Ruth Maria Kubitschek; Copyright Rainer Binder Ruth Maria Kubitschek wurde am 2. August 1931 in Komotau im heutigen Tschechien geboren. Sie wuchs mit vier Geschwistern auf einem Bauernhof auf, hatte bereits als kleines Mädchen den Wunsch, Schauspielerin zu werden und verwirklichte diesen Traum später, indem Sie zunächst an der "Hochschule für Musik und Theater" in Halle sowie am "Deutschen Theaterinstitut" in Weimar studierte. Ihr Bühnendebüt gab sie in Halle, weitere Engagements führten sie nach Schwerin und an die Ostberliner Bühnen. Nach einem Gastspiel am Schlosstheater Celle kehrte sie 1959 nicht mehr in die DDR zurück, trat an verschiedenen Bühnen auf und spielte unter anderem am "Ernst-Deutsch-Theater" in Hamburg sowie bei den Münchner Kammerspielen, wo sie in Stücken wie "Orpheus steigt herab" oder "Othello" zu sehen war.
Bereits während ihrer Zeit in der ehemaligen DDR stand Ruth Maria Kubitschek für einige DEFA-Produktionen vor der Kamera. 1953 sah man sie in dem Lustspiel "Jacke wie Hose", später agierte sie vor allem in Filmen von Martin Hellberg, wie beispielsweise 1956 als Bärbel in "Thomas Müntzer" oder als Magd Mathilde in der Komödie "Senta auf Abwegen" (1959). Bemerkenswert war sie 1958 auch mit der Titelrolle in der Gerhart-Hauptmann-Verfilmung in "Rose Bernd".

Foto: © Rainer Binder
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke verwandt werden.)
Nach der Übersiedlung in den Westen widmete sich die Schauspielerin vermehrt der Arbeit für Film- und Fernsehen und wurde rasch einem breiten Publikum bekannt. Die Kinozuschauer sahen sie beispielsweise 1962 als Mrs. Holland in dem Pater Brown-Krimi "Er kann's nicht lassen" mit Heinz Rühmann, 1967 war sie die Karen in "Mittsommernacht", 1970 die Angela in "Ich schlafe mit meinem Mörder" und in "Otto – Der Liebesfilm" mimte sie 1992 die Frau von Lodenwald. In jüngster Zeit übernahm sie in der turbulenten österreichischen Kino-Komödie "Zwei Väter einer Tochter" (2003) mit Elfi Eschke, Karl Merkatz, Peter Fricke und Marco Rima die Rolle der Jacqueline Summer.
Vor allem durch das Fernsehen erlangte Ruth Maria Kubitschek ab Mitte der 60er Jahre ungeheure Popularität. Sie war 1966 die geheimnisvolle Melissa Foster in dem legendären Durbridge-Mehrteiler und Straßenfeger "Melissa" neben Günther Stoll als ihrem Ehemann und Siegfried Wischnewski als Inspektor Cameron.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Ruth Maria Kubitschek; Copyright Virginia Shue
Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Dem Täter auf der Spur", "Der Kommissar", "Derrick" oder "Tatort" sah man sie beispielsweise auch in so erfolgreichen Serien wie "Ein Fall für Titus Bunge" wo sie ab 1967 die Lucy Waldvogel spielte, in "Millionen nach Maß" war sie 1970 die Fay und in dem Mehrteiler "Die Powenzbande" 1973 die Sabine Powenz. Zum Publikumsliebling avancierte die Schauspielerin Anfang der 80er Jahre als Film-Ehefrau von Helmut Fischer alias "Monaco Franze – Der ewige Stenz", der mit treuherzigen Dackelblick und "Spatzl, schau wie i schau" das Herz seiner Angetrauten zum schmelzen brachte. In der Kult-Serie "Kir Royal" agierte sie 1986 als Verlegerin Friederike von Unruh und Chefin von Baby Schimmerlos alias Franz Xaver Kroetz, gab die vornehme Damen der Gesellschaft, die ihre Macht und ihren Reichtum wohlwissend ausspielt. Diese Rolle schien ihr auf den Leib geschrieben und auch in "Das Erbe der Guldenburgs" konnte sie ab 1987 als Brauerei-Besitzerin Margot Balbeck mit diesem Typus Frau überzeugen. Ruth Maria Kubitschek gab Gräfinnen, wie 1992 die Sophie von Hohenstein in "Schloss Hohenstein", die vornehme Lady Keile in der Pilcher-Verfilmung "Sommer am Meer" (1996) aber auch die "reife Schönheit" Charlotte, die in "Zwei Dickköpfe mit Format" (2000) ihr doppeltes Spiel mit den beiden pensionierten Lebemännern Max und Konrad alias Juhnke und Wussow auf einem Kreuzschiff treibt.
Ruth Maria Kubitschek; Copyright Edmond Frederik In jüngerer Zeit sah man die Schauspieler 2001 als Gudrun Martinson in dem spannenden ZDF-Film "Das Geheimnis der Mittsommernacht" mit Jennifer Nitsch und Michael von Au auf dem Bildschirm, 2002 als Charlotte in "Unser Papa – das Genie" mit Friedrich von Thun und Simone Thomalla und 2003 mit der Hauptrolle der Hildegard Reimund in der Komödie "Wunschkinder und andere Zufälle"1); die turbulente Geschichte fand Anfang Dezember 2006 mit "Die Hochzeit meiner Töchter" ihre nicht minder temporeiche Fortsetzung: Die drei ungleichen Schwestern Susanne (Susanna Simon), Anja (Tina Ruland) und Regina (Marita Marschall) ziehen mit Sack und Pack, den drei Babys und ihren Lebenspartnern Robert (Timothy Peach), Karin (Gesine Cukrowski) und Frank (Oliver Bootz) in die schöne alte Villa ihrer Mutter auf dem Lande ein. Mutter Hilde ist mit den "wilden Ehen" ihrer Töchter ganz und gar nicht einverstanden, drängt zur Hochzeit und lässt sich dabei allerhand einfallen. Unterstützung für ihren cleveren Plan findet sie bei ihrem guten Freund, dem Hobbyschauspieler Theo (Ernst Stankovski), der sich als verschollen geglaubter Geistlicher "Onkel Volker" ausgibt. 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
Bei den Töchtern kommt es unter dem Druck der Hochzeitsvorbereitungen zu Beziehungskrisen, letztlich stehen nicht diese mit ihren Partnern vor dem Traualtar, sondern Hilde und Theo. Aufgrund der positiven Zuschauerresonanz wurde "Wunschkinder III – Mamas Flitterwochen" (EA: 14.11.2008) produziert und die späte Lovestory zwischen Hilde und Theo humorvoll weiter gesponnen: Nachdem Mutter Hilde nach so einigen Irrungen und Wirrungen ihre späte Liebe Theo geheiratet hat und er zu ihr in die Reimersche Familienvilla gezogen ist, scheint Hildes Glück perfekt. Doch es fällt ihr schwer, im Alltag mit dem Tempo Schritt zu halten, das der aktive Theo vorlegt. Sie will für ihren Gatten jung sein und so erzählt sie ihm nichts von ihren mysteriösen Schwindelanfällen… 
(Quelle: Ziegler-Film)
Im November 2004 spielte Ruth Maria Kubitschek, neben Hannelore Elsner in der Titelrolle, die Helene Feldmann in dem zweiteiligen Melodram "Die Rosenzüchterin", das Erhard Riedlsperger nach dem Bestseller-Roman von Charlotte Link für das Fernsehen umgesetzt hatte. Eingebettet in große historische Bögen und mit hochkarätiger Starbesetzung wird die bewegende Geschichte zweier Frauen geschildert, die schicksalhaft aneinandergekettet sind.
 
Ruth Maria Kubitschek hat sich nicht nur als erfolgreiche und beliebte Schauspielerin einen Namen gemacht, sondern seit Anfang der 90er Jahre auch als Autorin. 1993 erschien ihr erster Roman "Immer verbunden mit den Sternen", der Geschichte von einer weisen, spirituellen Frau, der von der Kritik hochgelobt wurde. 1999 folgte "Im Garten der Aphrodite", ein Buch, das sie ihrem Garten gewidmet hat, den sie sich in einem kleinen Ort in der Nähe von Zürich gekauft hat. 2002 veröffentlichte sie mit "Engel, Elfen, Erdgeister" ein wunderschönes Märchen für Kinder und Erwachsene sowie "Ein Troll in meinem Garten", in dem sie humorvoll Märchen aus einer Zeit, als Menschen und Naturwesen noch miteinander lebten, erzählt.
Ruth Maria Kubitschek; Copyright Tanja Golbeck-Junginger Zu den weiteren Büchern, die aus der Feder der vielseitigen Schauspielerin stammen, zählen "Das Flüstern Pans" sowie "Wenn auf der Welt immer Weihnachten wäre …", einem Band mit fünf Weihnachtsmärchen. Ein weiterer Roman trägt den Titel "Reise aus der Mittsommernacht", einer Geschichte vom norwegischen Troll Finn, der eine weite Reise aus der Mittsommernacht in die Schweizer Bergwelt unternimmt. 2004 erschien mit "Das Wunder der Liebe" ein Buch, welches Ruth Maria Kubitschek nicht als autobiografischen Roman bezeichnet, das jedoch dennoch Parallelen zu ihrer eigenen Biografie aufweist. Mit ihrem im Sommer 2006 veröffentlichten Roman "Der indische Ring" setzte Ruth Maria Kubitschek die Erfolgsserie ihrer Bücher fort, erzählt mit einer Mutter-Sohn-Geschichte einfühlsam von der Liebe, vom Loslassen und von der Weisheit Indiens.
 
Das Foto zeigt Ruth Maria Kubitschek im September 2006 während einer Signierstunde zu ihrem neuen Buch "Der indische Ring". Das Copyright liegt bei Tanja Golbeck-Junginger, die eine umfassende Homepage zur Serie "Schwarzwaldklinik" erstellt hat.
Der erfolgreiche Roman "Das Wunder der Liebe" wurde inzwischen für das Fernsehen in Szene gesetzt und Ende August 2007 in der ARD ausgestrahlt, neben Siegfried Rauch spielte Ruth Maria Kubitschek darin die Hauptrolle der sympathische Antiquitätenhändlerin Elisabeth, die von einem schweren Schicksalsschlag heimgesucht wird: 
Ihre große Liebe Bert erleidet vor dem Standesamt einen Herzinfarkt und stirbt! Für Elisabeth bricht eine Welt zusammen. Nachdem sie ihren ersten Schmerz überwunden hat, erkennt Elisabeth jedoch, dass sie nach vorne blicken muss: Also packt sie kurzerhand ihre Koffer und tritt eine Reise an – ohne Ziel und ohne Rückfahrkarte! Ihr Weg führt sie auf die griechische Insel Santorin. Hier lernt Elisabeth den charmanten Schmuckhändler Konstantin (Siegfried Rauch) kennen. Mit ihm scheint Elisabeth ein neues Glück zu finden…
(Quelle: prisma-online.de)
  
Szenenfoto "Das Wunder der Liebe"
mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
Szenenfoto "Das Wunder der Liebe"; Copyright Ziegler Film
Am 25. April 2008 kamen die Fernsehzuschauer dann in den Genuss, die Filmversion von Kubitscheks Roman "Der indische Ring" erleben zu können. "Vor der magischen Kulisse Indiens" wird von "interkulturellem Verständnis, Liebe, Toleranz und Familienbanden" erzählt, so die ARD in seiner Ankündigung. Neben der Autorin als Weinbauerin Anna Landsberg waren unter anderem Florian Fitz als ihr Filmsohn Andreas und Franz Buchrieser als sympathischer, in Indien lebender Österreicher Ferdinand zu sehen.
Auch ihr jüngster Roman bzw. ihre neunte Buchveröffentlichung "Im Fluss des Lebens" wird für das Fernsehen mit der Autorin in der Hauptrolle verfilmt. Das Buch erschien Anfang September 2008 und ist auch als Audio-Version, gesprochen von Ruth Maria Kubitschek, im Handel erhältlich. Erzählt wird die Geschichte der erfolgreichen Schriftstellerin Agnes Berg, die durch einen tragischen Unfall die Menschen verliert, die ihr am nächsten sind. Durch diesen schweren Schicksalsschlag findet die gereifte Frau zu sich selbst, begreift die Trauer als neue Chance und öffnet sich auf der Suche nach Vertrauen und Geborgenheit für eine neue Liebe. Die Dreharbeiten zur Verfilmung sind inzwischen abgeschlossen, in der von Wolf Gremm inszenierten Romanadaption spielt Ruth Maria Kubitschek neben Charles Brauer die weibliche Hauptrolle, ein Sendetermin steht noch nicht fest; mehr zu der Produktion bei Ziegler-Film

Nach der Rolle der Tante Lottie in dem ganz auf die Protagonistin Christine Neubauer zugeschnittenen Melodram "Insel des Lichts" (EA: 17.7.2008) tauchte die Kubitschek Anfang November 2008 als gestrenge Helen Berenson, Matriarchin einer Rinder-Ranch, in "Zerrissene Herzen" aus der erfolgreichen ZDF-Romantikreihe "Im Tal der wilden Rosen" auf, hatte als Großgrundbesitzerin in Kanadas Rocky Mountains die Zügel fest in der Hand und machte auch in dem nostalgischen Kostüm wie immer eine gute Figur. Zuletzt stand die vielseitige Schauspielerin für das melodramatische ARD-Movie mit dem Titel "Wer zu lieben wagt"1) vor der Fernsehkamera, das Regisseur Wolf Gremm nach dem Roman "Between Sisters" von Kristin Hannah in Szene gesetzt hat. Gedreht vor der unvergleichlichen Kulisse Thailands, spielt die Kubitschek neben den Protagonisten Christine Neubauer und Hardy Krüger jr. eine Diva, die sehr wenig Zeit für ihre Kinder hat; ausgestrahlt wurde die TV-Romanze am 6. Januar 2010, mehr ebenfalls bei Ziegler-Film.
Aktuell abgedreht hat Ruth Maria Kubitschek die ebenfalls von Wolf Gremm inszenierte dramatische Familiengeschichte "Sommerlicht" nach dem gleichnamigen Roman von Adèle Geras, in dem sie neben Publikumslieblingen wie Nadeshda Brennicke, Sky Dumont und Elisabeth Wiedemann zu sehen sein wird; die Dreharbeiten begannen Anfang August 2009, einen Sendetermin gab die ARD noch nicht bekannt (siehe auch www.ziegler-film.com).
   
Außer der Schriftstellerei widmet sich Ruth Maria Kubitschek auch der Malerei und ihre Bilder erzielen auf dem Kunstmarkt bereits beachtliche Preise. Die sympathische und attraktive Künstlerin, die seit Ende der 50er Jahre bis 1963 mit dem Opernregisseur Götz Friedrich (1930 – 2000) verheiratet war und aus dieser Verbindung Sohn Alexander hat, ist seit vielen Jahren in enger Freundschaft mit dem bekannten TV-Produzenten Wolfgang Rademann verbunden.
 
1) Der Link führt zu prisma-online.de Stand: August 2010
Ruth Maria Kubitschek im Internet: www.ruth-maria-kubitschek.ch
Neuerdings gibt es auch ein Forum  zu Ruth Maria Kubitschek; 
siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der german.imdb.com
Kontaktadresse: Ruth Maria Kubitschek, c/o Agentur Alexander
Lamontstr. 9, 81679 München
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