In Hamburg brillierte Mattausch unter anderem in Inszenierungen von Peter Zadek:
Er verkörperte in Zadek-Inszenierungen den Rodrigo in "Othello" (1976),
den Camillo in "Das Wintermärchen" (1978), den Brinan in der deutschen Erstaufführung von Ayckbourns
"Spaß beiseite" (1979) und den Kenneth in "Verlorene Zeit" (1984) von John Hopkins. Weitere Rollen waren
der Phileas Fogg in Jerome Savarys "In 80 Tagen um die Welt" (1978) und
der Cassius in "Julius Cäsar" (1986).
1979 wechselte er zur "Freien Volksbühne" in Berlin, wo er mit Zadek
weiterarbeitete. Hier spielte er den Philinte in der Uraufführung von
Enzensbergers "Molières Menschenfeind" (1979) und den Vincentio/Hortensio in
"Der
Widerspenstigen Zähmung" (1981).
1980/1981 gastierte er am "Bayerischen Staatsschauspiel" in München als Arzt
in August Strindbergs "Der Vater" und 1996/97 als Präsident von Walter in
"Kabale und Liebe".1)
Foto: Dietrich Mattausch als Fiesco, Graf von Lavagna, in
"Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" von Friedrich Schiller
Regie: Niels-Peter Rudolph; Deutsches Schauspielhaus Hamburg (25.05.1981)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Anfang der 1970er Jahre begann auch Mattauschs umfangreiche
Tätigkeit für Film und Fernsehen im In- und Ausland. Vor allem mit
seinen Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Der
Alte", "Peter Strohm", "Ein Fall für zwei",
"Die Männer vom K3" oder "Tatort", aber auch in
Unterhaltungsserien wie "Unser Lehrer Dr. Specht", "Traumschiff"
oder "Klinik unter Palmen" etablierte er sich zu einer
festen Größe auf dem Bildschirm. Ungeheure Popularität erlangte Mattausch
ab 1983 mit seiner Darstellung des Kriminaldirektors Norbert Rick
in der erfolgreichen Krimi-Serie "Der Fahnder"2), eine Figur,
die er zwischen 1984 und 2005 mehr als 200 Mal verkörperte.
Mit Fernsehspielen wie "Reinhard Heydrich Manager des Terrors",
in dem er 1977 mit der Titelrolle zu sehen war, die von Heinz
Schirk inszenierte sehenswerte Doku "Die Wannseekonferenz"3),
wo er 1984 erneut den Nazi-Schergen und Obergruppenführer Reinhard Heydrich
verkörperte, aber auch TV-Adaptionen von Klassikern wie 1986 "Maria Stuart"
und seiner Rolle des "Leicester" bewies der Schauspieler
immer wieder seine enorme Vielseitigkeit und
Wandlungsfähigkeit.
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Das Rollenrepertoire des Schauspielers ist breit gefächert und nicht auf bestimmte
Charaktere festzulegen, er gestaltet Figuren der "gehobenen
Gesellschaft" wie Banker, Ärzte, Direktoren oder Staatsanwälte ebenso
überzeugend wie eiskalte Typen oder zynische Intellektuelle und wird auch
als der "Mann mit den vielen Gesichtern" bezeichnet.
Beispielsweise glänzte er 1990 in Felix Mitterers preisgekrönten,
vierteiligen Satire rund um die Berliner Familie Sattmann, die in "Die
Piefke-Saga"2) Jahr für Jahr ins Zillertal fährt, mit der Rolle
des Fabrikanten Karl-Friedrich Sattmann neben Brigitte Grothum, die
seine Ehefrau spielte; im gleichen Jahr sah man ihn in Rainer Erlers
Zweiteiler "Die Kaltenbach-Papiere" mit Mario Adorf. 1993 begeisterte er in
der Kinderserie "Der kleine Vampir Neue Abenteuer"2) als "Ludwig der Fürchterliche",
stand ein Jahr später für den satirischen Mehrteile "Wir sind auch nur ein Volk"
vor der Kamera: Hier beeindruckte er als Autor Anton Steinheim, der das
Drehbuch für eine Fernsehproduktion schreiben soll, die eine durchschnittliche
ostdeutsche Familie und deren Lebenssituation in den Mittelpunkt
stellen will; Steinheim kennt jedoch keine "Ossis", nimmt den Auftrag
aber unter der Bedingung an, dass er eine Zeitlang eine typische ostdeutsche Durchschnittsfamilie beobachten darf.
Foto: Dietrich Mattausch und Ruth Maria Kubitschek in
"Im Schatten der Angst" (1988)
nach dem Roman von Celia Fremlin (Regie: Wolf Gremm)
Mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
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In dem von Peter Weck inszenierten Melodram "Ich begehre dich"
(1994), der sentimentalen Lovestory zwischen der älteren Modedesignerin
Alexandra Meyberg (Christiane Hörbiger) und dem jungen mittellosen
Pianisten Stefan Weber (Francis Fulton Smith) tauchte Mattausch als
Alexandra Ehemann Helmut Meyberg auf, 1995 mimte er hinreißend den Norbert Bach in der turbulenten Komödie "Hotel Mama"
an der Seite von Diana Körner. Diesen Part übernahm er 1997 auch in
den
Fortsetzungen "Hotel Mama Die Rückkehr der Kinder"
und 1999 in
"Hotel Mama Mama auf der Flucht".
Seit Mitte der 1990er Jahre war Dietrich Mattausch mit seiner Dauerrolle des
Oberstaatsanwaltes Dr. Maas in der Krimi-Reihe "Die Straßen von Berlin"2) (1995 2000) auf dem Bildschirm präsent,
mimte ab 2000 in den humorvollen Krimis mit
dem "Pfundskerl"2) und "Blitzkurier"-Reporter Gottfried Engel
alias Ottfried Fischer den Chefredakteur Friedemann Stein.
Immer wieder steht Mattausch mit unterschiedlichsten Rollen für
erfolgreiche Serien wie beispielsweise "Die Männer vom K3",
"Cornelius hilft", "Der Alte", "SOKO Kitzbühel",
"Alarm für Cobra 11", "Küstenwache", "Edel & Starck",
"Hallo Robbie!", "Ein Fall für zwei" und natürlich
"Tatort" vor der Kamera und gehört zu den vielbeschäftigten
Fernsehstars. Zu den jüngeren TV-Produktionen des Schauspielers zählt unter anderem 2001 das
Melodram "Anwalt des Herzens" und seine Rolle des Herbert Kurz
sowie sein Part des Lebensgefährten der Titelheldin alias Christiane Hörbiger
in der Romanze "Klaras Hochzeit"3); 2002 zeigte er
sich dann als Rechtsanwalt Henning Koll, dessen Tochter kurz vor der Hochzeit mit
Anwalt Marc Bender alias Heio von Stetten steht, in der heiteren
Geschichte "Einspruch für die Liebe"3).
Es folgten Auftritte in zahlreichen TV-Serien und -Einzelproduktionen,
Ende Februar 2006 wurde der bis in die kleinste Nebenrolle prominent besetzte
packende RTL-Zweiteiler "Die Sturmflut"3) ausgestrahlt, welcher die Hamburger
Jahrhundert-Flut am 16./17. Februar 1962 thematisiert und melodramatisch Fakten und Fiktion mischt.
Vor dem Hintergrund der Katastrophe wird die Dreiecksgeschichte zwischen der jungen
Krankenschwester Katja Döbbelin (Nadja Uhl), dem Oberarzt Markus Abt (Jan Josef Liefers)
und Katjas Exgeliebten Jürgen Urban (Benno Fürmann) erzählt.
Mattausch hatte den kleinen Part des Polizeichefs Matthias Labahn
übernommen, der zum Krisenstab um den damaligen Innensenator Helmut Schmidt
(Christian Berkel) gehört.
Mattausch präsentierte sich anschließend unter anderem in der Episode
"Frühlingsgefühle" (2006) aus der Reihe "Unter weißen Segeln"
sowie in den turbulenten Komödien "Hunde haben kurze
Beine"3) (2006) und "Zwei Wochen Chef"3) (2007). Als deutscher
Botschafter Hermann Huber agierte er in dem RTL-Event Movie "Prager Botschaft"3) (2007)
ebenso glaubwürdig wie als Weingutsbesitzer Bartolo Berlinghieri in der
heiteren Romanze "Liebe auf den dritten Blick"3) (2007).
In der Fortsetzung um die engagierte Ärztin Anna Louise Albrecht
alias Christiane Hörbiger und ihren intriganten Kontrahenten Dr. Stefan Wolf,
gespielt von Elmar Wepper, mimte er Ende Januar 2008 in der Episode mit dem
vielsagenden Titel "Kampf bis aufs Skalpell" aus der Reihe "Zwei Ärzte sind einer zu viel"2)
den Verleger Franz Märtin, der sich als "guter Geist" an der Seite
der patenten Medizinerin empfiehlt. Eine weitere komödiantisch-melodramatische Geschichte "Wer im Glashaus sitzt
" ebenfalls
mit Mattausch als Franz Märtin wurde Mitte Februar 2008 ausgestrahlt,
die vorerst
vierte und letzte Episode mit dem Titel "Der Schatz im Silbersee"
folgte im Mai 2009. Unter der Regie von Karsten Wichniarz spielen neben Christiane Hörbiger
und Elmar Wepper unter anderem so prominente Kollegen wie Wolfgang Fierek
und Enzi Fuchs,
das Drehbuch schrieb erneut Michael Baier. Das ZDF-Melodram "Sommer der Entscheidung"3)
aus der "Inga Lindström"-Reihe flimmerte am 3. Februar
2008 über den Bildschirm,
hier gab der Schauspieler wie immer überzeugend
den Brauereibesitzer und Pferdeliebhaber Olof Wilander, der mit seiner verheimlichten,
unehelichen Tochter Valerie (Saskia Valencia) konfrontiert wird.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Christian Mastalier
zur Verfügung gestellt.
© Christian Mastalier (www.mastalier.com)
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Als die ARD anlässlich des 70. Geburtstages von
Christiane Hörbiger am 13. Oktober 2008 die
Ausnahmeschauspielerin mit der Titelrolle in der Neuverfilmung von
Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der
Besuch der alten Dame"2) ehrte, gehörte auch
Dietrich Mattausch zur hochkarätigen Besetzungsriege. In dem behutsam
modernisierten Klassiker gab er unter der Regie von Nikolaus Leytner
die herausgehobene Figur des Polizisten, der in der bankrotten Provinzstadt
Güllen für Recht und Ordnung zuständig ist. Als die Multimilliardärin
Claire Zachanassian nach über 40 Jahren zurückkehrt, um auf
makabre Weise Rache an ihrem ehemaligen Geliebten Alfred Ill
(Michael Mendl) zu nehmen, wird auch er zum Komplizen der verlogene
Moral seiner Mitbürger und unternimmt nichts, um Ill zu retten. Claire hat
den Bürgern der bankrotten Provinzstadt Güllen ein unmoralisches, zutiefst
verwerfliches Angebot gemacht, bietet eine horrende Geldsumme – falls
Alfred "stirbt" (→ www.dieterwunderlich.de).
"Sehnsucht
nach Neuseeland"3) hieß die Romanze nach dem
gleichnamigen Roman der Bestseller-Autorin Emilie Richards, in der
Mattausch am 3. Mai 2009 mit der eher kleinen Rolle des Notars Nolan Davies
daher kam.
Freuen durfte man sich sicher auf das bereits 2008 von Horst Königstein
realisierte ARD-Dokudrama "Die Treuhänderin Frau und Macht"3), in dem
der Schauspieler neben der Protagonistin Johanna-Christine Gehlen
eine Rolle übernommen hatte. Armin Mueller-Stahl fungierte als
Erzähler, Johanna-Christine Gehlen spielte die ehemalige niedersächsische
Ministerin und Leiterin der Treuhandanstalt, Birgit Breuel2),
Kristian Bader den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht2)
und Mattausch den Privatbankier Alwin Münchmeyer2) (1908 1990),
Vater von Birgit Breuel; die Erstausstrahlung des Films mit
Spielszenen, Dokumentaraufnahmen und exklusiven Interviews erfolgte Ende
November 2009.
Monate zuvor hatte Mattausch für "Rosannas Tochter"3)
vor der Kamera gestanden, einer TV-Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von
Amelie Fried. Die Dreharbeiten unter der Regie der vielfach ausgezeichneten
Franziska Buch begannen am 20. April 2009 und dauerten bis Ende Mai; in den
Hauptrollen waren Veronica Ferres und Fritz Karl zu sehen sein, die
Erstausstrahlung am 10.11.2010 war mit knapp 6 Millionen Zuschauern ein
großer Erfolg.
Das Inga Lindström-Liebesdrama "Mein falscher Verlobter"3)
flimmerte bereits am 24. Januar 2010 über die Bildschirme, hier mimte
Mattausch den pensionierten Admiral Carl Finndal, autoritärer Vater der
Protagonistin Nina (Julia Stinshoff).
In das neue Jahr 2011 startete Dietrich Mattausch mit der sympathisch-skurrilen Figur des ehemaligen
Hotelbesitzers Paul Trondheim in der Folge "Tobago" (EA: 28.01.2011) aus der ARD-Unterhaltungsreihe "Das Traumhotel".
In "Der
Fluch der bösen Tat"3) (EA: 24.09.2011) aus der humorigen, nicht
ganz ernst zu nehmenden Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft"2)
mit dem ungewöhnlichen Ermittlerduo Dr. Wendelin Winter (Fritz Wepper) und dessen Tochter Alexandra (Sophie Wepper)
musste er zwar als Mordopfer herhalten,
überzeugte aber nicht minder als honoriger Professor Silberberg, den seine
dunkle Vergangenheit einholt. Danach gehörte der Schauspieler zur Besetzung des Gesellschaftsdramas "Engel der Gerechtigkeit"3), in dem er
am 6. Oktober 2011 neben Katja Weitzenböck und Robert Atzorn als
Professor Bernstein auftauchte (→ www.presseportal.de).
Nach seinem Auftritt als Pfarrer Wilfried Haag in der "Traumschiff"-Folge
"Bali" (EA: 01.01.2012) sowie einer Gastrolle als Richter Beil in der
"Staatsanwalt"-Episode "Mord am Rhein" (EA: 13.01.2012) trat
Mattausch in der Inga Lindström-Romanze "Der Tag am See"3)
(EA: 01.04.2012) als Anwalt Gustaf Hagen und zukünftiger Schwiegervater der
jungen Juristin Clara Stellingbosch (Katharina Heyer) in Erscheinung, der im Besitz
des als lange verschollenen geltenden Gemäldes "Der Tag am
See" ist.
Auf der Leinwand sah man Dietrich Mattausch eher selten, so
beispielsweise 1979 in Reiner Kunzes "Die Wunderbaren
Jahre"2), 1983 in Peter Zadeks "Die Wilden Fünfziger"2)
und 1984 in Heinz Schirks Thriller "Der Sohn des Bullen";
zuletzt wirkte Mattausch 2001 als Dr. Fahlmann in Piers Ashworths
Komödie "Girl"3)
mit.
Neben seiner
umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen ist Mattausch stets
dem Theater treu geblieben, so stand er in den letzten Jahren unter
anderem 2005 am "schauspielfrankfurt" und in Essen als Haakon Werle in
Ibsens "Die Wildente"
auf der Bühne, als eitlen Professor in Tschechows "Onkel
Wanja"2) konnte man ihn bei den
"Festspielen Reichenau" (2006, Regie und Bühnenfassung: Bernd Birkhahn) sowie
am Klagenfurter Stadttheater (2007, Regie: Dietmar Pflegerl)
bewundern. 2010 wirkte er am "Schauspiel Essen" in "Odyssee
Europa: Areteia" von dem polnischen Regisseur und Theaterintendanten Grzegorz Jarzyna2)
unter der Regie der Autors mit; die Uraufführung
im Rahmen der "Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010" fand am 27./28. Februar 2010
statt (→ www.essen2010.de).
Darüber hinaus erfreut der Künstler das Publikum regelmäßig mit Lesungen und Rezitationsabenden.
Der vielgefragte Charakterdarsteller Dietrich Mattausch,
der privat als amüsanter, offener und nachdenklicher Mensch beschrieben wird, ist seit
Ende der 1990er Jahre in zweiter Ehe mit seiner Frau Annette, einer Lehrerin,
verheiratet. Mit seiner Familie, zu der inzwischen auch der im April 1999
geborene gemeinsame Sohn "Jonny" sowie die Kinder Robin und Roxana,
die seine Frau Annette mit in die Ehe brachte, zählen, lebt der
Schauspieler in Berlin. Das Ehepaar Mattausch engagiert
sich stark für die Kindernothilfe und unterstützt als "Kindernothilfe-Botschafter"
seit 2002 aktiv Projekte, vor
allem im Kosovo  (→ www.kindernothilfe.de).
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