Filmografie
Jean-Claude Brialy wurde am 30. März 1933 als Sohn des französischen Armeeoffiziers Roger Jean Brialy in Aumale1) (Algerien1)) geboren und wuchs mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Jacques auf. Auf Wunsch des Vaters besuchte er zunächst eine Kadettenanstalt, machte sein Abitur am "Collège Episcopal Saint Etienne" in Straßburg1) und begann ein Studium der Philosophie. Dann entschied er sich für die Schauspielerei und nahm Unterricht am "Conservatoire de Strasbourg"1); anschließend ging er mit der 1946 gegründeten Studiobühne "Centre Dramatique de l'Est", aus der später das "Straßburger Nationaltheater"1)2) hervorging, bzw. mit Stücken unter anderem von Jean-Paul Sartre1), Jean Cocteau1) und William Shakespeare1) auf Tournee. Während seiner Militärzeit arbeitete er im Rahmen der Truppenbetreuung als Kommentarsprecher bei der Filmstelle der französischen Armee, knüpfte Kontakte zu Pariser Theatern sowie der Filmszene, in Deutschland kam er mit dem Fernsehen in Baden-Baden und Stuttgart in Berührung.
Nach Ende des Militärdienstes Mitte der 1950er zurück in Paris, nahm er die Schauspielerlaufbahn wieder auf und wirkte an verschiedenen Pariser Bühnen.

Jean-Claude Brialy 1992 im französischen Deauville1)
anlässlich des "Festivals des amerikanischen Films"1)
 ("Festival du cinéma américain de Deauville")
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Roland Godefroy;
 Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Jean-Claude Brialy 1992 im französischen Deauville; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Roland Godefroy;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Sein Leinwanddebüt gab Brialy unter der Regie von Jacques Rivette1) in dessen nach der Kurzgeschichte "Mrs. Bixby and the Colonel's Coat" von Roald Dahl1) entstandenen Kurzfilm "Le coup du berger" (1956), in dem auch die berühmten Filmemacher Claude Chabrol1), Jean-Luc Godard1) und François Truffaut1) mitwirkten, für die er in den nachfolgenden Jahrzehnten wiederholt als Protagonist vor der Kamera stand. Nach Nebenrollen, unter anderem auch in dem von Louis Malle1) gedrehten, legendären Krimi "Ascenseur pour l’échafaud"1) (1958, " Fahrstuhl zum Schafott"), erregte er Aufmerksamkeit in dem von Pierre Gaspard-Huit1) nach dem Schauspiel "Liebelei"1) von Arthur Schnitzler1) in Szene gesetzten Melodram "Christine"1) (1958), wo er an der Seite von Romy Schneider in der Rolle der Christine Weiring und Alain Delon als Leutnant Fritz Lobheimer als dessen Freund Oberleutnant Theodor Kaiser in Erscheinung trat. Claude Chabrols besetzte ihn in seinem mit Gérard Blain1) als der Alkoholiker Serge gedrehten Regiedebüt "Le beau Serge"1) (1958, "Die Enttäuschten") als Seges alten Freund François Baillouund, im Folgejahr glänzte er in Chabrols, im Studenten-Milieu angesiedelten Drama in "Les cousins"1) (1959, "Schrei, wenn Du kannst") als Cousin von Charles (Gérard Blain) und rassch avancierte der blendend aussehende junge Mann zu einem der führenden Darsteller der Nouvelle Vague1) ("Neue Welle"). In Filmen von Truffaut, Jean-Luc Godard oder Henri Malle gab meist den höchst eloquenten, zuweilen geschwätzigen Liebhabers und Verführers, der sich durch Eleganz und frivolen Zynismus auszeichnete; in schwächeren Filmen musste er diesen Part nur geringfügig variieren. Er verbreitete immer eine Atmosphäre der Leichtfertigkeit und Oberflächlichkeit, sein Hang zur Süffisanz, vor allem seine Bevorzugung komischer Rollen führte dazu, dass ihn das Publikum nie so recht ernst nahm.
Brialy gehörte im Verlaufe seiner Karriere zu einem der meist beschäftigten Schauspieler nicht nur in Frankreich und drehte unzählige Filme – allein 1961/62 war er in rund 15 Produktionen zu sehen – arbeitete mit fast allen Regisseuren der "Neuen Welle" zusammen und später mit den meisten bedeutenden Regisseuren des Landes.
 
Zu seinen Arbeiten zählten unter anderem Truffauts preisgekröntes Gesellschaftsdrama "Les quatre cents coups"1) (1959, "Sie küssten und sie schlugen ihn"), Godards Liebeskomödie "Une femme est une femme"1) (1961, "Eine Frau ist eine Frau") sowie dessen Kurzfilm "Une histoire d’eau"1) (1961, "Eine Geschichte des Wassers") oder François Villiers'1) Adaption "Le puits aux trois vérités"1) (1961, "Die drei Wahrheiten) nach dem Roman "Le Puits aux trois vérités" von Jean-Jacques Gautier1). Für Édouard Molinaro1) mimte er in der Gaunerkomödie "Arsène Lupin contre Arsène Lupin"1) (1962, "Auch Stehlen will gelernt sein") zusammen mit Jean-Pierre Cassel1) die Söhne des Meisterdiebs Arsène Lupin1) sowie in der amüsanten Geschichte "La chasse à l'homme"1) (1964, "Jagd auf Männer") als Antoine Monteil den Freund von Julien (Claude Rich1)) bzw. Verlobten von Gisèle (Marie Laforêt1)). In der deutschen Produktion "Tonio Kröger"1) (1964), gedreht von Rolf Thiele1) nach der gleichnamigen Novelle1) von Thomas Mann1) brillierte er als der erwachsene Titelheld, Mathieu Carrière spielte den jungen Tonio
  → filmportal.de. Auch in einer weiteren Literaturverfilmung komplettierte Brialy die prominente Schauspielerriege, zeigte sich unter der Regie von Roger Vadim1) als "der junge Herr" in "La ronde"1) (1964, "Der Reigen") nach dem gleichnamigen Schauspiel1) von Arthur Schnitzler1) bzw. dem Drehbuch von Jean Anouilh1).
In Philippe de Brocas1), nach dem Roman von André Couteaux1) inszenierten Komödie "Un monsieur de compagnie"1) (1964, "Ich war eine männliche Sexbombe") präsentierte sich Brialy an der Seite von Jean-Pierre Cassel1) als der Nichtstuer Antoine mit der Nebenrolle des Prinzen, Broca besetzte ihn zudem als "Duc de Trèfle", einen der Insassen der Irrenanstalt, in dem allegorischen Lustspiel "Le roi de coeur"1) (1967, "Herzkönig") mit Alan Bates1) als Charles Plumpick, der "Herzkönig". In nachhaltiger Erinnerung ist Brialy wohl auch mit der Figur des Opfers Monsieur Corey in François Truffauts meisterlichen, nach dem Roman "The Bride Wore Black" von Cornell Woolrich1) entstandenen Krimi "La Mariée était en noir"1) (1968, "Die Braut trug schwarz") an der Seite der Männer-mordenden Julie Kohler (Jeanne Moreau) geblieben.
Bis Ende der 1960er Jahre sah man den attraktiven Franzosen, der sich nie ganz auf ein bestimmres Genre festlegen ließ, beispielsweise als Comte de Boimussy in dem von Denys de La Patellière1) nach dem Roman von Jacques Laurent1) mit France Anglade1) in der Titelrolle gedrehten Liebes-Abenteuer "Caroline chérie"1) (1968, "Caroline Chérie (Schön wie die Sünde)"), in der Krimikomödie "Operazione San Pietro"1) (1968, "Die Abenteuer des Kardinal Braun") mit Heinz Rühmann als Hobby-Detektiv Kardinal Braun tauchte er als der Gebrauchtwagen-Händler Cajello auf, dessen Werkstatt dem Mafioso Napoleone (Lando Buzzanca1)) und seiner Bande als Versteck dient und der selbst zum Gangster wird. Zu nennen ist auch das Drama "Manon 70" (1968, "Hemmungslose Manon"), eine freie, in die Gegenwart verlegte Version des Romans "Manon Lescaut"1) von Antoine-François Prévost1), in der er als liederlicher und labiler Bruder Jean-Paul der von Catherine Deneuve  dargestellten Titelfigur auftrat.
  
"Mord bleibt Mord"3) (1972, "Un meurtre est un meurtre"): Regie: R: Etienne Périer; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche den Psycho-Thriller Anfang Mai 2020 auf DVD herausbrachte. "Mord bleibt Mord"3) (1972, "Un meurtre est un meurtre"): Regie: R: Etienne Périer; Szenenfoto mit Jean-Claude Brialy als Paul Kastner, Ehemann/Witwer der toten Marie und Stéphane Audran (auch Rolle der Marie) als Pauls Schwägern Andrieux; mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche den Psycho-Thriller Anfang Mai 2020 auf DVD herausbrachte.
"Mord bleibt Mord"3) (1972, "Un meurtre est un meurtre"): Regie: Etienne Périer1);
Abbildung DVD-Cover sowie Szenenfoto mit Jean-Claude Brialy als Paul Kastner,
Ehemann/Witwer der toten Marie und Stéphane Audran (auch Rolle der Marie)
als Pauls Schwägern Andrieux; u. a. Robert Hossein als der Erpresser Jean Carouse
Mit freundlicher Genehmigung von "Pidax Film", welche den Psycho-Thriller
Anfang Mai 2020 auf DVD herausbrachte.

Seit Anfang der 1970er Jahren tat sich Brialy zudem als Regisseur sowie mitunter als Co-Drehbuchautor hervor, drehte eine Reihe von Filmen, in denen er (bis auf eine Ausnahme) nie selbst mitspielte: Sein Regiedebüt gab er mit der Komödie "Églantine"3) (1972), die beim "Internationalen Filmfestival von San Sebastián"1) mit der "Silbernen Muschel" ("Concha de Plata al Mejor Director") ausgezeichnet wurde. "Im Stil einer nostalgischen, humorvollen Familienchronik angelegter Erstlingsfilm des Schauspielers Brialy, der beachtliches Regie-Talent verrät; psychologisch nachvollziehbar und mit Einfühlungsvermögen inszeniert." notiert filmdienst.de. Nach "Les volets clos" (1973) und "L'oiseau rare" (1973; auch Darsteller) entstand sein Werk "Un amour de pluie"1) (1974, "Sommerliebelei") unter anderem mit Romy Schneider, das ebenfalls große Beachtung fand. Der TV-Film "La nuit de l'été" (1979, "Ein Nacht im Sommer") thematisierte die Flucht nach Varennes1) des französischen Königs Ludwig XVI.1) (Henri Tisot; 1937–2011) und dessen Gemahlin Marie-Antoinette1) (Marina Vlady), ebenfalls für das Fernsehen entstand der Zweiteiler "Les malheurs de Sophie"3) (1981, "Die unmögliche Sophie") nach dem Kinderbuch von Comtesse Sophie de Ségur1) über die Streiche der temperamentvollen, eigenwilligen Sophie (Paprika Bommenel), von Ségurs Kinderbuch "Un bon petit diable" ließ er sich ebenfalls inspirieren und brachte die Geschichte 1983 mit Paul Courtois als das Waisenkind Charles und Alice Sapritch als die böse Madame Léontine MacMiche auf den Bildschirm. Weitere für das Fernsehen realisierte Regie-Arbeiten waren in jüngerer Zeit drei Literatur-Verfilmungen: "Georges Dandin de Molière" (1997) nach der Ballettkomödie "Georges Dandin"1) von Molière1) mit Jacques Villeret1) in der Titelrolle des George Dandin, reicher Bauer und Ehemann von Angélique (Mathilde Seigner1)), "La dame aux camélias" (1998) nuch dem Roman "Die Kameliendame"1) von Alexandre Dumas d. J.1) mit Cristiana Reali1) als Kurtisane Marguerite Gautier und Michaël Cohen1) als Anwalt Armand Duval sowie "Les parents terribles" (2003) nach dem Theaterstück von Jean Cocteau1) → Übersicht Arbeiten als Regisseur.
  
Als Schauspieler zeigte er sich weiterhin mit Haupt- und prägnanten Nebenrollen, so beispielsweise als Diplomat Jérôme in dem Drama "Le genou de Claire"1) (1970, "Claires Knie"), als Monsieur Foucauld in dem Episodenfilm "Le Fantôme de la liberté"1) (1974, "Das Gespenst der Freiheit") oder als Verleger Walt in dem Thriller "Barocco"1) (1976, Barocco – Mord um Macht) mit Gérard Depardieu1) in der Doppelrolle des Boxers Samson und Samsons Mörder. In der Komödie "Robert et Robert"1) (1978, "Ein Mann sucht eine Frau") mit Charles Denner1) als der jüdische Taxifahrer mit ägyptischen Wurzeln Robert Goldman und Jacques Villeret1) als der angehende Polizist Robert Villiers mimte er den Betreiber des Ehevermittlungsinstituts Jacques Millet, in dem an die reale Marthe Hanau1) angelehnten Filmporträt "La Banquière"1) (1980, "Die Bankiersfrau") mit Romy Schneider als Bankpräsidentin Emma Eckhert war er als Paul Cisterne ein Freund von Emma, einflussreicher Rechtsanwalt und Parlamentarier sowie ehrgeiziger Anhängern der "Linken". Die Nebenrolle des Monsieur Jacob spielte Brialy in dem von Ettore Scola1) nach dem Roman "La Nuit de Varennes ou l'Impossible n'est pas français" von Catherine Rihoit1) gedrehten Historiendrama "La Nuit de Varennes"1) (1982, "Flucht nach Varennes") über die "Flucht nach Varennes"1) des französischen Königs Ludwig XVI.1) (Michel Piccoli) und dessen Gemahlin Marie-Antoinette1) (Eléonore Hirt1)) im Sommer 1791, mit Jean-Louis Barrault1) als der Romancier Nicolas Edme Restif de La Bretonne1) und Marcello Mastroianni als Giacomo Casanova1). "Regisseur Scola schildert seine Figuren (gespielt von einem hervorragenden Schauspielerensemble) mit liebevoller Genauigkeit, mit viel Witz und Charme und mit einem Schuß tragischer Ironie." vermerkt filmdienst.de. Selbst in die Rolle des berühmten Frauenhelden Casanova schlüpfte er in der ersten Folge des TV-Vierteilers "Die schöne Wilhelmine" (1984) mit Anja Kruse1) als Wilhelmine Enke1) (1753 – 1820), verheiratete Wilhelmine Rietz, Mätresse des von Rainer Hunold dargestellten preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm1), spätere Gräfin von Lichtenau.

  
Vornehmlich konzentrierte sich Brialy in den folgenden Jahren neben seiner Arbeit für den Film wieder verstärkt auf die Arbeit am Theater, blieb jedoch ein gefragter Leinwanddarsteller, übernahm zudem interessante Aufgaben in Fernsehproduktionen wie beispielsweise in der Adaption "Le Comte de Monte Christo"1) (1998, "Der Graf von Monte Christo") nach dem gleichnamigen Roman1) von Alexandre Dumas d. Ä.1), wo er neben Protagonist Gérard Depardieu1) als der Reeder Morrel, Vater von Maximilian Morrel (Christopher Thompson1)), auftrat.
Zunehmend war Brialy seit den 1980ern bereit, Rollen in eher weniger Kassenträchtigen Produktionen zu übernehmen, aus dieser Zeit stammen  hervorragende Darstellungen, so der verrückte Arzt Dr. Paul Henry Marshall in dem Grusel-Streifen "Le démon de l'île"3) (1982, "Der Dämon der Insel"), der Part des Jean-François Rambert, ehemaliger Kollege/"Aufpasser" des Kommissars Martin Griffon (Claude Brasseur) in dem Thriller "La crime"4) (1983, "Das Wespennest") oder sein extrovertierter Sam, Manager der Pianistin/des Wunderkindes Clara Baumann (Clothilde Baudon), in dem Drama "L'effrontée"1) (1985, "Das freche Mädchen") mit Charlotte Gainsbourg1) in der Titelrolle. 1986 startete Claude Chabrol1) mit "Inspecteur Lavardin"4) (1986, "InspektorLavardin oder Die Gerechtigkeit") seine lose, fünfteilige Krimireihe "Inspecteur Lavardin"1) (1986–1990) mit Jean Poiret1), der bereits in "Poulet au vinaigre"1) (1985, "Hühnchen in Essig") die Titelfigur verkörperte – Brialy spielte hier nun als Claude Alvarez den Bruder von Hélène (Bernadette Lafont1)), der Witwe des Opfers.
Dass Brialy auch zur Selbstironie in der Lage war, bewies er als Willy, Ehemann der Leiterin einer zweitklassigen Theatertruppe Marguerite Balicourt (Dominique Lavanant1)), in der Komödie "Le débutant" (1986, "Der Debütant") mit Francis Perrin1) (auch Co-Regie) oder als Monsieur Albert in dem Streifen "Grand Guignol" (1987), der Geschichte einer Truppe Schmierenkomödianten, die die Tradition des "Grand Guignol"1) wiederbeleben wollen. Für seine Gestaltung des in den jungen Saïd (Abdellatif Kechiche1)) verliebten Dirigenten Klotz in André Téchinés1) eindrücklichem Drama "Les innocents"1) (1987, "Die Unschuldigen") wurde er 1988 mit dem französischen Filmpreis "César"1) der Kategorie "Bester Nebendarsteller"1) ausgezeichnet. Bereits für seine Rolle des Anwalts Villedieu, Freund des Richters Émile Rousseau (Philippe Noiret1)) in Bertrand Taverniers1) Krimi "Le juge et l'assassin"1) (1976, "Der Richter und der Mörder") war er für einen "César" in dieser Kategorie nominiert gewesen, unterlag jedoch seinem Kollegen Claude Brasseur in "Un éléphant ça trompe énormément"1) (1976, "Ein Elefant irrt sich gewaltig") und "Le grand escogriffe"1) (1976, "Der große Angeber").
  
Bis zuletzt stand Brialy, der seine eigene Homosexualität nie verbarg, vor der Kamera, gehörte auch im vorgerückten Alter zur ersten Garde der französischen Charakterdarsteller. In den 1990en erlebte man ihn unter anderem als Hugenottenführer Gaspard II. de Coligny1), einer der ersten Opfer der Bartholomäusnacht1), in dem Historienfilm "La reine Margot"1) (1994, "Die Bartholomäusnacht") nach dem Roman von Alexandre Dumas d. Ä. mit Isabelle Adjani1) als Margarete von Valois (la reine Margot), der Gemahlin des Königs Heinrich von Navarra1) (Daniel Auteuil1)), in der Star-besetzten Komödie "Les cent et une nuits de Simon Cinéma"1) (1995, "101 Nacht – Die Träume des M. Cinema") mit Michel Piccoli als der kauzige Monsieur Simon Cinéma und Marcello Mastroianni als dessen italienischer Freund präsentierte er sich als der Touristenführer. Im Folgejahr gehörte er als Monsieur de Saint-Chamont zur Besetzung des Dramas "Les caprices d’un fleuve"1) (1996, "Launen eines Flusses") von (Regie) und mit Bernard Giraudeau1), übernahm auch in den beginnenden 2000er Jahren Aufgaben in französischen Filmproduktionen. Seinen letzten Leinwandauftritt hatte er in der Krimikomödie "Vous êtes de la police?"1) (2007, "Einmal Polizist, immer Polizist") mit Jean-Pierre Cassel1) als der nun im Altersheim lebende, pensionierte Polizeiinspektor Simon Sablonnet, in der er sich mit dem Part des tödlich verunglückten Heimbewohner bzw. ehemaligen Heimleiters Alfred Lamproie vom Publikum verabschiedete.
Zuvor hatte Brialy noch einmal mit einer eindrücklichen Hauptrolle im Fernsehen glänzen können – mit der Titelrolle in dem Geschichts-Portrait "Monsieur Max"4) (2007) über den französischen, homosexuellen Dichter, Maler und Schriftsteller Max Jacob1), der am 24. Februar 1944 von der Gestapo1) verhaftet und später in das Sammellager Drancy1) deportiert, dort am 5. März 1944 67-jährig an einer Lungenentzündung starb. ""Monsieur Max" ist nicht nur eine Erinnerung an den in Deutschland nur Spezialisten bekannten Dichter Jacob, sondern auch ein Requiem für Jean-Claude Brialy." notiert www.welt.de  → Übersicht Filmografie als Darsteller (Auszug).
Stets war Brialy neben der Arbeit für den Film der Bühne treu geblieben und stand regelmäßig am Theater auf der Bühne. Seit 1986 leitete er als Direktor in Paris das "Théâtre des Bouffes-Parisiens"1), wo er auch regelmäßig selbst auftrat. Im April 2000 erschien seine Autobiographie unter dem Titel "Le ruisseau des Singes", gefolgt von weiteren Memoiren, die er "J’ai oublié de vous dire…" (2004) nannte (dt. etwa "Ich habe vergessen, es Ihnen zu sagen").

Nur zwei Monate nach seinem 74. Geburtstag starb der gefeierte Schauspieler und Filmemacher Jean-Claude Brialy am 30. Mai 2007 nach langer, schwerer Krankheit in seinem Anwesen in der französischen Gemeinde Monthyon1) bei Paris, wo er seit langem ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert besaß, an den Folgen einer Krebserkrankung; die letzte Ruhe fand er auf dem Pariser "Cimetière de  Montmartre"1) (Division 15) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Der damalige französische Premierminister François Fillon1) würdigte Brialy als "einen der vollendetsten Schauspieler seiner Zeit". Der Charaktermime sei "eine Verkörperung" der Ende der 1950er Jahre entstandenen "Nouvelle Vague" und habe es verstanden, mit der Zeit Schritt zu halten. 
Brialy, der in über 180 Filmen meist Spötter, Zyniker und Lebemänner verkörperte, war eine sehr französische Figur. Er wirkte wie ein Überlebender der großen Salons, ein spöttischer Kommentator, erfahrener Lebemann, snobistischer Bohemien. Meist schien er sich zu amüsieren, aber selten glücklich zu sein; das Dandyhafte, Skrupellose, Zynische kaschierte nur mühsam die tiefe innere Einsamkeit. "Du musst festhalten, altern können", sagte der Workaholic einmal. "Nicht jeder ist Gabin." Er hat schöne Altersrollen bekommen – den saufenden, schwulen Dirigenten in Techinés "Die Unschuldigen", den korrupten Polizisten in Labros "Wespennest" – und er hat gespielt bis zuletzt.
(Quelle: www.welt.de) 

Jean-Claude Brialy 1992 anlässlich der
45. "Internationalen Filmfestspiele von Cannes"1)
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard;
 Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Jean-Claude Brialy 1992 bei den 45. Internationalen Filmfestspielen von Cannes; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert.
Siehe auch prisma.de, Wikipedia, cyranos.ch sowie den Nachruf bei spiegel.de
Fotos bei Wikimedia Commons, virtual-history.com, filmstarpostcards.blogspot.com
Fremde Links: 1) Wikipedia (deutsch), 3)  filmdienst.de, 4) prisma.de
2) Quelle: int.strasbourg.eu
    
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(Fremde Link: Wikipedia, prisma.de (deutscher Titel))
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