1953 wechselte Adorf nach Zürich, setzte sein Studium fort und
engagierte sich auch dort beim Studententheater. Er sammelte dort die erste Bühnenerfahrungen als Statist und Regieassistent,
die er dann am Schauspielhaus Zürich vertiefen konnte. Nur wenig
später brach er dann jedoch das Studium in Zürich ab, um dich endgültig der Schauspielerei zu verschreiben.
Von 1953 bis 1955 ließ er sich in München
an der renommierten Otto- Falckenberg-Schule dementsprechend ausbilden, danach
war er von 1955 bis 1962
Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele,
wo er den prägenden Einfluss durch den Schauspieler Friedrich Domin und vor
allem durch den Regisseur Fritz Kortner erlebte.
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Etwa parallel dazu begann seine Filmkarriere, 1954 debütierte er mit der
kleinen Rolle des Gefreiten Wagner in Paul Mays Kriegs-Trilogie "08/15"
nach dem gleichnamigen Bestseller von Hans Hellmut Kirst und erregte erste
Aufmerksamkeit. Nach Kinoproduktionen wie "Kirschen in Nachbars Garten" (1955) oder
"Robinson soll nicht sterben" (1957, mit Horst Buchholz) erntete
Adorf 1957 den Bundesfilmpreis als "Bester
Nachwuchsdarsteller" für seine eindrucksvolle Verkörperung des einfältigen
Triebtäters Bruno Lüdke in Robert Siodmaks preisgekröntem
Krimi "Nachts, wenn der Teufel kam"1).
Fortan war der klobige Mann mit den markanten Gesichtszügen aus der deutschen und internationalen Filmszene nicht mehr wegzudenken,
wenn ihm auch auch zunächst meist nur Ganoven-Rollen angeboten wurden
wie beispielsweise in den Abenteuern "Der Letzte Ritt nach Santa Cruz" (1963) oder
"Die Goldsucher von Arkansas" (1954).
Foto: © Rainer Binder
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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Als Ende der 50er Jahre in Deutschland das Kinosterben begann, dem
eine drastische Einschränkung der Filmproduktion
folgte, ging Adorf wie viele deutsche Schauspieler nach Hollywood; nicht
zuletzt auch deshalb, um dem in Deutschland festgelegten "Kriminellen"-Film-Image zu
entgehen. Adorf erlebte in den USA nicht nur die negativen Ausmaße des
kommerziellen Filmgeschäfts, sondern
rutschte durch seine Rolle in Sam Peckinpahs Western "Major Dundee" (1965)
in ein erneutes Klischee, da er nun auf auf den Typ des Mexikaners
festgelegt wurde. Adorf trägt es inzwischen gelassen, dass er so oft für die polternden Gestalten,
Schurken, Bandenchefs oder gar Mörder wie z. B. in "Winnetou I" (1963) herhalten musste.
Nur wenige Male konnte Adorf sein komödiantisches Talent beweisen, herrlich
sein Ex-Gauner und Boxpromoter Dandy Stiegler in Wolfgang Staudtes "Die Herren mit der weißen Weste"2) (1970)
an der Seite von Martin Held, Walter Giller und Heinz Erhardt.
Seinem Umzug nach Italien in den frühen 60er Jahren wollten ihm damals
viele Fans nicht verzeihen. "Wenn man damals ins Ausland ging, galt
man als eine Art Deserteur", erinnerte Adorf sich. So gestaltete er zwar aktiv
alle wichtigen Entwicklungen des deutschen Films
mit, das Publikum aber gewährte ihm nicht die Anerkennung, von der er träumte.
Ab Mitte der 60er Jahre war Adorf verstärkt in französischen und italienischen Filmen zu
sehen, da dort sein komisches Talent differenzierter angenommen wurde.
In den 70er Jahren überzeugte Adorf in verschiedenen ambitionierten
Kinoproduktionen, so als Diktator Mussolini in Vancinis Polit-Thriller
"Die Ermordung Matteottis" (1973, (Il delitto Matteotti), als
Kommissar Beizmenne in Schlöndorffs Heinrich Böll-Adaption "Die
verlorene Ehre der Katharina Blum"2) (1975) oder als
Alfred Matzerath in der Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel"2) (1979),
ebenfalls von Volker Schlöndorff in Szene gesetzt. Nikos Perakis
besetzte ihn neben Tilo Prückner (als Paganini) mit der zweiten
Titelrolle des "Bomber" in der humorvollen Geschichte
"Bomber und Paganini" (1976):
Die kleinen Gauner Bomber und Paganini haben Pech: Bei einem missglückten
Bankeinbruch werden sie zu Invaliden. Der eine blind, der andere gelähmt,
sind sie fortan aufeinander angewiesen und planen gemeinsam ihren großen
Coup – der freilich im Chaos endet. (…) Stilistische
Unsicherheiten und dramaturgische Mängel werden wettgemacht durch liebevolle
Detailarbeit und virtuose Typenkomik.
(Quelle: www.filmevona-z.de)
Adorf war zu einem vielgefragten Darsteller in deutschen und internationalen
Erfolgsproduktionen avanciert, renommierte Regisseure wie Billy Wilder, Claude Chabrol
oder Fassbinder bedienten sich der vielschichtigen Darstellungskraft des
Charaktermimen. Billy Wilder gab ihm die Rolle des Hotelmanagers in dem
hochkarätig besetzten Drama "Fedora"2) (1978), für Fassbinder stand
er mit der Figur des Baulöwen Schuckert für "Lola"2) (1981) vor
der Kamera, in Claude Chabrols Henry-Miller-Verfilmung "Stille Tage in Clichy" (1990) war
er als geiler Verleger zu sehen.
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Peter Sattmann und Mario Adorf in dem Abenteuer
"Tod oder Freiheit" (1977)
Regie und Buch: Wolf Gremm
Foto mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
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Die Highlight in Adorfs Kino-Filmografie lassen sich kaum alle aufzählen, 1996/97 übernahm
er gleich in drei Kinofilmen die Hauptrollen:
In Peter Zinglers amüsanter Komödie "Alles nur Tarnung" (1996) mimte er
den Knastbruder und Vater von Harry alias Ben Becker, in dem
von Bernd Eichinger produzierten Thriller "Fräulein Smillas
Gespür für Schnee"2) (1997) war er der Kapitän Lukas. In Helmut Dietls
Satire "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem
schlief"2) (1997) begeisterte er das Publikum als italienischer
Ristorante-Besitzer Rossini.
Ein Jahr später erlebten die Kinozuschauer Adorf in Gernot Friedls
satirischem Thriller "Alle für die Mafia"1)
als ehrenwerten Don Michele aus
Sizilien, der sich irgendwo im Norden Italiens zur Ruhe setzen will und 2001
sah man ihn als Jochen Epstein neben Günter Lamprecht und Bruno Ganz in Urs Eggers
bewegendem Drama "Epsteins Nacht"1)
auf der Leinwand, einem Film um Schuld und
Vergebung im Schatten des Holocausts. 2005 mimte Adorf einen
Weihnachtsmann in der Familienkomödie "Es ist ein
Elch entsprungen", von Ben Verbong in Szene gesetzt nach dem gleichnamigen Roman von Andreas Steinhöfel.
Am 13. Januar 2008 hatte die Verfilmung des Jugendbuchklassikers "Die
Rote Zora und ihre Bande" in Hamburg Premiere, neben den Protagonisten Linn Reusse (Zora) und
Jakob Knoblauch (Branko) überzeugt Adorf als alter Fischer Gorian, in weiteren prägnanten Nebenrollen
sieht man Ben Becker (Kaufmann Karaman) und Dominique Horwitz (Bürgermeister
Ivekovic). Peter Kahane hatte das von Kurt Kläber (1897 1959) 1941 unter dem Pseudonym Kurt Held
veröffentlichte Abenteuer auf die Leinwand gebracht, erzählt wird die
Geschichte von Waisenkindern aus dem kroatischen Küstenstädtchen Senj.
Am Rand der Gesellschaft lebend, schließen sie sich unter der Führung
eines Mädchens zusammen, das wegen seiner roten Haare "rote Zora"
genannt wird. Die Bürger der Stadt behandeln die mittellosen Kinder wie
Ausgestoßene. Wilde Streiche sind die Reaktionen der Truppe. Um zu überleben,
werden die Kinder zwar kriminell, doch innerhalb ihrer Gemeinschaft halten
sie sich an feste Regeln. Ihr oberstes Gebot heißt Solidarität. Sie
selbst nennen sich Uskoken. Der Einzige, der sich mit ihnen verbunden fühlt,
ist der alte Fischer Gorian. Ihm helfen die Kinder, sich gegen die großen
Fischfanggesellschaften durchzusetzen. (Quelle: Wikipedia)
Fast eine Statistenrolle übernahm der große Mario Adorf (ganz uneitel)
in Detlev Bucks neuem Film "Same
Same But Different"2) (Kinostart: 21.01.2010). In der
Romanverfilmung "Grapes of Hope" des Autors Fakir Baykurt wird
er dann neben Baki Davrak wieder mit einer Hauptrolle zu sehen sein. Die
von der Filmstiftung NRW geförderte deutsch-französisch-rumänische
Ko-Produktion erzählt die Geschichte eines deutsch-türkischen Lehrers, der in einem rumänischen Dorf
unterrichtet; die Dreharbeiten beginnen Anfang 2010.
Adorfs Fernsehauftritte lassen sich ebenfalls sehen, die Liste seiner
Figuren, die er hier verkörperte, ist lang. Schon 1966 beeindruckte er die Fernsehzuschauer
unter der Regie von Rolf Hädrich als "Matti" in der ZDF-Produktion des Bertolt Brecht-Stückes
"Herr Puntila und sein Knecht Matti", doch erst seit den 80er Jahren ist
er regelmäßig mit faszinierenden Figuren auf dem Bildschirm
präsent. In der ebenfalls vom ZDF produzierten, von Tom Toelle nach dem
Bestseller von Knittel in Szene gesetzten Mehrteiler "Via Mala" (1985), bewegte er das Publikum durch seine
Darstellung des grausamen, trunksüchtigen Vaters Jonas Lauretz; für diese schauspielerische
Leistung erhielt Adorf 1986 den
Darstellerpreis des Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure. 1991 drehte er in
Venezuela den französischen Mehrteiler "Die Abenteurer vom Rio Verde", der auch im
deutschen Fernsehen lief. Adorf spielte einen deutschen Honorarkonsul, der
in Südamerika gegen die Mafia und die Zerstörung des Regenwaldes kämpft.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Mit allen Wasser gewaschen präsentierte sich Adorf 1992 in dem überragenden
Wedel-Vierteiler "Der große Bellheim"1). Hier
glänzte er mit der Titelrolle des Kaufhausbesitzers Peter Bellheim, einen Patriarchen von altem Schrot und Korn, der sich eigentlich
schon nach Spanien zurückgezogen hatte, aber schließlich voller Elan nach Deutschland
zurückkehrt, um sein ins Schlingern geratenes Unternehmen zusammen mit
dem Oldie-Trio Dr. Erich Fink alias Heinz Schubert, Herbert Sachs alias Will Quadflieg
und Max Reuther alias Hans Korte vor dem Ruin zu retten.
Eine Paraderolle für den Schauspieler Adorf
wurde hierfür u. a. mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold geehrt. Ein weiterer
Mehrteiler von Wedel, "Der Schattenmann"2) lief im Januar 1996 mit großem Erfolg im
Fernsehen; hier verkörperte Adorf den Jan Herzog, einen Drahtzieher des organisierten Verbrechens in Frankfurt,
und wurde für seine Leistung zusammen mit Heinz Hoenig und Günter Strack
mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2002 folgte Wedels
sechsteilige Gesellschaftssatire "Die Affäre Semmeling"2),
die
Fortsetzung des 1976 gedrehten Mehrteilers "Alle Jahre wieder Die Familie
Semmeling"; Adorf beeindruckte hier als heimlicher Machthaber im Rathaus
Walter 'Beton-Walter' Wegener.
1996 beispielsweise hatte man Adorf mit der Titelrolle des
Ermittlers Jo Tresko in dem international besetzten SAT.1-Dreiteiler
"Tresko" von Hartmut Griesmayr sehen können, 1998 als
Pater Zeffirino in dem Krimi "Mord im Kloster" und 1999 mit
der Titelrolle in Matti Geschonnecks sensiblem TV-Film "Comeback für Freddy Baker"1).
2000 war er
der Großvater in "Der Kleine Lord", 2003 sah man ihn in
dem Mehrteiler mit Senta Berger in der Titelrolle "Die Schnelle
Gerdi und die Hauptstadt".
Foto: Alec Guinness und Mario Adorf, der neben Guinness als alterndem Geheimagent George Smiley
in dem TV-Mehrteiler "Smiley's Leute" (1982, "Smiley's People")
eine Hauptrolle spielte (siehe auch www.fernsehserien.de).
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Eine schöne Rolle war auch die des
fürsorglichen Onkels Carlo Scalli in dem packenden, zweiteiligen Familiendrama
"Vera Die Frau des Sizilianers", das Ostern 2005 ausgestrahlt
wurde und von Joseph Vilsmaier in Szene gesetzt worden war. In der anrührenden Geschichte einer dramatischen
Liebe zwischen der deutschen Verkäuferin Vera Kienzle (Lara Joy Körner) und dem
charmant-unbekümmerten Sizilianer Gaetano Scalli (Gunther Gillian),
die nach einer authentischen Geschichte in den 60er Jahren entstanden war,
mimte Adorf das einflussreiche und "ehrenwerte" Oberhaupt des
sizilianischen Familienclans Scalli, der seinem Neffen beruflich unter die
Arme greift, als dieser mit seiner Familie in seine Heimat Catania
zurückkehrt. Als Gaetano in die dunklen Geschäfte der Mafia verwickelt
wird, wird auch Onkel Carlo Opfer der sizilianischen Vendetta.
Nach dem von Volker Schlöndorff realisierten Fernsehfilm "Enigma eine uneingestandene Liebe"2) (2005), basierend
auf dem Drama "Variations Enigmatiques" von Éric-Emmanuel Schmitt, das Schlöndorff zuvor mit
den einzigen beiden Darstellern Mario Adorf (Abel Znorko) und Justus von Dohnányi
(Erik Larsen) am Renaissance-Theater in Berlin inszeniert hatte, wurde am 30. März 2006
im ZDF anlässlich des ersten Todestages von Papst
Johannes Paul II. das Dokudrama "Karol Wojtyla Geheimnisse
eines Papstes"2) ausgestrahlt, welches die wichtigen Stationen aus dem
Leben Karol Wojtylas aufzeigt. Unter der Regie von Gero von Boehm,
der prominente Zeitzeugen wie den früheren sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow
und den Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl zur Wort kommen lässt, spielte
Devid Striesow den jungen Karol Wojtyla, Michael Mendl verkörperte
den charismatischen, außergewöhnlichen Pontifex. Mario Adorf war hier mit
der fiktiven Figur des Vatikan-Gärtners Peppino Mancuso vertreten und zeigte mit dieser Nebenrolle
einmal mehr seine Affinität zu einfachen, menschlichen Figuren. Adorf sagte
in einem Interview unter anderem: Mancuso ist ein Mann aus dem Volk,
ein ganz normaler italienischer Katholik, und wenn er
"seinem" Papst begegnet, ist das natürlich jedes Mal ein Ereignis.
Eine Situation, die interessant zu spielen ist. Der Gärtner erstarrt nicht
in Respekt, sondern ist sehr offen. Er ist ein Familienvater mit allen kleinen
und großen Sorgen, die dazugehören. Seine Tochter hat Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen,
und will eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen. Der Papst, den er um Rat fragt,
ist natürlich dagegen und Mancuso bleibt ratlos zurück.
(Quelle: www.zdf.de)
Nach längerer Fernsehabstinenz sah man Adorf dann Ende April 2007 mit einer
Paraderolle auf dem Bildschirm: In dem von Regisseur Carlo Rola spannend in
Szene gesetzten dreiteiligen "Rosa Roth"-Special "Der Tag wird kommen"2),
das anlässlich des zehnjährigen TV-Dienstjubiläums der charismatischen Kriminalhauptkommissarin
alias Iris Berben ausgestrahlt wurde, mimte Adorf einen international agierenden
Superschurken, den profitgierigen Waffenhändler Willem van Kleve, der
skrupellos über Leichen geht man hätte sich keinen besseren Gegenspieler
für die eigenwillige Ermittlerin Rosa Roth wünschen können.
Ein knappes Jahr später, am 24. März 2008, tauchte Adorf in dem von Dieter Kehler für das ZDF nach dem
gleichnamigen Bestseller von Rebecca Ryman (Pseudonym der 2003 in Kalkutta
verstorbenen indischen Autorin Asha Bhanjdeo) inszenierten Melodram "Wer Liebe verspricht"
in der Maske des Sir Joshua Templewood auf. In dem in der Kolonialzeit Indiens
vor farbenprächtiger exotischer Kulisse spielenden Liebesgeschichte geht es
um die junge, fortschrittlich denkende Amerikanerin Olivia O'Rourke (Eva Habermann),
die unter der Obhut der Familie mütterlicherseits an einen gutsituierten Mann gebracht
werden soll. Gudrun Landgrebe mimt die Tante Lady Bridget Templewood, Adorf
deren Gatten bzw. Onkel der Protagonistin, der in allerlei zwielichtige
Geschäfte verwickelt zu sein scheint und vor allem seinen Erzfeind Jai Raventhorne (Erol Sander), den
illegitimen Sohn eines Engländers und einer
Inderin, erbittert bekämpft
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Zuvor hatten die Kinogänger die markante Stimme Adorfs in dem
Zeichentrickfilm "Kleiner Dodo" hören können. Der Streifen,
welcher am 1. Januar 2008 startete, entstand nach der Buchvorlage
"Kleiner Dodo, was spielst du?" (1995) von Hans de Beer und Serena Romanelli
und erzählt die Geschichte des kleinen Orang-Utan-Jungen Dodo, der im Dschungel ein
"Dingsbums" entdeckt, das sich als Geige entpuppt. Weil ihm die
gestrengen Eltern den Umgang mit Menschensachen strikt verbieten, übt er heimlich in der Höhle des
alten, als verrückt verschrienen Orang Utans Darwin genial gesprochen von
Mario Adorf.
Foto: © Eugen Haller
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Eugen Haller zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Eugen Haller; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Eugen Haller zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Eugen Haller; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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Abgedreht hat Adorf den neuen, aufwendigen ZDF-Zweiteiler mit dem Titel "Das
Geheimnis der Wale", wo er neben Veronica Ferres und Christopher Lambert
vor der Kamera stand. Er spielt den Professor Johannes Waldmann, Vater von Anna
(Veronica Ferres), die mit ihrer 15-jährigen Tochter Charlotte von Berlin zu
ihrem Vater nach Neuseeland fliegt. Obwohl sie sich lange nicht gesehen
haben, hofft sie auf eine Aussprache mit ihm und seinen positiven Einfluss auf
ihre Tochter, die auf die schiefe Bahn zu geraten droht. Waldmann arbeitet als
Walforscher im Auftrag der örtlichen Behörden an einem Gutachten, von dessen
Aussage die Entscheidung abhängt, ob ein großer Energiekonzern vor der
neuseeländischen Küste mittels Reflexionsseismik nach Gas suchen darf. Als
Annas Vater durch einen vermeintlichen Unfall ums Leben kommt, stellt Anna
gemeinsam mit dem Außenseiter Chris (Christopher Lambert) Nachforschungen an.
Dabei gelingt es ihr, einen ungeheuren Umweltskandal aufzudecken.
Ausgestrahlt wurde das ZDF-Umweltdrama, das bis Anfang 2009 in Südafrika und in Neuseeland gedreht
wurde, erstmals am 3. und 4. Januar 2010 (siehe auch Wikipedia
sowie prisma-online.de).
Zur Zeit entsteht für die ARD unter der Regie von Michael Steinke der
Zweiteiler "Der letzte Patriarch" (Arbeitstitel) über eine
Lübecker Marzipandynastie; Adorf hat die Rolle des Marzipanfabrikanten Konrad Hansen übernommen.
Die Ausstrahlung ist laut Presseberichten zum 80. Geburtstag des Schauspielers im September 2010
geplant (siehe auch www.mdr.de).
Während seiner Film- und Fernseharbeit war der große Charaktermime,
dessen Figuren nie eindimensional sind, immer
wieder auf der Bühne zu erleben und auch dort setzte er Maßstäbe: Er spielte beispielsweise schon früh
an den Münchener Kammerspielen in Anouilhs "Die Lerche" oder in Pirandellos
"Sechs Personen suchen einen Autor, Ende der 50er Jahre sah man Adorf
dort in "Die Schule der Diktatoren" nach Erich Kästner. In den
60ern verkörperte er unter Paul Verhoeven den Stanley Kowalski in Tennessee Williams
"Endstation Sehnsucht", 1976 interpretierte er den "Figaro" in Beaumarchais'
"Der tolle Tag" und 1979 beispielsweise wurde ihm für seine
Titelrolle in
"Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" der Große Hersfeld-Preis
verliehen. 1980 gab er in Bad Hersfeld den "Othello" in Shakespeares
gleichnamigen Stück, 1995 spielte er an der Volksoper Wien im Musical
"Kiss me Kate" den Petruchio bzw. den Fred und 2002 sah man ihn als berühmten Schriftsteller
in "Der Mann des Zufalls" am Renaissance Theater Berlin. Ebenfalls im
Jahre 2002 war er bei den Nibelungen-Festspielein Worms neben Maria Schrader, Uwe Friedrichsen und Andre Eisermann
der Hagen von Tronje in der Neufassung des Nibelungenlieds, einem Stück des deutscher Nachwuchsdramatikers
Moritz Rinke, der zusammen mit Dieter Wedel auch Regie führte; ein Jahr
später sprach Adorf bei den Nibelungen-Festspielen 2003 den Prolog.
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Das Foto, welches bei den Dreharbeiten zu "Pizza
Colonia" (1991) in Köln entstand, wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik
zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
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Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang, Beweis für Adorfs
außergewöhnliche Darstellungskraft und ungeheure Popularität. Neben den bereits erwähnten Preisen
konnte der Schauspieler zwei Mal den begehrten "Bambi" nach Hause
tragen. So 1978 als "Beliebtester Schauspieler des Jahres" und am
30. November 2006 in der Kategorie "Kultur". Die "Goldene Kamera" und
den "Telestar" erhielt er 1993 für "Der große Bellheim",
im gleichen Jahr ehrte man seine Leistungen mit dem Bundesverdienstkreuz .
Weitere Preise sind beispielsweise die "Carl-Zuckmayer-Medaille" (1996),
der "Karl-Valentin-Orden" (1997), der "Bayerische
Filmpreis" (2000, Ehrenpreis für sein Lebenswerk) und der "Siegfried-Lowitz-Preis" (2003).
Das "Große Bundesverdienstkreuz" wurde Adorf 2001 verliehen, 2003 folgte
der "Bayerische Verdienstorden" und 2005 der
"Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz". In der Ende November 2006 vom ZDF
ausgestrahlten Sendung "Unsere Besten Lieblingsschauspieler"
wählten die Zuschauer den Mimen nach Heinz Rühmann und vor Romy Schneider
auf den zweiten Platz.
Eine weitere, außergewöhnliche Ehrung wurde dem großen Mimen Anfang 2009
zuteil: Bereits Ende Oktober 2008 gab der Aachener Karnevalsverein (AKV) bekannt, dass Adorf
in der Session 2008/2009 den "Orden wider den tierischen Ernst"
erhalten werde. Der Orden werde ihm für "Mutterwitz, Humor, Charme, seine Beliebtheit
durch alle Bevölkerungsgruppen hindurch und eine Portion Schlitzohrigkeit"
verliehen, sagte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Horst Wollgarten. Die
Auszeichnung konnte der 78-Jährige am 7. Februar 2009 während
der Festsitzung im Aachener "Eurogress" entgegennehmen. Die
Verleihung des traditionellen Ordens zum 150. Bestehen des Aachener Karnevalsvereins,
der seit 1950 Persönlichkeiten ehrt, die sich durch Individualität, soziales Engagement und Witz,
aber vor allem durch Humor und Menschlichkeit auszeichnen,
übertrug die ARD in einer Aufzeichnung zwei Tage später am 9. Februar.
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Auch im vorgerückten Alter lässt sich Adorf mitunter noch gern mit bis zum
Bauchnabel offenem Hemd fotografieren, und täglich stutzt er millimetergenau
seinen grau gewordenen Stoppelbart zurecht, der seinem Gesicht etwas von der
Verwegenheit eines Fischerjungen und der Verruchtheit eines Mafioso gibt. Er
ist weißhaarig geworden, gewiss, doch immer noch liebt er die Rolle des
Charmeurs, und er spielt sie glänzend. Der Schauspieler und seine französische
Frau Monique Faye, eine attraktive Blondine und Adorfs große Liebe seit
vielen Jahrzehnten, wohnten viele Jahre abwechseln in Rom und Paris;
seit einiger Zeit hat das Paar Frankreich, die Heimat seiner Frau Monique,
zum alleinigen Wohnsitz gemacht. 1985 heiratete
Adorf die Arzttochter aus Saint-Tropez, nach dem sie 17 Jahre zusammen
gelebt hatten. Mario Adorfs Tochter Stella aus seiner ersten Ehe mit
Regisseurin Lis Verhoeven, von der er 1964 geschieden wurde, ist längst
erwachsen.
Foto: © Eugen Haller
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Eugen Haller zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Eugen Haller; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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Adorf gilt als ein Lebemann, der den Genuss und die Künste schätzt. "Ich hätte mich auch
immer gern als Bildhauer gesehen", erzählte er einmal. In Rom sitzt er
oft stundenlang bei Mozartmusik in seiner Werkstatt und modelliert mit
Ton oder pinselt Aquarelle. Vieles ist in den Anekdoten aus seinem Leben nachzulesen:
"Der Mäusetöter". Das Geheimnis seiner physischen Präsenz,
seiner inneren Leuchtkraft hat er einmal in einem Interview verraten: "Man muss ein
magnetisches Kraftfeld aufbauen. Und als Schauspieler in der Lage sein,
dem Publikum seinen eigenen Herzschlag mitzuteilen. Ja, fast aufzudrängen."
So sieht er sich am liebsten: als Geschichtenerzähler, als Schauspieler mit Leib und Seele,
der sein Publikum beherrscht.
1992 stellte er mit dem autobiographischen "Der Mausetöter Unrühmliche
Geschichten" auch sein schriftstellerisches Talent unter Beweis.
Weitere Bücher folgten und zeigten: Mario Adorf beherrscht die große Kunst
der Pointe, seine Erzählungen fesseln, bringen zum lachen und unterhalten wunderbar.
Mit seinen "manchmal wahren, manchmal erfundenen, aber immer spannenden und amüsanten
Geschichten" in "Der römische Schneeball" (erschienen 2000),
"Der Mäusetöter", "Der Dieb von Trastevere"
oder "Der Fenstersturz" entführt Mario Adorf das Publikum schnell in
die Welt der kleinen und großen Gauner Italiens, in die manchmal skurrile Atmosphäre
der Filmfestspiele von Cannes oder gar in den Dschungel Südamerikas.
Auch als Chanson-Sänger machte sich Adorf inzwischen einen Namen.
Im Oktober 1996 erschien seine CD "Schön böse" mit Kreisler-Liedern, u. a. aus
seinem Soloprogramm
"Al dente". Im September 2005 nahm Mario Adorf dann mit seiner Jubiläumstournee
"Da Capo, Mario" Abschied von der Bühne.
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Heute ist Adorf einer der erfolgreichsten deutschen Stars, der
gleichermaßen im Kino und Fernsehen mit Vorliebe großformatige Paten,
Ganoven und Politschurken verkörpert. Als Prolet mit der Möbelpackerfigur
boxte er sich durch die Hinterhofmilieus des deutschen Nachkriegsfilms.
Unrasiert, im Unterhemd und mit Schiebermütze sah er am besten aus. Später
trugen seine Ganoven dunkle Anzüge und Lackschuhe, bekamen seine Schurken
Farbe und Format. De Star konterkarierte diese Typen durch sein clowneskes Temperament,
das seine schwarzen Charaktere in Helden mit Witz und Verstand umbiegt.
Foto: © Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Bernd Schaller zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Bernd Schaller; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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