Carl-Heinz Schroth wurde am 29. Juni 1902 in Innsbruck geboren und wuchs in Bozen auf. Er war der Sohn des Schauspielers Heinrich Schroth1) (1871 – 1945) und der Schauspielerin Else Ruttersheim, seine Halbschwester die Schauspielerin Hannelore Schroth1) (1922 – 1987) aus der dritten Ehe seines Vaters mit der Schauspielerin Käthe Haack1) (1887 – 1986).
Nach dem Abitur studierte Schroth in München zunächst Rechts-, Literatur- und Theaterwissenschaften, brach dann nach vier Semestern das Studium ab und nahm Schauspielunterricht bei Arnold Marlé (1887 – 1970).
1922 erhielt er sein erstes Engagement in Frankfurt/Oder, spielte dann einige Jahre an Wanderbühnen, weitere Verpflichtungen in Brünn und Düsseldorf schlossen sich an. 1927 holte ihn Erich Ziegel2) (1876 – 1950) auf Vermittlung seiner Ehefrau Mirjam Horwitz2) (1882 – 1967) als jugendlichen Komiker an die "Hamburger Kammerspiele", wo Schroth bis 1941 auf der Bühne stand. Parallel dazu wirkte er ab 1937 in Berlin bei Heinz Hilpert2) (1890 – 1967) am "Deutschen Theater" sowie zeitweise in Wien am "Theater in der Josefstadt".
Nach Kriegsende war Schroth wieder in Hamburg am "Thalia-Theater" engagiert. Seit 1948 arbeitete er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur überwiegend an Boulevardbühnen, beeindruckte das Publikum vor allem durch seine Gabe, stets die Grenze zwischen geistreichem Witz und den Niederungen des Schwanks zu beachten.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Carl-Heinz Schroth 01; Copyright Virginia Shue
Zusammen mit seiner dritten Frau Karin Jacobson unternahm er in den 1960er Jahren zahlreiche Gastspielreisen, wirkte unter anderem außerdem an den "Münchner Kammerspielen", in Berlin an der "Komödie am Kurfürstendamm" und dem "Hebbel-Theater" sowie in Hamburg am "Theater am Besenbinderhof". Vor allem in Stücken von Curt Götz wie dem "Dr. med. Hiob Prätorius" begeisterte er das Publikum, da Schroth exzellent den Stil beherrschte, mit dem die Götz-Figuren gespielt werden müssen.  
  
Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte Schroth bereits als Statist in der stummen Lessing-Verfilmung "Nathan der Weise"2) (1922) sammeln können, seine erste größere Aufgabe erhielt er ein Jahrzehnt später in dem Leinwandklassiker "Der Kongreß tanzt"2) (1931). Es folgten Auftritte in Streifen wie der Romanze "Die Korallenprinzessin"3) (1937) oder der Komödie "Krach im Vorderhaus"3) (1941, etliche Produktionen, in denen er während des Krieges mitwirkte, gelangten erst nach 1945 in die Lichtspielhäuser. Zu Schroths ersten Nachkriegsfilmen zählt 1947/48 Eugen Yorks Kriegsdrama "Morituri" über die Massenflucht von Insassen eines Konzentrationslagers unter Mithilfe eines Lagerarztes mit der Rolle des KZ-Häftlings Armand. Danach erlebte man ihn meist mit prägnanten Nebenrollen in Streifen wie "Die Letzte Nacht" (1949), "Die Freunde meiner Frau" (1949, "Tanzende Sterne" (1952), "Wenn der Vater mit dem Sohne"2) (1955) oder "Liebe auf krummen Beinen"3) (1959). In der eher zu vernachlässigenden Verwechslungskomödie "Das hab' ich in Paris gelernt" (1960, u.a mit Chris Howland) zeigte er sich letztmalig auf der Leinwand, konzentrierte sich fortan auf seine Arbeit am Theater und übernahm vermehrt Aufgaben vor der Fernsehkamera.
Carl-Heinz Schroth 02; Copyright Virginia Shue So waren es ab den 1960er Jahren die TV-Rollen, die Schroth zum Publikumsliebling avancieren ließen, vor allem seine Altersrollen verhalfen ihm zu großer Popularität beim Publikum. So glänzte er beispielsweise 1963 als Oberregierungsrat Ferdinand Ziegler in Rainer Erlers Satire "Orden für die Wunderkinder"2), spielte 1966 die Doppelrolle des Gerald Bennett bzw. Dickie Gray in Erich Neureuthers "Das Ganz große Ding" oder 1972 den Goldschmied Leonhard in Helmut Käutners "Die Seltsamen Abenteuer des geheimen Kanzleisekretärs Tusmann". Von den Zuschauern geliebt wurde Schroth als Menschenfreund und Hundeliebhaber Theobald in der ZDF-Serie "Alle Hunde lieben Theobald"4) (1969/70), den "Heiteren Geschichten um einen Hundenarren", ebenso wie als Altwarenhändler Albert Kaschunke zusammen mit Filmsohn Walter Giller in dem Sechsteiler "Karschunke und Sohn" (1978).
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
1981 erlebte man Schroth mit der Titelrolle in der Familienserie "Einfach Lamprecht"4), sowie ein Jahr später unter der Regie Rolf von Sydows in der Neil Simon-Komödie "Sonny Boys" als Willie Clark zusammen mit Johannes Heesters, der den Gegenpart des Al Lewis mimte. In nachhaltiger Erinnerung ist Schroth mit der TV-Serie "Jakob und Adele"2) geblieben, in der er an der Seite von Brigitte Horney ab 1986 drei Jahre lang als "netter älterer Herr" sein komödiantisches Talent zeigen konnte. Zu Schroths letzten Fernsehproduktionen zählen unter anderem "Das Geheimnis von Lismore Castle" (1986), "Der Fälscher" (1987), "Spätes Glück nicht ausgeschlossen" (1988), "Ede und das Kind" (1988) und "Seine beste Rolle" (1989).
 
Darüber hinaus war Schroth auch ein beliebter Sprecher, Ende der 1950er-Jahre hatte Schroth großen Erfolg mit der 51 Folgen umfassenden Radiohörspielreihe um den "größten Verbrecher seit der Erfindung Chicagos" Dickie Dick Dickens des Bayerischer Rundfunks nach den Romanen von Rolf und Alexandra Becker ebenso wie mit dem Hörspiel "Gestatten, mein Name ist Cox", in dem er ebenfalls die Hauptrolle sprach. Diese Hörspielproduktionen gehörten zu den ersten Straßenfegern im deutschen Rundfunk. In den 1950er- und 1960er-Jahren führte der Schauspieler auch gelegentlich Regie bei deutschen Film- und Fernsehproduktionen. Zu seinen bekanntesten Regiearbeiten zählt der Film "Fräulein vom Amt" (1954) mit Renate Holm und Georg Thomalla nach einer literarischen Vorlage von Curth Flatow; das Drehbuch 1954 verfasste Schroths dritte Ehefrau und Kollegin Karin Jacobsen. (…) Als Synchronsprecher lieh er unter anderen Oskar Homolka (in "Treffpunkt Moskau"), Wilfrid Hyde-White (in "Konflikt des Gewissens") und Eric Pohlmann (in "So etwas lieben die Frauen") seine Stimme5)
 
Gern spielte er den Mann in den besten Jahren, den die Frauen lieben; er war kein Siegertyp, eher gingen ihm Dinge daneben, dann schaute er den Gewinnern mit Dackelblick hinterher. Sein verschämter Augenaufschlag, in dem sich Güte und Spott paarten, hielt ihn allein schon davon ab, den nächsten Coup vorzubereiten, so kam er oft zu spät. Ein richtiger Verlierer war er trotzdem nie, dazu war er zu liebenwert und besaß die nötige Selbstironie.6) Die kam auch in seinen Erinnerungen zum Ausdruck, die er 1984 unter dem Titel "Keine Angst vor schlechten Zeiten" veröffentlichte; 1987 folgte dann ein zweiter Band Memoiren "Was ich noch vergessen hatte…".
Carl-Heinz Schroth wurde während seiner langen schauspielerischen Karriere mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er 1982 eine "Goldene Kamera"2), 1984 als erster Schauspieler den "Curt-Götz-Ring", ein Jahr später das "Silberne Blatt" der Dramatiker-Union sowie 1987 den "Telestar"-Fernsehpreis2). Im gleichen Jahr hatte man ihm das "Filmband in Gold" für " langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" verliehen.
 
Kurz nach Drehschluss seines TV-Films "Geld macht nicht glücklich" starb Carl-Heinz Schroth am 19. Juli 1989 in der Münchener Klinik Neuwittelsbach; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Münchner Nordfriedhof.
DER SPIEGEL (30/1989) notierte anlässlich des Todes unter anderem: "Zuschauer und Verehrer seiner leichten, diskreten Komödiantenkunst hatte er sein Leben lang. Doch die Popularität eines wirklichen Volksschauspielers hat ihm erst in den letzten beiden Jahrzehnten, also im sogenannten Rentenalter, das Fernsehen verschafft. Serien wie "Alle Hunde lieben Theobald" und "Jakob und Adele" (mit Brigitte Horney) machten den zarten Herrn mit den großen, wachen Augen zum Traumgroßvater und Seniorenidol der Nation, zum Vorbild für Schalk, Weisheit und Lebenslust der späten Jahre."

Der Schauspieler, der sich in den 1970er Jahren im norditalienischen Vacciago di Ameno am Orta-See niedergelassen hatte, war vier Mal verheiratet, kurz mit der Tänzerin und Choreografin Carola Krauskopf, dann mit den Schauspielerinnen Ruth Hausmeister2) (1912 – 2012) und Karin Jacobsen2) (1924 – 1989)  sowie zuletzt mit der Schauspielerin Barbara Hutterer (Foto rechts). Er hatte zwei Töchter aus der früheren Ehe mit Ruth Hausmeister, Sabine (geb. 1940) und Katharina (geb. 1945); aus der Ehe mit Karin Jacobsen stammt Sohn Alexander (geb. 1950).
 
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Carl-Heinz Schroth  und Barbara Hutterer; Copyright Virginia Shue
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) www.fernsehserien.de
Quelle: 5) Wikipedia (abgerufen 10.11.2011), 6) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 327
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, www.film-zeit.de
sowie den Artikel bei der "Deutschen Welle"
Filme als Darsteller (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung)
Kinofilme Fernsehfilme (Auszug)
  • 1952: Wolken sind überall
  • 1957: Mammis Wanderjahre (auch Regie)
  • 1958: Dr. med. Hiob Praetorius
  • 1958: Unser Herr Vater
  • 1960: Der eingebildete Kranke
  • 1960: Philomena Marturano
  • 1960: Zauber der Jugend (auch Regie)
  • 1963: Orden für die Wunderkinder
  • 1963: Die Grotte
  • 1965: Tu das nicht, Angelika (auch Regie)
  • 1966: Das ganz große Ding
  • 1969–1970: Alle Hunde lieben Theobald (Serie)
  • 1972: Alexander Zwo (Sechsteiler)
  • 1972: Die Seltsamen Abenteuer des
    geheimen Kanzleisekretärs Tusmann
  • 1978: Karschunke und Sohn (Serie)
  • 1981: Einfach Lamprecht (Serie)
  • 1982: Champagnerkomödie
  • 1982: Und das zum 80. Geburtstag
  • 1982–1989: Jakob und Adele (Serie)
  • 1982: Sonny Boys
  • 1986: Das Geheimnis von Lismore Castle
  • 1987: Lang soll er leben
  • 1987: Der Fälscher
  • 1988: Spätes Glück nicht ausgeschlossen
  • 1988: Der Professor und sein Hund
  • 1989: Ede und das Kind
  • 1989: Jakob – oder Liebe hört nicht auf
  • 1989: Geld macht nicht glücklich
  • 1989: Seine beste Rolle
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