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Ruth Leuwerik wurde am 23. April 1924 in Essen
als Tochter des Kaufmanns Julius Martin Leeuwerik und dessen Frau Luise geboren; die Archive legten sich eine Zeit
lang nicht auf das Geburtsjahr der Künstlerin fest, 1926 oder auch 1923 wurden genannt. Sie besuchte Lyzeen in Essen und Münster und
ging später zur Handelsschule, arbeitete dann als Stenotypistin und nahm
privaten Schauspielunterricht.
Zweimal war sie nämlich durch die Schauspielschule gefallen, weil
die Kommission der Ansicht war, sie habe keine Stimme und zuviel
Hemmungen für den Beruf. Außerdem sei sie zu klein und zu mager für
die jugendliche Liebhaberin. Doch gerade darin hatte sie im Zeitalter
von Nierentisch und Cocktailsessel Erfolg.
"Ruth Leuwerik kultiviert edles Gefühl, das durch alle Leiden hindurch unbeirrbar zum Guten
wirkt", schreibt der Filmhistoriker Enno Patalas1) in seiner "Sozialgeschichte des
Stars".
Während des Krieges reiste Ruth Leuwerik mit der Wanderbühne des
Landestheaters Münster durch Städte und Dörfer.
Gegen Kriegsende wurde sie dann noch in der Rüstungsindustrie dienstverpflichtet.
Nach dem Krieg arbeitete sie von 1947 bis 1949 am Theater in Bremen und Lübeck
und von 1949 bis 1953 wirkte sie am "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg.
Gastspiele am Düsseldorfer Schauspielhaus (1955) und in Berlin schlossen sich an. Zu
Ruth Leuweriks herausragenden Bühneninterpretationen zählen unter
anderem das Gretchen in Goethes "Faust", die Rosalinde in
Shakespeares "Wie es euch gefällt" (an der Seite von Werner Krauß) oder
die Inken Peters in Gerhart Hauptmanns "Vor
Sonnenuntergang".
Foto: © Rainer Binder
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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Ihr Leinwanddebüt gab Ruth Leuwerik mit einer kleinen Rolle in der Urlaubskomödie "Dreizehn unter einem Hut" (1950), der große Durchbruch als Filmschauspielerin gelang ihr dann drei Jahre später in
Rudolf Jugerts Melodram "Ein Herz spielt falsch"1) (1953) als Partnerin
von O. W. Fischer. Kritik und Publikum wussten ihre Darstellungen
höchst unterschiedlicher weiblicher Charaktere stets zu überzeugen
und so avancierte sie schnell zur Leinwandkönigin der 1950er Jahre den Titel "Königin des Melodrams" musste sie
sich nur mit Maria Schell2) (1926 2005) teilen.
Entsprechend gehörten Dieter Borsche2)
(1909 1982) und O. W. Fischer2)
(1915 2004) zu ihren bevorzugten Partnern.
Sie war anfangs in heiteren Familienfilmen wie "Vater braucht eine
Frau"(1952) oder ironischen Gesellschaftskomödien
wie "Königliche
Hoheitt"1) (1953) von ihrem auf gepflegten Darstellungsstil Wert legenden
Mentor Harald Braun als ideale Ergänzung zu Dieter Borsches geradliniger
Männlichkeit und diskretem Charme eingesetzt worden. Der eckig smart-coole Borsche
war überhaupt häufig neben der Leuwerik zu sehen und beide
bildeten ein ebenso ehrenhaftes wie tröstliches Bild
deutscher Familienidylle, die durch kein Ärgernis zu zerstören war.
Das galt auch für die Liaison zwischen der amerikanischen Millionärstochter Imma und Prinz
Klaus Heinrich, der seinen Bruder, den kränkelnden Großherzog Albrecht II.
in "Königliche Hoheit" ablöst. Der
Film von Harald Braun beruhte auf Thomas Manns
gleichnamiger Erzählung: Dieter Borsche und Ruth Leuwerik
halfen einander, Vorurteile und Konventionen abzubauen. Unter Wolfgang Liebeneiner
war sie dann auch noch die "Königin Luise"3) mit dem unvermeidlichen Borsche als
Friedrich Wilhelm von Preußen.Noch breitenwirksamer erwies sich ihr Zusammenspiel mit O. W. Fischer;
während Borsche allmählich von Ärzten, Prinzen und Pastoren Abschied
nahm und bald zum Charakterbösewicht des deutschen Edgar-Wallace-Films wurde,
fand Ruth Leuwerik in Fischer einen neuen Partner. In Rudolf Jugerts
"Ein Herz spielt falsch"1) (1953) war sie
noch die Gegenspielerin von Gertrud Kückelmann,
1954 in Helmut Käutners Melodram "Bildnis einer Unbekannten"3) liebte sie als Barsängerin Nicole
den Diplomaten Walter (Erich Schellow), doch als sie der Pariser Maler O. W. Fischer
in der Oper sieht, ist dieser von ihrem Gesicht so fasziniert, dass er es für ein
Aktgemälde benutzt. Da ihr Gatte Walter erpresst wird und sein Ruf Schaden nehmen kann,
nimmt sie die Schuld auf sich, um seine Karriere zu retten. Zum Lohn wird sie die Geliebte des Malers.
In diesem Streifen spannte die Leuwerik einen großen Gefühlsbogen.
Das deutsche Kino hatte ein neues Traumpaar, und das war 1955 in dem deutschen Edel-Hochglanzfilm
"Ludwig II."1) wieder unter Helmut Käutners Regie zu
besichtigen: Ruth Leuwerik gab neben dem Märchenkönig O. W. Fischer
die Kaiserin Sissi, die jedoch leider mit dem Kaiser Franz Joseph verheiratet ist.
Der arme König Ludwig vereinsamt deshalb immer mehr,
wird wahnsinnig und ertrinkt auf ungeklärte Weise im blauen See.
Helmut Käutner hatte ein melodramatisches Werk
voller Schicksalswolken, Kulissendonner und Wagnermusik angerührt.
Eine herausragende Rolle spielte sie ebenfalls 1955 in Rudolf Jugerts "Rosen
im Herbst"1) nach Fontanes
"Effie Briest" neben Bernhard Wicki, in Wolfgang
Liebeneiners Melodram "Immer, wenn der Tag beginnt"4) (1957) gab sie einen
typischen Ruth Leuwerik-Charakter: eine Frau, die neben ihrer Schönheit
Intelligenz und Idealismus vorzuweisen hat und sich in der (oder auch
gegen die) Männerwelt durchzusetzen weiß, ohne ihren weiblichen Charme
zu verlieren.5) Auch international Riesenhits wurden
die beiden Filme um die "Trapp-Familie" (Teil I: 1956), in der
sie die junge Novizin Maria, die durch Heirat zur Baronin und glückliche Mutter
einer zahlreichen Kinderschar wird,
verkörperte. Sie verlieh diesem authentischen Frauenporträt Herzensgüte,
Tatkraft und Ernsthaftigkeit; ihre Interpretation wiederholte sie 1958
in "Die Trapp-Familie in Amerika". Eine starke Rollen hatte sie
auch 1954/55 als Diplomatengattin in "Geliebte Feindin", für ihre Rolle als Lagerärztin in dem Film
"Taiga"4) wurde Ruth Leuwerik 1958 bei den Filmfestspielen in San Francisco
als "Beste Schauspielerin" ausgezeichnet.
Die Trapp-Familie
Die Geschichte der österreichischen Baronin Trapp,
einer ehemaligen Novizin,
die mit großem Einsatz und Optimismus
die kinderreiche Trapp-Familie vor dem Hitlerregime rettet.
Deutschland 1956
Regie: Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch: Georg Hurdalek,
Herbert Reinecker,
frei nach den Lebenserinnerungen
"The Story of the Trapp Family Singers" der Baronin Maria von Trapp
Musik: Franz Grothe
Kamera: Werner Krien
Darsteller (Erwachsene):
Ruth Leuwerik: Baronin Maria Trapp, Hans Holt: Baron Trapp,
Maria Holst: Gräfin,
Josef Meinrad:
Pater Dr. Wasner,
Friedrich Domin: Bankier Gruber,
Hilde von Stolz: Baroness Mathilde,
Agnes Windeck: Äbtistin,
Liesl Karlstadt: Raphaela,
Gretl Theimer: Köchin,
Franz Muxeneder: Vogler,
Joseph Offenbach: Konzertagent
Samish,
Karl Ehmann: Diener,
Hans Schumm: Petroff
Die Kinder dargestellt von:
Michael Ande,
Knut Mahlke,
Ursula Wolff,
Angelika Werth,
Monika Wolf,
Ursula Ettrich, Monika Ettrich
Die Stimmen des Kinderchores stammen von den Regensburger Domspatzen.
(Link: Wikipedia, Kurzportrait innerhalb dieser HP)
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Der verwitwete Baron Trapp (Hans Holt) ist ein hochdekorierter U-Boot-Kapitän
des Ersten Weltkriegs. Auf der Suche nach einer geeigneten Gouvernante
für seine fünf Kinder wendet er sich nach etlichen Reinfällen an ein
Kloster, das ihm die lebenslustige Novizin Maria (Ruth Leuwerik)
schickt.
Maria bricht mit dem strengen Reglement des Kapitäns, der seine
Kinder wie Kadetten erzieht und buchstäblich nach der Bootspfeife
tanzen lässt. Mit ihrer liebenswürdigen und unbekümmerten Art erobert
Maria zuerst die Herzen der Kinder und
anschließend das des Barons. Bald nach ihrer Heirat
verliert Baron Trapp im Zuge der Weltwirtschaftskrise über Nacht
sein gesamtes Vermögen. Maria schlägt vor, den Lebensunterhalt künftig mit
einem gastronomischen Betrieb zu erwirtschaften, und schon bald floriert
das "Schlosshotel Trapp", besonders während der Salzburger Festspiele.
Ein amerikanischer Konzertagent (Joseph Offenbach) ist vom Familienchor der Trapps, der
einen im Radio übertragenen Gesangswettbewerb gewinnt, so begeistert,
dass er eine Tournee durch die USA finanzieren will. Doch der stolze
Baron lehnt empört ab, ins verpönte Unterhaltungsgeschäft einzusteigen.
Als Österreich 1938 dem Deutschen Reich einverleibt wird,
ist der Baron jedoch gezwungen, mit seiner Familie ins Ausland
zu fliehen, denn mit seinem Geld wurden Gegner der Nationalsozialisten
finanziert. Das Angebot des amerikanischen Agenten ist jetzt der
einzige Strohhalm, an den die Trapps sich klammern, denn in den USA droht
ihnen die Abschiebung in die Heimat, weil sie die Bürgschaft nicht hinterlegen können.
Filmbeschreibung nach: www.moviemaster.de
Siehe auch Wikipedia
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Die Trapp-Familie in Amerika
Spielfilm Deutschland 1958
Die emigrierte österreichische Baronin Maria Trapp, ihr Mann Georg
sowie ihre achtköpfige Kinderschar sind mit religiösen Liedern auf
einer Tournee durch die USA, doch der Erfolg bleibt aus. Mit ihrem
herzhaften Optimismus bringt Maria ihre Lieben dazu, trotzdem
weiterzumachen. Kurz bevor ihr Visum abläuft, kommt den
Trapps die rettende Idee: statt Kirchenmusik sorgt alpenländische
Folklore für ein glänzendes Come-back in ihrer neuen Heimat.
Die charmante Fortsetzung der autobiografischen Familiengeschichte
wurde auch in den USA ein Kinoerfolg.
Regie: Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch:
Herbert Reinecker,
frei nach den Lebenserinnerungen
"The Story of the Trapp Family Singers" der Baronin Maria von Trapp
Musik: Franz Grothe
Kamera: Werner Krien
Darsteller (Erwachsene):
Ruth Leuwerik: Baronin Maria Trapp, Hans Holt: Baron Trapp,
Josef Meinrad:
Pater Dr. Wasner, Wolfgang Wahl: Fahrer Patrick
Adrienne Gessner: Mrs. Hammerfield,
Peter Esser: Mr. Hammerfield
Holger Hagen: Mr. Harris, Til
Klockow: Bronx-Lilly
Die Kinder dargestellt von:
Michael Ande, Knut Mahlke,
Ursula Wolff, Angelika Werth,
Monika Wolf, Ursula Ettrich, Monika Ettrich
Die Stimmen des Kinderchores stammen von den Regensburger Domspatzen.
(Link: Wikipedia, Kurzportrait innerhalb dieser HP)
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So hatten sich die emigrierte österreichische Baronin Maria Trapp
(Ruth Leuwerik) und ihr Mann Georg (Hans Holt) ihren Neuanfang in
den USA nicht vorgestellt. Hoffnungsvoll ziehen sie mit ihrer
achtköpfigen Kinderschar als singende Familie quer durch das
Land, doch ihre voller Inbrunst vorgetragenen Kirchenlieder mag
kaum jemand hören. Sogar ihr treuer Begleiter Pater Dr. Wasner (Josef Meinrad)
verliert allmählich sein Gottvertrauen, als der Agent der Trapps
die Tournee abbricht. Sie fahren nach New York, um ihn
umzustimmen vergeblich. Ihr gutmütiger
Fahrer Patrick (Wolfgang Wahl) vermittelt ihnen ein billiges Appartement.
Dort machen die Trapps einen kläglichen Kassensturz: mit 3 Dollar und 76 Cent
ist guter Rat teuer. Neue
Hoffnung keimt auf, als eine begeistert den singenden Kindern
lauschende Nachbarin ihnen einen neuen Agenten empfiehlt.
Der verlangt zwar gleich 5.000 Dollar für die Reklame,
doch zufällig finden die Trapps in Mrs. Hammerfield (Adrienne Gessner)
eine wohlhabende Gönnerin, die mit den Liedern ihrer
Landsleute ihr Heimweh stillt. Fast scheint es,
dass die Trapps doch noch eine erfolgreiche Tournee vor
sich haben, aber noch immer lassen die erbaulichen Lieder
das Publikum davonlaufen. Erst als die Trapps zunehmend
resignieren, kommt Maria in den Bergen Vermonts die rettende Idee.
Das grüne Land erinnert sie an das heimische Salzkammergut.
Diese Inspiration bringt sie dazu, auf der Bühne alpenländische
und amerikanische Volkslieder zu singen. Damit gelingt den Trapps
der Durchbruch. Das Idyll scheint perfekt, nachdem sie von ihrer
Gage eine Farm gekauft haben und sie als ihre neue Heimat herrichten.
Doch plötzlich stehen die Beamten der Einwanderungsbehörde vor dem Gartentor
Mit der Fortsetzung des autobiografischen Familienfilms "Die
Trapp-Familie" gelang dem Regisseur Wolfgang Liebeneiner sein
kommerziell erfolgreichster Film, der sich auch in den USA behaupten konnte.
Ruth Leuweriks Porträt überzeugt durch
Herzensgüte, Tatkraft und Ernsthaftigkeit.
Die Stimmen des Kinderchores stammen von den Regensburger Domspatzen.
Filmbeschreibung nach: www.moviemaster.de
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