Wirken am Theater (Auszug) / Filmografie / Hörspiel
Fritz Kortner wurde am 12. Mai 1892 als Fritz Nathan Kohn in Wien-Alsergrund1) geboren; er war der Sohn des Wiener Juweliers Juda Jakob Kohn (1849 – 1919) und dessen zweiten Ehefrau Helene. Nach der Schulausbildung begann er 1908 ein Studium an der Wiener "Akademie für Musik und Darstellende Kunst"1) bei Professor Ferdinand Gregori1) und machte 1910 seinen Abschluss. Sein Bühnendebüt gab Kortner Ende des gleichen Jahres in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"1) am "Mannheimer Hof- und Nationaltheater"1), als Gregori dort die Intendanz übernahm; seither nannte er sich nun Fritz Kortner. Bereits 1911 wurde Kortner von Max Reinhardt1) nach Berlin an das "Deutsche Theater"1) verpflichtet, musste sich jedoch mit kleineren bis mittelgroßen Rollen zufrieden geben; bereits im Frühjahr 1913 kündigte er sein Engagement wieder auf. Dass ein angespanntes persönliches Verhältnis zwischen Reinhardt und Kortner die Entscheidung des Schauspielers mitverursacht haben könnte, zeigt die Reinhardt zugeschriebene Äußerung: "Ach Kortner – der hat immer recht!."
In der nachfolgenden Zeit wirkte der aufstrebende Schauspieler an diversen Bühnen, unter anderem holte ihn Regisseur Berthold Viertel1) an die Wiener "Volksbühne" (heute "Renaissancetheater"1)), gleich mit seinem ersten Auftritt als habgieriger Träumer Vinzenz in der Tragikomödie "Alles um Geld" von Herbert Eulenberg1), erregte er im Mai 1913 Aufmerksamkeit. Sesshaft wurde Kortner während der Kriegsjahre nicht, doch wurden die Rollen an den Theatern bedeutender, wie beispielsweise die Titelrolle in "Liliom"1) von Ferenc Molnár1) am "Albert-Theater"1) in Dresden.
Zusammen mit seinem Freund, dem Regisseur Karlheinz Martin1), ging Kortner 1919 nach Berlin zurück, wo er "als sprach- und ausdrucksmächtiger Schauspieler große Triumphe feierte."*) Nach seinem großen Erfolg in dem Stück "Die Wandlung" von Ernst Toller1) am Theater "Die Tribüne", holte ihn Intendant Leopold Jessner1) an das "Staatstheater"1), wo Kortner mit Unterbrechungen bis 1930 auf der Bühne stand.

Fritz Kortner um 1911 während seines Engagements am "Deutschen Theater"
Quelle: Wikimedia Commons aus Peter Schütze: Fritz Kortner (Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994. S. 27)
Urheber: A. Feuerzeug (Wien); Angaben zur Lizenz siehe hier

Fritz Kortner um 1911; Quelle: Wikimedia Commons aus: Peter Schütze: Fritz Kortner (Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994. S. 27); Urheber: A. Feuerzeug (Wien)
Fritz Kortner als Richard III. auf einer Fotografie des Fotoateliers "Zander & Labisch", Berlin; Urheber Siegmund Labisch (1863–1942); Quelle:  www.cyranos.ch Seinen Einstand gab Kortner mit der Rolle des Reichsvogt Gessler in Jessners legendären Inszenierung von Schillers "Wilhelm Tell"1) mit Albert Bassermann in der Titelrolle. Jessner notiert in seinen "Schriften": "(…) hier hatte Berlin nicht nur einen Protagonisten mehr, sondern ein neuer Typ des Schauspielers stand auf der Bühne als Exponent der neuen Spielweise, die sich an jenem "Tell"-Abend auszuwirken versuchte. (…) Wenn Kortner als Geßler seine Worte schneidend in die Masse der Umstehenden warf und diese Worte lediglich mit kurzen Zuckungen seiner Reitpeitsche begleitete, so machte diese Darstellung in ihrem sachlichen Fanatismus das ganze Geschehen: die Erhebung eines unterdrückten Volkes auf eine Art verständlich, die das Alpenglühn und das Kuhgeläut nur als etwas Sekundäres anerkennen konnte. Es war der Typ des Zeitschauspielers, der in Fritz Kortner seinen ersten Darsteller gefunden hatte."*)
(Leopold Jessner: Schriften. Theater der zwanziger Jahre" (Hrsg.: Hugo Fetting. Henschel, Berlin 1979, S. 189 f.)

Zu Kortners erfolgreichsten Rollen jener Ära gehörten die Shakespeare-Figuren "Richard III."1), "Macbeth"1), "Othello"1) und "Hamlet"1) sowie der Shylock in "Der Kaufmann von Venedig"1) (Regie: Jürgen Fehling; Premiere: 17.11.1927), den er in den nachfolgen Jahrzehnten immer wieder gestalten sollte und der so etwas wie seine Lebensrolle wurde. Alfred Kerr1) schrieb damals im "Berliner Tageblatt"1) (18.11.1927): "Es gibt in Deutschland keinen Sprecher, der das Wort von dem blutenden Menschen, wenn man ihn sticht, so hinreißend, so einfach, so dringlich, so tief erlebensvoll herausbrächte wie dieser Kerl. Etwas einziges –; über Schildkraut1), über Krauß, über Bassermann, über … Ich sah keinen, der ihm gleicht."*)
 → Übersicht Wirken am Theater als Darsteller (Auszug)
   
Fritz Kortner als "Richard III."1) auf einer Fotografie des Fotoateliers "Zander & Labisch", Berlin
Urheber Siegmund Labisch1) (1863–1942); Quelle:  www.cyranos.ch;
Angaben zur Lizenz siehe hier
Schon zu dieser Zeit nahm Kortner häufig Einfluss auf die Regiekonzeption der Inszenierungen, in denen er auftrat. Er galt als "sprachberauschter" und wortgewaltiger Schauspieler und seine mit dem ganzen Körper erspielten Auftritte gaben dem Wedekindschen Satz "Das Leben ist eine Rutschbahn" schicksalhafte Ausmaße. Als Scheusal, Sünder oder Dämon beeindruckte Kortner ebenso wie als Idealist und Verlierer. (…) Seine mit berserkerhaften Gestik und klarem Intellekt demonstrierte schauspielerische Urkraft überzeugte auch da noch, wo er interpretatorisch übers Ziel hinausschoss.2)
Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrierte der nach der Sprachregelung der Nazis als "rassefremd" eingestufte Kortner mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Johanna Hofer, zunächst über die Tschechoslowakei, dann über Wien und Paris im Februar 1934 nach Großbritannien. Im September 1937 entschied er sich für die Ausreise in die USA bzw. und ging zunächst nach nach New York. In den Vereinigten Staaten verfasste Kortner seine ersten Theaterstücke – das Flüchtlingsdrama "Another Sun" (gemeinsam mit Dorothy Thompson1)), die Résistance-Tragödie "Somewhere in France" (zusammen mit Carl Zuckmayer1)) und das Kriegsgefangenen-Stück "World Unseen", Werke, die jedoch auf wenig Resonanz stießen und nach wenigen Aufführungen abgesetzt wurden. Am Ende seines USA-Aufenthaltes erlangte Kortner die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Nach Kriegsende bzw. im Dezember 1947 kam Kortner nach Deutschland zurück und arbeitete seitdem fast nur noch als Regisseur. Als Schauspieler trat er im Verlauf der kommenden Jahre noch sporadisch auf, so unter anderem 1968 unvergesslich als " Shylock" in der von Otto Schenk für das Fernsehen realisierten Fassung von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig". Bereits im amerikanischen Exil hatte Kortner einige Regiearbeiten übernommen, die erste Inszenierung in Deutschland war seine in den USA geschriebene Komödie "Ein Traum, kein Leben", die am 15. Dezember 1949 in einer überarbeiteten Fassung unter dem Titel "Donauwellen" an den "Münchner Kammerspielen"1) zur Uraufführung gelangte. Im Mittelpunkt des Stücks stand der von Willy Reichert gespielte unbelehrbare Wiener Frisör Duffeck, der nach Kriegsende mit allen Mitteln an seinen Arisierungsgewinnen festhält. Die rund 30 Mal gezeigte Inszenierung war ein Publikumserfolg, wurde "jedoch von den Besatzungsmächten wegen der satirischen Beleuchtung ihrer Haltung untersagt."3) → www.zeit.de.
 

Porträt Fritz Kortner 1947
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0053238)
Urheber/Fotograf: Fritz Eschen (1900–1964); Datierung: 23.12.1947
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen; Quelle: www.deutschefotothek.de;
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Porträt Fritz Kortner 1947; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0053238); Urheber/Fotograf: Fritz Eschen; Datierung: 23.12.1947; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen; Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Die "Kammerspiele" wurden vor allem unter der Intendanz von Hans Schweikart1) (1895 – 1975), später August Everding1) (1828 – 1999), Kortners künstlerische Heimat. Außerdem wirkte er als Regisseur unter anderem in München am "Residenztheater"1), in Berlin am "Schillertheater", in Hamburg am "Deutschen Schauspielhaus"1),  in Hamburg sowie in Wien am "Burgtheater"1) und am "Theater in der Josefstadt"1). Stücke, die seine "Handschrift" trugen waren beispielsweise "Dantons Tod"1) (1959) mit Hans Christian Blech in der Titelrolle oder Shakespeares "Heinrich IV."1) (1956) mit Kurt Horwitz in der Titelrolle des Heinrich IV.1) und unter anderem Klaus Kinski als Prinz Heinrich. Kortners letzte Inszenierung war das Lessing-Trauerspiel "Emilia Galotti"1) am Wiener "Theater in der Josefstadt" (Premiere: 29.04.1970), mit Marianne Nentwich1) als Titelheldin und Klaus Maria Brandauer als Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla, in den Hauptrollen.
Fritz Kortner (rechts) mit Curt Bois im Schiller-Theater; am 20.2.1959 gelangen im Berliner Schiller-Theater "Die Räuber" von Friedrich Schiller in der Inszenierung von Fritz Kortner zur Aufführung. Quelle: Bilddatenbank Deutsches Bundesarchiv, B 145 Bild-P047613; Fotograf: Unbekannt / Datierung: 20. Februar 1959 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Die Zusammenarbeit mit Fritz Kortner galt allgemein als "schwierig", der Regisseur hatte den Ruf, eigensinnig sowie ein fanatischer "Workaholic" zu sein → Artikel von Herbert Ihering1) bei www.zeit.de. Seine Arbeiten jedoch waren stets brillant und Glanzpunkte des Theaters. Einige seiner Regiearbeiten gelten als umstritten, aber immer als beispielhaft und er schrieb damit Theatergeschichte  → Übersicht Wirken am Theater als Regisseur (Auszug). 
  
Fritz Kortner (rechts) mit Curt Bois im "Schillertheater"1): Am 20.02.1959 (Premiere) gelangte das Schiller-Drama "Die Räuber"1) in der Inszenierung von Fritz Kortner zur Aufführung, mit unter anderem Franz Nicklisch, Erich Schellow, Rolf Henniger, Annemarie Düringer, Curt Bois (Bandit Spiegelberg), Lothar Blumhagen, Edgar Ott, Stefan Wigger, Klaus Herm und Thomas Holtzmann → Szenenfotos bei deutschefotothek.de.
 
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-P047613;
Fotograf: Unbekannt / Datierung: 20. Februar 1959 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv B 145 Bild-P047613 bzw. Wikimedia Commons
Daneben gab Kortner Rezitationsabende, nahm Schallplatten auf, beteiligte sich vereinzelt an Hörspielen (→ siehe hier) und veröffentlichte Ende der 1950er Jahre seine Autobiografie unter dem Titel "Aller Tage Abend", welche 2005 in 2. Auflage mit einem Nachwort von Klaus Völker1) erschien. Dieser schreibt: "Kortner bewahrte sich bis ins hohe Alter sein Talent zur Auflehnung und zum leidenschaftlichen Widerspruch, er hatte keinerlei Ambitionen, sich zu "vollenden", er bemühte sich, ein Suchender zu bleiben und beim Inszenieren ein Regisseur, der immer wie zum ersten Mal bis auf den Grund des Kunstwerks sieht und alles wiederzugeben versucht, was er gesehen hat." (Quelle: alexander-verlag.com) Erst spät tauchten Bänder auf, in denen Kortner mehr als fünf Stunden lang Teile seiner Autobiographie unmittelbar nach deren Erscheinen gelesen hatte – gesendet wurden damals vom "Bayerischen Rundfunk" und NDR jedoch nur 40 Minuten. Inzwischen wurde diese Lesung im Juni 2005 als Hörbuch auf den Markt gebracht und schaffte es im Oktober 2005 auf die Hörbuch-Bestenliste1) der Kulturredaktion von "hr2"1) und des "Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel"1). Kortners Ehefrau Johanna Hofer-Kortner publizierte 1971 aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes die autobiografischen Aufzeichnungen mit dem Titel "Letzen Endes" → www.zeit.de.
 
Einen breiten Raum in Kortners frühem Schaffen nahm das damals noch junge Medium Film ein. Bereits Mitte der 1910er Jahre tauchte er in etlichen stummen Streifen auf, so beispielsweise als Versicherungsagent Mac Waldy in dem von Harry Piel
in Szene gesetzten kurzen Krimi "Police 1111"1) (1915). Weitere Arbeiten mit Piel waren die Sensationsgeschichten "Im Banne der Vergangenheit" (1915) oder "Das Geheimnis von D.14" (1915), was Kortner selbst später als "eine damals noch obskure Pioniertätigkeit" bezeichnete.
Fritz Kortner als Rechtsanwalt Krogstadt und Olga Tschechowa in der Titelrolle des Ufa-Stummfilms "Nora" (1923), von Berthold Viertel gedreht nach dem Ibsen-Schauspiel; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000857); aus "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 71) / Sammelwerk Nr. 10 bzw. Ross-Verlag 1935; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de Während der Stummfilm-Ära präsentierte er sich beispielsweise in Produktionen wie Carl Froelichs Dostojewski-Adaption "Die Brüder Karamasoff"1) (1920) oder in Paul Lenis Schiller-Verfilmung "Die Verschwörung zu Genua" (1921). In "Schatten"1) (1923) mit dem Untertitel "Eine nächtliche Halluzination" gab er den eifersüchtigen Ehemann als Partner von Ruth Weyher, war beispielsweise der Trickbetrüger Nera in dem Horrorstreifen "Orlacs Hände"1) (1924) an der Seite von Conrad Veidt oder der Graf Bobrykin in der Geschichte über "Mata Hari"1) (1927) mit Magda Sonja in der Titelrolle der legendären Tänzerin bzw. Spionin Mata Hari1).

Fritz Kortner als Rechtsanwalt Krogstadt und
Olga Tschechowa in der Titelrolle des Ufa-Stummfilms "Nora"1) (1923),
von Berthold Viertel
1) gedreht nach dem gleichnamigen Ibsen-Schauspiel1)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000857)
aus "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film"
von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 71) / Sammelwerk Nr. 10 bzw. Ross-Verlag 1935
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Kortners erste Regiearbeit für den Tonfilm war 1931 das Lustspiel "Der brave Sünder"1) mit Max Pallenberg und Heinz Rühmann in den Hauptrollen, gedreht nach dem Roman des sowjetischen Dramatikers Walentin Petrowitsch Katajew1) bzw. dem Theaterstück "Die Defraudanten" von Alfred Polgar1). Als Schauspieler zeigte sich Kortner beispielsweise 1930 mit der Titelrolle des Alfred Dreyfus1) in Richard Oswalds Justizdrama "Dreyfus"1) über die Dreyfus-Affäre1), ein Jahr später als brillanter "Danton"1) in dem gleichnamigen Film1) sowie als zaristischer Leutnant Dimitri Karamasoff in "Der Mörder Dimitri Karamasoff"1) (1931). Während seiner Zeit im Exil "versuchte er sich in den 1930er und 1940er Jahren intensiv den englischen und amerikanischen Film zu erschließen. Kortner nahm unter anderem Rollen in Berthold Viertels1) "Little Friend", in Walter Fordes1) Filmmusical "Chu-Chin-Chow"1) (beide 1934) und in Karl Grunes1) unterschwellig antifaschistischem Spielfilm "Abdul the Damned"1) (1935) an. In den 1940er Jahren spielte er in mehreren antifaschistischen Produktionen in Hollywood mit." notiert Wikipedia.
Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Kortner nur noch selten Aufgaben für den Film, auf, so spielte er unter anderem (nach eigenem Drehbuch) in Josef von Bákys1) Drama "Der Ruf" (1949) den jüdischen Professor Professor Mauthner, der wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus 15-jähriger Emigration in den USA nach Deutschland zurückkehrt – somit trug der Film autobiografische Züge. In dem von Helmut Käutner1) in Szene gesetzten Thriller "Epilog" (1950) mit dem Untertitel "Das Geheimnis der Orplid" kam er als Mr. P. L. Hoopman daher, Christian-Jaques1) besetzte ihn als Haushofmeister in "Blaubart"1) (1951), angelehnt an das Märchen "La barbe bleue"1) von Charles Perrault1) mit Hans Albers als Graf Amédée, genannt "Blaubart". Eine letzte Regiearbeit für den Film lieferte Kortner mit der österreichische Produktion "
Sarajevo – Um Thron und Liebe"1) (1955) ab, mit dem das Attentat von Sarajevo1) auf Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este1) (Ewald Balser) und dessen Gemahlin Gemahlin Sophie Chotek1), Herzogin von Hohenberg (Luise Ullrich), erzählt wurde; unter anderem mimte Klaus Kinski einen der Attentäter, den Nedeljko Čabrinović1) → Übersicht Filmografie.
  

Die Auszeichnungen die der von vielen als "Regie-Ikone" bezeichnet Kortner im Verlaufe seiner Karriere erhalten hat, können sich sehen lassen, unter anderem verlieh man ihm 1957 das "Große Verdienstkreuz des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland", 1966 das "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", 1967 wurde er mit der "Kainz-Medaille"1) geehrt und 1970 erhielt er den "Pour le mérite für Wissenschaft und Künste"1) → Auszeichnungen bei Wikipedia.
Fritz Kortner um 1965; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Harry Weber; (1921 – 2007): Datierung: um 1965; Copyright Harry Weber /  ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer HW vp 391)

Fritz Kortner, der seit 1924 mit der Schauspielerin Johanna Hofer (1896 – 1988) verheiratet war, starb am 22. Juli 1970 in München nach langer Krankheit an Leukämie; die letzte Ruhe fand er auf dem Münchener Waldfriedhof, wo später auch seine Witwe Johanna Hofer beigesetzt wurde → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Aus der Ehe mit Johanna Hofer stammte Sohn Peter Kortner (1924 – 1991), der sich in den USA einen Namen als Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur machte. Die 1929 geborene Tochter Marianne Brün-Kortner lehrte unter anderem 24 Jahre lang an der Universität von Illinois und hielt eine Reihe von Seminaren unter dem Titel "Social Change" (Gesellschaftsveränderung). Jahrzehnte teilte sie ihre Zeit zwischen Berlin und Urbana (Illinois, USA), wo sie mit "Non Sequitur Press" einen kleinen Verlag betrieb. 2010 zog sie endgültig in die USA zu ihren beiden Söhne, von denen einer ein Theater in Chicago leitet und der andere Professor für Ökonomie ist. Seit 1968 war Marianne Brün-Kortner aktives Mitglied der "Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit"; siehe auch den Artikel bei welt.de; sie starb am 6. Januar 2014 im Alter von 84 Jahren → tagesspiegel.de; siehe auch den Artikel bei www.welt.de.
 
Fritz Kortners Nachlass wird von der Berliner "Akademie der Künste" verwaltet, → mehr bei www.adk.de.

Fritz Kortner um 1965
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Harry Weber1)  (1921 – 2007): Datierung: um 1965
© Harry Weber /  ÖNB Wien;
Bildarchiv Austria (Inventarnummer HW vp 391)

Bei Wikipedia kann man lesen: "Zwischen 1987 und 1999 verlieh die Zeitschrift "Theater heute"1) den "Fritz-Kortner-Preis"1). Der mit 10.000 Mark dotierte Preis wurde an deutschsprachige Theaterkünstler verliehen, die "Wagemut, Wahrhaftigkeit und ästhetische Neugier" gezeigt hatten. Zu den Trägern des Theaterpreises, den der Verleger Erhard Friedrich4) (1927 – 2005) gestiftet hatte, zählten Peter Zadek1) (1988), Einar Schleef1) (1990), Kurt Hübner1) (1991), Gert Voss (1992), Frank Castorf1) (1994) und Kortners ehemaliger Assistent Peter Stein1) (1996). Die Vergabe des Preises wurde 2000 eingestellt, doch stellte die "Friedrich-Stiftung" das Preisgeld auch weiterhin für die Unterstützung von Projekten der Theaterausbildung und -forschung zur Verfügung."
Zudem erinnern in mehreren deutsche Städten an den legendären Theatermann, nach ihm sind Straßen in München-Ramersdorf-Perlach1) (seit 1981, "Fritz-Kortner-Bogen"), in Osterholz-Scharmbeck1) (seit 2004, "Fritz-Kortner-Weg") und in Berlin-Karlshorst1) (seit 2006, "Fritz-Kortner-Straße") benannt.
Quelle (unter anderem: "Henschel Theaterlexikon"*) und "Lexikon der deutschen Film- und TV-Star"**)
Siehe auch auch den ausführlichen Artikel bei Wikipedia sowie
deutsches-filmhaus.de, cyranos.ch, deutsche-biographie.de, filmportal.de und
den Artikel zum 125 Geburtstag (12.05.2017) bei schiller-institut.de
Fotos bei film.virtual-history.com
*) "Henschel Theaterlexikon", Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010, S. 470/471)
**) Textbausteine aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 200/201)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) erhard-friedrich-stiftung.de
2) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 201)
3) Quelle: Wikipedia nach "Fritz Kortner: Aller Tage Abend" (Alexander Verlag, Berlin 1991. S. 543)
Lizenz Foto Fritz Kortner (Urheber "Fotoatelier Zander & Labisch", Berlin): Das Atelier von Albert Zander und Siegmund Labisch († 1942) war 1895 gegründet worden; die inaktive Firma wurde 1939 aus dem Handelsregister gelöscht. Externe Recherche ergab: Labisch wird ab 1938 nicht mehr in den amtlichen Einwohnerverzeichnissen aufgeführt, so dass sein Tod angenommen werden muss; Zander wiederum war laut Aktenlage ab 1899 nicht mehr aktiv am Atelier beteiligt und kommt somit nicht als Urheber dieses Fotos in Frage. Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. (Quelle: Wikipedia)
Lizenz: Foto Fritz Kortner: Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für alle Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Theater-Wirken (Auszug)
als Darsteller / als Regisseur
Quelle (überwiegen): "Henschel Theaterlexikon",
 Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010, S. 470/71) sowie
"Akademie der Künste", Berlin (Fritz-Kortner-Archiv) → archiv.adk.de
(Fremde Links: Wikipedia;
 R = Regie, P = Premiere, UA = Uraufführung, DE = Deutsche Erstaufführung)

Das Portrait stammt von dem renommierten Maler Günter Rittner1),
der es mir freundlicherweise gestattet hat,
das Bild zu veröffentlichen; das Copyright liegt bei dem Künstler.
→ www.guenterrittner.de

Porträt Fritz Kortner 1967; Copyright Günter Rittner
Als Darsteller Als Regisseur
Filme
Stummfilme / Tonfilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, stummfilm.at, Murnau Stiftung,
 filmportal.de, Die Krimihomepage)
Stummfilme (Auszug) Tonfilme Fernsehen
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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