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Anschließend stand er ab 1965 am Wiener "Burgtheater" auf der
Bühne, kehrte 1968 an das "Thalia-Theater" zurück, dessen
Intendant er von 1980 bis 1985 war. Zu Striebecks Rollenrepertoire
zählten klassische Helden wie Shakespeares "Hamlet" oder
"Macbeth" ebenso wie die Darstellung moderner Figuren. Er brillierte
in Beaumarchais' "Der tolle Tag", war Tschechows "Onkel
Wanja" oder Dostojewskis "Idiot". Er beeindruckte in Ionescos
absurdem Einakter "Die Stühle", in Büchners "Woyzeck",
in Samuel Becketts "Warten auf Godot", in Jean Anouilhs
"Becket oder die Ehre Gottes" oder in Marcel Pagnols Komödie
"Die Frau des Bäckers" – um nur einige wenige der
vielen Schauspiele zu nennen, in denen Striebeck mit seiner enormen
darstellerischeren Dominanz glänzte.
Peter Striebeck als "frischgebackener" Intendant des
"Thalia Theaters"
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Während seiner
Theaterlaufbahn arbeitete er mit so bedeutenden Regisseuren wie beispielsweise
Leopold Lindtberg, Jürgen Flimm, Boy Gobert, Kurt Meisel
oder Karl-Heinz Stroux zusammen und machte sich
mit herausragenden Inszenierungen in Berlin, Frankfurt, München
oder bei den Salzburger Festspielen auch selbst als Regisseur einen Namen.
1985 verließ Peter Striebeck das "Thalia Theater", gastierte in Wien und Zürich, unternahm Tourneen
und widmete sich vermehrt auch als Co-Autor Fernsehaufgaben.
Mit der Spielzeit 1997/98 kehrte er ins Ensemble des "Thalia Theaters" zurück, wo er
unter anderem als Richter Adam in Kleists "Der Zerbrochene Krug", als Probstein in
Shakespeares "Wie es euch gefällt", als Abel Znorko in der deutschen Erstaufführung des Zweipersonen-Thrillers
"Enigma" von Eric-Emmanuel Schmitt sowie im Goethe-Abend "Mein lieber Herr
Geheimrat!" das Publikum begeisterte. In jüngerer Zeit konnte ihn das Theaterpublikum bei einer Tournee
in Herb Gardners Komödie
"Ich bin nicht Rappaport" auf der Bühne erleben; in einer Inszenierung des
"Euro-Studios Landgraf" brillierte er hier an der Seite von Ralf Schermuly.
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Peter Striebeck und Regisseur Peter Beauvais1)
während der
Proben zu "Ein besserer Herr"
von Walter Hasenclever (Haus im Park, 02.09.1981)
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Bei den Nibelungen-Festspielen1) 2011 in Worms
zeigte sich Striebeck als alter jüdischer Patrizier Isaak Landauer in "Jud Süß",
der Geschichte des Finanzmaklers und Bankiers Joseph Süß Oppenheimer1) (1698 1738), der im 18. Jahrhundert Opfer
eines Justizskandals wurde. Intendant und Starregisseur Dr. Dieter Wedel
konnte
für die Inszenierung einmal mehr auf eine
Riege renommierter Charakterdarsteller zurückgreifen, so gaben neben Rufus Beck
in der Titelrolle des Joseph Süß Oppenheimer unter anderem Jürgen Tarrach den württembergischen Herzog Karl Alexander1)
(1684 1737), Teresa Weißbach dessen Frau, die Herzogin
Marie-Auguste1) (1706 1756), Manfred
Zapatka den Minister Freiherr von Remchingen, Walter Plathe den General Speckenschwardt und Felicitas Woll
eine Schankmagd. Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer wurde schon
oft erzählt. Berüchtigt ist der antisemitische Hetzfilm "Jud Süß"1)
aus der NS-Zeit. Der israelische Autor Joshua Sobol und
Festspiel-Regisseur Dieter Wedel haben den Stoff für die
Nibelungen-Festspiele aus den historischen Akten heraus neu erarbeitet.2)
Mit der Uraufführung von "Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt
'Jud Süß'" am 25. Juni 2011
starteten in Worms
zum 10. Mal die Nibelungen-Festspiele, bis 10. Juli 2011
fanden 15 weitere Aufführungen
unter freiem Himmel statt. Auch 2012 gehört Striebeck in Dieter Wedels
Inszenierung von "Das Vermögen des Herrn Süß" wieder zur
Besetzung der "Nibelungen-Festspiele". Der Politthriller "Das Vermögen des Herrn Süß" von Dieter Wedel
und Joshua Sobol wurde vom 3. bis 19. August 2012 an 17 Abenden vor der Kulisse des Wormser Doms aufgeführt. → www.nibelungenfestspiele.de.
Ungeheure Popularität erlangte Peter Striebeck auch ab Mitte der 1960er Jahre mit Rollen in zahlreichen Fernsehspielen und Auftritten in
TV-Serien; für seine Hauptrollen in "Der Schpountz" und
"Philadelphia, ich bin da" erhielt er 1967 die "Goldene
Kamera". 1988 erlebte man ihn hinreißend als Meteorologen Bruno Küssling
in dem Mehrteiler "Wilder Westen, inclusive"1), in dem
Dieter Wedel deutsche Touristen in den USA karikierte. Zum
endgültigen Serienstar wurde Striebeck 1990 mit der Rolle des
Christoph Hagenbeck in der beliebten Serie "Unsere Hagenbecks"3),
den Familiengeschichten in und um den berühmten Hamburger Zoo. Neben
Gastrollen in populären Krimi-Reihen wie "Tatort",
"Sonderdezernat K 1" oder "Anwalt Abel"
agierte er beispielsweise 1991 als Polizeikommissar in Sigi Rothemunds
"Ausgetrickst", als Kriminalrat Hartmut Rote sah man
ihn 1994 in Roland Suso Richters Thriller "Das Phantom – Die
Jagd nach Dagobert"4) sowie im gleichen Jahr als Leon Vestner in
Eberhard Itzenplitz' Komödie "Gabriellas Rache". Beeindruckend
war 1995 seine Darstellung des Max Kowalski in Theodor Kotullas
dramatischen Thriller "Tot auf Halde"4) und 1997 erlebten ihn die
Fernsehzuschauer mit der Hauptrolle des "Bullen" Leo Kollbert in
Christian Görlitz' sechsteiliger Krimi-Serie "Große
Freiheit"3); seit Herbst 1998 war Peter Striebeck auch mit der Rolle des
Universitätsprofessors Peter Voss einige Folgen lang in der Krimi-Serie "Lisa Falk"3)
neben Protagonistin Ulrike Kriener
auf dem Bildschirm präsent.
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Nachdem sich der beliebte Schauspieler in den letzten Jahren auf dem
Bildschirm rar machte, sah man ihn endlich im Herbst 2005 in der
Krimigeschichte "Der verlorene Vater" aus der Reihe "Der
Fahnder" wieder einmal im Fernsehen. Einen weiteren Auftritt hatte
Striebeck im November 2006 in dem hochkarätig besetzten, von
Kaspar Heidelbach in Szene gesetzten spektakulären Drama "Der
Untergang der Pamir"1), welches die am 21. September 1957
geschehene Schiffskatastrophe thematisiert; hier war er als Reedereibesitzer
Erich Oldenburg zu sehen. Auch in Dieter Wedels Zweiteiler "Gier"1)
(EA: 20./21.01.2010) gehörte er mit dem kleinen Part eines Bürgermeisters
zur prominenten Schauspielerriege.
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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| Wie auf Striebecks Agentur-Seite vermeldet wird,
gehört der Schauspieler als Dr. Mertens zur Besetzung des von Florian Baxmeyer
inszenierten ARD-Dramas "Stiller Abschied" (AT). Die
Dreharbeiten zu dem Film, mit dem die Alzheimer-Erkrankung thematisiert
wird, begannen Mitte April 2012 in Hamburg, Christiane Hörbiger spielt
die weibliche Hauptrolle. Ihre Kinder, die sich um ihre immer
vergesslicher werdende Mutter sorgen, werden von Oliver Mommsen und Jeanette Hain
dargestellt; ein Sendetermin steht noch nicht fest → www.presseportal.de. |
Auf der Kinoleinwand war der Schauspieler eher selten präsent: So unter
anderem 1960 mit einer kleinen Nebenrolle in Kurt Hoffmanns Komödie
"Lampenfieber"4), 1978 in Charles Kerremans'
skurril-hintersinnigen Science-Fiction-Story "Die
Seltsamen Begegnungen des Prof. Taratongao" oder als Franz in Margarethe
von Trottas Gesellschaftsdrama "Heller Wahn" (1983), an der Seite von
Hanna Schygulla und Angela Winkler. 1990 zeigte sich Striebeck in
Rolf Schübels "Das Heimweh des Walerjan Wróbel", der
Geschichte des polnischer Zwangsarbeiters Walerian Wróbel1), der
im Alter von nur 17 Jahren Ende August 1942 von den Nazis hingerichtet wurde,
sowie 1995 in Henning Carlsens Drama "Pan"5), nach dem Roman
von Knut Hamsun. Zuletzt sah man ihn in Lars Jessens humorvollem, im Dithmarschen
angesiedelten Roadmovie "Die Schimmelreiter" als Winfried Koch
neben den Protagonisten Peter Jordan und Axel Prahl; Kinostart war der
21.05.2009 → www.infomedia-sh.de.
1979 übernahm Peter Striebeck, der sich in erster Linie als Theaterdarsteller
versteht, eine Professur an der "Hochschule für
Musik und Darstellende Kunst" in Hamburg und unterrichtete mehrere Jahre
lang, seit 1981 ist er Mitglied der "Freien Akademie der
Künste" der Hansestadt, 1997 wurde er zum Vizepräsident berufen.
Foto zur Verfügung gestellt von der Agentur ContrAct,
mit
freundlicher Genehmigung des Fotografen Bo Lahola (www.bofoto.de)
© Bo Lahola
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Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen begeistert
Peter Striebeck, der seit 1985 eine zweite Heimat in Spanien gefunden
hat, das Publikum auch bei Rezitationsabenden und Lesungen mit Texten seiner
Lieblingsdichter; darüber hinaus ist er auch erfolgreich für
Hörbuchproduktionen tätig.
Striebeck ist seit 1965 mit der Burgschauspielerin Ulla Purr
verheiratet; die gemeinsamen Töchter Catrin1) (geb. 1966) und Janna (geb. 1971) sind in die
Fußstapfen ihrer Eltern getreten und inzwischen renommierte
Schauspielerinnen.
Peter Striebeck mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern.
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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