| Robert Ryan | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Robert Ryan (Robert Bushnell Ryan) wurde am 11. November 1909 in
Chicago (Illinois) geboren;
sein Vater war erfolgreicher Manager einer Baufirma, die Eltern Timothy und Mabel Ryan gaben
ihrem Sohn alle erdenklichen Möglichkeiten. Vater Ryan, dessen Vorfahren
aus Irland stammten, kümmerte sich um die sportlichen
Anlagen und engagierte einen Boxlehrer, die Mutter versuchte den musischen Ausgleich
zu schaffen, das einzige Kind für Musik, Kunst und Literatur zu
interessieren und ließ ihn Geigenunterricht nehmen. So kam es, dass Robert Ryan
einmal sagen konnte "Ich war nicht anders als andere Kinder. Während
ich auf meiner Geige übte, träumte ich davon, mit den anderen Kindern auf der
Straße Fußball zu spielen. Aber andererseits kam es auch vor, dass ich mitten
im Ballspiel eine schwierige musikalische Passage
durchdachte."
Ryan tat sich als ausgezeichneter Sportler hervor und war auf dem "Dartmouth College" in New Hampshire
vier
Jahre der Schwergewichtschampion im Boxen; 1932 machte er dort seinen Abschluss. Anschließend jobbte er als Cowboy,
Hilfsarbeiter auf Kohlenfrachtern, beim Tunnelbau, schließlich als
Handelsvertreter, bevor er Schauspielunterricht bei Max Reinhardts "Theatrical Workshop"
in Hollywood nahm.
Zunächst arbeitete der hochgewachsene, attraktive Ryan als unbezahlter Statist und stand dann 1939 erstmals auf der Bühne, ein Jahr später folgten kleine Filmrollen bei der "Paramount". Von 1941 bis 1942 spielte er am Broadway unter anderem in "Vor dem neuen Tag" (Clash by Night) von Clifford Odets, zehn Jahre später war er in Fritz Langs Verfilmung des Bühnenstückes neben Barbara Stanwyck und Marilyn Monroe zu sehen. Nach seiner Zeit am Broadway kehrte der Schauspieler nach Hollywood zurück und bekam von der "RKO" einen 15-Jahresvertrag. Doch erst nach Kriegsende profilierte sich Ryan als Charakterstar in sehr unterschiedlichen Rollen als Millionär bzw. paranoider Liebhaber Smith Ohlrig in Max Ophüls' melodramatischem Film Noir "Gefangen" (1949, Caught), als Joe Parkson und Gegenspieler des reichen Baulöwen Frank R. Enley alias Van Heflin in Fred Zinnemanns düsterem Psychothriller "Akt der Gewalt"1) (Act of Violence) oder als desillusionierter Kriegsheimkehrer bzw. antisemitischer Mörder Monty Montgomery in Edward Dmytryks Drama "Im Kreuzfeuer"2) (1947, Crossfire). Letztgenannter Film wurde nicht nur der größte Erfolg des Jahres, sondern brachte Ryan außerdem eine Oscar-Nominierung ein. Eine seiner beeindruckendsten Leistungen zeigte er 1949 als ehrlicher, ausgebrannter Boxer Bill "Stoker" Thompson, der in Robert Wises Boxer-Drama "Ring frei für Stoker Thompson" (The Set Up) zwischen rivalisierenden Gangsterbanden und deren Wett-Manipulationen zerrieben wird.
Ryan war einer der markantesten Charaktertypen des amerikanischen Kinos, ein
Gangster und Abenteurer, ein harter, zynischer Westerner und ein lautstarker, jähzorniger
Familienvater. Man erlebte ihn beispielsweise unter der Regie von Cecil B. de Mille in
dem Westernabenteuer "Die scharlachroten
Reiter" (1940, North West Mounted Police), Jahre später als Psychologe Dr. Evans
in Joseph Loseys Regiedebüt "Der Junge mit den grünen Haaren" (1948, The Boy with Green Hair)
oder in dem erwähnten, von Fritz Lang
in Szene gesetzten düsteren Beziehungsdrama "Vor dem neuen Tag" (1952, Clash by Night)
als Filmvorführer Earl Pfeiffer, zu dem sich die
verheiratete Mae Doyle D'Amato alias Barbara Stanwyck hingezogen fühlt. Mit
Spencer Tracy stand er für John Sturges' gesellschaftskritischen
Streifen "Stadt
in Angst"1) (1954, Bad
Day at Black Rock3)) vor der Kamera, unter der Regie
von Anthony Mann spielte er in dem Kriegsfilm
"Tag ohne Ende"1) (1956, Men in War),
eine seiner schönsten Rollen war die des Deke Thornton in Sam Peckinpahs
meisterlichem Western "The Wild Bunch Sie kannten kein Gesetz"1) (1969,
The
Wild Bunch3)): Als Thornton verfolgt er im Auftrag der Eisenbahngesellschaft
seinen alten Gesellen Pike Bishop (William Holden). Es ist die Zeit der mexikanischen Revolution
und in Agua Verde ist Thornton nur noch Zeuge eines Blutbades. Und jetzt, am Ende eines
langen Weges der Trostlosigkeit findet der alte Westerner bei den Leuten von Pancho Villa noch einmal eine Aufgabe.
"Es ist nicht mehr so wie es mal war, aber besser als gar nichts", sind seine letzten Worte.
(Quelle: prisma-online.de) |
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| Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de; siehe auch Wikipedia | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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