William Holden
William Holden wurde am 17. April 1918 als William Franklin Beedle jr. und ältester von drei Brüdern in O'Fallon (Illinois) geboren. Der Sohn aus reichem Hause wollte ursprünglich in die Fußstapfen seines Vaters treten und Chemiker werden, begann mit dem Studium, entschied sich dann aber für die Schauspielerei. Holden schloss sich der Amateurtheater-Truppe "Junior College" in Pasadena und später dem dortigen Schauspielhaus an. Unter dem Namen "William Holden", den ihm die Studiobosse verpasst hatten, begann seine Filmkarriere 1939 mit einer winzigen Rolle in "Million Dollar Legs", überzeugte noch im selben Jahr als der "Golden Boy" genannte Boxer Joe Bonaparte mit musikalischer Neigung in Rouben Mamoulians "Golden Boy"1) sowie in dem Gangsterstreifen "12 Monate Bewährungsfrist"2) (Invisible Stripes). In kürzester Zeit entstanden verschiedene weitere Filme, darunter Sam Woods Thornton Wilder-Verfilmung "Unsere kleine Stadt" (1940, Our Town) und der Western "Arizona"1) (1940). Holdens weiterer Aufstieg zum Leinwandidol wurde jedoch zunächst durch den Zweiten Weltkrieg und seinen Dienst ab 1942 bei der US Army unterbrochen.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges ging es für Holden nahtlos im Filmgeschäft weiter, nach der musikalischen Komödie "Mädchen für Hollywood" (1947, Variety Girl), dass George Marshall nach einem Drehbuch von Frank Tashlin gedreht hatte, spielte Holden beispielsweise in William D. Russells romantischen Komödie "Meine bessere Hälfte" (1947, Dear Ruth) an der Seite von Joan Caulfield die Rolle des Soldaten William Seacroft; eine Fortsetzung mit dem Titel "Dear Wife" kam 1949 in die Kinos. Eine Reihe von Western, beispielsweise "Der Richter von Colorado"1) (1947, The Man from Colorado) und Komödien wie "Eine Dachkammer für zwei" (1948, Apartment for Peggy) schlossen sich an. 1950 mimte er unter der Regie von Billy Wilder in dem preisgekrönten Meisterwerk "Boulevard der Dämmerung"1) (Sunset Boulevard2)) den jungen Drehbuchautor Joe Gillis, in den sich die alternde Stummfilmdiva Norma Desmond (Gloria Swanson) verliebt; Holden wurde für seine Leistung für einen Oscar nominiert. Die begehrte Auszeichnung erhielt er dann 1953 für die grandiose Darstellung des in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen zynischen amerikanischen Sergeanten J.J. Sefton in Billy Wilders "Stalag 17"1).
Mit Filmen wie "Die ist nicht von gestern"1) (1950, Born Yesterday), "Verrat in Fort Bravo"2) (1953, Escape from Fort Bravo), "Sabrina"1) (1954, neben Audrey Hepburn und Humphrey Bogart), "Die Intriganten"1) (1954, Executive Suite), "Ein Mädchen vom Lande"1) (1954, The Country Girl), "Alle Herrlichkeit auf Erden" (1955, Love Is a Many-Splendored Thing), oder "Picknick"1) (1955, Picnic) zeigte der vielseitige Schauspieler, dass er sowohl in Melodramen und Western als auch in Komödien überzeugen konnte.
Und immer wieder sah man den seriös und verlässlich wirkenden Holden in Uniformrollen, so als verbitterten Jetpilot Harry Brubaker in Mark Robsons Kriegsdrama "Die Brücken von Toko-Ri"1) (1954, The Bridges at Toko-Ri), als britischen Offizier Shears in David Leans Klassiker "Die Brücke am Kwai"1) (1957, The Bridge on the River Kwai3)) oder als pazifistischen Regimentsarzt Major Hank Kendall bzw. Gegenspieler von John Wayne in John Fords "Der letzte Befehl"1) (1959, The Horse Soldiers2)). Zu seinen weiteren wichtigen Filmen zählen George Seatons "Auch Helden können weinen" (1956, The Proud and Profane) mit Deborah Kerr, Mervyn Le Roys "Einst kommt die Stunde" (1956, Toward the Unknown) mit Virginia Leith oder schließlich das große Erfolgs-Melodram von: Richard Quines "Die Welt der Suzy Wong"3) (1960, The World of Suzie Wong) mit Nancy Kwan. Sehenswert ist auch seine Hauptrolle in dem Kriegsfilm "Verrat auf Befehl"1) (1960, The Counterfeit Traitor) sowie Edward Dmytryks Western "Alvarez Kelly"1) (1965, Alvarez Kelly2)) mit Holden als mexikanischem Viehhändler Alvarez Kelly. Zu Holdens schönsten Altersrollen gehören die beiden vom Leben ramponierten Westernhelden in "The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz"1) (1969, The Wild Bunch2)) von Sam Peckinpah sowie in Blake Edwards "Missouri – Wild Rovers"1) (1971, Wild Rovers2)). In dem Katastrophenfilm "Flammendes Inferno"1) (1974, The Towering Inferno) konnte er als skrupelloser Bauherr und Firmenbesitzer Jim Duncan überzeugen, glänzend auch sein Nachrichtenchef Max Schumacher in Sidney Lumets "Network"1) (1976), der sich, auch um den Verlust seiner Jobs, nicht korrumpieren lässt. Eine erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Billy Wilder ergab sich mit dem Melodram "Fedora"1) (1977, Fedora2)), in dem Grusel-Schocker "Damien – Omen II"1) (1978) mimte er den reichen Richard Thorn, gehörte wenig später zur Besetzung des Abenteuerstreifens "Ashanti"1) (1979). "Der Tag, an dem die Welt unterging"2) (1979, When Time Ran Out) zeigt den Mimen in seiner letzten großen Leinwandrollen.

Holden, der 1954 eine eigene Produktionsfirma "Tuloca Productions" gegründet hatte, erwies sich auch als cleverer Geschäftsmann: Für den Film "Die Brücke am Kwai", den er 1957 produzierte, ließ er sich eine Gewinnbeteiligung zusichern und verdiente damit Millionen. Diese investierte er in Radiosender, Elektronik und Hotels und war schon bald nicht mehr auf die Schauspielerei angewiesen. In den 70er Jahren setzte sich Holden zusammen mit seiner Kollegin und damaligen Lebensgefährtin Stephanie Powers aktiv für den Tierschutz ein und beschäftigte sich mit Archäologie und " primitiver" Kunst.
Seine letzte Leinwandrolle spielte er 1981 in Blake Edwards' Hollywood-Farce "S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler"1)  (1981, S.O.B.), einer bissigen Satire auf die Traumfabrik. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten wurde William Holden am 16. November 1981 in seiner Wohnung im kalifornischen Santa Monica tot aufgefunden. Der als langjähriger Alkoholiker und depressiv geltende Holden starb an den Folgen eines häuslichen Sturzes, vermutlich in betrunkenem Zustand, er lebte schon mehrere Tage nicht mehr, als man ihn fand. Viele hat das trostlose Ende erstaunt, gehörte der Schauspieler doch zu den Freunden zahlreicher renommierter US-Bürger.
Holden lebte in den letzten Lebensjahren zurückgezogen in der Schweiz oder in seinem Safari-Club in Kenia. Ein wenig hatte er in dieser Zeit auch noch fürs Fernsehen gearbeitet. Seine Mitte Juli 1941 geschlossene Ehe mit der Schauspielerin Brenda Marshall1) (1915 – 1992) war nach 30 Jahren und mehreren Trennungen nicht zuletzt wegen etlicher Affären Holdens 1971 geschieden worden; aus der Verbindung stammen zwei Kinder, Peter Westfield (geb. 1943) und Scott Porter Holden (1946 – 2005).
  
Ein Filmenthusiast nannte William Holdens Gesicht einmal schwärmerisch "die Landkarte Amerikas" und meinte, er sei "nicht auf die gleiche Weise romantisch wie Rudolfo Valentino, er hat einen anderen Sex als der junge Clark Gable, man kann ihn weder mit John Wayne noch Marlon Brando vergleichen – er ist einfach der amerikanische Mann von heute. Jeder Amerikaner erkennt sich in ihm wieder, jede Amerikanerin schwärmt für ihn, vielleicht sogar alle Frauen …".
 

Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma-online.de, 3) Beschreibung innerhalb dieser HP
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
1938: Prison Farm
1939: 12 Monate Bewährungsfrist (Invisible Stripes)
1939: Golden Boy
1939: Million Dollar Legs
1940: Arizona
1940: Those Were the Days
1940: Unsere kleine Stadt (Our Town)
1941: Flucht nach Texas (Texas)
1941: I Wanted Wings
1942: Meet the Stewarts
1942: The Remarkable Andrew
1942: The Fleet's In
1943 : Reconnaissance Pilot
1943: Young and Willing
1947: Blaze of Noon
1947: Variety Girl
1947: Meine bessere Hälfte (Dear Ruth)
1948: The Dark Past
1948: Eine Dachkammer für zwei (Apartment for Peggy)
1948: Ehe ohne Liebe (Rachel and the Stranger)
1948: Der Richter von Colorado (The Man from Colorado)
1949: Miss Grant Takes Richmond
1949: Dear Wife
1949: Die Todesreiter von Laredo (Streets of Laredo)
1950: Menschen ohne Seele (Union Station)
1950: Die ist nicht von gestern (Born Yesterday)
1950: Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard)
1950: Father Is a Bachelor
1951: U-Kreuzer Tigerhai (Submarine Command)
1951: Keinen Groschen für die Ewigkeit (Force of Arms)
1952: Tommy macht das Rennen (Boots Malone)
1952: Der Wendepunkt (The Turning Point)
1953: Verrat im Fort Bravo (Escape from Fort Bravo)
1953: Stalag 17
1953: Wolken sind überall (The Moon Is Blue)
1954: Die pikanten Jahre einer Frau (Forever Female)
1954: Ein Mädchen vom Lande (The Country Girl)
1954: Die Brücken von Toko-Ri (The Bridges at Toko-Ri)
1954: Sabrina
1954: Die Intriganten (Executive Suite)
1955: Picknick (Picnic)
1955: Alle Herrlichkeit auf Erden (Love Is a Many-Splendored Thing)
1956: Auch Helden können weinen (The Proud and Profane)
1956: Einst kommt die Stunde (Toward the Unknown)
1957: Die Brücke am Kwai (The Bridge on the River Kwai)
1958: Der Schlüssel (The Key)
1959: Der letzte Befehl (The Horse Soldiers)
1960: Die Welt der Suzie Wong (The World of Suzie Wong)
1962: China-Story (Satan Never Sleeps)
1962: Patricia und der Löwe (The Lion)
1962: Verrat auf Befehl (The Counterfeit Traitor)
1964: Beim siebten Morgengrauen (The 7th Dawn)
1964: Zusammen in Paris (Paris – When It Sizzles)
1966: Alvarez Kelly
1967: Casino Royale
1968: Die Teufelsbrigade (The Devil's Brigade)
1969: The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz (The Wild Bunch)
1969:Pascal (The Christmas Tree)
1971: Missouri (Wild Rovers)
1972: Der Rächer (The Revengers)
1973: Begegnung am Vormittag (Breezy)
1974: Flammendes Inferno (The Towering Inferno)
1974: Jagdzeit (Open Season)
1976: Network
1976: Die 21 Stunden von München (21 Hours at Munich)
1978: Fedora
1978: Damien – Omen II (Damien: Omen II)
1979: Ashanti
1980: Am Ende des Tales (The Earthling)
1980: Der Tag, an dem die Welt unterging (When Time Ran Out…)
1981: S.O.B. – Hollywoods letzter Heuler (S.O.B.)
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