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James Mason (James Neville Mason) wurde am 15. Mai 1909 im
britischen Huddersfield (Yorkshire) geboren. Der jüngste von drei Söhnen
einer gutbürgerlichen Kaufmannsfamilie mit Bildungsstatus sein Vater
war Textilhändler studierte er nach dem Besuch des
"Marlborough College" ab 1928 in Cambridge Architektur
und kam über das Studententheater zur professionellen
Schauspielerei. Nach dem Wechsel zur Bühne er trat von 1933 bis 1934 am
"Old Vic"
in London
auf gab er bereits ein Jahr später sein Leinwanddebüt in "Late
Extra", einer Filmrolle, der rasch weitere folgten. Mit Beginn der 40er Jahre
kam Masons große Zeit. Seine Rolle als romantischer Fiesling in
"Der Herr in Grau" (1943, The Man in Grey) war ein Kassenmagnet und machte ihn zu Englands größtem Star. Von da an haftete ihm der Bösewicht, der sadistische Widerling an,
der die Frauen zugleich verzückt und ins Unglück stürzt. Und doch war
genau diese Mischung aus Sex-Appeal und Brutalität Masons Erfolgsrezept.
Während und nach dem Zweiten Weltkrieg war Mason vor allem durch
Hauptrollen in Melodramen
beliebt. Seine wahren darstellerischen Fähigkeiten zeigte der
als brutaler Liebhaber abgestempelte Schauspieler 1946 in Carol Reeds
Film "Ausgestoßen" (Odd Man Out), in dem er einen IRA-Kämpfer auf der Flucht verkörperte.
Nach seinem öffentlichen Streit mit Verantwortlichen der britischen Filmindustrie
wagte Mason den Sprung nach Hollywood. Dort arbeitete er mit so
renommierten Regisseuren wie Max Ophüls (1949, Schweigegeld für
Liebesbriefe/The Reckless Moment) und Vincente Minnelli (1949, Madame Bovary) zusammen.
Da sich Mason jedoch auch in den USA nicht mit seiner Kritik
am Showbusiness zurückhielt, blieb ihm der wirkliche Starruhm
weiter versagt. Erst in den 50er Jahren konnte der Schauspieler seine
Karriere ausbauen, mimte unter anderem den Brutus in Joseph L. Mankiewicz'
Historiendrama
"Julius Caesar"1) (1953, Julius Caesar2))
und den genial-verrückten Kapitän Nemo in Richard Fleischers zweistündigen, opulenten
Jules Verne-Adaption, "20 000 Meilen unter
dem Meer"3) (1954, 20.000 Leagues Under the Sea), der
seine Gäste Professor Arronax (Paul Lukas), dessen Assistent (Peter Lorre)
und den Harpunier Ned (Kirk Douglas) bald als Gefangene betrachtet.
Zwei Mal
verkörperte er den General Erwin Rommel, in "Rommel, der Wüstenfuchs"2) (1951, The Desert Fox)
und in "Die Wüstenratten" (1953, The Desert Rats).
In George Cukors
"Ein
neuer Stern am Himmel"1) (1954, A Star is
Born2)) war er der alkoholkranke Leinwandstar Norman Maine, der
der jungen Esther Blodgett (Judy Garland) zu Filmruhm verhilft, sie heiratet,
mit dem eigenen Niedergang seiner Karriere jedoch nicht fertig wird, Stück für
Stück von seiner Alkoholsucht zerstört wird und schließlich den Freitod
wählt. Für die herausragende Leistung wurden sowohl James Mason als auch
Judy Garland mit einem "Golden Globe" ausgezeichnet und Mason
erhielt seine erste Oscar-Nominierung als "Bester Hauptdarsteller".
In dem meisterlichen Hitchcock-Thriller
"Der unsichtbare Dritte"1) (1959, North by Northwest2))
überzeugte Mason neben Cary Grant und Eva Marie Saint als feindlicher Agent
Phillip Vandamm, in Henry Levins Jules Verne-Verfilmung
"Die
Reise zum Mittelpunkt der Erde"1) (1959, Journey
to the Center of the Earth2)) sah man den Schauspieler als Edinburgher Geologie-Professor Oliver Lindenbrook,
der mit seinen Gefährten zu einer gewagten Expedition zum Mittelpunkt der
Erde aufbricht.
Mit der Rollenauswahl tat er sich Mason oft schwer und
bemängelte, er bekomme zu wenig Angebote, die ihm wirklich
gerecht würden. Inzwischen reizte ihn weniger der Schurkenpart
als die Rolle des seriösen Herrn, dem es an psychischen Deformationen oft nicht fehlte.
1962 zog James Mason in die Schweiz um und wandte
sich unter anderem dem französischen Film zu. Seiner
rauchig-sonoren Stimme wegen war er auch als Synchronsprecher gefragt.
Mit seiner Darstellung eines Mittfünfzigers, der in Stanley Kubricks
"Lolita"1) (1961, Lolita2))
einer 15-Jährigen verfallen ist, etablierte sich der Mime endlich auch international.
In den folgenden Jahren gehörte Mason zu den meistbeschäftigten Schauspielern
der Branche und pendelte zwischen Broadway-Inszenierungen und
Filmverpflichtungen hin und her.
Anthony Manns Historienspektakel
"Der
Untergang des Römischen Reiches"2) (1964, The
Fall of the Roman Empire" zeigt Mason in der Rolle des gelehrten
christlichen Griechen Timonides, in dem von dem englischen Regisseur John Guillermin in
Szene gesetzten Kriegsfilm "Der
blaue Max"2) (1966, The Blue Max) schlüpfte er in die
Maske des Generals Baron von Klugermann. Für seine Figur des James Leamington
in Silvio Narizzanos Komödie "Georgy Girl"2) (1966) erhielt er als "Bester Nebendarsteller"
seine
zweite Oscar-Nominierung, nach weiteren
prägnanten Rollen besetzte ihn Sam Peckinpah neben James Coburn und Maximilian Schell
in "Steiner Das Eiserne Kreuz"2) (1977, Cross of
Iron) als Oberst Brandt, im gleichen Jahr wirkte Mason in Warren Beattys
"Der Himmel soll warten"2) (Heaven Can Wait) als "himmlischer
Begleiter" Mr. Jordan mit. Eine schöne Rolle war auch die des Dr. Watson
in der Arthur Conan Doyle-Verfilmung "Sherlock
Holmes Mord an der Themse"2) (1979, Murder by Decree)
neben Christopher Plummer als Sherlock Holmes, für seine Darstellung des
korrupten Anwalts Ed Concannon in Sidney Lumets "The
Verdict Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit"2) (1982) erhielt Mason seine dritte
Oscar-Nominierung. Zu Masons letzten Arbeiten für das Kino zählen der
Actionstreifen "Sprengkommando
Atlantik"2) (1979, North Sea Hijack) und das
Drama "Die Verschwörung von Assisi" (1984, The Assisi Underground),
dessen Premiere er nicht mehr erlebte. 1984 stand er das letzte Mal vor der Kamera und spielte als "Dr. Fischer aus
Genf" (Dr. Fischer of Geneva) in dem gleichnamigen TV-Stück nach einem Roman von Graham Greene
eine seiner beeindruckendsten Rollen.
Eine geheimnisvolle Aura wurde dem britischen Charakterdarsteller Mason gerne nachgesagt, die
sowohl über seine angenehme äußere Erscheinung als auch über eine grüblerische, introvertierte
Art definiert wurde. Das Kinopublikum wählte ihn jahrelang zu einem der bestaussehendsten
Filmstars und liebte ihn als schurkenhaften Helden mit romantischer Ausstrahlung.
James Mason verstarb am 27. Juli 1984, kurz nach seinem 75. Geburtstag, in
Lausanne (Schweiz). In erster Ehe war der Schauspieler seit 1941 mit der
Schauspielerin Pamela Ostrer4) (1916 1996) verheiratet, trotz zweier gemeinsamer
Kinder, der Tochter Portland Mason (1948 2004) und dem Sohn Morgan Mason
(geb. 1955) erfolgte 1964 die Scheidung; Portland Mason wurde ebenfalls
Schauspielerin, Morgan Mason4), Schauspieler und Filmproduzent, machte Anfang
der 1980er Jahre auch eine Karriere als Politiker. Am 8. August 1971 ehelichte
James Mason
die Schauspielerin Clarissa Kaye4) (1931 1994), die bis zum Tod des
Hollywoodstars an dessen Seite war.
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