Gustav (Heinrich) Fröhlich wurde am 21. März 1902 als unehelicher Sohn der Handwerkertochter Hedwig Therese Sophie Fröhlich und des Ingenieurs Karl-Friedrich König in Hannover geboren. Aufgewachsen bei Pflegeeltern, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Hannover und Wiesbaden. Als Jugendlicher hatte er den Wunsch Schriftsteller zu werden, fand schon als Schüler des Realgymnasiums in Berlin Friedenau, welches er ab 1912 besuchte, Abnehmer für seine von ihm verfassten Abenteuergeschichten. Gegen Ende des 1. Weltkrieges meldete Fröhlich sich als Freiwilliger und war unter anderem 1916/1917 in Brüssel stationiert.
 
Nach Kriegsende arbeitete er ab 1919 zunächst als Redakteur bei der Niedersächsischen Landeszeitung in Celle, war Autor von Groschenromanen wie "Heinz Brandt, der Fremdenlegionär", sammelte dann bei einer Wanderbühne erste Theatererfahrungen und nahm kurz Schauspielunterricht in Heilbronn. Später tingelte er durch die Provinz und kam von Frankfurt aus schließlich nach Berlin. Dort wurde er auch von Paul Henkels1) (1885 – 1967) gesehen, der den "jungen Komödianten von der Schmiere" für begabt hielt, an der "Volksbühne" feierte Fröhlich zwischen 1923 und 1925 unter Erwin Piscator2) (1893 – 1966) erste Bühnentriumphe, unter anderem in dem O'Neill-Drama "Unter dem karibischen Mond". Anfang der 1930er Jahre wirkte er unter der Intendanz von Max Reinhardt2) (1873 – 1943) am "Deutschen Theater", machte unter anderem als "als Prinz von Homburg" in Heinrich von Kleists gleichnamigem Drama Furore.

Foto: Gustav Fröhlich um 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 4551/1
Angaben zur Lizenz siehe hier.

Gustav Fröhlich um 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 4551/1; Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Gustav Fröhlich vor 1929; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Seine Leinwandkarriere startete der Schauspieler 1922 als Franz Liszt in dem Film "Paganini"; 1927 betraute ihn Fritz Lang neben Brigitte Helm und Rudolf Klein-Rogge mit der Hauptrolle des rebellierenden Unternehmersohns Freder in dem legendären Stummfilmklassiker "Metropolis"2), eine Rolle, die ihn so berühmt machte, dass er die Arbeit beim Theater aufgab und ganz zum Film wechselte.
Nach einer Reihe von weiteren Stummfilmen, von denen besonders seine Rolle des Polizisten Holt in Joe May's Großstadtklassiker "Asphalt"3) (1929) – ein Werk mit ersten Tonversuchen – seiner Karriere dienlich war, hatte Fröhlich 1930 seine erste wirkliche Sprechrolle als Hans Ritter in "Der unsterbliche Lump"3) neben Liane Haid. Fröhlich wurde in der Folge mit Filmrollen überhäuft, mit seinem natürlichen Charme, seiner Eleganz und seinem blendenden Aussehen avancierte er rasch zum Publikumsliebling.
  
In der frühen Tonfilmzeit etablierte sich Fröhlich mit bemerkenswerten Hauptrollen, etwa 1931 als Student Fritz Bernt in Robert Siodmaks psychologischem Kriminaldrama "Voruntersuchung"2) oder 1932 als Werner Loring jr. in Max Ophüls' Tonfilmoperette "Die Verliebte Firma"3) endgültig als einer der großen Publikumsstars des damaligen deutschen Kinos.
 
Foto: Gustav Fröhlich vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder2) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Bald genoss er die höchste Gunst der Kinobesucher, war der populärste Film-Liebhaber neben Willy Fritsch1) (1901 – 1973) und gehörte in den 1930er Jahren wie Hans Albers1) (1891 – 1960) mit durchschnittlich drei Hauptrollen pro Jahr zu den meistbeschäftigten und bestbezahlten Stars. Als charmanter Herzensbrecher trat er in prächtigen Uniformen, Livreen oder im Frack auf, sein frisches Draufgängertum, das gute Aussehen und sicherlich auch schauspielerische Gewandtheit kultivierten seine absolute Popularität.
1930 fuhr Gustel – wie Freunde ihn nannten – mit mehreren anderen deutschen Schauspielern – darunter Heinrich George1), Anton Pointner1), Gustav Diessl1), Dita Parlo1) – nach Hollywood. "Warner Brothers" hatte ihn für die deutsche Version zweier amerikanischer Filme verpflichtet, in denen Dita Parlo seine Partnerin war: Die Abenteuerkomödie "Kismet" (1930/31 → www.lost-films.eu) und die Somerset Maugham-Adaption "Die heilige Flamme" (1931, The Holy Flames), jeweils in Szene gesetzt von Wilhelm Dieterle bzw. letztgenannter Streifen gemeinsam mit Berthold Viertel → filmportal.de.
Gustav Fröhlich gehörte zu den Lieblingsdarstellern von Geza von Bolvary1) (1903 – 1991), alleine zwischen 1931 und 1933 trat er sechs Mal als Hauptdarsteller für den Regisseur vor die Kamera; so beispielsweise für "Ein Lied, ein Kuss, ein Mädel" (1932) oder "Was Frauen träumen" (1933). 
Zurück in Deutschland heiratete Fröhlich am 5. April 1931 die Opern- und Operettensängerin Gitta Alpár1) (1903 – 1991) und beide avancierten beim Publikum zu einem beliebten Filmpaar. Obgleich 1934 Tochter Julika geboren wurde, ließ sich Fröhlich 1935 von seiner jüdischen Frau scheiden. Im selben Jahr verliebte er sich während der Dreharbeiten zu "Barcarole"3) (1935) in seine tschechische Partnerin Lída Baarová1) (1914 – 2000). Beide lebten später gemeinsam in einem Haus auf der Prominenten-Halbinsel Schwanenwerder in Berlin, als Nachbarn der Familie des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels. Als Lída Baarová die Geliebte Goebbels wurde, kam es 1937 zu einer erregten Auseinandersetzung zwischen den Männern und Fröhlich soll den "Schirmherr des deutschen Films" angeblich geohrfeigt haben; Fröhlich selbst verwies diese Geschichte nach dem Krieg in das Reich der Legende. Da Goebbels sich scheiden lassen und auf alle Parteiämter verzichten wollte, um die Schauspielerin zu heiraten, fand diese Affäre 1938 ein Ende durch Einspruch Hitlers. Lída Baarová wurde in die Tschechoslowakei abgeschoben, die öffentliche Aufführung ihrer Filme verboten.
  
Während des 2. Weltkrieges musste Gustav Fröhlich in der Wehrmacht dienen, wurde aber für die Filmtätigkeit jeweils freigestellt. In dieser Zeit zeigte er sich mit Hauptrollen in Produktionen wie "Clarissa" (1941), "Sechs Tage Heimaturlaub" (1941), "Mit den Augen einer Frau" (1942), "
Der Große König"2) (1942), "Tolle Nacht"3) (1943), "Familie Buchholz"3) (1943), "Neigungsehe"3) (1943), "Der große Preis"3) (1944) oder "Das Konzert"3) (1944).
Nach dem Krieg konnte Fröhlich seine Filmkarriere ungehindert fortsetzen, da er sich bis auf wenige Ausnahmen dem Nazi-Propagandafilm entzogen hatte; lediglich in Herbert Selpins "
Alarm in Peking"3) (1937) und in Veit Harlans "Der Große König"2) (1942) übernahm er als Oberleutnant Brock bzw. Feldwebel Treskow tragende Rollen.
Im deutschen Nachkriegsfilm wandelte Fröhlich sein Image und verkörperte nun überwiegend gezeichnete Charaktere, kranke Künstler und Männer mit Vergangenheit. So machte er vor allem 1950 mit seiner Figur des todgeweihten Malers Alexander und als Partner von Hildegard Knef in Willi Forsts Skandalfilm "
Die Sünderin"2) auf sich aufmerksam. Er wirkte in weiteren Filmen wie "Haus des Lebens"2) (1952), "Abenteuer in Wien"2) (1952) oder "Ehe für eine Nacht" (1953) mit, zog sich aber bis Ende der 1950er Jahre immer mehr als Schauspieler aus dem Filmgeschäft zurück und führte häufiger Regie, unter anderem inszenierte er die Literaturadaption "Die Lüge"2) (1950) mit Otto Gebühr und Sybille Schmitz und den Unterhaltungsstreifen "Seine Tochter ist der Peter" (1955) mit Karl Ludwig Diehl und Traudl Stark → film.at.
  
Auch auf der Theaterbühne war der Schauspieler wieder öfter präsent, so unter anderem 1947 an der Seite von Heidemarie Hatheyer in dem Stück "Tintenspritzer" von Johannes von Spallart oder in Düsseldorf und Berlin als Pastor Morell in der Komödie "Candida" von George Bernard Shaw. Bis 1953 gehörte Fröhlich unter Gustaf Gründgens zum Ensemble des "Düsseldorfer Schauspielhauses", spielte anschließend in Berlin am "Renaissance-Theater" sowie am Schauspielhaus Zürich. Ab 1956 trat er zwei Jahre lang in "Jedermann" bei den Passauer- sowie den Bad Hersfelder Festspielen auf, 1960 erlebte man ihn in "Ehekarussell" von Leslie Stevens mit Lily Dafon als Partnerin, 1962 als Gajew in Tschechows "Der Kirschgarten" an den "Münchner Kammerspielen" oder 1965 in der Komödie von Barasch und Moore "Nur keine Blumen". Bei Gastspielreisen in der Schweiz und Österreich stand er mit großem Erfolg in der Komödie "Dr. med. Hiob Prätorius" auf der Bühne, glänzte als Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia" sowie in Sartre-Stücken, oder beispielsweise in Zürich neben Lil Dagover in der Oscar Wilde-Komödie "Eine Frau ohne Bedeutung".
Noch mit 79 Jahren stand Fröhlich 1981 für die zehnteilige ARD-Familiensaga "Die Laurents"4) vor der Kamera und mimte den Guillaume Gaillard. Ein Jahr später stellte er für den damals erkrankten Curd Jürgens im ZDF die in den 1930er und 1940er Jahren populären Filmkomiker wie Theo Lingen, Grethe Weiser oder Hans Moser vor; 1985 war er mit Giorgio Moroder, dem Komponisten und Produzenten des neu bearbeiteten "Metropolis"-Films, in der Fuchsberger-Show "Spiele, Spaß und Prominente" zu sehen.

Ab 1956 lebte Fröhlich in seinem Haus in Brissago am Lago Maggiore und und stand bis 1976, regelmäßig auf der Bühne; lediglich 1963 und 1973 musste er wegen zwei Herzinfarkten kurzfristig pausieren. Im Jahre 1973 wurde Gustav Fröhlich, der seit 1940 in zweiter Ehe mit Maria Hajek verheiratet war, für sein "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" mit dem Filmband in "Gold" ausgezeichnet; bereits 1972 hatte er die "Silbernen Plakette" der Stadt Salzburg erhalten. 1983 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel "Waren das Zeiten. Mein Film-Heldenleben". 
Gustav Fröhlich, der einstige Don-Juan des deutschen Films, starb am 22. Dezember 1987 mit 85 Jahren in Lugano nach einer Prostata-Operation – 14  Tage nach dem Tod seiner Ehefrau. Seine Grabstelle befindet sich an der Urnenwand des Friedhofs Brissago am Lago Maggiore (Schweiz) → Foto der Grabstelle bei knerger.de
Er war der Don-Juan-Typ, groß und strahlend, mit sensiblen und doch kraftvollen Zügen und siegessicherem Lächeln, ein Filmheld aus dem Bilderbuch. Der blonde, verwegene Mann weckte Vertrauen, ließ aber Frauen im Ungewissen. Wegen seiner ausgeprägten Männlichkeit in den 30er Jahren neben Willy Fritsch der populärste Liebhaber des deutschen Films.5)  
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP,  2) Wikipedia, 3)  Murnau-Stiftung, 4) www.fernsehserien.de
5) Quelle:
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 112/113
Lizenz Foto Gustav Fröhlich (Urheber: Alexander Binder/Nicola Perscheid): Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 112/113)
  Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com
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Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung, filmportal.de)
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