Walter Richter
Walter Richter wurde am 3. Mai 1905 in Berlin geboren. Über seinen schauspielerischen Werdegang ist bis Ende der 50er Jahre wenig bekannt, lediglich so viel, dass Richter an verschiedenen Theatern so große Rollen wie "Othello", "Herodes", den "Fuhrmann Henschel" oder den "Postmeister" nach dem Roman von Alexander Puschkin spielte.
Bereits 1937 Jahre taucht sein Name in der Besetzungsliste des Kinofilms "Die Warschauer Zitadelle" auf, in "Morituri" übernahm er 1948 die Rolle des Dr. Leon Bronek und in den 50er und 60er Jahren wirkte er u. a. in verschiedenen Heimatfilmen mit. Meist verkörperte er Gutsbesitzer, Bauern, Wirte oder Väter, wie beispielsweise 1955 in "Dunja", einem Remake des legendären Films "Der Postmeister" mit Heinrich George, war aber auch in Filmen anderen Genres zu sehen wie 1974 in dem Gangsterstreifen "Das Amulett des Todes"1) neben Horst Frank.
  
Auch auf dem Bildschirm sah man ihn ab Ende der 50er Jahre in verschiedensten Produktionen, wie beispielsweise 1958 als Hausierer Schmitz in "Biedermann und die Brandstifter" nach dem Bühnenstück von Max Frisch , 1961 als Phil Hogan in O'Neills "Ein Mond für die Beladenen" oder 1966 mit der Titelrolle in "Volpone oder Der Fuchs" nach der gleichnamigen Komödie von Ben Jonson. In Herbert Reineckers mehrteiligem Straßenfeger "Der Tod läuft hinterher" war Richter 1967 der Monsieur Brassac und in Shakespeares "Was Ihr wollt" ein Jahr später der Junker Tobias.
So richtig populär wurde Richter dann Ende November 1970 als Hauptkommissar Paul Trimmel in der ersten "Tatort"-Folge aus Hamburg, " Taxi nach Leipzig". Zwölf Jahre lang löste Trimmel mit manchmal bärbeißigem Gesichtsausdruck und immer ein wenig rechthaberisch so manchen kniffligen Fall, sein Markenzeichen war die spießige Schieberkappe über den buschigen Augenbrauen wie auch 1980 in "Hände hoch, Herr Trimmel!"1). Am 19. September 1982 löste Walter Richter in "Trimmel und Isolde" seinen letzten Fall und das war zugleich auch sein letzter Bildschirmauftritt. Gelegentlich lieh der Schauspieler seine Stimme auch so berühmten Kollegen wie Jean Marais, Spencer Tracy oder Oscar Homolka.
  
Walter Richter, der zuletzt mit seiner Ehefrau Felicitas in der Schweiz lebte, verstarb am 26. Juli 1985 mit 80 Jahren in Wien.
"Ich habe alle großen Rollen hinter mir, vom Othello über Herodes und Fuhrmann Henschel bis hin zu eben diesem grantelnden Kommissar", erinnerte sich der 77-Jährige noch im Jahre 1982. Damals zählte seine sechs Monate dauernde Theater-Tournee – Richters 16. – mit "Die Katze auf dem heißen Blechdach" noch 121 Stationen. Der "Tatort", das war ein Sahnehäubchen für den emsigen Schauspieler.
(Quelle: prisma-online.de)
 
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Filmografie bei der german.imdb.com
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