Agnes Windeck
Agnes Windeck wurde am 27. März 1888 als Agnes Windel und Tochter eines angesehenen Kaufmanns in Hamburg geboren. Sie begann ihre Laufbahn als Schauspielerin unter ihrem Mädchennamen 1904 in Hamburg, Theater in Hannover und Berlin schlossen sich an. Bereits 1915 gab sie nach ihrer Eheschließung den Beruf auf, in den sie erst 1938 zurückkehrte, nachdem ihr Mann verstorben war. Bis 1945 arbeitete sie als Lehrerin an der Schauspielschule des Deutschen Theaters, zu ihren Schülern zählten u.a. Klaus Schwarzkopf, Thomas Engel, Tatjana Iwanow und Hans Joachim Kuhlenkampf. Den Berlinern ist sie durch die Nachkriegs-Sendereihe des RIAS "Günter Neumann und seine Insulaner" vertraut geworden. Sie selbst spielte erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg und stand hauptsächlich in Berlin auf der Bühne.

Einige wenige Filme hatte sie bereits vor dem Krieg gedreht, aber erst als rüstige Siebzigerin wurde sie zum beliebten Star. Klein von Wuchs, mit weißem Haar und zerbrechlicher Stimme, avancierte sie zur zwar zart wirkenden, aber gleichwohl komischen Alten. Allerdings gerieten ihr ihre Figuren niemals zur Karikatur, sondern behielten auch bei erheiternden Auftritten ihre Würde. Es gibt Leute, bei denen kann man sich gar nicht vorstellen, dass sie einmal jung gewesen sind: Agnes Windeck zum Beispiel gelangte erst mit über fünfzig als Exempel der ältlichen, etwas tüteligen Dame mit leicht affektiertem Benehmen zu Ruhm; folglich ist sie auch nur so in Erinnerung geblieben.
So war sie etwa 1963 als spinnerte Adelige in den beiden Edgar-Wallace-Filmen "Der Zinker" und "Der Hund von Blackwood Castle" (1967) zu sehen. Weitere Rollen hatte sie 1969 als schwerhörige Tante in "Die Herren mit der weißen Weste" und 1969 in "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung" sowie 1971 als gutherzige Hausdame im Rührstück "Heintje: Einmal wird die Sonne wieder scheinen". Große Popularität errang sie auch als energische, leicht schrullige Mutter von Inge Meysel – "Oma Köpcke" – in der legendären TV-Reihe "Die Unverbesserlichen".
Als Synchronsprecherin lieh sie u. a. Margaret Rutherford als "Miss Marple" ihre Stimme. 1973 sah man sie in der Fernsehserie "Rabe, Pilz & 13 Stühle; noch 1974 stand sie mit ihrem einstigen "Schüler" Hans Joachim Kuhlenkampf auf der Bühne des Berliner Theaters des Westens und mimte in dem Musical "My fair Lady" rund 400 Mal die Mutter des Professor Higgins.
  
Das war Agnes Windeck: eine zauberhafte alte Dame, die mit ihrem Lachen Millionen anstecken konnte. Ihre eigenwillige Aussprache, ihr gesunder Humor, ihre schrullig-liebenswerte Art zu spielen, hatten sie bei jung und alt so beliebt gemacht.
Sie hat sich auch um die darstellende Kunst in Deutschland große Verdienste erworben, weil sie sich nach ihrem Rückzug von der Bühne zunächst jahrzehntelang als Schauspiellehrerin betätigte. Eine Reihe wichtiger und populärer Schauspieler wurden von Agnes Windeck, die nicht zuletzt durch ihren erlesenen Sprechstil beeindruckte, unterrichtet.
  
Agnes Windeck starb am 29. September 1975 in Berlin im Alter von 87 Jahren an Herzversagen; ihr Grab befindet sich auf dem Landeseigenen Friedhof Heerstraße im Bezirk Charlottenburg.
 

Siehe auch Wikipedia, www.defa-sternstunden.de
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
1939: Die Barmherzige Lüge 1941: Der Weg ins Freie
1941: U-Boote westwärts 1942: Die Große Liebe
1943: Damals 1945: Die Jahre vergehen
1948: Und wieder 48 1948: Straßenbekanntschaft
1950: Der Rat der Götter

1953: So ein Affentheater

1955: Wie werde ich Filmstar? 1956: Banktresor 713
1956: Die Trapp-Familie 1957: Immer, wenn der Tag beginnt
1957: Vater sein dagegen sehr 1958: A Time to Love and a Time to Die
1958: Der Greifer 1959: Die Ideale Frau
1959: Arzt ohne Gewissen (1959)  1959: Liebe auf krummen Beinen
1959: Peter schießt den Vogel ab 1962: Finden sie, dass Constanze sich richtig verhält?
1962: Ich bin auch nur eine Frau 1963: Der Zinker
1963: Meine Tochter und ich 1963: Schloss Gripsholm
1963: Scotland Yard jagt Dr. Mabuse 1966: Der Bucklige von Soho
1967: Der Hund von Blackwood Castle 1967: Rheinsberg
1969: Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin 1969: Heintje: Einmal wird die Sonne wieder scheinen
1969: Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung
1970: Die Herren mit der weißen Weste 1971: Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen
1972: Grün ist die Heide 1973: Alter Kahn und junge Liebe
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