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Cornelia Froboess wurde am 28. Oktober 1943 in Wriezen an der Oder geboren
und wuchs nach der Flucht ihrer Eltern vor den Russen in Berlin im Stadtteil
Wedding auf.
1950 gab sie mit grade mal siebeneinhalb Jahren ihr Debüt als
"Sängerin" im Berliner Titania-Palast mit dem legendären Lied
"Pack' die Badehose ein" und die kleine "Berliner Göre"
wurde mit ihren erfrischenden Liedern auf Anhieb zum beliebtesten Kinderstar
im Nachkriegsdeutschland. Ihr Vater, der Film-Tonmeister, Komponist
und Verleger Gerhard Froboess, hatte dieses Lied geschrieben und bereits ein Jahr später folgte
"Hei hei hei, so eine Schneeballschlacht", wieder aus der Feder
ihres Vaters. Cornelia unternahm Tourneen durch ganz Deutschland und
trat mit damaligen Showgrößen wie Bully Buhlan, Rita Paul oder René Carol auf.
Die Filmbranche nutzte die
Popularität des Kinderstars und setzte sie in verschiedenen
Unterhaltungsstreifen ein, ihr Leinwanddebüt hatte die erst Siebenjährige mit
einer Minirolle in Robert A. Stemmles Melodram "Sündige Grenze" (1951)
an der Seite von Dieter Borsche gegeben. Hubert Marischka drehte mit ihr
"Lass die
Sonne wieder scheinen" (1955), in dem die kleine Cornelia den Titelsong
"Lieber Gott, lass die Sonne wieder scheinen, für Papa, für Mama und für
mich" trällerte, mit dem sie bereits seit Anfang 1953 Erfolg gehabt
hatte; doch danach schien ihre Karriere als Kinderstar beendet zu sein. Wenige
Jahre später war sie dann wieder da, diesmal als flotter
Teenie "Conny", der die deutsche Version des Paul Anka Hits
"Diana" sang.
Der Cover-Version wurde ein Riesenerfolg in Deutschland und Conny hatte den Sprung von niedlichen Kinderstar zum Teenageridol Nr. 1 geschafft. Es folgten weitere Schallplatten wie "Blue Jean Boy" (1958) oder "Teenager Melodie" (1959) und zusammen mit ihrem männlichen Teenager-Pendant Peter Kraus trat sie in zahlreichen Unterhaltungsfilmen jener Zeit auf. 1958 war das "Teenie-Traumpaar" in "Wenn die Conny mit dem Peter" zu sehen, aber auch mit Kollegen wie Peter Weck, Rex Gildo und Peter Alexander stand sie vor der Kamera; insgesamt drehte sie während dieser Zeit rund 20 Schlager- und Heimatfilme, deren Musiktitel ständig die oberen Plätze in den Hitparaden belegten. |
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Danach wurde es ab Mitte der 60er Jahre etwas
stiller um den Schlagerstar, wieder schien ihre Zeit vorbei zu sein. Doch Conny Froboess
hatte zwischen 1959 und 1963 Schauspielunterricht bei Marlise Ludwig in
Berlin genommen und tauchte als Schauspielerin auf der Theaterbühne und im
Fernsehen auf. Ihr Bühnendebüt hatte sie 1963 als Dienstmädchen in
Frantiseks Langers "Peripherie" am Landestheater Salzburg gegeben,
wo sie auch ihren späteren Mann und früheren Intendanten des Münchner Gärtnerplatztheaters, Hellmuth Matiasek, kennen
lernte; der Durchbruch als anerkannte Charakterdarstellerin gelang ihr dort
wenig später mit der Rolle der "Agnes" in Molières "Schule der Frauen".
Das Fernsehen bot Cornelia Froboess seit Ende der 60er Jahre neben der umfangreichen Arbeit für das Theater ein weiteres Betätigungsfeld. Wiederholte Auftritte in so beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Der Alte", Derrick", "Die Männer vom K3", "Kommissar Rex", "Siska", "Anwalt Abel", "Tatort" oder "Polizeiruf 110" gehören ebenso dazu wie verschiedene Einzelproduktionen; in nachhaltiger Erinnerung bleibt Ende der 80er Jahre auch ihre Rolle der Dr. Pia Michaelis an der Seite Günter Pfitzmanns in dem Dauerbrenner "Praxis Bülowbogen". TV-Spiele wie Peter Beauvais' "Das Käthchen von Heilbronn oder: Die Feuerprobe" (1981) und Peter Keglevics spektakuläres Doku-Drama "Tag der Abrechnung Der Amokläufer von Euskirchen"2) (1994) zeigten die ungeheure Wandlungsfähigkeit der Künstlerin; für die Rolle der Mutter des Erwin Mikolajczyk alias Christoph Waltz in letztgenanntem TV-Spiel erhielt sie den Bayerischen Filmpreis. Zur TV-Filmografie zählen Thriller wie Matti Geschonnecks Psychodrama "Angst hat eine kalte Hand"1) (1996) oder 1997 die Figur der Monika Koerber in Bernd Böhlichs spannenden Geschichten um den pfiffigen Staatsanwalt Max Koerber (Martin Lüttge) in "Koerbers Akte: Kleines Mädchen großes Geld" und "Koerbers Akte: Tödliches Ultimatum". Kai Wessel besetzte sie mit einer Hauptrolle in "Mein Bruder, der Idiot"1) (2002), mit Veronica Ferres und August Zirner agierte sie in dem packenden Drama "Stärker als der Tod" (2004). Nach längerer Fernsehabstinenz war Cornelia Froboess Anfang November 2009 in dem Krimi "Zwei Frauen und ein Mord" aus der legendären ZDF-Dauerbrenner "SOKO 5113" mit einer hintergründigen Frauenfigur auf dem Bildschirm präsent.
Heute ist Cornelia Froboess vollständig mit Terminen für Bühne, Film und
Fernsehen ausgebucht und gehört zu den angesehensten deutschen Darstellerinnen
unserer Zeit, die auf der Bühne vor allem schwierigen Frauenfiguren Profil
verleiht; sie konzentriert sich im Film auf anspruchsvolle
Stoffe und erhält Preise wie früher für ihre Schlager. Neben
der bereits erwähnten "Goldenen Schallplatte" (1962) sowie dem "Ernst-Lubitsch-Preis" (1968)
ist 1976 der "Goldene Bildschirm" zu nennen; 1987 wurden ihre
Leistungen mit dem "Bundesverdienstkreuz am Bande" gewürdigt, 1996 erhielt sie
den Bayerischen Verdienstorden sowie den "Telestar" als
"Beste Darstellerin" in dem Fernsehspiel "Angst hat eine kalte
Hand". Den "Gertrud-Eysoldt-Ring" erhielt sie 1990 für ihre Darstellung der Ellida Wangel in Henrik Ibsens Stück
"Die Frau vom Meer". Im neuen Jahrtausend wurde sie 2005 mit dem
"Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst" geehrt,
2009 folgte der "Kurt-Meisel-Preis".
Seit 1985 ist die Charakterschauspielerin Mitglied in der Berliner Akademie der Künste, 1991 folgte die
Mitgliedschaft bei der Frankfurter Akademie der Darstellenden Künste. |
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| 1) Der Link führt zu www.prisma-online.de 2) Der Link führt zu Wikipedia | Stand November 2009 | ||||||||||||||||||||||||||
| Einige Textteile des Kurzportraits stammen aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz | |||||||||||||||||||||||||||
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Siehe auch www.prisma-online.de,
Wikipedia,
www.deutsches-filmhaus.de, www.br-online.de sowie www.bayerischesstaatsschauspiel.de Filmografie bei der german.imdb.com |
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