaft.ch, lagis-hessen.de, literaturportal-bayern.de, deutsches-filmhaus.de;
 R = Regie,  P = Premiere)
"Atelier-Theater", München → www.zeit.de "Kleine Komödie am Max II", München "Münchner Kammerspiele" "Theater unter den Arkaden", München
  • 1958: Mr. Norton in "Meine Frau ist übersinnlich" von Miguel Mihura (R: Beate von Molo; P: 18.04.1958)
  • 1962: Bankier Benjamin Beaurevers in "Die aufrichtige Lügnerin" ("L'idiote") von Marcel Achard (R: Peter Loos; P: 26.04.1962)
  • 1962: Maurice in "Monsieur Lambertier", Zweipersonenstück von Louis Verneuil (1893–1952) mit Ellen Umlauf als Aline
    (R: Margit Weiler; P: 05.06. 1962)
  • 1963: Georges Boussot in "Bei Madame wird geläutet" ("Les enfants de coeur") von François Campaux (1906–1983)
    (R: Peter Goldbaum; P: 11.1963)
"Münchner Volkstheater"
  • 1959: Kuang Chung, Präfekt von Soochow, in "Fünfzehn Schnüre Geld", Altchinesische Kriminalkomödie von Chu Su-Chen
    (R: Günther Weisenborn; P: 17.01.1959; u.a. mit Karin Baal, Carl Schell)
  • 1960: Doctor Paul Martin in "Die Contessa Colarri" von Peter Blackmore (R: Beate von Molo; P: 03.03.1960)
Theater "'Tribüne' am Karlstor" (Kriminaltheater)
  • 1960: Pensionierter Richter Sir Lawrence Wargrave in "Gefährliches Wochenende" nach dem Roman "Ten Little Niggers"
    von Agatha Christie (R: Arthur Maria Rabenalt; P: 27.12.1960)
  • 1961: Staatsanwalt in "Der Trick" von Roger Tambin (R: Isebill Sturm; P: 18.02.1961)
  • 1968: Viktor Karlton in "Die Frau mit den roten Haaren" von Sam Locke und Paul Roberts mit Mady Rahl (R: Isebil Sturm; P: 29.01.1968)
  • 1968: Geoffrey Drake in "Der Kronzeuge" von Gordon Stock (R: Isebil Sturm; P: 30.07.1968)
"LEO 17 – Theater in der Leopoldstraße", München "Komödie im Bayerischen Hof", München "Stadttheater Ingolstadt"
  • 1962: Lucien Galvoisier in "Mademoiselle" von Jacques Deval (R: Maximilian Sigg; P: 02.03.1952)
"Komödie im Marquardt", Stuttgart
  • 1963: Stephen Parker in "Guten Abend, Mrs. Sunshine" ("Goodnight Mrs. Puffin") von Arthur Lovegrove (1913–1981) 
    (R: Helmut Weiß; P: 06.09.1963; u.a. mit Ursula Herking)
"Freilichtspiele Schwäbisch Hall" "Bad Hersfelder Festspiele" "Gandersheimer Domfestspiele" "Burgfestspiele Jagsthausen" "Weilheimer Theatersommer" (1988 gegründet von Cordula Trantow)
  • 1988: Bürgermeister Peter Fasser in "Die gewonnene Stadt" von Christian Buck (R: Joseph Saxinger, Thomas Röttger)
"Klosterspiele Hirsau" (heute "Calwer Klostersommer in Hirsau") Tourneen
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, www.vvb.de, krimilexikon.de)
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