Senta Berger wurde am 13. Mai 1941 in der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Ihr Vater Josef Berger war Musiker und Komponist, der die Musikhochschule besucht hatte, sein Talent jedoch nicht zum Beruf hatte machen können, da er den kleinen elterlichen Handwerksbetrieb übernehmen musste. Schon früh erhielt die kleine Senta von ihren Eltern Klavierunterricht sowie eine Ausbildung in Ballett und Ausdruckstanz bei Rosalia Chladek an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien und bereits als kleines Mädchen stand für Senta Berger fest, dass sie Schauspielerin werden wollte. Sie verließ frühzeitig das Gymnasium und ließ sich am Max-Reinhardt-Seminar in Wien zur Schauspielerin ausbilden. Sie wurde zwar entlassen, als man sie mit einer der Statistenrolle in in Anatol Litvaks Film "Die Reise" entdeckte – das tat der Karriere aber keinen Abbruch: 1958 wurde Senta Berger mit 17 Jahren das jüngste Ensemblemitglied an dem renommierten "Theater in der Josefstadt" und arbeitete dort unter anderem mit Hans Hollmann, Otto Schenk und Heinrich Schnitzler zusammen.

Das Foto, welches Senta Berger in Pavel Kohouts Schauspiel "Maria kämpft mit den Engeln" (1982/83) zeigt, wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Senta Berger, Copyright Virginia Shue 01
Senta Berger, Copyright Virginia Shue 02 Doch die junge Schauspielerin zog es es mehr zum Film; ihr Leinwanddebüt hatte sie bereits 1957 mit einer winzigen Rolle als Schulmädchen in dem Willi-Forst-Film "Die unentschuldigte Stunde" sowie als Marie in "Die Lindenwirtin vom Donaustrand" gegeben, der Durchbruch als Filmschauspielerin gelang ihr dann 1960 mit Axel von Ambessers "Der brave Soldat Schwejk", wo sie neben dem legendären Heinz Rühmann die attraktive Oberleuntnants-Geliebte Gretl spielte. Sie erhielt einen 7-Jahres-Vertrag, wurde in den folgenden Jahren mit Hauptrollen in zahlreichen Unterhaltungsstreifen oder Musikfilmen besetzt und avancierte zum Publikumsliebling sowie zu einer der meistbeschäftigten Darstellerinnen im deutschsprachigen Film. Zu den Kinofilmen jener Zeit gehören beispielsweise Bernhard Wickis "Das Wunder des Malachias" (1961), der Mario–Simmel–Zweiteiler "Es muss nicht immer Kaviar sein" sowie "Diesmal muss es Kaviar sein" (1961) mit O. W. Fischer und Eva Bartok, "Junge Leute brauchen Liebe" (1961), "Frauenarzt Dr. Sibelius" (1962 mit Lex Barker) oder " Das Testament des Dr. Mabuse" (1962 mit Gert Fröbe).

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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Ab Anfang der 60er Jahre begann auch die internationale Karriere der Senta Berger: Hollywood war auf die attraktive Österreicherin aufmerksam geworden und bald sah man die Schauspielerin in zahlreichen ausländischen Produktionen. Sie verkörperte vornehmlich junge, mondäne Salondamen und wurde schnell auf naive "Pin-up-Rollen" festgelegt. Die Zeitschrift "LIFE" urteilte 1965 überschwänglich "Sie ist Paulette Goddard, Hedy Lamarr und Ava Garner in einer Person". Mitte 1962 spielt sie unter Regisseur Steve Previn die Rolle der Henriette Treffz in der Walt Disney-Produktion "Liebe im 3/4-Takt" (The Waltz King) – einem TV-Film über den Walzerkönig Johann Strauß – und wurde auch in Amerika zum Star. 1963 besetzte sie Carl Foreman in seinem Weltkrieg-II-Epos "Die Sieger" (The Victors) als "Trudi" neben Romy Schneider und Elke Sommer. Ein Jahr später spielte sie in dem Sam Peckinpah-Western "Sierra Charriba", 1965 war sie neben Charlton Heston als Teresa Santiago in "Major Dundee" zu sehen und 1966 als Magda Simon in "Cast a Giant Shadow" (Im Schatten des Giganten) mit Kirk Douglas, Frank Sinatra und Yul Brynner. Senta Berger war zum Weltstar geworden und agierte mit allen berühmten und bedeutenden Hollywood-Größen auf der Leinwand. 1966 drehte sie mit Max von Sydow und Alec Guinness den Agententhriller "The Quiller Memorandum" (Gefahr aus dem Dunkel") ihren letzten Film in Hollywood und entschloss sich dann, ihre Arbeit mehr auf den österreichischen und italienischen Film zu verlagern, wo sie sich in den nächsten Jahren eine zweite Karriere aufbaute und mit so bedeutenden Regisseuren wie Mario Monicelli, Luigi Comencini oder Franco Giraldi drehte; zu ihren Partnern gehörten beispielsweise Marcello Mastroianni, Vittorio Gassmann oder Jean-Pierre Cassel. Gleichzeitig schaffte sie es, sich von dem bloßen Image der "Mannequin-Schönheit" zu lösen und begeisterte die Zuschauer in der Folgezeit vor allem durch Charakterrollen, mit denen sie die gesamte Bandbreite ihrer hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen konnte.
 
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahren produzierte Senta Berger zusammen mit ihrem Mann, dem Arzt, Schauspieler und Filmregisseur Michael Verhoeven, eine Reihe von Spielfilmen. Das Paar, welches sich 1963 bei den Dreharbeiten zu "Jack und Jenny" kennen gelernt und im September 1966 geheiratet hatte, gründete ein Jahre später die "Sentana-Filmproduktion". Zu diesen Eigenproduktionen, in denen Senta Berger auch selbst auftrat, zählen u. a. der 1970 gedrehte Film "Wer im Glashaus liebt" sowie "MitGift" (1975) und "Liebe Melanie" (1983). Außerdem stand sie in den Jahren des Aufbruchs des Jungen Deutschen Films u. a. für Volker Schlöndorff und Wim Wenders vor der Kamera.
Neben ihrer Tätigkeit für den Film war die Schauspielerin ab den 80er Jahren vermehrt auf dem Bildschirm zu sehen und begeisterte das Fernsehpublikum immer wieder mit ihrer großen Darstellungskunst. Bereits 1968 hatte man sie im Fernsehen als Susanne Stefan zusammen mit Curd Jürgens in dem großen Krimi-Dreiteiler "Babeck" gesehen; 1973 wirkte sie in der Turgenjew-Roman-Verfilmung "Frühlingsfluten" von Vojtech Jasny mit und ein Jahr später in der TV-Adaption von Schillers "Die Verschwörung des Fiesco" mit Klaus Maria Brandauer. In der Folgezeit verkörperte Senta Berger meist starke, schlagfertige und sympathische Frauenfiguren, die emanzipiert durchs Leben gehen. So übernahm sie 1985/86 die Rolle der Mona und Freundin des Klatsch-Kolumnisten "Baby" Schimmerlos alias Franz Xaver Kroetz in Helmut Dietls Kult-Serie "Kir Royal".
1989 war sie die "Schnelle Gerdi"2) in der gleichnamigen TV-Reihe und erlebte darin als schlicht-dreiste Taxifahrerin so manches Abenteuer; 1992 sah man sie mit der Titelrolle in "Lilli Lottofee". Nach 15 Jahren ist nun Senta Berger seit Anfang 2004 wieder als die resolute "schnelle Gerdi" mit ihrem Taxi unterwegs, diesmal auf den Straßen Berlins in den Folgen "Die schnelle Gerdi und die Hauptstadt": Gerdi ist jetzt fast sechzig, aber immer noch neugierig und stark. Ein Strafverfahren wegen eines Verkehrsunfalls und die überraschende Erbschaft eines Anwesens in Berlin bringen sie zu dem Entschluss, in die Hauptstadt umzuziehen und dort ein neues Leben zu beginnen. Immer noch will sie alles alleine durchboxen, ihren Platz erobern, mit Charme, Chuzpe und Charakter. 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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Senta Berger, Copyright Virginia Shue 03
Eine riesige Popularität erlangte Senta Berger ab 1994 als Dr. Margarethe Martin in der achtteiligen Arzt-Serie "Dr. Schwarz und Dr. Martin", in der sie der weiblichen Gegenpol zu "Dr. Schwarz" alias Friedrich von Thun war. Danach kamen viel beachtete und erfolgreiche Rollen wie beispielsweise die der Clara in "Mammamia"1) (1998 mit Christiane Paul und Peter Lohmeyer), der Susa in "Lamorte"2) (1997), der Franziska Ackermann in "Liebe und weitere Katastrophen"1) (1999, mit Friedrich von Thun), der Marie in "Mit fünfzig küssen Männer anders" (1999, mit Ulrich Pleitgen), der Dr. Carla Severin-Bauer in "Trennungsfieber" (2000, mit Günther Maria Halmer), der Solveigh Kronberg in "Scharf aufs Leben" (2000, mit Ralph Herforth und Ulrich Pleitgen), der Anna in "Probieren Sie's mit einem Jüngeren"1) (2000, mit Ulrich Reinthaller) oder der Edith Mosbach in "Bis dass dein Tod uns scheidet"1) (2002, mit Günther Maria Halmer).
Seit 2002 können die Fernsehzuschauer die großartige Schauspielerin als eigenwillige und engagierte Kriminalrätin Eva Prohacek, die polizeiinterne Korruptionsfälle aufklärt, in der Krimi-Reihe "Unter Verdacht"3) erleben. Bereits für ihren ersten Fall in "Verdecktes Spiel"1) wurde Senta Berger mit dem "Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichnet. Weitere spannende Geschichten folgten: "Eine Landpartie" (2003), "Gipfelstürmer" (2004), "Beste Freunde"1) (2004), "Das Karussel" (2005), "Willkommen im Club" (2005), "Atemlos"1) (2006), "Ein neues Leben"1) (2006), "Hase und Igel"1) (2007), "Das Geld anderer Leute"1) (2007), "Brubeck"1) (2008), "Die falsche Frau"1) (2008), "Der schmale Grat"1) (2009) und "Tausend Augen"1) (2009); die Folge "Laufen und Schießen" wird zur Zeit produziert.
(weitere Infos auch bei Die Krimihomepage.)
Senta Berger; Copyright Edmond Frederik In dem kammerspielartigen Psychodrama "Die Konferenz"1) (2004) mimt sie eindringlich die Rektorin Cornelia Cordes, die mit ihren anderen Lehrerkollegen über eine angebliche Vergewaltigung in ihrem Gymnasium entscheiden soll. Eine ganz auf Senta Berger zugeschnittene Rolle ist auch die der "Emma" in Vivian Naefes "Einmal so wie ich will"1) (2005): Während einer Afrikareise, nach einem Streit mit ihrem Mann (Peter Simonischek), beschließt Emma, ihr Leben gravierend zu verändern. Sie packt ihre Sachen und landet auf der Straußenfarm des wortkargen deutschen Auswanderers John (Götz George), dessen Leben Emma als Gegenpol zu ihrer bürgerlichen Existenz fasziniert…
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
Im Milieu eines Heimes für straffällig gewordene Jugendliche spielt der sozialkritische ARD-Zweiteiler "Emilia"1) (2004; Die zweite Chance/Familienbande), in dem Senta Berger mit der Hauptrolle der neue Heimleiterin Emilia Seiler überzeugt: Als ehemalige Referentin im bayerischen Sozialministerium wird sie nun mit dem harten Alltag im Jugendheim "Haus Lechthal" konfrontiert und meistert diese neue Herausforderung mit Bravour, auch wenn sie immer wieder gegen Widerstände kämpfen muss; vor allem gegen ihren pedantischen und herzlosen Kollegen, Verwaltungsdirektor Hartmann (Peter Sattmann), muss sie sich immer wieder durchsetzen. Die Rolle wurde Senta Berger nach Angaben des Senders von Drehbuchautorin Gabriela Sperl "auf den Leib geschrieben".
Anfang Februar 2006 wurde dann die SAT.1-Krimikömödie "Nette Nachbarn küsst man nicht"1) ausgestrahlt, in der Senta Berger mit einer erneuten Paraderolle das Publikum begeisterte: In dem von Stephan Wagner vergnüglichen, kammerspielartig inszenierten Fernsehfilm, der Anklänge an den legendären Hitchcock-Thriller "Fenster zum Hof" nicht verhehlen will, agierte sie einmal nicht als die starke Powerfrau sondern mimte die eher brave Gattin des Staatsanwalts Franz Forstmann (Michael Gwisdek), die aufgrund der beruflichen Veränderung ihres Ehemanns in ein heruntergekommenes Berliner Mietshaus ziehen muss und dort mit einer Menge verdächtiger und skurriler Gestalten konfrontiert wird. So auch mit dem jungen, attraktiven Türken Cem (Erdal Yildiz), dessen Charme sie erliegt und den sie eines Nachts beobachtet, wie er die Leichen seiner Geliebten in den Keller schafft…

Foto rechts: Senta Berger während der Eröffnung der Berlinale 2006
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
Senta Berger während der Eröffnung der Berlinale 2006; Copyright BP PHOTO
Nach fast einem Jahrzehnt Leinwandabstinenz stand Senta Berger seit Mai 2008 wieder für eine Kinoproduktion vor der Kamera, in der von Ben Verbong inszenierten Tragikomödie "Laura – Ob ihr wollt oder nicht"1) spielt sie die sorgende Mutter der Titelfigur Laura (Katharina Schubert). Erzählt wird die Geschichte einer todkranken jungen Frau und jüngste von vier Schwestern, die Krebs hat. Als sie die Chemotherapie abbricht und unangekündigt in ihr Elternhaus zurückkehrt, passt ihrer Mutter (Senta Berger) das gar nicht. Auch ihre Schwestern (Christiane Paul, Anna Böger, Julia Maria Köhler) verstehen die Welt nicht mehr. Nach anfänglichen Widerständen kommen sie ins Elternhaus zurück, um Laura zur Wiederaufnahme der Behandlung zu bewegen. Laura indes will ihre zerrüttete Familie wieder zusammenzubringen – und: das Leben ohne Angst genießen.1) Der Film startete am 30. April 2009 in den Kinos.
Eine weitere Arbeit für das Kino ist der Liebesfilm "Satte Farben vor Schwarz", für den die charismatische Schauspielerin gemeinsam mit Bruno Ganz vor der Kamera stand. Erzählt wird die auf einer wahren Begebenheit basierenden Geschichte eines seit fünfzig Jahren verheirateten Ehepaares, das sich nach einem gemeinsamen und bewegten Leben die Freiheit nimmt, ihr Ende selbst zu gestalten. An einem sonnigen Morgen begehen sie zusammen Selbstmord …
Mit der Berger als Ehefrau Anita und Ganz in der Rolle des unheilbar erkrankten Fred sei die Besetzung in dem Regie-Debüt von Sophie Heldmann "kongenial", heißt es in Medienberichten. Die Dreharbeiten fanden bis Mai 2009 in und um Düsseldorf statt, teilte die Produktionsfirma "unafilm" mit, Kinostart der deutsch-schweizerischen Produktion soll am 24. Oktober 2010 sein. (siehe auch www.unafilm.de)
 
1) Quelle: Kölns Internetzeitung

Es sind immer wieder ambitionierte, aber auch unterhaltsame Fernsehspiele, mit denen Senta Berger in den letzten Jahren das Publikum zu faszinieren weiß. Am ersten Weihnachtstag 2008 (Wiederholung 13.12.2009) strahlte das ZDF die ersten beiden Teile des Rosamunde Pilcher-Vierteilers "Vier Jahreszeiten" aus, in der als Doppelfolge gezeigten Familiensaga "Ein Sommer in Endellion" und "Herbststürme" schlüpfte die Berger in die Rolle der Countess Julia Combe. Die Dreharbeiten – erneut mit hochkarätiger internationaler Besetzung – für die nächsten beiden Teile mit den Titeln "Winterwende" und "Das Geschenk des Frühlings" dauerten bis zum 1. Mai 2009 und liefen am 25. Dezember 2009. Unter der bewährten Regie von Giles Foster waren neben Senta Berger sowie Natalia Wörner als ihrer Tochter Charlotte und Paula Kalenberg als Enkelin Abby unter anderem Michael York, Tom Conti, John Light und Frank Finlay zu sehen (Inhaltsangabe von "Ein Sommer in Endellion", "Herbststürme" und "Winterwende" bei prisma-online.de).
 
Glänzende Kritiken erhielt Senta Berger für ihre Darstellung  des früheren Filmstars Carla Sagmeister in dem am 8. April 2009 gezeigten spannenden Portrait einer aus der Haft entlassenen Frau. "Schlaflos"1) lautete der Titel des perfekt auf seine Protagonistin zugeschnittenen Psychothrillers: Nach zwölf Jahren wird die einst bekannte Schauspielerin Carla Sagmeister aus dem Gefängnis entlassen. Sie war in einem Indizienprozess wegen Totschlags an ihrem Geliebten Erik Vonhoff verurteilt worden. Jetzt will sie ihre Unschuld beweisen. Mit einer Waffe besucht sie den Forensiker Dr. Borchert (August Zirner), dessen Gutachten seinerzeit ausschlaggebend fürs Urteil war. Mit Nachdruck drängt sie ihn, die Untersuchung wieder aufzunehmen. Tatsächlich besorgt sich Borchert noch einmal die alten Beweismittel, und schon bald kommen ihm selbst Zweifel an seinen damaligen Ergebnissen … (Quelle: www.prisma-online.de)
Belohnt wurde die Berger  für ihre Leistung am 26.9.2009 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" in der Kategorie "Beste Schauspielerin Hauptrolle", "Senta Berger liefert das meisterhafte und völlig uneitle Porträt einer seelisch zerrütteten Frau." befand die Jury. "Eine grandiose Senta Berger sucht im Krimidrama "Schlaflos" eine neue Existenz" schreibt "Der Tagesspiegel", bei www.derwesten.de kann man lesen "Im Kampf um Gerechtigkeit – Senta Berger spielt ihre Rolle so, als klammere sich die einstige Star-Schauspielerin an ihre glamouröse Vergangenheit, um Kraft im Kampf um Gerechtigkeit zu sammeln, mithin für eine neue Zukunft. Der Mix aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit überzeugt. Mehr noch: Er berührt. In einer ihrer stärksten Rollen lässt sich die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin ungeschminkt inszenieren – Altersfalten inklusive. Die inzwischen 67-Jährige beweist mit dieser Darstellung mindestens genau so viel Mut wie Selbstbewusstsein. Form und Inhalt entsprechen sich. Denn die Sagmeister ist in dem Film der Grimme-Preisträger Isabell Kleefeld (Regie) und Norbert Ehry (Buch) auf der Suche nach der ungeschminkten Wahrheit. Sie wird weh tun. Denn bald stellt sich heraus: Sagmeisters Tochter (Grimme-Preisträgerin Caroline Peters) birgt ein dunkles Geheimnis." Und "WELT ONLINE" titelt "Senta Berger ungeschminkt und gefährlich", findet, dass die WDR-Produktion sich erfrischend vom üblichen Krimi-Fernseheinerlei abhebt: "Man kann, das ist die gute Nachricht, auch zur Hauptsendezeit durchaus noch Filme jenseits aller Klischees und Erwartungshaltungen produzieren. Und mehr noch: Auch Frauen älteren Semesters dürfen dabei die zentrale Rolle spielen. Gerade, wenn sie sich ungeschminkt geben. Und ihr Alter nicht verleugnen müssen, sondern sogar thematisieren dürfen."
 
Auch in dem am 21. Oktober 2009 gesendeten ARD-Gesellschaftsdrama "Frau Böhm sagt nein"1) sahen die Zuschauer eine Berger, die einem still-bescheidenen, fast farblosen Frauentypus starke Züge verlieh. Regisseurin Connie Walther präsentiert ein hochaktuelles, brisantes Thema und zeigt "Entwicklungen, die im heutigen Wirtschaftsleben leider keine Ausnahmen mehr zu sein scheinen: Korruption, Gier und Gewinnsucht hinter den Kulissen eines etablierten Unternehmens."3) Die Berger ist die "graue Maus" Rita Böhm, die in einem Großunternehmen als für Finanzen der Vorstände zuständige Sachbearbeiterin einen Wirtschaftsskandal aufdeckt und gegen die Feldgier von Managern kämpft. "Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen wären rein zufällig", heißt es im Vorspann, dass Parallelen zu realen Vorkommnissen wie etwa dem Fall "Mannesmann" gezogen werden können, bleibt dem Zuschauer überlassen; siehe auch Wikipedia und  www.spiegel.de. Für ihr exzellentes Spiel wurde Senta Berger 2009 mit dem "Darstellerpreis für herausragende schauspielerische Leistung" beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden ausgezeichnet, am 26. März 2010 folgte der renommierte "Adolf-Grimme-Preis" in der Kategorie "Fiktion Spezial", am 21. Mai 2010 der "Bayerische Fernsehpreis" als "Beste Schauspielerin" in der Kategorie "Fernsehfilm".
Freuen durfte man sich auch auf die turbulente ZDF-Komödie "Mama kommt!"2) mit Senta Berger und Anja Kling als gegensätzliches Mutter-Tochter-Gespann. Die Dreharbeiten fanden bereits im Herbst 2008 statt, Premiere hatte die heitere Geschichte am 30. Juni 2009 im Rahmen des Filmfestes München 2009, im ZDF ausgestrahlt wurde diese von den Protagonistinnen glänzend gespielte Komödie allerdings erst am 1. März 2010. "Senta Berger spielt mit Verve das dominante Muttertier, das sich in alles einmischen muss, und Anja Kling das Opfer, das unter dem Glucken- und Klammer-Terror alsbald leidet. (…) Beide spielen diesen Konflikt mit sichtlich viel Lust aus." schreibt Peter Zander bei www.welt.de
 
Ab Frühjahr 2010 waren die Dreharbeiten zu Helmut Dietls "Kir Royal"-Fortsetzung unter dem Titel "Berlin Mitte" geplant, neben Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig hat Senta Berger die Rolle des Volksmusikstars Mona übernommen, von der alten "Kir Royal"-Crew ist ebenfalls Dieter Hildebrand als Fotograf Herbie Fried mit von der Partie; Harald Schmidt wird als bayerischer Ministerpräsident und BR-Moderator Christoph Süß als Gewerkschaftsboss zu sehen sein.

Senta Berger, Copyright Virginia Shue 04 Neben ihrer herausragenden Karriere als Schauspielerin hat sich Senta Berger auch mit ihren Tourneen, in denen sie Musik und Texte mit Moderation und Rezitation verbindet, einen Namen gemacht. Viele TV–Shows" oder "Specials" unterstrichen im Verlauf der Jahre die enorme Popularität der international erfolgreichen Schauspielerin, ab 2001 übernahm sie z. B. die Moderation der Nachfolge–Sendung von "Achtung! Klassik" unter dem Titel "Klassisch! – Stars zu Gast bei Senta Berger", einer populäre Klassiksendung an Weihnachten, Ostern und Allerheiligen zur besten Sendezeit.

Das Foto, welches Senta Berger während einer NDR-Talkshow zeigt, wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Dem Theater blieb und bleibt sie nach wie vor verbunden. Sie stand am Burgtheater, am Salzburger Landestheater und bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne, wo sie zwischen 1974 und 1982 als Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann" brillierte – neben Curd Jürgens und danach Maximilian Schell in der Titelrolle. 1979 stand sie mit Klaus Maria Brandauer am Burgtheater in Molières "Tartuffe" auf der Bühne, ein Jahr später bei den Salzburger Festspielen neben Götz George in Büchners "Dantons Tod"; 1981 begeisterte Senta Berger bei den Wiener Festwochen in Grillparzers "Das Leben ein Traum", 1983/84 am Schillertheater das Berliner Publikum in Schnitzlers "Reigen" sowie 1984/85 in Ostrowskys "Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste".
  
Senta Berger und Maximilian Schell 1981 bei den Salzburger Festspielen in JEDERMANN; Copyright Virginia Shue 01 Senta Berger und Maximilian Schell 1981 bei den Salzburger Festspielen in JEDERMANN; Copyright Virginia Shue 02
Senta Berger 1981 bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann" neben Maximilian Schell in der Titelrolle. 
Die Fotos wurden mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
 
Die Auszeichnungen, die Senta Berger bisher im Verlauf ihrer Karriere erhalten hat, können sich sehen lassen: Neben zahlreichen bedeutenden Filmpreisen, wurde sie u. a. 1965 mit dem "Golden Globe Award" als vielversprechende Nachwuchsschauspielerin geehrt, sie bekam den "Deutschen Filmpreis in Silber" als Produzentin für "Die weiße Rose" sowie 1987 den "Deutschen Darstellerpreis" für ihre Rolle in "Kir Royal". Sie ist seit 1998 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse sowie dem "Karl-Valentin-Orden". Weitere Ehrungen sind beispielsweise der "Deutsche Hörbuchpreis" (2003) für ihre Interpretation von Arthur Schnitzlers "Fräulein Else", der "Hessische Fernsehpreis" (2005) als Ensemblemitglied des Filmes "Die Konferenz", der "Billy Wilder Award" (2006) sowie der österreichische Fernsehpreis "Platin Romy" (2007) für ihr Lebenswerk. 2009 folgten der "Deutsche Fernsehpreis" als "Beste Schauspielerin" und der "Sonderpreis des Deutschen Fernsehkrimipreises" für ihre Hauptrolle in der WDR-Produktion "Schlaflos" sowie der "Herbert-Strate-Preis", verliehen von der Filmstiftung NRW und dem Kinoverband "HDF Kino". Den von der Fernsehzeitschrift HÖRZU verliehenen Medienpreis die "Goldene Kamera", konnte die gebürtige Österreicherin am 30. Januar 2010 im Rahmen einer festlichen Gala in Berlin als "Beste deutsche Schauspielerin" entgegennehmen.
  
Im Juni 2001 erschien von Heiko R. Blum die Biografie "Senta Berger – Mit Charme und Power", in der auch die Schauspielerin mit Interview- und Artikelauszügen zu Wort kommt. Senta Berger selbst veröffentlichte ihre Erinnerungen im März 2006 unter dem Titel "Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann"; in der Autobiografie, die vom Verlag Kiepenheuer & Witsch als "ein Glücksfall für den Leser" bezeichnet wird, erzählt die Schauspielerin sensibel, leidenschaftlich, mit viel Witz und voller Elan über ihr abenteuerliches Leben – über ihre Wiener Herkunft, ihre ersten Schritte in die Welt des Theaters und des Films und über viele Etappen einer einzigartigen Karriere. … Mit Wehmut und Liebe blickt Senta Berger zurück auf das Leben ihrer Eltern und Großeltern. Mit trockenem Humor und Tempo erzählt sie, wie es ihr gelang, alle Hindernisse zu überwinden und den Traum vom Schauspielerleben zu verwirklichen. Mit scharfem Blick schaut sie hinter die Kulissen des deutschen und internationalen Filmgeschäfts und erzählt von den wunderbaren Kollegen, mit denen sie gearbeitet hat: Hans Moser und O.W. Fischer, Heinz Rühmann und Mario Adorf, Elke Sommer und Romy Schneider, Yul Brunner, Frank Sinatra und vielen anderen. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)
Im Mai 2006 kam das Buch "Mit Senta Berger ins weite Land der Kindheit" auf den Markt, das von Kinderglück und Kindersorgen. Elternglück und Elternsorgen handelt. Die Möglichkeiten, die in jedem Kind stecken … und die Mühen der Erziehung: Senta Berger hat eine Auswahl ihrer liebsten Texte zusammengestellt, die die hellen und dunklen Seiten der Kindheit erforschen. Manchmal überraschend, manchmal vertraut anmutend, laden sie ein zur Reise in ein Land, das jeder kennt und das dennoch oft weit entfernt ist. (Quelle: Klappentext)

Die bedeutende Charakterdarstellerin Senta Berger lebt mit ihrem Ehemann in München und ist neben ihrer Arbeit als Filmschauspielerin auch weiterhin am Theater sowie bei umschwärmten Lesungen literarischer Werke zu sehen und zu hören, wie beispielsweise mit Texten von Ilse Aichinger, Sarah Kirsch, Ingeborg Bachmann oder Klassikern wie Schnitzlers "Fräulein Else". Sie engagiert sich aktiv für den Umweltschutz sowie für die Friedensbewegung und ist Schirmherrin der neu gegründete Initiative "Stark gegen den Schmerz". 
Senta Berger mit ihrer Familie Anfang der 80er Jahre; Copyright Virginia Shue Die Schauspielerin, die im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen nie durch Skandale von sich reden machte, hat zwei erwachsene Söhne, die ebenfalls in die Fußstapfen der Eltern getreten sind. Der 1972 geborene Sohn Simon Verhoeven3) hat sich inzwischen einen Namen als Regisseur und Schauspieler gemacht, Sohn Luca Verhoeven (geb. 1979) hat ebenfalls eine vielversprechende Schauspielerkarriere gestartet.

Foto: Senta Berger mit ihrer Familie Anfang der 1980er Jahre
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

1) Der Link führt 1) zu prisma-online.de,  2) zu Wikipedia, 4) zur Webpräsenz des Schauspielers
3) Quelle: prisma-online.de
Stand: Mai 2010
Siehe auch www.prisma-online.de, Wikipedia, www.br-online.de, www.whoswho.de
   
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
1957: Die Unentschuldigte Stunde 1957: Die Lindenwirtin vom Donaustrand
1958: Der Veruntreute Himmel 1959: The Journey
1960: Der Brave Soldat Schwejk 1960: Katja, die ungekrönte Kaiserin
1960: Ich heirate Herrn Direktor 1960: O sole mio
1961: Adieu, Lebewohl, Goodbye 1961: Diesmal muß es Kaviar sein1) 
1961: Das Geheimnis der schwarzen Koffer 1961: Immer Ärger mit dem Bett1) 
1961: Das Wunder des Malachias 1961: Junge Leute brauchen Liebe
1961: Eine hübscher als die andere 1961: Ramona
1961: Es muß nicht immer Kaviar sein 1961: The Secret Ways
1962: Das Testament des Dr. Mabuse 1962: Sherlock Holmes und das Halsband des Todes
1962: Frauenarzt Dr. Sibelius 1963: Jack und Jenny
1963: Kali Yug – Aufruhr in Indien 1963: Kali Yug – Die Göttin der Rache
1963: The Victors 1965: Schüsse im Dreivierteltakt
1965: The Glory Guys 1965: Major Dundee
1965: The Spy with My Face 1966: Lange Beine – lange Finger
1966: Cast a Giant Shadow 1966: Our Man in Marrakesh
1966: Poppies Are Also Flowers 1966: The Quiller Memorandum
1967: Der Grausame Job 1967: The Ambushers
1967: Mit teuflischen Grüßen 1967: Operation San Gennaro
1968: Vienna 1969: Giacomo Casanova: Childhood and Adolescence
1969: De Sade 1969: Frühstück mit dem Killer/Geier können warten
1969: Cuori solitari 1969: If It's Tuesday, This Must Be Belgium
1970: Quando le donne avevano la coda 1971: Operation: Cobra
1971: Quando le donne persero la coda 1971: Un Anguilla da trecento milioni
1971: Roma bene 1971: Wer im Glashaus liebt
1972: Causa di divorzio 1972: Die Moral der Ruth Halbfass
1972: Der Scharlachrote Buchstabe 1972: Geliebte der großen Bärin
1973: Amore e ginnastica 1973: Reigen
1973: Bisturi, la mafia bianca 1974: Di mamma non ce n'è una sola
1974: La Bellissima estate 1974: L'Uomo senza memoria
1975: Per Saldo Mord 1976: MitGift
1976: Die Herrenreiterin
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung
von
www.e-m-s.de
1976: Die Herrenreiterin
1976: Signore e signori, buonanotte
1977: Das Chinesische Wunder
1977: Ritratto di borghesia in nero
1977: Steiner – Das Eiserne Kreuz
1977: Una Donna di seconda mano
1978: Freiheit
1980: Vértigo en la pista
1981: Dantons Tod
1984: De Flyvende djævle
1984: Fatto su misura
1985: Killing Cars
1985: Le Due vite di Mattia Pascal
1987: Animali metropolitani
1988: Cheeeese
1990: Tre colonne in cronaca
1998: Bin ich schön?
2009: Laura – Ob ihr wollt oder nicht
2010: Satte Farben vor Schwarz (Kinostart geplant)
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