Judy Winter 01; Copyright Virginia Shue Judy Winter wurde am 4. Januar 1944 als Beate Richard und Tochter eines Reserveoffiziers sowie dessen Frau, einer Tänzerin, im oberschlesischen Friedland (heute: Korfantów1), Polen) geboren. Nach Ende des 2. Weltkrieges kam die Familie über Hannover und Bielefeld nach Heidelberg und die Eltern ermöglichten ihrer Tochter, den bereits begonnenen Unterricht in klassischem Ballett fortzusetzen. Doch die Träume, eine erfolgreiche Ballerina zu werden, zerschlugen sich, da das junge Mädchen zu groß wurde. Ab 1961 nahm sie daher Schauspielunterricht an der "Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart"1) und erhielt mit knapp 17 Jahren ein erstes Engagement in Ulm – von keinem geringeren als Peter Zadek1) (1926 – 2009), mit dem sie auch eine Zeit lang liiert war. 1962 wechselte Judy Winter, wie sie sich nun mit Künstlernamen als Hommage an die Hollywood-Stars Judy Garland (1922 – 1969) und Shelley Winters (1920 – 2006) nannte, an das "Theater Bremen"1) und stand dort erfolgreich auf der Bühne.
 
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Weitere Engagements führten die Künstlerin im Verlaufe der Jahre unter anderem nach Berlin an das "Renaissance Theater"1) sowie nach Hamburg an das "Thalia Theater"1) und das "Ernst-Deutsch-Theater"1). Am "Renaissance Theater" überzeugte die Charakterdarstellerin beispielsweise in Stücken wie "Gaslicht"1) von Patrick Hamilton1), "Der Kirschgarten"1) von Anton Tschechow1) oder als Mary Tyrone in O'Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht"1). Sie spielte in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder"1) oder in der Uraufführung von "Herbstsonate" nach Ingmar Bergmans Film-Klassiker1), den das "Ernst Deutsch Theater" als erste Bühne herausbrachte. Die vielseitige Künstlerin brillierte auch in Musicals wie "Chicago"1), war als Eliza in " My Fair Lady"1) oder mit der Titelrolle in "Hello Dolly!"1) zu sehen. 
 
Judy Winter und Boleslaw Barlog bei den Proben zu "Mutter Courage"; Copyright Virginia Shue  Foto links:
Judy Winter und Boleslaw Barlog1) 
bei den Proben zu Bertolt Brechts 
"Mutter Courage und ihre Kinder"
"Ernst Deutsch Theater", Hamburg
(25. Februar 1981)
 
Unten:
Szenenfotos zu
"Mutter Courage und ihre Kinder"
Judy Winter in "Mutter Courage und ihre Kinder" 01; Copyright Virginia Shue Judy Winter in "Mutter Courage und ihre Kinder" 02; Copyright Virginia Shue
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin   Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
  
Seit 1998 bzw. der Premiere am Berliner "Renaissance Theater" begeistert Judy Winter nicht nur die Kritiker mit der perfekten Darstellung der Marlene Dietrich in "Marlene"; das Publikum feierte ihre inzwischen über 500 Auftritte in ganz Deutschland sowie in Japan und Moskau jedes Mal mit frenetischem Applaus und Standing Ovations. Jahre lang lief das Stück als Dauerbrenner und auch in der Presse las man begeisternde Kommentare über das Konzertprogramm. So schrieb beispielsweise DIE WELT "Judy grüßt Marlene, trifft deren Frechheit, Kälte, Hitzigkeit sowie ihre weggestreckte, sehnsüchtige Sentimentalität als unheilbare Romantikerin." und der Kölner Stadt-Anzeiger titelte "Marlene lebt und heißt jetzt Judy Winter."
Am Berliner "Renaissance-Theater" stand Judy Winter in der Kriminalkomödie "Acht Frauen" von Robert Thomas1) auf der Bühne, wo sie souverän und böse als Herrin einer eingeschneiten Villa auf dem Land  glänzte – der Theaterpreis "Goldener Vorhang"1) war 2003 der Lohn für ihre herausragende Gestaltung. Seit 11. Oktober 2007 war sie als charismatische Schauspielerin Alexandra del Lago in dem Drama "Süßer Vogel Jugend"1) von Tennessee Williams1) am Hamburger "Ernst Deutsch Theater" in einer Inszenierung von Adelheid Müther neben Armin Schlagwein1) als dem jungen aufstrebenden Chance Wayne zu bewundern.
Zusammen mit Hartmut Becker spielte Judy Winterin dem Stück "Rose" ("Rose und Walsh") des Erfolgsautors Neil Simon1) die weibliche Titelrolle, die umjubelte Premiere war am 17. März 2010 in der "Komödie Düsseldorf"1), bis zum 30. April fanden weitere Aufführungen statt. Die geistreiche Komödie "Rose" wurde erstmals 2003 am Broadway1) präsentiert und handelt von der berühmten Schriftstellerin bzw. zweifachen Pulitzer-Preisträgerin Rose, die den Tod ihres Lebenspartners, des ebenso berühmten Autors Walsh, ignoriert und auf ihre eigene Art am Leben erhält, Nacht für Nacht redet sie mit dem bereits seit mehreren Jahren verstorbenen geliebten Mann. "Judy Winter ist eine ideale Rose. Sie verkörpert mit Schwung, Humor und zuweilen mädchenhaftem Trotz die Schriftstellerin, die durch den Tod ihres Partners aus dem Tritt geraten ist. Die Trauer der Zurückgebliebenen zeigt sie ebenso wie die Müdigkeit des Alters, die sie aber mit funkelndem Witz überspielt" schrieb die "Westdeutsche Zeitung" anlässlich der Premiere. 
 

Foto: Hartmut Becker und Judy Winter in dem Stück "Rose"
© Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Bernd Schaller zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Bernd Schaller; 
das Foto darf nicht für andere Zwecke verwendet werden.

Hartmut Becker und Judy Winter: Szenenfoto aus dem Stück ROSE; Copyright Bernd Schaller
Judy Winter machte zudem in "Hilde Knef – Der Teufel und die Diva" Furore, das Stück über das Leben der unvergessenen Hildegard Knef von Fred Breinersdorfer1) und Katja Röder1) feierte – nach der Uraufführung am Hamburger "Ernst-Deutsch-Theater" – am 1. Juni 2013 seine Premiere im Berliner "Theater am Kurfürstendamm"1), weitere Vorstellungen standen bis Mitte August 2013 auf dem Spielplan. Judy Winter spielte Hildegard Knef, Stephan Benson1) übernahm den männlichen Part des Mephisto. "Judy Winter indes ist so sehens- wie hörenswert in der großen Rolle. Getreu einem berühmten Ella-Fitzgerald-Bonmot – "Knef ist die beste Sängerin ohne Stimme" – belebt sie die von Harry Ermers Bühnen-Band aufgelegten Songs ohne falsche Kunstambition." notierte unter anderem "Der Tagesspiegel" → tagesspiegel.de. Und bei thatsmusical.de konnte man lesen: "Judy Winter, die als Marlene Dietrich bereits eine andere deutsche Diva gab, spielt mit Hingabe und versetzt sich tief in die Gefühlswelt ihrer Figur hinein. (…) Unterm Strich bietet "Hilde Knef – Der Teufel und die Diva" alles, was ein unterhaltsamer Musicalabend benötigt: Gute Musik, ein grandioses und sich perfekt ergänzendes Darstellerteam sowie eine gute Geschichte mit pfiffigen Dialogen → → komoedie-berlin.de.
Seit Frühjahr 2015 war Judy Winter mit Proben für die 65.  Bad Hersfelder Festspiele1) beschäftigt, der damalige Intendant Dieter Wedel1) hatte sie als Pensionswirtin Fräulein Schneider für die Aufführung des berühmten Musicals "Cabaret"1) verpflichtet, welches am 19. Juni 2015 in der Stiftsruine Premiere feierte. Die Nachtclub-Sängerin Sally Bowles wurde von Bettina Mönch dargestellt, Helen Schneider1) gab den Conférencier, Rasmus Borkowski1) den junger amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw. Zur Spielzeit 2015/2016 konnte man Judy Winter am Berliner "Renaissance Theater" in der Rolle der Mutter Anna Patterson in dem tragikomischen Generationenstück "Haus auf dem Land" des amerikanischen Dramatikers und Pulitzer-Preis-Trägers Donald Margulies1) erleben, eine Theaterproduktion, die ab Februar 2017 auch auf dem Spielplan des Hamburger "St. Pauli Theater" stand → renaissance-theater.de. Ebenfalls 2017 spielte sie am "St. Pauli Theater" seit der Premiere (28.03.2017)  die Rolle der verbitterten Mutter Carol in der deutschsprachigen Erstaufführung der Tragikomödie "4000 Tage" von Peter Quilter (→ theatertexte.de) in einer Inszenierung von Ulrich Waller1) mit Boris Aljinovic1) als Protagonist Michael und Gustav Peter Wöhler1) als Michaels Lebenspartner Paul → www.welt.de; mehr zum Wirken am Theater bei judy-winter.de.
Judy Winter 02; Copyright Virginia Shue Schon früh waren Film und Fernsehen auf die talentierte Schauspielerin aufmerksam geworden und schnell avancierte Judy Winter meist mit Rollen komplizierter, sich selbst zerfleischender Frauenfiguren in zahlreichen Produktionen zum Publikumsliebling auf dem Bildschirm. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Sonderdezernat K1", "Derrick" oder "Ein Fall für zwei", sah man sie beispielsweise 1977 in dem Kult-Tatort " Reifezeugnis"1) als Frau des ungetreuen Studienrats Fichte (Christian Quadflieg), 1980 überzeugte sie als skrupellose Großbauunternehmerin Sybille in Ulrich Schamonis Kinofilm "Das Traumhaus"1) oder 1981 als Sophie von Andergast in der von Theodor Kotulla1) für das Fernsehen inszenierten, fünfteiligen Jakob Wassermann-Adaption "Der Fall Maurizius". 1982 übernahm sie die Titelrolle in dem TV-Spiel "Dr. Margarete Johnsohn"2) nach dem Theaterstück "Frau Dr. Johnsohn" von Volker Elis Pilgrim1) oder war zwei Jahre später die Dr. Katia Michelsberg, die in der DEFA1)-Produktion "Ärztinnen"1) (1984) ohne Skrupel in einem Krankenhaus Versuche zu Forschungszwecken an Menschen durchführt, die aus anderen Gründen bei ihr auf dem Operationstisch liegen – für letztgenannte Rolle wurde Judy Winter 1984 mit dem "Darstellerpreis" auf dem 3. "Nationalen Spielfilmfestival der DDR"1) ausgezeichnet. 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Unter der Regie von Cordula Trantow gestaltete sie 1989 neben Jürgen Goslar in dem TV-Psychokrimi "Der Besuch"3) grandios die Doppelrolle der Karrierefrau Laura bzw. der verwahrlosten, gescheiterten Zwillingsschwester Sibylle. In den 1990ern zeigte sie sich auf dem Bildschirm in Serien wie "Vater braucht eine Frau" oder "Sterne des Südens", war 1996 in dem Drama "Wem gehört Tobias?"4) als gemeine und schließlich verrückte Großmutter Dorothea Thorwald zu sehen. Eine schöne Rolle war auch die der Clubdirektorin Dr. Renate Wenger, die in der Hape Kerkeling1)-Satire "Club Las Piranjas"1) (1995) offensichtlich ein Alkoholproblem hat. An der Seite von Hannelore Elsner tauchte Judy Winter in der Liebeskomödie "Schmetterlingsgefühle"4) (1997) als Scheidungsanwältin Verena Hagen-Wertheim auf oder 1998 neben Dietmar Bär1) und Jürgen Tarrach1) als Dr. Berg in der Gesellschaftssatire "Durch dick & dünn"4). In den vergangenen Jahren wirkte Judy Winter 2002 als Erika Weil in der Komödie "Auch Erben will gelernt sein"4) mit, 2000 bzw. 2003 übernahm sie den Part der Mutter von Titelheldin Anna Göllner (Sonja Kirchberger1)) in drei Folgen der RTL-Krimis um die Kommissarin Anna Göllner, unter anderem in "Sommernachtstod"1) nach dem  Bestseller des Norwegers Kjell Ola Dahl1). In der melodramatischen Familienkomödie "Brücke zum Herzen"4) (2005) mimte sie an der Seite von Simone Thomalla1) und Dietmar Schönherr als liebevoll zerstrittenes Vater-Tochter-Gespann eine weise Klinikchefin. In dem sehenswerten NDR-Fernsehfilm "Ein Sommer mit Paul"4) mit Matthias Brandt1) als nicht gerade erfolgreichem Zauberkünstler Raimund Balsam und Max Schmuckert als 12-jährigem Paul in den Hauptrollen war sie ebenfalls auf dem Bildschirm präsent (EA: 14.01.2009). Gerade abgedreht hatte sie den zweiteiligen Psychothriller "Das Echo der Schuld"4) nach dem gleichnamigen Roman der deutschen Bestseller-Königin Charlotte Link1), mit Anna Loos1) als öffentlichkeitsscheue Ehefrau des Politikers Frederick Quentin (Michael von Au1)), die sich von dem intellektuellen Abenteurer Nathan Moor (Daniel Morgenroth1)) angezogen fühlt. In der von Krimispezialist Marcus O. Rosenmüller1) für das ZDF in Szene gesetzten spannenden Geschichte (EA: 12./13.04.2009) um Kindesmord, eine seltsame Liebe und die Bewältigung verborgener Traumata spielte sie die Ehefrau des erfahrenen Polizisten Jack Walker (Jürgen Heinrich1)).
Fertiggestellt war die schwarze, äußerst komische ZDF-Geschichte "Mutter muss weg"1) (EA: 18.10.2012), in der Judy Winter neben Bastian Pastewka1) in Erscheinung trat. Sie kam als einstige Porno-Darstellerin Hannelore daher, dominante, extrovertierte Mutter des spießigen Enddreißigers Tristan, der eine folgenschwere Vorliebe für Puppenhäuser und Auftragskiller hat und bei der Psychotherapeutin Frau Dr. Korff (Karoline Eichhorn1)) seine mörderischen Visionen loswerden will. Dass die Komödie (mit unerwartetem Ende) sehenswert war, lag auch an dem "bestens aufgelegten Hauptdarsteller-Duo Bastian Pastewka in der Rolle des gestörten Muttersöhnchens und Judy Winter als Ex-Sexfilmstar, Mutter und Erotikbuch-Verlegerin. Klasse!" notiert prisma.de. Für ihre darstellerische Leistung wurde Judy Winter 2013 von der "Deutschen Akademie für Fernsehen"1) als "Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle" ausgezeichnet.
 
Eine mitunter ähnlich gelagerte Figur mimte Judy Winter in der Dora Heldt1)-Story "Unzertrennlich"5) (EA: 16.02.2014), der Fortsetzung von "Ausgeliebt"1) (EA: 10.02.2013) bzw. der Geschichte um die in Liebesdingen nicht gerade erfolgreichen Christine (Julia Stinshoff1)) und deren besten Freundin Doro (Julia-Maria Köhler1)), die mit dem Pärchen Dennis (Markus Majowski1)) und Kai (Patrick Heyn1)) in einer WG lebt. Hier präsentierte sie sich als kapriziöse Mutter von Dennis, die nichts von der Homosexualität ihres Sohnes ahnt. Judy Winter "spielt die in den USA lebende Mutter von Dennis als Karikatur einer Amerikanerin (Akzent inklusive), die in ihrer Borniertheit nicht zur Kenntnis nehmen will, dass ihr Sohn einen Lebensgefährten hat. Spätestens die Szenen mit der wächsernen Winter katapultieren den Film geradewegs zurück auf die Boulevardbühnen der Siebziger, als Lustspiele ihr komödiantisches Potenzial vorwiegend aus Missverständnissen und Verwechslungen schöpften." meint hierzu tittelbach.tv. Mit dem kleinen Part der reichen Anegret zeigte sich Judy Winter in der Tragikomödie "Die letzten Millionen"5) (EA: 03.10.2014). Erzählt wurde die Geschichte von sechs Bewohnern einer Berliner Seniorenresidenz, die unverhofft zu einem enormen Geldsegen kommen: Der Casanova Conrad (Michael Gwisdek), das schwule Pärchen Otto (Joachim Bliese1)) und Jakob (Ulrich Pleitgen), die in ihren Hund "Püppi" vernarrte gutmütigen Rosi (Ursula Karusseit) und das liebesmüde Ehepaar Karin (Jutta Wachowiak) und Günter (Dieter Mann) hatten er eine Lotto-Tippgemeinschaft gegründet. Plötzlich wird das Unwahrscheinliche wahr – die Tippgemeinschaft knackt den Jackpot von 30 Millionen Euro. Jeder der frischgebackenen Multimillionäre geht nun anders mit dem ungeheuren Gewinn um, so erfüllt sich Karin gegen den Willen des verknöcherten und miesepetrigen Günter endlich ihren Lebenstraum und bricht nach Südafrika auf, wo sie sich mit der flotten Anegret anfreundet. In einer weiteren Hauptrolle sah man Anna Loos1) als idealistische Altenpflegerin Carmen, die auch die Erzählstimme im Film ist. Zudem wirkte Judy Winter im September 2014 in drei Episoden der Sat.1-Serie "Danni Lowinski"1) als Ruth Lowinski mit und spielte die Mutter der Titelheldin (Annette Frier1)), die nach 30 Jahren plötzlich bei der Tochter auftaucht und für viel Verwirrung und Chaos in der Familie sorgt.
Am 21. Dezember 2015 präsentierte sich die Schauspielerin unter anderem zusammen mit Andrea Sawatzki1), Axel Milberg1) und Günther Maria Halmer in der schwarzen ZDF-Weihnachtskomödie "Tief durchatmen, die Familie kommt"1), von Vivian Naefe1) in Szene gesetzt nach Sawatzkis gleichnamigem Roman. Judy Winter mimte die feierfreudige und trinkfeste Mutter von Gerald Bundschuh (Milberg), der zusammen mit Ehefrau Gundula (Sawatzki) alljährlich über Weihnachten die "liebe" Verwandtschaft beherbergt. Im Sommer 2016 drehte Vivian Naefe auf Mallorca eine weitere Geschichte um die Familie Buntschuh aus der Feder von Andrea Sawatzki mit dem Titel "Von Erholung war nie die Rede"5). Hier kam Judy Winter erneut als Geralds Mutter Susanne daher, die mit Sohn, Schwiegertochter und den Enkeln für eine Woche nach Mallorca reist – noch dazu umsonst, denn Geralds Mutter Susanne (Judy Winter) hat zur Eröffnung ihrer neuen Wäscheboutique eingeladen. Aber die erhofften Ferien werden schnell zum Albtraum: Neben einem dreisten Taschendieb und dem gesperrten Strand sorgen dafür die Eskapaden von Gundulas demenzkrankem Vater Edgar (Günther Maria Halmer) und ihrem Bruder Hadi (Stephan Grossmann1)) mit seinen esoterischen Selbsthilfe-Büchern. Die besagte Boutique erweist sich als renovierungsbedürftig, und das überraschende Auftauchen von Gundulas Mutter (Thekla Carola Wied) macht das Familienchaos perfekt. Ein Glück für Gundula, dass ihr einziger Vertrauter, Nachbar Herr Mussorkski (Uwe Ochsenknecht1)), ebenfalls auf Mallorca weilt. (Quelle: presseportal.de) Ausgestrahlt wurde die vergnügliche Geschichte am 25. Mai 2017. Mit der Story "Ihr seid natürlich eingeladen"1) ging es am 28. Mai 2018 um die Chaos-Familie Bundschuh weiter, in der Susanne im Dauerrausch zu sein schien und sowohl die Beerdigung von Gundulas Vater Edgar als auch die Hochzeitsvorbereitungen für Enkel Rolfi (Oskar Bökelmann1)) im wahrsten Sinne des Wortes in vollen Zügen genoss.
 
In der vorhersehbaren "Katie Fforde"-Story1) mit dem Titel "Warum hab ich ja gesagt?"5) (EA: 24.01.2016) tauchte sie dann einmal mehr als Mutter auf, diesmal der New Yorker Anwältin Alicia Charles (Ursula Karven1)). Auch wenn die Rolle eher klein war, erregte Judy Winter in dem Drama "Eine gute Mutter"5) (EA: 01.11.2017) dennoch Aufmerksamkeit – sie spielte (großartig) die eigenwillige und leicht verwirrte Mutter der Polizistin Greta Burmeester (Mina Tander1)), welche der alleinerziehenden, arbeitslosen und psychisch-labilen Mona (Petra Schmidt-Schaller1)) begegnet. Nach dem RTL-Thriller "Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See" (EA: 13.12.2018) und der Rolle der extravaganten Schriftstellerin Gerlinde Dobkowitz, die sich mit Theorien rund um verschwundene Kreuzfahrt-Passagiere beschäftigt, stand Judy Winter kürzlich für einen ganz besonderen Film vor der Kamera: Noch wenige Wochen vor ihrem plötzlichen Tod hatte Hannelore Elsner den TV-Film "Lang lebe die Königin" gedreht, wie es mit der BR/ORF-Produktion weitergehen sollte, war zunächst unklar. Erst Mitte März 2019 starteten die Dreharbeiten zu dem noch nicht abgeschlossenen Film, in dem die schwierige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter (Marlene Morreis1)) thematisiert wird. Hannelore Elsner übernahm darin die Rolle der Mutter Rose Just, die an Krebs erkrankt ist und unbedingt einen Spender benötigt, Regie führte "Grimme"-Preisträger Richard Huber1) nach einem Drehbuch von Gerlinde Wolf. Inzwischen wurde bekannt, dass eine Starriege Elsners letzten Film beendete, die Topstars Iris Berben, Hannelore Hoger, Eva Mattes1), Judy Winter und Gisela Schneeberger1) schlüpften in die Rolle der verstorbenen Schauspielerin. Die Dreharbeiten fanden im August 2019 ihren Abschluss, als Ausstrahlungstermin wird 2020 genannt. "Wir vollenden die Ursprungsgeschichte. Es hat keine inhaltlichen Änderungen am Drehbuch gegeben. Hannelore Elsner hat die meisten Szenen gespielt. Fünf einzelne Szenen sind übriggeblieben, in denen sich Mutter und Tochter in unterschiedlichen Situationen begegnen. So kam die Idee auf, die Rolle der Mutter auch mit fünf unterschiedlichen Schauspielerinnen zu besetzen. Die Darstellerinnen haben ohne zu zögern zugesagt. Mit ihren Auftritten möchten sie Hannelore Elsner ihre Reverenz erweisen. Wir wissen, wie wichtig es Hannelore Elsner gewesen ist, dass dieser Film fertiggestellt wird." sagte Claudia Simionescu von der Redaktionsleitung "Fernsehfilm" des "Bayerischen Rundfunks" (Quelle: www.br.de) → neueschoenhauser.de, filmstarts.de, filmportal.de. → Übersicht TV-Produktionen
Judy Winter nach einer Lesung für "Amnesty International" im Dezember 2008; Urheber: Simon Neumann, Berlin (Simon.neumann.berlin); Der Urheberrechtsinhaber dieses Fotos hat es gemeinfrei veröffentlicht. Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Auf der Leinwand trat Judy Winter erstmals 1970 als Silvia in der Literaturadaption "Das gelbe Haus am Pinnasberg"1) in Erscheinung, prägnante Rollen in den erfolgreichen Simmel-Verfilmungen "Und Jimmy ging zum Regenbogen"1) und "Liebe ist nur ein Wort"1) folgten ein Jahr später. 1973 beispielsweise stand sie als Ehefrau Helmi Petersen in Ottokar Runzes Biopic "Der Lord von Barmbeck"1) zusammen mit Martin Lüttge, der den Hamburger Einbrecherkönig Julius Adolf Petersen1) verkörperte, vor der Kamera, in der Märchenverfilmung "Dornröschen"1) (1990) trat Judy Winter mit der Figur der Königin Christine in Erscheinung. In der Wallace-Parodie "Neues vom Wixxer"1) (2007) mimte sie die Schwester Lucipha. 
In Alfred Vohrers Kinoversion des Simmel-Bestsellers "Und Jimmy ging zum Regenbogen" hatte man Judy Winter 1971 als dubiose Bordell-Besitzerin Nora Hill erleben können, knapp vier Jahrzehnte später schlüpfte sie (nun authentischer) erneut in diese Rolle und spielte diese Figur in der von Carlo Rola1) in Szene gesetzten Fernsehverfilmung1), die Ende September 2008 über den Bildschirm flimmerte. In dem spannenden Thriller, der von Wien nach Berlin und von 1969 nach 1996 verlegt wurde, sah man in den Hauptrollen Heino Ferch1) als argentinischen Arzt Manuel Aranda (1971: Alain Noury1)) und Dennenesch Zoudé1) als Irene Waldeck (1971: Doris Kunstmann) → mehr bei dieterwunderlich.de sowie tittelbach.tv.
Zuletzt zeigte sich Judy Winter als Mutter der Journalistin Ella (Emily Cox1)) in der Komödie "
Wuff – Folge dem Hund"1) (2018) auf der Leinwand → Übersicht Kinofilme.  

Judy Winter nach einer Lesung für "Amnesty International" im Dezember 2008
Urheber: Simon Neumann, Berlin (Simon.neumann.berlin)
Der Urheberrechtsinhaber dieses Fotos hat es gemeinfrei veröffentlicht.
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons

Auch als gefragte Synchronsprecherin hat sich Judy Winter einen Namen gemacht: Außer Faye Dunaway, Annie Girardot, Mireille Darc1) und Vanessa Redgrave lieh sie unter anderem Liv Ullmann in dem berühmten Drama "Szenen einer Ehe"1) (1973) von Ingmar Bergman1) ihre Stimme und erhielt für ihre Leistung 1976 die "Goldene Kamera"1) in der Kategorie "Beste Synchronstimme" → Synchronarbeiten bei Wikipedia (Auswahl) und synchronkartei.de. Erwähnt werden muss auch Judy Winters Mitwirkung in verschiedenen Hörspiel-Produktionen, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier am Ende dieser Seite.
 
Am 9. September 2001 wurde die Künstlerin für ihr langjähriges Engagement in der AIDS-Hilfe mit dem "Bundesverdienstkreuz am Bande"1) ausgezeichnet, am 1. Oktober 2005 folgte der "Verdienstorden des Landes Berlin"1) sowie am 21. Januar 2010 der B.Z.-Kulturpreis "Berliner Bär"1). Als Kuratorin der "Berliner AIDS-Hilfe"1) bemüht sie sich, das Thema Aids nicht aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen und begründete mit anderen die jährlich stattfindende Gala "Künstler gegen AIDS".6) Darüber hinaus setzt sie sich aktiv für die Hilfsaktion "Kinder im Irak" ein und brachte 2006 die Sonder-Maxi-CD "Mutter Erde" auf den Markt, deren Erlös den "Kindern im Irak" zufließt. Zu hören sind der Anti-Kriegs-Song "Sag mir, wo die Blumen sind"1) sowie zwei Lieder von Bob Lenox1), "Mutter Erde" und "Kinder malen Gott und die Welt".
Am 4. November 2014 überreichte der damalige Berliner Regierende Bürgermeister  Klaus Wowereit1) der Künstlerin im Auftrag des Bundespräsidenten im Berliner "Roten Rathaus" das "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse"1). "Judy Winter hat sich seit vielen Jahren neben ihrer künstlerischen Arbeit kontinuierlich sozial engagiert. Ihre Verdienste für die Aids-Hilfe, ihr Einsatz für die Betroffenen und ihre Arbeit für die Gala "Künstler gegen Aids" sind vorbildlich. Zugleich ist Judy Winter eine großartige Schauspielerin. Ihre künstlerische Bandbreite reicht von großen Bühnenrollen unter wichtigen Regisseuren bis zu unterhaltsamen Auftritten in Film und Fernsehen. Unvergessen ist ihre Verkörperung der großen Marlene.", erklärte Wowereit (Quelle: www.berlin.de) → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia.
Judy Winter, die knapp zwanzig Jahre lang in zweiter Ehe bis 1990 mit dem gefeierten Jazz-Musiker Rolf Kühn1) verheiratet war, lebt heute in Berlin-Charlottenburg. Mit Rolf Kühn verbindet sie auch heute noch ein freundschaftliches Verhältnis, ebenso wie mit ihrem ersten Ehemann, dem Schauspieler Joachim Regelien1)7).
Ihr Adoptivsohn Francis C. Winter1) ist Schauspieler und Bühnenautor. Für seine Mutter schrieb er das Stück "Schöne Überraschung", das am 19. März 2006 in der "Komödie am Kurfürstendamm" mit Judy Winter in der Hauptrolle der Charitylady Norma Kline zur Uraufführung gelangte.8) → felix-bloch-erben.de, www.welt.de

    
Judy Winter 1987 mit Ehemann Rolf Kühn
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Judy Winter 1987 mit Ehemann Rolf Kühn; Copyright Vitginia Shue
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de;
mehr Informationen zu der beliebten Schauspielerin gibt es bei judywinter.de.
Siehe auch Wikipedia und filmportal.de sowie agentur-delaberg.de
lesenswert ist das Interview bei bei www.kultur-fibel.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) deutsches-filmhaus.de, 3) filmportal.de, 4) prisma.de, 5) tittelbach.tv
Quelle:
6) Wikipedia (abgerufen 24.02.2012)
7) www.berliner-zeitung.de
8) Wikipedia (abgerufen 24.92.2912) nach dem Artikel "Francis Winter schreibt ein Stück für seine Mutter Judy Winter" bei www.welt.de
Stand: September 2019
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage,
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, prisma.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung),  Wikipedia, Krimilexikon)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de