Hannelore Hoger wurde am 20. August 1942 in Hamburg geboren; schon früh kam sie mit der Welt des Theaters in Berührung –  ihr Vater war Schauspieler und Inspizient am Ohnsorg-Theater – und hatte schon als Kind den Wunsch, ebenfalls Schauspielerin werden. Nach dem Besuch der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Hamburg bei Professor Eduard Marks, gab sie 1961 unter Peter Zadek ihr Bühnendebüt als "Theresa" in Brenton Behans "Die Geisel" am Ulmer Stadttheater. Weitere Engagements führten sie nach Bremen, Stuttgart und Köln. In Bochum arbeitete sie zwischen 1972 und 1980 mit Peter Zadek zusammen, man sah sie in Berlin sowie dem Wiener Burgtheater auf der Bühne und ab 1981 gehörte sie zum Ensemble des Hamburger Schauspielhauses, wo eine langjährige Zusammenarbeit mit Augusto Fernandes begann, die prägend für die Schauspielerin wurde. Seit Anfang der 80er Jahre hat sie sich auch einen Namen als erfolgreiche Regisseurin gemacht, inszenierte beispielsweise 1986 am Staatstheater Darmstadt Hebbels "Maria Magdalena", 1989 am Theater an der Josefstadt Wedekinds "Frühlingserwachen" oder 2000 in Kaiserslautern Brechts "Kleinbürgerhochzeit".

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Hannelore Hoger; Copyright Virginia Shue
Zu Hannelore Hogers jüngeren Theaterauftritten zählt Edward Albees Ehedrama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (2004/2005); hier machte sie als Partnerin von Gerd Böckmann am Hamburger St. Pauli-Theater Furore. "Der Tagesspiegel" bemerkte hierzu unter anderem: Ehekrieg auf höchstem Niveau: Gerd Böckmann und Hannelore Hoger sind zwei großartige, gewissenlose Gegenspieler. Binnen Sekunden wechseln sie ihre Haltung, noch schneller ihre Absicht. Hannelore Hoger ist fantastisch. Ob versoffen, hysterisch, empfindsam oder berechnend; ob Mädchen oder Grande Dame: erschreckend authentisch gelingt Hoger der Spagat zwischen Marthas Zynismus und ihrer Empfindsamkeit.
Seit Mitte Dezember 2009 war sie im neu eröffneten, von Dieter Hallervorden geleiteten Berliner Schlosspark-Theater zu bewundern; gemeinsam mit Peter Sattmann steht sie in dem Broadway-Klassiker "Love Letters" von A. R. Gurney in einer Inszenierung von Alfred Kirchner auf der Bühne; am 20./21. bzw. 23./24. Februar 2010 wird die Berliner Produktion auch am Hamburger St. Pauli-Theater gezeigt (siehe dort). "Hannelore Hoger und Peter Sattmann spielen geistreich und witzig ein altes Liebespaar." schreibt unter anderem das "Hamburger Abendblatt" (6.2.2010).
  
Hannelore Hoger 1984 als Lady Macbeth 01; Copyright Virginia Shue Hannelore Hoger 1984 als Lady Macbeth 02; Copyright Virginia Shue
Hannelore Hoger 1984 als Lady Macbeth (03) mit Peter Striebeck; Copyright Virginia Shue    Hannelore Hoger 1984 als Lady Macbeth 04; Copyright Virginia Shue
Hannelore Hoger 1984 als
"Lady Macbeth"
(Foto links mit Peter Striebeck)

Die Fotos wurden mir freundlicherweise 
von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) 
zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

 

Seit Mitte der 1960er Jahre übernahm Hannelore Hoger Rollen in Kinofilmen und wurde rasch einem breiten Publikum bekannt. Man sah sie beispielsweise 1968 als Zirkusunternehmerin Leni Peickert in Alexander Kluges "Artisten in der Zirkuskuppel: Ratlos", 1971 als Inspektorin in dessen Science-Fiction-Film "Der Große Verhau", 1975 als Doktorengattin Trude Blorna in Volker Schlöndorffs "Die Verlorene Ehre der Katharina Blum"1) oder 1979 als Geschichtslehrerin Gabi Teichert in Kluges Drama "Die Patriotin". In den 80er Jahren sahen die Kinozuschauer die Charakterschauspielerin beispielsweise als Frau Bärlamm in Kluges "Macht der Gefühle" (1983), ein Jahr später übernahm sie die Rolle der lebenshungrigen Zahnarztfrau Isabella Borgwart in Adolf Winkelmanns "Super" sowie die der Brigitte in Hans-Christoph Blumenbergs Thriller "Tausend Augen". 1986 spielte sie – wieder unter Hans-Christoph Blumenberg – die Rolle der Doris Kollmann in dem Krimi "Der Sommer des Samurai" und in Helmut Dietls preisgekrönten Komödie "Rossini"1) übernahm sie 1997 neben Mario Adorf, Götz George und Veronica Ferres die die diffizile Rolle der Reporterin Charlotte Sanders. In Thomas Bohns Actionthriller "Straight Shooter"1) (1999) war Hannelore Hoger neben Dennis Hopper, Heino Ferch und Katja Flint als Innenministerin Lena Hoelldobler auf der Leinwand zu sehen sowie 2003 in "Hamlet_X", einem Internet-Projekt des Schauspielers und und Multimedia-Künstlers Herbert Fritsch; hochkarätig besetzt, unter anderem mit Corinna Harfouch und Hermann Lause, entstand Shakespeares "Hamlet" in über 100 Kurzfilmsegmenten völlig neu – als Modenschau, Schnulze oder Krimi.
 
Seit Ende August 2008 stand die Schauspielerin für die Verfilmung der von Heinrich Mann (1871 – 1950) in den 1930er Jahren im französischen Exil entstandenen historischen Romane "Die Jugend des Königs Henri Quatre" (1935) und "Die Vollendung des Königs Henri Quatre" (1938) vor der Kinokamera. Der ältere Bruder des Nobelpreisträgers Thomas Mann (1875 – 1955) schilderte darin das Leben des Königs Henri IV.1) (1553 – 1610), der sich zur Zeit der blutigen Glaubenskriege zwischen Katholiken und Hugenotten für Verständigung einsetzte und den Beinamen "der gute König" erhielt. In der Produktion unter Beteiligung mehrerer europäischer Länder mit dem Titel "Henri 4"1) führt der profilierten Filmemacher Jo Baier Regie (auch Drehbuch), der Franzose Julien Boisselier1) verkörpert die Titelfigur, Hannelore Hoger gibt bravourös die machthungrig-berechnende französische Königin und Schwiegermutter von Henri IV., Katharina de Medici1) (1519 – 1589), eine der Hauptverantwortlichen für die Bartholomäusnacht, in der in Frankreich im Jahre 1572 Tausende von Hugenotten ermordet wurden. Weitere tragende Rollen haben unter anderem Joachim Król (Heinrichs Feldmarschall Agrippa), Ulrich Noethen (Karl IX.1)), Andreas Schmidt (Guillaume de Salluste Du Bartas, Hugenottischer Dichter und Soldat unter Henry IV.) und Devid Striesow (François, duc d'Anjou=Heinrich III.1)) übernommen, doch auch Nebenrollen sind hochkarätig besetzt, so zeigt sich beispielsweise Katharina Thalbach als Gauklerin. Das aufwendige, 155-minütige Historiendrama feierte seine Premiere im Rahmen der 60. Internationalen Filmfestspiele in Berlin (11. bis 21. Februar 2010), am 4. März 2010 kam der Film in die Kinos. Die längere, rund 170-minütige Fernsehfassung wurde erstmals am 6. April 2012 in der ARD sowie zeitgleich bei ORF 2 ausgestrahlt; siehe auch www.henri-vier.com.
 
  
Ihr TV-Debüt hatte Hannelore Hoger 1965 in dem Stück "Tag für Tag" gegeben, mit Rollen in zahlreichen weiteren Fernsehfilmen avancierte die wandlungsfähige Schauspielerin rasch zur unverzichtbaren Größe auf dem Bildschirm. Meist verkörpert sie mutige, ein wenig trotzige Gestalten, die jedoch offen für Humor und einfühlsam bleiben, und stets eine gewisse Gradlinigkeit verkörpern. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie beispielsweise "Derrick", "Der Alte", "Peter Strohm" oder "Ein Fall für zwei", sah man sie 1973 als Frau Tredup in dem Fallada-Mehrteiler "Bauern, Bonzen und Bomben"2), sie beeindruckte 1988 als jüdische Mutter Lea in Egon Monks Fünf-Teiler "Die Bertinis"1) oder 1992 als Elisabeth Cerphal in "Die Zweite Heimat – Chronik einer Jugend"
1) von Edgar Reitz.
Ungeheure Popularität erlangte Hannelore Hoger dann ab 1994 mit der Rolle der eigenwilligen Kommissarin "Bella Block"
1) aus der Feder von Autorin Doris Gercke in den gleichnamigen Fernseh-Krimis des ZDF. Hier agiert die Hoger als emanzipatorische Frau, die weiß, was sie will und löst instinktsicher, manchmal mit ungewöhnlichen Methoden, und sprödem Charme so manchen kniffligen Fall. 
Für ihre Leistung erhielt die Schauspielerin zahlreiche Auszeichnungen, so 1994 den "Grimme-Preis in Gold" für "Bella Block" und den RTL-Fernsehpreis "Goldener Löwe" ("Beste Schauspielerin" für "Bella Block – Liebestod"), 1996 die "Goldene Kamera" ("Beste TV-Kommissarin"), und zuletzt 2003 den Bayerischen Fernsehpreis für ihre Darstellung der Bella Block in "Bella Block – Tödliche Nähe"3). Weitere spannende, zum Teil sehr ambitionierte "Bella Block"-Krimis sind unter anderem "Auf der Jagd"3) (1998), "Geflüsterte Morde"3) (1999), "Am Ende der Lüge"3) (2000), "Bitterer Verdacht"1) (2001), "Kurtschatten"3) (2002), "Tödliche Nähe"3) (2002), "Hinter den Spiegeln"3) (2003), "Die Freiheit der Wölfe"3) (2004), "Die Frau des Teppichlegers"3) (2005), "… denn sie wissen nicht, was sie tun"3) (2005), "Das Glück der Anderen"3) (2006), "Blackout"3) (2006), "Weiße Nächte"3) (2007) und "Falsche Liebe"3) (2008).
 
Foto: Hannelore Hoger Mitt Oktober 2005
Urheber/Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann; Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Hannelore Hoger Mitt Oktober 2005; Urheber/Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann; Lizenz: CC-BY-SA-2.0; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Als das ZDF am 17. Januar 2009 den ersten Teil des von Markus Imboden inszenierten Zweiteilers "Am Ende des Schweigens"3) anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der "Bella Block"-Reihe ausstrahlte, wurden dem Sender erneut hervorragende Quoten beschert. Mit dem Film, in dem Bella Block den brutalen Mord an einer jungen Frau aufzuklären hat, kommt es allerdings auch zu einem Abschied. Bella Block wird von ihrem langjährigen Lebensgefährten Simon Abendroth (Rudolf Kowalski) verlassen und kündigt am Ende auch ihren Job als Kommissarin bei der Hamburger Polizei. "Bella Block"-Fans können jedoch aufatmen, die erfolgreiche Krimi-Reihe wird laut ZDF-Fernsehspiel-Chef Pit Rampelt fortgesetzt, wenn auch in anderer Form. Hannelore Hoger bleibe der Figur treu, "Bella Block" werde auch künftig zwei Mal im Jahr als "eine Art Expertin oder Privatermittlerin" zum Einsatz kommen. Regie bei der ersten neuen Folge nach "Bella Blocks" Abschied aus dem Kommissariat führte Max Färberböck, der Krimi  "Vorsehung"3)  wurde am 28. November 2009 ausgestrahlt. Am 13. November 2010 folgte mit "Das schwarze Zimmer"3) (Regie: Rainer Kaufmann) eine neuerliche spannende, diesmal in Schweden angesiedelte Geschichte. Die im Sommer 2010 gedrehte 30. Folge "Stich ins Herz"3) feierte am 3. Oktober 2011 im Rahmen des "Filmfestes Hamburg" seine Premiere im "Cinemax Dammtor", im ZDF gesendet wurde die Folge am 26. November 2011.
Anfang März 2011 begannen dann in Hamburg und Umgebung die Dreharbeiten zum 32. "Bella Block"-Krimi, "Der Fahrgast und das Mädchen"3) hieß die ungewöhnliche Folge, in der Bella Block diesmal verdeckt im Umfeld einer Schule ermitteln musste (EA: 11.02.2012), mehr Infos bei www.presseportal.de. Am 15. August 2011, fiel in Berlin die erste Klappe zu einem weiteren "Bella Block"-Krimi, "Unter den Linden" ist der Arbeitstitel des neuen Films (Folge 31) der erfolgreichen ZDF-Krimireihe; ebenfalls mehr Infos bei www.presseportal.de. Die Dreharbeiten zu der 33. Folge mit dem Arbeitstitel "Hundskinder" starteten am 17. April 2012 und man darf gespannt sein. Denn Bella Block präsentiert sich nach dem Ausscheiden von Rudolf Kowalski als ihrem Lebensgefährten Simon Abendroth wieder mit einem neuen Freund, gespielt von Peter Simonischek → www.presseportal.de.   
  
Doch Hannelore Hoger ist nicht nur "Bella Block"; so begeisterte sie beispielsweise 1999 als altersschwache Konsulin Johanna Schwartz neben Katja Studt und Max Tidof in dem TV-Film "Fesseln der Leidenschaft" nach dem Roman "Die letzte Fiesta" von Claudia Rosenkranz. 2001 sah man sie gemeinsam mit Tochter Nina als Restaurantbesitzerin Maren Ohmsen, die in der Komödie "Vier Meerjungfrauen" gegen den Willen ihrer drei Töchter nach dem Tod ihres Mannes ein neues Glück mit ihrem Chefkoch Friedrich Torkelsen (Jürgen Schornagel) findet. 2002 agierte sie als Bürgermeisterin in dem RTL-Event-Movie "Pest – Die Rückkehr", 2003 spielte sie in "Wenn Weihnachten wahr wird" hinreißend die Rolle der verhinderten Schauspielerin und skurrilen Edeltraud Schmitz, die ungeachtet der Tatsache, dass sie bereits 60 Lenze zählt, in dem Krippenspiel die schwangere Maria mimt. Eine ungewöhnliche Gastrolle spielte sie Anfang 2004 in der beliebten ARD-Serie "Um Himmels willen" und war als "Schwester Mechthild" im Habit einer Nonne zu sehen.
Anfang April 2006 gab es dann ein ein Wiedersehen mit den "Vier Meerjungfrauen" bzw. mit Restaurantbesitzerin Maren Ohmsen, ihrem neuen Mann Friedrich und den drei Töchtern: In der Fortsetzung "Liebe ŕ la Carte"3) geht es in dem idyllischen Ostsee-Restaurants "Vier Meerjungfrauen" erneut turbulent zu, Friedrich ist in den "Olymp der Gourmetköche" aufgestiegen und hat endlich eine lang ersehnte Auszeichnung bekommen, seine exquisiten Kochkünste scheinen jedoch weder von den Gästen noch innerhalb der Familie die notwendige Anerkennung zu erfahren. Als er dann das Angebot seiner Ex-Frau Henrike (Michaela May) annimmt, ausgerechnet kurz vor den Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Restaurants in einer TV-Kochshow aufzutreten, ist die Verwirrung der Gefühle vorprogrammiert…
Aufgrund der positiven Zuschauerresonanz nach den ersten beiden Teilen schlug Autorin Andrea Kriegl ein weiteres amüsantes Kapitel rund um die "Vier Meerjungfrauen" auf. In der Mitte Dezember 2007 ausgestrahlten Geschichte "Eine stürmische Bescherung"3) überschlagen sich gerade zur Vorweihnachtszeit die Ereignisse im Hause Torkelsen, die patente Maren muss sich nicht nur gegen die drohende Schließung ihres Restaurants durch einen charmant-intriganten Bauunternehmer (Friedrich von Thun) zur Wehr setzen, sondern sich auch noch Sorgen um ihren bisher so tatkräftigen Mann Friedrich (Jürgen Schornagel) machen, der aufgrund eines Missverständnisses sein Ende nahen sieht und zum depressiven Hypochonder mutiert. Doch mit Hilfe der Unterstützung ihrer drei selbst mit familiären Problemen kämpfenden Töchtern, allen voran Muriel (Nina Hoger) sowie deren Schwestern May Brit (Susanne Schäfer) und Merle (Lavinia Wilson) kommt es – wie sollte es anders sein – schließlich für alle doch zum (erwarteten) Weihnachts-Happy End.
 
Dass Hannelore Hoger nicht nur in Krimis oder Komödien zu überzeugen weiß, bewies sie an der Seite von Götz George in dem Drama "Die Katze"1), das unter anderem beim Hamburger Filmfest im Herbst 2007 gezeigt wurde. Das von Kaspar Heidelbach in Szene gesetzte Psychodrama basiert auf der gleichnamigen, 1966 erschienenen Erzählung des französischen Schriftstellers Georges Simenon und wurde bereits 1970 mit Simone Signoret und Jean Gabin in den Hauptrollen verfilmt – Hoger und George stehen den darstellerischen Leistungen ihrer berühmten französischen Kollegen mit ihrem eindringlichen Spiel in nichts nach und ziehen alle Register ihres schauspielerischen Könnens: Margret (Hannelore Hoger), bürgerliche Witwe eines bankrott gegangenen Fabrikanten, lernt Siegmar (Götz George), einen raubeinigen ehemaligen Polier kennen. Wenig später entschließen sich die beiden unterschiedlichen alten Leute zu heiraten und in Magrets Haus zusammenzuziehen. Die Angst vor der Einsamkeit ist größer als alle Bedenken. Was Margret nicht ahnt: Siegmar bringt seine Katze mit – mit der Margret sofort auf Kriegsfuß steht. Das Tier wird zum ständigen Zankapfel zwischen ihnen, ein an den Nerven zerrender Kleinkrieg beginnt, der alle Zuneigung auslöscht. Siegmar fasst seinen Hass in zwei Worten zusammen: "Die Katze." Ihr Zusammenleben wird zur Hölle. Als Siegmar seine Katze tot auffindet, bahnt sich eine tödliche Katastrophe an …(Quelle: www.filmfesthamburg.de)
Verschiedentlich übernimmt die Vollblutschauspielerin – wie schon seit Jahrzehnten – auch kleinere, dennoch prägnante Rollen in Fernsehfilmen, in denen sie nicht im Mittelpunkt steht, so etwa als Gloria in Johannes Griesers Psychothriller "Hölle im Kopf" (2005) mit Heino Ferch als paranoidem Architekten Marc Hoffmann und Claudia Michelsen als dessen undurchsichtiger Ehefrau. Sie agierte als eigenbrötlerische Bruna Marasi in dem packenden Krimi "Die Toten vom Karst" (2006) mit Henry Hübchen als "Commissario Laurenti", in dem TV-Remake von "Die Zürcher Verlobung", das Helmut Käutner 1957 nach dem gleichnamigen Bestseller von Barbara Noack mit Liselotte Pulver, Paul Hubschmid und Bernhard Wicki in den Hauptrollen für das Kino gedreht hatte, mimte die Hoger im Dezember 2007 die martialische TV-Produzentin Antonia Brückner an der Seite der Protagonisten Juliane (Lisa Martinek), Jean (Tim Bergmann) und dem bärbeißigen "Büffel" (Christoph Waltz); Filmlegende Liselotte Pulver trat hier übrigens in der Schlussszene auf, indem sie sich selbst spielte.
 
 
Foto: Hannelore Hoger, aufgenommen anlässlich der Verleihung der LOLA 2008
(Deutscher Filmpreis 2008) am 25. April 2008 in Berlin
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)
Hannelore Hoger, aufgenommen anlässlich der Verleihung der LOLA 2008 (Deutscher Filmpreis 2008) am 25. April 2008 in Berlin; Copyright Christian Behring
Herrlich skurril, fast schon eine Karikatur, war ihre Darstellung der wohlhabenden Hotelteilhaberin Betty Billerbeck in der Anfang März 2009 ausgestrahlten ZDF-Komödie "Pretty Mama"3), mit der humorvoll die "Midlife-Crisis" einer für alle sorgenden Ehefrau und Mutter erzählt wird. Karin Dittmann (Birge Schade) sieht sich unverhofft in so einer Situation, als sie bei einem Preisausschreiben einen Aufenthalt in einem luxuriösen Wellnesshotel in Heiligendamm an der Ostsee gewinnt und spontan beschließt, den Alltag mit ihrem Mann Peter (Oliver Stokowski) und den halbwüchsigen Söhne hinter sich zu lassen. Unversehens gerät sie in einen Strudel von Gefühlsverwirrungen, als sie dem charmanten Barpianisten Michel (Harald Schrott) näher kommt. Da dieser von Betty Billerbeck ausgehalten wird, kommt es bald zu Rivalitäten zwischen der jungen Frau und der deutlich älteren Betty. Hannelore Hogers glänzendes Spiel trug nicht unwesentlich zu einem vergnüglichen Fernsehabend bei, nuanciert und amüsant zog sie von Schroffheit über Ruppigkeit bis letztlich zum Verständnis alle Register ihres schauspielerischen Könnens.
In der ARD-Tragikomödie "Jeder Mensch braucht ein Geheimnis"3) (EA: 6.01.2010) konnte die Hoger erneut mit einer Paraderolle glänzen und machte als herrische Hausherrin Luise vor allem ihrem Mann Helmut (Dietmar Mues) das Leben schwer. Als Helmut ausgerechnet an Luises 65. Geburtstag, zu dem sich die gesamte Familie ein Stelldichein gibt, klammheimlich mit seiner Geliebten nach Italien verschwindet, bricht die scheinbar heile Familienidylle auseinander. "Hannelore Hoger zeigt hier, dass sie nicht nur in ihrer Krimirolle der Bella Block zu überzeugen weiß, sondern auch tragische Gestalten durchaus glaubhaft verkörpern kann." meint prisma-online (siehe auch br-online.de). Eine anders gelagerte, wenn nicht minder interessante Frauenfigur ist die der angesehenen Hamburger Neuropsychiaterin Ella, die in dem Psychodrama "Ellas Geheimnis"3) in Südafrika mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Regisseur Rainer Kaufmann setzte in seinem gut gespielten Drama auf eine ungewöhnliche Darsteller-Kombination, denn hier trifft "Bella Block" Hannelore Hoger auf Henning Mankells "Wallander" alias Rolf Lassgĺrd. Kaufmann, der hier mit der Hoger nach "Long Hello And Short Goodbye" und "Blackout" bereits zum dritten Mal zusammenarbeitete, erzählt die Ereignisse, die zum Tod der jungen Frau führten, in verschachtelten Rückblenden und zeigt nur, was bruchstückhaft im Erinnerungsvermögen der Protagonistin auftaucht.4) Vorgestellt wurde der von Rainer Kaufmann inszenierte Film erstmals am 1. Juli 2009 anlässlich des Münchener Filmfestes, die Fernsehzuschauer kamen am 22. Januar 2010 zunächst auf ARTE in den Genuss, diese einfühlsame und bildgewaltige Produktion mit einer exzellent aufspielenden Hannelore Hoger zu sehen.
Mitte April 2011 fiel in Nordengland unter der Regie von Urs Egger die erste Klappe für die zweiteilige Verfilmung des Charlotte Link-Bestsellers "Das andere Kind"; Hannelore Hoger wird hier als Großmutter der frisch geschiedenen Ärztin Leslie (Marie Bäumer) zu sehen sein, die ihre Großmutter Fiona im beschaulichen nordenglischen Scarborough besucht und kurz nach ihrer Ankunft in zwei grausame Morde verwickelt bzw. mit einem Familiengeheimnis konfrontiert wird. 
 
Hannelore Hoger, die zu den beliebtesten Fernseh-Schauspielerinnen Deutschlands zählt, wurde im März 2001 für ihre hervorragenden filmkulturellen Leistungen mit dem "Helmut-Käutner-Preis"1) der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet sowie im Juni 2002 mit dem "Robert-Geisendörfer-Preis"1) geehrt. In der Begründung der Jury, die den Sonderpreis für Hogers "herausragende Charakterdarstellungen" vergeben hat, heißt es unter anderem "Sie fesselt durch ihr intellektuell gestaltetes Format; sie weckt Gefühle, ohne jemals selbst ins Gefühlige zu gleiten; sie ist brillant, ohne ihre Brillanz zur Schau zu stellen. Und – das vor allem: Sie ist eine exzellente Komödiantin, die selbst die tragischen Momente ihrer Charaktere mit untrüglichem Gespür fürs Komische grundiert, ohne die Figur der Lächerlichkeit preiszugeben. (…) Das Fernsehen wäre arm, gäbe es Hannelore Hoger nicht." 2001 hatte Hannelore Hoger die "Biermann-Ratje-Kulturmedaille"1) der Hansestadt Hamburg entgegen nehmen können. Mitte März 2012 gab das "Grimme Institut"1) die Preisträger der "Grimme Preise 2012"1) bekannt, die am 23. März 2012 in Marl vergeben werden. Hannelore Hoger erhält eine besondere Ehrung des "Deutschen Volkshochschul-Verbandes", in der Begründung heißt es, dass die Schauspielerin (die u.a. in nun 30 Folgen die Kommissarin Bella Block verkörpert) "das deutsche Fernsehen in ganz unterschiedlichen Rollen und mit einer beeindruckenden Bandbreite an Figuren und Interpretationen bereichert und maßgeblich wichtige und wertvolle Segmente der TV-Erzählkunst so selbstbewusst wie reflektiert" geprägt habe". Begründung des Stifters: "Eigensinnig, eigenständig, eigenwillig, dazu unverwechselbar und stets von nachhaltig prägender Präsenz: Diese Eigenschaften und Eigenheiten zeichnen die Fernseh-, Film- und Theaterschauspielerin Hannelore Hoger aus. Mit ihrer besonderen Kunst eines eindringlichen, außerordentlich vielfältigen und facettenreichen Spiels schafft sie seit über 40 Jahren speziell auch im deutschen Fernsehen ungewöhnliche Erlebnisräume. Nie ist sie dabei in enger Weise auf eine Darstellung festgelegt, auch nicht bei jener Figur, die dem Publikum seit knapp zwei Jahrzehnten an das Herz und den Verstand gewachsen ist: der Kommissarin Bella Block." (Quelle: www.grimme-institut.de); weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.
 
Neben Senta Berger, Iris Berben und Hannelore Elsner gehört Hannelore Hoger zu den Frauen, die nicht nur auf dem Bildschirm mit dem "trüben" Altern gebrochen haben sondern sich mit Charme und Erotik starke Rollen erkämpfen. Sie räumen mit dem Jahrhunderte langen Klischee auf, dass Frauen jenseits der Fünfzig in der Gesellschaft zum "alten Eisen" gehören, treten als reife, selbstbewusste, begehrenswerte "Ladies" auf und auch die Beziehung der Schauspielerin mit dem 25 Jahre jüngeren Pianisten bzw. Autor Siegfried Gerlich1), von dem sie sich Presseberichten zufolge Ende 2006 nach sieben Jahren getrennt haben soll, hat gezeigt, dass nicht nur Männer in unserer heutigen Gesellschaft das Privileg gepachtet haben, mit einer wesentlich jüngeren Partnerin verbunden zu sein.
Hannelore Hoger 1980 mit Joachim Kuntzsch im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses; Copyright Virginia Shue Über ihre Arbeit für Theater, Film und Fernsehen hinaus hält Hannelore Hoger Lesungen ab und tritt auch gelegentlich als Sängerin auf. Gemeinsam mit Siegfried Gerlich, hat sie ein Programm mit dem Titel "Liebesschluchzen – Texte und Lieder über die Liebe" zusammengestellt und bringt darin Gedichte von Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn, Prosa von Horvárth und Robert Walser, Lieder von Brecht und Edith Piaf. DIE ZEIT schrieb unter anderem "Ihre Stimme bleibt wie eine akustische Täuschung auf der Membran des Ohres haften. Man wird sie nicht los." In unregelmäßigen Abständen präsentierte die Hoger seit den 1990er Jahren gemeinsam mit dem Schauspieler Joachim Dietmar Mues sowie dem Pianisten und Sänger Joachim Kuntzsch einfühlsam Texte und Lieder von Kurt Tucholsky unter dem Motto "Außen rot und innen…". 

Foto: Hannelore Hoger 1980 mit Joachim Kuntzsch im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Erst vor einigen Jahren begeisterte das Trio, begleitet am Klavier von Jörg Daniel Heinzmann, die Berliner im "Theater am Kurfürstendamm", bis 26. August 2007 konnte man Hannelore Hoger dort gemeinsam mit ihren Kollegen dort bewundern. Es ging um Männer und Frauen, um die Liebe und um Berlin. Hannelore Hoger flirtete mit den Zuschauern, kokettierte mit ihren Rollen und rezitierte Texte, Gedichte, Polemiken und Lieder von Tucholsky (1890 – 1935): "Liebe kostet manche Überwindung – Männer sind eine komische Erfindung" hieß es oder aus dem bekannten Stück über "Das Ideal": "Ja, das möchste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße…"5)
 
Trotz ihrer umfangreichen Arbeit hat Hannelore Hoger sich stets für soziale Belange engagiert und ihre Popularität zur Unterstützung ambitionierter Projekte genutzt. So setzte sie sich 2004/05 für die Kampagne "Hinsehen. Handeln. Helfen!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gegen sexuelle Gewalt an Kindern ein, beteiligte sich 2003 an einer Aufklärungskampagne der Deutschen Krebshilfe e. V. für ein frühzeitiges Mammographie-Screening gegen Brustkrebs. Seit 2007 ist Hannelore Hoger in Deutschland Schirmherrin der Kampagne "Jede Oma zählt" des weltweit agierenden Netzwerkes "Helpage", mit der Unterstützer für Hilfsprojekte zu Gunsten alter Menschen in Entwicklungsländern gesucht werden.
 
Tochter Nina Hoger1), die am 24. März 1961 in Hamburg geboren wurde und aus der Verbindung ihrer Mutter mit dem Schauspieler Norbert Ecker stammt, ist in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und ebenfalls eine erfolgreiche Schauspielerin geworden. Unter anderem ist sie auch mit ihrer Mutter sowie dem Ensemble Noisten seit Sommer 2005 in Programmen zu sehen, dessen Konzept die Verbindung von Musik und Lyrik-Rezitationen ist.
  
Link: 1)  Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma-online.de
Quellen: 4)  prisma-online.de, 5) www.wz-newsline.de
Stand: April 2012
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Hannelore Hoger bei der Agentur Regine Schmitz
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei www.imdb.de
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