Jacqueline Bisset (Winnifred Jacqueline Fraser-Bisset) wurde am 13. September 1944 als Tochter des englischen Landarztes Max Fraser Bisset († 1982) und dessen Frau Arlette Alexander († 1999), einer französischen Anwältin, in Weybridge1) (Surrey, Großbritannien), geboren. Als junges Mädchen musste sie sich um ihre kranke Mutter kümmern und mit für den Lebensunterhalt sorgen, als die Ehe ihrer Eltern nach mehr als 25 Jahren in Scheidung endete. So wurde sie bereits mit 18 Jahren Fotomodell und spielte kleinere Rollen beim Fernsehen. Auf einem der Werbeplakate, auf dem Jacqueline Bisset für ein Schaumbad Reklame machte, sah Regisseur Richard Lester1) die attraktive junge Frau und bot ihr eine winzige, im Abspann noch ungenannte Rolle in seinem Film "The Knack… and How to Get it"1) (1965, Der gewisse Kniff) an. 
Zunächst übernahm die angehende Filmschauspielerin noch unter dem Namen Jackie Bisset kleinere Aufgaben in britischen Streifen wie 1966 in Roman Polanskis bitterbösen Parabel "Cul-de-Sac"1) (Wenn Katelbach kommt) oder ein Jahr später in der Bond-Parodie "Casino Royale"1). Erst 1967 erhielt sie eine anspruchsvolleren Part in Robert D. Webbs1) südafrikanischer Produktion "The Cape Town Affair". Im Verlaufe der nächsten Jahre folgten nun eine Reihe amerikanische, britische und französische Filme, in denen Jacqueline Bisset mit prägnanten Nebenrollen besetzt wurde. Sie entwickelte sich zu einer vielseitigen und ernsthaften Schauspielerin und reifte künstlerisch, spielte beispielsweise 1970 die Stewardess Gwen Meighen in George Seatons Arthur Hailey-Adaption "Airport"1) an der Seite von Burt Lancaster und Dean Martin, sowie 1973 hervorragend die Titelrolle des Filmstars Julie Baker in François Truffauts Tragikomödie "La nuit américaine"1) (Die amerikanische Nacht) – hier zeigte sich Jacqueline Bisset von einer neuen Seite, anrührend und schön; 1973 lief der Film in Cannes und war die Sensation des Festivals.

Foto: Jacqueline Bisset im September 2007 in Almaty (Kasachstan)
Urheber: Andrey Lunin (bei www.flickr.com); Lizenz CC-BY-SA 2.0
Quelle: Wikimedia Commons (von www.flickr.com)

Jacqueline Bisset im September 2007 in Almaty (Kasachstan); Urheber: Andrey Lunin (bei www.flickr.com); Lizenz CC-BY-SA 2.0; Quelle: Wikimedia Commons (von www.flickr.com)
Es folgten große Rollen wie 1974 die Figur der Gräfin Andrenyi in Sidney Lumets hochkarätig besetzten Agatha Christie-Adaption "Murder on the Orient Express"1) (Mord im Orient-Express) mit unter anderem Albert Finney (Hercule Poirot1)), Lauren Bacall (Mrs. Hubbard) und Ingrid Bergman (Greta Ohlsson) oder 1975 die Anna Crawley in "Der Richter und sein Henker"1) nach dem Dürrenmatt-Roman1) unter der Regie von Maximilian Schell. 1981 spielte sie die Rolle der Schriftstellerin Liz Hamilton in George Cukors1) letzten Regiearbeit "Rich and Famous" (Reich und Berühmt) sowie 1984 die Gattin eines ehemaligen britischen Konsuls in Mexiko in John Hustons Alkoholiker-Drama "Under the Vulcano"1) (Unter dem Vulkan) – wohl eine ihrer besten Leinwand-Interpretationen.
Daneben war sie aber auch in weniger anspruchsvollen Streifen zu sehen, dafür aber in um so spektakuläreren Rollen: So agierte sie beispielsweise 1977 skandalträchtig im nassen T-Shirt in Peter Yates streckenweise fesselndem Taucherfilm "The Deep"1) (Die Tiefe) neben Robert Shaw1) und Nick Nolte1) oder war 1978 als Liz Cassidy neben Anthony Quinn in dem Streifen "The Great Tycoon"2) (Der große Grieche) zu sehen, angelehnt an die Beziehung zwischen Aristotles Onassis1) und Jacqueline Kennedy1). Danach ging ihre Kino-Karriere leider rapide abwärts. Denn ihre Auftritte mit Mickey Rourke1) in Zalman Kings 1989 gedrehten Soft-Porno "Wild Orchid1) (Wilde Orchidee) oder mit Martin Sheen1) und Jean-Pierre Cassel1) in der eher durchschnittlichen TV-Komödie "The Maid"2) (1991, Anthony, das Kindermädchen) trugen nicht gerade zu ihrer Popularität bei. 
Jacqueline Bisset 2017 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes"; Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons In den letzten Jahrzehnten tritt die attraktive Britin immer wieder in Kinofilmen oder TV-Produktionen in Erscheinung, wen auch nicht mehr so oft wie zu Beginn ihrer Karriere. Im Kino zeigte sie sich in Produktionen wie "Dangerous Beauty"1) (1998, Gefährliche Schönheit – Die Kurtisane von Venedig"), "Latter Days"1) (2003) oder "Mr. & Mrs. Smith" (2005), wo sie einen kleineren Part spielte, der jedoch in der Post-Produktionsphase dem Schnitt zum Opfer fiel. In dem Video-Tanzfilm "Save the Last Dance 2"1) (2006) tauchte sie als Monique Delacroix auf, danach wirkte sie mit Hauptrollen in dem Psychothriller "Death in Love"3) (2008) sowie in "Two Jacks"3) (2011) mit, ein Film, den Bernard Rose nach einer Kurzgeschichte von Leo Tolstoi realisiert hatte; Kinostart in den USA war Mitte Oktober 2013. In Abel Ferraras Drama "Welcome to New York"3) (2014), das lose auf der Affäre um den ehemaligen französischen Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn1), basiert, spielte sie an der Seite von Gérard Depardieu als machtbesessenem, sexsüchtigen Politiker Mr. Devereaux dessen wohlhabende Ehefrau Simone → www.filmstarts.de. In dem Erotik-Thriller "L'amant Double"1) (2017, Der andere Liebhaber), frei nach dem Roman "Der Andere" von Joyce Carol Oates1), präsentierte sie sich als Mutter der Protagonistin Chloé (Marine Vacth1)), in dem Politthriller "Backstabbing for Beginners"1) (2017) als arrogante Französin Christina Dupre.

Jacqueline Bisset 2017 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes"1)
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
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Auf dem Bildschirm erlebte man die Britin beispielsweise in zwei Bibel-Verfilmungen, so als Mutter Maria1) in Roger Youngs Zweiteiler "Jesus"1) (1999) und als Sarah1) (neben Martin Landau1) als Abraham1)) in der ebenfalls zweiteiligen Produktion "In the Beginning"1) (2000, Am Anfang). In dem TV-Drama "Britannic"1) (2000), der Geschichte der als Lazarettschiff eingesetzten, am 21. November 1916 vor Griechenland untergegangenen "HMHS Britannic"1), mimte sie die zentrale Figur der wohlhabenden Witwe Lady Lewis, in dem Dreiteiler "Joan of Arc: The Virgin Warrior"1) (2000, Jeanne d'Arc – Die Frau des Jahrtausends) die Mutter der von Leelee Sobieski1) dargestellten Jeanne d'Arc1). 2003 schlüpfte sie in "America's Prince: The John F. Kennedy Jr. Story" (Amerikas Sohn – Die John F. Kennedy Jr. Story), einem weiteren TV-Drama um den Kennedy-Clan bzw. über John Fitzgerald Kennedy Jr.1), in die Rolle von dessen Mutter Jacqueline Bouvier Kennedy Onassis1). 2005 zeigte sich Jacqueline Bisset neben Jan Niklas in dem zweiteiligen Pilcher-Melodram "Zauber der Liebe", seit 2007 war sie in der 4. Staffel der amerikanischen TV-Serie "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis"1) auf dem Bildschirm präsent. 2007 entstand zudem der Thriller "Carolina Moon"1) (Nora Roberts – Lilien im Sommerwind), in dem sie als Margaret Lavelle, Mutter der vor fast zwei Jahrzehnten ermordeten Hope, zu sehen war. 2011/12 bzw. ab der 2. Staffel mimte sie in der US-amerikanischen TV-Serie "Rizzoli & Isles"1) die Nebenrolle der Constance Isles. In dem britischen Mehrteiler "Dancing on the Edge"1) (2013) um den Aufstieg und Niedergang einer aus Farbigen bestehenden Jazzband, die in den 1930er Jahren in einem Londoner Nobel-Hotel auftritt, stellte sie die englische Millionärin Lady Lavinia Cremone dar und wurde 2014 für ihre schauspielerische Leistung mit dem "Golden Globe"1) als "Beste Nebendarstellerin in einer Miniserie"1) ausgezeichnet.
    
Jacqueline Bisset war zwar niemals verheiratet, hatte jedoch mehrere publicityträchtige Beziehungen: So lebte sie zwischen 1967 und 1973 mit ihrem kanadischen Kollegen Michael Sarrazin1) (1940 – 2011) zusammen, zwischen 1975 und 1980 folgte die Verbindung mit dem Nachtclub-Besitzer und Filmproduzenten Victor Drai3). Ihre Beziehung mit dem russischen Balletttänzer Alexander Boris Godunow1) (1949 – 1995) hielt von 1981 bis 1988, anschließend war sie vier Jahre mit dem 17 Jahre jüngeren Schweizer Schauspieler und Regisseur Vincent Perez1) liiert. Zwischen 1994 und 2005 bzw. 2007 bis 2008 war der türkischstämmige, in Deutschland aufgewachsene Kampfsportler Emin Boztepe3) an ihrer Seite.4)
Die Schauspielerin ist die Taufpatin von Angelina Jolie1).  
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
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4) Quelle: Wikipedia (englisch)
Stand September 2018
 
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