Matthias Habich wurde am 12. Januar 1940 in Danzig (heute Polen) geboren. Seine Jugend verbrachte er in Hamburg, wo er nach dem Abitur ab 1961 eine Ausbildung an der "Hochschule für Musik und dramatische Kunst" absolvierte; anschließend studierte er 1966 für ein Semester am Konservatorium in Paris und nahm später in den USA auch Schauspielunterricht bei Lee Strasberg. Erste Engagements erhielt er nach seinem Studium im schweizerischen Chur sowie in Baden-Baden, kam über Wuppertal und Zürich 1970 nach Basel und avancierte schnell mit Hauptrollen sowohl in klassischen als auch modernen Stücken zu einem vielgefragten und bedeutenden Charakterdarsteller. Zu seinem Rollenrepertoire zählen die tragischen Figuren der Weltliteratur wie beispielsweise Shakespeares "Hamlet" und "König Lear", Ibsens "Peer Gynt", Kleists "Prinz von Homburg", Schillers "Wilhelm Tell" oder der "Ödipus" von Sophokles ebenso wie die beeindruckende Darstellung in Theateraufführungen von Bert Brecht, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Maxim Gorki, Anton Tschechow, Jean-Paul Sartre oder Botho Strauß. Matthias Habich brillierte auf so bedeutenden europäischen Bühnen wie beispielsweise am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspielen, am Berliner Schillertheater und der Freien Volksbühne, am Wiener Burgtheater, wo man ihn unter anderem 1984 in Grillparzers "Das Goldene Vlies" bewundern konnte, sowie am Theater von Peter Brooks in Paris.
 

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Matthias Habich 01; Copyright Virginia Shue
Matthias Habich 02; Copyright Virginia Shue Schon Anfang der 70er Jahre wurde der Schauspieler durch Auftritte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen auch einem breiten Publikum bekannt. 1972 übernahm er die Hauptrolle in Fritz Umgelters TV-Mehrteiler "Die Merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck"*), im Verlaufe der Jahre sollten anspruchsvolle Rollen in zahlreichen weiteren, auch internationalen Filmen folgen, in denen Habich seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte. Mit seiner Darstellung der Titelfigur in "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus"*) beeindruckte er 1975 erneut auf dem Bildschirm, die Kinozuschauer erlebten ihn ein Jahr später als Erich von Lhomond, der in Volker Schlöndorffs Kriegsdrama "Der Fangschuss"1) mit seinem Freikorps-Offizieren die sinnlose Militäraktion am Ende des baltischen Bürgerkriegs plant. 1980 beispielsweise sah man ihn in Robert van Ackerens "Die Reinheit des Herzens" auf der Leinwand, 1984 mit der Hauptrolle in Thomas Koerfers Drama "Glut" und 1988 agierte er neben Tony Curtis in Thomas Braschs "Der Passagier – Welcome to Germany"1).
Im gleichen Jahr glänzte er mit der Hauptrolle des Pierre Kurwenal in Léa Pools Drama "À corps perdu" (Besinnungslos), ebenso wie 1991 in Rainer Simons "Der Fall Ö." nach einer Erzählung von Franz Fühmann über einen Hauptmann der deutschen Wehrmacht, der 1944 im besetzten Griechenland versucht, der Sinnlosigkeit des Krieges etwas Sinnvolles entgegenzusetzen, indem er einen Film über den Ödipus-Mythos dreht. 
  
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In Léa Pools Literaturverfilmung "La Demoiselle sauvage"1) spielte er im gleichen Jahr wieder eine Hauptrolle, 1995 war er neben Maria Bill als "Marie" in "Das Zehnte Jahr" unter der Regie von Käthe Kratz der "Max", in Caroline Links "Jenseits der Stille"1), der einfühlsamen Schilderung über das Zusammenleben von Hörenden und Gehörlosen, sah man ihn 1996 als den Ehemann von Laras Tante Clarissa und in Andreas Kleinerts Krimi "Im Namen der Unschuld" mimte er 1997 den Kommissar Norbert Michaelis. Zu Habichs weiteren Kinoproduktionen zählen 2001 Jean-Jacques Annauds Kriegsepos "Duell – Enemy at the Gates"1) und seine Rolle des General Paulus, Caroline Links "Nirgendwo in Afrika"1) mit der Figur des jüdischen Abenteurers Süßkind, der im Dritten Reich nach Kenia auswandert, sowie 2003 der Vater der hochtalentierten Geigerin und Titelheldin Klara alias Nadja Bobyleva in Vivian Naefes Jugenddrama "Raus ins Leben". Auch in Oliver Hirschbiegels hochkarätig besetztem und preisgekröntem Film "Der Untergang"1) hatte er eine Rolle übernommen und spielte den Professor Dr. Werner Haase. Ein weiteres "Highlight" mit Matthias Habich war Robert Glinskis Liebesgeschichte "Unkenrufe – Zeit der Versöhnung"1) (2005) und seine Darstellung des deutschen Kunsthistorikers Alexander Reschke, der zu Zeiten des Mauerfalls die polnische Restauratorin Aleksandra Piatkowska (Krystyna Janda) kennen- und lieben lernt; der Film war nach der Erzählung "Unkenrufe" des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass entstanden, in der es um Vertreibung und Versöhnung und das Verhältnis von Polen und Deutschen geht.  
In dem preisgekrönten Kinofilm "Der Vorleser"1) (2008, The Reader), von Regisseur Stephen Daldry nach dem 1995 erschienenen, gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink inszeniert, hatte Matthias Habich die eher kleine Rolle des Peter Berg übernommen, Vater des Protagonisten Michael Berg (David Kross/Ralph Fiennes). Fast ausschließlich in Deutschland mit Stars wie Kate Winslet und Ralph Fiennes gedreht, startete der Film am 10. Dezember 2008 in den US-amerikanischen Kinos, in Deutschland lief er seit dem 26. Februar 2009. Eine weitere Arbeit Habichs vor der Kinokamera war der Debütfilm des Absolventen der Münchner Filmhochschule Lancelot von Naso, der mit seiner Geschichte "Waffenstillstand"1) ganz bewusst die nicht-amerikanische Seite des Irak-Kriegs aus dem Blickwinkel europäischer und irakischer Protagonisten aufzeigt. Neben Matthias Habich agieren Max von Pufendorf, Thekla Reuten, Hannes Jaenicke und Husam Chadat; der Film kam am 1. April 2010 in die deutschen Kinos. Der Politthriller von Lancelot von Naso wurde 2009 in Zürich mit dem Publikumspreis "Audience Award", in Montreal mit dem "Prize of the Ecumenical Jury" und in Hof anlässlich der 43. Internationalen Hofer Filmtage mit dem "German Film Promotion Award" ausgezeichnet; 2010 folgte in München der Nachwuchsproduzentenpreis der VGF (Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken) und in Berlin der "Prix Europa" als "Bester Europäischer Fernsehfilm des Jahres".
In Joseph Vilsmaiers Kinofilm "Nanga Parbat"2) (Kinostart 14.01.2010), mit dem Vilsmaier die Tragödie der Bergsteiger-Brüder Reinhold Messner (Florian Stetter) und Günther Messner (Andreas Tobias) thematisiert, spielte Habich einen Pfarrer. Andreas Kleinerts Casting-Drama "Barriere" mit Habich als alterndem Regie-Veteranen feierte auf der Berlinale 2010 seine Kinopremiere. "Barriere" zeigt ein Gruppenporträt von Individualisten – junge Schauspieler, die sich zu einem Casting bei einem von Matthias Habich mit schöner Lakonie gespielten Alt-Regisseur treffen. Der von Kameramann Jakob Seemann in erfrischend unspektakulärem Schwarzweiß gedrehte Film ist zugleich die Abschlußarbeit der Schauspielklasse der HFF und so etwas wie eine Liebeserklärung an den Schauspielerberuf mit all seinen Problemen, mit Eitelkeiten, Liebe und Treulosigkeit, Leidenschaften und Unmoral. (Quelle: Das Blättchen)
Fertiggestellt ist das Spielfilmdebüt "Where I Belong" des in London lebenden Filmemachers Fritz Urschitz, die Dreharbeiten fanden zwischen September und November 2011 in Wien und London statt. In der britisch-österreichischen Co-Produktion wird die Geschichte der Emigranten-Tocher Rosemarie (Natalie Press) erzählt, die mit mit ihrem verbitterten Vater (Matthias Habich) im England der späten 1950er Jahre lebt. Als sie Anton (Johannes Krisch) – einen ebenfalls aus Österreich emigrierten Freund des Vaters – kennenlernt, verändert sich ihr Leben und sie sieht sich vor eine Reihe von folgenschweren Entscheidungen gestellt … (Quelle: www.filminstitut.at) Am 8. Mai 2012 fiel auf einem Landgut zwischen Lübeck und Kiel die erste Klappe zu Vivian Naefes Familiensaga "Der Geschmack von Apfelkernen", gedreht nach dem gleichnamigen Bestseller von Katharina Hagena. Neben den weiblichen Protagonistinnen Hannah Herzsprung, Marie Bäumer, Meret Becker und Paula Beer spielt Habich in dieser Geschichte um die Frauen einer Familie bzw. den Schicksalen dreier Generationen den alten Herrn Lexow, Freund der verstorbenen Großmutter (Hildegard Schmahl) der jungen Iris (Hannah Herzsprung); der Film soll am 26. September 2013 in die Kinos kommen → www.film-zeit.de und www.bavaria-film.de.
 
Vor allem aber auf dem Bildschirm zeigt Habich seit Jahrzehnten seine facettenreiche Schauspielkunst, die Zuschauer sahen den Mann mit den markanten Gesichtszügen beispielsweise 1978 als "Zwingli" in Egon Günthers umstrittenen Film "Ursula" nach der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller, im gleichen Jahr mit der Hauptrolle in Dagmar Dameks "Angst". 1982 stand er für Sigi Rothemunds mehrteiligen Abenteuerfilm "Jack Holborn"*), der Geschichte des 14-jährigen Waisenjungen Jack Holborn und der Zwillingsbrüder Sharingham gegen Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Doppelrolle des Richters bzw. des zwielichtigen Freibeuterkapitäns Sharingham vor der Kamera. 1987 beeindruckte er mit der Titelfigur des Robert in Tom Toelles Krimi "Schrei der Eule" nach dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith. 1988 spielte er wieder unter der Regie von Tom Toelle in "Crash" den Richard Jansen, war ein Jahr später der Martin in Thomas Koerfers "Noch ein Wunsch" oder 1990 der General Mellenberg in "Das Letzte U-Boot"1), neben Ulrich Mühe und Ulrich Tukur. In den 1990ern folgten etliche herausragende Hauptrollen, wie beispielsweise 1991 die des David Grundberg in "Un coeur à prendre" (Ein Herz für Dich) oder 1992 die des Franz in "Princesse Alexandra"; in Uwe Jansons Umwelt-Thriller "Lauras Entscheidung" spielte er 1994 den Joachim Böllinger an der Seite von Suzanne von Borsodys, in dem Gerichtsdrama "Anwalt Abel – Ein Richter in Angst" war er 1996 der Staatsanwalt Reuss, der die Anklage gegen Richter Crusius alias Bruno Ganz vertritt, sowie der Manfred Weiszflog in Sigi Rothemunds Thriller "Schlag 12".
  
Matthias Habich und Suzanne von Borsody; Copyright Virginia Shue
Matthias Habich und Suzanne von Borsody
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In Tom Toelles aufwendigem Dreiteiler "Deutschlandlied" erlebten ihn die Zuschauer im gleichen Jahr als Konrad Schuhbeck mit Ulli Philipp als Partnerin, welche die Anna Mahlmann spielte. In Hartmut Griesmayrs Drama "Davids Rache", der nachdenklichen TV-Parabel über die Schwierigkeiten im Umgang mit allem Fremden, stand er 1997 mit der Hauptrolle des Oberstudienrats Christian Kestner vor der Kamera, im gleichen Jahr beeindruckte er als Markus Frank und Mann, der die Apokalypse ahnt, in Martin Buchhorns Grass-Verfilmung "Die Rättin"2). Neben Klaus Löwitsch sah man ihn ebenfalls 1997 in Oliver Hirschbiegels "Das Urteil"2) als den eigenartigen Fluggast und wurde für seine herausragende schauspielerische Leistung mit dem "Adolf-Grimme-Preis" geehrt; in Markus Fischers Thriller "Zucker für die Bestie"2) verkörperte er 1998 den Dr. Kaltenbach. Mit seiner Rolle des erfolgreichen Architekten Johannes Breutigam in der Liebeskomödie "Picknick im Schnee"2) hinterließ er 1999 einen ebenso nachhaltigen Eindruck wie mit der Titelrolle in der dreizehnteiligen ARD-Serie "Klemperer – Ein Leben in Deutschland"1), der Verfilmung der Tagebücher, die der jüdische Professor für Romanistik Victor Klemperer1) (1881 – 1960) zwischen 1933 und 1945 geschrieben hatte.

In Margarethe von Trottas packender Familienchronik "Jahrestage"1) nach dem Roman von Uwe Johnson begeisterte er 2000 als mecklenburgischer Querkopf Heinrich Cressphal und Vater der Titelheldin Gesine Cressphal alias Suzanne von Borsody und 2002 zeigte er sich in Gernot Rolls Remake über den "Freiherrn von der Trenck" an der Seite Ben Beckers, der diesmal die Titelfigur verkörperte, als General von Habich in "Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone"2). 2003 gab Habich den Otto Kaminski in dem Drama um den Volksaufstand am 17. Juni 1953 "Zwei Tage Hoffnung"2), war der Journalist Hennig Harmsen und einstige Liebhaber der Kommissarin Bella Block in der Folge "Kurschatten"2). 2004 war er als Rolf von Buttlär in "Wellen", der Verfilmung nach Eduard von Keyserlings gleichnamigen Roman, auf dem Bildschirm zu erleben sowie in dem Zweiteiler "Nero – Die dunkle Seite der Macht"1) als Philosoph Seneca, dem Lehrmeister Kaiser Neros.
Im Februar 2005 konnte Matthias Habich einmal mehr mit einer Gastrolle in "Kein Himmel über Afrika"2), einem dramatischen Zweiteiler nach der gleichnamigen Autobiografie der Deutsch-Afrikanerin Kerstin Cameron, seine schauspielerische Bandbreite zeigen. Hier mimte er einfühlsam den Vater der Hauptdarstellerin Catherine alias Veronica Ferres, die für ihre Liebe zu dem alkoholabhängigen Abenteurers Gordon Coburn alias Jean-Hugues Anglade kämpft und schließlich für dessen Selbstmord zur Verantwortung gezogen wird. Eine schöne Rolle war auch die des "Herrn der Finsternis" in Diethard Küsters zauberhaften Komödie um Hexerei, Liebe und andere unerklärliche Phänomene "Küss mich, Hexe!" (2005). Das von Matti Geschonneck kammerspielartig in Szene gesetzte TV-Spiel "Silberhochzeit"2) nach Motiven der gleichnamigen Kurzgeschichte von Elke Heidenreich aus ihrem Bestseller "Der Welt den Rücken" wurde Anfang 2006 ausgestrahlt: Hier beeindruckte Habich an der Seite von Iris Berben mit seinem intensiven Spiel als deren Ehemann Ben, der nach einem Vierteljahrhundert während der Feier anlässlich des 25. Hochzeitstages mit bisher unausgesprochenen Wahrheiten konfrontiert wird; am Ende des Abends ist nichts mehr so, wie es vorher war…
Erneut an der Seite von Iris Berben brillierte Habich Mitte Januar 2007 als Tropenarzt in dem von Carlo Rola in Szene gesetzten packenden, aufwendig produzierten ZDF-Dreiteiler "Afrika, mon amour"2). Erzählt wird die bewegende und zugleich spannende Geschichte einer bemerkenswerten Frau auf der Suche nach Gleichberechtigung und der großen Liebe ihres Lebens kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Durch die Trennung von ihrem Mann Richard (Robert Atzorn) von der Gesellschaft geächtet und als Mensch zweiter Klasse betrachtet, versucht die großbürgerliche Katharina von Strahlberg (Iris Berben) sich in den deutschen Kolonien Afrikas ein neues Leben aufzubauen. Dort lernt sie auch den Tropenarzt Dr. Franz Lukas kennen, der ihr ein treuer Weggefährte wird, ihr mit seiner verständnisvollen Art die fremde, geheimnisvolle Welt Afrikas näher bringt.
 
Eine große Aufgabe übernahm Habich in der ZDF-Reihe "Giganten" und fesselte Ostern 2007 in diesem mit Spielszenen durchsetzten Doku-Drama die Zuschauer als Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt. Die Regisseure Günther Klein und Gero von Boehm thematisierten in "Alexander von Humboldt – Ruf der grünen Hölle" dessen große Südamerika-Reisen, die Besteigung des Chimborazo sowie Humboldts Verhältnis zum preußischen Königshof und seine Arbeiten am "Kosmos". Eine prägnante Nebenrolle war Anfang Mai 2007 die des Rechtsanwalts Friedrich Fischer und Vater der Protagonistin Tanja Wedhorn als karrieresüchtiger Werbefachfrau Johanna in dem von Marcus O. Rosenmüller bis in die kleinsten Rollen prominent besetzten spannenden ZDF-Zweiteiler "Schuld und Unschuld", in welchem es hochgradig melodramatisch um die Machenschaften internationaler Pharmariesen, zwischenmenschliche Verstrickungen und nicht zuletzt um eine heimliche Liebesbeziehung ging.
"Ein halbes Leben"1) hieß das von Regisseurs Nikolaus Leytner inszenierte, mehrfach ausgezeichnete Psychodrama, in dem sich Habich Mitte Mai 2009 als verzweifelter Peter Grabowski zeigte, den der grausame Tod an seiner Tochter auch Jahre nach der Tat nicht zur Ruhe kommen lässt. Der aus Graz stammende Regisseur Nikolaus Leytner inszenierte nach eigenem Drehbuch eine spannende Geschichte um Schuld und Sühne, Rache und Gerechtigkeit. Hier geht es nicht um den eigentlichen Fall, sondern um den Umgang mit der einstigen Tat und deren Folgen. Getragen vom brillanten Spiel der beiden männlichen Hauptdarsteller – Anarcho-Komiker Josef Hader überzeugt hier in Rolle eines reuigen Täter, während Matthias Habich den immer noch erschütterten Vater gibt – ist dies ein gelungenes Psychodrama, dass sich mit dem Tod eines Kindes und den daraus resultierenden Folgen beschäftigt. notiert hierzu prisma.de.
Foto mit freundlicher Genehmigung von Thomas Lüders; Presseteam Thomas & Thomas (www.thomasundthomas.com); Copyright© Thomas Lüders / T&T Am 8. September 2010 wurde das von Margarethe von Trotta inszenierte, kammerspielartige TV-Drama "Die Schwester"3) ausgestrahlt, in dem Matthias Habich neben den brillant aufspielenden Protagonistinnen Rosemarie Fendel und Cornelia Froboess als netter, einkommensloser Wohnheiminsasse Gregor Antonion seinen Charme versprühen konnte, somit zum Gegenpol der in Hassliebe verstrickten Schwestern wurde und bei seinen Auftritten den beklemmend-bitterbösen Dialogen eine gewisse Leichtigkeit entgegensetzte. Das Geschwisterdrama erzählt die Geschichte einer Lebensgemeinschaft, die nach vielen gemeinsamen Jahren zu zerbrechen droht. Die Schwestern Margot (Rosemarie Fendel) und Wilma (Cornelia Froboess) sind zusammen alt geworden. Zusammen heißt, sie sind seit Jahren eine Lebensgemeinschaft, die erst jetzt nach so vielen Jahrzehnten ihre Bewährungsprobe erlebt. (…) Aber mitten in ihrem erbitterten Streit ziehen noch einmal Liebe und Sehnsucht in ihr Leben ein, was den Streit zu einem existenziellen Kampf werden lässt. (Quelle: www.hr-online.de) "Regisseurin Margarethe von Trotta setzt ganz auf das Spiel ihrer beiden Hauptdarstellerinnen Rosemarie Fendel und Cornelia Froboess, die sich hier bissige wie zum Teil sogar bösartige Wortduelle liefern. Zwar wirkt das stellenweise etwas überzogen, doch die Grundidee des Drehbuchs von Johannes Reben ("Klaras Hochzeit", "Einfache Leute") ist stimmig und lässt Erinnerungen an den Robert Aldrich-Klassiker "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" mit Bette Davis und Joan Crawford wach werden." schreibt prisma-online; siehe auch www.dieterwunderlich.de.
 
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Thomas Lüders
Presseteam Thomas & Thomas (www.thomasundthomas.com)
© Thomas Lüders / T&T
In dem Liebesdrama "Letzter Moment"2) (EA: 17.09.2010 auf ARTE) war Ulrike C. Tscharre seine Partnerin, die von Sathyan Ramesh in Szene gesetzte Geschichte erzählt von dem älteren Peter (Matthias Habich), der sich in die deutlich jüngere Kellnerin Isabel (Ulrike C. Tscharre) verliebt. Als sich herausstellt, dass deren Mutter (Gila von Weitershausen) seine ehemalige Geliebte ist, "gerät Peters aufblühende Welt ins Wanken: Wegen Isabels Mutter flüchtete er einst in die Einsamkeit …"3)
Wenig später, am 15. Dezember 2010, ging in der ARD ein ungewöhnlicher Film mit dem Titel "Morgen musst Du sterben"2) über den Sender. In der packenden Geschichte nach einem Drehbuch von Niki Stein( auch Regie) spielte Matthias Habich den (undurchsichtigen) Peter, bester Freund des emeritierten Professors für Städtebau Johannes Ganten (Uwe Kockisch), der 24 Stunden um sein Leben bangt – in seinem Briefkasten hat Ganten einen Zettel mit den Worten "Morgen musst Du sterben!" gefunden. Der Zuschauer wird von der nicht zuletzt wegen der Kameraführung fast surreal anmutenden Story gefesselt, bangt mit dem Mann, der in einen Strudel unerklärlich-seltsamer Ereignisse gerät, die sein ganzes bisheriges Leben verändern. Habich war als Gegenpol zu dem knorrig aufspielenden Kockisch eine Idealbesetzung und lieferte einmal mehr Qualitäts-Schauspiel ab. Ebenso wie am 19. Januar 2011, wo er neben Dieter Pfaff als Psychologe Dr. Maximilian Bloch in "Bloch – Der Heiland"2) in Erscheinung trat. Habich stellte in diesem von Franziska Meletzky psychologisch dicht inszenierten Fernsehfilm die dominierende Figur des Kunsthandwerkers Martin dar, der nach dem Tod seiner Frau die Orientierung verloren hat. Jeden Tag predigt er vor dem Kölner Dom, ohne wirklich wahrgenommen zu werden, bis sich etwas ungewöhnliches ereignet …
  
In dem von Carlo Rola für das ZDF in Szene gesetzten Thriller "Das Kindermädchen"2) (EA: 09.01.2012) war Habich als Utz von Zernikow, Vater der ehrgeizigen Jungpolitikerin Sigrun Zernikow (Natalia Wörner) zu sehen, die den erfolgreichen Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) heiraten will. Das Drehbuch um ein gefährliches Familiengeheimnis in Berlins bester Gesellschaft schrieb Elisabeth Herrmann nach ihrem 2005 erschienenen gleichnamigen Bestsellerroman. Der Zuschauer gewinnt Einblicke in eine schwierige Familiengeschichte, thematisiert wird ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, als in der Nazi-Zeit Tausende sowjetische Mädchen aus ihrer Heimat verschleppt und zur Arbeit in deutschen Haushalten gezwungen wurden. Habich verlieh dem renommierten Anwalt Utz von Zernikow, der auch nach sechs Jahrzehnten mit seiner Schuld nicht fertig wird, einmal mehr authentische Züge.
Abgedreht ist inzwischen Matthias Tiefenbachers witzig-melancholische Romanze "Eine halbe Ewigkeit"2), in der es eine erneute Zusammenarbeit mit Cornelia Froboess gab. Habich spielt den Alt-Rocker Harry, der nach fast fünf Jahrzehnten überraschend auf seine einstige große Liebe Elly (Cornelia Froboess) trifft. Die Vergangenheit wird lebendig, alte Gefühle brechen wieder auf, doch Elly ist inzwischen eine evangelische Ordensfrau …. "Der einstige Schlagerfilm- und heutige Altersrollen-Star Cornelia Froboess und der Charakter-Schauspieler Matthias Habich spielen das gealterte Liebespaar äußerst überzeugend und verleihen den Figuren die nötige Tiefe." notiert prisma.de; die Ausstrahlung erfolgte am 30. März 2012 in der ARD.
In der melodramatischen Geschichte "Abschied von Hannah"2) (EA: 19.10.2012) aus der ARD-Reihe "Liebe am Fjord" hat Matthias Habich die Hauptrolle des misanthropischen Literaten Henrik Agdestein übernommen, dessen Frau nach langer Krankheit verstirbt. Nach der Beerdigung kommt es zu dramatischen Auseinandersetzungen innerhalb der Familie … → www.studio-hamburg.de "Nach dem Buch von Martin Rauhaus gelang Grübler ein sehenswertes Drama mit dem brillant aufspielenden Matthias Habich in der Rolle des trauernden Ehemanns." notiert prisma.de.
 
Matthias Habich stand für das ZDF-Drama mit dem Ttitel "Und alle haben geschwiegen"2) gemeinsam mit Senta Berger vor der Kamera, einem Film, mit dem das Schicksal von Heimkindern im Nachkriegsdeutschland thematisiert wird. Die im Film erzählten Begebenheiten basieren auf Peter Wensierskies Buchdokumentation "Schläge im Namen des Herrn"1) . Im Mittelpunkt steht die junge Luisa (Alicia von Rittberg), die Anfang der 60er Jahre aufgrund der Erkrankung ihrer alleinerziehenden Mutter von den Behörden in die Obhut eines Kinderheims geschickt wird. Hier erfährt sie die ganze Härte des Systems, wird seelisch sowie körperlich misshandelt und dient als billige Arbeitskraft. Einziger Lichtblick ist der stille Junge Paul (Leonard Carow), mit dem sie schließlich dem Grauen entkommen will. Im Berlin des Jahres 2008 treffen Luisa (Senta Berger) und Paul (Matthias Habich) nach 44 Jahren erneut aufeinander. Beide haben bisher über ihre Erlebnisse geschwiegen und sie verdrängt. Doch Luisa hält den Zeitpunkt für gekommen, ihr Schicksal öffentlich zu machen und sich damit ihrer Vergangenheit zu stellen. (Quelle: ZDF-Presseinformation); Sendetermin war der 4. März 2013.
Matthias Habich gehört im Herbst 2013 zur Besetzung des vom WDR und NDR produzierten innovativen TV-Experimentes "Altersglühen" von Regisseur Jan Georg Schütte. Das Stück, in dem sich 13 ältere Menschen auf Partnersuche begeben und sich zu einem "Speed Dating für Senioren" treffen, kommt ohne jegliches Drehbuch aus, setzt ganz auf die Intuition bzw. Improvisation der prominenten Schauspielerriege; es basiert auf dem preisgekrönten Hörspiel "Altersglühen oder Speed Dating für Senioren" des Regisseurs. Zur hochkarätigen Besetzung zählen neben Matthias Habich unter anderem Mario Adorf, Senta Berger, Jörg Gudzuhn, Michael Gwisdek, Brigitte Janner und Christine Schorn; als Sendetermin in der ARD wird voraussichtlich Frühjahr 2014 genannt → www.presseportal.de und www.wdr.de. Eine weitere Arbeit ist der bereits im Spätsommer 2012 von Christian von Castelbergs inszenierte ZDF-Thriller "Die Toten von Hameln" (AT), wo er als Vater der Chorleiterin Johanna Bischoff (Julia Koschitz) zu sehen sein wird → www.presseportal.de.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen hat sich Matthias Habich auch einen Namen als gefragter Synchronsprecher gemacht; so hört man ihn unter anderem als "Alberto" in "Sofies Welt" oder als Mechaniker in "Fräulein Smillas Gespür für Schnee"; er hält Lesungen und Rezitationsabende ab, beispielsweise mit Lyrik von Rainer Maria Rilke oder Texten von Heinrich Böll.
Der renommierte und populäre Charakterdarsteller Matthias Habich, der im Juni 2002 mit dem "Deutschen Filmpreis" in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für den Kinofilm "Nirgendwo in Afrika" ausgezeichnet wurde, hat Paris zu seiner Wahlheimat gemacht.
 
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Matthias Habich 03; Copyright Virginia Shue
Link: *) Beschreibung innerhalb dieser HP, 1) Wikipedia, 2)  prisma-online.de, 3) br-online.de Stand: September 2013
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch www.deutsches-filmhaus.de sowie Wikipedia
Filmografie bei der Internet Movie Database; Kontakt: www.agentur-alexander.de
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