Hans Albers in "Der Weisse Dämon" Hans Philipp August Albers wird am 22. September 1891 als Sohn eines Großschlächtereibesitzers, Wilhelm Philipp Albers und dessen Frau Johanna Dorothea, in Hamburg-St. Georg, Lange Reihe 71 geboren. Hans ist das jüngste von sechs Kindern und wird von seinen Schwestern und der Mutter stets verhätschelt, was das ganze Leben lang so bleiben sollte.
 
 
Foto: Hans Albers in "Der Weisse Dämon" (1932)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
1) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
1908 Hans sollte auf Geheiß der Eltern einen normalen, bürgerlichen Beruf erlernen und um ein Haar wäre Deutschland um einen miserablen Kaufmann reicher und einen markanten Schauspieler ärmer geworden. Nach dem Besuch eines Gymnasiums beginnt Hans eine kaufmännische Lehre bei einer Farb- und Chemikalienhandlung, die er jedoch nicht beendet.
1911 Hans Albers entdeckt seine Liebe zum Theater. Doch sein erster Versuch, zur Bühne zu gehen, scheitert. Bei einer Eignungsprüfung fällt er mit Pauken und Trompeten durch. Anschließend soll Hans Albers eine Zeitlang hinter dem Ladentisch einer Frankfurter Seidenfirma gestanden haben. In Frankfurt begegnet Hans Albers dem Theaterdirektor Arthur Hellmer, der seine Begabung erkannte und fördert. Ohne Wissen seiner Eltern nimmt er ersten privaten Schauspielunterricht und erhält erste Engagements, so im sächsischen Kurort Bad Schandau, dann am Neuen Theater Frankfurt.
1913 Hans Albers zieht es an die Waterkant zurück: In Hamburg gastiert er im Schiller-Theater, im Altona-Theater und vor allem im Thalia-Theater. Dort beginnt er, große Rollen zu spielen.
1914  Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wird er in das Heer eingezogen, er kommt an die Westfront, erleidet hier eine Beinverletzung und scheidet deshalb wieder aus dem Wehrdienst aus.
1917 Nach Genesung seiner Verwundung geht Albers nach Berlin, das neben Hamburg seine zweite Heimat wird. Hier begründet er seinen späteren Ruf als Erzkomödiant und mitunter halsbrecherischer Allroundkünstler. Auf der Bühne springt er vom Kronleuchter in ein Schwimmbecken und ähnliches mehr – das Publikum gerät natürlich außer Rand und Band und schließt den Komiker schnell ins Herz. In Bruckners Stück "Verbrecher" gelingt ihm der breite Durchbruch und bis 1931 bleibt Albers im Theater an der Stresemannstraße, im Berliner Theater und an der Volksbühne. In Brechts "Dreigroschenoper" feiert er Triumphe als Mäckie Messer. Seine ureigene Art, eine Mischung aus Berliner Schnoddrigkeit und Hamburger Kauzigkeit, verhilft ihm dann zu dem Sprung in die Filmbranche.
1929 Als Nebenverdienst hat Hans Albers seine ersten Nebenrollen in Stummfilmen, wobei er überwiegend Lebemänner, Verführer oder Hochstapler darstellt. Er soll noch in fast hundert Stummfilmen in Nebenrollen gearbeitet und gelernt haben, bevor er im Jahre 1929 in Carl Froelichs "Die Nacht gehört uns" die Rolle des Harry Bredow in einem der ersten Tonfilme in Deutschland bekommt. "Mensch, Carl! Ich bin ja der größte Schauspieler der Welt!" Du, ich kann ja wirklich was! Die Sache hat ja hingehauen!" Diese Jubelworte soll Hans Albers ausgerufen haben, als er seinen ersten Tonfilm zu Gesicht bekam.
Albers war einer der wenigen, die den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm überstanden, da er Mimik und Sprache in gleichem Maße beherrschte.
Obwohl Hans Albers in vielen Filmen gefährliche Szenen drehte, ließ er sich nie doubeln. Er war sportlich durchtrainiert und hielt nichts davon, andere die Risiken seiner Arbeit tragen zu lassen. Eine Haltung, die in gewissem Sinne typisch für sein Leben war. Neben seiner Aktivität als Filmschauspieler und Sänger spielte der robuste Künstler weiterhin Theater in ganz Deutschland.
1932 Den ersten wirklich großen Film feiert Albers als Ellissen mit der UFA-Produktion "F.P.1 antwortet nicht", der dazugehörige Filmsong "Das Fliegerlied" wird ein populärer Schlager.
1933 Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten erwirbt er ein Anwesen am Starnberger See, wohin er sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der halbjüdischen Schauspielerin Hansi Burg, zurückzieht. Abgeschirmt vom Alltag des "Dritten Reiches" züchtet er hier verschiedene Rosensorten. Er versucht sich dem nationalsozialistischen System so weit wie möglich zu entziehen, so spielt er bis 1945 nicht mehr am Theater. Er vermeidet gemeinsame Filmpremieren und Feste mit Parteigrößen der NSDAP, andererseits dreht er weiterhin Filme, mit denen er die höchsten Gagen Deutschlands verdient, darunter auch in den expliziten Propagandafilmen "Flüchtlinge" (1933) und "Carl Peters" (1940/1941). Hans Albers macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Machthaber des Dritten Reiches: "Nur seine beispiellose Popularität schützte ihn vor Verhaftung, wie hätte man das Verschwinden des blonden Ideal-Ariers den Millionen Verehrern plausibel machen sollen"! (Axel Eggebrecht über Hans Albers.)
1938 Doch selbst Hans Albers kann auf die Dauer seine Lebensgefährtin vor den Klauen des Nazi-Regimes nicht schützen. Er muss sie in die Schweiz bringen, von wo aus sie nach London geht. Unmittelbar nach dem Krieg kehrt sie zu ihm zurück.
1942 In dem Farbfilm "Münchhausen", dessen Drehbuch Erich Kästner wegen Schreibverbots unter einem Pseudonym verfasst hat, kann Albers in der Titelrolle des Lügenbaron nochmals seine schauspielerischen Fähigkeiten beweisen. Der Druck durch Joseph Goebbels nimmt jedoch ständig zu.
1943 Hans Albers beginnt mit den Dreharbeiten zu Helmut Käutners Spielfilm "Große Freiheit Nr. 7", eine Geschichte aus dem Hamburger Hafen- und Nachtlokalmilieu in der er den Hannes Kroeger spielt . Wegen der verheerenden Bombenangriffe der Engländer auf die Hamburger Innenstadt müssen die Dreharbeiten in Hamburg abgebrochen und in Berlin und Prag fortgesetzt werden. Albers erhält für die damaligen Verhältnisse die atemberaubende Gage von 460.000 Reichsmark.
1944 Am 15.12.1944 wird der Film "Große Freiheit Nr. 7" in Prag uraufgeführt, nachdem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den Film für das Deutsche Reich verboten und eine Vorführung nur im Ausland einschließlich des Protektorats Böhmen und Mähren zugelassen hatte. Goebbels störte sich vor allem an dem Prostituiertenmilieu, das nach seiner Ansicht nach nicht zum Bild der deutschen Frau passte. In Deutschland wird der Film erst nach dem Kriege uraufgeführt.
Die Story:
Hannes (Hans Albers), ein ehemaliger Matrose, arbeitet als Stimmungssänger im Nachtlokal Hippodrom in St. Pauli. Er ist mit Anita (Hilde Hildebrand), der Besitzerin des Lokals liiert. Einst wollte Hannes die Seemannsschule besuchen, doch sein Bruder Jan verjubelte die Ersparnisse, die Hannes dafür vorgesehen hatte. Auf seinem Sterbebett bittet Jan den Bruder, sich um das Mädchen Gisa (Ilse Werner, links) zu kümmern, das von Jan verführt wurde und in ihrem Dorf nun geächtet ist.
Hannes holt Gisa nach Hamburg und verliebt sich rasch in sie, doch getraut sich nicht, ihr seine Gefühle zu gestehen. Gisa ihrerseits verliebt sich in den Arbeiter Willem (Hans Söhnker), wodurch Hannes schmerzlich bewusst wird, dass er auch auf dieses Glück verzichten muss. Er verlässt Anita und fährt mit seinen Freunden Fiete (Gustav Knuth) und Jens (Günther Lüders) wieder zur See.
1945 In den letzten Kriegsmonaten verfällt Hans Albers zunehmend dem Alkohol. Der in Prag gedrehte Film "Shiva und die Galgenblume" wird fast pausenlos durch Bombenangriffe gestört. Nachdem der nazigetreue Regisseur und Drehbuchautor, Hans Steinhoff, aus Prag geflohen war, werden die Dreharbeiten endgültig abgebrochen. Hans Albers reist unbeschadet nach Garatshausen, ins amerikanisch besetzte Bayern und wartet das Kriegsende ab.
Im September 1945 wird der Film "Große Freiheit Nr. 7" im Berliner Westsektor gezeigt, ein halbes Jahr später läuft er in den Ostberliner Kinos an. Hans Albers gilt nach dem Krieg als erster deutscher Star auf der Kinoleinwand.
1946 Hansi Burg kehrt aus dem Londoner Exil wieder zu Hans Albers zurück.
1946 Hans Albers spielt wieder den "Liliom" im Berliner Hebbel-Theater. Regie führt wie zu Beginn der dreißiger Jahre Karl Heinz Martin. Kritiker und Publikum sind begeistert. Das Verbot des "Liliom" während der vergangenen zwölf Jahre werten das Stück auf. Hans Albers gilt nach dem Krieg als erster deutscher Star auf der Kinoleinwand.
Insgesamt lässt Hans Albers nach dem Zweiten Weltkrieg die Sache langsamer angehen, neue Künstler kamen, ohne jedoch seinen Ruhm schmälern zu können. Noch immer war der blonde Hans, dessen Devise "Hoppla, jetzt komm' ich" zum Markenzeichen wurde, das Symbol für deftige kernige Männlichkeit mit umwerfendem Charme. Selten konnte ein Künstler Qualitäten als Komiker, Schauspieler und Sänger so grandios in einer Person vereinen.
1947 Hans Albers dreht seinen ersten Nachkriegsfilm "…und über uns der Himmel" und übernimmt die Rolle des Hans Richter. Gegen Hans Albers läuft ein Entnazifizierungsprozess.
1951 Die ersten Nachkriegsfilme sind wenig erfolgreich. Erst der 1951 gedrehte und am 14.01.1952 in Frankfurt uraufgeführte Film "Nachts auf den Straßen" mit Hildegard Knef als Partnerin bringen ihm wieder den gewohnten Erfolg. Der Film wird bei den VI. Internationalen Filmfestspielen in Locarno (23.04.1952 – 10.05.1952) vorgeführt.
1953 Hans Albers dreht seinen dritten Film mit Heinz Rühmann und spielt den Hannes Wedderkamp. Titel: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins". Der Film wird am 16.12.1954 in Hamburg uraufgeführt.
1955 Mit der Neuverfilmung von "Der letzte Mann" an der Seite von Romy Schneider kann Hans Albers seinen Vorkriegsruhm nicht wieder erreichen.
1956 Die Verfilmung von Gerhart Hauptmanns Drama "Vor Sonnenuntergang" wird für Hans Albers mit der Rolle des Clausen schauspielerisch ein Erfolg. Der Film wird am 06.06.1956 in Düsseldorf uraufgeführt. Auf den Filmfestspielen in Berlin erhält Hans Albers den "Goldenen Bären" für seine Glanzleistung in diesem Film.
1957 Hans Albers dreht seinen letzten St.-Pauli-Film "Das Herz von St. Pauli", in dem er den Käpt'n Jonny Jensen spielt. Der Film wird am 17.12.1957 in Hamburg uraufgeführt.
Am 21.08.1957 wird der Film "Der tolle Bomberg" uraufgeführt. Hier agiert Albers neben Marion Michael als Rittmeister Baron Gisbert von Bomberg.
Am 22.09.1957 begeht Hans Albers seinen 65. Geburtstag.
Der Kritiker Friedrich Luft feierte ihn, indem er ein für allemal dem Begriff "Volksschauspieler", den man Hans Albers wohlwollend zusprach, alles Herabsetzende nahm. Friedrich Luft fand in seinem Geburtstagsgruß treffende Worte, als er es unternahm, das Phänomen Albers zu ergründen. "Er gehört zu denen", schrieb Friedrich Luft, "deren Rollen man eigentlich gar nicht sehen will. Man geht hin, ihn zu sehen, sich an seinem unbeschnipselten Selbstbewusstsein zu stärken. Denn Schwierigkeiten mit sich selbst scheint Albers nicht zu kennen, er ist immer mit Hans Albers gründlich zufrieden. Er strahlt, er gefällt sich erst einmal selber, darum gefällt er auch den Leuten so gut. Kerle wie er sind ein Gottesgeschenk, weil man selbst so gerne wäre…"
Hans Albers stirbt am 24. Juli 1960 in Kempfenhausen, Bayern.
Die Biografie stammt zum Teil von der Seite des LeMO-Projekts (Deutsches Historisches Museum).
Siehe auch www.helmut-zimmer.info/Albers.html, Wikipedia,
www.prisma-online.de, www.der-blonde-hans.de und www.cyranos.ch
    
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com

1917: Rache des Gefallenen

1917: Das Spitzentuch der Fürstin Wolkowska
1917: Rauschgold 1918: Baroneßchen auf Strafurlaub
1918: Der Fluch des Nuri 1918: Die Prinzessin von Urbino
1919: Madeleine 1919: Taumel
1920: Die Marquise von O. 1920: Taschendiebe
1921: Der Falschspieler 1921: Der Fürst
1922: Der Böse Geist 1922: Menschenopfer
1922: Die Geliebte des Königs 1922: Söhne der Nacht
1922: Lydia Sanin 1922: Der Tiger des Zirkus Farini
1922: Versunkene Welten 1922: Der Falsche Dimitri
1923: Inge Larsen 1923: Fräulein Raffke
1924: Auf Befehl der Pompadour 1924: Gehetzte Menschen
1924: Guillotine 1924: Das Schöne Abenteuer
1924: Ein Sommernachtstraum 1924: Das Testament des Joe Sivers
1925: Athleten 1925: Der Bankraub unter den Linden
1925: Deutsche Herzen am deutschen Rhein 1925: Die Gesunkenen
1925: Der König und das kleine Mädchen 1925: Der Mann aus dem Jenseits
1925: Mein Freund der Chauffeur 1925: Die Venus von Montmarte
1925: Vorderhaus und Hinterhaus 1925: Halbseide
1925: Luxusweibchen 1926: An der schönen blauen Donau
1926: Die Drei Mannequins 1926: Die Frau die nicht nein sagen kann
1926: Husarenliebe 1926: Jagd auf Menschen
1926: Der Lachende Ehemann 1926: Seeschlacht beim Skagerrak
1926: Der Soldat der Marie 1926: Der Prinz und die Tänzerin
1926: Wir sind vom K. u. K. Infanterie-Regiment 1927: Der Goldene Abgrund
1927: Der Größte Gauner des Jahrhunderts 1927: En Perfekt gentleman
1927: Nur eine Tänzerin 1927: Eine Dubarry von heute
1928: Prinzessin Olala 1928: Rasputins Liebesabenteuer
1928: Weib in Flammen 1928: Dornenweg einer Fürstin
1928: Saxophon-Susi 1928: Ein Tag Film
1928: Frauenarzt Dr. Schäfer 1929: Drei machen ihr Glück
1929: Ja, ja, die Frauen sind meine schwache Seite 1929: Möblierte Zimmer
1929: Die Nacht gehört uns *) 1929: Der Rote Kreis
1929: Vererbte Triebe 1929: Mascottchen
1929: Asphalt 1930: Der Greifer
1930: Hans in allen Gassen *) 1930: Der Blaue Engel *)
1931: Drei Tage Liebe *) 1931: Der Draufgänger *)
1931: Bomben auf Monte Carlo *) 1932: Der Weiße Dämon *)
1932: F.P.1 antwortet nicht *) 1932: Monte Carlo Madness
1932: Quick *) 1932: Der Sieger *)
1933: Ein Gewisser Herr Gran *) 1933: Flüchtlinge *)
1933: Heut kommt's drauf an *) 1934: Peer Gynt *)
1934: Gold *) 1935: Henker, Frauen und Soldaten *)
1935: Varieté *) 1936: Unter heißem Himmel *)
1936: Savoy-Hotel 217 *) 1937: Die Gelbe Flagge *)
1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war *) 1938: Sergeant Berry *)
1938: Fahrendes Volk *) 1939: Ein Mann auf Abwegen *)
1939: Wasser für Canitoga *) 1940: Trenck, der Pandur *)
1941: Carl Peters *) 1943: Münchhausen *)
1944: Große Freiheit Nr. 7 *) 1945: Shiva und die Galgenblume
1947: … und über uns der Himmel *) 1950: Vom Teufel gejagt *)
1950: Föhn *) 1951: Blaubart *)
1952: Nachts auf den Straßen *) 1953: Jonny rettet Nebrador *)
1954: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins *) 1953: Käpt'n Bay-Bay *)
1954: An jedem Finger zehn 1955: Der Letzte Mann *)
1956: Vor Sonnenuntergang 1957: I Fidanzati della morte
1957: Der Tolle Bomberg *) 1957: Das Herz von St. Pauli *)
1958: Der Greifer *) 1958: Dreizehn alte Esel *)
1958: Der Mann im Strom *) 1960: Kein Engel ist so rein *)
*) Der Link führt zur Filmbeschreibung von www.deutscher-tonfilm.de
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de