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Nach dem 2. Weltkrieg trat Hinz bis 1947 am "Deutschen
Schauspielhaus" in Hamburg auf, anschließend begeisterte er wieder am
"Deutschen Theater" in Berlin hier verkörperte er wie 1971 am Wiener
"Burgtheater"
unter anderem den Schuster Voigt in Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" sowie am "Hebbeltheater
und am "Schloßparktheater". Ab 1951 wirkte Hinz zwei Jahre lang am Münchener
"Residenztheater" und
schließlich bis 1955 am Schauspielhaus in Zürich. Mit dem Amtsantritt von Gustaf Gründgens
trat er 1955 erneut dem Ensemble des "Deutschen Schauspielhauses" in Hamburg
bei, dem er dann ununterbrochen bis 1978 angehörte. Anschließend arbeitete
Hinz als freier Schauspieler für Bühne und Fernsehen. Das Rollenrepertoire von Hinz war außergewöhnlich breit gefächert: Er interpretierte den Kleist'schen "Prinz von Homburg" ebenso grandios wie den "Mackie Messer" in Brechts "Die Dreigroschenoper", den "Zettel" in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", den "Professor Higgins" in Shaws "Pygmalion", begeisterte ebenso als "Charleys Tante" oder als "Sigismund" in Ralph Benatzkys Operette "Im Weißen Rößl". Unter Gründgens reifte er zum schweren Helden heran, zuletzt feierte ihn das Hamburger Theaterpublikum als einen der ganz großen Heldenväter des deutschen Theaters. Weitere herausragende Rollen waren unter anderem der Willy Loman in Arthur Millers "Der Tod des Handlungsreisenden", der Edgar in Strindbergs "Totentanz" sowie unter der Regie von Fritz Kortner der Rittmeister in "Der Vater" von August Strindberg. In den berühmten Gründgens-Inszenierungen von Goethes "Faust I" der 1960er Jahre spielte Hinz abwechselnd mit Will Quadflieg die titelgebende Figur. Letztmalig stand er 1984 zusammen mit Ehefrau Ehmi Bessel in "Einmal Moskau und zurück", einem Schauspiel von Alexander Galin, auf der Bühne der "Hamburger Kammerspiele". Im Berlin der 1930er Jahre wurde Werner Hinz für den Film entdeckt und gab 1935 als junger Kronprinz Friedrich in Steinhoffs Historienepos "Der alte und der junge König"1) neben Emil Jannings sein Leinwanddebüt. Hier gelang es dem Filmschauspieler Hinz eindrucksvoll der Balanceakt zwischen emotionsgeladenem Hitzkopf, der sich gegen das Patriarchat seines Vaters Friedrich Wilhelm I. auflehnt, und dem vor Staatsmacht und Staatsraison Resignierenden zu verkörpern. 1938 zeigte er sich als Kaplan von Schigorski in Veit Harlans Streifen "Jugend"3) zu sehen, der Filmadaption des gleichnamigen Bühnenstück von Max Halbe. 1942 erlangte Hinz in Géza von Bolvárys Propagandafilm "Schicksal"1) mit der Rolle des jungen Leutnants Kosta Wasileff, der die Tochter jenes Mannes liebt, den er hinrichten ließ, große Popularität. Prägnante, historische Rollen hatte Hinz beispielsweise als Kronprinz Friedrich Wilhelm in dem von Wolfgang Liebeneiner in Szene gesetzten ebenfalls propagandistischem Biopic "Bismarck"1) (1940) sowie als Kaiser Wilhelm II in der Fortsetzung "Die Entlassung"1) (1942). In dem in Irland angesiedelten melodramatischen Abenteuer "Der Fuchs von Glenarvon"3) (1940) mimte er den Chef einer Sonderbrigade, in dem Drama "Mein Leben für Irland"1) (1941) war er der ältere Bruder des Protagonisten Michael O'Brien alias Will Quadflieg, erneut mit Wolfgang Liebeneiner und als Partner von Hilde Krahl drehte er den Liebesfilm "Großstadtmelodie"3) (1943). Seine letzten Arbeiten während des Krieges für den Film waren Robert A. Stemmles eher harmlose Geschichte "Meine Herren Söhne"3) (1945) mit der Figur des Gutsbesitzers Kurt Redwitz sowie der Krimi "Ruf an das Gewissen"3) (1944/45), der erst Anfang Februar 1950 zur Uraufführung gelangte. Nach Kriegsende übernahm Werner Hinz zunächst für die DEFA wieder Hauptrollen, so 1949 als Paul Schmiedecke und Partner Camilla Spiras in Kurt Maetzigs "Die Buntkarierten"1), der Chronik einer deutschen Arbeiterfamilie über drei Generationen hinweg. Militärische Figuren mimte er als Generaloberst von Beck in dem von Falk Harnack dokumentarisch inszenierten Film "Der 20. Juli"1) (1955) über das misslungene Attentat auf Hitler oder 1962 als Feldmarschall Erwin Rommel in der hochkarätig besetzten Hollywood-Produktion "Der längste Tag" (The Longest Day), der die Landung der Alliierten in der Normandie thematisiert.
Letztmalig präsentierte sich Werner Hinz 1969 als heiterer, verschmitzter Großvater in den Wolfgang Liebeneiner-Filmen "Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung"1) und "Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft"1) nach den Romanen von Eric Malpass, sowie 1978 als Amtmann aus Husum in Alfred Weidemanns, sich nur lose an die Storm-Vorlage haltenden Streifen "Der Schimmelreiter" auf der Leinwand, eine Rolle, die er auch 1981 in der Fernsehverfilmung verkörperte. Hinz hatte sich in den 1970er und 80er Jahren vermehrt auf seine Theatertätigkeit konzentriert und arbeitete verstärkt für das Fernsehen. So ¨berzeugte er 1970 als Matthias Clausen unter der Regie von Oswald Döpke in dem Hauptmann-Drama "Vor Sonnenuntergang" auf dem Bildschirm, zusammen mit seinen beiden Söhnen Michael und Knut drehte er 1976 die 13-teilige Fernsehserie "Eichholz & Söhne"4), 1978 gab er in zwei Folgen der Geschichtsreihe "Dokumente deutschen Daseins"4) den Kaiser Wilhelm II. und Otto von Bismarck. 1979 glänzte er an der Seite seiner Frau Ehmi Bessel mit der Titelrolle in Lessings "Nathan, der Weise", zuletzt zeigte er sich auf eindrucksvolle Weise als alter Mann, der sich in Alfred Weidenmanns TV-Spiel "Mensch ohne Fahrschein" (1984) der Technik eines Fahrkarten-Automaten verweigert und schwarz fährt, sowie als Jakob Gutman in der Familienserie "Levin und Gutman"4) (1985).
Während seiner langen, herausragenden Schauspielerkarriere erhielt der Charaktermime zahlreiche
Auszeichnungen: So unter anderem 1968 einen "Bambi", 1973 die "Johann-Heinrich-Merck-Ehrung",
1974 das "Große Bundesverdienstkreuz". Hinz war Mitglied der
Berliner "Akademie der Künste", welche auch das "Werner
Hinz Archiv" verwaltet, und
der Hamburger "Freien Akademie der Künste".
Als herausragender Interpret des "Hauptmann von Köpenick" wurde er 1980 mit der
"Carl-Zuckmayer-Medaille"1) geehrt, im gleichen Jahr erhielt er
in Hamburg die Plakette der "Freien Akademie der
Künste". 1984 folgte die
"Goldene Kamera"1) der Programmzeitschrift
"Hörzu" sowie die "Silberne
Maske"1) der "Hamburger Volksbühne e. V.". |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Murnau-Stiftung, 4) www.fernsehserien.de | ||||
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Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 159 Siehe auch www.cyranos.ch und Wikipedia Fotos bei www.virtual-history.com |
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