Clark Gable
Clark Gable wurde am 1. Februar 1901 als William Clark Gable in Cadiz (Ohio) geboren. Seine Mutter starb, als er sechs Monate alt war, sein Vater, Fabrikarbeiter in Akron, musste den Sohn für einige Zeit zu Verwandten nach Pennsylvania geben, wo der junge Clark bis zum zweiten Lebensjahr aufwuchs. Mit 16 Jahren musste er die High School verlassen, riss von zu Hause aus, arbeitete kurz in Akron in einer Reifenfabrik und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Er beschloss Schauspieler zu werden, nachdem er bei einem Tourneetheater das Stück "The Bird of Paradise" gesehen hatte. 1924 kam er durch seine erste Frau, die Schauspielerin und Theatermanagerin Josephine Dillon – die erste von fünf Ehefrauen – zum Film. Gable wurde Komparse und Kleindarsteller, schließlich entdeckte man das Unverwechselbare in seinem Gesicht. Nach einigen kleineren Rollen beim Film ging er jedoch zunächst wieder zum Theater. 1930 unterschrieb er dann nach seinem Auftritt in dem Streifen "The Painted Desert"1) (1931, Feindschaft) einen Vertrag bei MGM.
Mit seinem bereits elften Film "A Free Soul"1) (1931, Helgas Fall und Aufstieg) von Regisseur Clarence Brown gelang Gable der Durchbruch zum vielgefragten Leinwanddarsteller. Er mimte den Gangster Ace Wilfong, der Norma Shearer bezaubert. Hollywoods Spürnasen erkannten sofort, dass dieser Newcomer das Zeug zu einem Star hatte, schon bald sollte Clark Gable den Ruf eines modernen Rudolfo Valentino genießen.
  
Doch der Weg auf der Ruhmesleiter erwies sich zunächst als mühsam, nur langsam stieg er zur ersten Riege der Hollywoodstars auf. Der attraktive Gable spielte die unterschiedlichsten Figuren, Soldaten, Trapper, Piloten, Journalisten und Abenteurer, aber immer verkörperte er den mediterranen Typus im amerikanischen Film jener Jahre. Zu nennen ist etwa Victor Flemings aufwendig inszenierte Liebesdrama "Dschungel im Sturm"2) (1932, Red Dust) mit Jean Harlow, ein Höhepunkt seiner Karriere wurde die Rolle des schnodderigen Zeitungsreporters Peter Warne in Frank Capras preisgekrönten Komödie "Es geschah in einer Nacht"1) (1934, It Happened One Night). Neben Frank Capra und Claudette Colbert erhielt auch er einen für den insgesamt mit fünf Oscars ausgezeichneten Film.
Bald folgten die großen Abenteuerhelden, für die der smarte Gable prädestiniert schien, so als Jack Thornton in William Wellmans Jack-London-Verfilmung "Goldfieber in Alaska" (1935, The Call Of The White), als um Ausgleich bedachter Christian Fletcher in Frank Lloyds "Meuterei auf der Bounty"2) (1935, Mutiny on the Bounty) (an der Seite des großen Charles Laughton als selbstgerechter, grausamer Kapitän Bligh), als Kapitän Alan Gaskell in dem Streifen "Abenteuer im Gelben Meer"2) (1935, China Seas) oder als Blackie Norton in dem ersten großen Katastrophenfilm "San Francisco"1) (1936). Seine Partnerinnen waren die attraktiven Filmdiven Hollywoods, Joan Crawford, Jean Harlow , Carole Lombard, Myrna Loy – und schließlich war Gable der Held in einem der erfolgreichsten Werke der Filmgeschichte: Rhett Butler in dem von David O. Selznick produzierten und von Victor Fleming nach dem Bestseller von Margaret Mitchell in Szene gesetzten Jahrhundertklassiker "Vom Winde verweht"2) (1939, Gone with the Wind) neben Vivien Leigh, Olivia De Havilland und Leslie Howard; der Name Clark Gable ist untrennbar mit der Figur des Rhett Butler verbunden und hat seinen Darsteller mit diesem Südstaatenepos unsterblich werden lassen. (siehe auch Wikipedia, Dirk Jasper FilmLexikon sowie die Beschreibung innerhalb dieser HP)

Heute, wo große Stars dünn gesät sind, wäre Clark Gable nach diesen Erfolgen der Top-Star gewesen, in den 40er Jahren war er einer unter vielen Gesichtern. So blieb er der charmante Herzensbrecher wie in der Komödie "Der Windhund und die Lady"1) (1947, The Hucksters), mimte den "Draufgänger"1) (1940, Boom Town), den "tollen Burschen" (1941, Honky Tonk), den "Mann ohne Herz"1) (1945, Adventure), den "Mann am Scheidewege" (1947, Homecoming) oder den "Charmanten Flegel" (1950, Key to the City). Als draufgängerischer Abenteurer glänzte er etwa in William A. Wellmans großen Western "Colorado"2) (1951, Across the Wide Missouri), in John Fords Afrika-Drama "Mogambo"2) (1953) mit Ava Gardner und Grace Kelly, sowie in drei großen Filmen von Raoul Walsh: "Drei Rivalen" (1955, The Tall Men) neben Jane Russell, "Heißer Süden"2) (1956, The King and Four Queens) neben Eleanor Parker und "Weint um die Verdammten" (1957, Band of Angels) mit Yvonne de Carlo. Sehenswert ist auch das Spielerdrama "Hoher Einsatz"2) (1949, Any Number Can Play), die Abenteuerkomödie "Es begann in Moskau"2) (1953, Never Let Me Go) und das Kriegsdrama "U23 – Tödliche Tiefen"2) (1958, Run Silent, Run Deep), eher annehmbar der melodramatische Spionagefilm "Verraten!"2) (1954, Betrayed).
Nach der turbulent-romatischen Komödie "Es begann in Neapel" (1960, It Started in Naples) mit Weltstar Sophia Loren stand Gable für seinen letzter Film, John Hustons "Misfits – nicht gesellschaftsfähig"2) (1961, The Misfits) vor der Kamera – zugleich auch die letzte Arbeit seiner Partner Marilyn Monroe und Montgomery Clift. Gable zeigte auch hier noch einmal seine ganz große Darstellungskraft. Arthur Miller hatte ihn als eine Art Willy Loman aus seinem Stück "Tod eines Handlungsreisenden" angelegt – die Rolle des alternden Cowboys Gay Langland wurde zu seinem Vermächtnis.
  
Die Premiere des Films erlebte Clark Gable nicht mehr, er starb am 16. November 1960 mit nur 58 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt.
Das charismatische Filmidol war fünf Mal verheiratet; seine erste, Mitte Dezember 1924 geschlossene Ehe mit der wesentlich älteren Josephine Dillon3) (1884 – 1974) hielt nur knapp sechs Jahre und wurde am 1. April 1930 geschieden. Auch seine zweite Ehefrau, die reiche Ria Langham war sehr viel älter, 17 Jahre trennten das Paar, welches sich Mitte Juli 1931 das Ja-Wort gab. Anfang März 1939 endete die Verbindung vor dem Scheidungsrichter. Nur wenig später ehelichte Gable Ende März 1939 seine Kollegin Carole Lombard4) (geb. 1908); der Hollywoodstar kam am 16. Januar 1942 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Diese Beziehung soll die glücklichste Zeit im Leben Gables gewesen sein, nach Aussagen von Freunden war der Star nach dem tragischen Tod seiner Frau nicht mehr derselbe. Ehefrau Nummer 4 wurde am 20. Dezember 1949 das Model bzw. die Schauspielerin Sylvia Ashley3) (1944 – 1977), doch nur knapp drei Jahre später ging auch diese Beziehung in die Brüche, die Scheidung erfolgte am 21. April 1952. Mit der Schauspielerin Kay Spreckels (geborene Kathleen Williams, 1916 – 1983) fand Clark Gable ein neues, wenn auch kurzes Glück, am 11. Juli 1955 fand die Hochzeit statt. Die Geburt seines im März 1961 geborenen Sohnes John erlebte der Hollywoodstar nicht mehr. Die 1935 geborene Schauspielerin Judy Lewis3) ist Gables Tochter aus seiner Beziehung mit der Hollywood-Ikone Loretta Young4)  (1913 – 2000), der er bei den Dreharbeiten zu "The Call of the Wild" näher gekommen war.

Als 1938 eine amerikanische Filmzeitschrift zur Wahl des Königs von Hollywood aufruft, stimmt eine überwältigende Mehrheit für Clark Gable. Sein freches Grinsen, sein spöttischer Blick unter hochgezogenen Augenbrauen und sein raubeiniger Charme lassen viele Frauen in den Kinosesseln dahinschmelzen. Auch manche Männer mögen ihn: Ein richtiger Mann, der zupacken und draufhauen kann. Gable verkörpert den amerikanischen Traum: Der Aufsteiger, der es aus eigener Kraft nach oben geschafft hat und der bei aller lässigen Eleganz nie seine Herkunft aus den Hinterhöfen verleugnet. (Quelle: www.wdr.de)
1976 drehte Sidney J. Furie über den "King of Hollywood" und seine dritte Ehefrau Carol Lombard den Spielfilm "Gable and Lombard"3). In englischer Sprache erschienen unter anderem die Biografien "Clark Gable: A Biography" von Warren G. Harris, "Clark Gable: Biography, Filmography, Bibliography" von Chrystopher J. Spicer und "Clark Gable: Portrait of a Misfit" von Jane Ellen Wayne.
   

Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prisma-online.de, 3) Wikipedia (englisch), 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de;
siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
  
Kinofilme (Link: Wikipedia)
Filmografie bei der www.imdb.de
1924: White Man
1924: Forbidden Paradise (Das verbotene Paradies)
1925: Declassee/The Social Exile
1925: The Merry Widow (Die lustige Witwe)
1925: The Plastic Age
1925: NorthStar
1926: The Collegians
1926: The Johnstown Flood
1930: The Finger Points
1930: The Painted Desert (Feindschaft)
1931: Jackie Cooper's Christmas Party
1931: The Easiest Way (Herz am Scheideweg)
1931: Dance, Pools, Dance (Irrwege des Lebens)
1931: The Secret Six (Die geheimen Sechs von Chicago)
1931: Laughing Sinners
1931: A Free Soul (Der Mut zum Glück)
1931: Night Nurse
1931: Sporting Blood (Vollblut)
1931: Susan Lenox: Her Fall and Rise (Helgas Fall und Aufstieg)
1931: Possessed (Verkaufte Liebe/Alles für Dein Glück)
1931: Hell Divers (Wolkenstürmer)
1932: Polly of the Circus
1932: Red Dust (Die gelbe Hölle/Dschungel im Sturm)
1932: Strange Interlude
1932: No Man of Her Own
1933: The White Sister (Die weiße Schwester)
1933: Hold Your Man (Ganovenbraut)
1933: Night Flight (Nachtflug)
1933: Dancing Lady (Ich tanze nur für dich)
1933: It Happened One Night (Es geschah in einer Nacht)
1934: Men in White (Dr. Fergusons schwierigster Fall)
1934: Manhattan Melodrama
1934: Chained (In goldenen Ketten)
1934: Forsaking All Others (Ein Herz ist zu verschenken/Heirate nie beim ersten Mal)
1934: After Office Hours (Ein Paar wie Katz und Maus)
1934: The Call of the Wild (Goldfieber)
1935: China Seas (Gold nach Singapore/Abenteuer im gelben Meer)
1935: Mutiny on the Bounty (Meuterei auf der Bounty)
1935: Wife vs. Secretary (Seine Sekretärin)
1936: San Francisco (San Franzisko)
1936: Cain and Mabel (Kain und Mabel)
1936: Love on the Run
1937: Parnell
1937: Saratoga (Saratoga)
1938: Test Pilot (Der Testpilot)
1938: Too Hot to Handle (Abenteuer in China/Zu heiß zum Anfassen)
1938: Idiot's Delight
1939: Gone With the Wind (Vom Winde verweht)
1939: Strange Cargo (Die wunderbare Rettung)
1940: Boom Town (Der Draufgänger)
1940: Comrade X
1941: Honky Tonk (Ein toller Bursche)
1941: They Met in Bombay (Fluchtweg unbekannt)
1942: Somewhere l'll Find You
1942: March of Dimes Film
1943: Hollywood in Uniform
1946: Adventure (Mann ohne Herz)
1947: The Hucksters (Der Windhund und die Lady)
1948: Homecoming (Dr. Johnsons Heimkehr)
1949: Command Decision
1949: Any Number Can Play (Hoher Einsatz)
1950: To Please a Lady (Tod im Nacken)
1950: Key to the City (Ein charmanter Flegel)
1951: Across the Wide Missouri (Colorado)
1951: Callaway Went Thataway (Der Cowboy, den es zweimal gab)
1952: Lone Star (Mann gegen Mann)
1953: Mogambo (Mogambo/Der tollkühne Jockey)
1953: Never Let Me Go (Es begann in Moskau)
1954: Betrayed (Verraten)
1955: The Tall Men (Drei Rivalen)
1955: Soldier of Fortune (Treffpunkt Hongkong)
1956: The King and Four Queens (Heißer Süden/Poker mit vier Damen)
1957: Band of Angels (Weint um die Verdammten)
1958: Run Silent, Run Deep (U 23-Tödliche Tiefen)
1958: Teacher's Pet (Reporter der Liebe)
1959: But Not for Me (Bei mir nicht)
1960: It Started in Naples (Es begann in Neapel)
1961: The Misfits (Misfits – Nicht gesellschaftsfähig)
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