Michael Gwisdek wurde am 14. Januar 1942 in Berlin geboren. Bevor er zu den ganz Großen der Film- und Fernsehlandschaft avancierte, hatte er eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker absolviert und arbeitete zeitweise unter anderem auch als Dekorateur, Buffetier und Clubhausleiter. Er belegte ein Fernstudium für Regie am "Theaterinstitut Leipzig", begann dann 1965 an der "Hochschule für Schauspielkunst 'Ernst Busch'"1) in Berlin-Schöneweide ein dreijähriges Studium und erhielt nach seinem Abschluss ein erstes Engagement in Karl-Marx-Stadt. 1973 wechselte Gwisdek nach Berlin an die "Volksbühne", wo er 10 Jahre lang tätig war; später gehörte er bis 1991 zum Ensemble des "Deutschen Theaters", danach arbeitete er als freischaffender Schauspieler und Regisseur.
  
Als Theaterschauspieler beherrscht Gwisdek grandios das gesamte Spektrum des klassischen und modernen Repertoires, brillierte beispielsweise mit der männlichen Hauptrolle in Büchners "Leonce und Lena", stand in Shakespeare-Dramen wie "Macbeth", "Der Kaufmann von Venedig" und "Hamlet" auf der Bühne oder war als Islajew in Thomas Langhoffs Inszenierung von Turgenjews Komödie "Ein Monat auf dem Lande" (1989) zu sehen. An weiteren wichtigen Rollen ist etwa der alte Gotland in Alexander Langs Grabbe-Inszenierung "Gotland" (1984) zu nennen, weiterhin die Titelrolle in Oscar Wildes "Bunbury" (1984), der Ägisth in "Medea" (1986) und der Pädagoge in Sartres "Die Fliegen" (1987).
 

Foto mit freundlicher Genehmigung der Agentur  players bzw. der Fotografin Gabriela Lehmann
© Gabriela Lehmann

Michael Gwisdek; Copyright Gabriela Lehmann
Zum Film kam Gwisdek bereits Ende der 1960er Jahre, agierte zunächst mit kleineren Nebenrollen in DEFA-Produktionen wie etwa "Spur des Falken"1) (1968) oder "Weiße Wölfe"1) (1969). Ab den 1970ern gehörte der Schauspieler zu den wenigen Künstlern der DDR, die auch in Filmen westdeutscher Regisseure wie beispielsweise Bernhard Wicki und Hark Bohm mitwirken durften, gleichzeitig war er mit tragenden Rollen in vielen DDR-Filmen präsent. Eine besonders wichtige Rolle vertraute ihm 1981 Ulrich Weiß in seinem politischen Drama "Dein unbekannter Bruder"1) an, wo Gwisdek mit dem Part des Conférenciers Walter, der den Widerständler Arnold Clasen alias Uwe Kockisch verrät, zu sehen war.
Michael Gwisdek als Wachtmeister Zumbühl; Copyright Arnold Odermatt Auch in der gesamtdeutschen Film- und Fernsehlandschaft gehört der Schauspieler und Regisseur zu den renommiertesten Darstellern. 1991 glänzte er mit der Hauptrolle in Roland Gräfes "Der Tangospieler", einer filmischen Adaption nach Christoph Heins gleichnamigen Roman, oder 1994 mit der Titelrolle in Urs Odermatts Drama "Wachtmeister Zumbühl"1)
Wachtmeister Zumbühl ist die Geschichte eines unverbesserlichen Besserwissers. Eines Menschen, der sich bei seinem Kampf um das Gute kompromisslos an den Text des Paragraphen hält. Eines Menschen, der in seinem Ringen um das Recht Rechtschaffenheit mit Rechthaberei verwechselt. Die Geschichte eines tragischen positiven Helden, die sehr aktuell ist, gerade heute, und gerade hier in der Schweiz. (Quelle: www.nordwestfilm.ch, mit vielen weiteren Infos zum Film)
  
 
Michael Gwisdek als Wachtmeister Zumbühl in dem gleichnamigen Film von Urs Odermatt
Foto mit freundlicher Genehmigung von Urs Odermatt
© Arnold Odermatt / www.nordwestfilm.ch 
Für seine Darstellung des schrulligen Geschäftsmannes Peschke, der sich in Andreas Dresens Berlin-Film "Nachtgestalten"1) eines obdachlosen Jungen annimmt, wurde Gwisdek 1999 auf der 49. Berlinale als "Bester Darsteller" mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet. Ende Januar 2000 folgte für diese komödiantische Darstellung der "Ernst- Lubitsch-Preis der Filmkritik", den der "Club der Berliner Filmjournalisten" alljährlich am Geburtstag des deutsch-amerikanischen Regisseurs Ernst Lubitsch1) (1892   1947) mit einer vom Bildhauer Erich F. Reuter geschaffene Pan-Statuette für die beste komödiantische Leistung im deutschsprachigen Film verleiht.
Zu Gwisdeks weiteren Filmproduktionen zählen beispielsweise 2000 Oskar-Röhlers "Die Unberührbare"1) mit Hannelore Elsner in der Titelrolle, sowie Roland Suso Richters Drama "Eine Handvoll Gras", 2002 agierte er als abgeklärter Gelehrter und Mönch Benno in Zoltan Spirandells Komödie "Vaya con Dios"1). 2003 sah man ihn als Direktor Klapprath in Wolfgang Beckers preisgekröntem Film "Good bye, Lenin!"1) sowie als "Hans, der Säufer" in Leander Haußmanns "Herr Lehmann"1), der witzigen Verfilmung des Bestsellers von Sven Regener. Nach der Ost-West-Komödie "Kleinruppin forever"1) (2004) stand Gwisdek in jüngerer Zeit für Til Schweigers zweite Regiearbeit "Barfuss"1) (2005) vor der Kinokamera und glänzte als Bahnhofsangestellter. In Ed Herzogs Roadmovie "Almost Heaven" (2005) mimte er einen Deutschen Botschafter, danach sah man ihn als Professor Fleißer in Oskar Roehlers Gesellschaftsgroteske "Elementarteilchen"1) (2006) sowie in Ralf Huettners vergnüglichen deutschen Screwball-Komödie "Reine Formsache" (2006) auf der Leinwand. Danach starteten die Dreharbeiten zu dem Film "Der Baader Meinhof Komplex"1). Die von Uli Edel in Szene gesetzte und Bernd Eichinger produzierte, hochkarätig besetzte Kinoproduktion basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des Journalisten und Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust über die deutsche Terrororganisation RAF. Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck spielen die Köpfe der RAF, Andreas Baader und Ulrike Meinhof, Johanna Wokalek gibt Gudrun Ensslin, deren Vater von Gwisdek verkörpert wird.  Der ambivalent beurteilte Film ging am 25. September 2008 an den Kinostart.
Seit Sommer 2008 verfilmte Regisseur und Grimme-Preisträger Kai Wessel die dramatischen Höhepunkte im wechselvollen Leben der legendären Hildegard Knef2) (1925 – 2002) unter dem Titel "Hilde"1) mit Heike Makatsch in der Titelrolle. Michael Gwisdek verkörperte Knefs Großvater, Hanns Zischler hatte die Rolle des Filmproduzenten Erich Pommer1)  (1889 – 1966) übernommen, Dan Stevens spielt den zweiten Knef-Ehemann David Cameron1) und Monica Bleibtreu  Knefs Entdeckerin Else Bongers1); Kinostart war der 12. März 2009. Ebenfalls am 12. März 2009 feierte der Mystery-Thriller "Hinter Kaifeck"1) seine Kino-Premiere, in dem Gwisdek den Part eines Pfarrers übernommen hatte. Wenige Tage später ging die ganz auf den Comedian Mario Barth zugeschnittene Komödie "Männersache"1) an den Start.
 
Freuen durfte man sich sicherlich auch auf Matti Geschonnecks Verfilmung des Romans "Boxhagener Platz"1) von Torsten Schulz, gedreht wurde der Kinofilm vom 19. März bis Anfang Mai 2009 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Babelsberg; Premiere feierte der Film am 16. Februar 2010 im Rahmen der "Berlinale", Kinostart war der 4. März 2010. Die tragikomische Geschichte spielt im Jahre 1968 in Ost-Berlin und erzählt von Oma Otti (Gudrun Ritter) und ihrem zwölfjährigen Enkel Holger (Samuel Schneider) in der Zeit von Studentenunruhen und sexueller Revolution im Westen, aber auch den Panzern in Prag. Und auf dem Ostberliner "Boxhagener Platz" erleben Oma Otti und ihr zwölfjähriger Enkel Holger ihre ganz eigenen Abenteuer. Otti hat schon fünf Ehemänner ins Grab gebracht und dem sechsten geht es auch nicht mehr so gut, als sie Avancen von Altnazi Fisch-Winkler (Horst Krause) und dem ehemaligen Spartakuskämpfer Karl Wegner (Michael Gwisdek) erhält. Otti verliebt sich in Karl und plötzlich ist Fisch-Winkler tot. Holger avanciert zum Hobbydetektiv und lernt dabei einiges über die Liebe, die 68er Revolte und wie man mit "revolutionären" Geheimnissen Frauen rumkriegt. Bis Holger einen Fehler begeht, der ausgerechnet Karl in Gefahr bringt … (Quelle: www.cinefacts.de; siehe auch www.pandorafilm.de, prisma-online.de)
Abgedreht war die Komödie "Vater Morgana"1), mit der Regisseur Till Endemann eine turbulente Vater-Sohn-Beziehung erzählt. An der Seite von Christian Ulmen in der Rolle des Lutz Stielike mimt Gwisdek dessen an an Alzheimer erkrankten Vater Walther; ansehen konnte man sich diesen Film seit 16. Dezember 2010. Ebenfalls fertiggestellt wurde das Drama "Das Lied in mir"1) von Regisseur Florian Cossen, auch hier spielt Gwisdek wieder eine prägnante Vaterfigur, die der Protagonistin Jessica Schwarz. Erzählt wird die bewegende Geschichte einer deutschen Sportschwimmerin, die mit ihrer wahren Herkunft konfrontiert wird und in Argentinien nach ihren Verwandten sucht. Der in Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk entstandene Film wurde beim "34. Montreal World Film Festival" insgesamt drei Mal ausgezeichnet, unter anderem mit dem Publikumspreis "Grand Prix de Public" als beliebtester Film des Festivals. Cossens Debütfilm eröffnete die "44. Internationalen Hofer Filmtage" (26.–31.10.2010) und ging am 10. Februar 2011 an den Kinostart → www.br.de.
Hermine Huntgeburths Mark Twain-Verfilmung "Tom Sawyer"1) mit Louis Hofmann als Tom Sawyer, Leon Seidel als Huckleberry Finn und Heike Makatsch als Tante Polly kam am 17. November 2011 in die Kinos, Gwisdek taucht in diesem nicht nur für das jüngere Publikum vergnüglichen Kinoabenteuer zusammen mit Kurt Krömer als das Betrügerduo König (Gwisdek) und Herzog (Krömer) auf.
Am 27. April 2011 fiel in Köln die erste Klappe zu der romantischen Komödie "Jesus Loves Me" (AT), dem Regiedebüt von Florian David Fitz, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet und die männliche Hauptrolle an der Seite von Jessica Schwarz spielt. Neben Michael Gwisdek (Rolle: Gott) gehören auch Hannelore Elsner, Henry Hübchen, Peter Prager, Christine Schorn, Nicholas Ofczarek und Jennifer Love Hewitt zur hochkarätigen Besetzung. In der Postproduktionsphase befindet sich Sherry Hormans Tragikomödie "Anleitung zum Unglücklichsein" nach Motiven des gleichnamigen Sachbuchs1) (1983) des österreichischen Psychologen Paul Watzlawick1) (1921 – 2007), mit Johanna Wokalek als Protagonistin bzw. neurotisch verträumter Ladenbesitzerin Tiffany Blechschmid; Vogler mimt Tiffanys Vater, Iris Berben deren Mutter und Gwisdek die Figur des Paul, als bundesweiter Kinostart wird der 8. März 2012 genannt. Ein Kinostart für die Komödie "Oh Boy!" (2011, Regie/Drehbuch: Jan Ole Gerster), bei der Gwisdek ebenfalls zur Besetzung gehört, ist noch offen.
 
 
Vom Bildschirm ist der Charakterdarsteller inzwischen nicht mehr wegzudenken; neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Tatort", "Bella Block", "Donna Leon", "Rosa Roth" oder "Der Bulle von Tölz", sah man Michael Gwisdek beispielsweise 1992 mit der Rolle des Viktor in Frank Beyers "Wende"-Groteske "Das Große Fest", in Hajo Gies' dreiteiligem Thriller "Die Tote von Amelung" agierte er 1995 als Verdächtiger Ohm Weber, in der Boxerbiografie "Die Bubi Scholz Story"3), mit Götz George als altem und Benno Fürmann als jungem Bubi Scholz, sah man ihn 1998 als Trainer Lado Taubeneck – wieder unter der Regie von Roland Suso Richter. 
Ein Jahr später mimte er den erfolgreichen Manager Klaus Hallstein in Michael Verhoevens Komödie "Zimmer mit Frühstück"3) (1999) und hatte Senta Berger als Partnerin, mimte unter anderem 2001 den linkischen ehemaligen Anwalt Dr. Henning Gössel in "Marga Engel schlägt zurück"3), in welchem die Titelheldin alias Marianne Sägebrecht einen Verbündeten gegen den betrügerische Bauunternehmer Ohrmann alias Gunter Berger findet. Im gleichen Jahr tauchte er in Wolfgang Panzers mehrteiligen Chronik "Liebesau – die andere Heimat"3) als "Stasimann" Hedderbogge auf.
Zu Gwisdeks weiteren Fernsehproduktionen zählt beispielsweise Matti Geschonnecks Beziehungsdrama "Wer liebt, hat Recht"3) (2002), in "Marga Engel kocht vor Wut"3) sah man ihn 2003 erneut als Dr. Gössel, ebenso wie in der dritten und letzten Folge "Marga Engel gibt nicht auf"3) (2004). In dem von Markus Imboden inszenierten zweiteiligen Thriller "Das Konto"3) (2004), der Geschichte um den unter Mordverdacht geratenen Top-Manager eines fiktiven Lebensmittelkonzerns Michael Mühlhausen alias Heino Ferch, war er als Lebensmittelchemiker Dirk Osterwald zu sehen, der den Intrigen des Konzerns zum Opfer fällt. In der Neuauflage der beliebten Unterhaltungsserie "Die schnelle Gerdi", den amüsanten Geschichten um die resolute Taxifahrerin Gerdi Angerpointner alias Senta Berger, mimte er seit Anfang 2004 den "Ossi" und Taxifahrerkollegen Frank Brunner. Anfang 2004 erlebte man ihn als "Manni" und Freund des Elbfährenkapitäns und symphatischen Hochstaplers Rüdiger Stolze alias Wolfgang Stumph in der witzigen Liebeskomödie "Das blaue Wunder"3), in der Gwisdek einmal mehr seine schauspielerische und komödiantische Vielseitigkeit beweisen konnte. Zu seinen weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählt auch das Melodram "Sterne leuchten auch am Tag"3) (2004) und seine Rolle des Vaters der unheilbar kranken Staatsanwältin Iris Hermann, eindrucksvoll und sensibel gespielt von Veronica Ferres.
  
Erneut an der Seite von Heino Ferch agierte Gwisdek als Inspektor Galleo in dem von Johannes Grieser nach einem Buch von Holger Joos in Szene gesetzten ungewöhnlichen Psychothriller "Hölle im Kopf"3) (2005), tauchte in der "Traumhotel"-Geschichte "Überraschung in Mexiko" (2005) auf und war auch in Heinrich Breloers vielbeachteten dreiteiligen Dokumentarspiel "Speer und er"3) (2005) mit dem kleinen Part des Reichsprotektors von Böhmen und Mähren Erich Raeder1) (1876 – 1960) zu sehen. Eine weitere Arbeit war die pfiffige Komödie "Ich bin ein Berliner"3) (2005) und die Figur des Dietrich, der seinen Kumpel, den charmanten Gauner Felix Rath (Thomas Heinze) bei dessen Manipulation seiner Geburtsurkunde unterstützt. In dem SAT.1-Quotenrenner und Nachkriegs-Historiendrama "Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei"1) (2005) mimte er den Ladenbesitzer Herbert Prenzke, eine schöne Rolle war auch die des Staatsanwaltes Franz Forstmann in der SAT.1-Krimikömödie "Nette Nachbarn küsst man nicht"3): In dem von Stephan Wagner vergnüglichen, kammerspielartig inszenierten Fernsehfilm, der Anklänge an den legendären Hitchcock-Thriller "Fenster zum Hof" nicht verhehlen will, überzeugte er als vielbeschäftigter Ehemann, der aufgrund der beruflichen Veränderung nun mit seiner Frau Helga (Senta Berger) in einem heruntergekommenes Berliner Mietshaus mit manch skurriler Nachbarschaft wohnt. Er vernachlässigt seine Frau, bekommt von deren Erlebnissen kaum etwas mit, ist geradezu von deren Ängsten vor tatsächlichen, aber auch eingebildeten gefährlichen Mitmenschen genervt…
Als Partner von Christiane Hörbiger machte Gwisdek Anfang Mai 2007 in René Heisigs humorvollen Krimikomödie "Alma ermittelt – Tango und Tod"3) einmal mehr eine gute Figur und stellte den Lebengefährten Robert der einfallsreichen Pensionärin und Hobbydetektivin Alma Mitterteich dar, die zufällig Zeugin eines Mordes an einer jungen Frau wird und auf eigene Faust eigenwillig ermittelt. Doch eigentlich lebt dieser gemächliche Krimi weniger von der Geschichte als von den Figuren und deren Mimik. Besonders gut: Michael Gwisdek als Almas Lebensgefährte, der im Auto zum Verbal-Rowdy mutiert, und natürlich die exzellent aufgelegte Christiane Hörbiger, mit deren Spiel dieser Krimi steht und fällt.4)
In Hansjörg Thurns zweiteiligen Robert Louis Stevenson-Adaption "Die Schatzinsel"1) (2007) spielte Gwisdek den blinden Pew und trug mit seinem eher kleinen, dennoch exzellent gespielten Part zum Erfolg der Neuverfilmung bei. Eine dankbare Rolle war Anfang 2008 die des Großvaters Walter Kaiser in dem von der Presse ambivalent beurteilten ZDF-Dokudrama "Das Wunder von Berlin"1), an der Seite von Kostja Ullmann, Karoline Herfurth, Veronica Ferres und Heino Ferch. Regisseur Roland Suso Richter hatte die letzten Tage des DDR-Regimes und den Mauerfall aus Sicht einer auseinanderbrechenden Familie beleuchtet, Gwisdek als ehemaliger Stalingrad-Überlebender und Spätheimkehrer überzeugte nicht zuletzt durch seine schnodderigen, witzigen Kommentare, die ihm auf den Leib geschrieben schienen. Für seine Leistung erhielt er am 11. Oktober 2008 während der Gala im Kölner "Coloneum" den von ARD, RTL, Sat.1 und ZDF gestifteten "Deutschen Fernsehpreis" in der Kategorie "Bester Schauspieler Nebenrolle". Erneut als Großvater, der jedoch nur für die Hauptdarstellerin Marie (Rike Schmid) sichtbar ist, trat er in der SAT.1-Fantasykomödie "Küss mich, wenn es Liebe ist"3) Anfang März 2008 auf.
 
Eine herrliche kleinere Rolle war die des als Weihnachtsmann fungierenden Edgar Wurlitzer in dem besinnlichen Weihnachts-Melodram "Wenn wir uns begegnen"3), das Mitte Dezember 2008 in der ARD ausgestrahlt wurde. Thematisiert wird die Einsamkeit vieler Menschen gerade am Heiligen Abend, Regisseur Sigi Rothemund lässt in der episodenhaften Inszenierung die Personen in einem Krankenhaus agieren, in dem unterschiedlichste Menschen und Schicksale aufeinandertreffen. Neben den Protagonisten Uwe Kockisch als Chefarzt und Neurologe Professor Dr. Max Singer sowie Muriel Baumeister als junger Neurochirurgin Dr. Hannah Cornelsen waren gerade die Randfiguren exzellent besetzt. So Gwisdek im Kostüm des Weihnachtsmannes, der seine Einsamkeit im Alkohol ertränkt und schließlich in der Notaufnahme des Krankenhauses strandet – wieder mal eine Paraderolle für Michael Gwisdek, ein Kabinettstückchen der Schauspielkunst: Es ist der 24. Dezember: In der Notaufnahme eines Kreiskrankenhauses bereitet man sich auf eine turbulente Nacht vor. Zum Team gehören: Chefarzt Professor Singer, der seine Frau verloren hat und sich seither noch mehr in die Arbeit stürzt, und die Chirurgin Hannah Cornelsen (Muriel Baumeister), die über der Arbeit vergessen kann, dass sie und ihr Mann (Stephan Kampwirth) sich auseinandergelebt haben. Durch die Begegnungen mit den verschiedenen Schicksalen unterschiedlichster Patienten – wie der einsamen Frau Ferber (Rosemarie Fendel) oder dem betrunkenen Weihnachtsmann (Michael Gwisdek) – haben sie und alle in dieser Nacht in der Notaufnahme gestrandeten Menschen die Chance, auch privat wieder ihr Glück zu finden.4)
 
Seit Ende der 1990er Jahre ist Michael Gwisdek beim ARD-Dauerbrenner "Tatort" ein gerne gesehener Gast, brillant war seine Darstellung des bärbeißigen, trinkfreudigen Kapitän Bleibtreu in der spannenden Folge "Schiffe versenken"3) (EA: 24.05.2009) mit der Bremer Hauptkommissarin Inga Lürsen alias Sabine Postel. Gwisdek zog einmal mehr alle Register seines schauspielerischen Könnens, einen besseren Gegenpart zu der ernsthaften Kommissarin, die in dieser Geschichte auf hoher See ganz schön robust sein musste, hätte man sich nicht denken können. An weiteren Arbeiten für das Fernsehen sind zu nennen "Die Blücherbande"3) (2009), "Mörder kennen keine Grenzen"3) (2009) und "Liebe ist Verhandlungssache"3) (2009). Am 13./14.02.2011 wurde der historische ZDF-Zweiteiler "Schicksalsjahre"3) mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle ausgestrahlt. Als Vorlage für den von Miguel Alexandre inszenierten Film (Drehbuch: Thomas Kirchner) diente der biografische Roman "Vom Glück nur ein Schatten: Eine deutsche Familiengeschichte" von Uwe Karsten Heye1), erzählt wird die berührende Geschichte einer Frau, die durch den zweiten Weltkrieg um die Liebe ihres Lebens gebracht wird; Gwisdek ist mit dem kleinen Part des Cabaret-Chef Siggi zu sehen. 
Eine weitere Arbeit für das Fernsehen ist das Abenteuer "Visus – Das Vermächtnis der Arche"3) (EA: 02.06.2011), wo sich Gwisdek als Kirchenhistoriker Professor Sörensen gemeinsam mit seiner armenischen Assistentin Anahit (Julia Molkhou) und seinem Neffen, dem Kunstexperten Robert (Stephan Luca), bei der der Suche nach der biblischen Arche Noah auf eine spannend-gefährliche Expedition in die Vergangenheit begibt. Das mit einem internationalen Team aufwendig gedrehte "RTL-Event-Movie" entstand nach dem Thriller "Visus" von Richard Hayer.
Am 7. September 2010 begannen in Berlin die Dreharbeiten zu der ZDF-Krimikomödie mit dem Arbeitstitel "Schmidt & Schwarz". Nach dem Drehbuch von Gabriela Gwisdek spielt Michael Gwisdek unter der Regie von Jan Ruzicka gemeinsam an der Seite seiner Ex-Frau Corinna Harfouch die männliche Hauptrolle. Eine rätselhafte Mordserie im pulsierenden Berlin bringt die erfahrene, beharrliche Kommissarin Carolin Schwarz (Corinna Harfouch) an ihre kriminalistischen und emotionalen Grenzen. Bei der Aufklärung der Morde kommt ihr ausgerechnet ihr Vorgänger, der kauzige und von allen Kollegen bewunderte Hauptkommissar Paul Schmidt (Michael Gwisdek) zu Hilfe. Paul interessiert sich weder für die herrschende Moral noch für gesellschaftliche Konventionen. Nach anfänglichem Misstrauen beginnt Carolin intuitiv seine häufig politisch unkorrekten und unkonventionellen Ermittlungsmethoden zu bewundern und auch zu nutzen. Aus zwei sympathische und kauzigen Individualisten mit gleichem Ziel aber unterschiedlichster Herangehensweise wird ein Team, das mit Humor und Instinkt auch einen solch komplizierten Fall zu lösen vermag. notiert hierzu www.presseportal.de, ein Sendetermin steht noch nicht fest.
Der bedeutende Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek hat sich auch einen Namen als Sprecher in verschiedensten Hörspielen gemacht.
Der Künstler war seit 1985 mit der Schauspielerin Corinna Harfouch1) verheiratet, lebte aber seit einigen Jahren von ihr getrennt, im Sommer 2007 erfolgte die Scheidung; aus der Verbindung stammt Sohn Robert Gwisdek1) (geb. 1984), der ebenfalls Schauspieler ist, sowie Sohn Johannes Gwisdek, der sich als Komponist einen Namen machte. Anfang September 2007 ging durch die Presse, dass Gwisdek im Juli 2007 seiner langjährige Freundin Gabriela Lehmann offiziell das Ja-Wort gegeben hat.
 
Foto: Michael Gwisdek und Gabriela Lehmann beim Pressetermin zu "Die Dolmetscherin" (13.04.2005)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
Michael Gwisdek und Gabriela Lehmann beim Pressetermin zu "Die Dolmetscherin" (13.04.2005)
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) www.prisma-online.de
Quelle: 4) www.prisma-online.de
Stand: Februar 2012
Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der DDR-Stars" (S. 114) sowie www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, www.defa.de, www.film-zeit.de
    
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Wikipedia, prisma.de)
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