Brigitte Bardot 1968; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Michel Bernanau; CC-BY-3.0 Brigitte Bardot wurde am 28. September 1934 in der französischen Hauptstadt Paris geboren und wuchs im 8. Arrondissement auf. Die Eltern von Brigitte Bardot gehörten zum gutsituierten Bürgertum, der Vater Louis "Pilou" Bardot (1896 – 1975) war Industrieller und besaß im Pariser Vorort Aubervilliers eine Fabrik für Flüssiggas; die jüngere Schwester Marie-Jeanne1) ("Mijanou") erblickte am 5. Mai 1938 das Licht der Welt und wurde später ebenfalls Schauspielerin.
Bereits als Sechsjährige zeigte das kleine Mädchen Brigitte eine große Neigung für den Tanz und so erhielt sie schon als Kind klassischen Ballettunterricht. Neben dem regulären Unterricht an der vornehmen Privatschule "Hattemar Prignet" ging sie als Ballett-Elevin an die Pariser Oper und wurde von Marcelle Bourgat weiter ausgebildet. Im Alter von 13 Jahren hatte die junge Brigitte bereits so große Fortschritte gemacht, dass sie die Aufnahmeprüfung für das berühmte Nationalkonservatorium für Musik und Tanz, dem "Conservatoire Nationale de Danse"1) bestand, unter der Anleitung des hervorragenden russischen Choreografen Boris Kniaseff (auch: Boris Knyazev; 1900 – 1975) entwickelte sich aus dem früher so schüchternen und unauffälligen Mädchen eine anmutige Schönheit. Brigitte Bardots Mutter Anne-Marie "Toti" Mucel (1912 – 1978), die eine Hut-Boutique besaß, verschaffte ihrer Tochter im Januar 1949 einen Auftritt als Mannequin bei einer Modeschau sowie bei der Modezeitschrift "Jardin des Modes".
Die erst 15-Jährige beeindruckte vor allem Hélène Lazareff (1909 – 1988), die damalige Herausgeberin des Modemagazins "Elle"1). Vier Monate später, im Mai 1949, war das naiv-verführerische Gesicht von Brigitte Bardot auf dem Titelbild der Zeitschrift "Elle" mit den Intialen "B.B." zu sehen. In den nächsten Monaten folgten eine Reihe von Engagements als Model sowie Auftritte in TV-Shows des französischen Fernsehens, innerhalb kürzester Zeit avancierte Brigitte Bardot zu einem der meistgefragten Mannequins von Paris.
 
Foto: Brigitte Bardot 1968
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Michel Bernanau;  CC-BY-3.0
Nun wurde auch der Film auf das neue Gesicht aufmerksam; der französische Regisseur Marc Allégret1) (1900 – 1973) erkannte das Starpotential der Blonden mit dem sinnlichen Schmollmund und überredete seinen Assistenten Roger Vadim1) (1928 – 2000), Brigitte Bardot zu Probeaufnahmen einzuladen. 1949 begannen die Dreharbeiten zu dem Film "Les lauries sont coupés", die jedoch frühzeitig abgebrochen wurden.
Aus einem Film war zunächst also nichts geworden, dafür aber begann die selbst für Franzosen skandalöse Beziehung Roger Vadims mit der damals knapp 16-jährigen Brigitte Bardot. Das Ergebnis war im Dezember 1949 ein Selbstmordversuch von Brigitte Bardot, weil auch ihre Eltern gegen ihre Freundschaft mit Roger Vadim waren. Drei Jahre später, als der angehende Star 1952 volljährig wurde, fand die Hochzeit der beiden am 21. Dezember 1952 in der Kirche "Notre-Dame de Grace" in Passy nahe Paris statt; die Ehe dauerte allerdings nur fünf Jahre und wurde 1957 wieder geschieden.

Bis 1956 spielte die Bardot zunächst einige kleinere Rollen in so wenig bedeutenden Filmen wie in dem von Daniel Gélin inszenierten Film "Von Sensationen gehetzt" (1852, Les dents longues) oder größere Parts wie in dem belanglosen Streifen "Le portrait de son père". Mitte der 1950er Jahre erhielt sie dann auch schon Auftritte in britischen Filmen wie "Doktor Ahoi!"1) (1955, Doctor at Sea) und "Die schöne Helena"1) (1956, Helen of Troy), doch erst mit Roger Vadims Regiedebüt "Und immer lockt das Weib"1) (Et Dieu créa la femme) wurde sie mit der Titelrolle der jungen Juliette über Nacht zum Sexsymbol Frankreichs. Hier spielte die B.B. ein sinnliches Waisenmädchen, dass bei der Tante an der Côte d'Azur mit obszönen Tänzen und unmoralischen Gebärden der Männerwelt – vornehmlich Curd Jürgens, Christian Marquand1) und Jean-Louis Trintignant – die Köpfe verdrehte.
Mit dieser Rolle der sexuell begehrenswerten Kindfrau machte sich die Bardot zu einer Ikone des zeitgenössischen Filmes. Für die muffigen und prüden  1950er Jahre war der Film eine erotische Provokation in Cinemascope, die ihre Protagonistin sogleich in ganz Europa, aber auch in den USA, zum Idol werden ließ. Habitus und Aufmachung der Bardot wurden von da an stilbildend, ihre Filme zu Exportschlagern.
Sie war nun festgelegt auf die Rolle der naiven Blondine, die mit ihrem Schmollmund bei Männern alles erreichen konnte. 1957 zeigte sie dann in dem so spekulativen Film von Allégret "Das Gänseblümchen wird entblättert (En effeuillant la marguerite) erneut ihre Kurven und konnte ihre starke erotische Ausstrahlung präsentieren. Fortan war "B.B." nahezu ausschließlich in Hauptrollen bzw. ganz auf sie zugeschnittenen Filmen zu sehen, so beispielsweise in "Die Pariserin" (1957, Une Parisienne), in den Vadim-Filmen "In ihren Augen ist immer Nacht" (1958, Les bijoutiers du clair de lune) und "Mit den Waffen einer Frau"1) (1958, En cas de malheur) oder in Julien Duviviers "Ein Weib wie der Satan"1) (1959, La femme et le pantin). Dass B.B. durchaus auch Talent für Komik besaß, bewies sie dann 1959 als Titelheldin in dem Film "Babette zieht in den Krieg"1) (Babette s'en va-t'en guerre) und vor allem 1965 an der Seite von Jeanne Moreau in Louis Malles Western-Komödie "Viva Maria!"1) (Viva Maria!), wo sie mit Witz und wohl dosiertem Sexappeal eine Stripteasetänzerin mimte.

1960 begann der Star in dem beeindruckenden Gerichts-Melodram von Henri-Georges Clouzot "Die Wahrheit"1) (La vérité) mit ihrem Mythos als Sexsymbol aufzuräumen. 1961 folgte mit dem von Louis Malle gedrehten Drama "Privatleben"1) (La vie privée) als Partnerin von Marcello Mastroianni wohl einer ihrer besten Leistungen vor der Kamera. Louis Malle inszenierte hier eine eindrucksvolle Geschichte über eine Schauspielerin, die zum Idol der Massen avanciert – also spielte die Bardot sich quasi selbst. Doch als Star ist sie gleichzeitig Opfer der Gesellschaft, in ständiger Flucht vor Paparazzi und verfällt schließlich in eine innere Einsamkeit. Für die Bardot folgten nun über zehn Jahre intensive Filmarbeit, sie drehte beispielsweise unter der Regie von Jean-Luc Godard mit Jack Palance1) und Michel Piccoli die sehenswerte Gesellschaftssatire "Die Verachtung"1) (1963, Le mépris"), mit Regisseur Henri Koster und James Stewart als Partner die Komödie "Geliebte Brigitte"1) (1965, Dear Brigitte) oder erneut mit Louis Malle eine Episode für den Film "Außergewöhnliche Geschichten"1) (1967, Histoires extraordinaires). Ein Jahr später zeigte sie sich zusammen mit "James Bond"-Darsteller Sean Connery in Edward Dmytryks ungewöhnlichem Western "Man nennt mich Shalako"1) (1968, Shalako). Ab Ende der 1960er Jahre verblasste Bardots Ruhm zunehmend, sie spielte in Produktionen wie "Oh, diese Frauen"1) (1969, Les femmes) oder "Petroleum-Miezen"1) (1971, Les Pétroleuses). 1973 zog sich die Bardot erst 39-jährig überraschend mit ihrem letzten Leinwandauftritt in "L'histoire très bonne et très courte de Colinot Trousse-Chemise" vom Film- und Starrummel zurück, lebte in ihrer Villa "La Madrague" in Saint-Tropez und widmete sich fortan vornehmlich dem Tierschutz → Übersicht Filmografie.
Neben ihrer Karriere als Filmschauspielerin war die Bardot – zumindest in Frankreich –  auch als Sängerin populär und spielte vor allem in den 1960er Jahren viele Songs ein; bekannt wurde vor allem das Lied "Harley Davidson" (1967) → mehr bei Wikipedia.
 
Als vehemente Tierschützerin besuchte sie im Januar 1978 eine Sitzung des "Europäischen Parlaments" in Straßburg, bei der über die gnadenlose Robbenjagd diskutiert wurde, aber auch ihr prominenter Name half nicht, das Abschlachten endgültig zu stoppen. Doch in der Folgezeit wurde sie eine der berühmtesten Aktivistinnen für die Rechte der Tiere und gründete 1986 sogar die Stiftung "La Fondation Brigitte Bardot", die sich um die weltweite Durchsetzung der Rechte der Tiere einsetzt. "Was ist aus uns Menschen geworden, dass wir nicht einmal mehr vor Tieren Respekt haben?", lautete die Begründung der überzeugten Vegetarierin und sie ging selbst mit gutem Beispiel voran. Ihre Villa in Saint Tropez verwandelte sich in einen Privatzoo, eine große Summe ihres Geldes überschrieb sie der Stiftung. Dank ihres großen Namens konnte sie auch niemand aufhalten, sowohl die Regierung in Paris als auch die Präsidenten anderer Länder immer wieder zu alarmieren. Ihre Methoden waren dabei oft unkonventionell.

Während ihrer Leinwandkarriere, in der sie das französische Kino weltweit populär machte und mit den größten Filmstars ihrer Zeit wie Jean Gabin oder Alain Delon spielte, waren B.B.s zahlreiche Affären stets für Schlagzeilen gut. 1958 hatte sie eine Romanze mit Sacha Distel (1933 – 2004), einem nicht nur in Frankreich äußerst populärem Sänger. 1959 begann ihre Affäre mit dem zwei Jahre jüngeren Theater- und Filmschauspieler Jacques Charrier1), den sie dann am 18. Juni 1959 in Louveciennes1) heiratete. Aus dieser Ehe ging der am 10. Januar 1960 geborene Sohn Nicolas Charrier hervor, der später ebenfalls Schauspieler wurde. Die Ehe verlief nicht besonders glücklich und wurde von drei Selbstmordversuchen Charriers im August 1960 überschattet. Im gleichen Jahr im September wurde auch die Bardot nach einem eigenen Selbstmordversuch ins Krankenhaus eingeliefert. Nur wenige Zeit später ließ sich das Paar 1962 wieder scheiden; Sohn Nicolas wurde von Charriers Eltern aufgezogen und soll erst als junger Erwachsener den Kontakt zu seiner Mutter intensiviert haben.
Der dritte Ehemann von Brigitte Bardot war der deutsche Playboy und Industrielle Gunter Sachs1) (1932 – 2011), am 16. Juni 1966 feierte man in Las Vegas die rauschende Hochzeit, insbesondere in Deutschland begleitete die Presse diese Liaison mit starker Anteilnahme. Nach nur gut drei Jahren Ehe erfolgte aber dann am 1. Oktober 1969 die Scheidung von Gunter Sachs. 1992 ging die Bardot die vierte Ehe mit dem wohlhabenden Geschäftsmann Bernard d'Ormale ein, mit dem sie bis heute zusammen lebt. Bernard d'Ormale ist ein enger Freund des ehemaligen Parteivorsitzenden des "Front National"1) Jean-Marie Le Pen1) und selbst führendes Mitglied dieser rechtsextremen französischen Partei. Seit den 1990ern steht die Bardot der extremen französischen Rechten (Le Pen) nahe und fällt vor allem in Frankreich mit stark verletzenden Äußerungen gegen Muslime, Einwanderer, Homosexuelle und Arbeitslose auf. Ihr Ehemann Bernard d'Ormale (seit 1992) ist ein führendes Mitglied des Front national. Mehrfach stand sie wegen Anstiftung zum Rassenhass vor Gericht und wurde 2001 (Klage wegen ihrer Äußerungen in ihrem Buch "Ein Schrei in der Stille") und 2004 verurteilt.2)
  
Neben den bereits genannten Ehen und Affären werden Brigitte Bardot Beziehungen mit Schauspielerkollegen wie den Franzosen Jean-Louis Trintignant und Sami Frey1), dem Spanier Gustavo Rojo1), dem Italiener Raf Vallone (1916 – 2002) oder dem US-Amerikaner Warren Beatty nachgesagt. Auch Namen wie die des französischen Sängers Gilbert Bécaud (1927 – 2001) oder des Regisseurs Marcel Camus1) (1912 – 1982) tauchen auf. Legendär und pikant war Brigitte Bardots Beziehung zu Serge Gainsbourg
1) (1928 – 1991), der die Mehrzahl ihrer Chansons schrieb und später auch für das Fernsehen umsetzte. Für sie schrieb er mit "Je t'aime" seine öffentliche Liebeserklärung an sie, die dann durch die Interpretation von Jane Birkin zum skandalumwitterten Welthit wurde.
In dem von Joann Sfar in Szene gesetzten Biopic "Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte"1) (Gainsbourg, vie héroïque), das am 14. Oktober 2010 in die Kinos kam, wird die einstige Leinwand-Ikone Brigitte Bardot von der französischen Schauspielerin Laetitia Casta1) verkörpert.

Im Frühjahr 1980 konnte der TV-Reporter Alain Bougrain-Dubourg die Bardot, die heute ein abgeschottetes und zurückgezogenes Leben in Südfrankreich führt, noch einmal in die Glitzerwelt zurückholen. Er produzierte eine dreiteilige TV-Serie über das Leben des ehemaligen Stars mit Filmausschnitten, Reportagen und Interviews, die von ihr selbst kommentiert wurde. Neben Greta Garbo und Marilyn Monroe zählt die "B.B." zu den Frauen, deren Mythos ein gesamtes Jahrhundert prägte. Die Initialen "B.B." standen lange Zeit für wohlproportionierte, weibliche Formen und deren Reize.
In ihren "B.B. Memoiren", die 1996 veröffentlicht wurden, berichtet die Bardot über ihr Privatleben, über die ängstliche und schüchterne Frau hinter dem Weltstar, über ihre Kindheit und strenge Erziehung. Sie blickt zurück auf das schwierige Verhältnis zu ihrem Sohn Nicolas und auf ihre zahlreichen Liebesbeziehungen; siehe auch den Artikel von Alice Schwarzer1) über die Memoiren der Brigitte Bardot bei www.emma.de sowie die Buchbesprechung bei dieterwunderlich.de.
2003 veröffentlichte Bardot das Buch "Un cri dans le silence" (deutsch: "Ein Ruf aus der Stille. Rückbesinnung und Auflehnung"). Darin warnt sie vor einer Islamisierung Frankreichs und kritisiert die moderne Kunst, die Verweichlichung der Männer, die heutzutage hastig eingenommenen Mahlzeiten (Fast-Food-Kultur) und die damit verbundene Verschlechterung der Ernährung der Franzosen. Ihrem französischen Verlag zufolge war "Un cri dans le silence" das erfolgreichste französische Buch des Jahres 2004. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb über den Inhalt: "Man erkennt die Sprache des Populismus – und man erträgt den Rundumschlag über weite Strecken, weil er mit der niemals zu ruinierenden, charmanten, geistvollen Frechheit des französischen Chansons vorgetragen wird." Die Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft ("Mouvement contre le racisme et pour l'amitié entre les peuples" MRAP) bezeichnete das Buch dagegen als "Lawine aus Schmutz und Hass".3) Die MRAP erstattete Anzeige wegen Aufstachelung zum Rassenhass → www.spiegel.de.
Ihre jüngste, gemeinsam mit Co-Autorin Anne-Cécile Huprelle geschriebene dritte Autobiografie, die Ende Januar 2018 auf den Markt kam, nannte sie "Larmes de combat" ("Tränen des Kampfes") und beschreibt darin nicht nur ihren Kampf zum Wohle Tiere, der sie vor dem "Schwindel des Rampenlichts gerettet" habe, sondern erzählt ihre ganze Lebensgeschichte. Mach eigenen Aussagen soll es ihr letzte Werk als Autorin sein, die Leinwand-Ikone bezeichnet "Larmes de combat" als eine Art literarisches Vermächtnis. "In ihren Memoiren will Bardot nach Angaben ihres Verlags ihre "animalische" Seele offenbaren und ihre "Abscheu" für die Welt kundtun." kann man bei www1.wdr.de lesen. → Literatur von und über Brigitte Bardot bei Wikipedia.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.fembio.org, www.dieterwunderlich.de, www.whoswho.de
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quelle: 2) Wikipedia nach
www.spiegel.de (abgerufen 18.07.2011),  3) Wikipedia (abgerufen 02.09.2018) mit entsprechenden Quellenangaben
Stand August 2018
   
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de (Originaltitel))
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de