Hanns Zischler wurde am 18. Juni 1947 als Sohn eines wohlhabenden Unternehmers in Nürnberg geboren; er wuchs im fränkischen Dorf Langenaltheim auf, studierte nach dem Abitur am Staatlichen Landschulheim Marquartstein1) ab 1966 Ethnologie, Philosophie, Musik und vergleichende Literaturwissenschaft in München und Berlin. Er war anschließend als Lektor und Übersetzer tätig, übertrug beispielsweise wissenschaftliche Literatur in die englische und französische Sprache.
Seit Ende der 1960er Jahre begann Zischler als Dramaturg zu arbeiten, inszenierte zwischen 1973 und 1975 an der "Berliner Schaubühne", anschließend in Basel und Karlsruhe sowie wiederum in Berlin. 1983 beispielsweise inszenierte er für die "Schillertheater Werkstatt" die "Tragödie" von Wladimir Majakowski oder 1996 für die Probebühne der "Berliner Schaubühne" das Stück "Dialoge" von W. S. Landor. Daneben schreibt das Multitalent Zischler Beiträge und Filmkritiken für Zeitungen und Zeitschriften, ist an Hörspielproduktionen und Rundfunkessays beteiligt.

Das Foto, welches den Künstler 1982 während eines Pressetermins zu "Dr. Faustus" zeigt,  wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Hanns Zischler 01
Seit Anfang der 1970er Jahre wandte sich Zischler auch vermehrt der darstellenden Kunst zu, bereits 1969 hatte er sein Leinwanddebüt mit einer kleinen Nebenrolle in "Blinker" gegeben. 1970 folgte eine Rolle in Wim Wenders "Summer in the City" und seither gehört der Schauspieler Hanns Zischler zu einer festen Größe sowohl auf der Kinoleinwand als auch dem Fernsehbildschirm. Vor allem im "Neuen Deutschen Film" avancierte er zum Star, spielte beispielsweise 1976 den Robert Lander in Wim Wenders Roadmovie "Im Lauf der Zeit"1) an der Seite von Rüdiger Vogler. Robert van Ackeren, Rudolf Thome, Franz Seitz und Peter Lilienthal sind nur einige der bedeutenden Regisseure, mit denen Hanns Zischler in den 1980er Jahren Filme wie beispielsweise "Berlin Chamissoplatz" (Rudolf Thome, 1980), "Die Flambierte Frau"1) (Robert van Ackeren, 1983), "Doktor Faustus" (Franz Seitz, 1983), "Das Autogramm" (Peter Lilienthal, 1984) oder "Die Venusfalle"1) (Robert van Ackeren, 1988) drehte. Zischler war und ist darüber hinaus in vielen internationalen Produktionen ein gefragter Darsteller, 1990 sah man in Claude Chabrols "Dr. M" neben Alan Bates, Jennifer Beals und Jan Niklas auf der Leinwand, Jean-Luc Godard besetzte ihn als Graf Zelten in seinem Drama "Allemagne neuf zero" (1991, Deutschland Neu(n) Null). Zischler stand unter anderem für Andrew Birkins Romanze "Salt on Our Skin"1) (1992, Salz auf unserer Haut) vor der Kamera, Wim Wenders gab im die Rolle des Dr. Becker in seinem preisgekröntem Film "In weiter Ferne, so nah!" (1993), in Jacques Doillons "Du fond du coeur" (1994, Germaine und Benjamin) war er der Monsieur de Staël oder spielte mit Manfred Krug in Lienhard Wawrzyns Drama "Der Blaue"2) (1994).
 
Bis Ende der 1990er Jahre war Zischler mit unterschiedlichsten Rollen in verschiedensten Kinoproduktionen präsent, spielte unter anderem in István Szabós historischem Bilderbogen "The Taste of Sunshine"1) (1999, Ein Hauch von Sonnenschein) die Rolle des Baron Margitta. Genannt werden muss auch Rudolf Thomes Spielfilm "Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen"2) (1999), das gesamte Ensemble – und somit auch Hanns Zischler – wurde auf der Berlinale 2000 mit dem "Silbernen Bären" ausgezeichnet.
Zu seinen Kinofilmen der letzten Jahre zählen beispielsweise Lilo Mangelsdorffs "Der Bebuquin – Rendezvous mit Carl Einstein" (2000), Thomas Arslans Drama "Der Schöne Tag" (2001), István Szabós' psychodramatisches Kammerspiel "Taking Sides – Der Fall Furtwängler"1) (2001), Costa-Gavras' Hochhuth-Adaption "Amen – Der Stellvertreter"1) (2002), Rainer Matsutanis Komödie "666 – Traue keinem, mit dem Du schläfst!"1) (2002) oder Daniel Levis Drama "Väter" (2002). Mit der Titelrolle zeigte sich Zischler in
Klaus Wybornys "Sulla" (2003), gedreht nach seinem eigenen Roman, und als Vater in Eytan Fox' Thriller in "Walk On Water"1) (2004, Übers Wasser wandeln). Ebenfalls 2004 erlebte man ihn mit einer kleinen Rolle in Hans Weingartners Drama "Die Fetten Jahre sind vorbei"1), in Christoph Schrewes Sciencefiction-Thriller "P.I.: Post Impact" (2004, Apokalypse Eis) war er als Dr. Gregor Starndorf ebenso präsent wie als Sven Hedin neben Hannelore Elsner in Rudolf Thomes zweitem Teil seiner Zeitreisen-Trilogie "Frau fährt, Mann schläft" (2004); siehe auch www.dieterwunderlich.de. Weitere Arbeiten für das Kino waren Diane Bertrands amouröses Drama "L'annulaire" (2005, Der Ringfinger), die Agentenkomödie "Undercover" (2005, von und mit Viktor Giacobbo) und der Rolle des V-Manns Landsbichler sowie Steven Spielbergs Oscar-nominierter Politthriller "Munich"1) (München), der am 23.12.2005 in den USA Premiere hatte und in dem er als skeptischer und stoischer, gleichwohl zu allem entschlossener Rächer im Dienst des israelischen Geheimdienstes Mossad brillierte.
Ferenc Töröks Drama "Overnight – Transaction" (2007) schildert 24 Stunden im Leben eines ungarischen Börsenmaklers, Zischler ist in dieser deutsch-ungarischen Produktion neben Viktor Bodó und Kata Peto mit einer der Hauptrollen zu sehen. Im Sommer 2007 gehörte er neben Corinna Harfouch, Karoline Herfurth und Josef Bierbichler als Dr. Thomas Richter zur Besetzung des neuen Caroline-Link-Werkes "Im Winter ein Jahr"1) (Kinostart: 13.11.2008), in dem es um eine Familie geht, deren Sohn bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, bzw. um die Folgen dieses Unfalls für die Angehörigen.
Seit Sommer 2008 verfilmte Regisseur und Grimme-Preisträger Kai Wessel die dramatischen Höhepunkte im wechselvollen Leben der legendären Hildegard Knef3) (1925 – 2002) unter dem Titel "Hilde"1) mit Heike Makatsch in der Titelrolle. Hanns Zischler hatte die Rolle des Filmproduzenten Erich Pommer1) (1889 – 1966) übernommen, Dan Stevens spielt den zweiten Knef-Ehemann David Cameron1), Michael Gwisdek ihren Großvater und Monica Bleibtreu Knefs Entdeckerin Else Bongers1) (1907 – 1994); Kinostart war der 12. März 2009. 
Eine weitere Arbeit war Thomas Arslans Thriller "Im Schatten"2) (2010) mit Zischler als prägnanter Figur des "Planers". Fertiggestellt ist das Liebesdrama "Glückliche Fügung"2) von Regisseurin Isabelle Stever nach einer Kurzgeschichte von Anke Stelling, die gemeinsam mit Strever auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet; Zischler spielt darin einen Gynäkologen, Kinostart war der 20.01.2011 (siehe auch daskleinefernsehspiel.zdf.de). Am 3. März 2011 kam "In der Welt habt ihr Angst"1) in die Kinos, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe von Regisseur Hans W. Geißendörfer. Neben Anna Maria Mühe, Max von Thun, Axel Prahl und Johannes Allmayer spielt Hanns Zischler darin den Vater der Musikstudentin Eva (Anna Maria Mühe), die sich unsterblich in den Musiker Jo (Max von Thun) verliebt; mehr bei www.geissendoerfer-film.de. Der Entführungs-Thriller bzw. das Spielfilmdebüt von Carsten Unger unter dem Titel "Bastard" mit Martina Gedeck als Psychologin Claudia Meinert und Zischler als eiskaltem Vater Samuel Schweizer eröffnete am 30. November 2011 die "17. Filmschau Baden-Württemberg". Auch in Helmut Dietls "Kir Royal"1)-Fortsetzung für das Kino unter dem Titel "Zettl"1), steht Zischler mit der Figur des Gaishofer auf der Besetzungsliste, neben Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig als Reporter Max Zettl spielt Senta Berger die Rolle des Volksmusikstars Mona Mödlinger, von der alten "Kir Royal"-Crew ist ebenfalls Dieter Hildebrand als Fotograf Herbie Fried mit von der Partie; Harald Schmidt wird als bayerischer Ministerpräsident und BR-Moderator Christoph Süß als Gewerkschaftsboss zu sehen sein. Weitere prominente Namen wie Karoline Herfurth, Ulrich Tukur, Dagmar Manzel, Sunnyi Melles und Gert Voss gehören zur Schauspielerriege,
Götz George hat als "Kanzler Ebert" eine Gastrolle übernommen; Kinostart war am 2. Februar 2012 → wwws.warnerbros.de. Mit der deutsch-französisch-israelischen Co-Produktion "Playoff" (2011) wird das Leben des legendären israelischen Basketballspielers bzw. -trainers Ralph Klein1) (1931 – 2008) nachgezeichnet; in der von Eran Riklis inszenierten Verfilmung, deren Kinostart noch offen ist, wird Zischler als Teamarzt zu sehen sein. 
Auch die Fernsehzuschauer erleben Zischler seit Mitte der 1980er vermehrt auf dem Bildschirm; als Dauergast mit unterschiedlichsten Figuren in so beliebten Krimi-Reihen wie "Der Alte", "Derrick", "Der Fahnder", "Ein Fall für zwei", "Die Männer vom K3", "Zwei Brüder", "Rotlicht", "Polizeiruf 110" oder "Tatort" zieht er immer wieder alle Register seines schauspielerischen Könnens, ebenso wie in zahllosen Fernsehspielen, die sich nicht alle aufzählen lassen.
1990 sah man ihn beispielsweise als Ulrich Golborn in Sigi Rothemunds Krimi "Das Haus am Watt" neben Gudrun Landgrebe und Hannes Jaenicke, in Norbert Kückelmanns Drama "Abgetrieben" mimte er 1992 den Dr. Friedrich Hess oder stand 1996 für Sigi Rothemunds Thriller "Ehebruch – Eine teuflische Falle!" vor der TV-Kamera. Im gleichen Jahr wirkte er in Bernd Eichingers Remake "Das Mädchen Rosemarie"2) mit, zwei Jahre später in Hans Werners Thriller "Der Handymörder"2) oder 2000 in Margarethe von Trottas Mehrteiler "Jahrestage"2).
  
Das Foto, welches den Künstler 1982 während eines Pressetermins zu "Dr. Faustus" zeigt,  wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Hanns Zischler 02
In dem Doku-Drama um die Entführung Richard Oetkers "Tanz mit dem Teufel"1) (2001) überzeugte Zischler als Anwalt des Entführten alias Sebastian Koch, seit 2001 bzw. der 2. Staffel erlebt man den Schauspieler etliche Folgen lang mit der kleinen, dennoch prägnanten Rolle des Ermittlers Josef Hillman in den schwedischen Krimis um den Kommissar Beck1) alias Peter Haber. In Tom Toelles Melodram "Wenn die Liebe verloren geht" (2002) zeigte er an der Seite von Ulli Philipp, dass er durchaus auch ein Mann ist, den Frauen mögen. In jüngerer Zeit war Zischler beispielsweise in Andreas Prochaskas Krimi "Novaks Ultimatum"1) (2003) auf dem Bildschirm präsent, mimte den Professor Leunitz in dem Melodram "Gelübde des Herzens" (2003), den Kanzleramtschef in Ulrich Starks Komödie "Küss mich, Kanzler!" (2004) oder war als Oskar in der Romanze "Heiraten macht mich nervös" (2004) zu sehen. 2005 tauchte er in der leichten, romantischen Komödie "Wen die Liebe trifft"2) auf, am 1. Januar 2006 konnten ihn die Fernsehzuschauer als Haushofmeister Archibald in dem modernen Märchen "Eine Krone für Isabell" erleben, in dem eine Friseurin und Berliner Göre (Felicitas Woll) unverhofft zu einer Prinzessin wird.
Glänzend und ganz anders geartet seine Verkörperung des Rüdiger Graf von Gernstorff in Kai Wessels TV-Zweiteiler "Die Flucht"1), welcher Anfang März 2007 in der ARD ausgestrahlt und schon im Vorfeld heftig diskutiert wurde. Der als "aufwühlendes Historiendrama" titulierte Fernsehfilm thematisiert den gewaltigen Flüchtlingsstrom von Millionen Menschen, die gegen Ende des 2. Weltkrieges ihre Heimat in Ostpreußen verlassen und gen Westen ziehen, um der Roten Armee zu entkommen. Zischler spielte "den den reichen, kapitalistischen, nach modernsten Methoden arbeitenden ostpreußischen Grafen, der mit den Nazis kooperiert und durch seine autoritäre Haltung seine Familie zerstört." (Quelle: ARD)
Ein weiteres Doku-Drama, für das der Charaktermime vor der Kamera stand, war der bewegende RTL-Zweiteiler "Tarragona – Ein Paradies in Flammen"1) (2007), basierend auf den auf den wahren Begebenheiten der Feuerkatastrophe von 1978, als ein Lastwagen mit Flüssiggas unmittelbar an einem Campingplatz explodiert und innerhalb von Sekunden ein Inferno ausbricht, das mehrere hundert Menschen in den Tod reißt. (Quelle: RTL) Unter der Regie von Peter Keglevic spielte Zischler in dem prominent besetzten Event-Movie den sonderlichen Walter Köhler, einen todkranken Bundeswehrgeneral a.D. Gerade abgedreht hatte er den neuen Fernsehfilm mit dem Arbeitstitel "La traque – Die Hetzjagd" inszeniert von dem französischen Regisseur Laurent Jaoui. Zischler gibt hier die Figur des Klaus Barbie, den nationalsozialistischen Kriegsverbrecher und "Schlächter von Lyon", Franka Potente wurde für die Rolle der Beate Klarsfeld verpflichtet, die Barbie alias Altman zu Anfang der siebziger Jahre in dessen bolivianischer Versteck aufspürte. In den neuen Staffeln der preisgekrönten "ProSieben"-Krimiserie "Dr. Psycho – Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich"1) war er seit Mitte Juni 2008 als Vater des skurrilen Polizeipsychologen Max Munzl (Christian Ulmen) zu sehen. Als korrupter Berliner Polizeipräsident mit politischen Ambitionen zeigte sich Zischler Anfang November 2008 in dem spannenden, starbesetzten Politthriller "Die Frau aus dem Meer"2) und verlieh dem karrieresüchtigen Rechtspopulisten Michael Kolberg, Vater der Kommissarin Nora Jaspers (Anja Kling) authentische Züge.
 
Auf der Seite des Gesetzes stand Zischler wenig später in dem sehenswerten Krimi "Todsünde"2) (2008) und verkörperte den erfahrenen, dennoch eher ungewöhnlichen Kriminalkommissar Polonius Fischer, der früher einmal Mönch war. Der von Matti Geschonneck gedrehte Thriller entstand nach dem Buch "Die Idylle der Hyänen" von Friedrich Ani und handelt von einem mysteriösen Mordfall um eine junge Frau. Zischler zeigte sich wie seine Mitspieler – u. a. Lisa Potthoff und Matthias Brandt –  in Höchstform, gezeigt wurde ein behutsamer Fernsehfilm von einer Langsamkeit, fast Bedächtigkeit, wie sie für das Genre ungewohnt sein mag. Diese Langsamkeit, verbunden mit dieser speziellen Visualität, wird nur mehr verstärkt durch die Verschrobenheit des Protagonisten Polonius, der beim Verhör gerne Bibelsprüche zitiert, oft von Gut und Böse spricht, von Glauben und Nichtglauben nahezu doziert. Das ist – zumindest in der Fernsehadaption – gewöhnungsbedürftig und muss vor allem glaubwürdig sein. Letzteres ist durchaus noch ausbaufähig, gerade auch was die Dialoge und Monologe Fischers anbelangt. Das gerät zuweilen allzu altväterlich-predigend. (Quelle: Thilo Wydra in "Der Tagesspiegel" vom 24.11.2008)
Ein weiterer Krimi mit Zischler nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Friedrich Ani heißt "Hinter blinden Fenstern"2) (EA: 01.02.2010), diesmal hat der ungewöhnliche Kommissar Polonius Fischer erneut einen Mord an einer jungen Frau sowie einem unbekannten Stadtstreicher aufzuklären. Matti Geschonneck setzte neben seinem Hauptdarsteller auf eine bewährte Schauspielerriege wie Lisa Potthoff, Sissy Höfferer, Maja Maranow, Bernadette Heerwagen und Jürgen Tarrach.

Matti Geschonneck war auch der Regisseur des packenden ZDF-Zweiteiler "Entführt"2) (EA: 02./04. 03.2009), mit dem nicht nur ein Kidnapper-Drama, sondern auch die Geschichte einer zutiefst zerrütteten Familie erzählt wird. Zischler spielte den Maximilian Kessler, Prokurist im Pharma-Konzern des millionenschweren Großindustriellen Albert Targensee (Friedrich von Thun), dessen Tochter Liane (Nina Kunzendorf) um das Leben ihres Mannes (Mark Waschke) und ihrer Tochter (Charleen Deetz) bangen muss, die von eiskalten Gangstern entführt wurden. Zischler gab den netten "Onkel Max" fast emotionslos und mit meist stoischen Gesichtsausdruck, war zunächst für den Zuschauer eine eher harmlose Randfigur. Dass diese sich dann zu einer der Drahtzieher des Verbrechens entpuppte, kam überraschend. Als ermittelnder Kommissar Thomas Danner agierte Heino Ferch, weitere prägnante Rollen spielten unter anderem Andrea Sawatzki, Matthias Brandt und Suzanne von Borsody (siehe auch www.dieterwunderlich.de).
Zu Zischlers aktuellen Arbeiten vor der Fernsehkamera zählt die Rolle des Dr. Hans Matthei in der Krimiserie "Flemming"1) mit dem unkonventionellen Kriminalpsychologen Dr. Vincent Flemming (Samuel Finzi); die erste Staffel wurde seit Mitte November bis Ende Dezember 2009 im ZDF ausgestrahlt, die 2. Staffel startete am 18. März 2011 (siehe auch "Die Krimihomepage" sowie die Infos zum Pilotfilm "Glanz in Deinen Augen" bei prisma-online.de).
Erwähnt werden sollte auch die mit szenischen Darstellungen durchsetzte Dokumentation "Aghet – Ein Völkermord"1), mit der Regisseur Eric Friedler den Völkermord an den Armeniern aufzeigt. Diese entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen und erhielt 2010 den "Deutschen Fernsehpreis" in der Kategorie "Beste Dokumentation". Neben anderen renommierten Schauspielern verkörperte Zischler den US-amerikanischen Konsul in Harput, Leslie A. Davis.
 
Nach der ARD-Komödie "Für immer 30"1) (EA: 25.02.2011) mit Felix Eitner in einer Doppelrolle und Zischler als Agenturchef Hans Kranich konnte er aktuell seit 25. August 2011 in dem ZDF-Vierteiler "Wilde Wellen – Nichts bleibt verborgen"1) einmal mehr mit einer prägnanten Hauptrolle das Fernsehpublikum begeistern. Zischler verlieh dem wohlhabenden Fischgroßhändler Léon Menec Kontur, Patenonkel der im Zentrum des Geschehens stehenden jungen Pariser Polizistin Marie Lamare (Henriette Richter-Röhl). In der von Ulli Baumann nach einer Romanreihe bzw. einem Drehbuch von Christiane Sadlo1) ("Inga Lindström") aufwendig inszenierten, melodramatisch-kriminalistischen Familiensaga geht es um schicksalhaft-düstere Familiengeheimnisse, Vergangenheitsbewältigung, fiese Intrigen und natürlich kommt vor allem die Liebe nicht zu kurz. Vor der Kulisse der romantischen Küste der westfranzösischen Bretagne zeigen sich in weiteren Hauptrollen Johannes Zirner als junger, sympathischer Archäologie-Professor Paul Racine, Ulrich Pleitgen als Ex-Kapitän bzw. Maries Vater Michel Dumont, Katja Weitzenböck als Menecs dominante, Ränke schmiedende Ehefrau Claire, Daniel Roesner als labiler Sohn und designiertem Firmenerbe Caspar Menec sowie Eleonore Weisgerber als Kunstmalerin bzw. Menecs erste Ehefrau Sabine du Maurier; mehr zu den inzwischen auf DVD erschienen einzelnen Folgen "Der Schuss" (EA: 25.08.2011), "Der Verdacht" (EA: 28.08.2011), "Der Sturz" (EA: 01.09.2011) und "Die Erlösung" (EA: 04.09.2011)  bei www.bavaria-film.de und www.quotenmeter.de sowie der Filmkritik des Journalisten Rainer Tittelbach (www.tittelbach.tv).
In dem ARD-Zweiteiler "Nils Holgerssons wunderbare Reise"1) (EA: 25./26.12.2011) nach Selma Lagerlöf zeigte sich Zischler erstmals in einem für Kinder gedrehten Film und und schlüpfte in die Rolle eines 300 Jahre alten Hauskobolds, der den Menschenjungen Nils auf Wichtelmann-Größe schrumpfen lässt.
 
Auf ein ganz neues Terrain begibt sich Zischler als fiktionaler Online-Psychotherapeut Dr. Hanno Verbier neuerdings mit der von der "Film- und Medienstiftung NRW" unterstützten gleichnamigen, unseren Umgang mit dem Internet parodierenden Web-Serie → www1.wdr.de, der seine vermeintlichen Patienten mit einer Animation zum Seelenstriptease via Internet heilen will: "Exponieren Sie sich! Haben Sie keine Angst. Ihre Neurosen sind der Star!" Schon weit über 1500 Facebook-Freunde verfolgen und kommentieren die öffentlichen Therapiestunden. (Quelle: www.wdr.de; Webseite: drverbier.de)
Seit 1993 hat sich Zischler auch als Buchautor einen Namen gemacht; sein vielbeachtetes Werk "Kafka geht ins Kino", welches er 1996 veröffentlichte, setzte er 2002 als filmische Dokumentation um, bei der er auch für Kamera und Ton verantwortlich zeichnete. Das Buch wurde im Februar 1997 vom französischen Kritikerverband als "bestes nicht-französisches Buch über das Kino" ausgezeichnet und ist inzwischen auch in englischer Sprache auf dem Markt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hatte sich Zischler mit Kafka beschäftigt, Ausgangspunkt seiner Forschungen waren Franz Kafkas Brief- und Tagebuchnotizen zum Kino, auf die er während der Arbeiten zu seinem Fernsehfilm "Amerika vor Augen oder Kafka in 43 min. 30 sec." (1978) stieß;
weitere Veröffentlichungen siehe Wikipedia.
 

Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Damian Zimmermann
© Damian Zimmermann (www.damianzimmermann.de)
Hanns Zischler/Foto Damian Zimmermann
Der seit Ende der 1960er Jahre in Berlin lebende Literat, Dramaturg, Regisseur und Schauspieler Hanns Zischler, der neben seiner umfangreichen Arbeit für Bühne, Film und Fernsehen auch mit Leseabenden das Publikum begeistert, sieht sich selbst nicht so sehr als Schauspieler, sondern als "Pendler zwischen FFF (Film, Funk und Fernsehen) – als Schreiber und Darsteller von Geschriebenem", wie er einmal in einem Interview sagte.
Mit seinen Programmen erinnert er an vergessene Poeten wie den genialischen Rainer Maria Gerhardt, der 1954 starb, oder an verschüttete Romane wie Arthur Koestlers "Der Krötenküsser" von 1971. Mit Autorenkollegen wie F. W. Bernstein oder Sibylle Lewitscharoff tritt er auf, um mit seiner Bekanntheit auch deren Texten zu dienen. Eigene Texte kommen hinzu: Über Jean Renoirs Film "Die große Illusion" hat Hanns Zischler unlängst ebenso geschrieben wie, anlässlich von Neuausgaben, über Ian McEwans "Unschuldige" oder Vladimir Nabokovs "Der Zauberer".
Seit kurzem betreibt er in Berlin – seit Jahrzehnten die Wahlheimat des gebürtigen Franken – auch einen eigenen Verlag, der nicht zuletzt die feine Kulturzeitschrift "Tumult" vor dem Untergang bewahrt.
(Quelle: F.A.Z., 18.06.2007, Nr. 138 / Seite 38)
(Siehe auch "Alpheus Verlag" bei  www.hanns-zischler.de)
 
Zischler beging 2007 seinen 60. Geburtstag und gehört seit Jahren zu den ganz Großen der deutschen Film- und Theaterszene. Die F.A.Z. würdigte die Leistungen des Künstlers am 18.06.2007 unter anderem mit den Worten "Wo immer er ist, was immer er tut: Er füllt auf eine emphatische, dabei absichtsvoll zurückhaltende Weise den Raum und die Szene. Er, der äußerlich Umtriebige, hat aus seinem mimischen und, als Autor, auch stilistischen Phlegma ein Markenzeichen entwickelt: die expressive Lakonie." (F.A.Z. Nr. 138/Seite 38; siehe auch www.faz.net)
Zischler, Vater des Schauspielers Julian Middendorf1), lebt seit Ende der 1970er Jahre mit einer Architektin zusammen; vor einigen Jahren hat das Paar geheiratet.4)5)
 
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma-online.de,  3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 4) www.stern.de, 5) www.faz.net
Stand: Februar 2012
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia (mit vielen weiterführenden Links), www.deutsches-filmhaus.de, www.film-zeit.de
 
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Wikipedia, prisma.de)
2012: Playoff (Postproduktion)
2012: Zettl
2011: Bastard
2011: In der Welt habt ihr Angst
2010: Das rote Zimmer
2010: Glückliche Fügung
2010: Im Schatten
2009: Hilde
2008: Im Winter ein Jahr
2008: Tage des Zorns (Flammen og Citronen)
2007: Der Baum
2007: Overnight
2006: Ein perfekter Freund (Un ami parfait)
2005: München (Munich)
2005: Undercover
2005: L'annulaire
2004: Post Impact (Apokalypse Eis)
2004: Frau fährt, Mann schläft - Zeitreisen: Die Gegenwart
2004: Die Fetten Jahre sind vorbei
2004: Übers Wasser wandeln (Walk on Water)
2003: Gate to Heaven (Tor zum Himmel)
2003: Es wird etwas geschehen
2003: Sulla
2003: Saltimbank
2003: Rot und blau
2003: Petites coupures
2003: Vaters Land
2002: Ripley's Game
2002: Väter
2002: Olgas Sommer
2002: 666 – Traue keinem, mit dem Du schläfst!
2002: Amen – Der Stellvertreter (Amen.)
2001: Taking Sides – Der Fall Furtwängler
2001: Der schöne Tag
2001: Venus im Netz (Venus Talking)
2000: Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen
2000: Der Bebuquin - Rendezvous mit Carl Einstein
1999: Ein Hauch von Sonnenschein (The Taste of Sunshine)
1999: Musical Man
1999: Der Redenschreiber
1998: 23 - Nichts ist so wie es scheint
1997: Die Schuld der Liebe
1997: Requiem für etwas, das sehr klein ist
1996: Letters from the East
1995: Superbrain
1994: Germaine und Benjamin (Du fond du coeur)
1994: Le joueur de violon
1994: Der Blaue
1993: In weiter Ferne, so nah!
1993: Die Denunziantin
1993: Der Zementgarten (The Cement Garden)
1992: Herzsprung
1992: Salz auf unserer Haut (Salt on Our Skin)
1992: Juste avant l'orage
1991: Deutschland Neu(n) Null (Allemagne 90 neuf zéro)
1990: Hitlerjunge Salomon
1990: Dr. M
1989: The Rosegarden
1989: Die französische Revolution (La révolution française)
1989: Franziskus (Francesco)
1989: Himmelsheim
1988: Der schwarze Milan (Milan noir)
1988: Die Venusfalle
1988: Mon cher sujet
1987: Das Treibhaus
1986: Tarot
1986: Douce France
1985: Leidenschaften (The Berlin Affair)
1984: Das Autogramm
1984: Les cavaliers de l'orage
1984: Lieber Vater
1984: L'air du crime
1983: Die Flambierte Frau
1983: System ohne Schatten
1983: L'allégement
1982: Doktor Faustus
1982: Domino
1982: Logik des Gefühls
1981: Kalt wie Eis
1981: Malevil, Countdown der Neutronenbombe (Malevil)
1981: Engel aus Eisen
1981: Hast du Lust, mit mir einen Kaffee zu trinken?
1981: Total vereist
1980: Berlin Chamissoplatz
1980: Henry Angst
1980: De verwording van Herman Dürer
1979: Ich räume auf
1979: David
1979: Die Leidenschaftlichen
1978: Les rendez-vous d'Anna
1978: Die linkshändige Frau
1976: Im Lauf der Zeit
1976: Auf Biegen oder Brechen
1975: Büromänner
1971: Boomerang
1970: Summer in the City
1969: Blinker
1968: Same Player Shoots Again
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