Henry Fonda wurde am 16. Mai 1905 als Sohn eines Druckers mit
niederländisch-schottischen Vorfahren in Grand Island (Nebraska)
geboren. Der junge Henry besuchte die "Omaha High School" und studierte an der Universität
von Minnesota
Journalistik, da er eigentlich zur Zeitung gehen wollte, doch aus finanziellen Gründen warf
er vorzeitig das Handtuch und heuerte 1925 beim Theater an; Dorothy Brando (die Mutter
von Marlon Brando) holte ihn auf die Bühne. Als Direktorin des Theaters in Omaha hatte
sie Henrys Talent sofort erkannt und verschaffte ihm drei Jahre lang kleine Rollen.
1925 begann Fonda am "Omaha Community Playhouse" als Schauspieler, Regieassistent und Bühnenmaler,
zwei Jahre später übernahm er dort die ersten Rollen. 1928 ging Fonda, der später behauptete,
er wäre "nie selbst auf die Idee gekommen,
Schauspieler zu
werden", nach New York und schloss sich den "University Players" an, einer Gruppe
junger Darsteller, zu der auch Margaret Sullavan, seine spätere erste Frau, und James Stewart gehörten.
Mit seinem Broadway-Debüt in Romain Rollands "Das Spiel von Liebe und Tod"
fand Fonda 1929 erste Aufmerksamkeit, unter seinen Partnern waren Claude Rains und Otto Krüger.
Über Jahre hielt er sich mit kleinen Rollen und als Bühnenbildner über Wasser, bevor
ihm 1934
am Broadway der Durchbruch als Schauspieler gelang, was ihm den Weg nach
Hollywood ebnete. Die "20th Century-Fox" bot ihm an, seine
erfolgreich auf der Bühne dargestellte Hauptrolle in dem Broadway-Hit
"Der Farmer will heiraten" (1935, The Farmer Takes a Wife)
auch auf der Leinwand zu übernehmen. Fonda überzeugte auf Anhieb Kritik und Publikum und bekam
nun die Chance, in den folgenden Jahren für die renommiertesten
Regisseure Hollywoods zu spielen und selbst zum gefeierten Weltstar
aufzusteigen. Beispielsweise drehte Fritz Lang mit ihm den Krimi "Gehetzt Du lebst nur einmal" (1937, You Only Live Once),
als Partner von Bette Davis glänzte er in
William Wylers Gesellschaftsdrama "Jezebel Die boshafte Lady"1) (1938, Jezebel)
und bei Henry King
war er "Jesse James Mann ohne Gesetz"1) (1939, Jesse James).
Fonda wirkte in zahlreichen längst zu Klassikern avancierten
Kinoproduktionen mit, so unter anderem in Fritz Langs "Rache für Jesse James"1) (1940, The Return of Frank James),
der Komödie "Die Falschspielerin" (1941, The Lady Eve) oder
dem Western "Ritt zum Ox-Bow"1) (1943,
The Ox-Bow Incident).
Ende der 30er Jahre hatte auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Henry Fonda
und John Ford begonnen, für den er für
"Trommeln am Mohawk"1) (1939, Drums Along the Mohawk)
vor der Kamera gestanden hatte. Filme wie das
Biopic "Der junge Mr. Lincoln"1) (1939, Young Mr. Lincoln),
die John Steinbeck-Adaption "Früchte des Zorns"1) (1940, The Grapes of Wrath),
der ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte,
oder der Western "Bis zum letzten Mann"1) (1948, Fort Apache)
machten den Schauspieler zu einer der beliebtesten Persönlichkeiten
Hollywoods und begründeten sein Image. Stets verkörperte Fonda in seinen Filmen
das Ideal des anständigen, aufrechten und unbestechlichen Amerikaners. Durch
seine eindrucksvollen und unaufdringlichen darstellerischen Fähigkeiten gelang
ihm am Himmel Hollywoods ein kometenhafter Aufstieg.
Nach Rückkehr von seinem Kriegseinsatz setzte Fonda seine Arbeit für das
Kino zunächst fort, nach dem Selbstmord seiner zweiten Ehefrau verschwand er
jedoch für fünf Jahre von der Leinwand, übernahm nur hin und wieder kleine Rollen am Theater.
Zu den Filmen jener Jahre zählen unter anderem "Faustrecht der Prärie"1) (1946, My Darling Clementine),
"Befehl des Gewissens" (1947, The Fugitive),
"Daisy Kenyon" (1947) oder "Die Lange Nacht" (1947, The Long Night).
Henry Fond war jenseits der 50, als er nach den frühen großen Charakterrollen
seine weitere außergewöhnliche schauspielerische Leistungen
ablieferte und auch schon mal in Komödien glänzte, wie in "Keine
Zeit für Heldentum"1) (1955, Mister Roberts) an der Seite
von James Cagney. Seine Darstellung des Peter Besukow in King Vidors
opulenten Tolstoi-Verfilmung "Krieg und Frieden"1) (1956, War and Peace)
an der Seite von Audrey Hepburn als bezaubernde Natasha war ebenso
brillant wie sein Manny Balestrero, der in Alfred Hitchcocks ungewöhnlichem
Film "Der falsche Mann" (1956, The Wrong Man) unter falschem Verdacht
steht. Glänzend war ohne Zweifel auch seine berühmte Rolle des 8. Geschworenen in
Sidney Lumets aufsehenerregendem
Debütfilm und Gerichts-Drama "Die 12 Geschworenen"1) (1957,
12 Angry Men).
Weitere große Rollen folgten, wie die Hauptrolle des Sheriffs in Edward Dmytryks Edel-Western "Warlock"1) (1959),
die Figur des Robert A. Leffingwell in Otto Premingers
"Sturm über Washington" (1962, Advise & Consent), der Clay Spencer in Delmer Daves'
"Sommer der Erwartung" (1963, Spencer's Mountain), der amerikanische Präsident
in Sidney Lumets visionärem Albtraum
"Angriffsziel Moskau" (1964, Fail-Safe) oder der Marion 'Howdy' Lewis
und Partner Glenn Fords in der klassischen Westernkomödie "Nebraska"1) (1964,
The
Rounders).
Fonda mimte den Brigadegeneral Theodore Roosevelt Jr. in dem hochkarätig
besetzten Kriegsdrama "Der
Längste Tag"1) (1962, The Longest Day), den Präsidentschaftskandidaten
William Russell in Franklin Schaffners
"Der Kandidat"1) (1963,
The Best Man), den Dimitri Koulov in Terence Youngs spannenden
Spionagethriller "Spione unter sich" (1965, The Dirty Game),
den feigen Anwalt Will Blue in "Mordbrenner
von Arkansas"1) (1966, Welcome to Hard Times) oder
den mächtigen und korrupten Polizeikommissar Anthony Russell in Don Siegels
kritischem Polizeifilm "Nur
noch 72 Stunden" (1967, Madigan) mit Richard Widmark.
Schließlich spielte Fonda, der in Dutzenden von großen amerikanischen Western agiert
hatte, unter der Regie von Sergio Leone in dessen melodramatischen
Westernballade
"Spiel mir das Lied vom Tod"1) (1968, C'era una volta il West)
als eiskalter Auftragskiller Frank eine wichtige Rolle.
In den siebziger Jahren konzentrierte sich Henry Fonda wieder verstärkt auf seine Arbeit am Theater
und ging auf ausgedehnte Tourneen durch Amerika. Zwar wirkte er danach auch immer wieder in diversen Kinoprodukten mit, konnte aber
nicht an die alten Erfolge anknüpfen, war deshalb immer häufiger für das Fernsehen tätig,
wie beispielsweise 1970/71 für die Serie "Die Smith Familie" (The Smith Family),
wo er als Detektiv Chad Smith zu sehen war. Zu den weiteren schönen
Rollen der Leinwandlegende gehören sein Sheriff Woodward W. Lopeman und
Gegenspieler des Gefängnisdirektors Paris Pitman Jr. alias Kirk Douglas in Joseph Mankiewiczs
"Zwei dreckige Halunken" (1970, There Was a Crooked Man), der
Cowboy Harley Sullivan und Freund von John O'Hanlan (James Stewart) in Gene Kellys
humorvollen Westerngeschichte "Geschossen
wird ab Mitternacht"1) (1970, The Cheyenne Social Club), der Jack Beauregarde neben Terence Hill in
der Leone-Produktion
"Mein Name ist Nobody" (1973, Il Mio nome è Nessuno). Zu nennen sind auch Jack Smights
Kriegsfilm "Midway"1) (1976, Die Schlacht um Midway)
sowie James Goldstones Thriller "Achterbahn"1) (1977, Rollercoaster).
Die gebührende Anerkennung für seine beeindruckenden schauspielerischen
Leistungen wurde Fonda erst kurz vor seinem Tod zuteil, 1978 konnte der schwer herzkranken Star den
"Life Achievement
Award" entgegennehmen und 1981 wurde ihm der "Ehren-Oscar" für sein Gesamtwerk
verliehen.
Als Henry Fonda am 12. August 1982 im Alter von 77 Jahren in Los Angeles
seinem Herzleiden erlag, ging mit
ihm ein Stück Filmgeschichte, nahm eine der Hollywoodgrößen der ersten Stunde Abschied für
immer wenngleich er mit seinen über 80 Spielfilmen auch heute noch
in den Herzen seiner Fans fortlebt. Bis zuletzt stand er erfolgreich vor der
Kamera, für seine Rolle in seinem letzten Film, der gefühlvoll von Mark Rydell
in Szene gesetzten Familiengeschichte "Am goldenen See"1) (1981,
On Golden Pond) beeindruckte er als Partner von Katherine Hephburn und stand zum ersten Mal gemeinsam mit seiner Tochter Jane vor der Kamera.
Für seine Darstellung des als verbitterten Rentners Norman Thayer erhielt
Fonda endlich den ersten "richtigen" Oscar seines Lebens; Liste
seiner Auszeichnungen bei Wikipedia.
Bei Kritik und Publikum hat sich Henry Fonda eine einzigartige Reputation
erworben. Der schlanke, aristokratische, auch im Alter attraktive Schauspieler
mit den legendär blauen Augen war für seinen naturalistischen Darstellungsstil bekannt.
Er spielte betont schnörkellos und zurückgenommen und überzeugte durch die außergewöhnliche
Intensität seiner Rollengestaltungen. Fonda hielt wenig von dem psychologisierenden
"Method Acting", dessen herausragender Vertreter Marlon Brando, der Sohn seiner alten Schauspiellehrerin, war.
Henry Fonda gilt als einer der bedeutendsten Schauspieler der Filmgeschichte.
(Quelle: Wikipedia)
Henry Fondas Ende 1931 geschlossene Ehe mit Schauspielerkollegin Margaret Sullavan1)
(1911 1960) war bereits nach wenigen Monaten zerbrochen, Mitte September 1936 trat der
Star mit Frances Ford Seymour3)
(1908 1950; geschiedene Brokaw3)) vor den Traualtar, mit der er die
gemeinsamen Kinder Jane Fonda2) (geb. 1937) und
Peter Fonda2) (geb. 1940) hatte,
die ebenfalls
gefeierte Hollywood-Stars wurden; auch Enkelin Bridget Fonda2), Tochter von
Peter Fonda, hat sich zu einer erfolgreichen Schauspielerin gemausert.
Frances Seymour Brokaw Fonda nahm
sich am 14. April 1950 wegen einer Affäre Henry Fondas mit einer
wesentlich jüngeren Frau das Leben. Ende des gleichen Jahres ehelichte der Schauspieler
die Theaterproduzentin Susan Blanchard3),
von der er sich trotz der 1953 gemeinsam adoptierten Tochter Amy im Mai 1956 scheiden ließ.
Ehefrau Nummer 4 wurde Anfang März 1957 die italienische Gräfin
Afdera Franchetti3), die offizielle
Trennung erfolgte im Januar 1961. Fondas letzte Ehefrau Shirlee Mae Adams (Heirat 3. Dezember 1965)
war bis zu seinem Tod an seiner Seite.
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