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Neben seiner Arbeit für das Theater machte sich Glowna bald auch bei Film-
und Fernsehen einen Namen als herausragender Charakterdarsteller. Seinen
ersten viel beachteten Fernsehfilm drehte er 1965 unter der Regie von Peter Zadeck mit "Held Henry",
bis Ende der 1960er Jahre folgten
beispielsweise Rollen in "Im Schatten einer Großstadt " (1965),
"Verbrechen mit Vorbedacht" (1967) oder "Horror" (1969). Im Verlaufe der Jahre avancierte Glowna zu einer festen Größe auf dem Bildschirm und verkörperte mit enormer physischer Präsenz die unterschiedlichste Figuren. Seine eigenwillige Kopfform, die hervorstechenden Augen mit dem manchmal undurchsichtigen Blick sowie seine charakteristische Gestalt prädestinieren ihn für nihilistische Rebellen, Verlierer und Unangepasste.
In jüngerer Zeit brillierte der Schauspieler als Bruno neben Hannelore Elsner in dem Psychogramm "Die Unberührbare"1) (2000) und wurde im gleichen Jahr für seine Leistung mit dem Preis der "Deutschen Filmkritik" als "Bester Schauspieler" ausgezeichnet. Ebenfalls 2000 sah man ihn als Vater Eberhard Hoffmann in Rainer Kaufmanns Liebesdrama "Kalt ist der Abendhauch"2) nach dem gleichnamigen Roman von Ingrid Noll, neben Fritzi Haberlandt, Gisela Trowe und Heinz Bennent. Glowna gehörte zur Besetzung von Christopher Roths "Baader"1) (2002) und Oskar Roehlers Beziehungsdrama "Der alte Affe Angst"1) (2003), danach beeindruckte er die Kinobesucher mit der Titelrolle in Dominique de Rivaz' Historienfilm "Mein Name ist Bach"2) (2003; neben Jürgen Vogel als Friedrich der Große) auf der Leinwand (siehe auch www.dieterwunderlich.de). In dem von Regisseur Chris Kraus in Szene gesetzten Kinofilm "Vier Minuten"1) (2006) mit Hannah Herzsprung in der Hauptrolle der drogenabhängigen Jenny von Loeben konnte Glowna ab Februar 2007 als deren Vater Gerhard von Loeben erneut auf der Leinwand überzeugen: Der Film erzählt die Geschichte der jungen Jenny, deren Leben bereits vorüber zu sein scheint. Denn sie hat getötet, und sie würde es wieder tun. Eine achtzigjährige Klavierlehrerin (Monica Bleibtreu) entdeckt ihr Geheimnis, ihre Grausamkeit und ihre Träume und beschließt, das Mädchen in das pianistische Wunderkind zurückzuverwandeln, das Jenny einst war. (Quelle: Pressemitteilung Bayerischer Rundfunk). In Wolfgang Murnbergers Kinderfilm "Lapislazuli Im Auge des Bären"1) (2006), der abenteuerlichen Geschichte um einen aufgetauten Neandertaler, kam er als ein geheimnisumwobener Einsiedler daher; abgedreht war das Drama "Hitler's Grave" (2010) des iranischen Filmemachers Daryush Shokof, in dem Glowna einen Rabbi mimt. Dazwischen lagen immer wieder interessante Rollen in vielbeachteten Fernsehproduktionen: 2003 berührte Glowna die Zuschauer als Vater in Jo Baiers "Schwabenkinder"1) (2003), der Geschichte eines armen Bergbauernbuben, der auf einem Kindermarkt in Oberschwaben verkauft wird, nach dem Buch von Elmar Bereuter. Im November 2004 erlebte man ihn in dem zweiteiligen TV-Melodram "Die Rosenzüchterin", das Erhard Riedlsperger nach dem Bestseller-Roman von Charlotte Link für das Fernsehen umgesetzt hatte. Eingebettet in große historische Bögen und mit hochkarätige Starbesetzung wird die bewegende Geschichte zweier Frauen geschildert, die schicksalhaft aneinandergekettet sind. Neben Hanelore Elsner in der Titelrolle und Ruth Maria Kubitschek als Helene Feldmann spielte er den älteren Julien Lacroix, die Jugendliebe der Titelheldin Beatrice Shaye. Oft verkörperte Glowna Menschen am Rande der Gesellschaft oder außergewöhnliche Figuren, in dem TV-Polizeithriller "Nachtschicht Tod im Supermarkt"2) (2005) überraschte er mit der prägnanten Nebenrolle eines blinden Penners, eine skurrile Figur, die des Zeitungsverlegers Dr. Jobst Grübel, spielte er Ende Februar 2008 in dem humorigen Fernsehspiel "Alles was recht ist"2) mit Michaela May als unkonventioneller Richterin Lena Kalbach: Grübel, schwer erkrankt, soll wegen Unzurechnungsfähigkeit von seinen Kindern entmündigt werden, Glowna als in mongolische Landstracht gewandeter Medienmogul, der seine Liebe zu einer jungen Mongolin und die Esoterik entdeckt hat, trug zum Erfolg der witzig angelegten Story bei.
Seit Oktober 2010 liefen in Tschechien die Dreharbeiten zu dem von Oliver Hirschbiegel in Szene gesetzten, opulent ausgestatteten TV-Spektakel "Borgia"1) über die italienische Adelsfamilie Borgia1). Im Mittelpunkt steht der von John Doman1) dargestellte Rodrigo Borgia1) (1431 1503), der als Papst Alexander VI. in die Geschichte einging, neben einer Riege junger Nachwuchstalente wie beispielsweise Isolda Dychauk1) als Lucrezia Borgia1) (1480 1519) sowie anderer erfahrener Schauspieler verkörpert verkörpert Glowna den Erzbischof von Lissabon Jorge da Costa (1406 1508). In Deutschland ausgestrahlt wurde das 600 Minuten lange "Paten-Drama 'Borgia' über Sex, Lügen und Mord im Vatikan der Renaissancezeit"4) seit 17. Oktober 2011 zur besten Sendezeit im ZDF als Sechsteiler. Zuletzt stand Glowna im September 2011 in Italien für Rudolf Thomes Kinofilm "Ins Blaue" vor der Kamera, gehörte zur Besetzung des in in Australien gedrehten TV-Thrillers "Jack Irish Bad Debts". Nicht nur als Schauspieler war Vadim Glowna aktiv, sondern auch als Regisseur und Produzent. Schon 1973 gab er in Hamburg mit Ann Jellicoes Stück "Was ist an Tolen so sexy?" sein Theater-Regiedebüt, 1981 wurde er unter anderem in Cannes mit der "Camera d'Or" für sein Spielfilmdebüt "Desperado City"1) ausgezeichnet, einer realistischen Milieustudie über kaputte Typen, Sex und Gewalt auf St. Pauli. Glownas zweiter Kinofilm "Dies rigorose Leben", 1982 in der texanischen Wüste aufgenommen, erinnert an amerikanische Bilderwelten und erzählt die Geschichte deutsch-jüdischer Emigranten der zweiten Generation, die in Texas in einen Hexenkessel aus Liebe, Lebensangst und Gewalttätigkeit geraten. 1987 drehte er "Des Teufels Paradies" nach Motiven des Joseph-Conrad-Romans "Sieg" mit Jürgen Prochnow, Ingrid Caven und Mario Adorf, 1991 entstand "Eines Tages irgendwann" und ein Jahr später "Der Brocken" über eine Witwe auf Rügen, die sich auf sehr witzige Weise der habgierigen Wessis erwehrt, mit Rolf Zacher, Muriel Baumeister und Ben Becker. Für das Fernsehen führte er unter anderem 1993 Regie bei dem Tatort " Bauernopfer", 1995 bei "Eine Frau wird gejagt" sowie 1998 bei "Schnapper: Blumen für den Mörder". Glownas vorletzte Regiearbeit, der Film "Das Haus der schlafenden Schönen"1) nach dem Roman des Japaners Yasunari Kawabata, kam Anfang November 2006 in die Kinos. In der Verfilmung war Regisseur Glowna an der Seite von Angela Winkler und Maximilian Schell nicht nur als Schauspieler zu sehen, er schrieb auch das Drehbuch wie für fast alle seiner von ihm inszenierten Filme. Der Schauspieler und Regisseur Vadim Glowna ließ sich von einem Roman des japanischen Nobelpreisträgers Kawabata inspirieren und verlegte dessen Handlung in den europäischen Kulturkreis: Egmont, der um seine Familie trauert, sucht noch einmal die Wärme und Erotik einer jungen Frau. Er besucht "Das Haus der Schlafenden Schönen" in dem man eine Nacht neben einer schlafenden Frau verbringen kann. Während er neben der Schlafenden liegt, tauchen in ihm fast vergessene Erinnerungen wieder auf, aber auch Fragen nach Schuld und Sehnsucht nach dem Tod. Eine fremdartige und melancholische Geschichte über das nahende Ende.5)
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Vadim Glowna, der zuletzt in Berlin lebte, war seit 1967 mehr als 20 Jahre lang mit
seiner Kollegin Vera Tschechowa5),
Tochter der Schauspielerin Ada Tschechowa1) (1916 1966) und
Enkelin des Ufa-Stars Olga Tschechowa5) (1897 1980), verheiratet. Aus dem Jahre 1984 stammt sein eindringlicher Dokumentarfilm
"Tschechow in meinem Leben" über die Künstlerfamilie seiner Frau. Der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Vadim Glowna starb am 24. Januar 2012 überraschend nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren in einer Berliner Klinik. "Charakterkopf des deutschen Film" bezeichnete das "Hamburger Abendblatt" in einem Nachruf den Künstler, der in mehr als 160 Kino- und Fernsehproduktionen nachhaltige Spuren hinterlassen hat. "Als großer Außenseiter des deutschen Films wird er unvergesslich bleiben." schrieb unter anderem www.spiegel.de und DIE ZEIT notierte: "Glowna war ein Vielspieler mit einem Herz für die Rolle des Außenseiters. Wenn er im Krimi auftrat, witterten Fernsehzuschauer oft den Mörder. Das Feuilleton-Etikett "Bösewicht vom Dienst" mochte er nicht. "Die Strauchelnden, die ich spiele, sind meist ganz einfach nicht stark genug, sich aufrecht zu halten", sagte Glowna einmal." Rund vier Monate nach Glownas überraschendem Ableben kamen die Fernsehzuschauer in den Genuss, den Charaktermimen in seiner letzten TV-Rolle zu bewundern. In dem Psychodrama Bloch Der Fremde2) (EA: 20.06.2012) zieht Glowna "in der Rolle des Familienpatriarchen Lorenz noch einmal alle Register seiner schauspielerischen Fähigkeiten" notiert prisma.de. |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de Filmografie bei der Internet Movie Database |
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Link: 1) Wikipedia, 2) www.prisma-online.de, 5) Kurzportrait innerhalb dieser HP Quelle: 3) Wikipedia, abgerufen 20.01.2011 4) Der Spiegel (17. Oktober 2011) 5) www.filmkunstmesse.de 6) Presseinformation Ullstein Verlag |
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| Lizenz Foto Vadim Glowna (Urheber Gerd W. Zinke): Diese Datei ist unter den Creative Commons-Lizenzen Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert, 2.5 generisch, 2.0 generisch und 1.0 generisch lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. | ||||||
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