Dieter Laser wurde am 17. Februar 1942 in Kiel und wuchs in Hamburg auf. Nach der Schule, die er mit der sogenannten "mittleren Reife" abschloss, arbeitete er zunächst in verschiedenen Jobs, begann dann eine Ausbildung an einer Schauspielschule, die er jedoch nach einem Jahr wieder abbrach. Seine Leidenschaft gehörte jedoch der Schauspielerei, als Statist schnupperte er Theaterluft am Schauspielhaus Hamburg und wurde dort 1961 von Gustaf Gründgens entdeckt, der das Talent des jungen Mannes erkannte. 
Zusammen mit dem Schauspieler Joseph Offenbach förderte Gründgens den weiteren darstellerischen Werdegang Lasers und übertrug ihm erste kleinere Rollen. Während eines Gastspiels an den Deutschen Kammerspielen in Santiago de Chile (1962/63) wurde Peter Stein auf den charismatischen Schauspieler aufmerksam, doch es sollte noch einige Zeit dauern, bis er ihn 1967 an die Münchner Kammerspiele holte; dort profilierte sich Laser in den nachfolgenden zwei Jahren zu einem anerkannten Charakterdarsteller. Als Peter Stein 1969 nach Zürich wechselte, ging Dieter Laser mit ihm und zeigte dort bis 1970 in zahlreichen Stücken seine enorme Wandlungsfähigkeit. Anschließend folgte der Schauspieler einem Ruf an die Berliner die "Schaubühne am Halleschen Ufer", dessen Direktoriumsmitglied er wenig später wurde.
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Dieter Laser 01
Seit 1974 ist Dieter Laser freiberuflich tätig und bindet sich nicht mehr fest an ein Haus, Gastspiele unter anderem in Basel, am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, den Bühnen der Stadt Bonn, der Freien Volksbühne Berlin, dem Schiller-Theater Berlin und dem Wiener Burgtheater sowie bei den Salzburger Festspielen gehören zu seinen Theaterstationen.
Mit einem breit gefächerten Rollenrepertoire, dass von klassischen, aber auch modernen Figuren geprägt ist, bewies und beweist Dieter Laser immer wieder seine enorme schauspielerische Dominanz. Titelrollen wie in Ibsens "Peer Gynt", Shakespeares "Macbeth" oder Sophokles' "Oedipus" gehören ebenso dazu wie der "Mercutio" in Shakespeares "Romeo und Julia" , der "Prinz von Gonzaga" in Lessings "Emilia Galotti" oder der "Glumow" in Ostrowskijs "Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste". Als "Freder" in glänzte er beispielsweise in Bruckners "Krankheit der Jugend", als "Bankier Westerhaus" in Schnitzlers "Komödie der Verführung", als "Antoine" in Roger Vitracs "Victor oder die Kinder an der Macht" oder als "Don Alphons von Este" in "Lucretia Borgia" von Victor Hugo – um nur einiges zu nennen.
  
Dieter Laser und Marita Breuer in DER PREIS
Dieter Laser und Marita Breuer in Arthur Millers "Der Preis" (09.01.1990)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
  Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
In jüngerer Zeit (2001/02) brillierte er am "Théatre National Du Luxembourg" sowie bei Ruhrfestspielen in Recklinghausen als "Soliman" in Daniel C. von Lohensteins "Ibrahim Bassa", wenig später erlebte man ihn 2002 im Kloster Brunshausen mit dem Monolog des Giordano Bruno nach Drewermanns Buch "Giordano Bruno oder Der Spiegel des Unendlichen", eine Inszenierung mit der Laser immer noch das Publikum begeistert: Dieter Laser, dessen charismatischer Bühnenpräsenz man sich kaum entziehen kann, zeigt den Intellektuellen Giordano Bruno als Menschen, der am Leben hängt und sich in die Schönheit seiner Heimatlandschaft bei Neapel träumt, der betrauert, "keine Diana gehabt" zu haben und dann wieder in Zorn gerät, dass die Wahrheit ohne Chance ist. Einen Menschen, den Albträume plagen und die Verzweiflung über die Dummheit der Macht. Er macht die Angst sichtbar, dass er unter neuerlicher Folter widerrufen werde. Es ist ein ständiges Sich-seiner-selbst-vergewissern. Bis hin zur Apotheose als nackte Kreuzigungsfigur und zum trotzigen Triumph: "Der Geist ist nicht zu töten." Die etwa eineinhalbstündige Inszenierung, die nach der Premiere in Bebenhausen überschwänglich gefeiert wurde, stammt von Dieter Laser und Klaus Engeroff, der zusammen mit Klaus Giffhorn die Textfassung nach Drewermanns Buch geschrieben hat.
(Zitat: Reutlinger General-Anzeiger, 23.10.2005)
Zu Lasers aktuelleren Theaterauftritten zählt unter anderem die herausragend gespielte Rolle des besessenen Kapitän Ahab in der Bühneversion von Herman Melvilles "Moby Dick", welche 2004 unter der Regie von Amélie Niermeyer und Klaus Buhlert als "Moby Dick oder der Wal" am Theater Freiburg uraufgeführt wurde. 
Dieter Laser 03 2005 begeisterte der Mime beim Weimarer Kunstfest als Philosoph Friedrich Nietsche in der szenischen Lesung "Ich bin Dein Labyrinth" an der Seite von Daphne Wagner als Cosima Wagner; bereits ein Jahr zuvor hatte das Schauspieler-Duo beim Sommerfestival in Bad Reichenhall bzw. beim Festival in Bad Kissingen in diesem Stück brilliert, aus Briefen, Tagebüchern und Texten von Friedrich Nietzsche und Cosima Wagner gelesen. 2006 erlebte man Dieter Laser beispielsweise am Düsseldorfer Schauspielhaus als Dr. Bock in Elias Canettis Stück "Die Hochzeit", einer Revue zwischen Welttheater und aberwitzigem Totentanz, melancholischem Märchen und diabolischem Spaß, in dem Laser auch im Januar bzw. Ende Februar 2007 zu sehen war. In Moritz Rinkes Stück "Die Nibelungen – Die letzten Tage von Burgund", der von Festspiel-Intendant Dieter Wedel als Politthriller bilderreich inszenierten, dreieinhalbstündigen Geschichte des Untergangs der Burgunder, spielte Laser den Hunnenkönig Etzel. Die Premiere war am 20. Juli 2007, die Nibelungen-Festspiele1) fanden bis zum 5. August 2007 vor der magischen Kulisse des Wormser Kaiserdoms am Originalschauplatz des mittelalterlichen Epos statt, 2008 wurde erstmals in der Geschichte der Nibelungenfestspiele "Die letzten Tage von Burgund" im Wechsel mit "Siegfrieds Frauen" gespielt.
  
 
Foto: ©Christine Fenzl
Das Foto wurde mir freundlicherweise von Dieter Laser zur Verfügung gestellt; das Copyright liegt bei der Fotografin Christine Fenzl (auch Hintergrundbild), die einer Veröffentlichung zugestimmt hat.
Bei Lasers Theaterwirken der letzten Jahre muss Hansgünther Heymes Inszenierung "Heiliges Land" des algerischen Autors Mohamed Kacimi genannt werden, der mit seinem aus 13 Szenen bestehenden Stück Bezug auf den israelisch-palästinensischen Konflikt nimmt, ohne ihn konkret zu benennen. Der Regisseur Hansgünther Heyme, der mit dem Theater Brechts groß geworden ist und dessen dramaturgische Prinzipien in Ehren hält, hatte Kacimis schwieriges Stück im Herbst 2007 im Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt. Stefan Benz (Darmstädter Echo) schrieb unter anderem "Es ist Dieter Laser, der bei dieser Uraufführung als Vater Yad zeigt, welche Ironie, welcher Sarkasmus und vor allem welcher Rhythmus in dem Text stecken. Dieser Yad hat genug erlebt, will nur noch Arak trinken, Pistazien essen und Dostojewski lesen. Doch mit seinem zynischen Pragmatismus lässt sich der Krieg nicht aussperren, die Gewalt kommt in Gestalt seines Sohnes zur Tür herein. (…) Dieter Laser spielt die Tragödie dieses Mannes ausladend, modelliert die Sätze, schärft sie an, dehnt die Konsonanten, grollt trocken und bringt Kacimis Sentenzen bisweilen fast schon singend zum Klingen. Dieser Schauspieler reizt die Sprache aus, überreizt auch manchmal, doch letztlich macht er an diesem Abend den Unterschied zwischen Triumph und Mittelmaß."
Aktuell steht der Schauspieler bei den Ruhrfestspielen 2010 in der von Armin Holz inszenierten Shakespeares Komödie "Was Ihr Wollt" auf der Bühne. Die Premiere des hochkarätig besetzten Stücks, eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen, dem Théâtre National du Luxembourg, dem Grand Théâtre de Luxembourg und dem Renaissance-Theater Berlin, findet am 29. Mai 2010 im Theater Marl statt; die Berliner Premiere folgt am 12. Juni 2010.
 
Mehr zum Theaterwirken von Dieter Laser in diesem Dokument (PDF-Datei, 134 KB).
Dieter Laser 02 Über die Theaterszene hinaus bekannt und populär wurde Dieter Laser seit Anfang der 70er Jahre durch zahlreiche Filme und Fernsehspiele. Nach der Rolle des Miguel in dem Kinofilm "Die Letzten Ferien" (1975) übertrug ihm Ulf Miehe die Titelfigur in "John Glückstadt", die Laser einen Bundesfilmpreis einbrachte. Volker Schlöndorff besetzte ihn als Reporter Tötges in seiner Böll-Adaption "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975), wenig später tauchte Laser in Manfred Purzers "Die Elixiere des Teufels" (1976, nach E.T.A. Hoffmann) sowie neben Horst Frank und Jürgen Prochnow in Rainer Erlers "Operation Ganymed" (1977) auf. In dem Streifen "Die Gläserne Zelle", den Hans W. Geissendörfer nach dem Krimi von Patricia Highsmith in Szene gesetzt hatte, mimte er den Anwalt David Reinalt, spielte in Dagmar Dameks Drama "Nachtwachen" (1979, auch "Miras Haus") und in Horatius Haeberles "Ein Gutes Land" (1982), der Geschichte eines jungen Inders aus Kalkutta, auf der Suche nach dem Paradies. 

Foto: © Werner Bethsold
Das Foto entstand 1982 während einer Hörspielproduktion.
Erneut an der Seite von Jürgen Prochnow agierte er in der amerikanisch-französischen Produktion "The Man Inside" (1990, The Man Inside – Tödliche Nachrichten), die nach der aufsehenerregenden Reportage von Günter Wallraff entstanden war, ein Jahr später folgte die Komödie "Meeting Venus" (1991, Zauber der Venus) an der Seite von Glenn Close und Niels Arestrup, mit dem Regisseur István Szábo einen satirischen Blick auf den Betrieb der E-Musik wirft. In Peter Sehrs filmischen Dokumentation "Kaspar Hauser" (1993, mit André Eisermann in der Titelrolle) erlebte man Laser mit der eher ungewöhnlichen Rolle des Ludwig I. von Bayern, nach Peter Patzaks Literaturverfilmung "Brennendes Herz – Tagebuch einer Flucht" (1995, nach dem autobiografischen Roman von Gustav Regler) sowie der Rolle des Peter Hollsten in Armin Mueller-Stahls "Conversation with the Beast" (1996, Gespräch mit dem Biest) folgte der "Professor Blättchen" in Volker Schlöndorffs ambitioniertem und hochkarätig besetztem Film "Der Unhold" (1996, u.a. mit John Malkovich und Armin Mueller-Stahl), welcher die Mythen des Nationalsozialismus thematisiert. Erwähnt werden muss auch Lasers Rolle des "Bruno" in Martin Buchhorns Grass-Verfilmung " "Die Rättin" (1997), zu Lasers weiteren Arbeiten für das Kino zählen unter anderem Maria von Helands Thriller "Recycled – Tot und Mordschlag" (1999), Oskar Roehlers Komödie "Suck My Dick" (2001), Winfried Bonengels Drama "Führer Ex" (2002), Maria von Helands Geschichte "Große Mädchen weinen nicht" (2002) sowie Reuben Leders Actionthriller "Baltic Storm – Der Untergang der Estonia" (2003) mit Jürgen Prochnow und Greta Scacchi. Zu seinen jüngsten Arbeiten für das Kino zählt Margarethe von Trottas Drama "Ich bin die Andere" (2006) mit Katja Riemann und August Diehl; Laser spielte eindrucksvoll den zungenlosen, stets grimmig dreinschauenden Butler Bruno. Zuletzt stand der Schauspieler für den internationalen Thriller "The Human Centipede" (2008, Regie: Tom Six) mit der Hauptrolle des pensionierten, verrückten Chirurgen Dr. Josef Heiter vor der Kamera; der Horrorstreifen wurde 2009 auf dem "Screamfest" in Los Angeles" sowie dem "Fantastic Fest" (USA) als "Best Picture" ausgezeichnet, Laser selbst erhielt dort den Preis "Best Actor 2009".
 
Auf dem Bildschirm schlüpft der Schauspieler in beliebten Krimireihen wie "Tatort", "Polizeiruf 110" oder "Rosa Roth" oft in die Rolle des Bösewichts, auch für Serien wie "Wolffs Revier", "Die Cleveren", "Lexx" "Der Solist" oder "SK Kölsch" steht er wiederholt vor der Kamera. In den fünf Folgen der Science-Fiction-Geschichten um "Das Blaue Palais" erlebte man ihn 1974 bzw. 1976 eindrucksvoll als Chemiker Enrico Polazzo, der kurz davor steht, ein neues Material zu entwickeln, das Stahl und Titan ersetzen könnte. 
Szenenfoto: "Konsul Möllers Erben";  Dieter Laser (Rolle: Dr. Raabe)  mit Barbara Freier (Rolle: Gertrud Möller); Copyright Virginia hue In Claus Peter Witts Turgenjew-Adaption "Väter und Söhne" (1978) glänzte er als Medizinstudent Basarow, in "Kennwort Schmetterling" (1981) und dem Mehrteiler "Konsul Möllers Erben" (1983) arbeitete er erneut unter der Regie von Claus Peter Witt. Zusammen mit Angelica Domröse und Dietrich Mattausch erlebte man den Schauspieler in Claudia Hollacks vielbeachtetem TV-Spiel "Don Quichottes Kinder" (1981), in Bernhard Sinkels Vierteiler "Väter und Söhne – Eine deutsche Tragödie" (1986), welcher die deutsche Geschichte von der Gründerzeit bis zum Zweiten Weltkrieg nachzeichnet, verkörperte er überzeugend den Friedrich Deutz neben Burt Lancaster in der Rolle des Carl Julius Deutz  sowie Julie Christie als Charlotte Deutz.
 
Szenenfoto: "Konsul Möllers Erben"
Dieter Laser (Rolle: Dr. Raabe)  mit Barbara Freier (Rolle: Gertrud Möller) 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Bis Mitte der 90er Jahre sah man den Schauspieler dann etwas seltener im Fernsehen, danach agierte er beispielsweise in dem dreiteiligen Krimi "Die Tote von Amelung" (1995), spielte in Peter Patzaks Liebeskomödie "Schmetterlingsgefühle" (1996) oder in dessen Thriller "Gefangen im Jemen" (1999). Das Melodram "Meine grüne Freiheit – Ein Frühling in Irland" (2000) gehört ebenso zu Lasers TV-Filmografie wie die spannende deutsch-australische Produktion "Abschied in den Tod" (2001). Mitte Oktober 2005 sah man ihn in der "Rosa Roth"-Episode "Im Namen des Vaters" als Priester Jacob Salfeld auf dem Bildschirm und auch mit dieser kleinen, dennoch intensiven Nebenrolle bewies er einmal mehr seine darstellerische Dominanz. In Dieter Wedels Zweiteiler "Gier"1) (EA: 20./21.01.2010) gehörte er mit dem kleineren Part des Generals Klaus Habenicht ebenfalls zur prominenten Schauspielerriege.
 
Vita von Dieter Laser (PDF, 134 KB) sowie eine aktuelle Kurzbiografie (PDF, 54 KB);
siehe auch den Artikel bei Wikipedia.
Filmografie auch bei der german.imdb.com
1) Der Link führt zu Wikipedia Stand: Mai 2010
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