| Richard Münch wurde am 10. Januar 1916 in Gießen
geboren, wuchs jedoch in Darmstadt auf, wo er das Reform-Realgymnasium
besuchte und mit dem Abitur abschloss. Anschließend absolvierte er ein
Studium an der "Hochschule für Theater" in Frankfurt a.M., sein
Bühnendebüt gab Münch 1937 an den Frankfurter Städtischen Bühnen in Gerhart Hauptmanns
"Hamlet in Wittenberg". Nach dem Krieg wurde er 1948 Mitglied der "Münchner Kammerspiele",
wo er bis 1950 zum Ensemble gehörte, dann zog es ihn für eine kurze Zeit
an die "Hamburger Kammerspiele". Zwischen 1953 und 1962 wurden das Düsseldorfer Schauspielhaus
sowie das "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg seine
künstlerische Heimat. Weitere Engagements führten Münch an das Schauspielhaus Zürich,
nach einem zweijährigen Engagement am Wiener "Burgtheater" wechselte er
erneut nach Düsseldorf sowie nach Hamburg an die
"Kammerspiele" und das Theater "Das Schiff". 1970/71 leitete Richard Münch die "Städtischen Bühnen Frankfurt".
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Erstmals taucht sein Name Anfang der 1950er Jahre in den Besetzungslisten von
Kinoproduktionen auf, so in Peter Lorres Thriller "Der Verlorene" (1951),
Gustav Ucickys "Zwei blaue Augen" (1955) oder Erich Engels' Krimi
"Dr. Crippen lebt"1) (1958).
Auch in den nachfolgenden Jahren blieben seine Leinwandauftritte auf
Nebenrollen reduziert, in Frank Wisbars Thriller "Nasser Asphalt"1) (1958)
sah man ihn an der Seite von Horst Buchholz als Dr. Wolf, Frank Wisbar
besetzte ihn erneut in
seinem Kriegsdrama "Hunde, wollt ihr ewig leben"1) (1958),
diesmal als Oberstleutnant Kesselbach. Es folgten prägnante Parts in Filmen wie
beispielsweise Alfred Vohrers "Verbrechen nach Schulschluss" (1959),
Axel von Ambessers "Frau im besten Mannesalter" (1959) oder Bernhard Wickis
"Das Wunder des Malachias"1) (1961). In dem Wallace-Streifen
"Das Gasthaus an der Themse"1) (1962) mimte er den zwielichtigen Polizeiarzt
Dr. Collins, der später als der mysteriöse Verbrecher "Der Hai"
entlarvt wird und sich dann seiner gerechten Strafe durch die Einnahme einer Zyankali-Tablette
entzieht.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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In Alfred Vohrers Thriller "Wartezimmer
zum Jenseits"1) (1964) tauchte Münch neben Götz George
und Hildegard Knef als Marchese di Alsconi auf, in den Jerry-Cotton-Filmen
"Schüsse aus dem Geigenkasten"1) (1965),
"Mordnacht in Manhattan"1) (1965),
"Um Null Uhr schnappt die Falle zu"1) (1966),
"Die Rechnung eiskalt
serviert"1) (1966)
sowie "Der Mörderclub von Brooklyn"1) (1967) spielte er
den Vorgesetzten Cottons alias George Nader, den New Yorker FBI-Chef Mr. John High.
Auch in internationalen Produktionen bzw. diversen Kriegsfilmen wurde er
gerne besetzt, musste hier jedoch meist hochrangige deutsche Offiziere
verkörpern. So in dem hochkarätig besetzten Drama "The Longest Day"1) (1962, Der längste
Tag) den deutschen Wehrmachtsgeneral der Artillerie Erich Marcks1)
(1891 1944), in John Frankenheimers "The Train"1) (1964, Der Zug)
den General von Lubitz, in John Guillermins
"The Bridge at Remagen" (1969, Die Brücke von Remagen)
den General von Stürmer, in Franklin J. Schaffners
"Patton"1) (1970, Patton Rebell in Uniform)
den General Alfred Jodl1)
(1890 1946).
Zu Münchs weiteren Leinwandauftritten zählen der Hubert Gruyten in
Aleksandar Petrovićs Böll-Adaption "Gruppenbild mit Dame"3) (1977) sowie die Filme
"Die Seltsamen Begegnungen des Prof. Taratonga" (1978), "Der
Durchdreher" (1979) und
der US-amerikanische Triller "Target"1) (1985, Target Zielscheibe).
Das Fernsehen bot dem Schauspieler ab den 1960er Jahren ebenfalls ein breites
Betätigungsfeld und auch hier wurde er gerne als militärische oder
zwielichtige Person besetzt. In "Waldhausstraße 20" (1960), der
Geschichte um einen schwedischen Pfarrer, der in seiner Kirche Juden versteckt hat,
agierte er als bestechlicher SS-Gruppenführer Lienhardt, in der Satire
"Dr. Knock" (1960) spielte er die Titelrolle, ebenso wie in Fritz Umgelters
"Münchhausen" (1966). In den 1970er Jahren machte sich Münch ein
wenig rar auf dem Bildschirm, um dann in den 80ern in Stücken wie "Dibbegass Nummer Deckel" (1983),
"Grand mit 3 Damen" (1985), "Das Totenreich" (1986)
oder "Sommer in Lesmona" (1986) mitzuwirken; in der Kultserie
"Kir Royal"1) (1986)
war er als Prof. Krakauer zu sehen. Münch trat
außerdem in beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Der
Alte" und "Derrick" auf, letztmalig sah man den Schauspieler
(nach seinem Tod) in der französisch-deutschen Science-Fiction-Serie
"Le grand secret"1) (1989, Das Große Geheimnis) als Biologen Shri Bahanba,
dem eine sensationelle Entdeckung gelungen ist.
Die 1986 begonnen Dreharbeiten zu Bernhard Wickis Joseph Roth-Adaption "Das
Spinnennetz"1) (1989) mit seiner Rolle des Baron von Köckwitz mussten wegen Münchs
schwerer Erkrankung längere Zeit unterbrochen werden, nach seinem Tod wurde
die Figur wurde durch Ullrich Haupt2) (1915 1991) ersetzt. Wicki
konnte sich beim Schneiden des Films aber nicht dazu entscheiden, auf Münchs
Darstellung vollständig zu verzichten. Daher ist in einigen kurzen
Einstellungen des Films auch Münch zu sehen.4)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Richard Münch, der seit Ende der 1940er Jahre auch für die Synchronisation
arbeitete starb am 5. Juni 1987 im Alter von 71 Jahren im spanischen
Málaga. Er war seit 1959 mit der Schweizer Schauspielerin Ella Büchi1) (1929 1999) verheiratet und
wohnte zuletzt in Küsnacht bei Zürich, wo er auf dem Friedhof Küsnacht-Hinterriet
beigesetzt wurde. Richard Münch war Vater zweier Söhne.
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