Der Kammerschauspieler und Professor Romuald Pekny wurde am 1. Juli 1920
als Sohn eines Justizbeamten in Wien geboren, machte nach der Schule zunächst eine
kaufmännische Lehre.
Erst relativ spät ließ er sich mit 26 Jahren am
Wiener "Max-Reinhardt-Seminar"1) zum Schauspieler ausbilden, sein
Bühnendebüt gab er anschließend am am Schönbrunner
Schlosstheater. Weitere Verpflichtungen führten Pekny im Verlaufe der Jahre
unter anderem nach Linz, Basel und Köln, seit 1958 zählte Pekny
35 Jahre lang zum festen Ensemble der "Münchner Kammerspiele", seit 1963 gastierte er daneben regelmäßig am Wiener
"Burgtheater"; ab den 1960er Jahren
brillierte er überdies bei den Salzburger Festspielen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Rasch hatte sich Pekny mit Rollen sowohl in klassischen als auch modernen
Stücken einen Namen gemacht und wurde für seine Leistungen mehrfach
ausgezeichnet. So erhielt er beispielsweise 1982 für seine Interpretation
des Kaiser Rudolf II. in Grillparzers "Ein Bruderzwist in
Habsburg" den "Grillparzer-Ring"1), im gleichen Jahr die
"Kainz-Medaille"1)
der Stadt Wien für seine Verkörperung des Salieri in Shaffers
"Amadeus". Zu Peknys herausragenden Darstellungen auf der Bühne zählen unter anderem
die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise", der Mephisto in Goethes "Faust" sowie der
Werner in Sartres
"Die Eingeschlossenen" um nur einiges zu nennen.
Einem breiten Publikum wurde Romuald Pekny durch Rollen in zahlreichen
anspruchsvollen Fernsehspielen und Literaturverfilmungen bekannt. So erlebte
man ihn beispielsweise 1964 unter der Regie von Peter Beauvais in "Professor Bernhardi"
nach dem Stück von Arthur Schnitzler, 1965 übernahm er die Hauptrolle des Auguste Mercadet
in "Die Geschäfte des Herrn Mercadet", im gleichen Jahr die
Titelrolle in "Romulus der Große", das Helmut Käutner nach dem
Stück von Friedrich Dürrenmatt inszeniert hatte. In Rolf von Sydows
"Der Floh im Ohr" (1966) nach dem französischen Schwank von Georges Feydeau
übernahm er die Doppelrolle des Bankdirektors Viktor Emanuel Chandebise
bzw. des Hausdieners Poche, unter der Regie von Johannes Schaaf mimte er den
König Peter in Georg Büchners Lustspiel "Leonce und Lena" (1975)
an der Seite von Klaus Maria Brandauer als Prinz Leonce und Sylvia Manas als
Lena. Als Casanova glänzte Pekny 1975 erneut an der Seite von Klaus Maria Brandauer
in "Frag nach bei Casanova", als Fürst Ravenstein überzeugte
er in Otto Schenks Arthur Schnitzler-Verfilmung "Komtesse Mizzi
oder der Familientag" (1975) neben Christine Ostermayer (Comtesse Mizzi) und Karl Schönböck (Graf Pazmandy).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
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Für Claus Peter Witts historischen
Mehrteiler "Wallenstein"2) (1978) stand er als Ferdinand II. neben Rolf Boysen,
der die Titelfigur verkörperte, vor der Kamera und im gleichen Jahr spielte
er in der TV-Fassung von Federico García Lorcas Komödie "Dona Rosita oder Die Sprache der Blumen".
Zu Peknys weiteren Fernseharbeiten zählen unter Helmut Schwarzbachs "Pilatus" (1984),
erneut unter
der Regie von Wolfgang Glück spielte er in "'38" (1987) nach dem Roman
"Auch das war Wien" von Friedrich Torberg, in Peter Wecks
Krimikomödie "Geliebte Gegner" (1998) war Romuald Pekny ebenso zu
sehen wie in Richard Hubers Thriller "Das Biest im Bodensee" (1999).
Nur wenige Male übernahm der Schauspieler Aufgaben für Kinoproduktionen: Bernhard Wicki
besetzte ihn in seiner Dürrenmatt-Adaption "Das Wunder des Malachias"1) (1961),
für Wolfgang Glücks werkgetreue Torberg-Adaption "Der
Schüler Gerber" (1981) stand Pekny als Vater des Protagonisten Dr. Albert Gerber vor der Kamera.
Unter der Regie von Dieter Dorn konnte er mit seiner
Paraderolle des Mephisto in in dessen Theaterverfilmung
"Faust Vom Himmel durch die Welt zur Hölle" (1988)
an der Seite des 2004 verstorbenen Helmut Griem (Faust) glänzen.
Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für Theater und Film fand
der Kammerschauspieler immer
wieder Zeit für Rezitationsabende, wo er das Publikum
unter anderem mit klassische Balladen beeindruckte oder auch mit Predigten
des österreichischen Geistlichen und Schriftstellers Abraham à Santa Clara1)
(1644 1709). Pekny gehörte 1987 gemeinsam mit seiner Frau
zu den Initiatoren des "Ausseer Kultursommers", der jährlich im
Juli und August stattfindet; er war bis zuletzt an der Organisation beteiligt
und hielt im Rahmen dieser Veranstaltungen nach wie vor Lesungen ab.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Über die bereits erwähnten Auszeichnungen hinaus wurden die künstlerischen
Leistungen des 1981 zum "Kammerschauspieler" ernannten großen
Mimen mit dem "Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland" (1994),
dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse"1) (1995) und
dem Päpstlichen "Orden vom Goldenen Sporn"1) (1995)
gewürdigt. Den "Bayerischen Verdienstorden"1) konnte er 1997
entgegennehmen, Ende November 2001 ehrte man Pekny im Rahmen der
Verleihung des "Bayerischen Theaterpreises"1) mit dem "Ehrenpreis des
Bayerischen Ministerpräsidenten". 2005 verhielt er
das "Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich"1),
den Professoren-Titel trug er seit 1986.
Der Charakterdarsteller und Burgschauspieler Romuald Pekny starb am 9.November 2007 nach langer, schwerer Krankheit
im Alter von 87 Jahren in einem Linzer Krankenhaus. Er hinterließ seine
Ehefrau, die Schauspielerin und Schriftstellerin Eva Petrus-Pekny, mit
der er seit einigen Jahren im österreichischen Bad Aussee lebte.
Die österreichische Kulturministerin Claudia Schmied würdigte Peknys Wirken mit den Worten:
"Jede Rolle schien ihm auf den Leib geschrieben zu sein. Die Bühnenwelt, die Welt des Wortes,
verliert mit seinem Tod einen ihrer größten
Vertreter". Wie DER
SPIEGEL in seinem Nachruf notierte, lag Peknys besondere Stärke in der Interpretation von
gebrochenen, nachdenklichen Figuren mit Ängsten und Schwächen.
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Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
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Siehe auch Wikipedia
und das umfassende Interview (1990) bei www.kultur-fibel.de
sowie den Nachruf bei oe1.orf.at
Filmografie bei www.imdb.de
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