Peter Striebeck wurde am 15. März 1938 als Sohn des bekannten Schauspielers Karl Striebeck*) (1904 bis 1985) in Frankfurt/Oder geboren; Bruder Jochen Striebeck*) hat sich ebenfalls einen Namen als bedeutender Schauspieler gemacht.
Ab 1958 ließ sich Peter Striebeck zwei Jahre lang an der Hamburger "Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" zum Schauspieler ausbilden, erhielt 1960 ein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen in Ulm. Ein Jahr später wechselte er nach Hamburg an das "Thalia-Theater", zu dessen Ensemble er bis 1964 gehörte.
 
Foto: Peter Striebeck und sein Vater Karl Striebeck
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Peter Striebeck und sein Vater Karl Striebeck; Copyright Virginia Shue
Peter Striebeck 01; Copyright Virginia Shue Anschließend stand er ab 1965 am Wiener "Burgtheater" auf der Bühne, kehrte 1968 an das "Thalia-Theater" zurück, dessen Intendant er von 1980 bis 1985 war. Zu Striebecks Rollenrepertoire zählten klassische Helden wie Shakespeares "Hamlet" oder "Macbeth" ebenso wie die Darstellung moderner Figuren. Er brillierte in Beaumarchais' "Der tolle Tag", war Tschechows "Onkel Wanja" oder Dostojewskis "Idiot". Er beeindruckte in Ionescos absurdem Einakter "Die Stühle", in Büchners "Woyzeck", in Samuel Becketts "Warten auf Godot", in Jean Anouilhs "Becket oder die Ehre Gottes" oder in Marcel Pagnols Komödie "Die Frau des Bäckers" – um nur einige wenige der vielen Schauspiele zu nennen, in denen Striebeck mit seiner enormen darstellerischeren Dominanz glänzte.
 

Peter Striebeck als "frischgebackener" Intendant des "Thalia Theaters"
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Während seiner Theaterlaufbahn arbeitete er mit so bedeutenden Regisseuren wie beispielsweise Leopold Lindtberg, Jürgen Flimm, Boy Gobert, Kurt Meisel oder Karl-Heinz Stroux zusammen und machte sich mit herausragenden Inszenierungen in Berlin, Frankfurt, München oder bei den Salzburger Festspielen auch selbst als Regisseur einen Namen.
1985 verließ Peter Striebeck das "Thalia Theater", gastierte in Wien und Zürich, unternahm Tourneen und widmete sich vermehrt – auch als Co-Autor – Fernsehaufgaben. Mit der Spielzeit 1997/98 kehrte er ins Ensemble des "Thalia Theaters" zurück, wo er unter anderem als Richter Adam in Kleists "Der Zerbrochene Krug", als Probstein in Shakespeares "Wie es euch gefällt", als Abel Znorko in der deutschen Erstaufführung des Zweipersonen-Thrillers "Enigma" von Eric-Emmanuel Schmitt sowie im Goethe-Abend "Mein lieber Herr Geheimrat!" das Publikum begeisterte. In jüngerer Zeit konnte ihn das Theaterpublikum bei einer Tournee in Herb Gardners Komödie "Ich bin nicht Rappaport" auf der Bühne erleben; in einer Inszenierung des "Euro-Studios Landgraf" brillierte er hier an der Seite von Ralf Schermuly.
  
Peter Striebeck und Peter Beauvais; Copyright Virginia Shue
Peter Striebeck und Regisseur Peter Beauvais1)
während der Proben zu "Ein besserer Herr"
von Walter Hasenclever (Haus im Park, 02.09.1981)
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Bei den Nibelungen-Festspielen1) 2011 in Worms zeigte sich Striebeck  als alter jüdischer Patrizier Isaak Landauer in "Jud Süß", der Geschichte des Finanzmaklers und Bankiers Joseph Süß Oppenheimer1) (1698 – 1738), der im 18. Jahrhundert Opfer eines Justizskandals wurde. Intendant und Starregisseur Dr. Dieter Wedel konnte für die Inszenierung einmal mehr auf eine Riege renommierter Charakterdarsteller zurückgreifen, so gaben neben Rufus Beck in der Titelrolle des Joseph Süß Oppenheimer unter anderem Jürgen Tarrach den württembergischen Herzog Karl Alexander1) (1684 – 1737), Teresa Weißbach dessen Frau, die Herzogin Marie-Auguste1) (1706 – 1756), Manfred Zapatka den Minister Freiherr von Remchingen, Walter Plathe den General Speckenschwardt und Felicitas Woll eine Schankmagd. Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer wurde schon oft erzählt. Berüchtigt ist der antisemitische Hetzfilm "Jud Süß"1) aus der NS-Zeit. Der israelische Autor Joshua Sobol und Festspiel-Regisseur Dieter Wedel haben den Stoff für die Nibelungen-Festspiele aus den historischen Akten heraus neu erarbeitet.2) Mit der Uraufführung von "Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt 'Jud Süß'" am 25. Juni 2011 starteten in Worms zum 10. Mal die Nibelungen-Festspiele, bis 10. Juli 2011 fanden 15 weitere Aufführungen unter freiem Himmel statt. Auch 2012 gehört Striebeck in Dieter Wedels Inszenierung von "Das Vermögen des Herrn Süß" wieder zur Besetzung der "Nibelungen-Festspiele". Der Politthriller "Das Vermögen des Herrn Süß" von Dieter Wedel und Joshua Sobol wurde vom 3. bis 19. August 2012 an 17 Abenden vor der Kulisse des Wormser Doms aufgeführt. → www.nibelungenfestspiele.de
   
Ungeheure Popularität erlangte Peter Striebeck auch ab Mitte der 1960er Jahre mit Rollen in zahlreichen Fernsehspielen und Auftritten in TV-Serien; für seine Hauptrollen in "Der Schpountz" und "Philadelphia, ich bin da" erhielt er 1967 die "Goldene Kamera". 1988 erlebte man ihn hinreißend als Meteorologen Bruno Küssling in dem Mehrteiler "Wilder Westen, inclusive"1), in dem Dieter Wedel deutsche Touristen in den USA karikierte. Zum endgültigen Serienstar wurde Striebeck 1990 mit der Rolle des Christoph Hagenbeck in der beliebten Serie "Unsere Hagenbecks"3), den Familiengeschichten in und um den berühmten Hamburger Zoo.
Neben Gastrollen in populären Krimi-Reihen wie "Tatort", "Sonderdezernat K 1" oder "Anwalt Abel" agierte er beispielsweise 1991 als Polizeikommissar in Sigi Rothemunds "Ausgetrickst", als Kriminalrat Hartmut Rote sah man ihn 1994 in Roland Suso Richters Thriller "Das Phantom – Die Jagd nach Dagobert"4) sowie im gleichen Jahr als Leon Vestner in Eberhard Itzenplitz' Komödie "Gabriellas Rache". Beeindruckend war 1995 seine Darstellung des Max Kowalski in Theodor Kotullas dramatischen Thriller "Tot auf Halde"4) und 1997 erlebten ihn die Fernsehzuschauer mit der Hauptrolle des "Bullen" Leo Kollbert in Christian Görlitz' sechsteiliger Krimi-Serie "Große Freiheit"3); seit Herbst 1998 war Peter Striebeck auch mit der Rolle des Universitätsprofessors Peter Voss einige Folgen lang in der Krimi-Serie "Lisa Falk"3) neben Protagonistin Ulrike Kriener auf dem Bildschirm präsent.
Peter Striebeck 02; Copyright Virginia Shue Nachdem sich der beliebte Schauspieler in den letzten Jahren auf dem Bildschirm rar machte, sah man ihn endlich im Herbst 2005 in der Krimigeschichte "Der verlorene Vater" aus der Reihe "Der Fahnder" wieder einmal im Fernsehen. Einen weiteren Auftritt hatte Striebeck im November 2006 in dem hochkarätig besetzten, von Kaspar Heidelbach in Szene gesetzten spektakulären Drama "Der Untergang der Pamir"1), welches die am 21. September 1957 geschehene Schiffskatastrophe thematisiert; hier war er als Reedereibesitzer Erich Oldenburg zu sehen. Auch in Dieter Wedels Zweiteiler "Gier"1) (EA: 20./21.01.2010) gehörte er mit dem kleinen Part eines Bürgermeisters zur prominenten Schauspielerriege.
 
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Wie auf Striebecks Agentur-Seite vermeldet wird, gehört der Schauspieler als Dr. Mertens zur Besetzung des von Florian Baxmeyer inszenierten ARD-Dramas "Stiller Abschied" (AT). Die Dreharbeiten zu dem Film, mit dem die Alzheimer-Erkrankung thematisiert wird, begannen Mitte April 2012 in Hamburg, Christiane Hörbiger spielt die weibliche Hauptrolle. Ihre Kinder, die sich um ihre immer vergesslicher werdende Mutter sorgen, werden von Oliver Mommsen und Jeanette Hain dargestellt; ein Sendetermin steht noch nicht fest →  www.presseportal.de.
Auf der Kinoleinwand war der Schauspieler eher selten präsent: So unter anderem 1960 mit einer kleinen Nebenrolle in Kurt Hoffmanns Komödie "Lampenfieber"4), 1978 in Charles Kerremans' skurril-hintersinnigen Science-Fiction-Story "Die Seltsamen Begegnungen des Prof. Taratongao" oder als Franz in Margarethe von Trottas Gesellschaftsdrama "Heller Wahn" (1983), an der Seite von Hanna Schygulla und Angela Winkler. 1990 zeigte sich Striebeck in Rolf Schübels "Das Heimweh des Walerjan Wróbel", der Geschichte des polnischer Zwangsarbeiters Walerian Wróbel1), der im Alter von nur 17 Jahren Ende August 1942 von den Nazis hingerichtet wurde, sowie 1995 in Henning Carlsens Drama "Pan"5), nach dem Roman von Knut Hamsun. Zuletzt sah man ihn in Lars Jessens humorvollem, im Dithmarschen angesiedelten Roadmovie "Die Schimmelreiter" als Winfried Koch neben den Protagonisten Peter Jordan und Axel Prahl; Kinostart war der 21.05.2009 → www.infomedia-sh.de.
 
 
1979 übernahm Peter Striebeck, der sich in erster Linie als Theaterdarsteller versteht, eine Professur an der "Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" in Hamburg und unterrichtete mehrere Jahre lang, seit 1981 ist er Mitglied der "Freien Akademie der Künste" der Hansestadt, 1997 wurde er zum Vizepräsident berufen.
 

Foto zur Verfügung gestellt von der Agentur ContrAct, mit 
freundlicher Genehmigung des Fotografen Bo Lahola (www.bofoto.de)
© Bo Lahola

Peter Striebeck; Copyright  Bo Lahola
Peter Striebeck mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern; Copyright Virginia Shue Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen begeistert Peter Striebeck, der seit 1985 eine zweite Heimat in Spanien gefunden hat, das Publikum auch bei Rezitationsabenden und Lesungen mit Texten seiner Lieblingsdichter; darüber hinaus ist er auch erfolgreich für Hörbuchproduktionen tätig.
Striebeck ist seit 1965 mit der Burgschauspielerin Ulla Purr verheiratet; die gemeinsamen Töchter Catrin1) (geb. 1966) und Janna (geb. 1971) sind in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und inzwischen renommierte Schauspielerinnen.

Peter Striebeck mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) 
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Link: *) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 1) Wikipedia (deutsch), 3) fernsehserien.de, 4) prisma.de, 5) Wikipedia (englisch)
2) Quelle: www.swr.de (Seite nicht mehr abrufbar)
Stand: Dezember 2012
Einige Informationen stammen von www.prisma-online.de; siehe auch Wikipedia
Kontakt: www.agentur-contract.de
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