Jürgen Prochnow wurde am 10. Juni 1941 als Sohn eines Ingenieurs in Berlin geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Düsseldorf und begann nach dem Abitur eine Banklehre, schon als Schüler stand er als Statist auf der Bühne des "Düsseldorfer Schauspielhauses". Dann entschied er sich Schauspieler zu werden und absolvierte zwischen 1963 und 1966 ein dementsprechendes Studium an der renommierten "Folkwang-Schule" in Essen. Sein Bühnendebüt gab er in Osnabrück, weitere Engagements führten ihn nach Aachen und Heidelberg sowie ab 1971 nach Bochum, wo er bis 1976 dem Ensemble des Schauspielhauses unter der Leitung von Peter Zadek angehörte; danach arbeitete Prochnow als freier Schauspieler. Prochnow glänzte in vielen klassischen Theaterstücken, wurde beispielsweise für seine Darstellung des Franz Moor in Schillers "Die Räuber" 1979 von der Zeitschrift "Theater heute" zu einem der "Schauspieler des Jahres" gewählt.

Seit 1970 wirkte Prochnow in verschiedensten TV-Produktionen mit, die Fernsehzuschauer sahen ihn erstmals in dem Stück "Unternehmer" auf dem Bildschirm, 1971 folgte das Ruhrgebietsdrama "Zoff", 1972 "Knast" und mit der Rolle des Franz Sass in "Auf Befehl erschossen – Die Brüder Sass" hatte sich Prochnow im gleichen Jahr endgültig auf dem Bildschirm etabliert.
 

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Jürgen Prochnow 01; Copyright Virginia Shue
Jürgen Prochnow 02; Copyright Virginia Shue Gleichzeitig begann auch seine Kinokarriere: Wolfgang Petersen betraute ihn 1973 in seinem Erpresser-Drama "Einer von uns beiden"1) mit der Rolle des erpresserischen Studenten Bernd Ziegenhals, bereits ein Jahr später beeindruckte Prochnow mit der Titelfigur in Reinhard Hauffs "Die Verrohung des Franz Blum"2) auf der Leinwand. In Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung "Die Verlorene Ehre der Katharina Blum"2) sah man ihn 1975 als den von der Polizei gesuchte Deserteur Ludwig Götten, 1977 übertrug ihm Petersen die Rolle des schwulen Schauspielers Martin Kurath in dem Homosexuellen-Drama "Die Konsequenz"2). 1981 gelang Prochnow der internationale Durchbruch als "Der Alte" Kapitän Henrich Lehmann-Willenbrock an der Seite von Herbert Grönemeyer und Klaus Wennemann in Wolfgang Petersens hochgelobten Kriegsdrama "Das Boot"1) und wurde für seine Leistung unter anderem mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet.
Von da an wurde der Mann mit den markanten Gesichtszügen auch in unzähligen Hollywood-Streifen besetzt, war jedoch anfangs überwiegend auf die Rolle des Bösewichts oder den "harten Kerl" festgelegt. Hollywood nutzte die Darstellungskraft Prochnows in hochkarätigen Action-Filmen, gab ihm jedoch auch die Gelegenheit, sensible, hochgradig emotionale Figuren zu verkörpern.
 
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In Michael Manns Thriller "The Keep"2) (Die unheimliche Macht) agierte er 1983 als Kapitän Klaus Woermann, in Anthony Pages tragischen Romanze "Forbidden" (Versteckt), der Geschichte eines jüdischer Schriftstellers, der die Nazizeit im Haus einer Gräfin zu überleben versucht, sah man ihn ein Jahr später mit der Hauptrolle des Fritz Friedländer an der Seite von Jacqueline Bisset; im gleichen Jahr war er der "Bulle" in dem Thriller "Der Bulle & das Mädchen"2). In Michael Verhoevens Actionfilm "Killing Cars"2) übernahm er 1985 die Rolle des Entwicklungsingenieurs Ralph Korda und hatte Senta Berger zur Partnerin, in "The Seventh Sign"2) (Das siebte Zeichen) spielte er 1988 neben Demi Moore und Michael Biehn den mysteriösen Untermieter David Bannon. Neben Marlon Brando und Donald Sutherland überzeugte er 1989 als Captain Stolz in dem Polit-Thriller "Weiße Zeit der Dürre"2) (A Dry White Season), einem Film, der sich kritisch mit der Apartheidpolitik in Südafrika auseinandersetzt, und in John Frankenheimers Kriegsdrama "The Fourth War"2) (Powerplay) sah man ihn 1990 als Oberst Valachev, der sich mit dem Chef der amerikanischen Grenztruppe Colonel Knowles alias Roy Scheider einen erbitterten Kampf liefert. Im gleichen Jahr spielte Prochnow den "Skipper"2) in Peter Keglevics gleichnamigen Abenteuerfilm und beeindruckte mit der Rolle des Polit-Journalisten Günter Wallraff in Bobby Roths "The Man Inside – Tödliche Nachrichten"2).

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Jürgen Prochnow 03; Copyright Virginia Shue
In John Irvins "Robin Hood – Ein Leben für Richard Löwenherz"2) mimte er 1991 den fiesen Hood-Widersacher Sir Miles Folcanet, in Colin Budds' Action-Drama "Hurricane Smith" war er 1992 der Charlie Dowd neben Carl Weathers in der Titelrolle und im gleichen Jahr mit der Hauptrolle des Phillips in Michael Cohns "F-117 A Stealth-War"2) (Interceptor) zu sehen. Für Werner Mastens "Die Wildnis" übernahm er 1993 die Hauptrolle des Polizisten Brenner, der in einem entlegenen Gebirgsdorf eine mysteriöse Mordserie aufklären soll, stand für Jack Golds spannende Politskandal-Verfilmung "Der Fall Lucona"1) als ehrgeiziger Journalist Hans Strasser vor der Kamera und 1995 beispielsweise erlebte man ihn in dem Horrorstreifen "Die Mächte des Wahnsinns"2) (In the Mouth of Madness) als Bestseller-Autor Sutter Cane, der von dem Versicherungsdetektiv John Trent alias Sam Neill gejagt wird. 
 
Bis Ende der 1990er Jahre folgten Rollen in zahlreichen weiteren Kinofilmen, wie beispielsweise 1996 die des Major Muller in "Der englische Patient"2), 1997 die Hauptrolle in "The Fifth Freedom" oder 1998 die des Paul Konen in dem Konsalik-Krimi "Liebe im Schatten des Drachen".
2000 agierte Prochnow mit der Hauptrolle des Colonel Barret McKay in dem Actionfilm "Codename: Elite", 2001 als Andrus Bukarin in dem Spionagethriller "The Last Run" neben Armand Assante und Ornella Muti sowie als Klinikarzt Dr. Fallon in dem Horrorstreifen "Dark Asylum"2) neben Paulina Porizkova und Judd Nelson. In Uwe Bolls "Heart of America"2) spielte er 2003 die Hauptrolle des Harold Lewis, in Paul Hills' Melodram "The Poet"1)  war er der ketterauchende Inspektor Vashon, der Profikiller Andrei Loisin (Dougray Scott), genannt "The Poet" gnadenlos verfolgt. Zu Prochnows jüngeren Filmen gehört "Baltic Storm"1) (2003), der tragischen Geschichte um den Untergang der Ostseefähre "Estonia"; hier agierte er an der Seite von Greta Scacchi als fiktiver Überlebender und Rechtsanwalt Erik Westermark, der sich mit einer Journalistin aufmacht, um die Hintergründe des schwersten Schiffsunglücks der Nachkriegsgeschichte zu klären. In Charlotte Brandstroms Historienabenteuer "Julie, Chevalier de Maupin"1) (2004, Julie – Agentin des Königs) mimte er den Baron de Hengen, weitere Rollen hatte Prochnow in dem eher anspruchslosen Horror-Streifen und Olaf Ittenbach-Splatter "Chain Reaction"2) (2006, Außer Kontrolle) sowie in dem Abenteuer "The Celestine Prophecy"1) (2006), das Armand Mastroianni nach der 1993 veröffentlichten und millionenfach verkauften Novelle "Die Prophezeiungen von Celestine" von James Redfield in Szene gesetzt hatte. Mit von der Partie war Prochnow auch in Ron Howards hochgelobtem, mit vielen Preise versehenen Thriller "The Da Vinci Code"2) (2006, The Da Vinci Code – Sakrileg) nach Dan Browns Bestseller "Sakrileg" mit den Hollywoodstar Tom Hanks und Jean Reno; hier agierte Prochnow mal nicht als Bösewicht, sondern als Schweizer Bankdirektor André Vernet im feinen Nadelstreifenanzug.
Danach stand er für Jay Chandrasekhars Oktoberfest-Komödie "Beerfest"2) (2006, Bierfest) vor der Kinokamera, sowie für Michael Katlemans Abenteuer "Primeval"2) (2007, Die Fährte des Grauens), wo er einen Großwildjäger mimte. Es folgten unter anderem die Rolle des deutschen Kaufmanns John Rabe2) in dem mit Spielszenen durchsetzten US-amerikanischen Dokumentarfilm "Nanking"2) (2007).
Eine weitere Produktion mit Prochnow ist unter anderem die von seiner Ehefrau für das Kino inszenierten Satire "Ohne Gnade"1). In dem Regiedebüt von Birgit Stein, die auch das Drehbuch verfasste und als Co-Produzentin fungiert, sieht man ihn neben Publikumsmagneten wie Christoph M. Ohrt, Gedeon Burkhard, Jan Fedder, Rolf Zacher oder Helge Schneider; Kinostart war der 2. Mai 2013. Das Kinodrama "The Absinthe Drinkers" von Regisseur John Jopson, in dem Prochnow den Profi-Killer Hans von Rach mimt, wurde bereits für 2014 angekündigt, der Start ist jedoch weiterhin offen → www.filmstarts.de sowie www.absinthedrinkers.com.
In dem Actionstreifen "Hitman: Agent 47"2) (2015), gedreht nach der Computerspielserie "Hitman"2), tauchte Prochnow mit einer Nebenrolle auf, ebenso in dem Drama "Remember"2), in dem Oscar-Preisträger Christopher Plummer als zunehmend dementer Holocaust-Überlebender Zev Gutman brilliert, der zusammen mit seinem an den Rollstuhl gefesselten Freund Max Rosenbaum (Martin Landau) den Entschluss fasst, den Mann zu töten, der in Auschwitz ihre Familien ermordet hatte Dieser SS-Mann Otto Walisch konnte unter dem falschen Namen Rudy Kurlander in Nordamerika untertauchen. Als Problem erweist sich, dass es vier Männer unter dem Namen Kurlander gibt, unter anderem dargestellt von Bruno Ganz, Jürgen Prochnow und Heinz Lieven. Die Geschichte, welche der vielfach ausgezeichnete kanadische Regisseur armenischer Abstammung Atom Egoyan erzählt, ist nicht nur wegen seiner Hauptdarsteller sehenswert, thematisiert er doch "in einer raffinierten, der Geschichtsschreibung nicht unbekannten Wendung das Thema Täter und Opfer neu. Was bleibt, ist das Offenlegen der Macht der Verdrängung." schrieb die "Stuttgarter Nachrichten": Kinostart in Deutschland war der 31. Dezember 2015 → www.filmstarts.de, www.deutschlandradiokultur.de, www.epd-film.de, www.fbw-filmbewertung.com.
Am 14. Januar 2016 kam dann der Psychothriller "Die dunkle Seite des Mondes"2) in die Kinos, gedreht nach dem gleichnamigen Roman2) von Bestseller-Autor Martin Suter. Hier präsentiert sich Prochnow als durchtriebener, eiskalter Geschäftsmann Pius Ott, der seinen Partner, den erfolgreichen Wirtschaftsanwalt Urs Blank (Moritz Bleibtreu), los werden möchte …
Für den 26. Januar 2017 war die von Robert Thalheim in Szene gesetzte witzige Agentenkomödie "Kundschafter des Friedens"2) angekündigt, in der Prochnow den entführten BND-Agenten Franz Kern mimt. Ausgerechnet der ehemalige DDR-Top-Spions Jochen Falk (Henry Hübchen), den Kern vor über 30 Jahren enttarnte, wird vom BND für eine heikle Mission angeheuert. Aktuell zeigt er sich mit der Titelrolle in dem von Nick Baker-Monteys realisierten Drama "Leanders letzte Reise" (Kinostart: 21.09.2017 → filmportal.de). Der 76-jährige Prochnow überzeugt in diesem Roadmovie bzw. in dieser komplexen und tragischen Geschichte als 92-jähriger, ehemaliger Wehrmachts-Kommandant einer ukrainischen Kosakeneinheit Eduard Leander, der nach dem Tod seiner Frau in die Vergangenheit eintaucht. Begleitet von Enkelin Adele (Petra Schmidt-Schaller) macht er sich auf den Weg in die Ukraine, um dort nach seiner Jugendliebe und seiner eigenen Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier zu suchen.
Zwischen all den großen internationalen Kinoproduktionen tauchte der Star auch immer wieder mal auf dem Bildschirm auf, so 1983 als General Kaplan in dem amerikanischen Abenteuerfilm "Operation Comeback"2) (Love Is Forever) oder 1985 als Adam Berwid in dem Drama "Ich muss sie töten" (Murder: By Reason of Insanity). In der 3-Generationen-Drama "Juwelen des Schicksals" (Jewels) nach dem Erfolgsroman von Danielle Steel sah man ihn beispielsweise 1992 als Joachim von Mannheim und in der Bibel-Verfilmung "Esther"1) (Ester regina di Persia) mimte er 1999 den König Haman. Im gleichen Jahr war er dann auch wieder in Krimis zu sehen, glänzte als Kunstfälscher Jan Vleuten, den man aufgrund seiner Vorliebe für hinduistische Götter auch den "blonden Affen" nennt, in dem gleichnamigen Thriller1), spielte den Quentin Darby in "Flammendes Inferno" (Heaven's Fire) sowie den Hans Hagemann in "Die Millenium-Katastrophe – Computer-Crash 2000". 2002 spielte er an der Seite von Suzanne von Borsodys in dem Entführungsdrama "Davon stirbt man nicht"1) die Rolle des Sicherheitsexperten Everett Burns, ein Jahr später den Arnold Schwarzenegger in der biografischen TV-Verfilmung "See Arnold Run". In jüngerer Zeit war Prochnow in dem RTL-Abenteuer "Die Jagd nach der Heiligen Lanze"2) als Baron von Hahn zu sehen (EA: 01.04.2010).
 
  

Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

DFD-Cover: Der blonde Affe; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
Jürgen Prochnow auf der Berlinale 2010; Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0. Auch in der aus der Krimi-Reihe "Nachtschicht"2) gezeigten Folge "Das tote Mädchen"3) (EA: 22.11.2010) geriet Prochnow als undurchsichtiger Privatbankier Winterstein in das Visier der Ermittler, dargestellt von Barbara Auer, Armin Rohde und Minh-Khai Phan-Thi. Abgedreht hatte er den von Lars Becker in Szene gesetzten Thriller "Amigo – Bei Ankunft Tod"1) und verkörpert darin einmal mehr einen hartgesottenen Typen – den BKA-Beamten Fredo Kovacs, der dem untergetauchten RAF-Terroristen Amigo Steiger (Tobias Moretti) auf den Fersen ist. Seine Premiere feierte der spannende und temporeiche Streifen anlässlich des Hamburger Filmfestes am 2. November 2010, die TV-Erstausstrahlung der mit Tobias Moretti, Jürgen Prochnow, August Zirner, Uwe Ochsenknecht, Florian David Fitz, Kostja Ullmann und Ina Weisse prominent besetzten, vom ZDF produzierten Story erfolgte am 11. März 2011 bei ARTE. Im ZDF kamen die Zuschauer am 10. Oktober 2011 im Rahmen der Reihe "Fernsehfilm der Woche" in den Genuss eines fesselnden Fernsehabends. Für den nach seinem Roman "Amigo" inszenierten Film erhielt Lars Becker4)am 11. März 2011 den "Sonderpreis für herausragende Einzelleistung" anlässlich der Verleihung des "Deutschen Fernsehkrimipreises"2).
Wenig später stattete er nach langen Jahren dem "Tatort" wieder einen Besuch ab; bereits 1973 hatte er unter der Regie von Wolfgang Petersen in dem Krimi "Jagdrevier"2) als Häftling Dieter Brodschella eine tragende Rolle übernommen, 1977 folgte die Geschichte "Das Mädchen von gegenüber"2) mit dem Part des Lehrers Klaus Linder. Am 30. Mai 2010 mimte er dann in dem von Florian Baxmeyer inszenierten Tatort "Schlafende Hunde"2) den zwielichtigen Hans Rodenburg, Geschäftsmann mit DDR-Vergangenheit, der in das Visier der Bremer Ermittler Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) gerät. 
 
Jürgen Prochnow auf der Berlinale 2010
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi)
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Seit der 8. Staffel spielt Prochnow überdies den Mafiaboss Sergei Bazhaev in der amerikanischen TV-Serie "24"2). 2010 sah man ihn in zwei Episoden der Krimiserie "Navy CIS: L.A"2). Ende August 2011 begannen in Hamburg und Umgebung die Dreharbeiten zu dem ZDF-Film"Die Schuld der Erben"3), wo er neben Protagonistin Lisa Martinek in der tragenden Figur der Clara Billius-Asmussen sowie Otto Sander als Leonhard Asmussen, Patriarch der ins Schlingern geratenen Werften-Dynastie Asmussen, alsReeder und (vermeintlicher) Freund der Familie Kurt Hanson auftrat. "Sie erzählen eine Geschichte um Liebe und Hass, Vertrauen und Verrat, Schuld und Sühne – und die einzige Bürde, die zu übernehmen man sich nicht aussuchen kann: die eigene Familie" notierte das ZDF anlässlich der Vorankündigung. Ausgestrahlt wurde das 120-minütige Familienepos am 5. Januar 2012, mehr zum Inhalt bei www.presseportal.de. In der ZDF-Komödie "Die Kinder meiner Tochter"3) (EA: 05.05.2013) zeigte sich der Schauspieler von einer ungewohnten Seite und mimte den konservativen und in sich gekehrten pensionierten Richter Ernst Blessing, der nach dem plötzlichen Unfalltod seiner Tochter mit zwei halbwüchsigen Enkelkindern konfrontiert wird. Einfühlsam gestaltete Prochnow einen Mann, der durch die die achtjährige Hewi (Mia Kasalo) und den 15-jährigen Dilo (Ugur Ekeroglu) zum liebevollen, verständnisvollen "Opa" mutiert.
Bis Anfang Mai 2016 fanden die Dreharbeiten zu der "Tatort-Folge" aus Kiel mit dem Titel "Borowski und das verlorene Mädchen"2) statt, in der Prochnow mit der Rolle des Kesting zu sehen war, der als Leiters der Staatsschutz-Abteilung beim LKA offenbar eigene, skrupellose Interessen verfolgt; Sendetermin war der 6. November 2016 → tatort-fundus.de, www.daserste.de. Mit dem Part des ehemaligen BKA-Chefs Dr. Schweikert bzw. Mentor des Protagonisten Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) tauchte er in dem Polit-Thriller "Die schützende Hand"3) (EA: 06.11.2017) auf, gedreht nach dem Bestseller von Wolfgang Schorlau2). In seinem dritten Fall will der Ex-BKA-Zielfahnder und Privatermittler Dengler die Hintergründe des Selbstmordes der NSU-Terroristen Uwe Mundlos2) und Uwe Böhnhardt2) klären.
 
Auch auf die Theaterbühne fand der Vollblutschauspieler immer wieder zurück; so unternahm beispielsweise 1990 mit dem Arthur-Miller-Stück "Der Preis" und seiner Rolle des Victor Franz eine Theatertournee durch Deutschland. Nach längerer Bühnenabstinenz kehrte Prochnow aktuell wieder zu seinen (Theater-)Wurzeln zurück, seit Ende Oktober 2011 zeigt er sich als "James 'Sharky' Harkin" in "Der Seefahrer", einem Schauspiel des irischen Autors Conor McPherson, das 2007 am New Yorker Broadway als "Das beste neue Stück des Jahres" ausgezeichnet wurde. Mit dem von der Münchener "a.gon Theaterproduktion" realisierten Stück geht Prochnow für rund drei Monate bis Ende Januar 2012 auf eine Tournee quer durch Deutschland. Anlässlich der Premiere am 21. Oktober 2011 im Freisinger Asamtheater schrieb die "Süddeutsche Zeitung" unter anderem: "Jürgen Prochnow spielt die Hauptfigur James 'Sharky' Harkin, ein irisches Raubein, lebensüberdrüssig und jeglichen Gefühlen gegenüber verschlossen. Nach langen Jahren ist der schon fast legendäre U-Boot-Kommandant wieder einmal auf der Theaterbühne zu sehen. Die Rolle des harten, unantastbaren Mannes scheint Prochnow in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, so authentisch verkörpert er seinen Sharky."; mehr bei a.gon Theaterproduktion.  
  
Jürgen Prochnow in Arthur Millers Stück DER PREIS
Jürgen Prochnow in Arthur Millers Stück "Der Preis",
aufgenommen während der Tournee
 im "Haus im Park" (Bergedorf).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
 Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Zahlreiche Auszeichnungen belegen seine darstellerische Vielseitigkeit, unter anderem erhielt er neben der erwähnten "Goldenen Kamera" (1986) bereits 1976 den " Deutschen Filmpreis", 1985 wurde ihm der "Bayerische Filmpreis" für seine Leistung in "Der Bulle & das Mädchen" überreicht, 1988 konnte er einen "Bambi" entgegennehmen und 1996 wurde er mit dem  "European Video Award" im Rahmen der "DIVA"-Verleihung geehrt. Am 3. Dezember 2011 kam mit dem "Yes-we-help-Award" für sein Lebenswerk anlässlich der "17. Filmschau Baden-Württemberg" im Rahmen einer Ehrengala im Saal des Stuttgarter "Metropol Kinos" ein weiterer Preis hinzu.
  
Der Film- und Fernsehstar Jürgen Prochnow, der zu den wenigen deutschen Schauspielern gehört, die auch internationale Erfolge feiern können, war von 1982 bis 1997 mit Isabel Goslar, der Tochter des Schauspielers und Regisseurs Jürgen Goslar5), verheiratet; aus der Verbindung gingen der 1983 geborene Sohn Roman und die 1985 geborene Tochter Mona hervor. Eine weitere Tochter Johanna stammt aus seiner Beziehung mit der österreichischen Schauspielerin Antonia Reininghaus2) (1954 – 2006), mit der Prochnow Anfang der 1980er Jahre liiert war. Seit 1996 war die knapp 30 Jahre jüngeren Schauspielerin und Filmproduzentin Birgit Stein an seiner Seite, 2002 heiratete das Paar. Ende August 2014 bestätigte Prochnow gegenüber der Presse, dass er und Birgit Stein seit der Trennung im Mai 2013 inzwischen offiziell geschieden seien. Dem Bericht zufolge habe er nun bereits seit zwei Jahren mit der ebenfalls wesentlich jüngeren Schauspielerin Verena Wengler6) ein neues Glück gefunden → www.focus.de. Am 19. März 2015 "traute" sich der inzwischen über 70-jährige Prochnow zum dritten Mal und gab seiner 21 Jahre jüngeren Kollegin in der denkmalgeschützten "Hochzeitsvilla" Teltower Damm in Berlin-Zehlendorf das Ja-Wort.
 
Prochnows Bruder Dieter2) (geb. 22. Mai 1939) ist ebenfalls Schauspieler, auch Sohn Roman hat mittlerweile im Filmgeschäft Fuß gefasst.  

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, Dirk Jaspers Filmstarlexikon, www.filmportal.de
Kontakt: Management Lautenbacher
Link: 
1) prisma.de, 2) Wikipedia, 3) tittelbach.tv, 4) www.deutsches-filmhaus.de, 
5) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 6) www.komoedie-muenchen.de
Stand: November 2017
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei der
Internet Movie Database, www.filmportal.de
(Link: Wikipedia, prisma.de, filmportal.de, tittelbach.tv, fernsehserien.de)
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