|
Doch die junge Schauspielerin zog es es mehr zum Film; ihr Leinwanddebüt hatte sie bereits 1957 mit einer winzigen Rolle als
Schulmädchen in dem Willi-Forst-Film "Die unentschuldigte Stunde"
sowie als Marie in "Die Lindenwirtin vom Donaustrand" gegeben, der
Durchbruch als Filmschauspielerin gelang ihr dann 1960 mit Axel von Ambessers "Der brave Soldat Schwejk",
wo sie neben dem legendären Heinz Rühmann die
attraktive Oberleuntnants-Geliebte Gretl spielte. Sie erhielt einen 7-Jahres-Vertrag,
wurde in den folgenden Jahren mit Hauptrollen in zahlreichen Unterhaltungsstreifen oder Musikfilmen besetzt und avancierte zum
Publikumsliebling sowie zu einer der meistbeschäftigten Darstellerinnen im
deutschsprachigen Film. Zu den Kinofilmen jener Zeit gehören beispielsweise
Bernhard Wickis "Das Wunder des Malachias" (1961), der Mario–Simmel–Zweiteiler
"Es muss nicht immer Kaviar sein" sowie "Diesmal muss es Kaviar
sein" (1961) mit O. W. Fischer und Eva Bartok, "Junge Leute brauchen Liebe" (1961),
"Frauenarzt Dr. Sibelius" (1962 mit Lex Barker)
oder " Das Testament des Dr. Mabuse" (1962 mit Gert Fröbe).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
Ab Anfang der 60er
Jahre begann auch die internationale Karriere der Senta Berger: Hollywood
war auf die attraktive Österreicherin aufmerksam geworden und bald sah man die
Schauspielerin in zahlreichen ausländischen Produktionen. Sie verkörperte
vornehmlich junge, mondäne Salondamen und wurde schnell auf naive
"Pin-up-Rollen" festgelegt. Die Zeitschrift "LIFE"
urteilte 1965 überschwänglich "Sie ist Paulette Goddard, Hedy Lamarr
und Ava Garner in einer Person". Mitte 1962 spielt sie unter Regisseur Steve Previn
die Rolle der Henriette Treffz in der Walt Disney-Produktion "Liebe im 3/4-Takt" (The Waltz
King) einem TV-Film über den Walzerkönig Johann Strauß und wurde auch
in Amerika zum Star. 1963 besetzte sie Carl Foreman in seinem Weltkrieg-II-Epos
"Die Sieger" (The Victors) als "Trudi" neben Romy Schneider und Elke Sommer.
Ein Jahr später spielte sie in dem Sam Peckinpah-Western "Sierra Charriba",
1965 war sie neben Charlton Heston als Teresa Santiago in "Major Dundee" zu sehen und 1966
als Magda Simon
in "Cast a Giant Shadow" (Im Schatten des Giganten) mit Kirk Douglas, Frank Sinatra und Yul Brynner.
Senta Berger war zum Weltstar geworden und agierte mit allen berühmten und bedeutenden Hollywood-Größen auf der Leinwand.
1966 drehte sie mit Max von Sydow und Alec Guinness den Agententhriller
"The Quiller Memorandum" (Gefahr aus dem Dunkel") ihren letzten
Film in Hollywood und entschloss sich dann, ihre Arbeit mehr auf den
österreichischen und italienischen Film zu verlagern, wo sie sich in den nächsten Jahren eine zweite Karriere
aufbaute und mit so bedeutenden Regisseuren wie Mario Monicelli, Luigi Comencini
oder Franco Giraldi drehte; zu ihren Partnern gehörten beispielsweise Marcello Mastroianni, Vittorio Gassmann
oder Jean-Pierre Cassel. Gleichzeitig schaffte
sie es, sich von dem bloßen Image der "Mannequin-Schönheit" zu
lösen und begeisterte die Zuschauer in der Folgezeit vor allem durch
Charakterrollen, mit denen sie die gesamte Bandbreite ihrer hervorragenden
schauspielerischen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen konnte.
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahren produzierte Senta Berger zusammen mit ihrem Mann, dem
Arzt, Schauspieler und Filmregisseur Michael Verhoeven, eine Reihe
von Spielfilmen. Das Paar, welches sich 1963 bei den Dreharbeiten zu "Jack und
Jenny" kennen gelernt und im September 1966 geheiratet hatte, gründete
ein Jahre später die "Sentana-Filmproduktion". Zu diesen
Eigenproduktionen, in denen Senta Berger auch selbst auftrat, zählen
u. a. der 1970 gedrehte Film "Wer im Glashaus liebt" sowie
"MitGift" (1975) und "Liebe Melanie" (1983). Außerdem
stand sie in den Jahren des Aufbruchs des Jungen Deutschen Films u. a. für Volker Schlöndorff
und Wim Wenders vor der Kamera.
Neben ihrer Tätigkeit für den Film war die Schauspielerin ab den 80er Jahren vermehrt
auf dem Bildschirm zu sehen und begeisterte das
Fernsehpublikum immer wieder mit ihrer großen Darstellungskunst.
Bereits 1968
hatte man sie im Fernsehen als Susanne Stefan zusammen mit Curd Jürgens in dem großen Krimi-Dreiteiler
"Babeck" gesehen; 1973 wirkte sie in der Turgenjew-Roman-Verfilmung
"Frühlingsfluten" von Vojtech Jasny mit und ein Jahr später in der TV-Adaption von Schillers
"Die Verschwörung des Fiesco" mit Klaus Maria Brandauer. In der
Folgezeit verkörperte Senta Berger meist starke, schlagfertige und sympathische Frauenfiguren, die
emanzipiert durchs Leben gehen. So übernahm sie 1985/86 die Rolle der Mona
und Freundin des Klatsch-Kolumnisten "Baby" Schimmerlos alias Franz Xaver Kroetz
in Helmut Dietls Kult-Serie "Kir Royal".
1989 war sie die
"Schnelle Gerdi"2) in der gleichnamigen TV-Reihe und erlebte darin
als schlicht-dreiste Taxifahrerin so manches Abenteuer; 1992 sah man sie mit der Titelrolle in "Lilli Lottofee".
Nach 15 Jahren ist nun Senta Berger seit Anfang 2004 wieder als die resolute
"schnelle Gerdi" mit ihrem Taxi unterwegs, diesmal auf den Straßen
Berlins in den Folgen "Die schnelle Gerdi und die
Hauptstadt": Gerdi ist jetzt fast sechzig, aber immer noch neugierig und stark. Ein Strafverfahren wegen eines Verkehrsunfalls und die überraschende Erbschaft eines Anwesens in Berlin bringen sie zu dem Entschluss, in die Hauptstadt umzuziehen und dort ein neues Leben zu beginnen. Immer noch will sie alles alleine durchboxen, ihren Platz erobern, mit Charme, Chuzpe und Charakter.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
 |
Eine
riesige Popularität erlangte Senta Berger ab 1994 als Dr. Margarethe Martin in der
achtteiligen Arzt-Serie "Dr. Schwarz und Dr. Martin", in
der sie der weiblichen Gegenpol zu "Dr. Schwarz" alias Friedrich von Thun war.
Danach kamen viel beachtete und erfolgreiche Rollen wie beispielsweise die der Clara
in "Mammamia"1) (1998 mit Christiane Paul und Peter Lohmeyer),
der Susa in "Lamorte"2)
(1997), der Franziska Ackermann in "Liebe und weitere Katastrophen"1)
(1999, mit Friedrich von Thun),
der Marie in "Mit fünfzig küssen Männer anders" (1999, mit
Ulrich Pleitgen), der Dr. Carla Severin-Bauer
in "Trennungsfieber" (2000, mit Günther Maria Halmer),
der Solveigh Kronberg in "Scharf aufs Leben" (2000, mit Ralph Herforth
und Ulrich Pleitgen), der Anna in "Probieren Sie's mit einem Jüngeren"1)
(2000, mit Ulrich Reinthaller) oder der Edith Mosbach in "Bis dass dein Tod uns scheidet"1)
(2002, mit Günther Maria Halmer).
Seit 2002 können die Fernsehzuschauer die
großartige Schauspielerin als eigenwillige und engagierte Kriminalrätin Eva Prohacek,
die polizeiinterne Korruptionsfälle aufklärt, in der Krimi-Reihe "Unter Verdacht"3)
erleben. Bereits für ihren ersten Fall in "Verdecktes Spiel"1)
wurde Senta Berger mit dem
"Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichnet. Weitere spannende Geschichten folgten: "Eine Landpartie" (2003),
"Gipfelstürmer" (2004),
"Beste Freunde"1) (2004),
"Das Karussel" (2005), "Willkommen im Club" (2005),
"Atemlos"1) (2006),
"Ein neues Leben"1) (2006),
"Hase und Igel"1) (2007),
"Das Geld anderer Leute"1) (2007),
"Brubeck"1) (2008), "Die falsche Frau"1) (2008),
"Der
schmale Grat"1) (2009) und "Tausend
Augen"1) (2009); die Folge "Laufen und
Schießen" wird zur Zeit produziert.
(weitere Infos auch bei Die
Krimihomepage.)
|
In dem kammerspielartigen Psychodrama "Die Konferenz"1)
(2004) mimt sie eindringlich die
Rektorin Cornelia Cordes, die mit ihren anderen Lehrerkollegen über eine
angebliche Vergewaltigung in ihrem Gymnasium entscheiden soll. Eine ganz auf
Senta Berger zugeschnittene Rolle ist auch die der "Emma" in
Vivian Naefes "Einmal so wie ich will"1) (2005): Während
einer Afrikareise, nach einem Streit mit ihrem Mann (Peter Simonischek),
beschließt Emma, ihr Leben gravierend zu verändern. Sie packt ihre Sachen
und landet auf der Straußenfarm des wortkargen deutschen Auswanderers John
(Götz George), dessen Leben Emma als Gegenpol zu ihrer bürgerlichen
Existenz fasziniert…
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
|
Im Milieu eines Heimes für straffällig gewordene Jugendliche spielt der
sozialkritische ARD-Zweiteiler "Emilia"1)
(2004; Die zweite Chance/Familienbande), in dem Senta Berger mit der Hauptrolle der neue Heimleiterin
Emilia Seiler überzeugt: Als ehemalige Referentin im bayerischen Sozialministerium
wird sie nun mit dem harten Alltag im Jugendheim "Haus Lechthal"
konfrontiert und meistert diese neue Herausforderung mit Bravour, auch wenn
sie immer wieder gegen Widerstände kämpfen muss; vor allem gegen ihren
pedantischen und herzlosen Kollegen, Verwaltungsdirektor Hartmann (Peter Sattmann),
muss sie sich immer wieder durchsetzen. Die Rolle wurde Senta Berger nach Angaben des Senders von Drehbuchautorin Gabriela Sperl
"auf den Leib geschrieben".
Anfang Februar 2006 wurde dann die
SAT.1-Krimikömödie "Nette Nachbarn küsst man nicht"1)
ausgestrahlt, in der Senta Berger mit einer erneuten Paraderolle das
Publikum begeisterte: In dem von Stephan Wagner vergnüglichen,
kammerspielartig inszenierten Fernsehfilm, der Anklänge an den legendären
Hitchcock-Thriller "Fenster zum Hof" nicht verhehlen will, agierte
sie einmal nicht als die starke Powerfrau sondern mimte die eher brave Gattin
des Staatsanwalts Franz Forstmann (Michael Gwisdek), die aufgrund der beruflichen Veränderung ihres Ehemanns
in ein heruntergekommenes Berliner Mietshaus ziehen muss und dort mit einer Menge verdächtiger
und skurriler Gestalten konfrontiert wird. So auch mit dem jungen, attraktiven Türken
Cem (Erdal Yildiz), dessen Charme sie erliegt und den sie eines Nachts beobachtet,
wie er die Leichen seiner Geliebten in den Keller schafft
Foto rechts: Senta Berger während der Eröffnung der Berlinale 2006
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
|
 |
Nach fast einem Jahrzehnt Leinwandabstinenz stand Senta Berger seit Mai 2008 wieder für eine
Kinoproduktion vor der Kamera, in der von Ben Verbong inszenierten
Tragikomödie "Laura Ob ihr wollt oder
nicht"1) spielt sie die
sorgende Mutter der Titelfigur Laura (Katharina Schubert). Erzählt wird die
Geschichte einer todkranken jungen Frau und jüngste von vier Schwestern, die Krebs hat.
Als sie die Chemotherapie abbricht und unangekündigt in ihr Elternhaus zurückkehrt,
passt ihrer Mutter (Senta Berger) das gar nicht. Auch ihre Schwestern
(Christiane Paul, Anna Böger, Julia Maria Köhler) verstehen die Welt nicht mehr.
Nach anfänglichen Widerständen kommen sie ins Elternhaus zurück, um Laura zur Wiederaufnahme der Behandlung zu bewegen.
Laura indes will ihre zerrüttete Familie wieder zusammenzubringen und: das Leben ohne Angst genießen.1)
Der Film startete am 30. April 2009 in den Kinos.
Eine weitere Arbeit für das Kino ist der Liebesfilm "Satte Farben vor Schwarz",
für den die
charismatische Schauspielerin gemeinsam mit Bruno Ganz vor der Kamera
stand. Erzählt wird die auf
einer wahren Begebenheit basierenden Geschichte eines seit fünfzig Jahren
verheirateten Ehepaares, das sich nach einem gemeinsamen und bewegten Leben
die Freiheit nimmt, ihr Ende selbst zu gestalten. An einem sonnigen Morgen
begehen sie zusammen Selbstmord
Mit der Berger als Ehefrau Anita und Ganz in der Rolle des unheilbar
erkrankten Fred sei die Besetzung in dem Regie-Debüt von Sophie Heldmann
"kongenial", heißt es in Medienberichten. Die Dreharbeiten
fanden bis
Mai 2009 in und um Düsseldorf statt, teilte die Produktionsfirma
"unafilm" mit, Kinostart der deutsch-schweizerischen Produktion soll am
24. Oktober 2010
sein. (siehe auch www.unafilm.de)
1) Quelle: Kölns
Internetzeitung
Es sind immer wieder ambitionierte, aber auch unterhaltsame
Fernsehspiele, mit denen Senta Berger in den letzten Jahren das Publikum zu
faszinieren weiß. Am ersten Weihnachtstag 2008 (Wiederholung
13.12.2009) strahlte das ZDF die ersten beiden Teile des Rosamunde Pilcher-Vierteilers
"Vier Jahreszeiten" aus, in der als Doppelfolge gezeigten
Familiensaga "Ein Sommer in Endellion" und "Herbststürme"
schlüpfte die Berger in die Rolle der Countess Julia Combe. Die Dreharbeiten erneut mit
hochkarätiger internationaler Besetzung für die nächsten beiden Teile
mit den Titeln "Winterwende" und "Das Geschenk des Frühlings" dauerten
bis zum 1. Mai 2009 und liefen am 25. Dezember 2009. Unter der bewährten Regie von Giles Foster
waren neben Senta Berger
sowie Natalia Wörner als ihrer Tochter Charlotte und Paula Kalenberg als Enkelin
Abby unter anderem Michael York, Tom Conti, John Light und Frank Finlay zu sehen
(Inhaltsangabe von "Ein Sommer in
Endellion", "Herbststürme"
und "Winterwende"
bei prisma-online.de).
Glänzende Kritiken erhielt Senta Berger für ihre Darstellung des früheren Filmstars Carla Sagmeister
in dem am 8. April 2009 gezeigten spannenden Portrait einer aus der Haft
entlassenen Frau. "Schlaflos"1) lautete der Titel des perfekt auf
seine Protagonistin zugeschnittenen Psychothrillers: Nach zwölf Jahren wird die
einst bekannte Schauspielerin Carla Sagmeister aus dem Gefängnis entlassen.
Sie war in einem Indizienprozess wegen Totschlags an ihrem Geliebten Erik Vonhoff verurteilt worden.
Jetzt will sie ihre Unschuld beweisen. Mit einer Waffe besucht sie den Forensiker Dr. Borchert (August Zirner),
dessen Gutachten seinerzeit ausschlaggebend fürs Urteil war. Mit Nachdruck drängt sie ihn, die Untersuchung wieder
aufzunehmen. Tatsächlich besorgt sich Borchert noch einmal die alten Beweismittel, und schon
bald kommen ihm selbst Zweifel an seinen damaligen Ergebnissen
(Quelle: www.prisma-online.de)
Belohnt wurde die Berger für ihre Leistung am 26.9.2009 mit dem "Deutschen
Fernsehpreis" in der Kategorie "Beste Schauspielerin
Hauptrolle", "Senta Berger liefert das meisterhafte und völlig
uneitle Porträt einer seelisch zerrütteten Frau." befand die Jury. "Eine grandiose Senta Berger sucht im Krimidrama "Schlaflos" eine neue Existenz"
schreibt "Der
Tagesspiegel", bei www.derwesten.de
kann man lesen "Im Kampf um Gerechtigkeit Senta Berger spielt ihre Rolle so,
als klammere sich die einstige Star-Schauspielerin an ihre glamouröse Vergangenheit,
um Kraft im Kampf um Gerechtigkeit zu sammeln, mithin für eine neue Zukunft. Der Mix aus
Verletzlichkeit und Entschlossenheit überzeugt. Mehr noch: Er berührt. In einer ihrer stärksten Rollen lässt
sich die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin ungeschminkt inszenieren Altersfalten inklusive.
Die inzwischen 67-Jährige beweist mit dieser Darstellung mindestens genau so viel Mut wie Selbstbewusstsein.
Form und Inhalt entsprechen sich. Denn die Sagmeister ist in dem Film der Grimme-Preisträger Isabell Kleefeld (Regie)
und Norbert Ehry (Buch) auf der Suche nach der ungeschminkten Wahrheit.
Sie wird weh tun. Denn bald stellt sich heraus: Sagmeisters Tochter (Grimme-Preisträgerin Caroline Peters)
birgt ein dunkles Geheimnis."
Und "WELT
ONLINE" titelt "Senta Berger ungeschminkt und gefährlich",
findet, dass die WDR-Produktion sich erfrischend vom üblichen
Krimi-Fernseheinerlei abhebt: "Man kann, das ist die gute Nachricht, auch
zur Hauptsendezeit durchaus noch Filme jenseits aller Klischees und
Erwartungshaltungen produzieren. Und mehr noch: Auch Frauen älteren Semesters
dürfen dabei die zentrale Rolle spielen. Gerade, wenn sie sich ungeschminkt
geben. Und ihr Alter nicht verleugnen müssen, sondern sogar thematisieren dürfen."
Auch in dem am 21. Oktober 2009 gesendeten ARD-Gesellschaftsdrama "Frau
Böhm sagt nein"1) sahen die Zuschauer eine Berger, die
einem still-bescheidenen, fast farblosen Frauentypus starke Züge verlieh.
Regisseurin Connie Walther präsentiert ein hochaktuelles, brisantes Thema und
zeigt "Entwicklungen, die im heutigen Wirtschaftsleben leider keine
Ausnahmen mehr zu sein scheinen: Korruption, Gier und Gewinnsucht hinter den
Kulissen eines etablierten Unternehmens."3) Die Berger ist
die "graue Maus" Rita Böhm, die in einem Großunternehmen als für
Finanzen der Vorstände zuständige Sachbearbeiterin einen Wirtschaftsskandal aufdeckt
und gegen die Feldgier von Managern kämpft. "Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden
oder toten Personen wären rein zufällig", heißt es im Vorspann,
dass Parallelen zu realen Vorkommnissen wie etwa dem Fall
"Mannesmann" gezogen werden können, bleibt dem Zuschauer
überlassen; siehe auch Wikipedia
und www.spiegel.de.
Für ihr exzellentes Spiel wurde Senta Berger 2009 mit dem
"Darstellerpreis für herausragende schauspielerische Leistung"
beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden ausgezeichnet, am 26. März 2010 folgte
der renommierte "Adolf-Grimme-Preis" in der Kategorie "Fiktion
Spezial", am 21. Mai 2010 der "Bayerische Fernsehpreis" als
"Beste Schauspielerin" in der Kategorie "Fernsehfilm".
Freuen durfte man sich
auch auf die turbulente ZDF-Komödie "Mama kommt!"2) mit Senta Berger
und Anja Kling als gegensätzliches Mutter-Tochter-Gespann. Die Dreharbeiten fanden
bereits im
Herbst 2008 statt, Premiere hatte die heitere Geschichte am 30. Juni 2009
im Rahmen des Filmfestes München 2009, im ZDF ausgestrahlt wurde
diese von den Protagonistinnen glänzend gespielte Komödie allerdings erst am
1. März 2010. "Senta Berger spielt mit Verve das dominante Muttertier,
das sich in alles einmischen muss, und Anja Kling das Opfer, das unter dem Glucken- und Klammer-Terror
alsbald leidet. (
) Beide spielen diesen Konflikt mit sichtlich viel Lust aus." schreibt
Peter Zander bei www.welt.de.
Ab Frühjahr 2010 waren die Dreharbeiten zu Helmut Dietls "Kir Royal"-Fortsetzung
unter dem Titel "Berlin Mitte" geplant, neben Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig hat
Senta Berger die Rolle des Volksmusikstars Mona
übernommen, von der alten "Kir Royal"-Crew ist ebenfalls Dieter Hildebrand als
Fotograf Herbie Fried mit von der Partie; Harald Schmidt wird als bayerischer Ministerpräsident
und BR-Moderator Christoph Süß als
Gewerkschaftsboss zu sehen sein.
|
 |
Neben ihrer herausragenden Karriere als Schauspielerin hat sich Senta Berger
auch mit ihren Tourneen, in denen sie Musik und Texte mit Moderation und Rezitation verbindet, einen Namen gemacht.
Viele TV–Shows" oder "Specials" unterstrichen im
Verlauf der Jahre die enorme Popularität der international erfolgreichen
Schauspielerin, ab 2001 übernahm sie z. B. die Moderation der Nachfolge–Sendung von
"Achtung! Klassik" unter dem Titel "Klassisch! Stars zu Gast bei Senta Berger",
einer populäre Klassiksendung an Weihnachten, Ostern und Allerheiligen zur besten Sendezeit.
Das Foto, welches Senta Berger während einer
NDR-Talkshow zeigt, wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
Dem Theater blieb und bleibt sie nach wie vor verbunden. Sie stand am Burgtheater, am Salzburger Landestheater
und bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne, wo sie
zwischen 1974 und 1982 als Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann"
brillierte neben Curd Jürgens und danach Maximilian Schell in der Titelrolle.
1979 stand sie mit Klaus Maria Brandauer am Burgtheater in Molières "Tartuffe"
auf der Bühne, ein Jahr später bei den Salzburger Festspielen neben Götz George in
Büchners "Dantons Tod"; 1981 begeisterte Senta Berger
bei den Wiener Festwochen in Grillparzers "Das Leben ein Traum",
1983/84 am Schillertheater das Berliner Publikum in Schnitzlers "Reigen"
sowie 1984/85 in Ostrowskys "Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste".
|
|
Senta Berger 1981 bei den Salzburger Festspielen
als Buhlschaft in Hofmannsthals "Jedermann" neben Maximilian Schell
in der Titelrolle.
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
Die Auszeichnungen, die Senta Berger bisher im Verlauf ihrer Karriere
erhalten hat, können sich sehen lassen: Neben zahlreichen bedeutenden Filmpreisen,
wurde sie u. a. 1965 mit dem "Golden Globe Award" als
vielversprechende Nachwuchsschauspielerin geehrt, sie bekam den
"Deutschen Filmpreis in Silber" als Produzentin für "Die
weiße Rose" sowie 1987 den "Deutschen Darstellerpreis" für
ihre Rolle in "Kir Royal". Sie ist seit 1998 Trägerin des
Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse sowie
dem "Karl-Valentin-Orden". Weitere Ehrungen sind beispielsweise der "Deutsche Hörbuchpreis" (2003)
für ihre Interpretation von Arthur Schnitzlers "Fräulein Else",
der "Hessische Fernsehpreis" (2005) als Ensemblemitglied des Filmes
"Die Konferenz", der "Billy Wilder Award" (2006)
sowie der österreichische Fernsehpreis "Platin Romy" (2007) für
ihr Lebenswerk. 2009 folgten der "Deutsche Fernsehpreis" als
"Beste Schauspielerin" und der "Sonderpreis des Deutschen Fernsehkrimipreises" für ihre Hauptrolle in der WDR-Produktion
"Schlaflos" sowie der "Herbert-Strate-Preis", verliehen
von der Filmstiftung NRW und dem Kinoverband "HDF Kino".
Den von der Fernsehzeitschrift HÖRZU verliehenen Medienpreis die
"Goldene Kamera", konnte die gebürtige Österreicherin am 30. Januar 2010 im Rahmen
einer festlichen Gala in Berlin als "Beste deutsche Schauspielerin"
entgegennehmen.
Im Juni 2001 erschien von Heiko R. Blum die Biografie "Senta Berger Mit Charme und
Power", in der auch die Schauspielerin mit Interview- und Artikelauszügen
zu Wort kommt. Senta Berger selbst veröffentlichte ihre Erinnerungen im März 2006 unter
dem Titel "Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann"; in der
Autobiografie, die vom Verlag Kiepenheuer & Witsch als "ein Glücksfall für den Leser"
bezeichnet wird, erzählt die Schauspielerin sensibel, leidenschaftlich, mit viel Witz und voller Elan
über ihr abenteuerliches Leben über ihre Wiener Herkunft, ihre ersten Schritte
in die Welt des Theaters und des Films und über viele Etappen einer einzigartigen Karriere.
Mit Wehmut und
Liebe blickt Senta Berger zurück auf das Leben ihrer Eltern und Großeltern.
Mit trockenem Humor und Tempo erzählt sie, wie es ihr gelang, alle Hindernisse zu überwinden
und den Traum vom Schauspielerleben zu verwirklichen.
Mit scharfem Blick schaut sie hinter die Kulissen des deutschen und internationalen
Filmgeschäfts und erzählt von den wunderbaren Kollegen, mit denen sie gearbeitet hat: Hans Moser und O.W. Fischer,
Heinz Rühmann und Mario Adorf, Elke Sommer und Romy Schneider, Yul Brunner, Frank Sinatra und vielen
anderen. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)
Im Mai 2006 kam das Buch "Mit Senta Berger ins weite Land der Kindheit"
auf den Markt, das von Kinderglück und Kindersorgen. Elternglück und
Elternsorgen handelt. Die Möglichkeiten, die in jedem Kind stecken
und die Mühen
der Erziehung: Senta Berger hat eine Auswahl ihrer liebsten Texte zusammengestellt,
die die hellen und dunklen Seiten der Kindheit erforschen. Manchmal überraschend,
manchmal vertraut anmutend, laden sie ein zur Reise in ein Land, das jeder kennt und das dennoch oft weit entfernt ist. (Quelle: Klappentext)
Die bedeutende Charakterdarstellerin Senta Berger lebt mit ihrem Ehemann in München und ist neben
ihrer Arbeit als Filmschauspielerin auch
weiterhin am Theater sowie bei umschwärmten Lesungen literarischer Werke zu
sehen und zu hören, wie beispielsweise mit Texten von Ilse Aichinger, Sarah Kirsch, Ingeborg Bachmann
oder Klassikern wie Schnitzlers
"Fräulein Else".
Sie engagiert sich aktiv für den Umweltschutz sowie für die
Friedensbewegung und ist Schirmherrin der neu gegründete Initiative
"Stark gegen den Schmerz".
|
Die Schauspielerin, die im Gegensatz zu
vielen ihrer Kolleginnen nie durch Skandale von sich reden machte, hat zwei erwachsene Söhne, die ebenfalls in die Fußstapfen der Eltern
getreten sind. Der 1972 geborene Sohn Simon Verhoeven3)
hat sich inzwischen einen Namen als Regisseur und Schauspieler gemacht, Sohn Luca Verhoeven
(geb. 1979) hat ebenfalls eine vielversprechende Schauspielerkarriere
gestartet.
Foto: Senta Berger mit ihrer Familie Anfang der 1980er Jahre
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
|