Filmografie / Hörspiel
Walter Richter als als Iwán Petrówitsch Wojnízkij in dem Drama "Onkel Wanja" von Anton Pawlowitsch Tschechow am "Deutschen Theater" in Berlin im Dezember 1945; Copyright: SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek; Datierung: 1945.12 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Walter Richter wurde am 3. Mai 1905 als Sohn eines Kaufmanns in Berlin geboren. Bevor er zu einem renommierten Charakterdarsteller avancierte, absolvierte er zunächst ein Volontariat bei der "Deutschen Allgemeinen Zeitung"1), entschied sich dann aber für die Schauspielerei, nahm unter anderem bei Ferdinand Gregori1) (1870 – 1926) entsprechenden Unterricht. 1925 erhielt er ein erstes Engagement am "Stadttheater Bremerhaven"1), weitere Theaterstationen wurden unter anderem Stuttgart1) (1926/27, "Württembergische Volksbühne"), Gera (1927/28 und 1929/30, "Reußische Theater"1)), Breslau1) (1930/31, "Vereinigte Theater"), Köln (1931–1934, "Städtische Bühnen") . Nach seiner Verpflichtung am "Württembergischen Staatstheater"1) (1934–1939) in Stuttgart gehörte Richter danach bis 1941 zum Ensemble der "Städtischen Bühnen"1) von Frankfurt am Main, anschließend wechselte nach Berlin an das "Deutsche Theater"1), dem er bis 1950 verbunden blieb. Parallel spielte er zwischen 1942 und 1945 auch Wiener "Theater in der Josefstadt"1).
Nach Ende des 2. Weltkrieges stand Richter am "Schauspielhaus Zürich"1) auf der Bühne, spielte zudem ab 1953 in München am "Bayerischen Staatsschauspiel"1), ab 1954 am "Schauspielhaus Bochum"1) und an den "Münchner Kammerspielen"1) sowie mehrfach bei den "Ruhrfestspielen Recklinghausen"1) – beispielsweise gab er 1953 den Claudius in der Shakespeare-Tragödie "Hamlet"1), inszeniert von Karl-Heinz Stroux1) mit Will Quadflieg in der Titelrolle und unter anderem Elisabeth Flickenschild als Gertrude.
 
Walter Richter als Iwán Petrówitsch Wojnízkij, genannt "Onkel Wanja"
in dem Drama "Onkel Wanja"1) von Anton Tschechow1)
am "Deutschen Theater" in Berlin im Dezember 1945 
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000038_013)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); 
Datierung: 1945.12 / Lizenz: CC-BY-SA3.0; Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt. Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
Zum Wirken am Theater wird im "Theaterlexikon der Schweiz"*) unter anderem folgendes aufgeführt:
(Fremde Links: Wikipedia, tls.theaterwissenschaft.ch, Historisches Lexikon der Schweiz; R = Regie, P = Premiere, UA = Uraufführung)
"Deutsches Theater", Berlin

Walter Richter als Bolzmann in "Gerichtstag" von Julius Hay
am "Deutschen Theater" in Berlin im September 1945
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000022_009)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 1945.09 / Lizenz: CC-BY-SA3.0
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons

Walter Richter als Bolzmann in "Der Gerichtstag" von Julius Hay am "Deutschen Theater" in Berlin im September 1945; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000022_009); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 1945.09 / Lizenz: CC-BY-SA3.0; Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt. Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
"Schauspielhaus Zürich" "Theater Basel" "Komödie Basel" Der zum "Staatsschauspieler" (1939) und "Kammerschauspieler" ernannte Mime brillierte beispielsweise als Sekretär Wurm in dem Schiller-Drama "Kabale und Liebe"1), glänzend war seine Verkörperung der Titelfigur in Gerhart Hauptmanns Schauspiel "Fuhrmann Henschel"1) Anfang der 1960er Jahre am "Schauspielhaus Zürich"1) in der Inszenierung von Kurt Hirschfeld1). Eine weitere herausragende Rolle während seiner langen Karriere war beispielsweise der Titelheld in Goethes "Götz von Berlichingen"1), mit dem er 1956 bis 1958 sowie erneut 1965 bis 1967 das Publikum der "Burgfestspiele Jagsthausen"1) begeisterte.
Zur Spielzeit 1961/62 trat Richter am Berliner "Renaissance-Theater"1) auf, 1963 bei den "Freilichtspielen Schwäbisch Hall"1), er wirkte am "Badischen Staatstheater Karlsruhe"1) (1963–1965), am "Düsseldorfer Schauspielhaus"1) (1965/66), am "Theater Konstanz"1) (1967/68) und am Hamburger "Thalia Theater"1) (1969/70). Zudem zeigte er seine schauspielerische Kunst im Rahmen etlicher Tourneen, unter anderem mit der Züricher "Bühne 64"2) und mit Egon Karters1) "Tournee-Theater Basel", wo er 1969 als Gutsbesitzer Puntila in dem Stück "Herr Puntila und sein Knecht Matti"1) von Bertolt Brecht1) brillierte.
Sein Leinwanddebüt gab Richter als Oberleutnant Strelkoff in der Literaturadaption "Die Warschauer Zitadelle" (1937), Aufmerksamkeit in Kinoproduktionen erlangte er jedoch erst im Nachkriegsfilm. Zu nennen ist sein polnischer Arzt Dr. Leon Bronek  in dem nach einer Idee von Artur Brauner1) entstandenen Drama "Morituri"1) (1948), dem ersten deutsche Spielfilm, der sich mit dem Holocaust1) auseinandersetzte. Meist verkörperte der markante Richter Gutsbesitzer, Bauern, Wirte oder Väter, wie beispielsweise 1955 als der Postmeister und Vater von Dunja (Eva Bartok) in dem Melodram "Dunja"1), einem Remake des legendären Films "Der Postmeister"1) (1940) mit Heinrich George und Hilde Krahl bzw. gedreht frei nach der Novelle "Der Postmeister"1) von Alexander Puschkin1).
In dem Heimatstreifen "Wo der Wildbach rauscht"1) (1956) war er der reiche, gewalttätige Bauer Andrä Muralt, verkörperte auch auf der Leinwand die titelgebende Figur in "Fuhrmann Henschel"1) (1956). Den Gutsbesitzer Jochen Petersen mimte er in der an Hermann Löns angelehnten Geschichte "Wenn die Heide blüht"1) (1960), den Gastwirt Porgauer in "Das Mädel aus dem Böhmerwald"1) (1965, mit Gerlinde Locker) und den Obdachlosen Ede in dem Krimi "Perrak"1) (1970) mit Horst Tappert als Kommissar Perrak. Letztmalig zeigte sich Richter im Kino als eiskalter Killer Arthur in dem Gangsterstreifen "Das Amulett des Todes"1) (1975) neben Horst Frank als Gangsterboss Himmel → Übersicht Kinofilme

Walter Richter als Impresario Osvaldo Curtis in "Die Venus vom Tivoli"3) (1953)
Quelle: cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG", Zürich, mit freundlicher Genehmigung
von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); © Praesens-Film AG

Walter Richter als Osvaldo Curtis in dem Film "Die Venus vom Tivoli" (1953); Quelle: www.cyranos.ch bzw. Archiv "Praesens-Film AG, Zürich", mit freundlicher Genehmigung von Peter Gassmann (Praesens-Film AG, Zürich); Copyright Praesens-Film AG
Ein breites Betätigungsfeld bot das Fernsehen dem Charakterdarsteller seit Ende der 1950er Jahre, vor allem in etlichen Literaturadaptionen konnte er die Zuschauer für sich einnehmen. So überzeugte er als Brandstifter und Ringer Josef Schmitz in "Biedermann und die Brandstifter" (1958) nach dem gleichnamigen Theaterstück1) von Max Frisch1), als Maurerpolier John in dem Hauptmann-Drama "Die Ratten"4) (1959), als Vater Phil Hogan in dem Eugene O'Neill1)-Stück "Ein Mond für die Beladenen"4) (1961) oder als Tischler Meister Anton in "Maria Magdalena" (1963) nach der gleichnamigen Tragödie1) von Friedrich Hebbel1) mit Cordula Trantow als Klara. 
"Herodes und Mariamne":  DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung  von Pidax-Film, welche die WDR-Produktion  am 25. Oktober 2013 auf DVD herausbrachte. "Herodes und Mariamne": Szenenfoto mit Walter Richter (Herodes) und Antje Weisgerber (Mariamne); mit freundlicher Genehmigung  von Pidax-Film, welche die WDR-Produktion  am 25. Oktober 2013 auf DVD herausbrachte. Eindrücklich war sein Herodes1) in der von Wilhelm Semmelroth1) inszenierten Hebbel-Tragödie "Herodes und Mariamne"5) mit Antje Weisgerber als Mariamne1), der reiche Kaufmann Volpone in "Volpone oder Der Fuchs" (1966) nach der Komödie von Ben Jonson1) oder der Farmer H. C. Curry in "Der Regenmacher" nach dem Theaterstück von N. Richard Nash1), den er 1966 sowie 1980 darstellte.

DVD-Cover zu "Herodes und Mariamne" bzw. Szenenfoto mit
Walter Richter (Herodes) und Antje Weisgerber (Mariamne)
Mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die
WDR-Produktion am 25. Oktober 2013 auf DVD herausbrachte.

Richter gehörte als Monsieur Brassac zur Besetzung des dreiteiligen Straßenfegers "Der Tod läuft hinterher" (1967) oder verkörperte den Monsignore Wilhelm Scheperjans, Gründer der Siedlung Neu-Böseckendorf, in dem von Robert A. Stemmle in Szene gesetzten Dokumentarspiel "Neu-Böseckendorf " (1969). Nach seinem Auftritt als Hauptkommissar Paul Trimmel in dem Krimi "Exklusiv!"1) (EA: 26.10.1969), der nachträglich (1971) in den "Tatort"1)-Dauerbrenner integriert wurde, machte Richter dann in der ersten regulären Folge "Taxi nach Leipzig"1) (EA: 29.11.1970) mit der Figur des Hamburger Kommissars Furore. Bei tatort-fundus.de wird Trimmel folgendermaßen charakterisiert: "Kriminalhauptkommissar Paul Trimmel ist von einem Journalisten mal bezeichnet worden als eine "Mischung aus einem Weihnachtsmann und einem russischen Panzergeneral". Ein ziemlich treffender Versuch, die Erscheinung des Leiters der Kriminalgruppe 1 in Hamburg zu beschreiben, denn Trimmel ist oft ruppig und muffelig, humorlos und spitzzüngig. Andererseits kann er schon fast väterlich wirken, hat – im Einzelfall – sogar Verständnis für diejenigen, die er überführen muss, bleibt aber distanziert und steht beileibe nicht in dem Ruf, Fünfe auch mal gerade sein zu lassen."
15 Mal, davon sechs Mal als Gastkommissar, löste Richter mit manchmal bärbeißig-mürrischem Gesichtsausdruck und immer ein wenig rechthaberisch so manchen kniffligen Fall, sein Markenzeichen war die spießige Schieberkappe über den buschigen Augenbrauen. Am 19. September 1982 flimmerte mit "Trimmel und Isolde"1) die letzte Trimmel-Story über die Bildschirme, zugleich Richters letzte Arbeit vor der Kamera → Übersicht TV-Produktionen.
"Ich habe alle großen Rollen hinter mir, vom Othello über Herodes und Fuhrmann Henschel bis hin zu eben diesem grantelnden Kommissar", erinnerte sich der 77-Jährige noch im Jahre 1982. Damals zählte seine sechs Monate dauernde Theater-Tournee – Richters 16. – mit "Die Katze auf dem heißen Blechdach"1) noch 121 Stationen. Der "Tatort", das war ein Sahnehäubchen für den emsigen Schauspieler.5)
   
Die "Tatort"-Folgen mit Hauptkommissar Paul Trimmel, Figur aus den
Kriminalromanen von Friedhelm Werremeier
(Fremde Links: Wikipedia)
    
"Unternehmen Rentnerkommune":  DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung , von Pidax-Film, welche die Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte. "Unternehmen Rentnerkommune": Szenenfoto mit (v.l.n.r.): Heinrich Fürst (Malermeister Karl Nägele), Fritz Bachschmidt (Jonny Schmidt), Erica Beer (Luise Böttger) Walter Richter (Otto Schabrowsky); mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte. Während seiner Zeit als "Tatort"-Ermittler trat Richter auch in weiteren TV-Produktionen, oft mit Episodenrollen in Serien in Erscheinung. Beispielsweise tauchte er in dem Zweiteiler "Manolescu – Die fast wahre Biographie eines Gauners"4) als Graf Poliakoff neben Michael Heltau (der junge Georges Manolescu) und Hans Söhnker (der alte Manolescu) auf. Eine schöne, durchgehende Rolle hatte er in den Geschichten "Unternehmen Rentnerkommune"1) (1978), hier erfreute Richter als verwitweter Rentner Otto Schabrowsky, der, um der Einsamkeit zu entfliehen, gemeinsam mit seinem Freund Jonny Schmidt (Fritz Bachschmidt1)) beschließt eine Rentner-WG zu gründen.
  
DVD-Cover bzw. Szenenfoto mit (v.l.n.r.):
Heinrich Fürst (Malermeister Karl Nägele), Fritz Bachschmidt (Jonny Schmidt), Erica Beer (Luise Böttger) Walter Richter (Otto Schabrowsky)
Mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die
Serie am 8. Mai 2015 auf DVD herausbrachte.
Neben seiner Arbeit für Theater, Film und Fernsehen war Richter ein gefragter Sprecher in zahlreichen Hörspielen, wirkte über Bühnenwerke wie Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"1) oder "Der Bär"1) von Anton Tschechow1), Novellen wie "Unterm Birnbaum"1) von Theodor Fontane1) oder "Michael Kohlhaas"1) von Heinrich von Kleist1), Romanen wie "Krieg und Frieden"1) von Leo Tolstoi bis hin zu Kriminalhörspielen wie "Die Orchideenparty" nach Rex T. Stout1) mit, wo er den New Yorker Privatdetektiv Nero Wolfe1) sprach; eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier. Gelegentlich lieh der Schauspieler seine Stimme auch so berühmten Kollegen wie Spencer Tracy (1942, "Die Frau, von der man spricht"1)), Jean Marais (1946, "Es war einmal"1)), Oskar Homolka (1955, "Das verflixte 7. Jahr"1)) oder Ernest ,Borgnine (1955, "Marty"1)) → mehr bei synchronkartei.de.
Darüber hinaus war Richter am "Bühnenstudio Zürich"2) als Schauspiellehrer tätig.
  
Walter Richter, der zuletzt mit seiner dritten Ehefrau, der Schauspielerin Felicitas Ruhm1), und der gemeinsamen Tochter Katharina in der Schweiz lebte, starb am 26. Juli 1985 im Alter von 80 Jahren in der österreichischen Hauptstadt  Wien; die letzte Ruhe fand er auf dem Berliner "Friedhof Heerstraße"1) (Grablage: II–Wald–11) neben seiner zweiten Frau Hidde Richter geb. Ebert (1913 – 1946) → Foto der Grabstelle bei berlin.friedparks.de, knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de sowie tls.theaterwissenschaft.ch*)
Siehe auch Wikipedia, Historisches Lexikon der Schweiz
*) Quelle: Danielczyk, Julia: "Walter Richter" in: Kotte, Andreas (Hg.): "Theaterlexikon der Schweiz" (Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1493–1494) → online-Version
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) tls.theaterwissenschaft.ch, 3) cyranos.ch, 4) Die Krimihomepage, 5) filmportal.de
5) Quelle: prisma.de
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia (deutsch/englisch), Die Krimihomepage, ARD-Hörspieldatenbank)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
1940er Jahre 1950er Jahre 1960er Jahre 1970er Jahre 1980er Jahre
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, wissen.de, whoswho.de)
1940er Jahre 1950er Jahre 1960er Jahre 1970er Jahre 1980er Jahre
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