Uwe Kockisch wurde am 31. Januar 1944 als Sohn eines Akademikers in Cottbus geboren, wo er auch aufwuchs. Sein Vater war als Jagdflieger im Kriege gefallen, die Mutter heiratet später wieder. Nach der Schule arbeitete Kockisch zunächst als Tagebaumaschinist, als 1961 die Mauer gebaut wurde, versuchte er mit vier anderen befreundeten Jugendlichen in einem Boot über die Ostsee zu fliehen. Der Fluchtversuch scheiterte, der erst 17-jährige Kockisch wurde für ein knappes Jahr inhaftiert. Nach seiner Entlassung hielt er sich mit diversen Jobs am Cottbuser Stadttheater über Wasser, schlug sich unter anderem als Kartenabreißer, Nachtportier, Bühnenarbeiter und Theaterstatist durch, entdeckte so seine Leidenschaft für die Schauspielerei. 
 
Foto (auch Hintergrund) mit freundlicher Genehmigung von Kristin Magister
und Thomas Heubner (www.friedrichshainer-chronik.de); © Kristin Magister
Uwe Kockisch 01; Copyright Kristin Magister
Es gelang ihm, an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin-Schöneweide einen Studienplatz zu erhalten, erste Engagements bekam er dann nach seinem erfolgreichen Abschluss in Cottbus und Karl-Marx-Stadt. Anschließend wechselte er dann an das "Maxim Gorki Theater" in Ost-Berlin, wo er rasch zu einem renommierten Charakterdarsteller avancierte und über zwei Jahrzehnte auf der Bühne stand. Später, nach der "Wende", war er auch für zwei Jahre an der Berliner "Schaubühne" tätig, danach arbeitete er als freiberuflicher Schauspieler. Zu seinem Repertoire zählen Rollen in Klassikern wie beispielsweise Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" oder Tschechows "Drei Schwestern" ebenso wie Figuren in modernen Stücken wie "Schlusschor" von Botho Strauß, "Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten" von Peter Handke oder "Alice im Bett" von Susan Sontag.
  
Zum Film kam Uwe Kockisch Anfang der 70er Jahre, spielte erste kleine Rolle in DEFA-Streifen wie "Für die Liebe noch zu mager" (1973) oder erhielt im Fernsehen unter anderem Parts in "Polizeiruf 110 – Die verschwundenen Lords" (1974) und "Die Schwarze Mühle" (1975). Nach den DEFA-Produktionen "Lachtauben weinen nicht" (1979) und "Bürgschaft für ein Jahr" (1981) hatte er im gleichen Jahr seinen künstlerischen Durchbruch vor der Kamera mit der Rolle des ehemaligen KZ-Häftlings Arnold in "Dein unbekannter Bruder", den Ulrich Weiß über Treue und Verrat im antifaschistischen Widerstandskampf voller Irritationen drehte, so dass der Film bei den DDR-Oberen in Ungnade fiel: Uwe Kockischs Spiel ist, wie das Spiel aller großen Schauspieler, überraschend, unvorhersehbar, nie ausrechenbar. Das mag an seinem Mißtrauen gegenüber dem Text (er spielt etwas anderes, als was er spricht), gegenüber allzu eindeutigen Lösungen liegen. Bei den Probeaufnahmen filmten wir die Szene, wie Arnold allein in seinem Zimmer ist, wie ihn die große Einsamkeit befällt angesichts der übermacht der Nationalsozialisten und der Ohnmacht des kleinen Häufchens der Widerstandskämpfer. Im Zimmer hing ein Spiegel. Als Arnold sich ihm nähert, wehrt sich alles in ihm, hineinzuschauen, doch er kommt nicht an ihm vorbei. Da legt er das Ohr an das Glas. Er lauscht in den Spiegel hinein, bedient das Requisit gewissermaßen mit dem falschen Sinnesorgan. Die Einsamkeit, sie konnte nicht tiefer sein. Obwohl von Ideen inspiriert, ist sein Spiel biologisch. Sein Gesicht kann sichtlich verfallen und sich frappierend schnell wieder beleben. Der Wechsel von Spannung und Entspannung erfolgt mühelos. (…) Alles ist reines Spiel – denn je mehr ein Spiel Spiel ist, um so stärker das Lebensgefühl. Als der Film 1982 vor Mitgliedern des SED-Politbüros lief, lautete ihr Urteil: "So waren wir nicht." – Schade…
(Quelle: Ulrich Weiß in "Vor der Kamera – Fünfzig Schauspieler in Babelberg", S. 149)
 
Es folgten Rollen in DEFA-Produktionen wie beispielsweise in Helmut Dziubas "Sabine Kleist, sieben Jahre" (1982) und "Erscheinen Pflicht" (1983), Peter Vogel besetzte ihn in "Die Zeit der Einsamkeit" (1984), Karl-Heinz Heymann in dem Drama "Rabenvater" (1985) und Michael Gwisdek in seinem vielbeachteten Regiedebüt "Treffen in Travers" (1988); auch auf dem Bildschirm hatte sich der Schauspieler inzwischen als feste Größe etabliert.
Nach der sogenannten "Wende" konnte der Schauspieler im gesamtdeutschen Film seine Wandlungsfähigkeit beweisen; neben regelmäßigen Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie beispielsweise "Tatort", "Rosa Roth", "Die Straßen von Berlin" oder "Polizeiruf 110" – hier wirkte er schon seit Anfang der 70er Jahre mit – spielte er prägnante Rollen in TV-Stücken wie "Landschaft mit Dornen" (1992), "Die Narbe des Himmels" (1994) oder "Operation Medusa" (1995); ab 1995 erlangte Kockisch ungeheure Popularität als unrasierter Kommissar Zappek in der gleichnamigen TV-Serie.
Der Mann mit dem immer etwas düsteren Gesichtsausdruck beeindruckte die Fernsehzuschauer beispielsweise aber auch ab 1996 zwei Jahre lang als lungenkrebskranker Kriminalhauptmeister Jürgen Pfeiffer in der Serie "Die Wache", den tragischen und komischen Geschichten aus dem Alltag einer Großstadt-Wache in Köln. Als eifersüchtiger Kripo-Mann Heinz Bohler, der das Glück von "Geläuterten" bedroht, tauchte er 1999 in Sigi Rothemunds Thriller "Gestern ist nie vorbei" auf, einen Kommissar mimte er beispielsweise auch 2002 in Daniel Helfers TV-Thriller "Ich bring Dich hinter Gitter"1) oder im gleichen Jahr in Matti Geschonnecks "Die Mutter"1) nach dem Roman von Petra Hammesfahr. 
 
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Uwe Kockisch 02; Copyright Kristin Magister
Seit 2003 begeistert Uwe Kockisch die Krimi-Fans erneut in Literaturverfilmungen – als Commissario Guido Brunetti in Sigi Rothemunds (Regisseur seit Folge 3) spannenden "Donna Leon"-Episoden nach den gleichnamigen erfolgreichen Romanen. Ganz in der Tradition seines Vorgängers und Schauspielerkollegen Joachim Kr๓l2), kämpft er (seit Folge 5) besonnen, immer ein wenig melancholisch, gemeinsam mit seinem treuen Helfer Sergente Vianello (Karl Fischer) gegen Venedigs Verbrecherwelt: Bisher sah man Kockisch mit dieser Rolle in den Folgen "Venezianisches Finale"1) (2003), "Feine Freunde" (2003), "Acqua alta"1) (2003), "Sanft entschlafen"1) (2004), "Beweise, dass es böse ist"1) (2005), "Verschwiegene Kanäle"1) (2005), "Das Gesetz der Lagune"1) (2006), "Endstation Venedig"1) (2006), "Blutige Steine"1) (2008) und "Die dunkle Stunde der Serenissima"1) (2008). Die Dreharbeiten zu "Wie durch ein dunkles Glas" und  "Lasset die Kinder zu mir kommen" fanden bereits im Juni 2007 ihren Abschluss, da sie gleich nach Erscheinen der englischen Versionen der Bücher begonnen wurden. Gesendet wurde der 15.  Brunetti-Fall  "Wie durch ein dunkles Glas"1) am 22. Oktober 2009, Fall 16 "Lasset die Kinder zu mir kommen"1) am 7. Oktober 2010. Die Geschichte um "Das Mädchen seiner Träume"1) gelangte am 28. April 2011 zur Ausstrahlung, der 18. Fall "Schöner Schein"1) flimmerte am 14. April 2012 über den Bildschirm; siehe auch die Infos zu den "Donna Leon"-Krimis bei Wikipedia.
 
Doch Uwe Kockisch ist nicht nur "Ordnungshüter", auch mit Figuren wie der des "Jurek B" in Frank Beyers Verfilmung der Manfred-Krug-Biografie "Abgehauen"1) (1998) überzeugt er die Zuschauer. In Roland Suso Richters vielfach ausgezeichnetem Thriller "Der Tunnel"1) (2000) etwa spielt er den Oberst Krüger, der alles daransetzt, die Fluchtpläne von Heino Ferch zu durchkreuzen. In "Opferlamm – Zwischen Liebe und Hass" (2001) mimt Uwe Kockisch einen Knastbruder auf freiem Fuß, der für seine Rachegelüste seinen eigenen Sohn als Köder missbraucht. (…)  Eine seiner Bösewicht-Rollen hat Kockisch als verwundeter Einbrecher (Bauchschuss) in dem Krimi "Die Datsche"1) (2002). (Quelle: prisma-online.de
Zu Kockischs weiteren Fernsehproduktionen zählt auch der zwielichtige Werner Horn und Vorgesetzte von Ermittler Tom Rehberg alias Helmut Zierl in Sigi Rothemunds "Rotlicht – Die Stunde des Jägers" (2002) sowie der Arzt Dr. Ehnert in dem Episoden-Thriller "Geheimnisvolle Freundinnen" unter der Regie von Oliver Elias und Uljana Havemann. 
In Thomas Schadts beeindruckenden Doku-Drama "Carola Stern – Doppelleben" (2004), welches nach dem autobiografischem Bestseller der Schriftstellerin und ehemaligen Redakteurin entstanden war, überzeugte er als Ehemann Carola Sterns (Maria Simon/Renate Krößner), dem in der DDR politisch verfolgten Kommunisten Heinz Zöger. Nach seinem Auftritt in Sigi Rothemunds Thriller "Erinnere dich, wenn du kannst!" (2005) zeigte er in der ZDF-Produktion "Die Nachrichten"1) (2005) einmal mehr, dass er auch düstere Figuren glaubwürdig zu interpretieren weiß: Das Stück, welches Matti Geschonneck nach dem gleichnamigen Roman des Journalisten Alexander Osang in Szene gesetzt hat, erzählt die Erlebnisse des fiktiven ostdeutschen Nachrichtensprechers Jan Landers (Jan Josef Liefers) im Hamburgs Medienschickeria Mitte der neunziger Jahre. Kockisch mimt den schmierigen Brandenburger Lokalreporter Thomas Raschke, der mit allen Mitteln versucht, an Informationen über Landers vermeintliche Stasi-Zugehörigkeit heranzukommen und sich mit der SPIEGEL-Redakteurin (Dagmar Manzel) einen Wettlauf um mögliche Akten, vage Gerüchte und die bessere Geschichte liefert. Danach erlebte man ihn in dem von Dominik Graf in Szene gesetzten Polizeithriller "Eine Stadt wird erpresst"1) (2006) sowie neben Jürgen Vogel und Iris Berben in Matti Geschonnecks Thriller "Duell in der Nacht"1) (2007). Für seine darstellerische Leistung in "Eine Stadt wird erpresst" wurde Kockisch 2008 mit dem "Adolf Grimme Preis" in der Kategorie "Fiktion" als "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet.
 
Mit einer durchaus sympathischen, wenn auch diesmal melancholisch angehauchten Figur sah man Kockisch Mitte Dezember 2008 in dem besinnlichen Weihnachts-Melodram "Wenn wir uns begegnen", mit dem die Einsamkeit vieler Menschen gerade am Heiligen Abend thematisiert wurde. Regisseur Sigi Rothemund lässt in der episodenhaften Inszenierung die Personen in einem Krankenhaus agieren, in dem unterschiedlichste Menschen und Schicksale aufeinandertreffen. Kockisch spielt den renommierten Chefarzt und Neurologen Professor Dr. Max Singer, der vor genau zwei Jahren seine Frau bei einer Hirntumor-Operation verlor und seither, von schweren Schuldgefühlen gequält, nicht mehr operiert hat. Es ist der 24. Dezember: In der Notaufnahme eines Kreiskrankenhauses bereitet man sich auf eine turbulente Nacht vor. Zum Team gehören: Chefarzt Professor Singer, der seine Frau verloren hat und sich seither noch mehr in die Arbeit stürzt, und die Chirurgin Hannah Cornelsen (Muriel Baumeister), die über der Arbeit vergessen kann, dass sie und ihr Mann (Stephan Kampwirth) sich auseinandergelebt haben. Durch die Begegnungen mit den verschiedenen Schicksalen unterschiedlichster Patienten – wie der einsamen Frau Ferber (Rosemarie Fendel) oder dem betrunkenen Weihnachtsmann (Michael Gwisdek) – haben sie und alle in dieser Nacht in der Notaufnahme gestrandeten Menschen die Chance, auch privat wieder ihr Glück zu finden. (Quelle: www.prisma-online.de)
 
Es sind meist jedoch ambivalente, scheinbar integre Figuren, denen Kockisch Kontur verleiht, so auch der Revierleiter Neumann, der in dem Krimi "Blutige Stadt"1) aus der vielgepriesenen, losen ZDF-Reihe "Nachtschicht" in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Eindrucksvoll seine Darstellung eines gewissenlosen Mannes, der mit Drogenhändlern paktiert, nach außen jedoch den knallharten Polizisten mimt. Der Ende Januar 2009 gezeigte Thriller "hat es wieder in sich: Ambivalente Charaktere, gute Story, hervorragende Darsteller und Spannung pur.", meint prisma-online und weiter kann man lesen: "Bereits 2003 präsentierte Regisseur Lars Becker mit "Amok" die gelungene Auftaktfolge seiner losen Kriminalfilm-Reihe "Nachtschicht", die zum besten und spannendsten gehört, was die deutsche TV-Landschaft zu bieten hat."
"Ein Dorf schweigt"1) hieß der am 9. April 2009 im ZDF ausgestrahlte Fernsehfilm mit Katharina Böhm und Uwe Kockisch in den Hauptrollen, mit dem die Geschichte einer Flüchtlingsfamilie nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt wird, die in einem kleinen Bauerndorf in Nordhessen einquartiert wird. Das von Regisseur Martin Enlen nach einem Drehbuch von Henriette Piper inszenierte fiktive Vertriebenendrama gibt einen authentischen Einblick in die damals entbehrungsreiche Nachkriegszeit, als Millionen von Deutschen aus den besetzten Ostgebieten nach Westen zogen. Kockisch überzeugt einmal mehr als grimmiger Pfarrer Carl Beppler, der im Frühjahr 1945 Johanna Dawe (glänzend gespielt von Katharina Böhm), deren zwei Kindern und dem elternlosen Heinz (Frederick Lau) zunächst die Unterkunft verweigert. Am Beispiel eines hessischen Dorfes erzählt der ZDF-Spielfim mit kleinem Budget und großartigen Schauspielern von der Unmöglichkeit eines Neuanfangs, solange das Alte nicht verarbeitet ist. Ohne emotionalen Bombast, fast spröde erzählt er von hoch traumatisierten Kriegsheimkehrern, die nicht mehr in ihre alten Rollen passen, von der Schuld der Denunzianten, die mit Kriegsende nicht einfach beglichen sein kann, und von einem Pfarrer, der Vergebung predigen muss, aber im Hass verharrt. (Quelle: www.focus.de; siehe auch www.dieterwunderlich.de)
 
In dem sehenswerten ZDF-Krimi "Mordshunger"1) aus der Reihe "Lutter" tauchte Kockisch am 17. Oktober 2009 neben dem ehemaligen Brunetti-Darsteller Joachim Kr๓l auf, der seit einiger Zeit als eigenwilliger Essener Ruhrpottkommissar Furore macht. Kockisch mimte den Currywurstbuden-Betreiber Klaus Siegener, Bruder des Mordopfers, der bald in den Focus der Ermittlungen rückt.
"Hoffnung für Kummerow" lautet der Titel eines aktuellen Fernsehfilmprojekts mit Uwe Kockisch, welches der NDR, Saxonia Media und der Kultursender ARTE realisierten. Die von Jan Ruzicka inszenierte Ossi-Tragikomödie wurde vorab am 17. Juli 2009 auf ARTE ausgestrahlt, fand dann jedoch zunächst den Weg in kleinere Kinos. Am 10. August 2010 gab es die erste Sondervorführung vor über 300 Gästen im Berliner Kino "Babylon" in Anwesenheit der Schauspieler Henry Hübchen, Dagmar Manzel, Christine Schorn und Victor Schef้ sowie des Regisseurs Jan Ruzicka; weitere rund 30 Kinovorführungen schlossen sich bis Ende 2010 an. Neben Henry Hübchen und Dagmar Manzel ist auch Uwe Kockisch mit einer Hauptrolle zu sehen, Hübchen spielt den Bürgermeister von Kummerow, Oskar Kubiczek, ein Mann mit Visionen und Durchhaltevermögen, der vor einer schier unlösbaren Aufgabe steht: Er muss Arbeitsplätze für seine Mitbürger schaffen – und das in einer Gegend, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Praktisch alle Einwohner Kummerows sind arbeitslos, die Jugend ist komplett in den Westen abgewandert und die Geburtenrate geht gegen Null. Als sogar Oskars Ehefrau Irmgard (Dagmar Manzel) sich gen Westen davonmachen will, muss er sich etwas einfallen lassen. Doch die sturen Mitbürger aus ihrer Lethargie zu reißen, ist für Oskar und seinen Freund Niels Lause (Uwe Kockisch) eine ziemliche Herausforderung. Nur ganz allmählich begreifen die Einwohner von Kummerow, dass sie etwas tun müssen gegen ihre Misere – und eine Regatta gegen den Ruderclub des Erzfeindes Zechin ist erst der Anfang … (Quelle: www.presseportal.de; siehe auch www.drefa.de)
  
In dem provokativen, ambivalent beurteilten SAT.1-Event-Zweiteiler "Die Grenze"1) (EA: 15./16. 03.2010) spielte Kockisch unter der Regie von Roland Suso Richter neben Benno Fürmann, Thomas Kretschmann, Marie Bäumer, Anja Kling und Katja Riemann eine der Hauptrollen und verlieh dem DDR-Nostalgiker bzw. sozialistischer Rädelsführer Erich Manz in in diesem bedrückend-futuristischen Fernsehfilm glaubwürdige Züge (siehe auch die Artikel bei  www.zeit.de und www.spiegel.de).
Beendet sind die Dreharbeiten zu einer historischen ARD-Familienserie mit dem Titel "Weissensee"1), die am 1. September 2009 in Berlin und Umgebung begonnen hatten. Für diese politische Familiensaga, angesiedelt in Ost-Berlin Anfang der 80er Jahre, standen unter der Regie von Friedemann Fromm neben Uwe Kockisch unter anderem Katrin Sass, Hannah Herzsprung und Florian Lukas vor der Kamera, Kockisch gibt den hohen Stasi-Offizier Hans Kupfer. "Die Serie ist konzipiert für sechs Folgen mit der Option, die Familiengeschichte bis zum Mauerfall und darüber hinaus mit Zeitsprüngen weiterzuerzählen" berichtet das ARD-Presseportal, am 14. September 2010 wurde die erste Folge zur besten Sendezeit ausgestrahlt; die weiteren fünf, jeweils 50-minütigen Teile folgten jeweils Dienstags bis 19. Oktober 2010. "Friedemann Fromm drehte mit toller Besetzung eine eindringlich inszenierte und gespielte Familienserie. übrigens die erste nach der Wende, die in der DDR spielt. (…) Mit "Weißensee" erzählt er nach den Drehbüchern von Annette Hess ("Die Frau vom Checkpoint Charlie", "Haltet die Welt an") eine Familiengeschichte in der DDR der Achtzigerjahre. Ob die Geschichte bis zum Mauerfall und darüber hinaus weiter erzählt wird, hängt von der Resonanz und den Einschaltquoten ab. Die Option ist vorhanden – so die Produktionsfirma."3); siehe auch Wikipedia
 
Am 15. Dezember 2010 wurde in der ARD ein ungewöhnlicher Film mit dem Titel "Morgen musst Du sterben"1) ausgestrahlt. In der packenden Geschichte nach einem Drehbuch von Niki Stein( auch Regie) spielt Uwe Kockisch den emeritierten Professor für Städtebau Johannes Ganten, der 24 Stunden um sein Leben bangt – in seinem Briefkasten hat er einen Zettel mit den Worten "Morgen musst Du sterben!" gefunden. Der Zuschauer wird von der nicht zuletzt wegen der Kameraführung fast surreal anmutenden Story gefesselt, bangt mit dem Mann, der in einen Strudel unerklärlich-seltsamer Ereignisse gerät, die sein ganzes bisheriges Leben verändern. Der kammerspielartig anmutende Film mit kriminalistischen Züge fesselte die Zuschauer bis zum Schluss, nicht zuletzt wegen eines brillant aufspielenden Uwe Kockisch, an der Seite einer ebenso großartigen Schauspielerriege wie Matthias Habich, Susanne Lothar, Eleonore Weisgerber und Gisela Schneeberger. "Mit einem starken Darsteller-Ensemble inszenierte Niki Stein, eigentlich Nikolaus Stein von Kamienski, nach eigenem Drehbuch den kafkaesken Albtraum als Psychothriller mit schwarzhumorigen Momenten. (…) Hier zeigt Hauptdarsteller Uwe Kockisch, der normalerweise als Donna Leons Kommissar Brunetti durch die Lagunenstadt Venedig streift, einmal mehr, dass er zu Deutschlands besten Charakterdarstellern zu zählen ist." notiert prisma-online. Ein weitere TV-Produktion mit Kockisch in der Hauptrolle ist der bereits 2008 gedrehte Krimi von Thorsten Näter "Eine Nacht im Grandhotel"1): Im luxuriösen Hamburger Grandhotel hat Hoteldetektiv Paul Sander (Uwe Kockisch) alle Hände voll zu tun. Er ermittelt gegen einen Weindieb, beruhigt einen renitenten Gast, besänftigt eine gealterte Diva und trifft auch seine große Liebe Greta Moreno (Barbara Auer) wieder. Auf die hat es ein Killer abgesehen …3); Erstausstrahlung in der ARD war der 5. Januar 2011. 
Danach zeigte er sich in dem von Sigi Rothemund vor exotischer Kulisse inszenierten spannenden Story "Ein Schatz fürs Leben – Abenteuer in Panama" (EA: 13.03.2011) als skrupelloser Carlos Ortega. Prisma-online notiert: "Das von Traumschiff-Erfinder Wolfgang Rademann produzierte Abenteuer bietet aufregende und spannende Charaktere, hochkarätige Besetzung, exotische Landschaft – gedreht wurde an Originalschauplätzen in Panama – und eine groß:e Love-Story." In dem sehenswerten ZDF-Thriller "Spreewaldkrimi – Die Tränen der Fische"1) (EA: 28.03.2011), mit dem Matthias Koeberlin als Staatsanwalt Matthias Panasch mit seinem ersten Mordfall konfrontiert wird, kam Kockisch als der einstige Ganove Harry Ritter daher, der 15 Jahre lang wegen Mordes bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft im Gefängnis gesessen hatte, sich nun endlich mit seinem Sohn Matthias aussöhnen will, aber durch einen Mordfall erneut in das Visier der Ermittler gerät. In weiteren Rollen waren Henry Hübchen als Ritters ehemaliger Kumpan und Christian Redl als der ermittelnde Kommissar Krüger zu sehen. In der von Bernd Fischerauer inszenierte Familiengeschichte "Salto Vitale"1) (EA: 09.09.2011) mit Jutta Speidel als seiner gestandenen Filmehefrau Manuela, die mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr vergötterter Mann Tino (Kockisch) eine Geliebte hat und nach ersten dem Schock ein ganz neues Leben für sich entdeckt. Diesmal war er nicht der "harte Kerl", sondern musste hilflos zusehen wie seine Frau von Italo-Machos wie dem gut aussehenden Tanzlehrer Omero (Cosimo Fusco) umgarnt wird; siehe auch br-online.de.
Aktuell stand Kockisch als gefürchteter Raubritter für "Jorinde und Joringel" vor der Kamera, mit der die ARD ihre erfolgreichen Märchenverfilmungen fortsetzt. Die Erstausstrahlung erfolgt in der Reihe "Sechs auf einen Streich" im Weihnachtsprogramm 2011; mehr bei www.rbb-online.de.
    
Auf der Leinwand agierte Uwe Kockisch unter anderem 1992 als Ludwig Kollenbey in Roland Gräfs Krimi "Die Spur des Bernsteinzimmers", 1998 als "Winne" in Michael Gwisdeks "Das Mambospiel", 2000 konnte man ihn als Oberst Krüger in Roland Suso Richters preisgekröntem Thriller "Der Tunnel" erleben sowie 2001 in Edward Bergers Romanze "Frau2 sucht HappyEnd". Bernd Michael Lade besetzte ihn mit einer profilierten Nebenrolle in seinem Thriller "Null Uhr 12", in Carsten Fiebelers kammerspielartigen Drama "Die Datsche" (2002) stand er als Gangster Asche vor der Kamera sowie erneut unter der Regie von Carsten Fiebeler in dessen Ost-West-Komödie "Kleinruppin Forever"1), die im Frühjahr 2004 in die Kinos kam. In seinem neuen Kinofilm, dem RAF-Drama "Schattenwelt"1) (2008) von Regisseurin Connie Walter zeigt er sich neben Franziska Petri, Ulrich Noethen und Eva Mattes als verdeckter Fahnder auf der Spur der RAF. Der Streifen war als deutscher Wettbewerbsbeitrag beim 3. Filmfest von Rom (22. – 31. Oktober 2008) vertreten.
 
Uwe Kockisch, Schauspieler aus Leidenschaft, war zwei Mal verheiratet. Er ist Vater der inzwischen erwachsenen Söhne Sascha und Sebastian sowie eines Ziehsohns Mirko. Der ältere Sohn (geb. 1972) arbeitet in einem Berliner Autohaus, der Jüngere (geb. 1977) hat Biologie und Philosophie studiert. 2005 trennte sich Kockisch nach zehn Jahren von seiner Kollegin Franziska Petri, jüngst ging durch die Medien, Kockisch würde aus Liebe zu seiner neuen Lebensgefährtin Christine Gautier, die nichts mit der Schauspielbranche zu tun hat, seine Berliner Wohnung aufgeben und nach Madrid ziehen.
  
Link: 1)  www.prisma-online.de, 2) Wikipedia
3) Quelle: prisma-online.de
Stand: April 2012
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
siehe auch die Portraits bei www.friedrichshainer-chronik.de und www.radiobremen.de
sowie den Artikel bei Wikipedia
Filmografie bei www.imdb.de
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